Donnerstag, 16. Februar 2012

Gott gestaltet, der Mensch verunstaltet

Eine der üblichsten Tendenzen der Künstler, deren Arbeit als typisch zeitgenössisch betrachtet wird, ist die entstellte Darstellung der menschlichen Gestalt. Entgegen der Tradition wirklichkeitstreu zu malen, so wie die Gestalt vom menschlichen Auge gesehen wird, stellen sie sie mit Veränderungen dar, die das innere Wesen enthüllen sollen. Theoretisch ist dagegen nichts einzuwenden.
Das Problem liegt darin, daß von vielen dieser avantgardistischen Künstler, wenn sie das normale Erscheinungsbild eines Menschen verändern, der menschliche Körper bis zur Abscheulichkeit entstellt wird. Als Ergebnis findet man dann auf der modernen Leinwand kegelförmige menschliche Figuren; winzige Köpfe auf Schultern, die kaum breiter als der Kopf sind; Taillen, die viel breiter als die Schultern sind; angeschwollene Beine, die zu ungeheuerlich großen Füssen anwachsen; Hände so lang wie Arme. Andere Bilder und Skulpturen zeigen Hälse, die nicht nur sehr breit sondern auch entstellt sind, mit erschreckend großen Schilddrüsen.
Wenn sich ein Magier einem normal fühlenden Menschen nähern und ihm einen Trank anbieten würde, der seinen Körper in eine für die moderne Kunst typische Figur verwandelt, dann würde dieses Angebot sofort energisch zurückgewiesen werden.
Dieser Wahn von der Entstellung zum Häßlichen, ja sogar Scheußlichen hat die Grenzen des Unfaßbaren in gewissen künstlerischen Werken bereits erreicht. Betrachten Sie z.B. das Bild mit dem Titel „Unser Bildnis“, das wir hier zeigen. Es ist die charakteristische Figur der menschlichen Rasse wie ein ultramoderner Künstler sie darstellen würde. Niemand kann die entsetzlichen sittlichen und physischen Entstellungen ableugnen. Es kann sich tatsächlich darum handeln, daß der Künstler etwas erforschen möchte, vorausgesetzt, daß er bei seiner Arbeit nicht gegen die Prinzipien der Moral verstößt. Jedenfalls ist es eine irrige Art zu malen.
Nichts als Horror. Es ist falsch, in Bildern und Skulpturen immer nur die Mißbildung darzustellen. Solche Künstler tun so als wäre das Universum nichts anderes als ein Müllcontainer. Das ist eine unbestreitbar falsche und gefährliche Darstellung nicht nur der Menschheit sondern auch der Welt.
Die Wurzel dieser Tendenz – oder des Durstes! – nach Häßlichkeit ist eine zweifelhafte und blasphemische Sicht der Schöpfung. Die Schöpfung ist das Werk Gottes. Gemälde und Skulpturen, die unter dem Einfluß dieser zweifelhaften und blasphemischen Sicht gemacht werden, stellen eine Gefahr für die Seelen der Betrachter dar. Ein Ambiente, das von diesem Geist befleckt ist, entwürdigt den Menschen. Es bringt alle Bewegungen der menschlichen Intelligenz und des Willens zu edlen, reinen und hohen Idealen zum Erlöschen.
Im Gegensatz dazu präsentieren wir hier das Bild eines reifen Mannes, eines der unzähligen Kunstwerke der vergangenen Jahrhunderte. Weit mehr als das körperliche Erscheinungsbild dieses Menschen bringt es seine Geisteshaltung und sein sittliches Verhalten zum Ausdruck. Es ist Richelieu, gemalt in drei verschiedenen Blickwinkeln von Philippe de Champaigne. Diese wunderbare Studie reflektiert alle Qualitäten und Unvollkommenheiten dieses großen Staatsmannes und läßt das Wesentliche, die Lebendigkeit und den Scharfsinn dieser menschlichen Seele erahnen.
Um dieses Ziel zu erreichen, mußte der Maler nicht von Verunstaltungen Gebrauch machen, die den Menschen erniedrigen.

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