Montag, 30. Januar 2017

Treue und Liebe zum Papst und zum Papstum



Es ist nicht die selbe Begeisterung meiner Jugendzeit, mit der ich mich heute vor dem Heiligen Stuhl stelle. Es ist mit einer größeren, ja einer noch viel größeren Begeisterung als damals. Denn je mehr ich lebe, denke und an Erfahrung gewinne, desto mehr verstehe und liebe ich den Papst und das Papstum. (...)
Ich erinnere mich noch am Katechimusunterricht, in dem mir das Papstum erklärt wurde, seine göttliche Einrichtung, seine Macht, seine Aufgabe. Mein Kinderherz (ich war damals 9 Jahre alt) erfüllte sich mit Bewunderung, Erhebung und Begesiterung: Ich hatte das Ideal gefunden, dem ich mich für das ganze Leben widmen würde. Von damals bis heute ist die Liebe zu diesem Ideal nur gewachsen. Und ich bitte hier der Muttergottes, dass sie diese Liebe bis zu meinem letzten Atemzug mehr und mehr in mir vergrößere. Der letzte Akt meines Intellektes soll ein Glaubensakt an das Papstum sein. (...)
Plinio Correa de Oliveiras Erstkommunion

Und diese Liebe zum Papstum (...) ist in mir keine abstrakte Liebe. Sie schließt eine ganz besondere Liebe zur heiligen Person des Papstes ein, sei es der von gestern, der von heute oder der morgen. Eine Liebe der Verehrung. Eine Liebe des Gehorsams.
Ja, ich wiederhole: des Gehorsams. Ich will jedem Lehrsatz dieses Papstes, so wie denen seiner Vorgänger und Nachfolger, das ganze Maß der Annahme geben, die mir die Lehre der Kirche vorschreibt, in dem ich das für unfehlbar halte, was sie befiehlt, was für unfehlbar gehalten werden soll, und für fehlbar, was sie lehrt, was fehlbar ist. Ich will den Befehlen dieses oder irgendeines anderen Papstes gehorchen, im ganzem Maße, mit dem die Kirche Gehorsam verlangt. Das heisst, niemals meinen eigenen persönlichen Willen über sie hinwegsetzen, auch nicht die Kraft jeglicher weltlichen Macht, und nur, absolut nur dann dem Papst den Gehorsam verweigern, wenn es sich eventuell um etwas sündhaftes handeln würde. Denn in einem solch extremen Fall muss man, wie es alle Moraltheologen lehren – nach dem Beispiel des Apostels Paulus – den Willen Gottes walten lassen.
So wurde es mir im Katechismusunterricht gelehrt. So las ich es in den Traktaten, die ich studiert habe. So denke ich, so fühle ich, so bin ich. Und aus ganzem Herzen.

Plinio Correa de Oliveira, "A perfeita alegria" in Folha de São Paulo vom 12.07.1970


Sonntag, 29. Januar 2017

Die Andacht zur Eucharistie und zum Papst


Die Eucharistie ist die wahrhaftige Gegenwart Jesu auf Erden, doch er spricht nicht. Der Papst ist Jesus der spricht, doch ohne dass dieser wahrhaftig gegenwärtig ist.
Man kann wirklich sagen, dass in unseren Tagen Jesus und der Papst beide gleichsam Gegenstand sind von Liebe und Hass der ganzen Welt.
Von Liebe: Menschenmengen aus aller Welt setzen sich in Bewegung, um Unseren Herrn auf den Internationalen Eucharistischen Kongressen anzubeten, um den Statthalter Christi in Rom zu feiern und zu applaudieren. Bis in den tiefsten Winkel einer schon fast heidnischen Gesellschaft, blühen Seelen auf, die eine makellose Tugend üben, vor Eifer glühen für die Wahrheit und von ganzem Herzen die Muttergottes lieben. Manchmal sind sie gezwungen der Karriere, Stand, Wohlstand zu entsagen, die Feindseligkeiten der eigenen Familie zu ertragen, doch sie halten unerschrocken durch. Die Menschen wissen den Wert einer solchen Treue nicht zu schätzen, doch die Engel im höchsten Himmel loben Gott an ihrer statt.
Wenn wir unsere Augen von der westlichen bürgerlichen Gesellschaft auf die heidnische Welt richten, sehen wir Missionare, die für Unseren Herrn Heldentaten aufbringen, nur um eine Seele zu gewinnen. Wenn wir unseren Blick auf die triste Welt werfen, die sich hinter dem „Eisernen Vorhang“ ausbreitet, sehen wir heldenhafte Seelen, die im Geheimen Brot und Wein konsekrieren und sie den nach der Eucharistie hungernden und dürstenden Herzen reichen.
Aber auf der anderen Seite wie viel Hass! Man hasst die Eucharistie und den Papst, wenn Gesetze erlassen werden, die gegen die Lehre der Kirche verstoßen, wenn man Sitten verbreitet, die die Seelen in die Hölle führen, wenn der Häresie und dem Bösen die gleiche Freiheit eingeräumt wird, wie der Wahrheit und dem Guten. Man hasst die Eucharistie und den Papst wenn man die Arme hängen lässt, angesichts des Fortschritts des Sozialismus, der uns in den Kommunismus führen wird, die komplette Verleugnung der Eucharistie und des Papstes.
Man missbraucht die Eucharistie und den Namen des Papstes wenn man die Kommunion mit Lässigkeit empfängt, wenn man sich kleidet und schlechte Umgebungen frequentiert, wenn man sich auf Prinzipien stützt, die in sich neuheidnisch sind und von den Päpsten verurteilt wurden. Es ist ein riesiger Strom von militantem und ausdrücklichem Hass, oder verschleiertem und stillschweigendem Protest, die heute die Feindesmacht ausmachen, die in diesem verwirrten und aufgeregten 20. Jahrhundert gegen die Liebe aufbegehren.

Fastenzeit und Eucharistische Woche

Wenn die Passion Christi uns Anlass gibt an all dieses zu denken, so wird uns die Eucharistische Woche eine prächtige Gelegenheit geben, um unsere Liebe zu Jesus und zum Papst zu bezeugen.
Liebe und Hass um Unseren Herrn wird es immer geben; Er ist in der Geschichte das Zeichen des Widerspruchs, der zur Zerstörung und zur Auferstehung vieler in Israel gesetzt wurde: „Ecce positus est hic in ruinam, et in ressurrectionem multorum in Israel: et in signum cui contradicetur“ — „Siehe, dieser ist bestimmt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird“ (Lk 2,34).

Die Völker sind groß und glücklich, die Seelen tugendhaft und erlangen ihr Heil, wenn die Liebe die sie Jesum und seinem Stellvertreter auf Erden entgegen bringen, den Hass, den die Bösen gegen den einen und den anderen hegen, übertreffen.
Damit sich unsere Liebe steigert und Früchte des wahren Glaubens und der Reinheit hervorbringe, müssen wir glühende Gebete an den göttlichen König richten, in dieser Zeit der Vorbereitungen auf die Eucharistische Woche. Unsere Bitten sollten wir ihm durch die reinsten Hände Mariens darbringen, ohne deren Vermittlung keine Bitte zum Herzen Jesu aufsteigt.

Freie Übersetzung der Aufzeichnung eines Mittagstischgesprächs von Plinio Correa de Oliveira mit Mitgliedern der TFP in São Paulo am 16.6.87

Freitag, 27. Januar 2017

Der hl. Ludwig von Montfort über die Sklaven und Kämpfer Mariens



(Aus dem Flammengebet des Heiligen)

Kommentare von Plinio Correa de Oliveira
„Sende Priester, frei von irdischer Anhänglichkeit, losgeschält von allem, von Vater und Mutter, von Brüdern und Schwestern, ohne Eltern dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach, ohne Güter, frei von Hindernissen, und selbst vom eigenen Willen.“
Selbstverständlich haben wir eine sehr genaue Vorstellung der Aufgaben der Priester; es wäre aber interessant, wenn wir ein genaues Wissen über unsere eigenen Aufgaben hätten. Wenn wir schon Sklaven Mariens sein wollen, ist es angebracht zu wissen, in welchen Grenzen und in welchem Maß dies, was der hl. Ludwig beschreibt, auch uns betreffen kann.
So sollten wir für Berufungen beten, die „frei sind, die in der Freiheit Gottes und Mariens leben, losgeschält von allem, ohne Vater, ohne Mutter, ohne Brüder, ohne Schwestern, ohne Verwandten dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach“.
Das bedeutet, dass es sich nicht nur um Vater, Mutter, Bruder und Schwester handelt — was schon nicht wenig ist —, sondern keine Verbindung mit dem Gesamten dessen, was Welt, Gesellschaft bedeutet, mit der ihr eigenen Mentalität, ihrem Stil, ihrer Psychologie. Von all dem soll man losgeschält sein, aber so, dass jegliche Anhänglichkeit verbannt ist.
Stellen wir uns vor, auf einer einsamen Insel wäre das Reich Mariens etabliert worden. Es gäbe dort eine schöne Stadt, wo alles im Sinne und in der Art des Reiches Mariens abläuft. Wir würden dort wohnen, in der Abscheu aller Übel und der Zustände der gegenwärtigen Welt. Ein jeder stelle sich vor, dort leben zu können. Im ersten Moment wären wir bezaubert, begeistert, verzückt. Im zweiten Monat, würden wird alles normal finden. Im dritten würde der Eine oder Andere meinen, dass es wohl an der Zeit wäre, mit der Fähre wieder zurück zum Festland zu fahren.
Gäbe es leider nicht den Einen oder Anderen, der einen Grund finden würde, um zurück zu fahren, weil im Unterbewusstsein ein gewisses Heimweh nach dem, was nicht das Reich Mariens ausmacht? Wir könnten uns vorstellen: Straßen mit wenig Menschen, langsame Bewegungen, sehr bedächtige, einsichtige, gehobene, tugendhafte Menschen mit würdigem und vornehmem Benehmen. Alles würde gemäß der Vernunft und eines gesunden Verstandes ablaufen. Würde das allen gefallen? Ich möchte glauben, der großen Mehrheit schon. Doch dem einen oder anderen möglicherweise nicht. Es wäre sehr gut eine Gewissenserforschung zu machen, um herauszubekommen, ob man zu der einen oder der anderen Gruppe gehören würde. Ich glaube, dies ist ein Punkt, in dem man die hier enthaltene Frage aufgreift und sich stellt: keine Anhänglichkeiten, keine Liebe zu den weltlichen Dingen und der Lage der Welt zu haben.

„Um Sklaven Deiner Liebe und Deines Willens bitte ich; um Männer nach Deinem Herzen, die nicht ihren eigenen Willen durchzusetzen suchen, der sie nur befleckt und hemmt, sondern in allem Deinen Willen tun und gleichwie David mit dem Stock des Kreuzes und der Schleuder des heiligen Rosenkranzes in der Hand, alle Deine Feinde niederschlagen: in baculo Cruce et in virga Virgine“ (Vgl. 1 Kön 17,40 und Ps 22,4).

Betrachten wir diese herrliche Verbindung, die der hl. Ludwig herstellt zwischen den Sklaven aus Liebe zu Gott, die ihren eigenen Willen nicht durchsetzen und doch die Feinde Gottes niederschlagen. Hier sieht man die Fruchtbarkeit des Gehorsams. Wer gehorsam ist, wer fügsam die Absichten der göttlichen Vorsehung befolgt, der zerschlägt die Feinde Gottes. Wer sich den Absichten Gottes nicht fügt, der besiegt nicht die Feinde Gottes.
Was bedeutet hier, keinen eigene Willen haben? Es bedeutet, keinen anderen Willen haben, als nur den, den Gott von uns erwartet. Dass wir nur genau das wollen, was Gott von uns will. Keine schlechten, niedrigen Dinge wollen, sondern nur das, was recht, ordentlich, gemäß der Lehre der Kirche ist. Das bedeutet, keinen eigenen Willen haben. Wer so ist, wird die Feinde Gottes besiegen.

„Seelen, welche wie Wolken der Erde entrückt und erfüllt mit himmlischem Tau, ohne Hindernis überall hinfliegen nach dem Wehen des Heiligen Geistes.“

Das heißt, wer so ist, der ist Fruchtbar; er fliegt überall hin und lässt die Gnaden Gottes allerorten herabrieseln.

„Seelen, die immer für Dich zur Verfügung stehen, immer bereit, Dir zu gehorchen, immer lauschend auf die Stimme ihrer Vorgesetzten, wie Samuel: Praesto sum; immer bereit, hinzugehen und alles mit Dir und für Dich zu leiden, wie die Apostel.“

Das heißt Menschen, die bereit sind, alle Unannehmlichkeiten, jedes Opfer, alle Entsagungen, nicht nur die außergewöhnlichen, sondern die des alltäglichen Lebens, die kleinen und lästigen Dinge des Alltags auf sich zu nehmen. Muss ein Brief geschrieben werden, schreiben; muss man einem lästigen Mitmenschen zulächeln, lächeln; kommt ein ungelegener Telefonanruf, annehmen; trotz Müdigkeit früh aufstehen; und das alles zwei, drei, fünf Mal; kleine Ungerechtigkeiten hinnehmen usw. Das ist die Art des Gehorsams, der hier gelobt wird.

„Diener der seligsten Jungfrau, die wie der hl. Dominikus, die leuchtende und brennende Fackel des heiligen Evangeliums im Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überallhin gehen, um zu bellen wie treue Hunde, um zu brennen wie Feuer und um die Finsternis der Welt zu erhellen wie die Sonne. Beglücke uns mit Männern, die durch eine wahre Andacht zu Maria, ohne Heuchelei und Wankelmut, mit Demut, Klugheit und Eifer überall, wohin sie kommen, der alten Schlange den Kopf zertreten.“

Wir sehen hier den versprochenen Sieg denen, die mit Maria vereint sind, die überall dieses Werk des Lichtes verrichten und den Kopf der Schlange zertreten werden.

„Damit so der Fluch sich erfülle, den Du gegen sie geschleudert hast: Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen ipsius : ipsa conteret caput tuum“ (Gen. 3,13).

Das heißt, der Fluch ist noch nicht völlig erfüllt und es ist nötig, dass er sich erfülle. Die Vollführer dieser Aufgabe werden eben die Sklaven Mariens sein. Als Sklaven Mariens dürfen wir erwarten, die Vollführer dieser Aufgabe zu sein.


Freie Übersetzung der Aufzeichnung des Vortrags an ein nicht überliefertes Datum im Jahre 1964.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Es obliegt den Menschen, die drohende Strafe aufzuhalten


Plínio Corrêa de Oliveira

Fátima ist ein Thema, das schon häufig in diesem Blatt *) behandelt wurde. Doch „de Maria nunquam satis“. Außerdem, in diesem Muttergottesmonat, der gezeichnet ist durch die Feierlichkeiten voller kindlicher Zuneigung und Begeisterung, des vierzigsten Jahrestages der Bischofsweihe des glorreich regierenden Heiligen Vaters Pius XII., feiern wir auch vierzig Jahre der ersten Erscheinung der Muttergottes in der Mulde von Iria. Diese Übereinstimmung ist so bewundernswert, so voll von tiefer Bedeutung, dass man nicht über das bischöfliche Jubiläum des Papstes sprechen kann, ohne zugleich an die Verheißungen von Fatima zu erinnern. So kommen wir also auf das Thema zurück, in der Sicherheit dem Wunsch unserer Leser zu entsprechen.
Da wir zu anderen Gelegenheiten schon alles über die Erscheinungen als solche gesagt haben, was zu sagen war, meinen wir, wir sollten das dornige Thema der Voraussagen Mariens behandeln.
Man weiß, dass die Muttergottes, als sie zu den drei Hirtenkindern sprach, und später auch zu Schwester Lucia, fürchterliche Strafen für die Menschheit vorausgesagt hat. Man weiß, dass der Portugiesische Episkopat Treuhänder eines geheimnisvollen Umschlags ist, der Äußerungen von Schwester Lucia enthält, der nur 1960 geöffnet werden soll. Nach dem glaubwürdigen Autor P. De Marchi („Es war eine Frau, strahlender als die Sonne“) enthält dieser Umschlag den noch nicht bekanntgegebenen zweiten Teil des Geheimnisses von Fatima. Es kommt noch hinzu, das die politischen Horizonte der ganzen Welt von trüben Wolken verhangen sind. So setzt sich spontan, unaufhaltsam, dringend die Frage auf: Werden die von der Muttergottes vorhergesagten Strafen über die Welt fallen?
Wir sind nicht von denen, die eine solche Frage für müßig halten, denn sie bezieht sich nicht auf gewisse gängige private Offenbarungen, denen mit großer Möglichkeit Suggestion oder Täuschung anhaften können, sondern auf Fakten offenkundiger übernatürlicher Art basieren und als solche von der Frömmigkeit der Gläubigen auf der ganzen Welt angenommen, die von der Heiligen Kirche gutgeheißen werden, ohne ihren privaten Charakter einzubüßen, und deutliche wie bewundernswerte geistige Früchte hervorgebracht hat.
Doch wollen wir uns heute eigentlich nicht einer solchen Erörterung hingeben. Unser Vorhaben ist bescheidener und praktischer. Wir möchten nur zeigen, dass einerseits es nicht angebracht ist, zu fragen, ob die Verheißungen von Fatima sich ereignen werden, denn sie sind ja eigentlich schon im Gange, und andererseits, dass es in großem Maß uns obliegt, auch noch zum jetzigen Stand der Dinge ihre vollständige Verwirklichung aufzuhalten.


Wir können eigentlich nicht verstehen, dass man Zweifel haben kann, dass die Voraussagen von Fatima sich gegenwärtig schon ereignen. Denn die herrschende Tatsache unseres politischen Lebens, eine Tatsache, die die Seiten der Tageszeitungen füllt und alle Sorgen der Staatsmänner beherrschen, gerade diese ist, dass „Russland seine Irrtümer über die ganze Welt verbreitet“ und somit immer günstigere Bedingungen schafft für den Ausbruch des furchtbarsten Konflikts der Geschichte.
Es ist ersichtlich, dass in dieser allgemeinen Beunruhigung nicht allein Russland die ganze Schuld zukommt. Denn wenn Moskau seine ideologischen Gifte über die ganze Welt in Umlauf bringen kann, dann nur weil diese Gifte Aufnahme finden. Wenn man auch zugeben muss, dass die Welt aus eigener Schuld sich in brennbarem Zustand befindet, ist es doch am Feuerherd Moskaus, wo die Brandstifter ihre Fackeln anzünden und von da aus unzählige Funken springen, die in allen Ländern gefährliche Feuerflammen entzünden.
Außerdem erlauben die gegenwärtigen Zustände schon die Glaubhaftigkeit des Teils der noch nicht erfüllten Voraussagen zu erkennen. Die Tatkraft Russlands über die ganze Welt eine tiefe Weltkrise auszulösen, nicht nur mehr oder weniger oberflächliche und mehr oder weniger vorübergehende aktuelle Krisen, ist offensichtlich. Dass dies alles früher oder später in Verfolgung des Papstes und der Kirche enden wird, ist ebenfalls offensichtlich. Das in den Wirren eines von Russland provozierten Krieges, eine Weltkatastrophe die Menschheit treffen kann, ist auch unbestreitbar.
Die richtige Frage über die Prophezeiungen von Fatima kann also nur diese sein: Ob sie sich erfüllen werden und ob wir in den Endgreuel fallen werden, der sich voraussehen lässt.
Zu diesem Punkt scheint es uns, dass über den Bedingungscharakter der Botschaft von Fatima nicht genügend hingewiesen wurde. In ihr wird sonnenklar gesagt, dass diese Ereignisse geschehen werden, wenn die Menschheit sich nicht von ihren Sünden abwendet und nicht Buße tut. Demnach obliegt der ganzen Menschheit und jedem einzelnen Menschen die Möglichkeit die schon im Beginnen sich befindende Strafe jetzt noch abzuwenden. Es reicht von der Sünde abzulassen und Buße zu tun. Doch wenn dies nicht geschieht, werden auch religiöse Feiern, Gebete, Ängste und Panik nichts nutzen. Die Strafe wird kommen.
Es ist also notwendig, dass der vorwiegende Teil, oder gar der zahlenmäßig größte Teil der Sünder, eine echte und ernsthafte Lebensänderung unternimmt. Was bedeutet diese Behauptung? Das die Menschen aus Liebe zu Gott, oder wenigsten aus Furcht vor seiner Gerechtigkeit, die Sünde verabscheuen und sie nicht mehr begehren und praktizieren, und fortan nach den Geboten leben. Dies ist eine der wesentlichen Bedingungen, um die Strafen zu verdrängen. Sie muss also klar erwähnt werden, positiv, ohne unnötige rednerische Verzückungen, Verstellungen oder Milderungen einer falschen menschlichen Klugheit.
Wer also ein Apostolat üben will, ganz im Sinne, was man „auf der Linie von Fatima“ nennen könnte, muss deutlich gegen den Irrtum und die Sünde sprechen, alles tun, damit sie gehasst und verstoßen werden, und in allen die Furcht vor dem Zorn Gottes erwecken, vor allem in denen, die die Liebe nicht bewegen kann.
Alle anderen gesetzten Bedingungen der Botschaft von Fatima hängen nicht ganz von uns ab. Doch diese hängt unbestreitbar von uns ab. Wenn sie erfüllt wird, werden die Strafen nicht eintreffen. Denn alles lässt glauben, dass Gott den reuigen Sünder verschonen wird. Was ist wichtiger? Zu fragen ob die Strafen kommen werden, wann und wie sie kommen werden, oder sich einsetzen, damit sie nicht eintreffen? Betätigen wir uns also. Und schreiten wir gelassen  der Zukunft entgegen, denn so, komme, was kommen mag, werden wir von denen sein, über die die schützende Hand der Königin des Himmels ruht.



Setzen wir uns ein! Reicht das? Nein! Es ist nötig, außer Lebenswandlung und Apostolat, auch Gebet und Buße. Wir müssen uns abtöten, um für uns und für die anderen zu sühnen. Wir müssen beten, weil das Gebet Berge versetzt.
Mit dieser geistlichen Einstellung und solchen Vorhaben gewappnet, werden wir mit Freuden das Lob der Jungfrau von Fatima singen können. Denn für uns wird ihre Botschaft nicht vergebens gewesen sein.

*) Bezieht sich auf das Monatsmagazin „Catolicismo“ der Diözese Campos, Brasilien

Freie Übersetzung von „Cabe aos homens sustar o castigo iminente“ aus „Catolicismo“ Nr. 77, Mai 1957

Freitag, 6. Januar 2017

Die Anbetung der Könige

Übernatürliche Ruhe und Gebet vor dem Gotteskind

Plinio Corrêa de Oliveira
(Bild:Fresco von Giotto die Bondone, gemahlt zwischen 1302 und 1306, in der Kapelle der Scrovegni, Padua.)


Die Weisen Könige kamen, nach der Tradition, aus dem Morgenlande und brachten ihre Geschenke dem Jesuskind.
Auf diesem Fresco des berühmten italienischen Malers Giotto erscheint die Muttergottes fürstlich gekleidet, mit ihrem göttlichen Kind auf dem Schoß, auf einem kleinen Thron sitzend. Ein reicher Teppich überzieht das Podium worauf er steht. Für den Empfang der Könige versteht sich die Pracht der Szene.
Links neben der Muttergottes steht ein Engel, rechts der hl. Josef, Heilige und andere, die der Künstler darstellen wollte. Oder es sind Menschen, die eines Tages, in der Zukunft, diese Szene geistig und im Gebet betrachten würden.
Folgendes fällt besonders auf: Einer der Könige betet gerade das Jesuskind an und küsst ihm die Füße. Die beiden anderen Könige verweilen ruhig, im Gebet vor der Gottesmutter und dem göttlichen Kind, und finden Gefallen an der Anbetungsgeste ihres königlichen Mitbruders. Sie sind zufrieden und vergnügt mit allem was geschieht und warten bis sie an der Reihe sind, das Kind zu huldigen. Doch ohne Ungeduld, mit der Ruhe und Gelassenheit, die im Mittelalter sehr gut die Anwesenheit Gottes, den göttlichen Geist und die göttliche Gnade in der Seele dieser Personen ausdrückte.
Gleich hinter den Königen sehen wir eine Mann, der anscheinend ein Kamel bändigt, damit es keine Unruhe gibt. Dieser Diener ist ein "animalis homo", ohne jegliches Übernatürliche, strahlt keine Ruhe und Gelassenheit aus. Es ist aufgeregt, wirsch und beobachtet alles, spitze Nase, hervorspringende Augen und herrisch. Er macht den Eindruck, als ob er nichts anderes sein kann, als Kamelhirte.

Auszug aus einem Vortrag von Plinio Corrêa de Oliveira für Mitglieder der TFP am 30.11.1988.