Mittwoch, 17. April 2013

Die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens


Plinio Corrêa de Oliveira


Eines der Merkmale der Verehrung, die wir unserer Lieben Frau schulden, besteht sicherlich darin, dass sie von großer Zärtlichkeit begleitet ist. Und doch besteht die Verehrung aus mehr als nur Zärtlichkeit, Überschwang und Gemütsbewegung.

Um beständig zu sein, ist es wichtig, dass die Marienverehrung auf präzise, exakte und logische Kenntnisse gründet. Nur aus der guten Kenntnis der Wahrheit kann eine dauerhafte und ehrliche Liebe hervorgehen. Die Frömmigkeit muss durch die eingehende Beschäftigung mit der katholischen Lehre bestärkt werden. In dieser wird sie nämlich ihr bestes Fundament und ihre wahre Wurzel finden.

Wenn die Kirche die Weihe von Völkern, Bistümern, Familien und Einzelpersonen an das Heiligste Herz Jesu oder an das Unbefleckte Herz Mariens fördert, so will sie damit erreichen, dass die auf diese Weise Geweihten Elemente, den Entschluss fassen, auf eine ganz besondere Art dem Herzen Jesu oder dem Herzen Mariens anzugehören, indem sie treuer die Gebote befolgen, sich die heiligen Herzen zum Vorbild nehmen und dafür im Gegenzug deren ganz besondere Gunst und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Weihe ist daher nicht einfach ein Ritus oder eine vage Formel, die im Augenblick frommer Gemütsbewegung ausgesprochen wird. Sie ist vor allem ein wohl durchdachter, bewusster, gewollter und tiefgreifender Akt, der mit dem Vorsatz einer vollkommeneren Eingliederung in das Leben und in die Lehre der heiligen katholischen Kirche verbunden ist, denn nur so ist es möglich, wirklich Jesus und Maria anzugehören.

Es ist leicht zu verstehen, dass eine solche Weihe sowohl von äußerst tugendhaften Menschen vorgenommen werden kann, als auch von solchen, die noch die ersten Gehversuche auf dem Weg zur Vollkommenheit im geistlichen Leben machen. Für die Einen wie für die Anderen ist der Weiheakt von großem Nutzen, weil er auf den, der ihn ausführt, den ganz besonderen Schutz der göttlichen Vorsehung herabruft und ihm damit außergewöhnliche Heilsgarantien versichert.

Viele Katholiken verstehen sehr gut, dass sich jemand dem Heiligsten Herzen Jesu weiht, denn diese vortreffliche Übung ist schon sehr häufig vollzogen worden und die Zahl der dem Herzen Jesu geweihten Familien ist heute - Gott sei Dank! - sehr groß. Sie tun damit ihren festen Vorsatz kund, ihr Leben dem des Heiligsten Herzens Jesu anzupassen und ein wahrhaft frommes, christliches Leben zu führen. Auf diese Weise heiligen sie ihre Standespflichten, indem sie diese im Geiste einer übernatürlichen, opferbreiten Einstellung leben. Für den Erfolg dieser Vorsätze und den Empfang aller damit verbundenen Gnaden empfehlen sie sich ganz besonders dem göttlichen Herzen, das die eigentliche Quelle  alles Guten ist.

Doch allgemein wird der Weihe zum Unbefleckten Herzen Mariens leider weniger Verständnis entgegengebracht. Vielleicht gibt es auch einige, die in den angesprochenen Weihen einen Widerspruch sehen: Wie kann man gleichzeitig zwei Herren angehören, zwei Herzen gehorchen? Widerspricht sich das nicht? Schließt da nicht eine Weihe die andere aus?

Nichts ist haltloser als das. In Wirklichkeit ist die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens eine Ergänzung der Weihe an das Heiligste Herz Jesu. Doch nicht eine überflüssige Ergänzung sondern zweifellos eine kostbare und bewundernswerte Ergänzung, die der Weihe an das Herz Jesu eine wunderbare Wirklichkeit und Vollkommenheit verleiht.

Das Herz Mariens ist par excellence das Reich des Herzen Jesu. Die Einigkeit dieser beiden Herzen ist so vollkommen, dass es Autoren gibt, die sie sozusagen zu einem einzigen Herzen verschmelzen, in dem sie vom Herzen Jesu und Maria sprechen. Die ganze marianische Frömmigkeit gründet auf diese Grundwahrheit, das Maria der Kanal ist, durch den man zu Jesus kommt, Sie ist das Tor, das Leben, der eindeutige Weg, auf dem wir mit höchster Sicherheit, schneller, leichter Unseren Herren Jesus Christus erreichen. So ist die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens das sicherste, leichteste und schnellste Mittel die Vollkommenheit der Weihe an das Herz Jesu zu erreichen.

Einen Weiheakt zu vollziehen ist sicherlich leicht. Sich aber ehrlich, ernsthaft und gewissenhaft weihen, ist jedoch viel schwieriger. Um die notwendigen Bedingungen für eine vollkommene Weihe an Jesus zu erfüllen, ist nichts besser, sicherer, zweckmäßiger als uns Maria zu Weihen.

Christozentrisch denken bedeutet in Jesus Christus die Mitte von allem zu betrachten. Doch der wahre Christozentriker aber weiß, dass es nur einen wahren Weg gibt, der zur Mitte führt; und dieser Weg ist Maria.



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Die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens ist aktueller denn je. Mehr denn jemals zuvor braucht die von Missgeschicken jeder Art geplagte Welt ein mütterliches Herz, dass sich ihrer erbarmt. Daher ist es mehr denn je nötig, dass wir uns an das Herz unserer Mutter wenden, dass wir es anflehen, seine empfindlichsten Fasern rühren, seine innigsten Saiten schlagen, um all seine Barmherzigkeit, all seine Liebe, all seine Hilfe zu erlangen.

Wenn Papst Pius XII. die ganze Welt dem Herzen Mariens geweiht hat, so lasst uns seine Geste nachahmen und gleichsam ergänzen, indem wir uns vorbehaltlos demselben Unbefleckten Herzen weihen. Auf diese Weise werden wir dem Wunsch des Papstes entsprechen und dem von der göttlichen Vorsehung festgelegten Weg folgen.


Legionário Nr. 575,  15.8.1943

Montag, 15. April 2013

Die Abhandlung von der wahren Andacht zu Maria vom hl. Ludwig Maria Grignon von Montfort - V. Teil

Kommentiert von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira

(Anm: Die Einteilung in Kapitel, Artikel und Prinzipien stammt aus der brasilianischen Ausgabe der "Abhandlung", Verlag Editora Vozes Limitada, Petrópolis RJ, 1961, die als Unterlage für die Kommentare von Prof. Plinio Correa de Oliveira gedient hat)

Artikel I
PRINZIPIEN
ERSTES PRINZIP: Gott wollte sich Maria bei der Menschwerdung bedienen
Die Wichtigkeit der Menschwerdung Gottes

Die Begründung des hl. Ludwig für die Notwendigkeit der Andacht zu Maria liegt in der Rolle die Ihr übertragen wurde bei der Menschwerdung Gottes. Legen wir diesen Punkt ausführlicher aus.

Das erste, was wir festhalten müssen, ist die äußerste Wichtigkeit der Menschwerdung Gottes in seinem Schöpfungsplan. Diesbezüglich gibt es Auseinandersetzungen zwischen Theologen über einen Punkt. Einige meinen, die Menschwerdung hätte sich nicht ereignet, wenn der Mensch nicht gesündigt hätte, andere meinen, das sie auch dann wäre geschehen, wenn der erste Mensch nicht gesündigt hätte. Erstere folgern aus ihrer These, dass, wenn auch die Erbsünde ein Übel war, so ergab sich daraus doch für die Menschheit ein Vorteil, der in der Liturgie am Karsamstag als „o felix culpa“ — „o glückliche Schuld, gewürdigt eines Erlösers, so hehr und erhaben“. Ohne die Erbsünde hätten wir nicht das Glück und die Freuden den Erlöser zu bekommen.

Sei es wie auch immer, wir müssen zugeben, das die Menschwerdung Gottes nicht ein Ereignis in der Geschichte der Menschheit unter anderen ist, sondern, wie auch die Erlösung, ein Höhepunkt dieser Geschichte war. Da Gott „ist, der Er ist“, mit Ausnahme der Zeugung des Wortes und dem Ausgang des Heiligen Geistes (vom Vater und vom Sohn), ereignete sich bei weitem nichts wichtigeres und höheres, wie die Menschwerdung Gottes. Es ist ein Geschehnis, dass mit der göttlichen Natur selbst in Verbindung steht, und alles was Gott betrifft, ist unvergleichlich wichtiger, als alles, was dem Menschen betrifft. Die Fleischwerdung Gottes übertrifft alles an Wichtigkeit.

Mitwirkung Mariens bei der Menschwerdung

Aus diesem Grund zeigt uns die Mitwirkung Mariens bei der Menschwerdung sehr gut und genau Ihre Rolle in allen Plänen und Vorhaben Gottes und gerade in dem, was diese am wichtigsten und fundamentalsten haben.


Wir finden es z.B. bewundernswert, dass Gott den Kaiser Konstantin erwählt hat, um die Kirche aus den Katakomben zu holen. Doch, was ist das im Vergleich zur Berufung Mariens, damit in Ihr der Erlöser gezeugt werden soll? Absolut nichts! Wir bewundern sehr P. Josef von Anchieta SJ, weil er Brasilien evangelisiert hat. Doch was ist die Evangelisierung eines Landes im Vergleich zur Fleischwerdung des Wortes? Nichts!
Nehmen wir an, es ginge um die Rettung der Welt aus der aktuellen Krise und der Einführung des Reiches Christi auf Erden, und nehmen wir an der Herr würde nur einen einzigen Menschen erwählen, um diese Aufgabe zu vollführen. Wir würden die Aufgabe phantastisch finden, und mit Recht. Doch was ist das, im Vergleich zur Berufung und Aufgabe der Muttergottes? Nichts! Sie befindet sich auf einer Ebene, die kein Vergleich erlaubt mit irgendeiner historischen Aufgabe irgendeines Menschen, selbst die des hl. Petrus, auch wenn er der erste Papst war. Die Rolle Mariens steht über jedem Vergleich mit der Rolle des hl. Petrus.
Bezüglich der Muttergottes muss man immer wieder den Begriff wiederholen „kein Vergleich möglich“, weil Sie sprengt die Grenzen der menschlichen Sprache. Es besteht ein dermaßen großes Unverhältnis zwischen Ihr und allen Geschöpfen, dass das einzige sichere, was man sagen kann, ist, das es kein Vergleich gibt.
Nachdem wir diese Begriffe in Erinnerung gerufen haben, folgern wir, dass das Erörtern der Mitwirkung Mariens bei der Menschwerdung bedeutet, Ihre Rolle im wichtigsten Ereignis aller Zeiten zu erörtern. Und welche war Ihre Rolle? Der hl. Ludwig antwortet, in dem er die Mitwirkung der drei Personen der Dreifaltigkeit — des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes — bei der Fleischwerdung, und dann die Mitwirkung der Jungfrau Maria mit dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste analysiert.
Die Mitwirkung Mariens mit Gott Vater

Wie es in der Heiligen Schrift heißt, wurde Unser Herr von Gott Vater in die Welt gesandt, um die Menschen zu Erlösen. Eine der Prophezeiungen im Alten Testament sagt über Unseren Herrn: „Siehe, ich komme, wie es geschrieben steht in der Schriftrolle, um deinen Willen zu tun“ (Ps 40, 8-9). Jesus spricht immer von Seinem Vater als den, der Ihn gesandt hat, als den, der sich über Ihn offenbart hat und Ihn seinen vielgeliebten Sohn nannte, als den, den Er anrief, als er Seinen Geist aufgab, in dem er sagte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mt 27,46). Da es Gott Vater war, der Jesus gesandt hatte, welche war die Rolle Mariens bei dieser Handlung?

Das Gebet Mariens zur Ankunft des Messias — Zunächst müssen wir feststellen, dass die Welt schon nicht mehr würdig war, Gott Sohn „aus den Händen des Vaters direkt zu empfangen“. Deshalb sandte Er Seinen Sohn nicht um der Welt Willen, sondern wegen Maria. Nicht nur weil Sie um Ihn gebeten hat — wenn Sie nicht darum gebeten hätte, wäre Er nicht gekommen —, sondern Gott Vater schickte Ihn zu Ihr, weil nur Sie würdig war, Ihn zu empfangen.

In diesem Sinne versteht sich auch die Klage im Johannes-Evangelium: „Er kam in das Seine, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11). Die Seinen würden Ihn nicht aufnehmen, doch Maria würde Ihn aufs erhabenste aufnehmen, und nur deshalb konnte Er kommen. Er kam in die Welt, weil Er Maria vorfand. Hätte Er Sie nicht vorgefunden, so wäre Er nicht gekommen. Sein Kommen in die Welt ist das Ergebnis des Daseins und der Gebete der heiligsten Jungfrau.
Auf diese Weise wirkte Sie mit am Akt Gott Vaters, durch welchen Er den Sohn in die Welt sandte.
Die Teilhabe Mariens an der Fruchtbarkeit des Ewigen Vaters — Außerdem teilte Gott Vater Seine Fruchtbarkeit der Jungfrau Maria mit, damit Sie den Sohn empfangen könnte. Die Fruchtbarkeit des Ewigen Vaters ist unendlich. Sie ist dermaßen, dass die Vorstellung, die Er von sich selbst hat, schon eine weitere göttliche Person erzeugt. Er teilte also diese Seine Fruchtbarkeit Maria mit, damit Sie Jesus Christus gebäre und alle Glieder des mystischen Leibes Christi. Maria ist deshalb nicht nur im allegorischen und metaphorischen Sinn die Mutter aller Gläubigen (Sie liebt uns, als wäre Sie unsere Mutter), sondern Sie ist in Wahrheit unsere Mutter in der Gnadenordnung. Sie ist im Besitz der göttlichen Mutterschaft, weil Gott Vater Sie an Seiner Fruchtbarkeit teilhaben ließ.

Die Macht des Gebetes Mariens und unser geistliches Leben


Wir können hieraus Anwendungen für unser geistliches Leben entnehmen, sowohl aus der Tatsache, dass das Gebet Mariens die Ankunft des Erlösers beschleunigt hat, als auch, dass Sie an der Fruchtbarkeit des Vaters teilhatte.

Da Maria durch Ihre Gebete die Ankunft des Messias beschleunigte, was können wir daraus für unser geistliches Leben entnehmen?

Zunächst müssen wir den Eifer Mariens für die Sache Gottes betrachten. In Ihren Gebeten betrachtete Sie ganz sicher die moralische Tiefe, in der das auserwählte Volk gesunken war. Es brannte in Ihr der Wunsch, dass Israel in seinen früheren Zustand wieder erhoben werde. Sie betrachtete den Zerfall der Menschheit, indem Sie besser als niemand wusste, wie viele Seelen in dieser heidnischen Welt verloren gingen, und Sie sah, wie die Macht Satans über die damalige Welt herrschte.

Maria übernahm auf Erden die Rolle des Erzengels Michael im Himmel. Ihr Gebet um das Kommen Gottes auf Erden glich dem „Quis ut Deus“ des Erzengels. Sie ist es, die sich erhebt gegen den damaligen Stand der Dinge, nur Ihr Gebet hatte die notwendige Macht, um mit einem Schlag alles zu verändern.

Die Fülle der Zeit ist damit beendet: Unser Herr Jesus Christus wird geboren und die ganze Menschheit wird erneuert, erhöht und geheiligt durch Maria. Unmengen von Seelen werden gerettet, die Tore des Himmels öffnen sich, die Hölle wird zermalmt, der Tod vernichtet, die Katholische Kirche erblüht über die ganze Erde. All dies als Ergebnis der Gebete Mariens.

Ist es nicht wahr, dass Maria auch unter diesem Aspekt für uns ein vollkommenes Beispiel ist? Sollen wir nicht für unsere Tage den Sieg Unseres Herrn wünschen, so wie ihn Maria für ihre Zeit gewünscht hat? Gibt es nicht eine absolute Analogie zwischen den glühenden Wunsch den Sie äußerte, dass das Reich Christi auf Erden errichtet werde und dem Eifer, mit dem wir es für unsere Tage wünschen sollen? Ist es nicht wahr, dass wenn Ihr Gebet notwendig war für Menschwerdung Gottes, das Gebet für uns unerlässlich ist, um den Sieg Unseres Herrn in der Welt in unseren Tagen herbeizurufen? Wenn wir uns abmühen im Kampf für den Sieg Jesu Christi in unseren Tagen, erinnern wir uns, zur Muttergottes zu beten? Wenn wir zu Ihr beten, erinnern wir uns daran, um diese Gnade zu bitten?

Wäre es nicht ein gutes Gebet, zum Beispiel, wenn wir das Geheimnis der Verkündigung im ersten Gesätz des Freudenreichen Rosenkranzes betrachten, wir an Maria denken, in dem Sie um die Ankunft des Erlösers betet? Es wäre sehr angebracht Sie zu bitten, dass Jesus wieder Sieger auf der Welt werde und wir die Ankunft des Erlösers betrachten und den künftigen Sieg der Katholischen Kirche. Haben wir hiermit nicht eine gute Anwendung dieser Geheimnisse für unser geistliches Leben? Soll es nicht so gesehen, gelebt und geführt werden? Ist das nicht viel gründlicher und fester als ein langgezogenes andächtiges Gemurmel? Mit diesen Glaubenswahrheiten nährt man seine Frömmigkeit. Mit solchen Wahrheiten gibt es jede Menge Nahrung für das geistliche Leben.

Betrachten wir Maria, wie Sie durch Ihr Gebet die Ankunft des Messias beschleunigte. Kommt Jesus auch nicht zu uns in der heiligen Kommunion? Wenn wir uns vorbereiten Ihn zu empfangen, können und sollen wir Maria um Ihre Empfindungen bitten, mit denen Sie Ihn empfing, als Er in Ihr Mensch geworden ist.
Wenn wir für jemanden die Gnade der täglichen Kommunion erreichen wollen, wäre es nicht Sinnvoll der Muttergottes zu bitten, das Sie für diese Seele die tägliche Herabkunft Ihres Sohnes erwirke, so wie Sie mit Ihrem Gebet die Ankunft Jesu Christi für die Welt erreichte?



Die Teilhabe Mariens an der Fruchtbarkeit des Ewigen Vaters und unser geistliches Leben


Betrachten wir die Teilhabe Mariens an der Fruchtbarkeit des Ewigen Vaters, um Glieder des Mystischen Leibes Christi zu zeugen. Jeder Gläubige ist ein Glied dieses Mystischen Leibes. Wenn wir an einem Taufstein vorbeikommen, sollten wir uns daran erinnern ein Gebet zu sprechen, in das wir der Heiligen Jungfrau bitten, sie möge uns bis zu unserem Tode in der Beharrlichkeit der Gnade führen, die wir in der Taufe erhalten haben und dass sie uns diese Gnade für das ganze Leben bestätige. An dem Taufbecken, das uns in den Schoß der Katholischen Kirche hat eintreten sehen, der Ort an dem wir für das übernatürliche Leben geboren wurden und, dass wir auf Bitten Mariens und der Fruchtbarkeit Gottes des Vaters, zu Gliedern des Mystischen Leibes Christi gezeugt wurden, dessen wahre Mutter sie auch ist.
Denken wir daran, dass wir zum Leben der Gnade von Maria gezeugt worden sind, unter Teilhabe an der eigenen Fruchtbarkeit des Ewigen Vaters, und dass wir dieses Leben der Gnade durch Maria ganz ohne unser Zutun bekommen haben, denn wenn sie es nicht für uns erbittet hätte, hätten wir es nicht bekommen. Dies alles ist ein Grund, sie zu bitten, dass sie uns in dieser Gnade erhalte und sie mit der Tugend der katholischen Gesinnung bereichere, welches die Krönung dieser äußerst intimen Bindung mit Christus ist, die wir durch ihre Fürbitte bekommen haben.
Die echte Frömmigkeit muss bestehen in der Bildung von einer Geistes-Stimmung, die ihren Grund auf diese von der Kirche und der Theologie gelehrten Wahrheiten hat und nicht auf Gefühle. Wahrheiten wie diese erzeugen eine sehr gute, ernsthafte und gediegene Andacht zur Muttergottes. So erbaut man eine wahre Andacht zu Maria, und untermauert ein echtes geistliches Lebens.