Mittwoch, 22. Januar 2020

Zitate von Plinio Correa de Oliveira




Angesichts von Äußerungen der Italienischen Kommunistischen Partei zu ihren freundlichen Beziehungen zur Katholischen Kirche im Juni 1984, die vom Vatikan nicht entsprechend widersprochen wurden.




KAMPF, IST DER VORABEND DES TAGES DER GLORIE




In diesem Tale der Tränen ist Freude der Vorabend des Tages, an dem wir in den Kampf ziehen, und der Kampf ist der Vorabend des Tages der Herrlichkeit, der Glorie.





Die Sorglosigkeit löst keine Probleme noch schafft sie sie ab, im Gegenteil, sie wird sie meistens noch ernsthaft verschlimmern, denn sie ist die große Einschläferin der Wächter.










Freitag, 10. Januar 2020

Plinio Corrêa de Oliveira: „Mein öffentliches Leben“ - I


Wie bildete ich meine Mentalität
A) Temperament und Gedankenbildung; die familiäre Umgebung
1.- Mit zwanzig Jahren war meine ultramontane Mentalität vollständig gebildet
Als ich der Marianischen Kongregation der Pfarrei Santa Cecília beitrat (1928) und begann, an der katholischen Bewegung teilzunehmen, kann ich sagen, dass ich bereits ein Ultramontane (*) war und fast mein ganzes Gedankengut, was ich heute habe (1954), hatte ich in radice schon damals. Was die damalige Welt betrifft, kann ich sagen, dass ich mit 20 Jahren schon alles gesehen, gezählt, gemessen und gewogen hatte. Seitdem gab es eine Fülle von Verdeutlichungen bezüglich der aufeinander folgenden Fakten der Weltgeschichte, doch nichts mehr als Verdeutlichungen.
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(*) Ultramontan war die Bezeichnung, die im 19. Jahrhundert der Strömung französischer Katholiken gegeben wurde, die das Päpstliche Primat verteidigten und militant gegen den liberalen Katholizismus vorgingen. Da Rom jenseits der Alpen lag, hieß es damals, es handele sich um Ultra-Montane (jenseits der Berge). Der Begriff wurde später auf andere Nationen ausgedehnt, immer um antiliberale Katholiken zu bezeichnen.
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Welche waren diese meine Gedanken?
Ich war ein überzeugter Anhänger einer radikalen Katholizität und der Überzeugung, dass ein Halbkatholizismus absolut nichts bringen würde.
Ich war auch überzeugt, dass man nur katholisch ist, wenn man dem Papsttum absolut treu ist, und dass in dieser absoluten Treue zum Papsttum die Substanz des Katholizismus liegt.
Auch war ich tief davon überzeugt, dass die Kirche die eigentliche Säule der Welt, der weltlichen Ordnung, der bürgerlichen Ordnung und der moralischen Ordnung ist. Und dass deshalb nur aus der Kirche und aus der Doktrin der Kirche, ihren Geboten und ihren Lehren eine wirksame Lösung der Krise der Welt hervorgehen kann.
Ich war auch davon überzeugt, dass die gesamte politisch-soziale Organisation, die sich aus dem Protestantismus und alles was sich in der Folge daraus ergab, bis hin zum Kommunismus, die Zerstörung der Zivilisation bedeutete.
Überzeugt auch, dass wir uns weit fortgeschritten in diesem Phänomen des Verfalls befanden, und dass eine große Krise ausbrechen würde, die das Ende der modernen Zivilisation bedeuten würde.
Vor allem war ich von der Wichtigkeit der Verehrung Unserer Lieben Frau überzeugt, obwohl ich die Abhandlung der wahren Andacht zur Heiligen Jungfrau vom hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort noch nicht kannte, die mir den endgültigen Ausdruck des Themas der Verehrung Unserer Lieben Frau gab. Aber ich verstand sehr gut, dass die Verehrung Unserer Lieben Frau die herausragende Seite der katholischen Lehre in Fragen der Frömmigkeit und meines geistlichen Lebens war.
Schließlich – und hier ist eigentlich das charakteristische Merkmal der Denkweise, die ich, Gott sei Dank, schon damals erworben hatte – hatte ich eine sehr lebendige Vorstellung vom Unterschied zwischen Gut und Böse, vom Kampf des Guten gegen das Böse in der Geschichte, obwohl ich den Einfluss des Satanismus in diesem Kampf zu dieser Zeit nur dürftig kannte. Ich hatte nur eine gewisse intuitive Vorstellung von der Rolle des Satanismus in diesem Kampf.
Wie sind diese Ideen in mir entstanden? Wie kann man erklären, dass ein Brasilianer, der 1908 in einer Stadt wie São Paulo geboren wurde und vollständig in der brasilianischen Umwelt lebte, sie bereits schon im Alter von 20 Jahren diese Mentalität erworben hatte?
Für einen Nicht-Brasilianer, insbesondere den Europäer, haben diese Fragen meiner Meinung nach eine interessante Seite, um ihnen zu helfen, die eigentümliche Art und Weise zu verstehen, wie die Ideen im Kopf eines Brasilianers entstehen.
Dies wird auch zum Verständnis beitragen, was man von einem Land wie Brasilien mit seinem Ultramontanen Potenzial erwarten kann.
2. Meine Ideen entstanden nicht aus Büchern, sondern aus der Beobachtung der Realität.
Alle diese Ideen bildeten sich in meinem Kopf, nicht eigentlich indem ich die Doktrin in einem Buch las und auf die Tatsachen anwendete, sondern dass ich eher aus einer instinktiven Haltung gegenüber den Tatsachen und sozusagen die in den Tatsachen enthaltene Lehre erriet.
Daher stammte dieses Wissen nicht aus Ableitungen, Folgerungen, sondern aus einer ersten Intuition, die bereits alles enthielt, was ich später erläutern würde.
Es war also kein deduktiver Prozess, sondern ein intuitiver Prozess, bei dem man auf den ersten Blick alles sieht und das dann wie ein Baum aus dem Samen heraus aufwuchs. Aber auf den ersten Blick war schon alles enthalten. So funktioniert ein brasilianischer Kopf.
Das bedeutete für mich natürlich keine Verachtung für das Buch. Aber ich hielt es für einen bloßen Fehler, Kultur als bloßes Ergebnis der Anzahl der gelesenen Bücher zu betrachten. Das Lesen ist nützlich weniger dank der Quantität als der Qualität der gelesenen Bücher, insbesondere auf die Qualität des Lesers und die Art und Weise, wie man liest.
Ich bin der Meinung, dass eine sehr gut belesene, gut gebildete Person, die über viele Fakten oder Vorstellungen von wissenschaftlichem, historischem oder künstlerischem Interesse informiert ist, weitaus weniger gebildet sein kann als eine Person, dessen Informationsvermögen geringer ist.
Der Unterricht stärkt den Geist nur dann in ausreichendem Maße, wenn ihm eine tiefgreifende Assimilation folgt, die sich aus sorgfältigem Nachdenken (Reflexion) ergibt. Deshalb sind diejenigen, die wenig lesen, aber viel assimilieren, gebildeter als diejenigen, die viel gelesen aber wenig assimiliert haben.
Reflexion (Nachdenken, Betrachten) ist das erste Mittel dieser positiven Handlung. Der Kulturmensch soll mehr als eine lebendige Ansammlung von Fakten und Daten, Namen und Texten sein. Er muss ein Denker sein. Und für den Denker ist das Hauptbuch die Realität, die er vor Augen hat, der am häufigsten konsultierte Autor ist er selbst, und die anderen Autoren und Bücher sind wertvolle, aber ausgesprochen untergeordnete Elemente.
Doch bloßes Nachdenken reicht nicht aus. Der Mensch ist kein reiner Geist. Die kulturelle Anstrengung ist nur dann vollständig, wenn der Mensch sein ganzes Wesen mit den Werten tränkt, die seine Intelligenz erwogen hat.
3. Mein angeborenes Temperament, ruhig und liebevoll
Aus natürlicher Veranlagung bin ich von Geburt an sehr liebevoll, sehr geneigt, Menschen zu mögen. In meiner kindischen Einfalt meinte ich, dass alle Menschen sehr gut sind. Mir wurde schnell klar, dass dies eine Täuschung war.
Mein ursprüngliches Ziel war es, ein herzliches Leben mit anderen zu führen. Zu Hause, mit meinen Cousins, mit meinen Verwandten, habe ich mich bestens verstanden.
Ich habe nicht die Absicht, hier mein Geständnis abzulegen, geschweige denn in Eigenlob verfallen. Aber vielleicht doch eine Indiskretion machen. Nach allem, was hier gesagt wurde, sollte der Hintergrund der Erzählung mit der Beschreibung meines Temperaments beginnen. Wohlgemerkt: ich spreche zunächst nicht von Ideen, sondern von Temperament, was bereits ein sehr brasilianisches Merkmal ist.
Mein Temperament würde ich von Haus aus als sehr ruhig einstufen, fast träge; sehr ausgeglichen, ausgeglichen bis zum Unglaublichen und Unfassbaren; aber zugleich sehr hart in einer Sache: auf alles, was mir passt, lege ich mein ganzes Gewicht.
Auf der anderen Seite ist es ein Temperament, das sehr zur Trägheit neigt, zu einer Abscheu von Kampf, Zank und ähnliches. Aber auch ein Temperament, das für einen in Erbsünde empfangenen Menschen und mit allen damit verbundenen Vorbehalten, grundsätzlich gemäßigt war.
Schließlich hatte ich von klein an, eine sehr logische Denkweise, ich mochte sehr die Logik.
wird fortgesetzt

Übersetzt aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google Übersetzer in „Minha vida pública – relatos autbiográficos de Plinio Corrêa de Oliveira“ („Mein öffentliches Leben - autobiographische Berichte von Plinio Corrêa de Oliveira“), Herausgeber Instituo Plinio Corrêa de Oliveira, São Paulo, Brasilien, 2015, Verlag Artpress.
© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.


Jesus Christus wollte aus königlichem Geschlecht geboren werden



Aus der Ansprache Papst Leos XIII. an das Patriziat und den römischen Adel vom 24. Januar 1903:


„Jesus Christus wollte Sein privates Leben in der Verborgenheit eines bescheidenen Heimes verbringen und als Sohn eines Handwerkers bekannt sein. In Seinem öffentlichen Leben jedoch gefiel es Ihm, unter dem Volk zu leben und ihm in jeder Form Gutes zu tun. Trotzdem wollte Er aus königlichem Geschlecht geboren werden, wählte als Mutter Maria und Josef als seinen Pflegevater, beide erwählte Kinder aus dem Stamme Davids. Gestern, am Feste ihrer Verlöbnis, konnten wir mit der Kirche die schöne Worte wiederholen: ,Regali ex progenie Maria exorta refulget‘ [Maria offenbart sich uns strahlend, geboren aus königlichem Geschlecht]“. [1]

[1] Leonis XIII Pontificis Maximii Acta, Ex Typographia Vaticana,Romae,1903, Band. XXII, S. 368

Quelle: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom“ von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente IV, N. 4, S. 330.


Sonntag, 5. Januar 2020

Maria empfängt die Hl. Drei Könige im Stall zu Bethlehem



Plinio Corrêa de Oliveira
Mir wurde hier ein Text vorgelegt mit Bitte ihn zu kommentieren. Es handelt sich um einen Auszug von „Die mystische Stadt Gottes – ein Wunder seiner Allmacht, ein Abgrund seiner Gnaden – göttliche Geschichte und Leben der Mutter Gottes, unsere Königin und Frau: die heiligste Maria, … und Mittlerin der Gnade“, so der spanische Originaltitel. Nun kommt noch der Untertitel: „In diesen letzten Jahrhunderten von derselben Jungfrau geoffenbart ihrer Sklavin Sr. Maria von Jesus, Äbtissin des Klosters der Unbefleckten Empfängnis zu Agreda, vom Orden des hl. Franziskus“.
„Das göttliche Kind auf den Armen, erwartete die heiligste Mutter die frommen Könige. Unaussprechlich waren ihre Sittsamkeit und Anmut. Bei all ihrer Demut und Armut strahlte sie eine mehr als menschliche Majestät aus und ihr Antlitz leuchtete. Das göttliche Kind verbreitete einen solchen Lichtglanz, dass die ganze Höhle in einen Himmel umgewandelt wurde.
Als die morgenländischen Könige eintraten, waren sie beim ersten Anblick des Kindes und der Mutter eine geraume Zeit hindurch von Bewunderung hingerissen. Sie warfen sich zur Erde nieder und beteten in dieser Haltung das Kind mit Ehrfurcht an, indem sie es als wahren Gott und wahren Menschen und als den Erlöser des Menschengeschlechtes anerkannten. Durch den Anblick und die Gegenwart des süßen Jesuskindes wurden sie aufs Neue innerlich erleuchtet.“
Das Treffen ist sehr schön. Sie kommen in die Höhle und sie merkten, dass Unsere Liebe Frau sie erwartete. Die erste Reaktion ist so überwältigend, dass sie erstarren. Nachdem sie sich von der Überraschung erholt haben, fallen sie vor der Süße und Majestät des Jesuskindes und Marias auf die Knie und beugen sich zu Boden, um ihre Anbetung auszudrücken. Nachdem sie ihre Anbetung vollzogen haben, spüren sie, beim betrachten des Antlitzes des Jesuskindes, innere Bewegungen der Gnade. Und sie erkannten dann, dass es das Gotteskind war, der Erlöser der Menschheit.
„Sie schauten die Menge der himmlischen Geister, die als Diener des Königs der Könige, des Herrn der Herren mit Ehrfurcht und Zittern zugegen waren.“
Sie haben sicherlich eine unzählige Menge von Engeln wahrgenommen, die um die Krippe versammelt waren.
„Dann richteten sie sich auf und brachten Maria ihre Glückwünsche dar, dass sie die Mutter des Sohnes des ewigen Vaters geworden sei. Sie bezeigten ihr auch ihre Ehrfurcht, indem sie die Knie beugten.
Auch wollten sie ihr die Hand küssen, wie dis in ihrem Reiche Königinnen gegenüber Sitte war, aber die weiseste Herrin zog ihre Hand zurück und bot ihnen die des Erlösers der Welt an mit den Worten: ‚Mein Geist frohlocket in dem Herrn, und meine Seele lobpreist ihn, weil er unter allen Nationen euch auserwählt und berufen hat, mit euren Augen den zu sehen, den viele Könige und Propheten vergebens zu sehen verlangten, den menschgewordenen, ewigen Sohn Gottes. Lasset uns seinen Namen loben und preisen wegen der geheimnisvollen Erbarmungen, die er seinem Volk erwiesen hat. Lasset uns die Erde küssen, die er durch seine königliche Gegenwart geheiligt hat!‘“
Dies waren die Worte Marias an die Könige. Die Erklärung ist sehr schön und endet mit der Aufforderung die Erde zu küssen, da nun einmal das Jesuskind zur Erde gekommen ist, verwandelte sich diese in einen heiligen Altar. Und deshalb dürfen die Menschen die Erde (den Boden) küssen, wie man einen Altar küsst, gerade wegen der Gegenwart Unseres Herrn Jesus Christus. Es reicht, das Er hier ist, damit alles geweiht und geheiligt ist.
In einigen katholisch-orientalischen Riten, zum Beispiel bei den Kopten in Abissinien, gibt es den Brauch, wenn man eine Kirche betritt, kniet man zunächst nieder und küsst den heiligen Boden der Kirche zum Zeichen der Verehrung dieses heiligen Ortes, wo Gott gegenwärtig ist.
Die Weisen küssen den Boden, küssen die Erde, weil es der Boden der Höhle ist, auf dem unser Herr Jesus Christus geboren wurde. Indem die Muttergottes das Jesuskind auf ihrem Schoß hält und sie mit ihren Füssen die Erde berührt, wird die ganze Erde geheiligt. Dies ist wegen des sakralen Charakters alles Heiligen. Und dieses Gefühl des Sakralen ist das Verstehen, wie alle Dinge durch die Wirkung der Religion, durch den Kontakt mit der Religion geheiligt werden. Wir müssen uns im Geist der Verehrung, gegenüber allem verhalten, was mit der Religion nah oder fern, oder mit Gott in Verbindung steht, weil sie dadurch geheiligt sind.
„Auf diese Worte der heiligsten Jungfrau warfen sich die Könige nochmals nieder, beteten das Jesuskind an und dankten für die große Wohltat, dass ihnen die Sonne der Gerechtigkeit so frühzeitig erschienen war, um ihre Finsternis zu erleuchten. Darauf sprechen sie mit dem heiligen Joseph und priesen ihn glücklich, dass er der Bräutigam der Muttergottes sei.“
Wir merken hier den Sinn für Hierarchie. In dieser Familie ergab sich eine umgekehrte Hierarchie: der heilige Joseph, der am wenigsten von allen war, war das Oberhaupt der Familie; Unsere Liebe Frau, die mehr war, als er, war ihm untertan; und das Jesuskind, dass das Höchste war, war beiden unterworfen. Nun, die Weisen schauen zuerst auf das Jesuskind und Unsere Liebe Frau, die sie auf den ersten Blick erkennen und verehren beide zugleich. Dann erst richten sie sich an den hl. Joseph und preisen ihn glücklich, dass er der Bräutigam der Mutter des Sohnes Gottes sei.
„Sie waren voll Staunen und zugleich voll Mitleid wegen der großen Armut, in der die größten Geheimnisse des Himmels verborgen waren. Nachdem sie drei Stunden zugebracht…“ – wie viel mehr hat sich dort zugetragen, als was hier beschrieben wird – „Nachdem sie drei Stunden zugebracht, baten sie die heiligste Jungfrau um Erlaubnis, sich in der Stadt ein Obdach zu suchen“, da in der Höhle kein Platz zum verweilen war. Doch bevor bitten sie der heiligsten Jungfrau, der Königin, um Erlaubnis zu gehen.
Die Könige „hatten einiges Gefolge; allein das Licht und die Gnade waren nur in den Königen wirksam. Die anderen hatten nur Acht auf das Äußere, sahen den geringen armen Stand der Mutter und ihres Bräutigams, und obwohl sie etwas verwundert waren über dieses ungewöhnliche Schauspiel, erkannten sie doch das Geheimnis nicht.“
Die Könige verabschiedeten sich und gingen fort. „Als Maria und Joseph mit dem Kinde wieder allein waren, priesen sie den Herrn mit neuen Lobgesängen, weil nun zum ersten Male sein Name von den Heiden erkannt und angebetet worden war.“
Wir können uns die Schönheit der Szene vorstellen: Die Könige gehen von der Höhle, und als sie schon etwas weiter entfernt sind, erheben sich die reinen und harmonischen Stimmen Unserer Lieben Frau und des Heiligen Joseph und singen, um Gott zu danken, für diese erste Verherrlichung des Jesuskindes. Die Könige kamen aus dem Morgenland und beteten das Kind an. Die ganze Menschheit, vertreten durch diese Könige, fiel vor dem Kinde nieder. Also eine große Freude und ein großer Gesang der Engel.
Der Gesang gehört zu den Bräuchen des Ostens. Anlässlich des Besuchs Marias bei der hl. Elisabeth, haben beide sich begrüßt mit einem Gesang. Elisabeth sang zu Unserer Lieben Frau und diese erwiderte mit dem Lied des Magnificat. Es war also ganz natürlich, dass Maria und der Joseph eine schöne Hymne komponierten; und wir könnten uns sogar diesen Gesang vorstellen, das heißt die zwei Stimmklänge, wenn sie sich abwechseln; wenn es nicht ein den Umständen angemessener alttestamentlicher Psalm war, der für den Moment gewählt wurde. Aber was für eine unbeschreibliche Sache und wie die Engel, die sie sahen, von der Szene absolut begeistert waren. Vor allem das Jesuskind dort zu sehen, das Gegenstand des Dankes und der Anbetung war.
„Am anderen Tage kehrten die Könige früh morgens zur Grotte zurück, um dem König des Himmels ihre Geschenke anzubieten. Zur Erde niedergeworfen beteten sie den Sohn Gottes mit tiefster Demut an. Sie öffneten, wie das Evangelium sagt, ihre Schätze und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen dar. Sie legten auch der Mutter mancherlei Fragen vor über die Geheimnisse des Glaubens, über den Zustand ihres Gewissens und über die Regierung ihrer Staaten.“
Welche Schönheit dieser Szene: sie befragen Maria über die Regierung ihrer Staaten, und die Königin der Könige, die Sie anleitet: Machen Sie es so oder so. Die Königin der Seelen, erleuchtet diese Seelen, dann unterwies sie sie als Königin der Könige, im regieren ihrer Staaten.
„Sie wollten nicht zurückkehren, ohne vollständig über alles unterrichtet zu sein, was zu einem heiligen Leben gehört. Maria hörte sie mit Wohlwollen an. Während sie zu ihr redeten, beriet sie sich innerlich mit dem göttlichen Kind über die Antworten und Belehrungen, die sie diesen neuen Söhnen seines heiligen Gesetzes geben sollte.“
Das heißt, sie betete, sie sprach innerlich mit dem Jesuskind. Man stelle sich also das Jesuskind vor, in der Krippe liegend, wie ein Kind, das sich der Außenwelt nicht bewusst ist. Es war Gott, und doch wie ein Kind, das sich der Außenwelt nicht bewusst ist. Unsere Liebe Frau sprach mystisch mit ihm, sie fragte ihn, was sie antworten sollte, und er sprach mit ihr. Und er, der anscheinend unintelligent und stimmlos war, wusste und sprach innerlich mit ihr. Man kann sich die Erhabenheit dieses Gesprächs vorstellen. Dann geht es weiter:
„Als Organ der göttlichen Weisheit antwortete sie dann auf alle vorgelegten Zweifel, und ihre Antworten waren so weise, so belehrend und heiligend, dass die Könige, von Bewunderung der Weisheit und Güte der Himmelskönigin hingerissen, sich nicht von ihr trennen konnten. Darum musste ein Engel des Herrn ihnen ankündigen, es sei der Wille Gottes und unumgänglich notwendig, dass sie in ihre Heimat zurückkehrten.“
Merkwürdig ist folgendes: Unsere Liebe Frau hat es nicht gesagt. Sie war Königin, sie hätte sagen können, meine Lieben, jetzt ist es Zeit zurückzugehen; meine Kinder, kehrt in eure Heimat zurück. Aber ihre Feinfühligkeit war so groß, dass sie einen Engel sandte, um die Könige aufzufordern eilends zu gehen. Hier sehen wir die äußerste Höflichkeit und Zartheit der Seele und die Haltung Unserer Lieben Frau.
„Es ist nicht zu verwundern, dass die heiligen Könige so erstaunt waren; denn bei den Worten Mariens wurden sie vom Heiligen Geist erleuchtet und nicht nur über das, worüber sie fragten, sondern auch über viele andere Dinge mit himmlischen Lichte erfüllt.“
„Nach der Abreise der Könige brachten die Himmelskönigin und Joseph dem Allerhöchsten neue Loblieder für seine Wunderwerke dar. Sie verglichen sie mit der Heiligen Schrift und mit den Weissagungen der Patriarchen und sahen, wie alles an dem Jesuskinde in Erfüllung ging. Die weiseste Mutter, die in diese erhabenen Geheimnisse tief eindrang, bewahrte und erwog sie alle in ihrem Herzen. Die heiligen Engel, die bei diesen Geheimnissen zugegen waren, wünschten ihrer Königin Glück, dass ihr Sohn von den Menschen erkannt und angebetet wurde. Sie priesen ihn durch neue Loblieder wegen der Erbarmungen, die er den Menschen erzeigte.“
Und damit ist es zu Ende. Es macht einen ein wenig traurig, von diesen großen Dingen wegzukommen und an die alltäglichen Dinge dieser Ära der Revolution zu denken, in der wir uns befinden.

Übersetzung aus dem Portugiesischen der Abschrift eines Vortrages von Plinio Corrêa de Oliveira am 12. Januar 1967.
Der deutsche Text von Sr. Mari von Agreda ist entnommen aus: Maria von Agreda, „Leben der Jungfrau und Gottesmutter Maria”, Verlag Albertus-Magnus-Verein, Gosheim/Wttbg, 1981, 2. Band, S. 404ff
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Montag, 23. Dezember 2019

Der letzte Weihnachtsgruß

Die Anbetung der Könige – Stephan Lochner (16. Jhd.), im Kölner Dom


Jedes Jahr erregte eine Erwartung viele Menschen, die gewohnheitsmäßig Weihnachtskarten an Dr. Plinio schickten. Sie bestand darin, dass sie einige Zeit später eine von ihm unterzeichneter Antwortkarte erhielten, mit einer Weihnachtsbotschaft, die die Seelen mit Freude und Hoffnung erfüllte.
Zu Weihnachten 1994, dem letzten, das er auf dieser Erde feierte - 1995 feierte er es im Himmel mit Unserem Herrn, seiner reinsten Mutter und den Engeln und Heiligen -, nach einer Einführung zum Thema, bezieht er sich auf das bevorstehende dritte Jahrtausend und kommentierte er den „feierlichen und erhabenen Tag, an dem ein Jahr, ein Jahrhundert und ein Jahrtausend gleichzeitig enden werden“ und fügte folgende Worte hinzu:
„Natürlich werden die Menschen in diesem Moment zusammenfassend Erinnerungen an die Welt vor tausend Jahren wachrufen, sie mit der heutigen vergleichen und sich fragen, wie sie morgen aussehen wird… im Jahr 2100… im Jahr 3000!
Es wird unmöglich sein, so viele Ereignisse, so viele Aufstiege, so viele Dekadenzen, so viele Hoffnungen und so viele Befürchtungen, die eine solche Gesamtbetrachtung hervorruft, genau zu erfassen.
Für einen gläubigen Menschen werden die Leitlinien der Geschichte nach einem klaren und leuchtenden Kriterium gezogen: Was wurde im Laufe dieses Jahrtausends, dieses Jahrhunderts, dieses Jahres aus der katholischen Kirche und der christlichen Zivilisation? Was wird aus der einen und anderen in der Zukunft?
Auf der zeitlichen Ebene werden nacheinander ähnliche Fragen gestellt: Was wurde aus Brasilien in dieser Jahrtausendhälfte, die eröffnet wurde als die Schiffe des Ordens Christi unter der Führung von Pedro Álvares Cabral hier ankamen? Aus unserem großen und lieben Brasilien, das heute von einer dunstigen Mischung aus Chaos und Verwirrung, Fortschritt und Mangel umgeben ist?
Ob am erhabenen Heiligabend oder in der Nacht des Silvesters, beladen von Besorgnis und Hoffnung, lasst uns all unsere Sehnsüchte und Wünsche zu Füßen des göttlichen Kindes legen, das mit Barmherzigkeit unter den verzückten Blicken von Maria und Joseph uns zulächelt. Und bitten wir ihn, das die kommenden Tage, durch die Gnade Gottes, verwandelnde Erneuerungen erleben, und so die allgemeine Moral, die sich heute in einem katastrophalen Verfall befindet, sich wieder aufrichte durch den sanften und siegreichen Hauch des Glaubens.
Dass die Heilige Kirche sich von der dramatischen Krise, in der sie sich in diesen Tagen der Verwirrung und Qual befindet, befreie und von allen Völkern als die einzig wahre Kirche des einen wahren Gottes, als Eingeberin und Mutter alles geistigen und zeitlichen Guten anerkannt werde. Und indem jeder Mensch ihr sein Herz öffnet, sie alle Personen, Familien, Institutionen und Nationen wie eine strahlende Sonne erleuchte.
Dies sind die Wünsche, die ich an der Schwelle dieses Jahres hege und die ich an alle, die mir lieb sind und ihren Familien, herzliche weitergebe.
Durch die siegreiche Fürbitte Marias werden unsere Gebete erhört.
Plinio Corrêa de Oliveira

Übersetzt aus „Catolicismo“ Nr. 600, Dezember 2000, S. 2
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Weihnachtsbotschaft 1980


Die Sorgen und Freuden Unserer Lieben Frau und des Heiligen Josef bei der Geburt des Jesuskindes:
So sollten wir sein

Zu Heiligabend möchte ich Ihnen einige entsprechende Worte sagen.
Wir werden in ein neues Jahr eingehen in einer Situation, dass wir heute eine Weihnachtsfeier planen, aber in der Tat nicht wissen, unter welchen Bedingungen diese Feier stattfinden wird. Wir werden Heiligabend in Ungewissheit, Unsicherheit und Prüfung durchgehen.
Jemand könnte sagen, aber wird dies eine Weihnachtsnacht sein? Besteht Heiligabend nicht nur aus Freuden, Trost und Zufriedenheit? Wie lässt sich eine Spur von Traurigkeit und Besorgnis mit der heutigen Nacht vereinbaren?
Unsere Liebe Frau und der Heilige Josef hatten am Heiligabend im Stall von Bethlehem Freuden, die keine Seele ausdrücken kann. Vor allem natürlich die Mutter Gottes. Es ist jedoch auch wahr, dass sie viel Bedrängnis durchgemacht hatten. Sie hatten eine Unterkunft an einem Ort gesucht, an dem zumindest relativ würdig das Jesuskind geboren werden konnte. Und der heilige Josef sah sich im Zustand der Demütigung da seine Frau, ein Kind in einem Stall gebären musste, und in einer Krippe legen, aus der die Tiere fressen. Für solch ein fabelhaftes Wunder, hätte es keine demütigeren Bedingungen für eine Geburt geben können. Wir können uns den Kummer Josefs und Marias vorstellen, dass sie nichts mehr als das dem Jesuskind darbringen konnten.
Und so sehen wir, dass sie an Heiligabend unergründliche und endlose Freuden hatten, aber auch ihre Schmerzen trugen.
Das Jesuskind war das Jesuskind. Es ging über alles das hinweg. Es wusste genau, dass dies den höchsten Fügungen der Heiligen Dreifaltigkeit entsprachen. Er, der das fleischgewordene Wort war, wusste es genau. Aber der hl. Josef und die Mutter Gottes wussten es vielleicht nicht, sie zweifelten vielleicht daran, was der Grund für diese Situation war, und ob sie nicht eine gewisse Schuld daran hatten. Und wahrscheinlich bat der hl. Josef, der für den Unterhalt der Heiligen Familie verantwortlich war, unseren Herrn um Vergebung für das, wofür er keine Schuld hatte, für den Stall, in dem der Sohn Gottes auf die Erde kam.
Aber die Freuden waren so überwältigend, dass wir die Traurigkeit, die sie hatten, völlig vergessen.
So sollten wir es am Heiligabend mit uns machen. Wir haben unsere Sorgen, wir sehen den Zustand der Kirche, wir sehen den Zustand der Christenheit, wir sehen, wie viel wir vor uns haben und wie wenige wir sind, um das zu erreichen, was wir wollen. Wir können uns vorstellen, dass wir mit einem Turm verglichen werden können, auf dem die Standarte der TFP gehisst ist, und wir sagen: für eine so große Standarte, wie klein ist dieser Turm. Es ist wahr. Aber Unsere Liebe Frau wollte diese Standarte in unsere Seele befestigen und wir entfalten sie vor den Augen der ganzen Welt.
Das freut uns. Und die Tatsache, dass Unsere Liebe Frau uns dazu bestimmt hat, macht uns viel mehr Freude als die Traurigkeit, nicht das zu tun, was wir eigentlich sollten.
Zu Füßen des neugeborenen Jesuskindes müssen wir für unsere Berufung danken. Diese Berufung ist ja nur möglich, weil Er Mensch geworden ist und wegen der kostbaren Erlösung, die er für uns erlangt hat. Wir sollten uns bei Unserer Lieben Frau, der universalen Mittlerin, Mutter des fleischgewordenen Wortes, und beim hl. Josef bedanken.
Aber wir müssen die Muttergottes, den hl. Josef und das Jesuskind, um diese Seelenfreude bitten, die allen Sorgen widersteht, die sich in der Freude, in der Perspektive des Kampfes, in der Perspektive des Heldentums, sogar in der Perspektive des Opfers bestätigt. Gewiss gibt uns die Berufung die Gewissheit des Versprechens von Fatima: Es wird geschehen, aber, sagt Unsere Liebe Frau, am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.
Der Tag des Sieges Unserer Lieben Frau in der Welt wird für uns ein Tag sein, wie einst der Weihnachtstag und der Tag der Auferstehung war. Ich wünsche, dass Unsere Liebe Frau Ihnen heute Abend all diese Freuden und Gnaden schenke, zumindest in einem Zustand der Voraussicht. Und möge sie Sie reichlich begünstigen, damit Sie nach Weihnachten immer mehr ihrer und immer mehr dem Jesuskind seid. Und auf diese Weise immer mehr der Kirche angehören.
Allen, meine Lieben, meine besten Empfehlungen.

Übersetzung aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.

Freitag, 20. Dezember 2019

LUX FULGEBIT HODIE SUPER NOS



Ein Licht strahlt heute über uns
Plinio Corrêa de Oliveira (zugeschrieben)

„Lux in tenebris lucet“ (Das Licht leuchtet in der Finsternis): Mit diesen Worten (Jo 1,5) verkündete der geliebte Jünger für seine Zeit und die kommenden Jahrhunderte das große Ereignis, das wir diesen Monat feiern. Zweifellos eine synthetische Formel, die aber den unerschöpflich reichen Inhalt der großen Tatsache zum Ausdruck bringt: Überall herrschte Finsternis, und in der Dunkelheit dieser Finsternis erschien das Licht. Deshalb bekräftigt die Heilige Kirche mit diesen prophetischen Worten Jesajas ihre Freude an Heiligabend: „Das Licht strahlt heute über uns, weil der Herr uns geboren wurde. Sein Name ist Wunderbar, Gott, Friedensfürst, Vater der kommenden Zeiten, und sein Reich nimmt nie ein Ende“ (Is 9,2 und 6, Introitus der 2. Weihnachtsmesse).
Fragment des byzantinischen Mosaiks der Geburt Christi
in Martorana-Kirche - Palermo, Sizilien.

Was ist der Grund dieser Metaphern? Warum Licht? Warum Finsternis?
Die Kommentatoren sind sich einig, dass die Finsternis, die die Erde bedeckte, als der Erretter geboren wurde, der Götzendienst der Nichtjuden, die Skepsis der Philosophen, die Blindheit der Juden, die Härte der Reichen, die Rebellion und Müßiggang der Armen, die Grausamkeit der Herrscher, die Gier der Geschäftsleute, die Ungerechtigkeit der Gesetze, die fehlerhafte Gestaltung von Staat und Gesellschaft, die Unterwerfung der ganzen Welt unter die Übermacht Roms war. In der tiefsten Dunkelheit dieser Finsternis erschien Jesus Christus wie ein Licht.
Zu was ist das Licht da? Natürlich um die Finsternis zu vertreiben. Tatsächlich gab sie allmählich nach. Und in der Ordnung der sichtbaren Wirklichkeit bestand der Sieg des Lichts in der Errichtung der christlichen Zivilisation, die zur Zeit ihrer vollständigen Blüte, wenn auch mit den eigentümlichen Fehlern in allem was menschlich ist, das wahre Reich Christi auf Erden war.
Es ist hier nicht angebracht die Dämmerungsgeschichte des westlichen Christentums zu beschreiben. Es genügt daran zu erinnern, dass wir vom Jahrhundert des hl. Thomas und des hl. Ludwig bis hin in unser Zeitalter des Säkularismus und des militanten Atheismus geglitten sind. Die Reichen sind wieder hart, die Armen wenden sich zunehmend der Rebellion und dem Müßiggang zu, Grausamkeit hat erneut die Gesetze der Völker und der Beziehungen zwischen Nationen durchdrungen, die Gier der Geschäftsleute kennt keine Grenzen, die Gesetze sind zunehmend sozialistischer und folglich ungerechter, die Gestaltung der Gesellschaft und des Staates wird immer gebrechlicher. Unsere Beschreibung der Antike könnte leicht mit einfachen Namensänderungen auf die heutige Welt übertragen werden, zum Beispiel wenn man nicht von Rom spricht, sondern von Washington und Moskau. Dies ist die Finsternis. Und das Licht? Das Licht ist Jesus Christus, das Licht sind wir, denn “christianus alter Christus”. Was tun, um die Finsternis zu vertreiben? Wie es Jesus Christus getan hat, der das Licht schlechthin war. Aber konkret wie? Welche Methoden sind anzuwenden?
Vielleicht hat die Frage nach der Methode des Apostolats im Leben der Kirche selten so großes Interesse geweckt. Die drei in dieser Hinsicht skizzierten Hauptströme könnten wie folgt beschrieben werden:
I. – Alle Strömungen nehmen an, dass es drei wesentlichen Faktoren sind, die die Menschen in Irrtum und Sünde einbehalten: der Teufel mit seinen Versuchungen; die Welt mit ihren Verführungen; das Fleisch mit seinem Stachel.
II. – In welchem Verhältnis bewirken diese drei Faktoren den immensen Abfall der heutigen Welt? Hier entsteht die Teilung. Wir wollen nicht auf die verschiedenen theoretisch möglichen Positionen im betrachteten Problem hinweisen, die in einer Richtung extrem sind, die in einer anderen Richtung extrem sind und schließlich der gemäßigte Mittelweg. Wir wollen nur die zwei allgemeinsten Geistesstimmungen aufzeichnen und die verschiedenen Schattierungen, in denen sie sich präsentieren.
Engel in der Markuskirche von Venedig,
byzantinisches Mosaik
aus dem späten 11. Jahrhundert.
III - Wir haben zuallererst die Routineposition, die vor einigen Jahren noch am weitesten verbreitet war und darin besteht, das Problem nicht zu verstehen und nicht einmal zu berücksichtigen. Nur sehr wenigen fiel es ein, bei der Auswahl eines Tätigkeitsfeldes immensen Ausmaßes, die Interessen der gesamten Kirche im Voraus zu berücksichtigen, um im wichtigsten, vielleicht dem verlassensten Punkt Stellung zu beziehen, an dem die Arbeit am nützlichsten oder am dringendsten sein würde. Man handelte den Umständen entsprechend. Persönliche Beziehungen zogen zu dieser oder jener Arbeit oder Verein hin, und dort blieb man. Oder eine persönliche Neigung zu einer bestimmten Art von Aktivität, ein zufälliger Umstand, der diesen oder jenen Aspekt eines Problems sichtbar machte, war das bestimmende Motiv für die Wahl. Wie man sieht, hatte dieses System etwas Instinktives und Unüberlegtes, und dieses Gepräge übertrug sich von der Wahl des Aktionsbereichs auf die Methode. Man folgte einfach den bereits gesetzten Präzedenzfällen. Bei der Wahl der Zeiten, der Themen der Treffen, der Aktions- und Werbemethoden war alles so, als ob wir ein halbes Jahrhundert zurückversetzt wurden.
Dieses System - im Grunde genommen ist es etwas, das außer ein System, eine Denkweise und ein Stil ist – hatte so offensichtliche Nachteile, die es nicht notwendig sind, sie hier zu erwähnen. Die Gerechtigkeit verlangt, dass man einige Vorteile, die sie – meistens per Zufall – mit sich brachte, bespricht:
1) - Diese Routine war zutiefst rechtgläubig, und weil sie unschätzbare und beständige Werte mit sich brachte, die in irgendeiner Weise einen nicht zu verachtenden Inhalt von Spiritualität und Effektivität zusicherten;
2) - Die Vorsehung lenkt die Seelen nicht nur durch wissenschaftliche Argumentation, und die Spontaneität der Positionsbestimmung hat den Gnadenimpulsen freien Lauf gelassen, die manchmal bestimmten Personen durch außerordentliche Mittel den Weg weisen.
Wir glauben nicht, dass diese Vorteile theoretisch zur Routine gehören; aber wir behaupten, dass diese Routine im vorliegenden Fall zumindest – neben schwerwiegenden Nachteilen - diese Vorteile hatte oder hat.
IV - Neben den Routineanhängern gab und gibt es die leidenschaftlichen. Für sie präsentiert sich das Bild manchmal implizit, manchmal explizit sehr klar. Die Frage, welcher der drei Faktoren - Teufel, Welt oder Fleisch - in der heutigen Welt vorherrscht, ist größtenteils falsch und sinnlos, so wie ein Mann, der von einem Angreifer im Schwitzkasten gehalten wird, anstatt zu reagieren, sich fragt, ob der Unterarm, der Arm oder die Finger des Angreifers sind, von denen der stärkste Druck kommt. Tatsächlich neigt der Mann, der den Lüsten des Fleisches hingegeben ist, dazu, sich mit dem ganzen Gewicht seines Elends in die Freuden der Welt zu werfen; und seine voll mit Schlamm gefüllte Seele ist bereit, in die Handlung des Teufels einzugehen. Jeder dieser Faktoren öffnet das Feld für den anderen, anstatt sein Terrain zu bestreiten. Und dadurch, dass in einer Seele sich das Joch des Teufels etabliert hat, wird sie zur Sklavin der Welt und des Fleisches. Das könnte man einen Teufelskreis nennen.
Engel in der Markuskirche von Venedig,
byzantinisches Mosaik
aus dem späten 11. Jahrhundert.
Überdies sind Fleisch, Welt und Teufel nicht drei verschiedene Etappen, drei aufeinanderfolgende Abgründe. Die Kapitulation vor einem von ihnen, wie angehend sie auch sein mag, gibt den anderen sofort Nachdruck. Der Teufelskreis beginnt mit der ersten Niederlage, und bereits in Form eines Teufelskreises zeichnen sich die ersten Versuchungen ab. Zu wissen, mit welchem dieser drei Finger die Hölle zum ersten Mal an die Tür einer Seele geklopft hat, wer kann es sagen, vorausgesetzt, sie hat nicht alle drei benutzt! Und ansonsten ist es für die Methode der Glühenden unwichtig. Er ist der Ansicht, dass die Handlung des Teufels mit der Sünde in der Seele wächst und wiederum die Verwüstung der Sünde in der Seele verschlimmert. Aber was genau macht der Teufel? Den Impulsen der Unordnung, die die Erbsünde in uns gesetzt hat, geben eine Lebendigkeit, eine Energie, eine noch größere Niederträchtigkeit, um uns in eine Sphäre der Erniedrigung, Sinnlichkeit und Bosheit zu ziehen, die noch schlimmer ist als bloße menschliche Boshaftigkeit. Indem er versucht die Sünder auf diese Weise herunterzuziehen und den chaotischen und von sich aus anarchischen Energien der Verderbnis Zusammenhalt, Einheit und richtige Bewegung auf der ganzen Erde zu verleihen, blasend, stimulierend und führend, ist der Teufel das wahre Haupt des Reichs der Finsternis in der Welt.
Daher die Anzeichen, die heutzutage auf der Welt so häufig sind, dass sie sich auf einer niedrigeren Ebene befinden als die menschliche Natur: die fast vollständige Unfähigkeit, zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden; völlige Gleichgültigkeit zwischen Gut und Böse; Blindheit vor erstaunlichen Wundern wie denen von Lourdes; militanter Hass gegen die Kirche; der Götzendienst des Fleisches. Und vor allem eine so gewaltige Verhärtung im Bösen, wie es die Geschichte selten zuvor verzeichnet hat.
So gesehen ist klar, dass es darum geht, diesem Wirbel der entfesselten Elemente, in denen auch der Geist der Stürme weht, mit aller Kraft zu widerstehen. Scheinwerfer müssen so stark sein, dass sie die Augen der Blinden öffnen. So laut sprechen, dass die Gehörlosen es hören. Die Ausbrüche der Begierde, Weltlichkeit und Satanismus in all ihren Erscheinungsformen bekämpfen, selbst in den kleinsten, denn jedes Zugeständnis ist ein Same, aus dem nicht nur Bäume, sondern auch ganze Wälder entspringen werden.
V - Ganz anders ist die Position der “Optimisten”. Für sie ist der heutige Mensch nur ein ungezogener Junge, aber im Grunde Brav, der nur eine Schwierigkeit hat: Er ist gereizt. Sicherlich ist er etwas weit davon entfernt, alle Gebote zu befolgen. Der Fehler liegt jedoch nicht in erster Linie bei ihm, sondern bei denen, die ihn nicht verstehen konnten. Anstatt ihn mit Dogmen, Vorschriften und Strafen zu ärgern, hätte er mit dem weichen Honig des Kompromisses genährt und mit Biskuitkuchen und einem Lächeln verwöhnt werden sollen. Dies hat man nicht verstanden und da er gereizt und ziemlich schelmisch ist, siehe, er zertört Kirchen, entfesselt Kriege, vervielfacht Revolutionen. Natürlich kann man, solange zugegeben wird, dass nichts davon eine fundamentale Bosheit mit sich bringt, eine dauerhafte und tiefgreifende Handlung vom Teufel ausschließen. Es ist auch nicht zuzugeben, dass das Fleisch und die Welt in ihrer Macht über den großen Jungen so energisch sind. Das Böse, wiederholten wir, war, dass man ihn reizte. Die Heilung besteht darin, ihn zu besänftigen.
Konzessionen? Aber was soll man ihm gewähren? Natürlich nicht das Wesentliche, sondern das Zufällige. Was ist das Wesentliche? Was ist der Zufall? Hier beginnt das Problem aus den Rahmen der reinen Methodik zu springen.
Vor allem muss man die Dinge nicht klar sagen, weil “es reizen kann”. Keuschheit, ja. Aber spreche das Wort sehr leise aus; nur wenn es wesentlich, unentbehrlich ist; oder besser, verzichte lange auf den Gebrauch. Gehorsam gegenüber dem Lehramt der Kirche? Ja in der Tat. Aber spreche eigentlich nicht von Gehorsam und auch nicht von Lehramt: Wir könnten den großen Jungen irritieren. Besser vage vom Glauben sprechen. Sünde? Es ist kein passender Begriff: Sprich eher von Schwäche, Versagen, Ausrutscher. Und sei vorsichtig: rede lächelnd darüber. Hölle? Wofür? Wenn unser großer Junge erkennt, dass er dorthin kommen kann, wird er irgendwann einen schrecklichen Hass auf Gott empfinden. Zu diesem Thema gibt es im Evangelium einige Hinweise. Aber die Steuereintreiber haben das gehört, und es hat ihnen gut getan. Unser großer Junge hingegen ist emanzipiert und hat schon mehrere “Gewissensentscheidungen” getroffen. Er würde rebellieren. Lassen wir die Sache vorsichtshalber für später. All dies in Bezug auf die Art und Weise, wie die Lehre ausgedrückt wird. Was die Art der Anwendung betrifft, geht es noch weiter. In Sachen kurze Röcke, Badeanzüge und sexueller Promiskuität muss man nachgeben; ebenfalls muss man nachgeben zu unzüchtigen Tänzen, provozierenden Haltungen, unmoralischen Romanen und Filmen. Man muss dem Existenzialismus und jeder anderen ideologischen Mode nachgeben, die als eine vorübergehende Laune des großen Jungen in Erscheinung treten. Ansonsten kann ihn das alles schrecklich nerven. Von Konzession zu Konzession kommt man viel weiter. Ist es ziemlich sicher, dass das alles böse ist? Es gibt implizite Kapitulationen zu diesem Thema. Man behauptet, dass Verliebtsein keinen Schaden anrichtet, aber es wird nicht zwischen zeitmäßiger und anständiger Verliebtzeit im Hinblick auf einer Heirat und allen anderen Stilen des Verliebtseins unterschieden. Man sagt, dass kurze Röcke nicht schlimm sind, aber man vermeidet zu sagen, was “kurz” bedeutet. Man argumentiert, dass auch das Tragen von Badeanzügen nicht schlimm ist, aber es wird vermieden, sich daran zu erinnern, dass die überwiegende Mehrheit der Badeanzüge schlecht ist. Man sagt, dass das Tanzen an sich keine Sünde ist, aber es wird vermieden zu sagen, dass die meisten Tänze heute moralisch gefährlich sind. Eindeutige Wahrheiten, die zu Missverständnissen führen nur um den großen Jungen nicht zu reizen. Und manchmal geht es noch weiter. Unter der Hand wird zugegeben, dass sich die Kirche weiterentwickeln wird ... weil der große Junge sonst schreckliche Dinge tun kann! Aber er ist natürlich ein sehr guter Junge. Nicht er repräsentiert den Teufel, sondern die Ewiggestrigen, die Brummigen, die Reaktionäre, die dem verdammten Wahn der Logik, der Kohärenz, der klaren Ideen und der scharfen Positionen verfallen sind. Mit diesen muss man hartnäckig, kämpferisch und kompromisslos sein, sonst wird die Welt zu einem großen Kloster, in dem der große Junge nicht hineinpasst... das heißt, zu einer wahren Hölle!
Was lehrt uns über all dieses DER, der par excellence das Licht ist, das in der Dunkelheit scheint? Durch sein Beispiel und seine Worte lehrt uns Unser Herr vor allem, dass wir die Wahrheit niemals verschweigen dürfen, dass wir sie als Ganzes verkünden müssen, auch wenn unsere Zuhörer uns keinen Beifall spenden, selbst wenn sie uns deshalb steinigen oder kreuzigen wollen. Muss man sie mit drohenden Worten verkünden? Muss man sie mit einem Gesichtsausdruck der Nachsicht und Güte verkünden? Unser Herr tat beides nach der Geistesstimmung derer, an die er sich richtete; das gleiche werden wir tun. Weder werden wir auf brennende Apostrophe und den kontroversen Ton verzichten, noch auf Worte der Süße und des Antriebs. Und wir werden unseren Herrn bitten, uns die erforderliche Gabe der Unterscheidung der Geister zu geben, um beides zur richtigen Zeit zu tun. Es gab Heilige, die hauptsächlich das eine, und Heilige, die hauptsächlich das andere taten. Es gab keinen einzigen Heiligen, der nur Strenge oder nur Milde übte. Jeder handelte nach dem Wehen des Geistes, und deshalb wurden der eine und der andere von der Kirche heilig gesprochen. Jeder von uns handle nach dem Geist, den er hat, und bewerfe den anderen nicht mit Steinen, weil er es anders macht.
Mit einem Vorbehalt, der sehr wichtig ist: bei der Anwendung von Grundsätzen darf man niemals nachgeben. Lächeln oder Zurechtweisend, egal was passiert, man sage stets, dass das Böse böse und das Gute gut ist. Man übe nie im geringsten Nachsicht mit dem Bösen, auch nicht in den kleinsten und verschleiertsten Erscheinungen. Und unterlasse es nie, dass Gute in all seinen Aspekten zu ermutigen, zu fördern, zu predigen, schmerze es wem auch immer.
Denn, anders handeln, heißt, nicht arbeiten, um das Licht zu verbreiten, sondern es zu verschleiern, es auslöschen zu wollen.
Dies ist die Lektion, die DER uns überlassen hat, dessen Geburt wir diesen Monat kniend feiern. Lasst uns ihn bis zum Ende unseres Weges nachahmen, wenn wir auch von allen abgelehnt und verleumdet werden. Was ist schon Schlimmes daran, dass eines Tages auf unserem Grabstein steht „sui eum non receperunt“ -  er wurde von den Seinen nicht aufgenommen - (Joh 1,11) wenn wir damit DEM nachgeahmt haben, dessen Nachahmung unser einziges Ideal, unsere ganze Existenzbegründung ist?

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
Catolicismo Nº 36 – Dezembro de 1953 – Lux fulgebit hodie super nos
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