Eine antiegalitäre Betrachtung des Universums zeigt uns,
wie es wahrhaftig ein Königshof mit vielen unterschiedlichen Adeligen ist:
einige sind adeliger, weil sie mehr Adel in ihrem Wesen haben und andere sind
weniger adelig, weil sie weniger Adel in ihrem Wesen haben.
Jemand könnte mich bitten: „Aber geben Sie doch ein
Beispiel“. Und ich gebe ein leichtes Beispiel: Der Pfau und die Henne.
Es gibt
im Pfau einen offensichtlichen Adel: Im Rad, dass er aufschlägt, in der
wunderbaren Schönheit seiner Federn, auch im schillernden blaugrünen Farbton
seines Halses...

Nun, die Henne ist eine Misere durch das Fehlen von Adel.Lächerlich ist ihr Rennen, lächerlich ist ihr Gackern, sie rennt hysterisch;
die abscheulichen Würmer, die sie auf dem Boden findet, werden mit Fresssucht
geschluckt, ihre Freude ist die eines Vielfraßes.
Die Henne hat nur eine adelige Seite: es ist die
Mutterliebe, mit der sie, selbst unter Lebensgefahr, jedes ihrer Küchlein
verteidigt. Unter diesem Aspekt hat sich selbst der Erlöser mit der Henne
verglichen, als Er sagte: „Jerusalem, Jerusalem, das du die Propheten tötest
und die steinigst, die zu dir gesandt sind; wie oft wollte ich deine Kinder
sammeln, wie die Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, und ihr habt
nicht gewollt“ (Lk 13,34).
Es ist richtig, dass der Pfau und die Henne irrationale
Wesen sind. Deshalb besitzen sie keinen Adel im wirklichen Sinne des Wortes, im
bildlichen Sinne aber doch.
Aus CATOLICISMO, August 1995
Die deutsche Fassung erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com ohne Revision des Autors
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