Donnerstag, 16. Januar 2014

Das Heiligste Herz Jesu: Hoffnung in einer hoffnungslosen Welt



Wenn es eine Epoche gibt, derer Hoff­nung einzig und allein auf das Herz Jesu liegt, dann ist dies die unsere. Die durch die Menschen begangenen Übel lassen sich kaum überbieten. Um nur einige davon zu nennen, braucht man nur auf die Gotteslästerun­gen und die Zerstörung der Familie durch Abtreibung, Ehescheidung, Euthanasie, Por­nographie, Homoehe und so weiter hinzuwei­sen.
Papst Plus XI. sagte einmal, dass die heutige Welt derart moralisch verdorben ist, dass sie schnell in ein noch tieferes gei­stiges Elend abstürzen könnte als jenes, das in der Zeit der Geburt Unseres Herrn herrschte.
In Anbetracht der heutzutage unaufhörlich begangenen Sünden, taucht natürlich die Idee der göttlichen Bestrafung auf. Wenn wir diese sündhafte Welt ansehen, die unter der Last von Tausenden Krisen und Bedrängnissen leidet und nichtsdestotrotz reuelos ist. Wenn wir den furchtbaren Fortschritt des die ganze Welt umfassenden Neuheidentums ins Auge fas­sen und wenn wir, andererseits, die Unent­schlossenheit, die Blindheit und die Unei­nigkeit der sogenannten Guten sehen, erfüllt uns das selbstverständlich vor den düsteren katastrophalen Perspektiven, welche die heutige Generation bedrohen, mit großer Sorge.
Die Vorstellung, dass so viele Verbrechen keine Bestrafung verdienen, dass eine so breite Apostasie Ergebnis irgendwelches intellektuellen Irr­tums sei, entspringt eher einer liberalen Mentalität.
Die Wirklichkeit ist eine ganz andere, denn Gott verlässt Seine Geschöpfe nie. Ganz im Gegenteil. Er gibt ihnen die notwendigen Gnaden, damit sie den richtigen Weg ein­schlagen. Wenn sie einen anderen Weg neh­men, dann sind sie selbst schuld daran.
Dies ist das düstere Bild der heutigen Welt: einerseits haben wir eine sündhafte Zivili­sation, andererseits hebt der Schöpfer die göttliche Geißel und schwingt sie.
Gibt es nichts mehr für die Menschheit als Feuer und Schwefel? Weil wir im Anfang des neuen Millenniums sind, können wir auf eine Zukunft außer der Geißel hoffen, die durch die Heiligen Schriften für die Ver­stocktheit der letzten Tage vorausgesagt ist? Wenn Gott nur allein gemäß Seiner Gerechtigkeit handeln würde, dann gibt es keinen Zweifel, was uns erwartet.
Dennoch, da Gott nicht nur gerecht sondern auch barmherzig ist, sind die Tore der Erlösung für uns noch nicht geschlossen worden. Ein Volk, das in seiner Gottlosigkeit beharrt, hat jeden Grund, die Strenge Gottes zu erwarten. Jedoch will Er, der unendlich barmherzig ist, den Tod die­ser sündigen Generation nicht, sondern dass sie sich bekehre und am leben bleibe (Ezech18,23). Seine Gnade verfolgt also alle Menschen und lädt sie ein, ihre schlech­ten Wege zu verlassen und zur Herde des Guten Hirten zurückzukehren.
Wenn eine reuelose Menschheit jeden Grund hat, jede Katastrophe zu fürchten, hat eine reuige Menschheit jeden Grund, jede Gnade zu erwarten. Tatsächlich, damit die Barmherzigkeit Gottes auf den zerknirschten Sünder wirken kann, braucht seine Reue nicht den ganzen Weg gegangen sein. Selbst wenn er in den Tiefen der Grube sich befindet, wenn er sich aufrichtig und ernsthaft Gott zuwendet, wird er sofort Hilfe erfahren, denn Gott ignoriert auch den Sünder nie.
Der Heilige Geist sagt in der Heili­gen Schrift: „Vergisst eine Frau ihren Säugling, eine Mutter den Sohn ihres Schoßes? Mögen selbst diese vergessen, ich aber verges­se dich nicht“ (Is 49,15). Das heißt, sogar in solchen äußersten Fällen, wo eine Mutter aufgibt, Gott tut es nicht. Die Barmherzigkeit Gottes nützt dem Sünder, auch wenn die göttliche Gerechtigkeit ihn auf dem Weg zum Bösen erfasst. Der moder­ne Mensch darf diese zwei grundle­genden Konzepte der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit Gottes nicht aus dem Auge verlieren: Gerechtig­keit, damit wir nicht wagen anzuneh­men, dass wir uns ohne Verdienste retten können; Barmherzigkeit, dass wir an die Rettung unserer Seele nicht verzweifeln, sobald wir die Sün­den bereuen und von neuem anfan­gen.
Gott ist Liebe. Deswegen ruft die bloße Erwähnung des heiligsten Namens Jesu Liebe herbei. Es ist die unendliche, grenzenlose Liebe, die die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit dazu brachte, Mensch zu werden. Es ist die Liebe, die in der völligen Erniedrigung eines Gottes, der zu uns als ein armes, in einem Stall geborenes Kind, ausgedrückt ist.
Es ist die Liebe, erwiesen in jenen dreißig Jahren des verborgenen Lebens in der Demut einer strengsten Armut; erwiesen in den drei harten Jahren der Evan­gelisierung, als der Menschensohn Landstraßen bereiste, Berge bestieg, Täler, Flüs­se und Seen durchquerte, Städte und Dörfer besuchte, durch Wüsten und kleine Ortschaften ging, mit Reichen und Armen redete, Liebe verstreuend und oft Undankbarkeit erntend. Es ist die Liebe, ausgedrückt im Letzten Abendmahl bei der Fußwaschung der Apostel, und die Einsetzung der heiligen Eucharistie. Es ist die Liebe, die ihn antrieb Judas, nach dem verräterischen Kus­s, als Freund anzusprechen;  auch dem herzzerreißenden Blick auf Petrus strömte unendliche Liebe aus. Liebe auch gegenüber den Beleidigungen, die er geduldig und sanftmü­tig erlitt und dem Leiden bis zum letzten Tropfen seines Blutes.

Es ist die Liebe, die den sterbenden Schächer ver­zeiht und ihm ermöglichte, den Himmel zu „stehlen“. Schließlich ist es die Liebe, die im Geschenk einer himmli­schen Mutter an eine elende Menschheit ausgedrückt ist! Jede dieser Episoden wurde von den Gelehrten sorgfältig studiert, durch Künstler wunderbar ausgedrückt, von Heiligen fromm betrachtet und vor allem unvergleichlich in der Gottesliturgie gefeiert. In ihr drückt die Kirche besonders die unendliche Liebe Unseres Herrn gegenüber den Menschen aus. Da sein Herz das Symbol der Liebe ist, feiert die Kirche die Liebe, wenn sie sein Herz verehrt.