Heute (28. Oktober) haben wir als Tagesheilige die Apostel Simon und Judas.
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Hl. Apostel Simon |
Aber wenn ich die Namen von Aposteln sehe,
die in der geschriebenen Geschichte wenig von sich hinterlassen haben, so
wenig, dass eine Person, die sich in diesen Dingen nicht besonders gut
auskennt, nichts über sie weiß – denn Berühmtheit besteht darin, nicht den
Gelehrten bekannt zu sein, sondern den Unwissenden – ich erinnere mich noch gut
an den Unterschied zwischen der Fruchtbarkeit des Wirkens der Apostel, die im
Mittelmeerraum aktiv waren, und dem Apostolat anderer, die an anderen Orten
aktiv waren. Und ich denke viel über die Resignation nach, die diese Apostel
gehabt haben müssen. Alle, außer Johannes, starben (den Märtyrertod) trotzdem
in Frieden, auch als sie sahen, dass ihr Apostolat keine Früchte getragen
hatte, aber weil sie wussten, dass alles, was sie getan hatten, ihrer Berufung
entsprochen hat und vollkommen ausgeführt wurde. Alle ihre Unternehmungen
würden im Himmel belohnt und zur Ehre Gottes beitragen, auch wenn die Menschen
auf Erden nur einen kleinen Beifall oder eine unbedeutende Zustimmung zu diesen
Taten gegeben haben.
Und es ist interessant festzustellen, dass
ein großer Teil der Apostel nur ein scheinbar ineffektives und gescheitertes
Apostolat durchgeführt haben. Heute, mit der Vorstellung des Leistungswahns und
der Panik vor dem Scheitern würde man sagen, dass die Apostel des
Mittelmeerraums erfolgreich waren und die anderen Apostel gescheitert sind.
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Hl. Apostel Judas Thaddäus |
Mehr noch: sicherlich wissend, dass andere
Apostel ein sehr fruchtbares Apostolat hatten und dass es an anderen Orten gut
lief, starben sie trotzdem in Frieden – sie starben ja als Märtyrer – im
Wissen, dass dieses Blut eines Tages diesen Völkern von Nutzen sein würde.
Aber mehr als das: Auch wenn es keinem
Volk zum Nutzen würde, hatten sie Gott den Kult ihrer Anbetung und ihres
uneigennützigen Opfers erwiesen, auch ohne ein irdisches Ziel. Nur weil sie
Gottes Geschöpfe waren, von Gott zu einer bestimmten Arbeit berufen waren,
taten sie diese Arbeit und starben darin zur Ehre Gottes. Das heißt, sie
ähnelten jenen Amphoren, die die heilige Maria Magdalena mit Duftstoffen über
die Füße unseres Herrn zerbrach und die keinen anderen Zweck hatten, als über
die Füße unseres Herrn gegossen zu werden und Ihm zu dienen.
Hier liegt eine Lehre für uns: auch für
das erfolgreiche Apostolat, das sich vor allem für diese Art der Ausopferung,
für diese Art von Selbsthingabe, diese Art der Anbetung ohne weiteres lohnt,
denn Gott ist Gott. Und ich sage noch mehr: Wenn es wahr ist, dass ein
Apostolat mit diesen Absichten nicht erfolgreich sein kann, glaube ich nicht,
dass es ein erfolgreiches Apostolat ohne diese Absichten gibt. Ein Apostel,
der, wenn er wüsste, dass sein Apostolat dem des Heiligen Simon und Judas
ähneln würde, das heißt ohne jeden menschlichen Erfolg, deswegen kein Apostolat
ausüben würde, würde seinem Apostolat sicherlich nicht die notwendige
Fruchtbarkeit verleihen. Denn dieser aufopfernde Geisteszustand muss der
Ausgangspunkt für die Fruchtbarkeit des Apostolats sein. Das ist etwas, das wir
uns merken und bewahren müssen.
Bild hl. Judas Thaddäus Von Wolfgang
Sauber - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=119119984
Bild hl.
Simon Wikipedia commons. Karl-Heinz
Meurer Charlie1965nrw at de.wikipedia
Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von
Google Übersetzer von „Santos Simão e Judas, Apóstolos“ eines Vortrages von
Plinio Corrêa de Oliveira am 28. Oktober 1963, ohne Revision des Autors.
Diese deutsche Fassung „Die Heiligen
Apostel Simon und Judas“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com
© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit
Quellenangabe dieses Blogs gestattet.
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