Prof. Plinio Corrêa de Oliveira wurde am 13. Dezember 1908 in São Paulo, Brasilien, geboren. Zum Anlass dieses Jubiläums möchten wir ihm auf dieser Seite unseren Dank erweisen für seinen selbstlosen Kampf für die Freiheit und Erhöhung der Heiligen Katholischen Kirche und der christlichen Kultur und Zivilisation, für die unermüdliche Leitung der Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP) und angeschlossenen Vereine und Organisationen.
Montag, 12. September 2016
... den Mut haben, allein zu sein in der Erwartung
Wir müssen um den Mut bitten, allein zu sein, wie sie [die Heiligen Drei Könige] es damals waren. Allein inmitten einer heidnischen Welt, aber in der Erwartung des Sternes, in der Erwartung der Stunde Gottes, um, wenn sie dann kommt, seinen Willen in voller Treue und Pünktlichkeit zu erfüllen. Für sie war es die tröstliche Stunde, in der das Jesuskind geboren wurde. Für uns wird es die Zeit sein, in der sich die Verheißungen von Fatima erfüllen. Was auch immer geschieht, wird für uns ein sehr genauer Moment kommen, in dem ein Stern uns sagen wird, dass die langersehnte Stunde gekommen ist. Es wird nicht ein äußerlicher Stern sein, aber eine innere Stimme. Es wird eine Überzeugung sein, dass die Zeit vollendet ist, dass die Zeit aller Kämpfe und aller entscheidenden Schlachten endlich gekommen ist. Wir müssen uns für diese Stunde vorbereiten, damit wir Beispiele von Eifer und Treue seien, wie es die Heiligen Drei Könige waren, indem wir ab sofort Beispiele der Treue in Zeiten des Alleinseins sind.
(Plinio Corrêa de Oliveira)
Freitag, 9. September 2016
Volk und Masse
Plinio Corrêa de OLiveira
Die Prozession zieht über die
durch harte und ehrliche Arbeit des Bauern bestellten Felder. Das
Allerheiligste verlässt den Tabernakel, überschreitet die Schwellen der Kirche
und Unser Herr zieht durch die Kornfelder, um die Erde, ihre Früchte, die
menschliche Arbeit und besonders den Bauer zu segnen. Die Szene ist reich an
tiefen Harmonien. Gnade und Natur. Kirche und weltliche Gesellschaft,
Obrigkeiten und Volk, zivile, militärische und kirchliche, reiche und arme,
alles befindet sich dort vereint in Würde, Einfachheit, im Sinn einer
Hierarchie der Werte, die die beste und authentischste Schönheit dieses
technisch vollkommenen Gemäldes darstellt: Die Segnung der Kornfelder im Arbois
von Jules Breton.
Soviel Verschiedenheit, Würde
und Wohlbefinden des Menschen, selbst wenn bescheiden, soviel tiefer Glauben,
ohne den von der modernen Propagandatechnik hervorgerufenen Fanatismus der
Massenbewegungen, lassen uns an Definition von Volk denken, die Papst Pius XII.
in seiner monumentalen Botschaft von Weihnachten 1944 gegeben hat:
„Das Volk lebt aus der Lebensfülle der Menschen, aus denen es sich
zusammensetzt und deren jeder einzelne — an seinem Posten und in seiner Art —
eine der eigenen Verantwortung und der eigenen Überzeugung sich bewußte Person
ist. (...) Aus der Lebensfülle echten Volkes ergießt sich das ‚Leben,
überfließend und reich, in den Staat und alle seine Organe und flößt ihnen; in
unaufhörlich erneuerter Kraft, das Bewußtsein eigener Verantwortlichkeit und wahres
Verständnis für das Gemeinwohl ein. (...)In einem Volke, das dieses Namens
würdig ist, fühlt der Bürger in sich selbst das Bewußtsein seiner
Persönlichkeit, seiner Pflichten und seiner Rechte, seiner eigenen Freiheit
verbunden mit der Achtung vor der Freiheit und Würde der andern. In einem
Volke, das dieses Namens würdig ist, bilden alle die Ungleichheiten, die nicht
von der Willkür, sondern eben von der Natur der Dinge, von der Ungleichheit der
Bildung, des Besitzes, der gesellschaftlichen Stellung herrühren — wohlgemerkt
ohne Nachteil für Gerechtigkeit und wechselseitige Liebe — durchaus kein
Hindernis gegen das Bestehen und Überwiegen echten Geistes der Gemeinschaft und
Brüderlichkeit. Im Gegenteil, weit entfernt, die bürgerliche Gleichberechtigung
irgendwie zu verletzen, verleihen sie ihr ihren wahren Sinn, daß nämlich jeder
dem Staate gegenüber das Recht hat, in Ehren sein persönliches Eigenleben zu
führen an dem Posten und unter den Bedingungen, in die ihn die Fügung und
Führung der göttlichen Vorsehung gestellt hat.“
Das andere Bild zeigt eine
Massendemonstration unserer Tage. Eine menschliche Herde, die nach den Ideen —
oder vielmehr den Eindrücken — denkt und vibriert, die Rundfunk, Kino und
Presse ihnen durch Augen und Ohren eintrichtern. All ihre Bewegungen, all ihre
Impulse schweben bedrohend über die Szene, hängen über der Stadt wie ein
Gewitter, dessen Kraft einzig der Zerstörung dient. Zerstören was? Niemand weiß es. Das, was
die „Fachmänner“ der Herstellung von öffentlichen Meinungen wollen. So
manipuliert, werden diese armen Menschen — mit Sicherheit — keine Kathedrale
erbauen, sie können sie aber zerstören; sie werden keine Stadt erbauen, können
sie aber in Brand setzen.
Masse, eine unglückliche
anorganische Masse, die von den Bewegungen leben, die sie von außen aufgesetzt
bekommen, die nicht wissen wohin sie sich bewegen, keine natürlichen Führer
haben, keine eigene Hierarchie, keine Spur von interner Verschiedenheiten. Es ist
kein Organismus. Es ist ein physisches Nebeneinander von Menschen, im Grunde
untereinander isoliert, wie Sandkörner am Strand, die wohl nebeneinander da
liegen, aber keinerlei geistige Verbindung untereinander haben — kein
„Zusammensein“ im echten Sinn des Wortes.
Wie soll man da nicht an die
Worte Pius XII. denken, die er in der selben Ansprache über die Masse sagte?
„Masse ist in sich träge und kann nur von außen her bewegt werden.
(...) Die Masse hingegen erwartet den Antrieb von außen, sie wird leicht zum
Spielball in der Hand eines jeden, der ihre Naturtriebe oder ihre
Beeindruckbarkeit auszunützen versteht; sie ist bereit, wie es gerade kommt,
heute diesem, morgen jenem Banner zu folgen. (...) Auch der elementaren Kraft
der Masse kann der Staat sich bedienen, wenn sie nur geschickt bearbeitet und
genutzt wird: in den ehrgeizigen Händen eines einzelnen oder mehrerer, die
selbstsüchtige Bestrebungen künstlich zusammengeschlossen haben, kann der
Staat, gestützt auf die Masse, die einfach nur mehr zur Maschine entwürdigt
ist, seine Willkür dem besseren Teil des wahren Volkes aufzwingen. Das
Gemeinwohl wird dadurch hart und für lange Zeit getroffen und die Wunde ist oft
recht schwer zu heilen.“ (...) In einem demokratischen Staat, „der der Willkür der Masse ausgeliefert
ist, verwandelt sich die Freiheit, obgleich eine persönliche sittliche Pflicht,
in einen tyrannischen Anspruch auf ungehemmte Befriedigung menschlicher Gier
und menschlicher Triebe zum Schaden für die andern. Die Gleichheit entartet in
geistlose Gleichmacherei, in eine eintönige Gleichschaltung. Sinn für wahre
Ehre, persönlicher Einsatz, Achtung vor Überlieferung, Würde, mit einem Worte
alles, was dem Leben seinen Wert verleiht, geht allmählich unter.“
Und in der Tat: Man analysiere
diese Masse und man wird in ihr keinen Sinn für Ehre, keinen Reichtum an
Persönlichkeiten, keine Liebe zur Tradition finden!
Freie Übersetzung aus „Catolicismo“, Februar 1952
Donnerstag, 8. September 2016
Die Geburt Mariens und der Triumph ihres Reiches
zum 8. September
Alles, was die Kirche tut, ist weise. In ihrer Weisheit, stuft sie die Ehrerweisung, die Gott, Unserer Lieben Frau und den Heiligen gebührt in verschiedenen Ebenen ein. Die erste Ebene, Latria oder Anbetung genannt, gebührt nur Gott und Unserem Herrn Jesus Christus, der das menschgewordene Wort ist .
Der Kult der Dulia ist die Verehrung oder Vermittlung, die die Kirche den Heiligen gewährt. Allerdings gibt es eine spezielle Kategorie von Ehrerweisung, die die Kirche ausschließlich der Muttergottes zugesteht, genannt Hyperdulia. Sie steht so hoch über alle Heiligen, dass die Kirche eine besondere Kultebene schuf, um die Verehrung zu ihr zu bezeichnen. Dies zeigt die einzigartige Stellung der Muttergottes in der ganzen Schöpfung .
Die Kirche lehrt dies auf verschiedene Weisen. Zum Beispiel: Außer von unserem Herrn und des hl. Johannes des Täufers, wird von keinem anderen Heiligen der Geburtstag gefeiert; kein anderer Heiliger hat mehr als einen Festtag im Jahr; und während die Kirche nicht erlaubt, dass ein Heiliger, mehrere Male auf dem selben Altar dargestellt wird, erlaubt sie eine beliebige Anzahl von Bildern und Figuren der Jungfrau Maria, die überall im kirchlichen Raum aufgestellt werden. Auch feiert die Kirche Dutzende Marienfeste im Jahreskalender, liturgische Feiern und fromme Praktiken zu Ehren Unserer Lieben Frau.
Unter diesen hat ihre Heilige Geburt eine besondere Bedeutung, da sie eine neue Ära in der Geschichte des auserwählten Volkes kennzeichnet.
Das Alte Testament, dass nichts anderes ist als die Erzählung des Wartens auf den Messias, kann in zwei Phasen eingeteilt werden: Die erste wäre die 4000-5000 Jahre vor der Geburt Mariens. Die zweite ist nach diesem gesegneten Augenblick, in dem die Vorsehung beschlossen hat, dass sie geboren werde, und deren Gebete den Messias hervorbringen würde.
Ihre Geburt war die Ankunft dieses vollkommenen Geschöpfes, das voll der Gnade vor Gott war. Ohne sie hätten alle Gebete und Leiden der ganzen Menschheit es nicht erreicht, die Menschwerdung Gottes herabzubitten. Doch mit ihr, hatte sich der Lauf der Geschichte für immer verändert. Alle Gebete wurden effektiver und eine neue Art von Segen und Gnade begann eine Art von Heiligkeit hervorzubringen wie nie zuvor.
Unsere Liebe Frau diente als das „Tor zum Himmel“, wodurch die Hoffnung auf das Kommen des Messias eintrat. Ihre Anwesenheit auf der Erde war der Anlass außerordentlicher Gnaden. Die Höhe ihrer Betrachtung gab ihr eine große Gegenwärtigkeitskraft. Sie machte sie zu einem Brunnen, dem so viele und so hohe Gnaden entsprangen, so dass ihr Dasein eine ständige Verkündigung der Ankunft des Herrn war.
von Plinio Corrêa de Oliveira
Der folgende Text ist übernommen aus einem informellen Vortrag von Professor Plinio Corrêa de Oliveira, den er am 8. September 1966 hielt. Es wurde übersetzt und angepasst für die Veröffentlichung ohne seine Überarbeitung . -Ed .
Alles, was die Kirche tut, ist weise. In ihrer Weisheit, stuft sie die Ehrerweisung, die Gott, Unserer Lieben Frau und den Heiligen gebührt in verschiedenen Ebenen ein. Die erste Ebene, Latria oder Anbetung genannt, gebührt nur Gott und Unserem Herrn Jesus Christus, der das menschgewordene Wort ist .
Der Kult der Dulia ist die Verehrung oder Vermittlung, die die Kirche den Heiligen gewährt. Allerdings gibt es eine spezielle Kategorie von Ehrerweisung, die die Kirche ausschließlich der Muttergottes zugesteht, genannt Hyperdulia. Sie steht so hoch über alle Heiligen, dass die Kirche eine besondere Kultebene schuf, um die Verehrung zu ihr zu bezeichnen. Dies zeigt die einzigartige Stellung der Muttergottes in der ganzen Schöpfung .
Die Kirche lehrt dies auf verschiedene Weisen. Zum Beispiel: Außer von unserem Herrn und des hl. Johannes des Täufers, wird von keinem anderen Heiligen der Geburtstag gefeiert; kein anderer Heiliger hat mehr als einen Festtag im Jahr; und während die Kirche nicht erlaubt, dass ein Heiliger, mehrere Male auf dem selben Altar dargestellt wird, erlaubt sie eine beliebige Anzahl von Bildern und Figuren der Jungfrau Maria, die überall im kirchlichen Raum aufgestellt werden. Auch feiert die Kirche Dutzende Marienfeste im Jahreskalender, liturgische Feiern und fromme Praktiken zu Ehren Unserer Lieben Frau.
Unter diesen hat ihre Heilige Geburt eine besondere Bedeutung, da sie eine neue Ära in der Geschichte des auserwählten Volkes kennzeichnet.
Das Alte Testament, dass nichts anderes ist als die Erzählung des Wartens auf den Messias, kann in zwei Phasen eingeteilt werden: Die erste wäre die 4000-5000 Jahre vor der Geburt Mariens. Die zweite ist nach diesem gesegneten Augenblick, in dem die Vorsehung beschlossen hat, dass sie geboren werde, und deren Gebete den Messias hervorbringen würde.
Ihre Geburt war die Ankunft dieses vollkommenen Geschöpfes, das voll der Gnade vor Gott war. Ohne sie hätten alle Gebete und Leiden der ganzen Menschheit es nicht erreicht, die Menschwerdung Gottes herabzubitten. Doch mit ihr, hatte sich der Lauf der Geschichte für immer verändert. Alle Gebete wurden effektiver und eine neue Art von Segen und Gnade begann eine Art von Heiligkeit hervorzubringen wie nie zuvor.
Unsere Liebe Frau diente als das „Tor zum Himmel“, wodurch die Hoffnung auf das Kommen des Messias eintrat. Ihre Anwesenheit auf der Erde war der Anlass außerordentlicher Gnaden. Die Höhe ihrer Betrachtung gab ihr eine große Gegenwärtigkeitskraft. Sie machte sie zu einem Brunnen, dem so viele und so hohe Gnaden entsprangen, so dass ihr Dasein eine ständige Verkündigung der Ankunft des Herrn war.
Daher ist das Fest der Geburt der Gottesmutter sehr erhaben. Es ist der Anfang der Erlösung, die schließlich die bösen Mächte des Heidentums und der Heiden besiegen würde.
Es gibt eine tiefe Beziehung zwischen der Geburt Mariens und dem was in der modernen Gesellschaft geschieht. Wieder einmal hat Maria eine zentrale Rolle in der Geschichte eingenommen, indem sie Seelen beruft, die inmitten der Dunkelheit des Neuheidentums, sich brennend nach der Zeit ihres Reiches sehnen. Sie rufen nach ihm und kämpfen für seine Einrichtung auf Erden.
Diese Seelen sind wie Unsere Liebe Frau im Alten Testament: Weder ist das Licht noch nicht gekommen, noch hat die Erlösung den Sieg und die Befreiung vom Teufel erwirkt. Allerdings breiten diese Seelen Gnaden der Hoffnung und Entschlossenheit in einer Weise aus, dass sie die Vorboten des kommenden Sieges sind.
So wird die Geburt Mariens symbolisch wiederholt zur Vorbereitung ihres, vom hl. Ludwig von Montfort und in den Erscheinungen von Fatima prophezeiten, kommenden Reiches.
Für diejenigen, die den Sieg Unserer Lieben Frau herbeisehnen, ist dieses Fest von besonderer Bedeutung. Sie sollten inbrünstig beten, für das sofortige Kommen des Reiches Mariens, damit die lange dunkle Nacht der Sünde durch ihren Triumph zu Ende geht.
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Sonntag, 4. September 2016
Pius XII. und die Ära Mariens
Eröffnet wurde das Königtum des Herzen Mariens
von Plinio Corrêa de Oliveira
Mit der Veröffentlichung der Enzyklika „Ad Coeli Reginam“ (am 11. Oktober 1954) wollte der Heilige Vater Pius XII. die Übungen der marianischen Frömmigkeit, mit der er die Christenheit im Laufe des Jubiläumsjahres der Unbefleckten Empfängnis erbaute, mit einem höchst wichtigen Akt vervollkommnen. Er selbst äußerte es in klaren Worten: „Wir möchten indessen gewissermaßen den Schlussstein auf diese Einzelerweise Unserer Verehrung der Mutter Gottes setzen, … und (um) in glücklicher Weise das Marianische Jahr (zu) beschließen, das sich nun seinem Ende nähert, … haben Wir beschlossen, das liturgische Fest ,der Heiligen Jungfrau Maria, Königin‘ einzusetzen.“ Auf die Wichtigkeit dieses Aktes weist der Papst hin, als er erklärt, dass in diesem Weiheakt „ruht wahrlich eine lebendige Hoffnung, dass wir eine Ära des Glückes sich erheben sehen, die sich des christlichen Friedens und des Triumphes der Religion erfreuen wird“. Diese Hoffnung, erklärt der Papst, hat ernsthafte und tiefe Gründe: „Da Wir nun durch lange und reifliche Überlegungen die Überzeugung erlangt haben, dass es für die Kirche vorteilhaft sein wird, wenn diese sicher begründete Wahrheit (des Königtums Mariens) wie ein besonders helles Licht auf einem Kandelaber klarer vor aller Augen leuchtet“.
Wohl verstanden soll diese Gnade, die sich an das Herz eines jeden Menschen richtet, seine Seele auch erneuern. Dass „in der Nachfolge und zu Ehren einer so großen Königin die Christen sich endlich wahrhaft als Brüder fühlen werden und dass sie den Hass und die ungezügelte Sehnsucht nach Reichtum verbannen, die soziale Liebe üben, das Recht der Armen achten und den Frieden lieben werden.“ Es geht nicht darum, eine rein äußerliche und formale marianische Bewegung zu fördern, sondern den Seelen eine ernsthafte und wirkungsvolle Umsetzung der Gnaden zu fordern, die sie von ihrer Mutter bekommen werden: „Niemand halte sich als Kind Mariens für würdig, unter ihren Schutz aufgenommen zu werden, wenn er nicht nach ihrem Beispiel gütig, gerecht und rein ist und wenn er nicht mit Liebe wahre Brüderlichkeit übt und ohne jemand Unrecht zu tun, im Gegenteil Hilfe und Trost bringt.“
Diese Worte des Papstes verdienen eine eingehende Betrachtung. Einerseits spricht er gegen den Neid: eine eindeutige Haltung großer Menschenmassen, die über ungerechte Prüfungen verbittert sind und vielfach durch die demagogischen Prinzipien der Französischen Revolution und des Kommunismus vergiftet sind: die Reichen hassen, nur weil sie über deren Vermögen neidisch sind und die ganze soziale Hierarchie zerstören wollen. Der Heilige Vater spricht auch vom maßlosen Wunsch nach Reichtum, ein Übel, das fast alle Länder der Welt plagt. Machthaber der Industrie und des Handels häufen in ihren Händen enorme Reichtümer an, neben welches das Vermögen der ehemaligen Aristokratien fast unbedeutend erscheint. Sie verwandelten die Wirtschaft in ein geschlossenes Reich, in dem sie über den An- und Abstieg der Preise, über den Umlauf und die Verwendung des Reichtums bestimmen. Bald unterdrücken sie den Staat, bald werden sie von diesem Unterdrückt, wenn die Welle der Demagogie steigt. So sieht sich die Gesellschaft immer bedrängter von diesen zwei mehr oder weniger verdeckten Formen von Diktatur: die der Finanzoligarchie und die der Masse. Daraus kann nur die Erdrosselung der echten gesellschaftlichen und geistigen Eliten, die Unterdrückung des ehrlichen und friedlichen Arbeitnehmers, die Vernichtung der kleinen und mittleren Bourgeoisie hervorkommen. Es ist das erbärmliche Phänomen des Klassenkampfes in der, das, was in der Gesellschaft am unechtesten und schlechtesten ist – Kamarillas von Blutsaugern der Wirtschaft oder vulgäre Demagogen – das verschlingt, was am authentischsten und besten ist. Wie weit dies das Gegenteil der „sozialen Liebe“ ist, von der der Papst spricht, wer sieht das nicht? Um die Gesellschaft vor der Macht des Schlechten über das Beste zu schützen, proklamiert der Papst in der Welt die königliche Würde Mariens.
Sicher ein dringendes Werk, das der sozialen Reform. Um so mehr da Pius XII. sie wesentlich in der Art einer moralischen Reform sieht. Doch Maria hat eine große Macht über die menschliche Seele; ihr müssen sich die Menschen nahen nicht nur, „um Hilfe in der Gefahr, Licht in der Finsternis, Trost in Schmerz und Tränen zu erflehen“, sondern die Gnade erflehen, „die kostbarer ist als alle anderen“, „den Mut aufbringen, sich von der Knechtschaft der Sünde loszureißen“.
Die Verkündigung der Souveränität Mariens in der Enzyklika „Ad Coeli Reginam“, die Einsetzung ihres Festes auf den 31. Mai, die Krönung des Marienbildes „Salus populi Romani“ durch den Papst selbst, dies alles kann und muss der Ausgangspunkt sein für eine neue Zeit in der Geschichte der Menschheit: die Ära des Königtums Mariens.
Mit der der Heiligen Kirche eigenen Vorsicht begründet die Enzyklika „Ad Coeli Reginam“ die königliche Würde Mariens nicht nur mit theologischen Argumenten. Es wäre jedoch nicht überflüssig daran zu erinnern, dass dieser große Tag der Ausrufung des Universalen Königtums Mariens und die Hoffnung auf eine Epoche von Triumph und Ruhm der Religion schon seit Jahrhunderten Gegenstand der Wünsche vieler frommen Seele ist.
Eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der katholischen Kirche war sicher die Verbreitung der Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu. Wenn auch diese Devotion vielen Heiligen schon vorher nicht unbekannt war, fand die Verbreitung ihren Ausgangspunkt in den von der hl. Margareta Maria Alacoque erhaltenen Offenbarungen in Paray-le-Monial im 17. Jahrhundert, nahm während den nächsten Generationen stark zu und erreichte ihren Höhepunkt am Anfang des 20. Jahrhunderts. Neben der Verbreitung dieser Andacht nahm eine andere Devotion auch ihren Anfang in Frankreich: die Knechtschaft zur Mutter Gottes, dessen größter Lehrer der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort (17. Jh.) mit seiner „Abhandlung von der wahren Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria“. Der Vereinigungspunkt – wenn man dies von wesentlich zusammengehörenden Dingen sagen kann – dieser zwei großen Gnadenströme war die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens, deren Lehrer und Prediger der spanische Heilige Antonio Maria Claret gewesen ist. Er gründete im 19. Jahrhundert die Kongregation der Missionare Söhne des Unbefleckten Herzens Mariens.
Nun sind aber die Schriften der Heiligen, die sich am meisten ausgezeichnet haben, die Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu zu lehren und zu verbreiten, gefüllt von der Hoffnung auf den Sieg des Königtums Christi nach den stürmischen Zeiten, in denen wir leben, und das Beten für diesen Sieg war der eigentliche Zweck des Herz Jesu Gebetsapostolats in der ganzen Welt. Auf der anderen Seite sind die Schriften des hl. Ludwig Grignion von Montfort reich an prophetischen (wir benutzen diesen Ausdruck mit den Vorbehalten des guten katholischen Sprachguts) Lichtstrahlen über das Königtum Mariens, als Schlusspunkt der Katastrophenära, die mit der protestantischen Reformation begonnen hat.
Königtum Christi und Königtum Mariens sind nicht unterschiedliche Dinge. Das Königtum Mariens ist nichts anderes als ein Mittel – oder eher das Mittel – zur Einrichtung des Königtums Jesu Christi. Das Herz Jesu regiert und triumphiert im Reich und im Triumph des Herzens Mariens. Das Reich und der Triumph des Herzens Mariens beruhen auf nichts weiteres, als den Triumph und das Reich des Herzen Jesu herbeizuführen. So münden diese nach der protestantischen Reformation entstandenen zwei großen Ströme zu einem gleichen Ziel, zur Vorbereitung eines gleichen Ereignisses: das Königtum Jesu und Mariens in einer neuen historischen Ära.
Der hl. Papst Pius X. gedachte in der Enzyklika „Ad diem illum“ zum 50. Jahrestag der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis der wunderbaren Früchte, die das Dogma hervorbrachte: vor allem die Wunder in Lourdes und die Erklärung der Päpstlichen Unfehlbarkeit. Werden im diesjährigen Hundertsten die Früchte geringer gewesen sein? Die göttliche Vorsehung wollte, dass sie aus den Händen Pius XII. sprießen. Es waren die Verkündigung des Dogmas der Himmelfahrt Mariens und die Proklamation des Königtums Mariens. Was kann reicher, fruchtbarer, schöner sein?
in „Catolicismo“ Jahrgang IV – Dezember 1954 – Nr. 48
Mittwoch, 17. August 2016
Die Französische Revolution: eine geplante Verschwörung zur Zerstörung der Monarchie
1789 – 1815: Die Französische Revolution
Der internationale und prozessive Charakter der
Französischen Revolution
Die entgegengesetzten Thesen der liberalen Schule und der
gegenrevolutionären Schule
Plinio Corrêa de Oliveira
Einigen Historikern zufolge begann die Französische
Revolution im Jahr 1789 und endete im eigentlichen Sinn des Wortes im Jahr 1815
mit dem endgültigen Sturz Napoleons und der Wiedererrichtung des Throns der
Bourbonen.
Die „Kurve“ des Prozesses der Französische Revolution:
Der Ausbruch etlicher aufeinanderfolgenden Etappen
Während dieser Zeit durchging Frankreich eine enorme
Evolution. Es brachen etliche aufeinanderfolgende Revolutionen aus:
1) In der ersten Phase wurde der König von Frankreich,
der ein absolutes Herrschertum innehatte, in einen konstitutionellen König
verwandelt.
2) In der zweiten Phase verwandelte er sich in einen
bloßen nominellen Monarchen.
3) Und zuletzt wurde er vom Thron gestürzt und
enthauptet.
4) Anschließend kam eine kurze Zeit einer bürgerlichen
Republik.
5) Danach folgte ebenfalls kurz, eine kommunistische
Republik. Der Kommunismus etablierte sich nicht in seinem vollen Ausmaß, es gab
aber viele Veränderungen kommunistischer Prägung. Die Inhaber der öffentlichen
Macht und die Partei, die sie unterstützte, waren alle Kommunisten. Es ist die
sogenannte Zeit des Terrors, in der Robespierre, Danton, Marat und andere
Frankreich regierten.
Dann begann die Revolution langsam auf den umgekehrten
Weg, den sie beschritten hatte, zurückzugehen.
1) Von der kommunistischen ging sie zurück zur
bürgerlichen Republik in der Zeit des Direktoriums.
2) Von der bürgerlichen Republik zur Volksmonarchie in
der Zeit Napoleons.
3) Und wurde wieder eine aristokratische Monarchie. Eine
blasse Wiederherstellung der Monarchie aus der Zeit Ludwig XVI.
Das heißt, die Französische Revolution beschritt eine Art
Kurve.
Zum besseren Verständnis können wir das auf eine andere
Weise wiederholen.
A) Die Tatsache: Die Französische Revolution war ein
Prozess. Ein Prozess, der 1. ein Voranschreiten in Etappen beinhaltete und 2.
einen symmetrischen Rückwärtsgang, ebenfalls in Etappen durchführte. Eine
Tatsache, die jedermann annimmt.
B) Die Etappen waren:
Der Vormarsch:
1. Von der
absoluten Monarchie zur konstitutionellen Monarchie;
2. Von der
konstitutionellen Monarchie zur bürgerlichen Republik;
3. Von der
bürgerlichen Republik zum Kommunismus;
Der
Rückmarsch:
1. Vom
Kommunismus zur bürgerlichen Republik;
2. Von der
bürgerlichen Republik zu einer halbwegs volks-aristokratischen Monarchie eines Napoleon;
3. Die
Rückkehr zu den Bourbonen.
Natürlich ging der Rückwertsgang nicht zum Ausgangspunkt
zurück. Man ging zurück zu etwas ähnlichen, das dem Ausgangspunkt entsprach.
Das Regime der Bourbonen nach der Revolution war schon nicht mehr das Ancien
Régime, war diesem aber ähnlich.
Eine spontane, planlose Bewegung in die sich aufeinander
folgenden Revolutionen: Eine falsche Sicht der „Kurve“ der Französische
Revolution
Doch die Mehrheit der Historiker nimmt an, die
Französische Revolution sei
- erstens, eine völlig spontane Bewegung gewesen, die
nicht artikuliert wurde. Sie hatte tiefe Ursachen, war aber nicht das Ergebnis
eine Verschwörung;
- zweitens, war sie nicht einem Plan unterworfen, denn,
wo keine Verschwörer, da kein Plan.
- drittens, kann man deshalb auf keine Methode hinweisen,
der die Französische Revolution gefolgt wäre als ein Plan für die folgenden
Revolutionen.
Die zwei Schulen bezüglich des Prozesses der Französische
Revolution
So gibt es für den Kommentar oder für die Analyse des
Prozesses der Französischen Revolution zwei Schulen: die liberale oder
revolutionäre und die gegenrevolutionäre Schule.
Die liberale oder revolutionäre Schule: die Spontaneität
– das Fehlen einer Verschwörung und einer Methode im revolutionären Prozess
In der liberalen oder revolutionären Schule ist die erste
These die Spontaneität. Das heißt, diese Bewegung sei spontan gewesen,
hervorgegangen aus dem Spiel der Umstände, der menschlichen Leidenschaften und
der Ideen. Sie sei nicht vorsätzlich gewesen. Es gab niemanden, der sie in Gang
setzen wollte um einen ganzen Prozess durchzuführen. Es könnte höchsten jemand
gegeben haben, der eine Etappe vollziehen oder in die nächste Etappe übergehen
wollte. Doch niemand habe die Idee einer Revolution gehabt, die voranschreitet
und dann zurückrollt.
Dies ist die liberale These.
Die gegenrevolutionäre Schule: Die Vorsätzlichkeit –
Verschwörung und Methode des revolutionären Prozesses
Die gegenrevolutionäre Schule lehrt im Gegensatz die
Vorsätzlichkeit der Revolution. Das heißt, es gab eine Intention, ein Vorhaben,
eine Revolution zu entfachen, die sich nicht auf ihren Höhepunkt halten könnte
und von der man wusste, sie müsse zurückstellen.
So gibt es nach der liberalen These weder Verschwörung
noch Methode. Nach der gegenrevolutionären These gab und gibt es nicht nur eine
Verschwörung, sondern auch eine Methode.
Ein praktisch wichtiger Aspekt der gegenrevolutionären
Sicht: Die Französische Revolution – indem sie eine Verschwörung war und nach
einer Methode verwirklicht wurde – bestimmte die Ereignisse, die ihr folgten.
Nun der dritte Punkt – dieser ist in der Praxis sehr
wichtig, weil er nicht eine reine historische Nachforschung ist, sondern ein
Punkt von praktischer Wichtigkeit.
Und zwar, wenn nach der revolutionären Schule die
Französische Revolution keine Folge einer Verschwörung war und keine Methode
folgte, dann beeinflusste sie auch nicht die ihr folgenden Ereignisse.
Für uns ist es das Gegenteil: sie bestimmt alle ihr
folgenden Ereignisse, bis hin zum Kommunismus und bis in unsere Tage hinein.
Hauptschlussfolgerung: Gegen die Revolution kämpfen,
bedeutet – 1. Gedankengut mit Gedankengut bekämpfen; – 2. Eingreifen, um die
Umstände zu ändern; - 3. Eine Verschwörung zerstören
Daraus ergibt sich eine Schlussfolgerung, die sehr
wichtig ist für die Aktion.
Nach der liberalen These — die Revolution sei nur ein spontaner, zufälliger Prozess — besteht der Kampf gegen die Revolution nur in der Bekämpfung von Gedankengut und soziale Situationen und nicht die Bekämpfung einer Verschwörung.
Nach der Gegenrevolutionären These — die Französische Revolution sei das Ergebnis einer Verschwörung gewesen und der Befolgung einer Methode — bedeutet der Kampf gegen die Revolution:
1. Ein Kampf von Gedankengut gegen Gedankengut;
2. Mit Gewissheit ein Eingreifen, um Umstände zu
verändern;
3. Doch nicht nur das. Es ist die Zerstörung einer
Verschwörung, denn es handelt sich um eine Vereinigung und einer Organisation,
die sich der Verschwörung angenommen hat: und das ist die Freimaurerei.
Hier sind nun klar differenziert die entgegengesetzten
Thesen der liberalen und der gegenrevolutionären Schule in der Betrachtung der
Französische Revolution.
Beweise der Richtigkeit der gegenrevolutionären These:
historische Persönlichkeiten – der Herzog von Chartres, zukünftiger König Louis
Philippe, und Danton, Justizminister.
Warum ist die gegenrevolutionäre These, die richtige?
Um einen Beweis der Richtigkeit der gegenrevolutionären
These zu bringen, müssen wir einige Persönlichkeiten historisch erörtern.
Da ist zunächst der Herzog von Chartres.
Er war ein junger französischer Offizier, der unter dem
Befehl von Dumouriez kämpfte. Dieser war einer der höchsten Generäle der
bürgerlichen Phase der Französische Revolution und des Beginns der Phase des
Terrors.
Dieser Herzog von Chartres war ein Prinz der königlichen
Familie Frankreichs. Er war ein Sohn des Herzogs von Orléans, genannt Philippe
Égalité.
Dieser Philippe Égalité war ein Cousin des Königs, der,
in der Hoffnung selbst König zu werden, sich mit den Republikanern gegen die
Monarchie verschwörte. Er war Großmeister der französischen Freimaurerei. Er
endete auf dem Schafott noch während der Französische Revolution. Die
Republikaner sahen, dass er König werden wollte und deshalb köpften sie ihn.
Der Sohn des Philippe Égalité war der Herzog von
Chartres. Dieser wurde zu Frankreichs König im Jahre 1830 ausgerufen. Er
regierte unter dem Namen Louis Philippe I. und regierte von 1830 bis 1848.
Um die Rolle dieses Herzogs von Chartres zu verstehen,
muss man bedenken, dass Napoleon im Jahre 1815 gefallen ist und es stieg auf
den Thron Frankreichs Ludwig XVIII, Bruder Ludwig XVI.
Ludwig XVIII. starb im Jahre 1824 und es folgte ihm König
Karl X. sein Bruder und natürlich ebenfalls Bruder Ludwig XVI. Karl X. regierte
von 1824 bis 1830.
1830 brach eine liberale fast republikanische Revolution
aus, die Karl X. absetzte und Louis Philippe zum König ausrief. Die Monarchie
Louis Philippes wird als bürgerliche Monarchie bezeichnet, weil die Regierung
eher von der Bourgeoisie ausgeführt wurde als von den Adeligen.
Eine andere Persönlichkeit, die in Erscheinung tritt, ist
Danton. Danton war Justizminister der damaligen republikanischen Regierung.
Eine von Louis Philippe erzählte Begebenheit:
Beweis des
Vorhandenseins einer Verschwörung
Die Episode wird beschrieben in ein sehr gut
geschriebenes Buch von F. A. Gruyer, der Mitglied des „Institut de France“ war.
Das heißt, ein berühmter ernstzunehmender französischer Historiker und sehr
glaubwürdig in Sachen französischer Geschichtsschreibung.
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| Herzog von Chartres |
Eine der anwesenden Personen, mit einem merkwürdigen
Gesicht und einer rauen Stimme, rief den Herzog beiseite und sagte ihm: „Der
Servan ist ein Schwachkopf. Kommen sie morgen zu mir, ich werde mich ihr
Anliegen annehmen“. Der Herzog fragte, wer er sei. Antwort: „Ich bin Danton,
der Justizminister“.
Danton war genau einer der berühmtesten Revolutionäre,
der grauenhaftesten, der aktivsten und der die Guillotine auf Trab hielt. Sein
Name ist unwiderruflich mit den Massakern des Terrors verbunden.
Am nächsten Tag suchte der Herzog von Chartres Danton auf,
der ihm sagte: „Es ist alles geregelt. Sie bekommen die Position, die sie
wünschen unter dem Befehl von General Kellermann und nicht unter General
Dumouriez. Wollen sie das?“ Der Herzog bedankte sich glücklich.
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| Danton |
Antwort des Herzogs: „Es ist aber doch ein greuelhaftes
Massaker. Kann jemand dies nicht grauenhaft finden?!“
Antwort Dantons, der als Justizminister die Macht hatte
irgendeinen zur Guillotine zu schicken, und schickte sie auch: „Es war ich, der
diese Massaker befohlen habe. Alle Pariser sind Kanaillen; es war notwendig
eine Fluss von Blut zwischen ihnen und den Anhängern der Monarchie strömen zu
lassen, sonst wäre die Monarchie wieder eingeführt worden.“
So etwas sagt der Justizminister selbst! Dass heißt, er
selbst sah, dass die Republik sich auf schwache Grundlagen stützte, so dass sie
sich nur durch Gewalt aufrechterhalten ließe.
Danton weiter: „Sie sind noch zu jung, um diese Dinge zu
verstehen. Kehren sie zum Heer zurück. Es ist der einzige Posten, der für sie
heutzutage angebracht ist, angesichts ihrer persönlichen Werte und der hohen
Sippe aus der sie stammen. Sie haben eine Zukunft. Um die Zukunft aber, die sie
vor sich haben, zu verwirklichen, müssen sie das Schweigen lernen.“
Der Herzog von Charters war General.
Danton fügte hinzu: „General, all dies – d.h. die
Massaker und die ganze willkürliche Gewalt – geht nur uns was an und nicht Sie.
Ihre Rolle ist es, keine Politik zu machen, sondern eifrig für ihr Land zu
kämpfen, wie sie es bis jetzt getan haben. Das erkenne ich Ihnen an.“
Das sagt also der Justizminister einem republikanischen
General, einem Sohn eines Adeligen, der zum Sturz der Monarchie mitgewirkt
hatte!
„Ich weiß und fühle es sehr gut, dass diese Republik, die
wir ausgerufen haben, nicht von Dauer sein wird. Viel Blut wird noch vergossen
werden müssen...“
Sehen sie also den Plan! Es ist ein Mensch, der die
Republik ausgerufen hat, der weiß, dass sie nicht haltbar sein wird. Warum rief
er die Republik aus, von der er wusste, dass sie nicht von Dauer sein würde,
wenn nicht mit einer Intention, die er für später hatte? Niemand schafft ein
Werk, von dem er weiß, dass es nicht haltbar sein wird. Außer mit Absicht. Er
hatte also schon ein anderes Ziel.
Und er wusste noch mehr: „Dass schon viel Blut geflossen
war und es war geplant, dass noch mehr fließen würde.“
Es war also alles vorbereitet und er wusste, was
geschehen würde!
Sehen wir, wie es weiter ging: „... Frankreich wird durch
seine Laster und vielleicht auch durch seine Tugenden zur Monarchie
zurückgeführt. Doch die Monarchie, die kommen wird, wird nicht die des Ancien
Régime sein. Und die Errungenschaften der Revolution als solche werden keine
Gefahr laufen, sie werden ewig bleiben.“
Sie sehen, es ist ein Mann, der den Plan kennt, der die
freimaurerische Verschwörung kennt, dessen Vollstrecker er ist; und er weiß,
dass die Monarchie, die zurückkommen wird, nicht die des Ancien Régime sein
wird.
Und es ist genau das, was geschehen ist. Sie war nur eine
vage Erinnerung an das Ancien Régime. Doch das wesentliche der Revolution ist
geblieben.
Danton weiter: „Niemals wird Frankreich den Hauptzweig
ihrer Familie dulden...“
Er merkte, dass die Bourbonen eine geistige Einstellung
hatten, die sich nie mit der Revolution versöhnen würde. Es war der Zweig, dem
der Herzog von Chartres nicht angehörte. Er gehörte dem jüngeren Zweig der
Familie an, den der Orléans.
„Nie wird sich der erstgeborene Zweig mit der Revolution
versöhnen. Sie aber, der sie unter der Tricolore gekämpft haben, haben große
Chancen zu regieren.“
Tatsächlich regierte er später. Das heißt, alles war
vorgesehen.
„So ist es ihre Pflicht, sich für die Zukunft zu schonen.
Sicher überrasche ich sie mit dem, was ich ihnen sage. Aber, werde ich sie eines
Tages wiedersehen?“
„Sehen sie, sie werden eine schwere Aufgabe zu erfüllen
haben: Diesem Volk die zwei Güter wiederzugeben, die es am meisten wünscht,
aber nicht zu bewahren im Stande ist: die Ordnung und die Freiheit.“
„Sie werden noch eine andere Aufgabe haben, die nicht
minder ernst ist: unsere Unabhängigkeit zu bewahren, die ständig bedroht ist
durch die Nähe von Paris zu den Landesgrenzen. Sie, der sie die glorreiche
Kampagne von 1792 durchgeführt haben, werden wissen welcher der Schwachpunkt ist.
Der Schwachpunkt ist hier: Denken sie daran, dass Paris das Herz Frankreichs
ist. Tun sie das, wofür uns keine Zeit bleibt vor unserem Fall zu tun:
befestigen sie Paris.“
„So, Herr General, nun gehen sie zum Heer von Dumouriez
und kämpfen sie gegen die Österreicher“.
Eine Anmerkung des Buches:
![]() |
| König Louis Philippe I. |
Dies war der bis ins Detail vorgezeichnete Plan, den
Danton preisgegeben hat. Was hat sich zwischen beide noch ereignet, über das
der Herzog nichts erzählt hat?
(Frage: Hat die Pariser Kommune nicht etwas zu tun mit
der Befestigung der Stadt?)
Sicher. Paris war der Ort in Frankreich, wo es am leichtesten
war eine Revolution zu entfachen. Wenn sie befestigt würde, könnte sie vor den
Angriffen der Feinde besser verteidigt werden. Das Vorhaben war also, aus Paris
einen Feuerherd zu machen, der den Anmärschen aus den Provinzen standhalten
könnte.
Es ist also folgerichtig. Es ist der Plan eines
Staatsmannes, der eine Verschwörung anzettelte und sie einem Komplizen
preisgab.
Das ganze endet so:
„Louis Philippe, der König, hatte dieses ganze Anliegen
unveränderlich in seinem Gedächtnis behalten. Er fand Vergnügen daran, es ab
und zu seinen engsten Freunden zu wiederholen, Wort für Wort, immer auf
gleicher Weise.“
Also etwas, was er auswendig gelernt hatte.
„Der Herzog von Aumale, einer seiner Söhne, hatte diese
Geschichte oft von seinem Vater gehört und wiederholte sie ebenfalls gerne des
öfteren. Er erzählte es mit viel Charme.“
In den Enthüllungen Dantons, ein Plan zur Durchführung
der „Prügelmethode“: Den Gegnern der Revolution Furcht einzuflössen, um ihnen
die Hoffnung auf einen Sieg zu nehmen; den Kampfeswillen schwächen und
vernichten.
Sie sehen, dass es eine Aussage eines Revolutionärs ist
an seine Komplizen, einer, der der König sein würde, der das Werk der
Französische Revolution in Frankreich sichern sollte. Diese Enthüllungen wurden
40 Jahre bevor dieser König regieren sollte, gemacht...
Es gab also eine Idee, die Französische Revolution
durchzuführen, um einen großen Schock in der französischen Öffentlichkeit zu
verursachen, damit die Anhänger der alten Ordnung sich dermaßen schwach und
demoralisiert fühlen sollten, dass nie mehr daran denken sollten, die alte
Ordnung wieder herzustellen. Oder, dass sie wenigstens dazu nicht mehr fähig
sein würden. Dann käme eine mehr oder weniger Monarchie, die aber wieder in
eine Republik landen würde.
Das war es, was geschah.
1830 wurde Louis Philippe König. 1848 wurde er abgesetzt
und kurz darauf kam Napoleon III, der ebenfalls gestürzt wurde. Und Frankreich
wurde endgültig für immer eine Republik...
In der Tat kam das zur Anwendung, was wir die „Prügelmethode“
nennen. Das heißt, den Gegnern der Revolution durch Gewalt Entsetzen
einflössen, sie schwächen und ihnen die Hoffnung auf einen Sieg und den Willen
zum Kampf zu nehmen.
In einem Artikel erwähnte ich einmal die Lehre von
Clausewitz, nach der, einen Krieg gewinnen, bedeutet nicht, den Feind physisch
zu vernichten, sondern ihm den Kampfeswillen zu nehmen.
Ich erwähnte auch die Meinung eines chinesischen Denkers
aus dem Jahr 500 vC, der sagte, dass der wahre General, der ist, der Länder
erobert, ohne sein Schwert zu zücken, sondern nur durch den Terror, den er
verbreitet und den anderen den Willen zum Widerstand schwächt.
Der Plan der Französischen Revolution war also, diese
Methode anzuwenden. Durch äußerste Gewaltanwendung und -verbreitung,
verursachte sie Panik und nahm den dekadenten, schwachen und verweichlichten
Feinden, den Willen zu widerstehen. Das Ergebnis war, dass der Rest eine
langsame Dekadenz war, die bis zum republikanischen Regime führte, in dem sich
Frankreich heute befindet.
Es gab also ein im Voraus studierter Prozess, der dann
mit aller Technik durchgeführt wurde, so wie man einen wissenschaftlichen
Prozess durchführt. Und der zu seinem vorgezeichneten Ergebnis kam.
Die Aussagen sind sehr sicher, weil sie von einem Autor
dieses Prozesses stammen, in der sogenannten kommunistischen Phase der
Französischen Revolution, gegenüber dem künftigen König, der die
Errungenschaften der Französischen Revolution festigen sollte.
Es ist eine höchst interessante Äußerung: sie bestätigt
die These des vorsätzlichen und prozessiven Charakters der Revolution.
Ein sehr interessantes Dokument für geschichtliche
Argumentation.
Danton: ein eingeweihter der Revolution und nicht
einfacher Vollstrecker
(In diesem Fall scheint Danton eingeweihter, als man es
sich hätte vorstellen können. Man dachte er sei eher nur ein Vollstrecker.)
Ich bin sehr erstaunt, dass er in diesem Maße eingeweiht
war.
Grund, warum die Revolution ihre Pläne verheimlicht:
jeder Verschwörer will nicht erkannt werden.
(Frage: Warum geben die Lehrer nicht diese Sicht der
Französische Revolution?)
Sie wollen verhindern, dass die Menschen eine Idee davon
haben, dass es eine Verschwörung gibt, die die Welt bis dorthin führt, wo die
Revolution sie haben will. Denn, wenn sich diese Kenntnis verbreitet, können
sich diejenigen, die gegen diese Verschwörung kämpfen, zahlenmäßig vermehren.
Und es ist klar, dass jeder Verschwörer Interesse daran hat, nicht als solcher
erkannt zu werden. Das steckt in der Natur der Dinge.
Das Ziel der Enthüllungen Dantons: Eine Taktik den Herzog
von Chartres in die Revolution einzuweihen
(Frage: Was wollte Danton mit der Enthüllung des Plans an
Louis Philippe? Welche Erklärung gab dieser, als er es anderen weitersagte?)
Man kann nur mutmaßen. Danton sagte irgendwann dem Herzog
von Chartres: „Sie sind noch zu jung und werden es nicht verstehen. Es wird
aber dies und jenes passieren...“
Auf der anderen Seite, sieht man, dass der Herzog eine
gewisse Ablehnung gegenüber den Ausschreitungen der Revolution zeigte. Es war
sehr schwer eine Person zu finden, es sei denn sie wäre ein Monster, die die
Ausschreitungen der Revolution mit Sympathie sah, und gerade dann als der
Terror seinen Höhepunkt erreichte. Ganz Europa war mit Entsetzen erfüllt.
Außerdem war der Herzog von Chartres noch jung. Wenn er
auch General der Revolution war, hatte er jedoch seinen Titel verloren und all
sein Vermögen. Man versteht, dass es viel besser ist, ein reicher Herzog von
Chartres, als ein zweitrangiger General zu sein, der sein Leben auf dem
Schlachtfeld riskiert. Es war nicht leicht diesem Jungen die Beleidigungen
schlucken zu machen, die er selbst gegen die Revolution ausbreitete.
Auf der anderen Seite rechneten sie mit ihm, der
revolutionäre König zu sein. Dann war es angebracht, dass es Danton war, ein
Monster, der ihm diese Zukunftsperspektiven eröffnete, um im Nachhinein in
einer Loge zur Annahme dieser Ideen eingeweiht zu werden.
Dass heißt, es vereinfachte die Sache, wenn ein Monster
wie Danton ihm als erster dies offenbarte. Als starker Mann und einflussreicher
Politiker, der die Macht in den Händen hat, hatte er alles, um ernst genommen
zu werden. Für eine Einweihung war es ein interessanter Schritt. Dies ist nur
eine Hypothese.
Der Zweck der Erzählung von Seiten Louis Philippes: Ein
Mittel für die Einweihung der eigenen Söhne — der Herzog von Aumale,
republikanischer Tendenz; der Herzog von Nemour, monarchistischer Tendenz
Warum erzählte Louis Philippe dies seinen Intimsten?
Der Grund ist, weil sich das Problem bei seinen Söhnen
wiederholen würde. Er hatte etliche Söhne, jeder mit einer unterschiedlichen
politischen Richtung.
Einer der Söhne, der Herzog von Aumale, war der
Republikaner unter seinen Söhnen.
Ein anderer, der Herzog von Nemours, war der Monarchist.
Dieser ist der Vorfahre der Mitglieder des brasilianischen Kaiserhauses.
Die Revolution war daran interessiert, alle Söhne Louis
Philippes in ihren Strom einzuführen, denn irgendwann könnten sie für
irgendeine Taktik der Revolution gut sein. Wie sie tatsächlich oft eingesetzt
wurden...
Der Vater erzählte also seinen Söhnen alles, um unter
ihnen den Ehrgeiz zu wecken. Es war eine Vorbereitung, wie es Danton mit ihm
selbst gemacht hatte. Deshalb erzählte er es auch nur in intimen Kreisen.
Dieser Historiker hörte diese Geschichte vom Herzog von
Aumale, und fand nichts Besseres, es in einem Buch zu veröffentlichen. Das sind
Dinge, die die Vorsehung steuert, das sie bekannt werden. Und das Buch landete
in unseren Händen.
(Frage: Der Herzog von Chartres war Sohn von Philippe
Égalité, Herzog von Orléans. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass er vom
eigenen Vater eingeweiht wurde. Und als Danton ihm davon erzählte, wusste er
bereits davon?)
![]() |
| Philippe Égalité - Herzog von Orléans |
Eine Überraschung für die Mentoren der Französische
Revolution: die Stärke der Reaktion von Seiten unzähliger Priester und vor
allem des Volkes
(Frage: Rechneten die Revolutionäre mit dem Aufstand der
Vendée? In wie fern störte das die Revolution?)
Es gibt eine Reihe kleiner Gründe, die dazu führen,
anzunehmen, als die Französische Revolution organisiert wurde, dass die
Anstifter wussten, dass es eine sehr heftige monarchistische Reaktion geben
würde. Wie es sie auch tatsächlich gab.
Jeder gewissenhaf republikanischer Historiker, behauptet,
dass, als Ludwig XVI. geköpft wurde, fast ganz Frankreich, empört über das
begangene Verbrechen, zu den Waffen griff. Das heißt, fast ganz Frankreich
hatte oder war noch nah dran, monarchistische Gefühle zu äußern. Sie rechneten
also mit einer monarchistischen Reaktion.
Es scheint aber, dass sie nicht mit einer religiösen
Reaktion gerechnet haben. Was verständlich ist, denn in jener Zeit gab die
Kirche Frankreichs alle Anzeichen einer großen Dekadenz.
Gegen alle Voraussicht war die Zahl der Priester, die
sich nicht der Revolution angeschlossen hatten, viel höher als man hätte
erwarten können. Weil die Revolution die Kirche angegriffen hatte. Es war der
religiöse Eifer des Volkes, der den Aufstand erwirkte, viel mehr als der
monarchische Aspekt.
So war die Stärke der Reaktion für die Revolutionäre eine
gewisse Überraschung. Trotzdem erwarteten sie eine Reaktion und waren bereit
Blut fließen zu lassen, um diese Reaktion zu zerschlagen. Das erkennt man aus
dem Bericht heraus.
Verwundbarkeit der Reaktion, die keine feste gegenrevolutionäre
Bildung hatte:
Kampf von Blinden gegen Sehende.
(Frage: Warum kam es nach Karl X. unter den Bourbonen zu
einer ernsthaften Reaktion gegen diese Taktik, die die Revolution mit den
Orléans durchführte?)
Der Zweig der Bourbonen bestand weiter, weil er in
verschiedenen Ländern regierte: Spanien, Beide Sizilien, Herzogtum Parma. Es
war der ältere Zweig und hatte natürlich viele Nachkommen. Doch keiner bekam
eine gute und feste gegenrevolutionäre Bildung.
Ohne im Kopf eine Struktur der Thesen von „Revolution und
Gegen-Revolution“ zu haben, kann man die Revolution nicht erfolgreich
bekämpfen. Es ist wie ein Blinder, der seine Angreifer ohrfeigen will. Solch
eine Reaktion ist voll verwundbar, sie ist nur instinktiv. Ein Blinder kann
einen Angreifer erwürgen oder ihn zu Boden werfen. Er verliert aber unbedingt
de Kampf.
Nützlichkeit dieses historischen Ereignisses im
Apostolat: Gefahr der Mafia.
(Kann man das weitersagen?)
Das einzige, was ich empfehle, ist, dass man es gut
dokumentiert, eine perfekte Bibliographie vorlegen kann: das vollständige
Dokument, Autor, Jahr der Herausgabe und Verlag. Weil im Fall einer reinen
wörtlichen Information, würde besonders ein Lehrer darüber lachen.
Nicht irgendeinem erzählen. Dann wird man gleich sagen
wir hätten einen Freimaurerfimmel, man sähe Freimaurer überall.
Unterscheidung des utopischen Kommunismus vom sog.
wissenschaftlichen Kommunismus
(Wurde diese Taktik im Kommunismus verwendet?)
Höchstwahrscheinlich. Das Problem ist, dass diejenigen,
die sich mit solchen Themen beschäftigen, im Allgemeinen zwischen zwei Formen
des Kommunismus unterscheiden: dem utopischen und dem sogenannten
wissenschaftlichen Kommunismus.
Den utopischen Kommunismus betrachten sie als eine Art
Prä-Kommunismus. Er wird dargestellt als eine Strömung von Philosophen und
Schriftstellern, die von einer Errichtung des Kommunismus aus rein
sentimentalen Gründen träumten.
Der sog. wissenschaftliche Kommunismus basiert sich auf
wirtschaftliche Gründe und greift auf die Philosophie Hegels zurück. Er wurde
auf den Materialismus transponiert durch Karl Marx: der Vorrang der Materie
über den Geist, des Wirtschaftlichen über das Ideologische. Er kam auf mit dem
Manifest von Karl Marx 1848.
Der utopische Kommunismus ist viel älter. Schon Thomas Morus
im XVI. Jahrhundert veröffentlichte ein Werk, in dem das kommunistische Ideal
gepriesen wurde. Vor ihm gab es noch einen Campanella.
In der Französischen Revolution versuchte man den
Kommunismus einzuführen im Sinne Rousseaus, nicht aber mit der Begründung, die
ihm später Marx gab.
Historiker geben zu, dass es während der Französischen
Revolution eine echte kommunistische Revolution gab, angeführt von Babeuf, und
dass Danton, Robespierre, Marat und andere — Vorsitzende des Comité du Salut
Public — alle Kommunisten waren und etliche kommunistische Gesetze machten.
Hatten aber nicht den Mut ein kommunistisches Regime einzuführen. Deshalb
revoltierte Babeuf kurz nach dem Terror, um zu versuchen den Kommunismus voll
einzuführen.
[RN – Vortrag gehalten am 30.06.70]
Das Gespräch zwischen dem Herzog von Chartres und Danton
ist entnommen (freie Übersetzung) aus
F.-A. Gruyer (Membre de l’Institut), „La jeunesse du Roi
Louis-Philippe“ d’après les portraits et les tableaux conservés au Musée Condé,
Paris, Librairie Hachette et cie., 79, boulevard Saint-Germain, 1909, S. 124-127
Dienstag, 19. Juli 2016
Der große Wert des Leidens
Plinio Corrêa de Oliveira
Wir haben einige Gedanken,
einige Aussagen von Heiligen gesammelt, über die Vortrefflichkeit des Leidens
aus Liebe zu Gott.
Beim hl. Petrus finden wir
folgende Aussage: „Seid selig, wenn ihr
wegen des Namens Christi geschmäht werdet; denn was Ehre, Herrlichkeit und
Kraft Gottes in euch ist, wohnt und ruht in euch mit seinem Geist.“
Das ist etwas sehr schönes
für diejenigen, die die Aufgabe haben, ständig gegen die Feinde des Glaubens zu
kämpfen. Der Gedanke hier ist: Gegen die Feinde des Glaubens zu kämpfen um sie
zu besiegen; aus dem Kampf ehrenhaft herausgehen und von allen mit Beifall
bedacht werden, ist eine verdienstvolle Sache, doch das Verdienst ist größer,
unter einem gewissen Gesichtspunkt, wenn man im Kampf von allen verspottet,
kritisiert und gehasst wird, denn der, der von Gott auserwählt wurde, diese
Verachtung zu erleiden, wird von Ihm mit besonderem Wohlgefallen betrachtet.
Um diesen Gedanken zu
verstehen, müssen wir in Betracht ziehen, dass kein Haar von unsrem Haupt
fällt, kein Vogel von einem Baum fällt, ohne das es Gottes Wille ist und in
seinen Plänen steht. Immer wurde es so verstanden, dass das Leiden aus Liebe
zum Glauben eine Ehre sei und es denen bereitet ist, die von Gott sehr geliebt
werden, auch wenn es willkürlich geschieht und Er von diesen einen
einzigartigen Liebesbeweis verlangt.
Also, verspottet,
belächelt, gehasst, verleumdet werden zu Ehren des Glaubens, bedeutet eine
wahre Verherrlichung, denn Gott erwählte besonders diesen aus, um aus Liebe zum
Glauben verfolgt zu werden. Dies ist eine Art des Martyriums, wenn auch eines
unblutigen Martyriums; es ist ein Palmenzweig, den man trägt, der jedoch nicht
durch vergossenes Blut errungen wurde, aber doch ein sehr glorreicher Palmenzweig
ist.
Über diese Helden sagt der
hl. Petrus: Wer aus Liebe zu Christus beleidigt oder verachtet wird, ist
zunächst einmal ein Seliger, ein Glücklicher. Ein Glückspilz ist nicht einer,
der im Lotto gewonnen hat, der ein großes Geschäft gemacht hat, sondern der,
der aus Liebe zu Christus verfolgt wird. Und der hl. Petrus begründet das auch:
„Weil die Ehre, die Herrlichkeit und die
Kraft Gottes in seinem Geiste ruhen.“
Ehre, Herrlichkeit und
Kraft! Welchen Unterschied gibt es zwischen Ehre und Herrlichkeit? Ehre ist die
Art der Achtung, die man gegenüber einer tugendhaften Person hat. Herrlichkeit
ist die Art der Berühmtheit, jener Glanz, der eine Person umgibt, die eine
hervorragende, hohe Leistung erbracht hat. So wird Gott auf unendlicher Weise
geehrt. Gott ist unendlich glorreich, die Ehre Gottes ruht auf jemandem, der
aus Liebe zu Ihm verfolgt wird. Die Herrlichkeit Gottes ruht auf dem Menschen,
der es hinnimmt, aus Liebe zu Ihm verfolgt zu werden.
Dann sagt der hl. Petrus: „Die Kraft Gottes ruht in diesem Menschen“.
Die unerschrockene Seele, die allen Verfolgungen widersteht und trotz aller
Verachtung die Treue zu Unserem Herrn bewahrt, in dieser Seele pulsiert die
Kraft Gottes selbst und sie offenbart sich in ihr. Gott behauptet sich als
unbesiegbar in den Geschöpfen, die er unbesiegbar macht. Welch ein prachtvoller
Gedanke.
Und nun noch etwas
schöneres: „All diese Dinge — die Ehre,
die Herrlichkeit, die Kraft — wohnen in denen, die verfolgt werden und ruhen
mit dem Geist dessen, der verfolgt wird“. Gott erschuf die Welt und am
siebten Tag ruhte Er in der Betrachtung dessen, was Er getan hatte. Gott
erschafft den verfolgten Menschen und erfüllt ihn mit Gnaden, um die Verfolgung
zu bestehen; macht aus ihm nicht einen passiven Kämpfer, sondern einen Kämpfer,
der die Kraft Gottes in sich hat, also das Beste der Kraft, — die Kraft des
Angriffs für eine gerechte Sache — macht aus ihm einen Krieger Gottes und Gott
ruht über ihn, betrachtet ihn, weil er eine Schönheit des Universums ist.
Ein Treuer Mensch an dem
kein Falsch ist, der von Gott geliebt wurde, der von Maria geliebt wurde, und
der in der Stunde der Verfolgung kein Verräter wurde, der es annahm und sich
der Prüfung, die die Muttergottes ihm auferlegt hatte, stellte. Dies ist etwas
Herrliches.
Auf Erden wird der wegen
der Herrlichkeit Gottes verfolgte Mensch, verspottet, getreten, verschmäht,
doch er beugt sich nicht, sein Kampfesgeist lässt niemals nach, sein
Unternehmungsgeist im Kampf wankt niemals. Er mag von der ganzen Welt mit Füßen
getreten werden, doch von den höchsten Himmelshöhen schaut Gott auf ihn, Er
beugt sich über ihn und betrachtet ihn wie ein Meisterwerk Seiner Liebe. Er
sieht in ihm die Verwirklichung Seiner Ehre und Seiner Herrlichkeit, ein
Ausdruck Seiner Kraft und Er ruht auf ihn, wie er geruht hat in der Betrachtung
der Schönheit des Universums, das Er erschaffen hatte.
Dies ist auch eure Ehre,
meine lieben Unterschriftensammler! *) Wenn ihr Menschen begegnet, die euch
beleidigen, wenn andere vorübergehen und euch nicht verstehen, wenn sie den
Blick von euch abwenden, wenn sie euch mit Geringschätzung anblicken, wenn
jemand vorbeikommt und euch bei der Arbeit sieht und doch verwegen schreit: „Du
Taugenichts, geh arbeiten!“, dann denkt an folgendes: ich muss mit
Standhaftigkeit, Männlichkeit und Festigkeit widerstehen und mutig
weitermachen. Wenn ihr so denkt, dann werden vom Himmel hoch Gott, Unser Herr
Jesus Christus, die Muttergottes, die Engel und Heiligen auf einen jeden von
euch mit Freude herabschauen. Dies ist die übernatürliche und strahlende
Wirklichkeit des Kampfes, den ihr auf den Straßen unserer Städte führt, um die
Werte der Christenheit zu verteidigen.
(Aus einem Vortrag am 26.
Juli 1968)
*) In jener Zeit
veranstaltete die TFP in Brasilien eine landesweite Unterschriftensammlung
gegen die kommunistische Unterwanderung katholischer Kreise. Die
Unterschriftenaktion für die „Ergebene
Bitte an Papst Paul VI.“, Maßnahmen zu unternehmen um diese Unterwanderung zu
stoppen, wurde am 10. Juli 1964 gestartet und am darauffolgenden 12. September
abgeschlossen. In dieser Zeitspanne haben TFP-Anhänger in den Straßen von 158
Städten insgesamt 1.600.368 Unterschriften zusammengetragen, zu denen auch die
von neunzehn Bischöfen und Erzbischöfen, von mehreren Ministern, zahlreichen
Abgeordneten und weiteren Politikern zählten. Die Petition wurde am 7. November
1969 offiziell im Vatikan eingereicht; der Heilige Stuhl äußerte sich zwar
nicht dazu, doch der Progressismus wurde für einige Zeit gestoppt und Pater Joseph
Comblin, der den Anlass zu dieser Kampagne lieferte, musste das Land verlassen.
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Gegenrevolution,
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