Mittwoch, 10. Juni 2026

Der hl. Aloysius von Gonzaga und der hl. Leutfred

Plinio Correa de Oliveira

“Heiliger des Tages” vom 20. Juni 1967

Auszug über den heiligen Aloysius Gonzaga, entnommen aus Dom Guéranger, „L’Année Liturgique“:


„Gott offenbarte der heiligen Maria Magdalena von Pazzi den heiligen Aloysius Gonzaga und machte sie auf seine außergewöhnliche Heiligkeit und sein unbekanntes Martyrium aufmerksam; ein Martyrium der Liebe.

Die Heilige sagt: „Wie groß ist die Herrlichkeit des Aloysius, des Sohnes des Ignatius! Ich hätte es nicht geglaubt, hätte Jesus es mir nicht gezeigt. Ich konnte nicht glauben, dass er im Himmel solch große Herrlichkeit besaß! Wer kann je den Wert und die Kraft innerer Bindungen erklären? Die Herrlichkeit des Aloysius ist so groß, weil er im Verborgenen wirkte; in inneren Werken.

Ein Vergleich ist unmöglich. Aloysius richtete zu Lebzeiten seinen Blick stets auf das Wort Gottes. Und deshalb ist er so groß.

Aloysius war ein unbekannter Märtyrer. Er war unendlich liebenswert.“ Er wurde zum Märtyrer, weil er erkannte, dass er nicht so sehr liebte, wie er es sich wünschte. Wie sehr er doch auf Erden liebte! Deshalb besitzt er Gott heute im Himmel in einer unermesslichen Fülle der Liebe.

Schon als Sterblicher schoss er Pfeile der Liebe in das Herz des Wortes. Und nun, im Himmel, ruhen diese Pfeile in seinem eigenen Herzen. Denn diese ihm gebührende Botschaft der Göttlichkeit – Pfeile dieser Liebestaten und der Vereinigung mit Gott – besitzt er nun wahrhaftig in Frieden“.

Es ist ein wunderschöner Kommentar. Und er hat den Wert, ein Kommentar einer Heiligen zu sein, nachdem sie die Offenbarung der Seele des heiligen Aloysius bekommen hat.

Sie sehen, welchen Gedanken sie hier ausdrückt. Sie sieht den heiligen Aloysius nicht direkt unter dem Symbol der Reinheit, sondern als Märtyrer der Liebe Gottes. So zeigt sie, dass der heilige Aloysius im Verborgenen seines Herzens wirkte; und nur wenige Menschen erkannten das Außergewöhnliche an ihm.

Er hatte einen Gewissensführer, einen geistlichen Begleiter – und dieser war der große heilige Robert Bellarmin, Kirchenlehrer. Sie sehen: ein heiliger Lehrer, der Begleiter eines anderen Heiligen ist, der im Himmel leuchtet.

Die heilige Maria Magdalena de Pazzi sagt weiter, dass seine höchste Herrlichkeit darin bestand, dass er vor allem unaufhörlich Taten der Liebe zu Gott vollbrachte, die wie Pfeile waren, die er auf das göttliche Herz abschoss; Pfeile, die vor Liebe brannten und im Himmel eine Verbindung herstellten, eine außergewöhnliche Beziehung zwischen ihm und Gott, unserem Herrn.

Nun, andererseits litt er auch. Und er erlitt ein wahres Martyrium. Ein wahres Martyrium der Liebe. Denn er erlitt wahre Qualen, weil er Gott nicht so liebte, wie Gott geliebt werden sollte, und weil er sah, dass die Menschen Gott nicht so liebten, wie Gott es verdiente geliebt zu werden.

Man sieht auf manchen Drucken das Unbefleckte Herz Mariens, umgeben von Dornen; es ist die Muttergottes, die leidet, weil die Menschen Gott nicht so lieben, wie sie ihn lieben sollten. Und das große Martyrium, die große Trauer der Muttergottes, bestand darin, den Mangel an Liebe zu Gott bei den Menschen zu sehen.

Wenn diese Seelen unseren Herrn geliebt hätten, wenn sie diese Unermesslichkeit des Mangels an Liebe zu unserem Herrn betrachtet hätten – aber Mangel an Liebe bedeutet hier nicht, keine Liebe zu haben; es bedeutet Hass – diese Unermesslichkeit des Hasses …, einen Hass gegen alles, was von Gott, unserem Herrn, ist.

Erst heute habe ich mich zu diesem Thema geäußert. Wenn wir die Lage der Heiligen Kirche und der Welt bedenken und welches Verdienst unser Martyrium der Liebe hat!

Keine Gnade in nichts finden, keine Freude in nichts finden, keine Befriedigung in nichts finden, sich nicht um seine eigene Person zu kümmern, um die eigenen Interessen. Immer nur an diese schmerzlichen Gedanken zu denken: Gott, so erhaben, weiß sich in unserer Nähe so klein zu machen, aus Liebe zu den Menschen, zu uns. Das fleischgewordene Wort, die Gottesmutter, die heilige katholische Kirche, von den Menschen gehasst. Wie gewaltig ist das, und doch ist es wahr.

Es ist etwas, was ich nicht vollständig erklären kann.

Aber es gibt eine Umkehrbarkeit im Geisteszustand der wahrhaft weisen Seele, die ihr eine Erhabenheit und Ernsthaftigkeit verleiht, die in ihr jene einzigartige moralische Wirkung entfaltet, dass sie, je höher sie steigt, einerseits stark, andererseits aber auch freundlich, zugänglich, gütig und freudig wird.

Es ist ein Seelenzustand, den ich nicht genau definieren kann, der aber wahre Freude in sich birgt. Solange wir so sind, kann man von Freude sprechen. Nicht in dem Sinne, wie die Welt sie heute versteht. Freude ist kein Geisteszustand, dessen einziger, wichtigster, notwendiger Ausdruck Lachen ist.

Der freudige Mensch ist nicht der Mensch, der lacht. Doch er ist ein Mensch, der eine Art Größe, ein inneres Wohlbefinden in sich trägt, dass selbst mit den größten Qualen und tiefstem Leid bestehen kann.

Es ist ein Zustand der Erhabenheit, der Güte, der Freundlichkeit, der ihn zu jeder Größe befähigt; vom Größten bis zum Kleinsten. Fähig zu jeder Gewalt und aller Unnachgiebigkeit; vom Größten bis zum Kleinsten.

Fähig auch zu aller Geduld, aller Güte, aller Flexibilität und aller Anpassungsfähigkeit gegenüber dem, was nicht böse ist. Denn dem Bösen müssen wir stets widerstehen. Wenn wir dem Bösen begegnen, kämpfen wir immer und gewähren ihm weder Waffenstillstand noch Gnade. Doch wir sind fähig zu jeder Form von Freundlichkeit, Kompromissbereitschaft und stiller Güte gegenüber dem, was nicht böse ist.

Dahinter verbirgt sich jener Geisteszustand, der wahre Freude ist. Nicht der Wunsch zu lachen, sondern das Gefühl, wie ein Mensch sein sollte. Sich in Harmonie mit Gott, unserem Herrn, zu fühlen; sich in der seiner Seele angemessenen Statur, in der seiner Seele angemessenen Proportion und in der Erfüllung der seiner Seele angemessenen Aufgabe zu fühlen.

Hier liegt etwas, das aus Ernsthaftigkeit, Würde, Freundlichkeit und Gelassenheit besteht. Etwas, das wenig lacht. Etwas, das lächelt, aber nur wenig. Etwas, das auch wenig weint. Doch es besitzt eine innere Stabilität, eine innere Gelassenheit, die das Fundament der wahrhaft katholischen Seele bildet.

Nun, es ist dieser Geisteszustand, der in besonderem Maße zum Leiden fähig ist, ein Geisteszustand, den nur übernatürliche Vision schenkt und der die Seele in ein wahres Heiligtum verwandelt.

Dieser Geisteszustand, der so würdig ist, Verehrung und Zärtlichkeit hervorzurufen; dieser Geisteszustand, der die Menschen entzücken sollte, ist genau dieser Geisteszustand, den der moderne Mensch verabscheut. Er hasst ihn, er meidet die Gesellschaft derer, die so sind. Es widerstrebt ihm, sie anzusehen. Denn er muss sich in einer Art permanenter Unordnung fühlen, in der er alles andere als das ist.

Wenn er weinerlich sein will, weint er; wenn er sanftmütig sein will, ist er sanftmütig; wenn er gewalttätig sein will, ist er gewalttätig; wenn er wie ein Clown grinsen will, ist er es. Sanftmütige, weinerliche, gewalttätige, Clowns, so unterschiedlich sie auch sein mögen, passen sich letztendlich einander an.

Obwohl sie einander angreifen, hassen sie einander nicht so sehr wie jemanden, der jenen Geisteszustand besitzt, von dem ich vorhin sprach – einen ernsten, sakralen Geisteszustand.

Es ist ein Zustand, der dem ähnelt, wenn die Kathedrale Notre-Dame – sagen wir – denken und fühlen könnte. Der innere Zustand ihrer gesamten Umgebung, die Erinnerung, das Übernatürliche, mit dem durch die Buntglasfenster gefilterten Licht, mit der Heiligkeit zwischen den aufsteigenden Schiffen, mit jener Geradlinigkeit, jener schlanken Leichtigkeit, die sich nach oben erhebt, mit der Stärke der Säulen, mit dem Widerstand des Granits; diese Kathedrale würde in sich ein Wohlbefinden spüren, das nichts anderes vermitteln kann. Es ist etwas Unbeschreibliches, das keine andere Geisteshaltung verkörpert.

Wir sehen es sehr deutlich im Mariensaal zum Ausdruck kommen. Genau, der Mariensaal ist der Raum, in dem man diesen Geisteszustand sehen und fühlen kann, und deshalb behandeln Sie diesen Raum wie ein wahres Heiligtum. Denn dort wohnt ein Geist, der diesem gleicht. Ein Geist, der den Geist der Mäßigung verkörpert, die Summe all dessen, was einen guten Geist ausmacht; und der eine erhabene, doch ruhige Stabilität schenkt, die keine Erschütterungen fürchtet und ganz auf die Ewigkeit ausgerichtet ist.

Dies sieht man im Geist des heiligen Aloysius. Und dies ist die Seele voller Weisheit, gleichsam von innen betrachtet. Es ist das Innere einer Seele voller Weisheit.

Hier findet sich diese großartige Beschreibung: Der heilige Aloysius, der Reine; der heilige Aloysius, der Keusche. Der heilige Aloysius hielt sich von allen maßlosen und unreinen Eindrücken fern, die ihn von seiner Erhabenheit hätten abbringen können. Seine Seele erhob sich weit über die Horizonte bloßer Reinheit hinaus.

Es steht geschrieben, selig sind die Reinen, denn sie schauen Gott. Gott zu schauen, selbst auf dieser Erde, bedeutet, rein zu sein. Und dies kennzeichnet die Reinen, die die Reinheit ernst nehmen, die danach streben und die ihre Sünden im Blut des Lammes tilgen, die vollkommen makellos bleiben – falls sie jemals einen Makel in ihrem Leben hatten.

Diese also besitzen die Seele mit der nötigen Erhabenheit, Gott zu schauen, wie es der heiligen Maria Magdalena de Pazzi, einer großen Mystikerin, zuteilwurde.

So verstehen wir die Größe des heiligen Aloysius im Himmel. Die Größe, die ihm gerade deshalb zuteilwurde, weil seine Seele einem Heiligtum, einer Kathedrale und einer gotischen Burg glich. So haben wir unseren großen heiligen Ludwig. Und so finden wir die Quintessenz der Tugend der Reinheit. Die Tugend der Reinheit, letztlich in der Seele.

* * * *

Außer dem heiligen Aloysius haben wir die Aufzeichnung, die ich nur lesen werde, über den heilige Leutfred. Dies ist ein Auszug aus „Ernest Hello, Physiognomie der Heiligen“:


„Ein außergewöhnlicher Heiliger, wenig bekannt, ein großartiges Vorbild für unsere lauwarme Zeit. Er wurde in Neustrien geboren; er stammte aus einer guten Familie, die er verließ, um Priester zu werden. Nach vielen Kämpfen gründete er die Abtei vom Heiligen Kreuz. Er wurde wegen seines unabhängigen Geistes verfolgt. Er empfing die Gabe der Wunder und der Prophetie. Er war äußerst streng. Weil er keine Haare hatte, verspottete ihn eines Tages eine Frau. Der Heilige sagte zu ihr: Warum machst du dich über einen Naturfehler lustig? Dein Hinterkopf soll es ebenso sein.

Bauern arbeiten am Sonntag auf dem Acker. Der Heilige hob seine Augen zum Himmel und sprach: Herr, möge dieser Acker ewig unfruchtbar sein, niemals trage er Korn oder Frucht! Sein Fluch war wirksam. Brombeersträucher und Disteln bezeichneten fortan das verwunschene Feld und bedeckten es ganz.“

Großartig!

„Der heilige Leutfred besaß einen brennenden Eifer für die Gerechtigkeit; aber noch stärker glühte das Erbarmen in ihn.“

Es ist das Prinzip, worüber wir besprochen haben. Unermesslich gerecht, unermesslich barmherzig; die Tugenden gehen Hand in Hand.

„Der Zorn des heiligen Leutfred durch den er die Flammen der Nächstenliebe entfachte. Die Kraft seiner Verwünschungen und die Kraft seiner Liebe, seine Liebe zu den Armen, sein Hass auf Ungerechtigkeit, sind die beiden parallelen Linien, die sein Leben prägten.

Einer seiner Ordensbrüder war gestorben; und bei ihm fand man drei Münzen. Er hatte sein Armutsgelübde gebrochen. Leutfred befahl, ihn auf profanem Boden zu bestatten.“

Wunderbar!

„Danach zog er sich für vierzig Tage in Exerzitien zurück; er betete und weinte um die Seele dessen, den er scheinbar verstoßen hatte.“

Sehen Sie. Die vermeintlich verständnisvolle Haltung wäre: „Ach, der Arme, vergib ihm!“ Nein! Er befiehlt, ihn in profaner Erde zu begraben, doch damit nicht genug. Er begibt sich auf eine spirituelle Einkehr. Er folgt dem Beispiel unseres Herrn Jesus Christus.

„Und nach diesen Tagen offenbarte ihm der Herr, dass seine Barmherzigkeit die Seele erlöst hatte, die seine Gerechtigkeit verurteilt hatte.“

Das Höllenurteil aufgeschoben aufgeschoben, bis dieser Heilige seine Buße vollbrachte.

Manche werden einwenden: „Aber wenn er schon tot war …“ Das stimmt. Aber wer weiß, ob Gott die Seele nicht bis zum Abschluss der Buße mit dem Leib vereint gelassen hat? Wer weiß das? Wer kann Gottes Barmherzigkeit ermessen? Wie sehr unterscheidet sich das doch vom Liberalismus! …

„Sein Zorn gegen den Teufel war gewaltig.“

Die Menschen fürchten sich vor dem Teufel, anstatt Versuchungen zu widerstehen. Ich habe nur wenige Menschen gesehen, die den Teufel mit Hass bekämpfen, also mit Wut gegen ihn ankämpfen. Ich habe das nur bei sehr wenigen erlebt.

Wir sollten den Teufel hassen. Und wenn er uns nahekommt, sollten wir einen größeren, brennenden Hass empfinden als gegen jeden anderen Menschen auf Erden. Denn er ist der erklärte Feind Gottes, der erklärte Feind unserer Seele, der alles Böse begehrt; und wenn wir in Versuchung geraten, sollten wir ihm mit einem kämpferischen Hass begegnen, wie der Erzengel Michael.

Wie gut ist das eigerichtet, wie man so sein soll.

„Einst kam ein Mönch in seine Zelle, um ihn zu warnen, dass der Teufel in der Kirche sein Unwesen treibe. Der Heilige erkannte seinen alten Feind, eilte zur Kapelle und bekreuzigte die Türen und Fenster, als wolle er die Ausgänge versiegeln.“

So ist es richtig; zuerst alles verriegeln. Der Teufel soll sich in Acht nehmen. Das ist weise. Wir könnten ein Bild des heiligen Leofred anfertigen, denn er ist überaus prächtig! Es erfüllt meine Seele!

„Und er ging auf den zu, der dem Teufel ähnelte, und schlug mit Zorn“.

Das ist es, großartig!

„Der Teufel wollte fliehen, doch die Ausgänge waren alle versperrt. Der Körper, den er sich angeeignet hatte, hätte sich plötzlich auflösen können. Doch es scheint, als sei ihm dies verwehrt worden. Gott wollte ihn durch die Schläge des heiligen Leutfred demütigen.“

Gibt es etwas Besseres als dies? Ich finde es erstaunlich: materiell gegeben, spirituell gefühlt; und unter dem Zeichen des Kreuzes. Denn die Seele des Teufels ist fähig, den Schmerz zu empfinden, den die Schläge des Heiligen verursachen. Denn Feuer, das materiell ist, verbrennt die Seele des Teufels. Genau wie im Übrigen im Fegefeuer das Feuer die Seelen verbrennt, die dorthin kommen.

Der heilige Leutfred schlug auf den Körper ein, den der Teufel benutzt hatte.

Und diese Schläge – welch eine Demütigung! Sie quälten den Teufel wahrlich. Es quält ihn, wenn wir schlecht über ihn reden. Wenn wir ihm ein paar Schläge versetzen und seine Qualen vergrößern können, ist das gut, das ist gut. Besonders, wenn er angreift. Peng! Wir kontern und geben der Muttergottes die Ehre, dass unser Hass auf ihn größer ist als sein Hass auf uns.

„Gott zwang ihn, durch den Glockenturm zu fliehen, damit er seine Niederlage sühnen konnte.“

Stellt euch das vor! Gezwungen, unter den Schlägen durch den Turm zu fliehen. Und ich möchte sehen, wie der heilige Leutfred den letzten Schlag ausführt.“

Ich stelle ihn mir vor, alt, mit weißem Bart, weißem Haar, aber noch immer sehr gut erhalten; mit braunen Augen. Doch stark; eindringlich mit einer einzigartigen Gelassenheit und einem tiefen Hass. Und diese Marionette stöhnt und keucht, bis man sie schließlich durch den Turm fliehen sieht. Unerbittlich.

Es wäre lohnenswert, in eine Haus unserer Bewegung eine Kapelle einzurichten, die dem heiligen Leutfred geweiht ist.

Hätte ich die Ehre – die ich nicht verdiene –, die Farm Morro Alto zu besitzen, würde ich vorschlagen, ihn zusammen mit der heiligen Therese vom Kinde Jesu zum zweiten Schutzpatron der Farm zu ernennen. Sie würden ein perfektes Ensemble bilden.

Ich habe von Sühne gesprochen, ich habe von der Vereinigung mit der Muttergottes gesprochen. Merkt euch gut: Es gibt keine Sühne und keine Vereinigung ohne den Zorn, der aus Liebe geboren ist. Wollen wir die Intensität unserer Liebe messen? Lasst uns für die Intensität unseres Zorns kämpfen. Denn nur so zählt unser Zorn.

Und vollkommener Zorn gleicht vollkommener Liebe. Vollkommene Liebe erfasst alles. Vollkommener Zorn erfasst alles. Vollkommene Liebe nährt sich nur vom Zorn, und vollkommener Zorn nährt sich ebenfalls nur von der Liebe. Vollkommene Liebe lebt von der Betrachtung des Liebenden, und vollkommener Zorn lebt von der Betrachtung dessen, was hasst. Und der Akt der Liebe ist die Vollkommenheit der Liebe; der Akt des Zorns ist die Vollkommenheit des Zorns.

Dringend zu urteilen, vorausschauend zu urteilen, laut zu urteilen, spektakulär zu urteilen, vollständig, so dass dem Gegner nichts mehr bleibt – das muss im Hinblick auf die Revolution geschehen, ein Ausdruck eines Zorns, der niemals schläft.

Ich schlafe, aber mein Herz wacht. Das kann man von der Liebe sagen. Es ist wie bei einer Mutter mit einem sehr kranken Kind; sie schläft, aber ihr Herz schläft nicht.

Wir sollten von uns sagen können: Wir schlafen, aber unser Hass auf den Teufel schläft nicht. Und dass wir selbst im Schlaf eine lebendige Fackel des Hasses gegen die Revolution und gegen die Feinde der Gottesmutter sind.

Und dann könnten wir sagen: Ich schlafe, doch mein Herz wacht und wartet auf den Augenblick, in dem ich die Gottesmutter noch mehr verherrlichen kann.





Aus dem Portugiesischen mit Hilfe vom Google Übersetzer

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in
www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 


Sonntag, 7. Juni 2026

Das moralische Profil des jungen TFP-Kämpfers

 Abschlussrede zum 8. Kongress der Mitglieder der TFP, am 14. Februar 1971

von Plinio Correa de Oliveira

 

Brasilien zählt zu den Ländern mit den besten Voraussetzungen für seine Entwicklung in den kommenden Jahrhunderten.


(...) Vor uns liegt die Weite Brasiliens, die Weite dieses Landes, eines der größten der Erde – es bietet die besten Voraussetzungen für seine Entwicklung in den kommenden Jahrhunderten, da wir über unser gesamtes Land und eine bewundernswert homogene Bevölkerung in Bezug auf ethnische, politische und territoriale Gegebenheiten verfügen. Unser riesiges Territorium zeichnet sich durch eine bewundernswerte Kontinuität aus. Es wird nicht durch etwas von einem Ende zum anderen durchschnitten, dass es in voneinander getrennte Gebiete unterteilt. Es bildet eine große geologische Einheit, eine große Einheit (...) eines Volkes, das zudem außerordentlich geeint bleibt.

Wenn man die Unterschiede zwischen den Brasilianern aus dem Amazonasgebiet und denen aus Rio Grande do Sul, den Brasilianern aus São Paulo oder Rio de Janeiro und denen aus Mato Grosso und Goiás betrachtet, so stellt man fest, dass diese Unterschiede tatsächlich unbedeutend sind. Das brasilianische Volk ist überall eins, homogen, wahrhaft brasilianisch, geeint und zusammenhaltend, ohne Streitigkeiten, Rivalitäten oder gegenseitige Abneigungen; ein friedliebendes Volk, das in den Bewohnern der anderen Bundesstaaten wahre Brüder sieht und in einem beispielhaften Frieden lebt, ohne jene geografischen und ethnischen Spaltungen, die die Geschichte und das Leben anderer Nationen so oft zersplittert haben. São Paulo selbst, dieses gewaltige São Paulo, das im 20. und 21. Jahrhundert Anziehungspunkt für die größte Migrationswelle in Brasilien war, São Paulo, wo die Nachkommen fast aller Völker der Erde zusammenleben, São Paulo verkörpert einen zutiefst brasilianischen gemeinsamen Nenner, der diese Stadt der Arbeit und des Fortschritts mit seiner souveränen Note prägt. Und der es den unterschiedlichsten Völkern ermöglicht, hier in Frieden und Brüderlichkeit zusammenzuleben, die das wahre Klima Brasiliens ausmachen.

Mehr noch als diese Brüderlichkeit, die aus dem Wesen unseres Volkes und der nahezu vollständigen ethnischen Homogenität erwächst – denn hier verschmelzen nach und nach so unterschiedliche Völker zu einem harmonischen Ganzen –, mehr noch als diese Verbundenheit fällt in Brasilien eine erstaunliche religiöse Verbundenheit auf. Die Vorsehung lenkte die Migration nach Brasilien so, dass, selbst wenn dies nicht beabsichtigt war, der Großteil der Einwanderer katholisch ist. Und Brasilien ist durch und durch eine katholische Nation, in der der Anteil der Nicht-Katholiken nicht nur zahlenmäßig unbedeutend ist, sondern auch in der Ablehnung, die es in der übrigen Bevölkerung erfährt, in seiner Apathie und in seiner Unfähigkeit, den Nationalgeist zu prägen, unbedeutend.

Wir verfügen daher über eine immense Einheit: Einheit der Mentalität, Einheit des Glaubens, Einheit des Territoriums. In dieser Einheit, einer wachsenden Bevölkerung, die zu den größten der Welt zählt, und immensen, noch unerschlossenen wirtschaftlichen Ressourcen, die ein wahrhaft unermessliches Potenzial darstellen, erhebt sich Brasilien an der Schwelle zum 21. Jahrhundert mit dem Potenzial, die größte Macht des 21. Jahrhunderts zu werden. Gleichzeitig kann es sich bereits eines der größten Verdienste einer Nation zuschreiben: Kein anderes Land der Welt hat eine so große katholische Bevölkerung wie Brasilien. Die zahlenmäßig größte Gruppe innerhalb des authentischen Christentums, des katholischen Christentums, sind die Brasilianer.

Eine großartige Zukunft erwartet uns daher. Die Zukunft eines Volkes, das sich zum wahren Glauben bekennt, die wahren Prinzipien kennt und somit die natürliche Ordnung, die nur die katholische Religion in ihrer Ganzheit lehrt und durch die Sakramente die übernatürlichen Kräfte zu ihrer vollen Erfüllung vermittelt, Brasilien, das von der katholischen Kirche den Schatz der fundamentalen Prinzipien der christlichen Zivilisation empfangen hat, besitzt alle Mittel, den kommenden Jahrhunderten den Lauf des Schicksals aufzuzwingen, dem wir folgen müssen, um andere Nationen auf diesen Weg zu führen und einzuladen. Umso leichter, meine jungen Freunde, wenn die Vorsehung es so bestimmt hat, dass diese Homogenität Brasiliens die Homogenität des gesamten lateinamerikanischen Kontinents sein sollte. Wenn es die Homogenität all jener Nationen wäre, die von der Iberischen Halbinsel stammen und diese weiten Landstriche bevölkern – Nationen, die untereinander Schwesternationen sind, Nationen, die katholisch sind –, dann wäre Lateinamerika ein gewaltiger Block unerschlossener Ressourcen, der größte Schatz der Christenheit für die Zukunft.

Es ist daher von großer Bedeutung, dass sich in diesem Land, das eine so entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Geschicke von morgen spielen wird, zahlreiche junge Menschen aus dem ganzen Land versammeln. Diese jungen Menschen, die von den Mitarbeitern und Mitgliedern der TFP zu diesen Studientagen einberufen wurden, hatten das besondere Ziel, die Missstände im Kommunismus, die Unvereinbarkeit der kommunistischen Lehre mit der katholischen Kirche sowie die Mittel zur Bekämpfung des heimtückischen Wirkens des Kommunismus und zur Bewahrung der christlichen Zivilisation – dieses immensen Schatzes, der nicht nur Brasilien, sondern ganz Lateinamerika repräsentiert und hier durch die Leiter der verschiedenen TFP-Organisationen aus den südamerikanischen Ländern vertreten ist – zu untersuchen.

Was vor allem jene Menschen erstaunt, die die Bedeutung unserer Geschichte und die tiefere Bedeutung der Ereignisse unserer Zeit nicht verstehen, ist die Tatsache, dass unzählige junge Menschen, begeistert von den Idealen der TFP, größte Entfernungen überwinden, ihren Komfort und ihre Vergnügungen aufgeben, sich dem Studium und dem Gebet widmen – einem Ideal, einem höheren Ideal, einem Ideal, das in dieses Triptychon passt: Tradition, Familie und Eigentum.

Ein Ideal, dass sich im Wort „Tradition“ selbst bekräftigt. Das Wort Tradition, das Kontinuität mit der Vergangenheit bedeutet und Treue zu Prinzipien verkörpert, die so viele Menschen für tot erklären und die in unserer Zeit keine Chance auf Wiedergeburt haben – das Wort Tradition, das viele als das Wort schlechthin betrachten, wenn es darum geht, junge Menschen zusammenzubringen –, das Wort Tradition, das gerade dadurch seine Faszination ausdrückt und unter den brasilianischen Jugendlichen eine auserwählte Gruppe junger Männer kennzeichnet, die die Bedeutung dieses Wortes verstehen und zu größtem Einsatz für es fähig sind.

Tatsächlich bedeutet das Wort Tradition Treue, es bedeutet Reflexion, es bedeutet Erweiterung des Horizonts, es bedeutet Herausforderung.

Wir leben in einer Zeit, in der alle Mittel der Propaganda das Moderne verherrlichen. In einer Welt, in der alle Propagandamittel – Radio, Fernsehen und Presse – unaufhörlich neue Moden, neue Sitten, neue Wörter, neue Einstellungen und neue Ideen in einem stetigen Strom immer extravaganterer Neuigkeiten verbreiten. Und in der eingetrichtert wird, dass jede Reaktion gegen diese apokalyptische Produktion von als modern bezeichneten Monströsitäten sinnlos, nutzlos und unbegreiflich sei.

Nun, gegen Fakten lässt sich nicht argumentieren. Fakt ist: Die TFP hat die Straßen Brasiliens mit jungen Menschen gefüllt, die die ewigen Prinzipien der katholischen Kirche verkünden. Durch ihr Auftreten, ihre Kleidung und ihren Mut zeigen diese jungen Menschen deutlich, dass die Tradition ein Prinzip voller Vitalität und Siegeskraft ist. Und dies beweisen sie durch die großartigen Ergebnisse ihrer Kampagnen: Ehescheidung, die dank des Eingreifens der TFP in Brasilien keinen Fuß fassen können; Die kommunistische Unterwanderung des Klerus, die aufgrund des Vorgehens der TFP einen landesweiten Protest auslöste; der Kampf gegen die sozialistische und konfiskatorische Agrarreform, der durch das Wirken der TFP entfacht wurde, zeigt deutlich, dass das Banner der TFP, das von jungen Menschen vor den Augen des brasilianischen Volkes entrollt wird, Millionen von Brasilianern bewegt; dass im Unterbewusstsein unzähliger Brasilianer eine Verbundenheit zur Tradition, eine Faszination und Bewunderung für die Tradition schlummert; und dass, solange jemand den Mut hat, aufzustehen, zu sprechen und zu verkünden, diese Person unzählige Menschen hinter sich bringt; und diese Menschen hinter sich zu vereinen, ermöglicht es ihnen, eine positive Reaktion hervorzurufen. Die Reaktion der jungen Menschen beweist Brasiliens beständige Treue zu sich selbst, Brasiliens Treue zu den Grundprinzipien der christlichen Zivilisation.

* Das Profil eines neuen Typs junger Menschen

Diese Arbeit, die sich so in ganz Brasilien entfaltet, prägt das Profil eines neuen Typs eines jungen Menschen. Und genau über diesen neuen Typus des jungen Menschen möchte ich heute Abend sprechen.


Es ist nicht die rebellische Jugend, nicht die angepasste Jugend, nicht die faule Jugend, die sich nicht traut, für sich einzustehen, nicht die gleichgültige Jugend, die nur für Arbeit und Karriere lebt; es ist eine andere Art von Jugend. Es ist die energiegeladene Jugend, die erfolgreiche Jugend, die mutige Jugend, die selbstlose Jugend, die Jugend, die gerne nachdenkt, die Jugend, die gerne Ereignisse und Fakten analysiert und sich im Lichte der katholischen Lehre eine eigene Meinung bildet, und vor allem ist es die Jugend ohne Menschenfurcht, die Jugend, die sich nicht am Lachen anderer stört, die Jugend, die sich nicht am Unverständnis anderer stört, die Jugend, die es nicht scheut, auf die Straße zu gehen und sich oft Beleidigungen anhören zu lassen, auf die sie trotz ihrer Überlegenheit nicht reagieren, die Aggression ertragen, die sie, wenn auch körperlich, mit Würde und Effektivität beantwortet; sie wissen, wie sie ihre Ehre verteidigen. Es ist diese Jugend, die auf diese Weise ein altes und falsches Bild vom „guten“ Jugendlichen in ganz Brasilien zerstört und ein neues und wahres Bild bekräftigt hat: das des wahrhaft katholischen Jugendlichen.

* Das falsche Bild vom „guten“ Jugendlichen: Es ist das Begräbnis der Güte selbst.

Was ist das falsche Bild vom „guten“ Jugendlichen? Das falsche Bild vom „guten“ Jugendlichen – verbunden mit meiner fernen Jugend, habe ich diese Vorstellung übernommen, die, wie ich glaube, bis heute mehr oder weniger fortbesteht – ist das Bild eines schwachen, lächelnden, resignierten Jugendlichen, eines Jugendlichen, der nicht den Mut hat, Nein zu sagen, der nicht den Mut hat, mit jemandem zu diskutieren, der sich stets in den hintersten Ecken versteckt und vor jeder Situation flieht, in der er im Rampenlicht stehen könnte, der Meinungen vertritt, für die er sich schämt und mit denen er sich ständig in einem Minderwertigkeitskomplex gegenüber den verabscheuungswürdigsten Individuen seiner Generation befindet.

Dieser junge Mensch schämt sich also zu beichten und die Kommunion zu empfangen, er schämt sich, den Rosenkranz zu beten, er schämt sich, rein zu sein, er schämt sich, zuzugeben, dass er das Gegenteil der Neuerungen unserer Zeit ist. Aber er ist doch so gut! ... Armer Kerl! ... So still! ... Er bittet doch nichts sehnlicher, als in Ruhe gelassen zu werden und in einer Ecke des Lebens zu leben. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als nicht zermalmt und besiegt zu werden. Dafür hat er einen flehenden Blick! ... aus tiefstem Herzen! Und als er drei Fusstritte einstecken muss, verkriecht er sich in seine Ecke und weint! Das ist das falsche Bild des guten jungen Mannes, es ist das Bild, das die Güte selbst begräbt. Denn wenn ein junger Mann, um gut zu sein, all das aufgeben müsste, was die Strahlkraft der Jugend ausmacht; wenn ein junger Mann, um gut zu sein, nicht streitlustig sein dürfte, nicht den Mut hätte, laut und deutlich zu sprechen, nicht diskutieren, nicht argumentieren, nicht vor einem Publikum mit unterschiedlichen Meinungen präsentieren dürfte, nicht die Tugenden verkünden dürfte, die er praktiziert; wenn ein junger Mann, um gut zu sein, nicht so sein, sondern ein unreifer Junge sein sollte, dann heißt das, dass Güte nicht gleich Güte ist.

* Die katholische Religion ist keine Religion der Schwachen.

Die Religion zeichnet dieses Bild von Jugend in uns. Die katholische Religion ist keine Religion der Schwachen. Frömmigkeit ist keinesfalls eine Schule, in der Männer verweichlicht werden. Wir überlassen den Unisex den Modernen, wir überlassen die Scham der Geschlechterverwirrung den Heiden. Der junge Katholik ist wahrhaft männlich. Im vollen Sinne des Wortes. Ein Mann, der sich seiner Verantwortung bewusst ist. Er kennt seine Würde. Seine Überzeugungen sind vom Glauben geprägt. Er ist stolz auf diese Überzeugungen, stolz darauf, katholisch zu sein, stolz darauf, rein zu sein, und er versteht, dass Unreinheit eine Schande und Reinheit eine Ehre ist. Er versteht, dass Nichtglauben Blindheit bedeutet und dass nur die Gläubigen wirklich sehen.

Und er versteht, dass derjenige, der ein Ideal hat und dafür kämpft, viel mehr wert ist als derjenige, der eine Karriere anstrebt und für diese kämpft. Denn wer für eine Karriere kämpft, verdient höchstens Respekt. Wer für ein Ideal kämpft, verdient Verehrung. Er weiß, dass die Bösen böse sind. Er weiß, dass die Welt von „Kindern der Finsternis“ bevölkert ist. Er weiß, dass man diesen Kindern der Finsternis nur mit Energie begegnen kann, und zwar mit einer Energie, die ihre eigene übersteigt. Angesichts all der Unverschämtheit des Bösen weiß der wahre junge Katholik, wie er noch unverschämter, ja heiliger unverschämter sein kann, wie er noch arroganter, ja heiliger arrogant sein kann. Er weiß, wie er jedem die Wahrheit unmissverständlich verkünden kann, wie er lauter und energischer sprechen kann, sich ins Zentrum des Kampfes begibt und sich jedem entgegenstellt, wer es auch sei.

Dies ist der wahrhaft gute junge Mann. Der furchtlose junge Mann, der sich nicht schämt, unserem Herrn Jesus Christus nachzufolgen. Von ihm kann man sagen, was unser Herr sagte: dass er sich am Tag des Jüngsten Gerichts vor Gott schämen würde, wenn Menschen in seiner Gegenwart wären, die sich schämten, ihm nachzufolgen. Und umgekehrt gilt: Wenn das Jüngste Gericht kommt und unser Herr mit jenen jungen Männern ist, die sich in der Zeit des Heidentums schlechthin nicht vor ihm schämten und ihre Treue zu ihm vor den Menschen klar bezeugten, wird unser Herr sich für diese jungen Männer ehren und verherrlichen, und diese jungen Männer werden von ihm direkt in den Himmel aufgenommen werden.

* Der großartige Typus der TFP-Jugend

Das heißt, wir haben diesen großartigen Typus der TFP-Jugend vor uns, den ich so oft auf den Straßen unserer Stadt gesehen habe, auf dem Viaduto do Chá, wo Sie die Säulen besichtigt haben, die als Sockel für Ihre Propaganda und Ihren Ruhm dienen. Wie oft haben wir sie mit ihren roten Umhängen mitten auf der Straße gesehen, wie sie sich den Menschenmengen zuwenden und unsere Prinzipien verkünden. Von den Dächern der Wolkenkratzer wirft der eine einen Stein nach ihm, der andere ein Glas Wasser, ein anderer pfeift, einer lacht, ein anderer bleibt stehen, ein anderer unterschreibt ein Manifest oder kauft ein Buch oder unsere Zeitschrift, ein anderer applaudiert, ein anderer lobt. Der Junge Mann der TFP spaltet die Stadt. Er ist wie eine starke Brust, in der sich die Wasser der öffentlichen Meinung in zwei verschiedene Ströme teilen. Er trennt das Gute vom Bösen, unserem Herrn Jesus Christus folgend, von dem der Prophet Simeon sagte, er sei auf diese Erde gekommen, damit die Gedanken vieler Seelen bekannt würden. Im Kontakt mit den jungen Menschen der TFP finden die Spaltungen und die innersten Auseinandersetzungen derer statt, die einander kennen. Doch gerade in diesem Kontakt offenbart und definiert sich ein christliches Brasilien, ein Brasilien, das Reinheit, Tradition, Eigentum und Familie liebt, geht in die Offensive gegen seine Gegner, bewahrt die Institutionen, die er bewahren will, und sichert so Brasiliens Weg in die Zukunft.

Meine lieben jungen Leute, die ihr diese Studienwoche hier seid, ihr seht, dass dies in der Geschichte Brasiliens beispiellos ist. Ich las einmal in einer Zeitschrift einen Soziologen, der das Phänomen der TFP als so beunruhigend bezeichnete, insbesondere die Tatsache, dass die Mitglieder der TFP mit solcher Freude, mit solchem Stolz, oft öffentlich, das Gelächter ihrer Gegner ertrugen und angesichts des Applauses der Massen gelassen und diskret blieben; dies sei so beunruhigend, dass es einer gesonderten Untersuchung bedürfe. Dieser arme Mann kannte die Realität der TFP nicht. Er kannte das tiefe Geheimnis dieser Vitalität der TFP nicht, die so viele Menschen in Erstaunen versetzt. Dieses tiefe Geheimnis ist die Gnade Gottes, die vom höchsten Himmel herabkommt. Es ist die übernatürliche Kraft, die aus den Heiligen Sakramenten und der Verehrung der Muttergottes schöpft und den Menschen zu Taten befähigt, die ihm die bloße menschliche Natur nicht erlauben würde.

Vor allem aber haben wir den Glauben. Wir haben den Glauben, der Berge versetzt und für den kein Hindernis gilt; der Täler und Berge überqueren und Berge wie Ziegen springen lassen kann, wie die Heilige Schrift sagt. Vor uns liegt ein großes Vorhaben, eine große Errungenschaft, die wir vollbringen müssen: ganz Brasilien für die Sache von Tradition, Familie und Eigentum zu gewinnen.

Doch wir haben das Beispiel derer, die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorausgegangen sind. Sie waren anfangs wenige, aber sie erfüllten in kurzer Zeit das Römische Reich. Wir müssen noch kühner sein als jene, die vor einiger Zeit an der Sorbonne in Paris die größten Unruhen und Gräueltaten verübten. Die Demonstranten an der Sorbonne hielten ein Schild mit folgendem Spruch hoch, der großartig wäre, wenn er nicht für ihre schrecklichen Ziele missbraucht würde: „Seien wir realistisch, verlangen wir das Unmögliche.“ Für einen Menschen, der sich wahrhaftig mit seinen Idealen identifiziert, scheint alles möglich. Was ihm möglich erscheint, ist auch für uns möglich. Denn wir vertrauen auf Gott, und Gott steht nicht auf ihrer Seite, sondern auf unserer.

Die Schlussworte dieser Studientage könnten durchaus lauten: Bis zu unserem nächsten Treffen kann sein, dass die Wellen höherschlagen. Es kann sein, dass wir zeitweise den Eindruck haben, Terror und Gewalt erschüttern unser Brasilien. Doch nichts kann unseren Glauben erschüttern. Wir bleiben ruhig und furchtlos, bereit zu jedem Heldentum, jedem Risiko und jedem Kampf, zu jeder Form der Hingabe an unser Ideal und an unseren Herrn. Was gesagt wird, ist wahrhaftig; wir müssen fordern, wir müssen realistisch sein, wir müssen fordern, was uns unmöglich erscheint, aber für Gott ist alles möglich: dass Brasilien sich gemeinsam mit den anderen Nationen des Kontinents erhebt, alle als eine Nation, und dass es in den Augen der heutigen Welt das Reich Unserer Lieben Frau verkündet, damit sich die Worte der Heiligen Schrift erfüllen: „Filius ejus surrexerunt et Beatissimam praedicaverunf“ „Ihre Kinder standen auf und priesen sie selig.“


Es gibt die Verheißung in der Botschaft von Fatima, in der Unsere Liebe Frau sagt: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“ Dies sei unser Wunsch: dass der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens darin bestehe, dass sich ganz Lateinamerika vor den Augen der Welt erhebe, um die Seligkeit und das Reich Unserer Lieben Frau zu verkünden. So werde sie durch uns das Unmögliche vollbracht haben. Und die ses Unmögliche wird seinen Anfang in Wochen wie diesen genommen haben, in denen aus Großstädten wie aus Kleinstädten, aus bedeutenden wie aus unbedeutenden Bundesstaaten, aus allen Teilen Brasiliens junge Menschen kamen, getragen von einem Ideal, dem unvergänglichen Ideal der christlichen Zivilisation. Junge Menschen, die JA zu ihrer Berufung sagten, JA zum Ruf zum großen Kreuzzug des 20. Jahrhunderts, zum Kreuzzug für die bedrohte christliche Zivilisation; NEIN zu all den Faktoren des Zerfalls, der Korruption und der Zerstörung, die der Kommunismus in der Welt verbreitet. Dieses JA und dieses NEIN werden wie Echos des Ruhms bis ans Ende der Zeit widerhallen. Eure Stimme wird sich mit diesen triumphierenden Stimmen vermischen, eure Stimme wird im Himmel von den himmlischen Chören wiederholt werden. Sagen wir JA zu Unserer Lieben Frau und NEIN zu unserem Widersacher, und lasst uns den Sieg erringen.

 


 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe vom Google Übersetzer

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in
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Freitag, 5. Juni 2026

Gleichartigkeit der öffentlichen Raktionen zwischen der Muttergottes von Lourdes und der TFP

         Heute sind wir in der Novene zur Unsere Lieben Frau von Lourdes.

Was Unserer Lieben Frau von Lourdes betrifft, so glaube ich, dass man von heute bis zum Festtag jeden Abend einen Gedanken zur Novene entwickeln könnte.


       Betrachtet man wahllos die verschiedenen Aspekte, die man kommentieren könnte, so habe ich den Eindruck, dass ein interessanter Punkt, den wir hier bereits erörtert haben, die Blindheit der heutigen Welt gegenüber Lourdes ist. Ich glaube, dass kaum etwas als geeigneterer Prüfstein für die Böswilligkeit der heutigen Welt gegenüber der wahren katholischen Kirche bezeichnen kann, als das Ereignis von Lourdes selbst. Gäbe es Lourdes nicht, wären wir geneigt zu sagen, dass, wenn es heute noch Wunder gäbe wie zur Zeit des Evangeliums, die Menschenmengen sich wie damals bewegen würden. Das Fehlen von Wundern wäre genau die Ursache für diese heutige Skepsis.

In Wirklichkeit geschehen Wunder, und zwar seit hundert Jahren, und sie geschehen unaufhörlich. Und zu keiner Zeit in der Geschichte war es so einfach, die Echtheit von Wundern zu überprüfen wie in unserer Zeit. Alle erdenklichen Kontrollmittel wurden eingesetzt, die raffiniertesten, die strengsten, die härtesten. Am häufigsten wird Folgendes angewendet: Diese Wunder werden, nachdem sie von medizinischen Gremien bestätigt wurden, noch von den Kardinälen und Erzbischöfen Frankreichs geprüft. Diese Kommission ist so streng, dass sie einige von Ärzten anerkannte Wunder zurückgewiesen hat, was bei vielen Gläubigen großes Gemurmel auslöste. Es ist also ein harter Kampf, die Wunder zu bestätigen.

Dennoch werden diese Wunder, sobald sie als solche anerkannt sind, überall veröffentlicht, sodass die medizinische Welt jede Gelegenheit hat, davon zu erfahren. Daher ist eine ernsthafte Diskussion darüber unmöglich. Trotz der anhaltenden Wunder rührt sich die moderne Welt nicht und handelt nicht.

Und sie handelt nicht aufgrund einer Haltung, die im Kern Gleichgültigkeit zu sein scheint. Auf den ersten Blick könnte man sagen, die moderne Welt schenke diesem Phänomen keine Beachtung, doch würde man ihm Aufmerksamkeit schenken, würde sich die Meinung ändern. Das stimmt aber nicht, denn die Tatsache ist so beschaffen, dass sie die Aufmerksamkeit jedes aufrichtigen und gutgläubigen Menschen erregen sollte. Dass sie keine Beachtung findet und kein dominierendes Ereignis im intellektuellen Leben und in den religiösen Fragen unserer Zeit ist, beweist die Unaufrichtigkeit der heutigen Welt.

Und diese Unaufrichtigkeit äußert sich in Folgendem: Es ist nicht die übliche Unaufrichtigkeit: „Ich sehe, dass es Wunder gibt, will sie aber nicht sehen.“ Es ist etwas anderes: „Ich fürchte, es ist ein Wunder, aber ich will es nicht überprüfen, denn wenn es ein Wunder ist, werde ich zu Schlüssen geführt, die ich nicht akzeptieren will. Deshalb verschließe ich die Augen und weise das Wunder ab.“

Dies zeigt uns, dass die Muttergottes Gegenstand – und zwar in ungleich größerem Maße – einer Reaktion der heutigen Welt ist, ähnlich der Reaktion, die die TFP erfährt. Tatsächlich vollbringt die TFP keine Wunder, sondern sie produziert eine Tatsache, die an sich völlig ungewöhnlich ist. Inmitten der zutiefst korrupten Gesellschaft unserer Zeit hat die TFP das Glück, in jeder Hinsicht ein Vorbild zu sein. Wir, Gott sei Dank, erfüllen alle Gesetze und erfüllen all unsere Pflichten und geben ein Beispiel vieler Tugenden. Und wenn es wahr ist, dass wir nicht perfekt sind, so sind wir doch im Vergleich zur Welt, die wir sehen, bewundernswert. Der heilige Thomas von Aquin sagt, dass alles Zwischenliegendes, von einer Seite betrachtet, der anderen ähnelt. Aus der Perspektive der Vollkommenheit sind wir sehr unvollkommen; aber aus der Perspektive der heutigen Welt sind wir tatsächlich viel vollkommener als die heutige Welt.

Deshalb sehen sie in uns nicht das, was an uns besser sein sollte, sondern das, was an uns gut ist. Denn trotz allem kritisieren sie die kleinsten Dinge an uns und haben kein Wort des Lobes für irgendwelche guten Eigenschaften übrig; sie haben kein Wort der Zustimmung für irgendetwas Gutes, das wir tun. Weil andere Zustimmung für das Böse fordern, fordern wir sie für das Gute.

Ich unterhielt mich einmal mit einem Freund darüber, wie die Kinder der Finsternis über den Süchtigen urteilen. Kommentare wie dieser: „Der ist ein Säufer, ein schlechter Sohn, aber der Arme, tief im Inneren hat er ein gutes Herz.“ Die Frage ist: Warum? Die Antwort: „Er lässt keinen einzigen Geburtstag seiner Mutter vergehen, ohne ihr eine schöne Blume zu bringen.“ Das heißt, 364 Tage im Jahr nervt der Kerl seine Mutter. Aber weil er ihr jedes Jahr eine Blume schenkt, hat er tief im Inneren ein gutes Herz…

Ein anderes Beispiel: ein Mann, der im Geschäftsleben viel stiehlt. Man sagt: „Das stimmt zwar, aber seien wir nicht so hart, er gibt ja auch viel Almosen.“ Er ist ein Dieb, aber er gibt viel Almosen. Die Leute achten auf die Almosen und nicht auf den Diebstahl. Ein anderes Beispiel ist ein sehr untreuer, sehr ehebrecherischer Ehemann. „Aber“, sagt man, „er wahrt die Ehre seines Hauses. Er hat zum Beispiel nie eine Magd betrogen.“ Das heißt, die geringste seiner Eigenschaften wird übertrieben dargestellt. Wegen der geringsten Eigenschaft werden die größten Fehler verziehen. Bei uns hingegen wird wegen des kleinsten Fehlers jede Art von Eigenschaft abgelehnt. Erst gestern noch hat einer von uns im Gespräch mit Bruder Ludovico diese Denkweise deutlich widerlegt.

Das heißt, es ist immer dieselbe Form von Unaufrichtigkeit. Wenn etwas diese Leute dazu bringt, irgendeine Form von Gutsein zu befürworten, wollen sie es nicht sehen. Wenn es sie dazu bringt, jede Form des Bösen zu billigen, dann wollen sie es sehen. Die Muttergottes vollbringt Wunder: Schweigen. Gäbe es keine Wunder mehr, würden sie fragen: Warum macht sie keine Wunder?

Gibt es etwas Außergewöhnlicheres als einen ununterbrochenen Strom von Wundern, über hundert Jahre oder länger? Das wird überhaupt nicht beachtet. Ist sie eine Wundertäterin? Ja, aber seht euch Arigó (ein Sektenchef) an. Aber warum vergleicht man diese Dinge, diese Mischung aus Schurkerei und Dämonen, mit den Taten Unserer Lieben Frau von Lourdes? Wer betreibt dieselbe Art von Werbung für Lourdes wie für Arigó? Wenn der Teufel etwas tut: Werbung. Wenn die Muttergottes tut, nichts. Das heißt: Für das Gute verschließen sie die Augen; für das Böse öffnen sie sie. Sie wollen jedes Gute im Bösen und jedes Böse im Guten sehen. Und das ist wahre Böswilligkeit.

Dies zeugt von dieser systematischen Böswilligkeit der Gottlosen gegenüber denen, die der Muttergottes dienen wollen. Und dies ist eine Quelle der Freude für uns, denn wenn wir Frucht derselben Voreingenommenheit sind, die gegen Sie gerichtet ist, dann letztlich nur, weil wir Ihr gehören, an Ihrer Gegenwart teilhaben und unter Ihrem Schutz stehen. Dies sollte uns daher Anlass zu Anerkennung und Dankbarkeit geben. Wir tragen dasselbe Zeichen wie Sie.

Dies sollte uns heute Abend dazu bewegen, die Muttergottes von Lourdes um die Gnade zu bitten, ihr immer ähnlicher zu werden und immer mehr die Parteilichkeit der Bösen auf uns zu ziehen, denn diese Parteilichkeit der Bösen ist der Beweis, dass Gott mit uns ist. Alles, was unser Herr tat, wurde auf diese Weise beurteilt: Er vollbrachte jene Heilungen, jene ungeheure Heiligkeit, jene außergewöhnliche Lehre, jene unbeschreiblich vollkommene Gegenwart. Man sagte von ihm, er sei ein Vielfraß, er verkehre mit Weibern, er habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Es ist immer dieselbe Geschichte. Dies sollte uns glücklich machen und uns dazu veranlassen, die Muttergottes um Mut und Freude zu bitten, da auch wir ein Zeichen des Widerspruchs sind, wie Er und wie Sie.

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe vom Google Übersetzer

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Mittwoch, 3. Juni 2026

Die heilige Bernadette Soubirous, der Maria in Lourdes erschien

Plinio Corrêa de Oliveira

Heiliger des Tages vom 15. April 1966

 

Morgen ist der Gedenktag der heiligen Bernadette Soubirous, Jungfrau, der die Muttergottes in Lourdes erschienen ist.

Rorbacher schreibt über sie:

„Bernadette Soubirous war in jeder Hinsicht ein Kind wie jedes andere. Nur ihr ungewöhnlich unschuldiger Blick stach hervor.“

„Bei der ersten Erscheinung konnte Bernadette das Kreuzzeichen nur nach der Muttergottes machen. Doch laut zahlreichen Zeugen war ihr Kreuzzeichen nach dieser Erscheinung ihr ganzes Leben lang unvergleichlich und wahrhaft unvergesslich. Ein unnachahmliches Zeichen, denn die Seherin hatte es von der Heiligen Jungfrau gelernt.“

„Einmal im Kloster drängten sie Schwester Bernarda, ihnen zu erzählen, in welchem Kleid die Muttergottes ihr erschienen war. Eine der Nonnen sagte, es sei aus diesem Stoff, eine andere aus jenem. Bernadette erwiderte: ‚Ich habe nicht gesagt, dass das Kleid aus diesem oder jenem Stoff war. Es war aus einem Stoff, den ich noch nie zuvor gesehen habe. Außerdem, wenn ihr so viel wissen wollt, lasst die Muttergottes wiederkommen und seht selbst.‘“

„Ihre Demut war groß. Als sie einmal gebeten wurde, den Novizinnen ein paar ermutigende Worte zu sagen, antwortete sie lächelnd: ‚Ach, ich weiß nichts. Was kann man schon aus einem Stein lernen, Schwester?‘ Ihre Oberin fragte sie, ob sie nicht stolz darauf sei, von Maria zu ihrer Vertrauten auserwählt worden zu sein. Sie antwortete: ‚Was haltet ihr von mir? Die Heilige Jungfrau hat mich erwählt, weil ich die Unwissendste war. Hätte sie jemanden gefunden, der noch unwissender gewesen wäre als ich, hätte sie diese sicherlich erwählt.‘“

„Das anhaltende Leiden und Bluterbrechen schwächten die Seherin sehr. Ihr äußeres Erscheinungsbild zeugte von dieser Schwäche, und die Heilige suchte dazu sich im Kloster zurückzuziehen. Dies gelang ihr so sehr, dass eine Novizin, die ins Kloster eintrat, sagte, sie wolle Bernadette kennenlernen. Gerade als diese vorbeikam, wurde sie ihr gezeigt. „Bernadette, das ist sie“.

Wenn wir eine Heiligen Vita lesen, schlagen wir das Buch zu und meinen: Was für ein großartiger Heilige! Denn ein Heiliger ist etwas so Großartiges, dass wir jedes Mal, wenn wir über ihn lesen, sagen: Ich wusste nicht, dass es so jemanden gab. Wahrlich, jeder Heilige ist ein einzigartiges Wunder und eine unerwartete Überraschung, vorausgesetzt, seine Lebensgeschichte ist gut geschrieben.

Bei der heiligen Bernadette Soubirous war es so: sie war eine Bäuerin aus einer Gegend der Pyrenäen, die etwas spanisch geprägt ist und in gewisser Hinsicht eine Synthese zwischen Spanien und Frankreich darstellt. Und sie sah überhaupt nicht spanisch aus; sie wirkte viel französischer als spanisch. Betrachtet man authentische Fotos von ihr (nicht die Abbildungen in Kirchen), sieht man eine Person mit einem leicht eckigen Gesicht, regelmäßigen und klaren Gesichtszügen, großen, dunklen Augen mit einer gewissen hispanischen Strenge, die dem französischen Blick fehlt – der französische Blick ist sehr schnell und wandert hin und her –, aber es gibt einen spanischen Blick, der einen wirklich durchdringt, er ist fast röntgenologisch, und genau das besaß sie. Auch ihre typisch spanische Nase, ein prägnantes Merkmal ihrer gesamten Physiognomie, war unverkennbar. Es ist eine markante Linie, die von oben nach unten verläuft. Das war es, was sie sehr deutlich hatte.

Ihr Temperament war kategorisch. Sie sagte die Dinge direkt. Sie war eine Frau mit einer einfachen, aber tiefgründigen Persönlichkeit, doch sie genoss nicht die Art von Bildung – etwas, das zwar sehr wichtig, aber für ihre Entwicklung nicht förderlich war –, nämlich nicht alles zu sagen, was man denkt. Was sie dachte, das sagte sie.

Ihr ganzes Auftreten war ungezwungen: wie jemand, der im Grunde nichts sein wollte, sie war vor allen demütig, doch im Dienst der Muttergottes vertraute sie niemandem. Zum Beispiel ging sie zur Grotte, um die Marienerscheinungen zu erleben. Sie hätte eitel sein können, weil sie niemand war, aber man stelle sich vor, wie sie mit der Muttergottes sprach, inmitten einer riesigen Menschenmenge.

Umso mehr, da die heilige Bernadette vom Land stammte. Und es ist schon seltsam: Je kleiner der Ort, dem man angehört, desto mehr Bedeutung misst man ihm bei. Es fällt jemandem aus São Paulo leichter, schlecht über São Paulo zu reden, als jemandem aus Birigüi, schlecht über Birigüi zu reden. Ich erinnere mich an einen Bericht über die Beerdigung eines Politikers vom Land, der so begann: Als die Beerdigung von Oberst Chico Venâncio stattfand, war ganz Birigüi anwesend. Es war der Ruhm der Welt. Ganz Birigüi war versammelt zu haben. Welch ein außergewöhnliches Phänomen: Wo sich ganz Birigüi befindet, da befindet sich die ganze Welt.

Es ist der Stil eines kleinen, ländlichen Ortes, der ganz nebenbei die organische Natur dieses Ortes widerspiegelt. Er ist lebendiger, bietet mehr Raum für alle als das riesige Sprachgewirr in Babel, wo jeder nur ein loses Sandkorn ist; in Birigüi ist jeder Einwohner eine Zelle in einem Gewebe. In São Paulo sind wir ein Sandkorn in einem riesigen Sandhaufen, wo jedes Korn auf dem anderen lastet, wo jeder Taifun Körner weit fortträgt. Wie viel Körner sind hier, die wohl von Taifunen hergeschleppt wurden?

Man kann also verstehen, was es für die heilige Bernadette gewesen sein muss, ganz Lourdes, sich dort versammelt zu haben. Das war etwas Gewaltiges. Sie war nicht eitel, sie legte keinerlei Wert darauf und verhielt sich vor allen völlig natürlich. Als sie von der Polizei vorgeladen wurde, um über ihre Offenbarungen zu sprechen, begegnete sie den Beamten mit außergewöhnlicher Gelassenheit und Natürlichkeit. Doch im Umgang mit ihren Eltern, den angesehenen Persönlichkeiten, mit denen sie zu tun hatte, ihrem Pfarrer und ihrem Oberen war sie ein Vorbild an Respekt und Gehorsam.

Darin liegt der Geist einer wahren Ultramontanin, einer wahren Katholikin, einer wahren Heiligen, die sich nicht um den Prunk dieser Welt schert, die sich nicht darum kümmert, ob sie hoch oder niedrig angesehen wird, und die deshalb alles mit Füßen tritt. Wenn ich also Wert darauf legen würde, hoch angesehen zu werden, würde ich von allen ohnehin mit Füßen getreten werden. Denn wenn ich Wert auf Applaus lege, bin ich am Ende nur noch in dem Maße frei, wie ich Beifall erhalte. Ich tanze im Takt. Um stolz sein zu können, muss mir die Welt egal sein. Hat es ihr gefallen? Ja. Hat es ihr nicht gefallen? Egal. So bin ich, und ich tue es, weil ich so meine Pflicht erfülle, weil die Heilige Katholische Kirche es so gebietet. Findest du es hässlich? Denk ruhig weiter so, denn genau so ist es. Das war die Haltung der heiligen Bernadette Soubirous.

Anders verhielt es sich jedoch gegenüber legitimen Autoritäten. Da gab es den höchsten Gehorsam, den höchsten Respekt, denn es ging um ein übernatürliches Prinzip, nicht um einen rein menschlichen Faktor. Rein menschliche Faktoren zählen nichts. Dem, was religiöse Wurzeln hat und von Gott kommt, gebührt der gebührende Respekt.

     Die heilige Bernadette Soubirous besaß in ihrem Leben mehrere
wichtige Eigenschaften, darunter ihren Blick und später ihre Haltung während der Visionen. Während der Visionen bekehrte sie unzählige Menschen. Sie bekehrten sich, als sie sahen, wie Bernadette das Kreuzzeichen machte. Sie hatte es von der Muttergottes gelernt – der Muttergottes, dem höchsten Vorbild der Freundin und Verehrerin des Kreuzes Jesu Christi – und dadurch hatte sie eine Liebe zum Leiden und zum Kreuz Christi erfahren. Etwas von der Salbung der Muttergottes floss durch sie hindurch, als sie das Kreuzzeichen machte.

Und wahrlich, ihr ganzes Leben lang war es für alle eine Erbauung zu sehen, wie sie das Kreuzzeichen machte, das wir so oft banal und gedankenlos tun. Aber auch ihre Haltung während der Offenbarungen beeindruckte die Menschen. Sie spürten, dass sie nicht nur mit einer ihnen verborgenen Kraft in Verbindung stand, sondern dass sie von einer äußeren Macht ergriffen wurde.

Und das Bemerkenswerteste ist: Zu Beginn der Vision wurde sie verwandelt; und aus der einfachen Bäuerin, die ich eben beschrieben habe, wurde eine majestätische Erscheinung, die alle beeindruckte. Ich las den Bericht einer Dame der Gesellschaft, die sie während der Erscheinungen sah. Sie sagte, sie habe noch nie eine junge Frau aus dem Adel gesehen, die während der Offenbarungen die Ausstrahlung und Gestalt der heiligen Bernadette gehabt habe. Das lag daran, dass sie mit der Königin des Himmels und der Erde zu tun hatte und ihr von dieser Königin etwas Königliches vermittelt wurde, wodurch ein Zustand der Tugend in ihrer Seele präsent blieb.

Viele Menschen, die dies sahen, erkannten, dass die Muttergottes mit ihr sprach, nicht weil sie die Muttergottes sahen, sondern weil sie in ihr einen Spiegel der Muttergottes erkannten. Sie war wie ein Spiegelbild der Jungfrau Maria oder, wenn Sie so wollen, ein Spiegel der Gerechtigkeit zur Zeit der Offenbarungen. Sie sehen die Größe dessen und auch, wie die Tugenden der Muttergottes ihren Verehrern vermittelt werden und wie die Verehrer das, was in der Muttergottes ist, in sich aufnehmen. Es gibt eine Kommunikation der Muttergottes mit ihren Verehrern, die wahrlich bewundernswert ist.

Was ihren Ausspruch „Wenn ihr so viel über die Muttergottes wissen wollt, versucht, dass sie erscheine“, so hatte sie viele solcher humorvollen Sprüche. Ihre Oberin feilte und verfeinerte sie immer wieder, und schließlich ließ sie sie gelten. Doch sie besaß einen Hang zu Humor und Polemik, der manchmal an Schärfe grenzte und ihr temperamentvolles Wesen widerspiegelte.

Was sie hier über Demut sagte, ist vollkommen richtig. Demut ist Wahrheit. Die Muttergottes erwählte sie, weil sie die Unwissendste in Lourdes war. Sie war ein gutes Mädchen, aber vor den Offenbarungen keine Heilige. Die Muttergottes erwählte sie, weil eines der außergewöhnlichen Argumente zur Bestätigung der Offenbarungen ihre Unwissenheit war. Sie war eine so ungebildete Bäuerin, dass sie die Dinge, die sie sagte, nicht verstehen konnte und ihr die intellektuellen Fähigkeiten für die von ihr vertretene Haltung fehlten. Ihre Unwissenheit war einer der apologetischen Aspekte von Lourdes. Daher ist es leicht zu verstehen, warum sie das sagte.

Schließlich wurde die heilige Bernadette mit der Zeit unbedeutend, sie war sehr klein; lebhaft, aber leicht zu übersehen. Wie hier erwähnt, verfiel sie mit der Zeit und wurde dadurch, rein materiell und körperlich betrachtet, zu einer Person von niedrigstem Rang. Was hier nicht erwähnt wird und sehr interessant ist, ist Folgendes: Es gibt Ähnlichkeiten mit der heiligen Therese vom Kinde Jesu. Sie opferte ihr Leben als Sühneopfer für Sünder, vor allem aber für einen geheimnisvollen Sünder, dessen Identität sie nicht preisgab und für den sie Gräueltaten sühnte, um dessen Seele zur Besserung und Heiligung zu führen. Ein Mann ihrer Zeit oder ein Mann nach ihr, dessen zukünftiges Dasein ihr die Vorsehung offenbarte? Das ist nicht bekannt.

Was über die heilige Bernadette üblicherweise nicht erwähnt wird, was ich aber vor einiger Zeit in einer ausgezeichneten Biografie las, ist Folgendes: Die Muttergottes offenbarte ihr ein Geheimnis, über das sie nie sprach. Es scheint, dass es etwas mit der Identität dieses geheimnisvollen Sünder zu tun hatte. So sehen Sie: drei große Marienerscheinungen, alle drei mit Geheimnissen: Unsere Liebe Frau von La Salette, Unsere Liebe Frau von Lourdes und Unsere Liebe Frau von Fatima.

Bitten wir die heilige Bernadette, uns eine tiefe Verehrung der Muttergottes zu schenken, damit wir immer häufiger die Tugenden Mariens erfahren.

 

 

 

 Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google Übersetzer.

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