Donnerstag, 21. Mai 2026

F A T I M A

Plinio Corrêa de Oliveira
O „Legionário“  14. Mai 1944



      Vor fast 30 Jahren ging der erste Weltkrieg seinem Ende zu. Nachdem der anfängliche Impetus der deutschen Invasion eingedämmt war, waren die Franzosen bereit, das verlorene Gebiet zurückzuerobern. Für hochrangige Politiker und Militärbeobachter bestand kein Zweifel mehr am endgültigen Erfolg des Kampfes. Die gesamte deutsche Strategie basierte auf der Hoffnung auf den Sieg des „Blitzkriegs“. Die erste Karte würde mit enormen Erfolgsaussichten gespielt werden. Aber sie war die Einzige. Die Deutschen hatten sie verloren. Der Rest war für die Alliierten nur eine Frage der Zeit. Finanziers, Soziologen und Politiker haben bereits begonnen, in den Vorzimmern und hinter den Kulissen herauszufinden, wie die Welt nach dem Krieg neu organisiert werden würde. Und das, während auf den Schlachtfeldern noch die Schlacht tobte und unweit von Paris die deutschen Kanonen donnerten. Dieser Tumult hatte wirkliche Bedeutung. Es war tatsächlich viel wichtiger als der Kanonendonner. Auf den Schlachtfeldern wurde ein Krieg entschieden, der bereits „in Radice“ entschieden worden war. In den Büros wurde zwar kein Krieg beendet, aber eine neue Ära begann. Die Zukunft lag nicht mehr im Rücken von Maschinengewehren, sondern in den „Pourparlers“ (Besprechungen) der Bachelors (Schwätzer) und Technikern. Als sich die ersten Linien dieser neuen Welt nur zaghaft zu zeichnen begannen, ereignete sich eine der bedeutendsten Tatsachen der Zeitgeschichte. In unserer Welt gibt es viele Skeptiker, die nicht an diese Tatsache glauben. Wer kein Skeptiker ist, ist schüchtern und wagt es nicht, die Tatsachen zu verkünden, an die er glaubt. Manche trauen sich aus Mangel an Glauben, andere aus Mangel an Mut nicht, dieses Ereignis in die Zeitgeschichte einzuordnen. Aber die schwerwiegendsten Gründe, auf die sich die menschliche Intelligenz stützen kann, sind dort offensichtlich und bezeugen, dass Unsere Liebe Frau vom Himmel auf die Erde herabgestiegen ist und dass sie drei kleinen Hirtenkindern aus einem unbekannten und verlorenen Winkel des kleinen Portugals die wahren Bedingungen und die unverzichtbaren Grundlagen für die Neuordnung der Welt offenbart hat. Wenn diese Botschaft gehört würde, würde die Menschheit wirklich Frieden finden. Wenn diese Botschaft geleugnet und ignoriert würde, wäre der Frieden falsch und die Welt würde in einen neuen Krieg stürzen. Der Krieg kam. Der Krieg ist da. Wir denken heute wie vor 30 Jahren darüber nach, die Welt erneut neu zu ordnen. Kein Zeitpunkt ist günstiger als dieser, um sich an die Erscheinung Unserer Lieben Frau in Fátima zu erinnern. Und das umso mehr, als die Kirche genau vor drei Tagen das liturgische Fest Unserer Lieben Frau von Fátima feierte.

* * *

      Lassen Sie uns zunächst die Tatsache analysieren. Lúcia, Francisco und Jacinta waren drei Hirtenkinder, wie es in Portugal so viele gibt. Sie wurden in einer Gegend erzogen, die völlig vom heutigen Miasma isoliert war, und behielten die Blüte ihrer tauflichen Unschuld intakt, und ohne Fibeln und Schulgruppen entwickelten sie ihre Persönlichkeit, ihre Bildung, ihre Tugend, im Kontakt mit den Schönheiten der Landschaft, mit den Reizen der Kunst und der populären Musik ihres Landes, mit der sanften Strenge der christlichen Lehren, die sie von den Lippen ihrer Mütter oder von den einfachen und frommen Lehren des Dorfpfarrers erhielten. Bei ihnen wie bei allen Kindern der Kirche war die Gnade Gottes großzügig und fruchtbar, ebenso wie der Geist, mit dem sie darauf reagierten. Sie waren jedoch nichts weiter als drei ausgezeichnete Kinder, die ihre Pflichten erfüllten, mit einer aufrichtigen Frömmigkeit beteten, denen manchmal eine gewisse Faulheit nicht fremd war, und ihre Tage damit verbrachten, gewissenhaft ihre väterlichen Herden zu bewachen. An einem dieser Tage, wie an allen anderen auch, hatten sie die erste Erscheinung, der viele weitere folgten. Sie waren Kinder, die so extrem einfältig und unwissend waren, dass sie nicht in der Lage waren, irgendeine Chimäre zu schmieden, die sie letztendlich nahebringen würde. Als die ersten Erscheinungen kamen, wussten sie nicht einmal, mit wem sie es zu tun hatten. Mit Staunen beschrieben sie die Person, die ihnen erschienen war, und stellten in ihren Worten eine Gestalt von Eleganz, Majestät und Adel dar, die ihre Fantasie als kleine Hirten niemals frei hätte erschaffen können. Sofort kam es zu einer wahren Verfolgung. Sie saßen im Gefängnis, wurden mit dem Tod bedroht und sogar an den Ort gebracht, an dem sie angeblich gefoltert würden; Sie verhielten sich mit der Würde der Märtyrer des Kolosseums. Dann waren sie Gegenstand des indiskreten und rasenden Vergnügens der Menge. Sie blieben inmitten dieses Triumphs nüchtern, einfach und desinteressiert wie ein Cincinnatus. Viele Male einzeln verhört, mit tausend Mitteln, die sie dazu verleiten sollten, die Wahrheit zu übertreiben oder abzuschwächen, wussten sie immer, wie sie sie intakt halten konnten. Zwei von ihnen starben im Kindesalter, Jacinta und Francisco. Jacinta prophezeite ihren Tod, obwohl nichts einen solchen vorzeitigen Tod vermuten ließ. Und als sie starb, bestätigte sie, wie sie sagte, die Wahrheit der Erscheinungen und der Offenbarungen. Auch Francisco bezeugte bis zu seinem Tod die Wahrheit dessen, was er gesehen hatte. Lúcia starb nicht, sondern nahm das religiöse Gewand. Heute gehört sie der Kongregation der würdigen Dorothea-Schwestern an und bestätigt mit ihrer Verantwortung als „Sponsa Christi“ im Erwachsenenalter voll und ganz die Aussagen, die sie in ihrer Jugend gemacht hat.

      Sie würde im Stand der Todsünde sein, wenn sie die Visionen nicht leugnen würde, die sie in Zusammenarbeit mit ihren kleinen Cousins erfunden hätte. Sie empfängt jedoch ständig das Heilige Sakrament mit der Ruhe der Gerechten. Das sind die Zeugen. Das Siegel des Märtyrertums, das Prestige der Unschuld, die Würde der religiösen Kleidung garantieren ihr ihre Wahrhaftigkeit. Als die Hirtenkinder vor einer Menschenmenge von schätzungsweisen Tausenden von Menschen behaupteten, sie sähen Unsere Liebe Frau, logen sie tatsächlich nicht. Alles in ihren Leben zeugt davon. Sogar ihre Unwissenheit dient diesen kleinen Herolden als Ausweis. Kinder, die zum Zeitpunkt der Erscheinungen nicht einmal wussten, wer der Papst ist, konnten nicht erfinden, was sie sagten, so wie ein Analphabet keine Theorie der Trigonometrie erfindet und sogar die vier Rechenoperationen ignoriert.

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       Nachdem wir die Boten untersucht haben, wollen wir die Dame analysieren, die ihnen die Botschaft überbrachte. Man mache einen „Test“: Nehmen Sie mehrere Kinder einzeln und bitten Sie sie, sich als literarische Komposition eine Erscheinung Unserer Lieben Frau vorzustellen, ihr Gesicht, ihre Kleidung, ihren Gesichtsausdruck, ihre Gesten zu beschreiben, ihre Worte aufzuschreiben. Was würde dabei herauskommen? So viel kindisches Zeug, so viel groteske Konzeption, so viele ehrlich gesagt lächerliche Details! Das Bildungsniveau der Kinder in Fátima war unvergleichlich niedriger als das eines Stadtkindes. Sie kannten weder Theater noch Kino, sie hatten keine Bücher mit Bildern gesehen, die Königinnen, Hofdamen aus der Antike usw. darstellten. Sie hatten daher keine andere Vorstellung von Schönheit, Eleganz, Vornehmheit als die, die zu ihnen herabsickerte – in welcher Dämmerung! - durch die weiblichen Typen, die sie im Dorf um sich herum sahen. Sie hatten keine Ahnung von der Schönheit der verschiedenen Farben und ihrer jeweiligen Kombinationen. Trotz alledem beschreiben sie die Dame, die ihnen erscheint, so detailliert, dass sie erkennen können, dass sie eine Gestalt von erhabener Schönheit war, gekleidet mit einer seltenen Majestät und Einfachheit. Tatsächlich unterschied sich die Frau so sehr von allem, was sie an Bildern kannten, dass sie nicht vermuten würden, dass sie die Muttergottes und nicht einmal eine Heilige sei. Erst als die Dame sich erklärte, wussten sie, mit wem sie es zu tun hatten. Diese Dame erzählte ihnen sehr erhabene Dinge. Sie sprach mit ihnen über den Krieg, sie sprach mit ihnen über den Papst (von dessen Existenz Jacinta, die Jüngste, nicht wusste), sie sprach mit ihnen über die Reinheit der Bräuche und den Respekt vor dem Sonntag, sie sprach mit ihnen über Politik und Soziologie. Und diese Kinder wiederholten die Botschaft mit einer außergewöhnlichen Treue! Tatsächlich nimmt Gott, wie die Heilige Schrift sagt, „aus dem Mund der Kinder vollkommenes Lob“ für sich.

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      Es ist der Moment, die Botschaft in Betracht zu ziehen. Zunächst einmal stellen wir fest, dass sie absolut orthodox ist. Es ist nicht einfach, eine orthodoxe Botschaft zu erfinden. Viele „katholische“ Würdenträger, die Antrittsreden, Trauerreden usw. usw. halten, legen großen Wert darauf, keine Rede vorzubereiten, die den Beigeschmack von Häresie hat ... und zwei oder drei Häresien in ihrer Rede weglässt. Nun, alle, absolut alle Worte der Dame an die kleinen Hirten sind absolute Orthodoxie. Da sie sich mit sehr komplexen Themen befasste, macht sie keinen einzigen Fehler in der Lehre. Positiv ist, dass dies nicht die Erfindung kleiner Hirten sein kann. Aber es gibt noch mehr. Die Botschaft der Dame, die genau in dem entscheidenden Moment der Vorbereitung der Nachkriegszeit kam und die auffälligen Manifestationen des falschen Patriotismus und der Wissenschaftlichkeit der „Techniker“ außer Acht ließ, stellte alle Dinge mit großer Einfachheit in ihre einzigartigen und grundlegenden Begriffe dar. Der Krieg war eine Strafe für die Welt, für seine Gottlosigkeit, für die Unreinheit seiner Bräuche, für seine Gewohnheit, Sonntage und Feiertage zu missachten. Wenn dies erledigt war, würden sich alle Angelegenheiten von selbst lösen. Wenn dies nicht erledigt wird, würden alle Lösungen nichts lösen ... Und wenn die Welt nicht auf die Stimme der Frau hören würde, wenn sie diese Prinzipien nicht respektieren würde, würde es zu einem neuen Flächenbrand kommen, dem ein außergewöhnliches Himmelsphänomen vorausgehen würde. Und dieser Flächenbrand wäre viel schrecklicher als der Erste.

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      Die Techniker – die heute zusammen mit den Bankiers die Könige der Erde sind – versammelten sich – „et convenerunt in unum adversus Dominus“ (*). Sie errichteten einen Frieden ohne Christus, einen Frieden gegen Christus. Die Welt versank trotz der Botschaft Unserer Lieben Frau noch tiefer in der Sünde. In Fátima vervielfachten sich die Wunder um Dutzende, Hunderte und Tausende. Dort waren sie für jedermann zugänglich und konnten von allen Ärzten jeder Rasse und Religion untersucht werden. Die Bekehrungen waren ohne Zahl. Und trotz alledem hörte niemand auf Fátima. Einige zweifelten, ohne studieren zu wollen. Andere bestritten sie, ohne sie zu prüfen. Andere glaubten, hatten aber nicht den Mut, es zu sagen. Die Stimme der Dame wurde nicht gehört. Mehr als zwanzig Jahre sind vergangen. Eines schönen Tages wurden seltsame Zeichen am Himmel gesehen ... es war eine Aurora Borealis, die von allen Telegraphenagenturen auf der Erde gemeldet wurde. Aus den Tiefen ihres Klosters schrieb Lúcia an ihren Bischof: Das sei das Zeichen, und bald würde der Krieg kommen. Der Krieg kam bald. Er ist da, und heute versuchen wir erneut, „die Welt neu zu organisieren“, in den letzten Strahlen dieses möglicherweise bereits verlorenen Kampfes.

* * *


      „Si vocem ejus hodie audieritis, nolite obdurare corda vestra“
– „Wenn ihr heute seine Stimme hört, verhärtet nicht eure Herzen“, heißt es in der Heiligen Schrift. Durch die Aufnahme des Festes Unserer Lieben Frau von Fátima in die Liste der liturgischen Feiern verkündet die Heilige Kirche die Ewigkeit der Botschaft Unserer Lieben Frau, die der Welt durch die Hirtenkinder vermittelt wurde. An ihrem Gedenktag erreichte uns erneut die Stimme von Fátima: Lasst uns unsere Herzen nicht verhärten, denn nur dann werden wir den Weg zum wahren Frieden gefunden haben.

 

(*) Es handelt sich um ein Zitat, das sowohl im Alten als auch im Neuen Testament vorkommt. Der vollständige Vers lautet meist: „Astiterunt reges terrae, et principes convenerunt in unum adversus Dominum, et adversus christum eius“. Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verbünden sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten)…

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google Übersetzer.

Die deutsche Fassung dieses Artikels „Fatim“ ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google Übersetzer.

Die deutsche Fassung dieses Artikels „Fatim“ ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 

Mittwoch, 20. Mai 2026

Der Sinn unseres Lebens ist es, für unseren Herrn Jesus Christus zu kämpfen.



Plinio Correa de Oliveira
9. Aprill 1988


* Das Geheimnis des wahren Handelns besteht darin, etwas zu sagen oder zu tun, das den schlafenden Gegenrevolutionär in der Seele aufweckt, ihn aufschrecken lässt. Mit anderen Worten: ihn wiederzubeleben.

Dies, was zweifellos in Bismarcks umfangreichem und inhaltsreichem Geist wie in einem Parlament geschah, geschieht in unseren Köpfen vielleicht weniger deutlich. Aber im Allgemeinen gilt zumindest dies: Im Geist jedes Menschen, wenn er Revolutionär ist, schläft in ihm ein Gegenrevolutionär, und wenn er Gegenrevolutionär ist, schläft in ihm ein Revolutionär. Und das Geheimnis des wahren Handelns – wenn wir mit jemanden Kontakt aufnehmen – besteht nicht darin, beispielsweise den Gegenrevolutionär oder den Revolutionär zu beschwichtigen, um zu sehen, ob er weniger wütend wird. Damit gewinnt man niemanden. Es besteht vielmehr darin, etwas zu sagen oder zu tun, das den schlafenden Gegenrevolutionär aufweckt, ihn aufschrecken lässt. Mit anderen Worten: ihn wiederzubeleben. Und auf revolutionärer Ebene besteht es darin, den Revolutionär, der in der Seele des Gegenrevolutionärs schlummert, durch den Umgang mit einem Gegenrevolutionär zu erwecken. Ich weiß nicht, ob ich mich klar ausgedrückt habe.

* Unsere Aktion besteht also stets darin, die Gegenrevolution in all ihrer Schönheit zu zeigen.

Das Geheimnis unserer Propaganda liegt daher nicht darin, viele Menschen Kontakt aufzunehmen, sondern darin, eine bestimmte Art von Verkündigung zu machen; eine bestimmte Art von Kontakt zur Öffentlichkeit herzustellen, die an die Tür des Kopfes klopft damit der Gegenrevolutionär, der in diesem Kopf schlummert, aufspringt und mit uns handelt. Es kann aber auch sein, dass er nicht so weit geht, dass er nur ein wenig erwacht, schläfrig und benommen, dies hört und wieder einschläft. Aber dieses Wort bleibt in seiner Seele. Und in einem Augenblick der Gnade Gottes ist es dieser Same, der wiederbelebt wird, der zum Leben erwacht. Wir sind diejenigen, die den Samen dort zurückgelassen haben.

Und so besteht unsere Arbeit, unser Handeln, stets darin, die Gegenrevolution aufzuzeigen, mit all ihrer Schönheit und allem, was sie in sich birgt. Ob es einem gefällt oder nicht. Denn wenn sie in ihrer schönsten Form, in all ihrer Pracht, präsentiert wird, weckt sie den Menschen auf. Wenn sie ihn nicht aufweckt, so stört sie ihn doch zumindest im Schlaf und flüstert ihm etwas ins Ohr, etwas, das, wenn er wieder gefasst ist, ihm zuflüstert: „Mein Lieber, sieh nur … es ist besser, den Kurs zu ändern. Du irrst dich, nimm eine andere Seite, schlag eine andere Richtung ein usw.“ Und das kann den Menschen zu dem führen, was wir wollen: dass er die vollständige Gegenrevolution bewundert und sich anschließt.

* All unsere Symbole, all unsere Lieder, alles, was wir tun, ist sehr schön – aber viel mehr als schön, es ist sehr symbolträchtig.

Nun. Und alle unsere Symbole, alle unsere Lieder; Alles, was wir tun, ist zweifellos schön – selbst unsere Widersacher erkennen es mitunter an –, aber weit mehr als schön ist es symbolträchtig. Es birgt eine Botschaft, es ist eine Einladung. Es präsentiert dem modernen Menschen einen Menschentypus, der nicht mehr existiert. Doch er schlummert im Bewusstsein vieler, die ihn vorüberziehen sehen. Und wenn sie ihn sehen, erwacht etwas in ihnen, und sie setzen sich in Bewegung.

* Die Welt gehört energischen Minderheiten, die zu begeistern fähig sind. Unser einziger Weg besteht darin, die heldenhafte Minderheit zu gewinnen, die sagt: Ihr beeindruckt mich nicht. Wir vertrauen auf Gott und die Muttergottes.

Sie werden sagen: „Aber Doktor Plinio, was bringt das schon?“ Das stimmt, aber die Erfahrung zeigt, dass die Zahl derer, die sich so in Bewegung setzen, gering ist. Was nützt es also, diese kleine Zahl zu bekehren? Wäre es nicht besser, eine große Mehrheit von Sympathisanten zu gewinnen als von fanatischen Anhängern?“

Die Antwort lautet: Die Welt gehört nicht der Mehrheit. Die Welt gehört den dynamischen und attraktiven Minderheiten. Denn die Mehrheit besteht aus mittelmäßigen, gewöhnlichen Menschen, sozusagen seelenlosen und wertlosen Menschen, die nicht mitreißen. Solche Menschen taugen zu nicht viel. Sie sind höchstens dazu gut, attraktiv zu wirken. Und obwohl sie die Mitte repräsentieren, neigen sie stets dazu, der Linken zu dienen. Das ist der Punkt. Der scheinbar neutrale Mensch neigt immer zur Linken, und deshalb hat in Ländern mit einer sehr großen Mitte und einer kleinen Linken und Rechten die Linke das Spiel bereits gewonnen.

Warum ist das so? Weil man, um zur Rechten zu gehören, ein Mann der Ordnung sein muss; ein Mann des Gesetzes; konsequent; prinzipientreu; opferbereit. Ohne diese Eigenschaften gehört man nicht zur Rechten. Und genau das will der Durchschnittsmensch nicht. Um zur Linken zu gehören, muss man sich nur selbst aufgeben. Das ist es, was sie wollen. Was tun sie also? Sie lassen nach und nach ihre Körper los. Sie lassen los und fallen ganz links hin.

Und deshalb hören wir beispielsweise Berichte über die heutige Welt, wie den, den Dr. Rodrigues gestern skizzierte. Dr. Rodrigues sprach nicht das soziale Problem an, sondern das sexuelle. Aber in einer Welt, die so sehr von Sexualität beherrscht wird, warum neigen die Menschen dazu, sich hemmungslos gehen zu lassen?

Wie kann man mit dieser Tendenz Menschen dazu bringen, sich dem rechten Spektrum zuzuwenden? Ich weiß nicht, ob ich meine Gedanken deutlich ausgedrückt habe.

Mit all dieser Unmoral hat die Linke die Oberhand. Und der einzige Weg, den wir haben, ist, die heldenhafte Minderheit zu rekrutieren, so zahlreich wie möglich, die sagt: Ihr beeindruckt mich nicht. Wir sind die Minderheit, aber wir vertrauen auf Gott und die Muttergottes.

* Daher rührt die Angst unserer Gegner vor all unseren öffentlichen Aktionen. Der Beweis dafür ist die Kampagne des Schweigens, die sie gegen uns führen.

Wohin wird das führen? Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, dass es zum Sieg führen wird. Es wird zu eurer Niederlage und zum Sieg Gottes und der Muttergottes führen, und deshalb werden wir weitermachen.

Daher diese einzigartige Tatsache: Es ist die Furcht unserer Gegner vor all unseren öffentlichen Aktionen. Der Beweis dafür liegt in der Kampagne des Schweigens, die sie gegen uns führen.

Warum fürchten sie sich so sehr vor unseren öffentlichen Aktionen? Warum führen sie diese Kampagne des Schweigens gegen uns?

Sie führen diese Kampagne des Schweigens, weil sie wissen, dass wir, wenn wir uns öffentlich äußern, Minderheiten für uns gewinnen, und zwar nicht einmal diejenigen, die sich der TFP anschließen. Wir gewinnen Menschen für uns, die sich nicht anschließen, aber Teil der Öffentlichkeit bleiben, sich unter die gemäßigte Öffentlichkeit mischen, und die sagen: Sie haben Recht. Ganz einfach. Und wenn man die Zahl derer multipliziert, die sagen, dass wir Recht haben, ... [Aufnahme unverständlich] ... gibt es eine noch größere Zahl derer, die dasselbe denken, es aber nicht aussprechen. Und wenn wir diejenigen, die denken, sprechen und handeln, mit denen zusammenbringen, die denken und sprechen, und auch diejenigen, die denken, aber nicht sprechen, und diese zum Sprechen bewegen, haben wir einen beträchtlichen Teil der öffentlichen Meinung auf unserer Seite. Ist das weiterhin verständlich?

Aber es gibt noch mehr. Jeder Mensch neigt dazu, sich nicht von seinem Umfeld abzugrenzen. Wenn ein Mensch beispielsweise ein gemäßigter Zentrist ist und einen rechten und einen linken Freund hat, bewegt er sich nur sehr langsam nach links. Die Linke nimmt wenige ein, weil sie sich nicht von der Rechten distanzieren will. Hat er zwei Freunde auf der Rechten und einen auf der Linken, neigt er sich allmählich nach rechts, weil er sich dort stärker von der Rechten distanzieren müsste als von der Linken. Seine Schwäche veranlasst ihn, auf der Seite zu handeln, auf der er sich weniger stark distanzieren kann.

Und wenn es in einem bestimmten Umfeld viele Menschen gibt, die wie die TFP denken und dies auch aussprechen, dann gibt es viele, die nach links abdriften würden. Um aber nicht mit denen zu brechen, die wie die TFP denken, bewegen sie sich langsamer nach links. Gibt es hingegen wenige oder gar keine TFP-Denker, driften sie schneller in Richtung Kommunismus. Es geht also darum, diese der gemäßigten Position zu ergreifen und sie festzuhalten. Sie wird zwar etwas zur anderen Seite gezogen, aber langsamer. Die anderen müssen mehr Kraft aufwenden, um sie zu halten. Das hat einen Effekt zur Folge, den ich Ihnen gleich beschreiben werde. Ist das, was ich meine, noch verständlich?

Nun gut. Was ist dieser Effekt?

Der Effekt ist folgender. Die Revolution, wie wir sie üblicherweise darstellen, kann den Eindruck einer Bewegung erwecken, die einem Damm ähnelt: Jemand feuert einen Kanonenschuss auf die Barriere ab, und das Wasser strömt. So entsteht der Eindruck von Luther oder der Renaissance und den Humanisten in der Folgezeit – ein Wasserfall des Bösen, der über die Menschheit hereinbricht. Doch bedenkt man, dass die Initiatoren der Lutherischen Revolution den totalen Kommunismus erwarteten, so sehr, dass innerhalb der protestantischen Bewegung zahlreiche Sekten entstanden, die bereits kommunistische Ideen praktizierten. Sie entstanden in Böhmen, Mähren, Ungarn, Schottland, in bestimmten Regionen Italiens usw., weil sie den Höhepunkt der Revolution erreichen wollten aber die Bremsen der katholischen Kirche sie daran hinderten. Wir sehen, wie sie ihr Ziel erst später erreichen. Viele Generationen sind gestorben, und sie haben ihr Endziel noch immer nicht erreicht. Und selbst jetzt, wo sie alles in der Hand haben, erscheint eine Organisation wie die TFP, die sie fürchten müssen. … Sie haben Angst, dass sich diese Organisation ausbreitet, in den Zeitungen auftaucht und sich zu Wort meldet. Sehen Sie, aus einer bestimmten Perspektive haben sie alles gewonnen. Aus einer anderen Perspektive haben sie noch gar nichts gewonnen.

Die Diskussionen zwischen Dr. Plinio und „Pachá“ an der Juristischen Fakultät. Interne Spaltungen unter den Kommunisten selbst.

Wenn man dies berücksichtigt und andererseits die internen Auswirkungen bedenkt: Karl Marx – Marx veröffentlichte seine Ideen im berühmten Manifest Mitte des letzten Jahrhunderts. Wir befinden uns viel weiter mitten im 20. Jahrhundert. Wir stehen bereits an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. Trotzdem hat er die Welt noch nicht erobert. Sein Leib ist zu Asche ist im Grab zu Asche geworden, wo sie ruht. Der Marxismus hat die Welt jedoch noch nicht erobert. Man kann sich vorstellen, wie sehr das die Menschen deprimiert. Manche lassen sich entmutigen und machen nicht weiter. Und dann gibt es andere – ich habe das selbst miterlebt, und es ist eine klassische Tatsache. Wir alle, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber die Menschen meiner Zeit hatten kommunistische Kollegen. Ich habe Ihnen ja schon von einem kommunistischen Kollegen erzählt, mit dem ich heftige Diskussionen führte und der aus einer alteingesessenen Familie in São Paulo stammte. Ich weiß nicht, warum man ihn „Pachá“ nannte. Ich nannte ihn auch Pascha.

Pascha und ich stritten uns oft lautstark an der Universität. Und ich versuchte, die Leute gegen Pascha aufzubringen. Nun ja. Und Pascha war naiv genug, mit mir zu diskutieren, ohne zu ahnen, welche Entwicklungen sich da abspielten. Ich hatte viele andere kommunistische Kollegen, die so waren. Etwa vier oder fünf Jahre nach ihrem Abschluss wurden sie bürgerlich. Wenig später wurden sie antikommunistisch, weil sie die Hoffnung verloren hatten. Sie glaubten, schnell zu gewinnen, aber als ihnen klar wurde, dass der Kampf langwierig war und sie sterben würden, ohne den Triumph zu erleben, verflog ihre anfängliche Begeisterung, mit der sie kämpften.

Es gibt also eine interne Spaltung unter den Kommunisten. Manche wollen eine kommunistische Revolution durchführen, um sofort anzugreifen und alles niederzumachen. Andere sagen: „Nein. Vorsicht! Wenn wir das tun, wird es Kristallisierungen geben, und wenn es Kristallisierungen, werden die Antikommunisten gewinnen. Wir kommen nur voran, indem wir langsam und heimlich vorangehen. Wir können lächelnd vorangehen wie Gorbatschow. Aber es ist erwiesen, dass ein Vorangehen wie Lenin, mit Befehlen zum Töten und zur Vernichtung von Menschen usw., nutzlos ist. Er eroberte Russland, er verließ Russland nicht, und selbst dann herrschte ein Regime von Maschinengewehren, das jeden tötete und ermordete, der anderer Meinung war, denn wenn er nicht ein wenig Unterdrückung übte, würde sich Russland selbst gegen ihn erheben. Er beherrschte Russland, er eroberte Russland nicht. Das ist etwas ganz anderes. Wir müssen die Völker erobern. Und dazu müssen wir lächelnd vorgehen.“

Die Antwort der anderen war: „Wann wird diese Eroberung kommen? Woher soll ich wissen, wann diese Eroberung kommt? Also gebe ich auf.“

* Spannungen, die ihre Kräfte spalten und neben der Spaltung auch innere Unruhen verursachen. Das Beispiel Mitterrand in Frankreich.

Und es herrscht eine ständige Spannung zwischen den beiden. Diese Spannung spaltet ihre Kräfte und verursacht darüber hinaus solche interne Unordnung, dass Sie heute in den Nachrichten gehört haben, wie Mitterrand verkündete, für das Amt des französischen Präsidenten zu kandidieren, und dabei vorgab, die sozialistische Partei zu ignorieren. Das heißt, er kam vor einigen Jahren an die Macht, gewählt von der sozialistischen Partei, und hat seitdem so viel an Boden verloren, dass er heute so tun muss, als sei er kein Sozialist mehr. Was hat der Sozialismus gewonnen? Er hat an Boden verloren.

Warum ist das passiert? Er kam an die Macht und begann, Unternehmen zu enteignen. Seine Popularität sank so stark, dass sie während einer gewissen Zeit seiner Regierung auf null sank. Dann begann er, sich freundlich, gütig und verständnisvoll zu geben. Als sich das hundertjährige Jubiläum der französischen Bourbonen-Dynastie näherte, nahm er an den Ehrungen, den Festlichkeiten, als zahmes Kätzchen teil. Dann näherte sich ihm die Mitte erneut, und als sich die Mitte näherte, gewann er scheinbar, aber nicht in Wirklichkeit. Er gewann nur unter der Bedingung, dass er nicht er selbst ist. Er gewann, aber der Sozialismus gewann nicht. Sie haben an Boden verloren.

* Trifft all dies in irgendeiner Weise auf die TFP zu? Die Antwort ist völlig anders. Denn wenn wir handeln, handelt Gott.

Nun. Trifft all dies in irgendeiner Weise auf die TFP zu? Gibt es also Gegenrevolutionäre, die, wenn sie schnell und entschlossen vorgehen, an Boden verlieren? Wie die Kommunisten? Wenn dem so ist, sollten wir unsere Taktiken auch nicht anwenden. Ist die Frage verständlich?

Die Antwort ist eine völlig andere. Wir verlassen uns auf das Übernatürliche. Wir vertrauen auf Gott und die Gottesmutter, und uns wurde derselbe Auftrag erteilt wie den Aposteln und den ersten Katholiken: „Geht hin und lehrt alle Menschen und tauft alle im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Warum? Weil Gott mit uns handelt, wenn wir handeln. Wenn die Kommunisten handeln, handelt der Teufel. Gottes Regeln – Vorrücken und Zurückweichen – sind nicht die Regeln des Teufels.

Wir müssen den General kennen, der uns befehligt, unseren Herrn Jesus Christus. Die Königin, die uns zum Sieg führt, die Gottesmutter. Sie haben andere Wege zu kämpfen und andere Wege zu siegen.

* Die wichtigste Regel für unseren Sieg ist, Gott dazu zu bringen, seinen Sieg zu wollen.

Wie gelingt uns das? Theoretisch, theoretisch. Wenn Gott wollte, könnte er jetzt eingreifen. Mein letztes Wort vorhin war „jetzt“ – Gott könnte jetzt eingreifen. In dem Moment, als ich „jetzt“ sagte, hätte Gott, wenn er wollte, einen Donnerschlag durch den Himmel erschallen lassen und die Schlacht beginnen können. Und in der Schlacht hat Gott freie Hand: Er beseitigt, den der nicht will; er erschüttert und stürzt, wen er will; er erhebt, wen er will, und siegt, wann er will.

Unsere wichtigste Regel ist, Gott dazu zu bringen, seinen Sieg zu wollen. Die wichtigste Regel für unseren Sieg besteht darin, unseren König, unseren Herrn, unseren Anführer, der Gott ist, zum Siegen zu bewegen. Denn wenn er gewinnen will, ist ihm niemand gewachsen. Und wir werden in dem Maße gewinnen, wie wir ihn dazu bringen, bald gewinnen zu wollen. Will er es nicht? Ist es möglich, dass wir seinen Sieg mehr wollen als er seinen eigenen? Warum will Er nicht sofort gewinnen? Hier liegt der entscheidende Punkt, aus strategischer Sicht.

Beim Teufel ist das anders. Der Teufel handelt nur so weit, wie Gott es erlaubt. Und Gott hat oft zugestimmt. Aber der Teufel würde nicht handeln, wenn Gott... Wenn die Muttergottes den Teufel allein mit einem Augenbrauenheben fixieren würde, bliebe er am Boden liegen. Mit der geringsten Fingerbewegung würden alle Dämonen in die Hölle zurückkehren. Sie wären besiegt.

* Warum zögert Gott auch? Das ist das Kernproblem unserer Frage, unseres Krieges zwischen Revolution und Gegenrevolution. Der Tropfen Wasser im Wein der Messe.

Warum handelt Gott nicht sofort, warum kommt Er nicht schnell? Warum zögert Gott? Das ist der Kern unserer Frage, unseres Krieges zwischen Revolution und Gegenrevolution.

Die Antwort lautet wie folgt. Sie wissen, dass die Messe die unblutige Erneuerung des heiligen Opfers von Golgatha ist, und Sie wissen, dass unser Herr während der Messe aufs Neue der gesamten Heilige Dreifaltigkeit dieses Opfer darbringt, in der er selbst eingebunden ist, da er hypostatisch mit der zweiten Person vereint ist und mit dem Wort Gottes eine Person bildet. Er bringt dort aufs Neue sein Opfer dar. Ich habe Ihnen aber bereits von einer Tatsache berichtet, die mich sehr beeindruckt: Während der Messe nimmt der Priester mit einem kleinen Löffel etwas Wasser und gibt es in den Wein, der gewandelt werden soll. Dieses Wasser vermischt sich mit der Weinmasse und wird eins mit ihr. Wenn die Wandlung stattfindet, wird auch das Wasser gewandelt.

Man könnte sagen, es ist ein himmlischer Kunstgriff der Kirche. Denn wenn ein Priester das Wasser konsekrieren würde, würde es nicht zum Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus werden. Für die Wandlung muss es Wein oder Brot sein. Nun gut. Wenn aber Wasser mit Wein vermischt wird, in einem so geringen Verhältnis, dass es sich mit dem Wein verbindet und eins mit ihm wird, dann erfährt auch das Wasser eine Wandlung. Und dies hat symbolische Bedeutung. Das Wasser steht für die Opfer, die Gebete und die Anstrengungen der Menschen. Der Wein steht für die Gebete, das Opfer und die Hingabe unseres Herrn Jesus Christus.

Im eigentlichen Sinne kann nur unser Herr Jesus Christus retten. Und nur wenn er es will, siegt er. Doch Gott möchte, dass die Menschheit all ihren Schmerz, all ihren Kampf und all ihre Anstrengung mit dem unendlichen Schmerz, Kampf und der unendlichen Anstrengung vereint, die er am Kreuz auf sich genommen hat. Und er will den Menschen nicht ohne diese Mitwirkung des Menschen retten. Er wartet darauf, dass der menschliche Beitrag nach seinen Maßstäben das notwendige Maß erreicht, damit er dann die Strafe gegen die Revolution vollziehen kann.

Deshalb müssen wir unser Leiden und unsere Anstrengungen reichlich darbringen. Lasst uns unsere Fähigkeit, Verfolgung zu ertragen, reichlich einsetzen und ihr mit gleicher Kraft entgegentreten; lasst uns herausgefordert, verleugnet und angegriffen werden und mit einem Stolz antworten, der die Schmach der Verleumdung, auf die wir reagieren, übertrifft. Lasst uns Mut, Kraft, Energie, Nachdruck und Entschlossenheit haben… [unverständlich]… Dafür ist Leiden notwendig. Denn Faulheit ist das Vergnügen. Doch wenn wir uns auf diese Weise kreuzigen, uns im Kampf und im Werk kreuzigen, bringen wir alles Leid und Schmerz auf… vollenden wir diesen Tropfen Wein, damit die Bagarre und das Reich Mariens kommen.

* „Mein Gott, ich gebe Dir meine Seele. Ich bitte Dich, mein ganzes Blut, meinen Schweiß und meine Tränen anzunehmen. Alles, was Du mir gegeben hast, habe ich Dir gegeben.“ Dies ist das Ideal des TFP-Mitglieds.

Unser Apostolat muss uns also etwas kosten. Unser Apostolat muss uns schwerfallen. Er muss Widerstand gegen uns auf sich ziehen. Er muss Missverständnisse, Verleumdungen und all das erfahren. Wir müssen uns dem mit der gleichen Freude ergeben, die eine Weintraube empfindet, die, obwohl sie zerquetscht wird, versteht, dass sie gequält wird, aber aus ihr Wein fließt, und aus diesem Wein, durch das Wirken des Priesters, die Transsubstantiation sich vollzieht.

So müssen wir das Apostolat der Herausforderung, das Apostolat des Kampfes, das Apostolat des Opfers, in dem wir Blut, Schweiß und Tränen vergießen, nach der klassischen Formel, so dass wir, wenn das Ende unseres Lebens kommt, alles Blut vergossen, allen Schweiß vergossen und alle Tränen vergossen haben, die wir hätten vergießen sollen, sodass wir in der Stunde des Todes zu Gott sagen können: „Mein Gott, ich gebe dir meine Seele. Ich bitte dich, mein ganzes Blut, meinen Schweiß und meine Tränen anzunehmen. Alles, was du mir gegeben hast, habe ich dir gegeben. Hier ist es.“

* Der Tag des Sieges erwartet uns nicht so sehr, dass wir sie vernichtet haben, sondern dass wir uns an ihren Reihen selbst zermalmt haben.

Das ist das Ideal des TFP-Mitglieds. Viele, die diesen Kampf, diesen Mut, diesen Kreuzzug und diesen Schmerz durchstehen, sammeln die Ressourcen, die für den gesegneten Tag notwendig sind, an dem die Muttergottes sagen wird: „Das Maß ist voll. Lasst uns nun aufbrechen.“ Dies ist der übernatürliche Aspekt unseres Apostolats.

So haben wir nicht nur den Vorteil, die wenigen Helden um uns zu scharen, die den revolutionären Prozess aufhalten, ihn behindern, verzögern und ihn daran hindern, jemals ihren Sieg zu erringen, sondern wir erreichen auf der anderen Seite den Tag des Sieges, der uns erwartet – nicht so sehr, weil wir sie vernichtet haben, sondern weil wir an ihren Reihen selbst zermalmt wurden … Peng! Der Aufprall.

An diesem Punkt gleichen wir den japanischen Kamikaze-Piloten. Sie kennen die Geschichte. Sie wurden im Krieg ausgesandt, um ein Schiff zu torpedieren. Sie waren an einen Torpedo gebunden und lenkten ihn. Als der Torpedo den Kiel des Schiffes traf, durchbohrte er ihn. Das Schiff sank, und sie starben. Aber sie freuten sich, weil sie einen Kreuzer, ein Kriegsschiff, versenkt haben.

* Heldentum ist unsere Berufung, Heldentum ist unsere Mission. Wenn wir Heldentum annehmen, wie unser Herr Jesus Christus sein Kreuz annahm, werden wir dazu beigetragen haben, die Menschheit zu retten.

Ebenso, wenn wir alle wie Kamikaze-Piloten freudig in unser Leid und unseren Schmerz stürzen; wenn wir ernst sind, wenn wir albernes Lachen vermeiden, jenen ewigen Scherz, mit dem wir die Augen vor dem Ernst und der Erhabenheit unseres Kampfes verschließen; wenn wir uns selbst als Opfer eines wohlriechenden Duftes vor unserem Herrn achten, wird unser Leben dem Opfer Abels gleichen. Es wird sich erheben. Und der Tag des Sieges wird kommen.

Da habt ihr es, meine lieben Freunde, einige Gedanken über den Sinn unseres Lebens. Wozu? Damit wir verstehen, dass es für uns zwei Möglichkeiten gibt: Die eine ist, ein Held zu sein und unserer Berufung gefolgt zu sein. Die andere ist, dass sie keine Helden waren, obwohl wir ihr ganzes Leben lang so handelten; aber der Berufung nicht entsprochen haben.

Heldentum ist unsere Berufung, Heldentum ist unsere Mission. Wenn wir Heldentum so annehmen, wie unser Herr Jesus Christus sein Kreuz annahm, werden wir dazu beigetragen haben, die Menschheit zu erlösen. Und die Stunde des Sieges zu erlangen, die Stunde des Sieges zu beschleunigen.

Ich frage, ob es noch Fragen gibt oder ob alles klar ist. Wenn ja, ist das Thema erledigt und wir können beten.

 




Aus dem Portugiesischen eines Vortrages mit Hilfe vom Google Übersetzer

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Dienstag, 19. Mai 2026

WOHIN?

Plinio Corrêa de Oliveira
Folha de S. Paulo, 07.04.1974


Ich war etwa zehn Jahre alt, als ich das erste große Ereignis der Kleiderrevolution miterlebte, die nun ihren Höhepunkt erreicht. Um 1918, als Folge der entscheidenden Bedeutung der USA im letzten Drittel des Ersten Weltkriegs, strömte der amerikanische Einfluss intensiv nach Frankreich und von dort wiederum nach Brasilien. Die Damen schnitten sich die Haare kurz („à la garçonne“), die Röcke, die bis zu den Knöcheln reichten, stiegen plötzlich bis zu den Knien, und die Ärmel wurden bis zu den Schultern gekürzt.

Auf diesen ersten revolutionären Ansturm folgte allmählich eine Reaktion, die von Vernunft und Anstand getrieben wurde. Röcke und Ärmel wurden wieder länger. Die Damenmode erreichte in aufeinanderfolgenden Schwankungen Grenzen, die dem, - was man heute als die „Basisjahre“ 1916–1917 bezeichnen könnte -, sehr nahekamen. Die Kleiderrevolution gewann später durch neue kühne Schritte wieder den verlorenen Boden. Auf diese kühnen Schritte folgten meist Reaktionen. Und dann neue kühne Schritte. Und so war die Kühnheit stets größer als die Reaktion. So wurde im Laufe der Jahrzehnte, in einem Tempo von zwei oder drei Schritten vorwärts und einem zurück, das zweiteilige Kleid erreicht.

Im Bereich der Bademode verlief die Moderevolution weitaus unzeremonieller. Und in einem Tempo, das kaum und unbedeutendes Zögern kannte, erreichte die Mode den Bikini.

War der Bikini Inspiration und Vorläufer des zweiteiligen Kleides? Wie dem auch sei, wohin führt die Entwicklung vom Bikini und dem zweiteiligen Kleid?

***

Diese Fragen werden sich alle Leser bereits gestellt haben. Sie werden jedoch jene unter ihnen missfallen, die eine Gruppe bilden, die sich selbst als „gemäßigt“ bezeichnet. Das sind diejenigen, die in dieser Angelegenheit nur auf heute blicken und sich weigern, an morgen zu denken. Bei jeder neuen Kühnheit schaudern sie ein wenig, passen sich schnell an und bilden sich die Überzeugung, dass die Mode nun zum Stillstand gekommen sei. Sobald sich die Anpassung gefestigt hat, kommt eine neue Kühnheit der Mode und eine neue Anpassung. Und sie sind sich wieder einmal sicher, dass die „Evolution“ der Mode zum Stillstand gekommen ist. So dreht sich alles weiter, von Anpassung zu Schrecken und von Schrecken zu Anpassung, bis heute.

Ich verstehe, dass diese „Gemäßigten“ über meinen Artikel empört sind. Sie werden lachen und es seltsam finden, dass ich mich mit einem so trivialen Thema befasse. Als ob Anstand – der in diesem Zusammenhang so sehr auf dem Spiel steht – eine Nebensächlichkeit wäre …

* * *

Angesichts der Nachrichten, die ich in verschiedenen ausländischen Zeitungen lese, wird keiner diese Überlegungen für unangebracht halten.

Die „ABC“ aus Madrid berichtet am 13. März 1974, dass fünf Journalisten vor 800.000 Zuschauern einer Fernsehsendung in Schweden völlig nackt aufgetreten sind. Weiter heißt es, dass in Montevideo, im eleganten Viertel Carrasco, zwei junge Männer verhaftet wurden, weil sie nackt herumliefen.

An der University of South Carolina paradierten laut „ABC“ (9.3.1974) 510 Studenten nackt auf dem „Campus“. Um nicht nachzustehen, organisierte die University of North Carolina eine Parade mit 895 nackten Studenten. In Nocog Dochs, Texas, wurde eine ähnliche Parade durch rhythmische Tänze neoafrikanischer Folklore bereichert. Die University of Georgia ging noch weiter mit einer Parade von 1.500 nackten Studenten.

Laut der „Daily News“ (7. März 1974) hat der Nudismus die Politik erreicht. Eine Nudistendemonstration von Studenten der University of Pennsylvania war für den 1. April vor dem Weißen Haus geplant: Sie würde den „Blitzdemo des empeachment“.

***

Diese neue und ungeheure Kühnheit fegt wie ein Taifun über die Welt und reißt die letzten Überreste der alten Traditionen mit sich. Die Frage ist nun: Bis wohin kommen wir?

Kein Wunder, dass diese Frage diejenigen ärgert, die so lange rücklings zum Abgrund gegangen sind.

– Der Abgrund? Ja, der Abgrund. Gemeint sind die tragischen Strafen, die die Muttergottes 1917 in Fatima für die moderne Welt voraussagte, sollte sie ihren unmoralischen Verfall nicht eindämmen. Ich zitiere nur zwei Worte der Jungfrau Maria an Lucia, Jacinta und Francisco: „Russland wird seine Irrtümer in der ganzen Welt verbreiten … Mehrere Nationen werden vernichtet werden.“

 

 

Aus dem Portugiesischen von “Para onde“ in Folha de São Paulo vom 7. April 1974

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Freitag, 15. Mai 2026

Selbst wenn er arm ist, bewundert ein antiegalitärer Mensch das Erhabene

 

Ein kleiner Junge bewundert eine mittelalterliche Ritterrüstung

From bygoneamericana. Photo taken by Wayne Miller, USA in 1955.

Der Gipfel des Egalitarismus ist, z.B. zu sagen: „Soviel ist auch nicht notwendig. Es hätte ein gewöhnliches Rad sein können. Warum hat diese anmaßende Frau [die Königin von Dänemark] dieses Kristallrad angeschafft?“

Es ist das Rasseln des Schwanzes der Viper des Egalitarismus.

Es ist die Eigenschaft einer anti-egalitären Mentalität, immer das Erhabenere, das Höhere zu wollen, zu sehen, zu wünschen und zu lieben und es so vom weniger Erhabenen, vom Gewöhnlichen zu trennen.

Der anti-egalitäre, hierarchische Geist sucht das Höchste, aber er verachtet und hasst einfache Dinge nicht, und wenn ein nicht egalitärer Mensch arm ist, lebt er gelassen in seiner Armut, ohne diese zu verachten. Der Anti-egalitäre verachtet also nicht den Armen, sondern das Vulgäre.


Das Innere des heiligen Hauses Mariens, der Mutter Gottes,
so wie es heute in Loreto, Italien, zu sehen ist.

Das Haus der Heiligen Familie in Nazareth war extrem arm, aber nicht vulgär. Alles war übersichtlich, ordentlich, alles in Ordnung, alles sauber, alles akkurat, alles erhaben, wenn auch in der Armut. Das ist es nicht, was der Anti-Egalitäre verachtet. Er hält sogar die würdige Armut selbst für eine gute Sache. Was er hasst, was er verachtet, ist das Zerzauste, das Unordentliche, das Gewöhnliche aus Liebe zum Schmutzigen, aus Liebe zum Vulgären, aus Liebe zum Ordinären, aus Liebe zum Gewöhnlichen. Genau das hasst er.

Hier wäre also ein erster Punkt: Mann sollte sich selbst prüfen und dann versuchen ständig in sich selbst, diesen Geisteszustand kultivieren, der wiederum unseren Geist zu den Höhen der Liebe Gottes führt. Dies ist also die erste Note des anti-egalitären Geistes.

 

Aus dem Portugiesischen. Auszug eines Vortrages „Santo do Dia“ vom 19. April 1966

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Diese deutsche Fassung „Selbst, wenn er arm ist…“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

 



Und Johannes Paul II.?

Plinio Corrêa de Oliveira
Folha de S. Paulo, 28. Oktober 1978 



 

Ich fühle mich in der jetzigen Atmosphäre nach dem Konklave deutlich wohler als in der nach der Wahl von Johannes Paul I.

Bei allem Respekt vor den Verstorbenen – insbesondere, wenn es sich um Geistliche von so hohem Rang wie Johannes Paul I. handelte – muss ich sagen, dass mich die allgemeine Euphorie, die von seinem Lächeln ausging, etwas beunruhigt hat. Denn es war ein so überwältigendes Lächeln, dass es die Erinnerung an die uns allgegenwärtigen Probleme aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängte. Dies hatte zweifellos den Vorteil, erschöpfte Seelen zu beruhigen und übermäßig angespannte zu entspannen. Andererseits konnte es aber auch eine allgemeine Gleichgültigkeit hervorrufen. Nun, Gleichgültigkeit beseitigt keine Probleme, noch löst sie diese. Oftmals verschärft sie sie sogar auf tragische Weise. Denn es ist das große Wiegenlied der Wächter …

Nun bewirkt die Wahl eines Bischofs jenseits des Eisernen Vorhangs, wie Johannes Paul II., zum Papst einen diametral entgegengesetzten Effekt. Er rückt das tragischste aller gegenwärtigen Probleme in den Mittelpunkt, um das die anderen unaufhörlich ihr infernalisches Schauspiel aufführen.

Das Problem liegt auf der Hand: Soll die Welt Ja oder Nein zum Kommunismus sagen?

Aus diesem Grund herrscht gegenwärtig eine Atmosphäre der Erwartung, ganz anders als in den kurzen, flüchtigen Tagen, als Albino Luciani die Kirche leitete.

Der Kontrast zwischen der von Johannes Paul II. propagierten „Entproblemisierung“ und der Flut von Problemen, die sein Nachfolger auslöste, wirft sogar eine Frage auf, die ich hier nur beiläufig erwähne. Psychologen, Seelsorger, Propagandaexperten und hochrangige Politiker erkennen heute die Bedeutung, mitunter sogar die entscheidende, des jeweiligen Umfelds an. Es ist kaum zu glauben, dass das Konklave die positive Ausstrahlung des fröhlichen Patriarchen von Venedig ignorierte. Und die gegensätzlichen Eigenschaften des besorgten und vorsichtigen Politikers, die im Angesicht des Krakauer Erzbischofs zutage treten. Man könnte sagen, ersterer schien wie geschaffen, die Erinnerung der Öffentlichkeit an die Probleme zu dämpfen, die letztere wie geschaffen scheint, sie wieder aufzuwühlen. Es ist kaum zu glauben, dass eine Versammlung von der Größe eines Konklaves diesen Kontrast unterschätzt hat. Hat sie ihre Politik abrupt geändert, indem sie eine zweite Wahl traf, die sich so stark von der ersten unterschied? Und warum?

Wichtige Fragen stellen sich nie allein. Diese wirft eine weitere auf. Wenn schon ein polnischer Kardinal gewählt werden sollte, warum fiel die Wahl auf den am wenigsten bekannten, der der westlichen Öffentlichkeit nahezu unbekannt war? Warum wurde Kardinal Wyszynski, der „Cunctator“, den ich in meinem Artikel vom 24. August erwähnte, nicht berücksichtigt? Wird Johannes Paul II. ebenfalls ein „Cunctator“ sein? Oder wird er ein Mann sein, der zu unerwarteten und energischen Entscheidungen neigt?

Ich sehe um mich herum große Uneinigkeit darüber, ob Johannes Paul II. den Westen dem Osten näherbringen oder den Osten bekämpfen wird, um den Westen zu verteidigen. Alles in allem sind Prognosen wenig interessant. Denn die Ereignisse überschlagen sich heute so schnell, dass es wichtiger ist, sie zu analysieren als sie vorherzusagen.

Mir scheint, dass gerade hinsichtlich der Kriterien für die Analyse der möglichen Haltung Johannes Pauls II. gegenüber der kommunistischen Welt eine erhebliche Verwirrung in der Öffentlichkeit herrscht. Unzählige Menschen wissen nur unvollkommen, was Kommunismus ist. Und auch unvollkommen, was Katholizismus ist. Wie lässt sich also richtig beurteilen, ob es logisch ist, dass ein Papst anti- oder prokommunistisch eingestellt ist?

In diesem Zusammenhang wollen wir die traditionelle Lehre der Päpste skizzieren:

a) Der Kommunismus ist ein philosophisches System, das eine Vorstellung vom Universum und vom Menschen beinhaltet. Und folglich auch von den Beziehungen zwischen Individuen und Gesellschaften: vom Modell der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft.

b) Die katholische Lehre, die auf der Offenbarung basiert, vermittelt ihrerseits ein umfassendes Weltbild, ein Verständnis der Beziehungen zwischen Mensch und Gesellschaft sowie der Frage, wie Politik, Soziologie und Wirtschaft dem göttlichen Gesetz unterworfen sein sollten.

c) Systeme – nennen wir sie so – dieser Tragweite harmonieren entweder auf ihrem höchsten doktrinären Höhepunkt oder sind unvereinbar. Dies liegt in der inneren Logik des einen und des anderen Systems.

d) Angesichts des Widerspruchs zwischen den atheistischen, materialistischen und evolutionistischen Prinzipien, die den tiefsten Abgrund des Kommunismus bilden, und dem Glauben an den einen Gott, den reinen Geist, vollkommen, allmächtig und ewig, und an Jesus Christus, den Gottmenschen, in dem der höchste Punkt der katholischen Religion liegt, besteht eine völlige Unvereinbarkeit beider Lehren.

e) Daraus folgt, dass die einzige kohärente Gegenüberstellung der Anhänger der einen Lehre mit denen der anderen der Konflikt ist.

f) All dies ist logisch denkenden Menschen klar. Doch für unzählige Menschen, die sich in Widersprüchen wohlfühlen und denen nichts so unangenehm ist wie Logik, insbesondere in ihrer reinsten Form, bleibt es weitgehend unverständlich.

g) Ein Katholik oder Kommunist, selbst wenn er in rein dogmatischen Fragen logisch argumentiert, kann in der Beurteilung von Fakten mehr oder weniger unlogisch und nachgiebig sein. – Wie wird Johannes Paul II. in seiner Politik aus dieser Perspektive agieren? Das ist die entscheidende Frage.

h) Das Problem ist vielschichtig. Umso mehr, als selbst dort, wo Logik zu Konflikten führt, diese unzähligen Formen annehmen können. Konflikt bedeutet nicht nur, frontal und mit Gewalt anzugreifen. Angreifen bedeutet auch, den Gegner zu überraschen, ihn zu desorientieren, zu verwirren und ihn so zu schwächen usw. All das wissen die Kommunisten genau. Und gemäß ihrer Maxime, dass im Klassenkampf der Zweck die Mittel heiligt, praktizieren sie dies auch ständig.

Natürlich wissen Katholiken, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt. Doch auch der Einsatz rechtmäßiger Mittel erfordert einiges an Geschick. Unser Herr riet seinen Jüngern, die Unschuld der Taube mit der List der Schlange zu verbinden (Mt 10,16).

i) Im Kampf um die öffentliche Meinung zwischen logischen Minderheiten bildet die entgegenkommende Mehrheit meist ein Niemandsland. Die Minderheit, die die Mehrheit für sich gewinnen kann, wird siegen.

j) Der internationale Kommunismus ist dieser Gewinnung der Mehrheit zutiefst verpflichtet. Durch das Wirken der von ihm zu Mentoren der berühmten „Hilfslinien“ ernannten „Doktoren der Unlogik“ versucht er, jene im Niemandsland mit einem Ausweg zu verführen: a) Katholiken lehnen zwar den kommunistischen Atheismus und Materialismus ab, akzeptieren aber dessen politische und sozioökonomische Prinzipien; b) im Gegenzug für diese Akzeptanz gewähren die Kommunisten der Kirche Religionsfreiheit, sofern diese das kommunistische sozioökonomische Regime nicht angreift. Kurz gesagt: Innerhalb der Kirche würde der sozioökonomische Kommunismus toleriert und ungehindert wirken. Und innerhalb der Zivilgesellschaft würde die Religion toleriert und ungehindert wirken, allerdings ihrer sozioökonomischen Implikationen beraubt. Folglich würde der Staat die Kirche nicht bekämpfen. Und die Kirche würde ihren Gläubigen empfehlen, mit dem kollektivistischen Staat zusammenzuarbeiten.

i) Und damit kommen wir zum heiklen Punkt. Die Päpste bis einschließlich Johannes XXIII. lehrten und handelten so, dass allen Katholiken klar war, dass ein solcher Ausweg unmöglich war, da er fundamental im Widerspruch zur Lehre und zum Auftrag der Kirche stand. Es ist bekannt, dass diese Überzeugung während der Pontifikate von Johannes XXIII. und Paul VI. bei vielen Katholiken verblasste. Und dass nicht wenige sogar ungestraft die Versöhnung zwischen katholischer Religion und Kommunismus befürworteten.

Welche Rolle wird Johannes Paul II. in dieser Angelegenheit spielen? Welchen Einfluss wird er auf die öffentliche Meinung haben?

Wir werden darauf täglich Antworten erhalten. Ob er sich klar oder uneindeutig äußert. Denn selbst Uneindeutigkeit angesichts des Unannehmbaren kann eine Form der Akzeptanz sein.

Lasst uns beten, dass sein Handeln den Verstand mit Klarheit, die Herzen mit Stärke und die heilige Kirche Gottes mit Herrlichkeit erfülle.

 

 


 
Aus dem Portugiesischen mit Hilfe vom Google Übersetzer

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Mittwoch, 13. Mai 2026

Die Katholiken Angesichts der Politik

Plinio Corrêa de Oliveira
„O Legionário“ Nr. 141, 18. März.1934

 

Große Aufregung ist entstanden, über die Haltung der Katholiken in Spanien, die bereit sind die Republik zu unterstützen, nachdem aus der Verfassung die Gesetze, die den Grundsätzen der Kirche widersprechen, gestrichen werden. Die monarchistischen Zeitungen „La Época“ und „El Siglo Futuro“ versuchten sogar, den Texten der vom katholischen Organ „El Debate“ veröffentlichten Enzykliken andere Passagen aus denselben päpstlichen Dokumenten entgegenzustellen, die jedem Katholiken das Recht zuerkennen, sich für das politische Regime seiner Wahl zu entscheiden.

Insbesondere für die „Marianer“* von São Paulo ist die Angelegenheit von größtem Interesse, nach dem Hinweis des Erzbischof in einem Brief den er an den höchstwürdigen Direktor der Föderation der Marianischen Kongregation schrieb: „Es wird die großmütige Jugend von São Paulo daran erinnert, dass sich die Kongregationen absolut nicht um Politik kümmern. Unsere Marianer müssen sich jedoch, wie übrigens jeder gute Katholik, wann und wie es die Umstände erfordern, für die ausschließliche Verteidigung der großen und höchsten Interessen der Kirche engagieren. Getreu diesem Gedanken sollten sie nur die Orientierung annehmen, die ihnen in diesem Sinne von den Oberhäuptern der Kirche gegeben wird und niemals von den Parteichefs, welche auch immer diese sein mögen.

Herr Leon Merklen, einer der Direktoren von „La Croix“ aus Paris, räumt mit dem spanischen Fehler auf, indem er zwischen der Anerkennung der Autorität und der Freiheit eines jeden Bürgers unterscheidet, politische Präferenzen zu haben. Tatsächlich ist die Doktrin der Kirche in dieser Hinsicht völlig klar: Obwohl das politische Regime eines Landes in seinen Ursprüngen illegal ist, müssen die Gläubigen in dem Moment, in dem dieses Regime faktisch die Macht übernommen hat, so dass es ohne eine gewaltsame Revolution nicht geändert werden kann, und in dem Moment, in dem dieses Regime das Gemeinwohl und nicht das Wohl einer Klasse anstrebt, seine legitime Autorität loyal anerkennen.

Dies hindert jeden Katholiken nicht daran, seine politische Präferenz zu vertreten und diese in seinen Schriften, Konferenzen und durch seinen Einfluss zu verteidigen. Allerdings können sie nicht auf gewalttätige, illegale und revolutionäre Mittel zurückgreifen, da sie so ihrer Pflicht, die legitime Autorität zu respektieren, nicht nachkommen würden.

Beachten wir aber sorgfältig: Dieses Recht haben Seelsorger, Aktivisten der Katholischen Aktion, die verschiedenen diesem Verein ange-schlossenen Gruppen und Zeitungen der Katholischen Aktion nicht. Diese müssen außerhalb und über den Parteien liegen. Über die Parteipolitik müssen sie die große, wahre Politik stellen: die des Gemeinwohls der Nation. Von den fast immer leidenschaftlichen und vergeblichen Diskussionen der Parteipolitiker sollten sie nicht mitreißen lassen.

Die Lehre der Heiligen Kirche, das Machtwort des Erzbischofs und die Klarstellungen von Leon Merklen können keinen Zweifel mehr an der Haltung aufkommen lassen, die wir im öffentlichen Leben einnehmen müssen: katholisches Leben, katholisches Handeln, katholische und nur katholische Lehre, ohne jegliche Ergänzung, Symbiose oder Hybridität.


Anm.: * „Marianer“ so werden die Mitglieder der Marianischen Kongregation in Brasilien genannt, auf portugiesisch "os marianos"

 

Aus dem Portugiesischen mit Google-Übersetzer 

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Dienstag, 12. Mai 2026

Moralisches Profil der Jugendlichen der TFP

Moralisches Profil der Jugendlichen der TFP

Abschlussrede zum 8. Jugendtreffen der TFP am 14. Februar 1971

Brasilien zählt zu den Ländern mit den besten Voraussetzungen für seine Entwicklung in den kommenden Jahrhunderten.

(...) Vor uns liegt die Weite Brasiliens, die Weite dieses Landes, eines der größten der Erde – es bietet die besten Voraussetzungen für seine Entwicklung in den kommenden Jahrhunderten, da wir über unser gesamtes Land und eine bewundernswert homogene Bevölkerung in Bezug auf ethnische, politische und territoriale Gegebenheiten verfügen. Unser riesiges Territorium zeichnet sich durch eine bewundernswerte Kontinuität aus. Es wird nicht durch etwas von einem Ende zum anderen durchschnitten, das es in voneinander getrennte Gebiete unterteilt. Es bildet eine große geologische Einheit, eine große Einheit (...) eines Volkes, das zudem außerordentlich geeint bleibt.


Abschluss eines Jugendkongresses 1974

     Wenn man die Unterschiede zwischen den Brasilianern aus dem Amazonasgebiet (im Norden) und denen aus Rio Grande do Sul (im Süden), den Brasilianern aus São Paulo oder Rio de Janeiro und denen aus Mato Grosso und Goiás betrachtet, so stellt man fest, dass diese Unterschiede tatsächlich unbedeutend sind. Das brasilianische Volk ist überall eins, homogen, wahrhaft brasilianisch, geeint und zusammenhaltend, ohne Streitigkeiten, Rivalitäten oder gegenseitige Abneigungen; ein friedliebendes Volk, das in den Bewohnern der anderen Bundesstaaten wahre Brüder sieht und in einem beispielhaften Frieden lebt, ohne jene geografischen und ethnischen Spaltungen, die die Geschichte und das Leben anderer Nationen so oft zersplittert haben. São Paulo selbst, dieses gewaltige São Paulo, das im 20. und 21. Jahrhundert Anziehungspunkt für die größte Migrationswelle in Brasilien war, São Paulo, wo die Nachkommen fast aller Völker der Erde zusammenleben, São Paulo verkörpert einen zutiefst brasilianischen gemeinsamen Nenner, der diese Stadt der Arbeit und des Fortschritts mit seiner souveränen Note prägt. Und der es den unterschiedlichsten Völkern ermöglicht, hier in Frieden und Brüderlichkeit zusammenzuleben, die das wahre Klima Brasiliens ausmachen.

Mehr noch als diese Brüderlichkeit, die aus dem Wesen unseres Volkes und der nahezu vollständigen ethnischen Homogenität erwächst – denn hier verschmelzen nach und nach so unterschiedliche Völker zu einem harmonischen Ganzen –, mehr noch als diese Verbundenheit fällt in Brasilien eine erstaunliche religiöse Verbundenheit auf. Die Vorsehung lenkte die Migration nach Brasilien so, dass, selbst wenn dies nicht beabsichtigt war, der Großteil der Einwanderer katholisch ist. Und Brasilien ist durch und durch eine katholische Nation, in der der Anteil der Nicht-Katholiken nicht nur zahlenmäßig unbedeutend ist, sondern auch in der Ablehnung, die er in der übrigen Bevölkerung erfährt, in seiner Apathie und in seiner Unfähigkeit, den Nationalgeist zu prägen, unbedeutend.

Wir verfügen daher über eine immense Einheit: Einheit der Mentalität, Einheit des Glaubens, Einheit des Territoriums. In dieser Einheit, einer wachsenden Bevölkerung, die zu den größten der Welt zählt, und immensen, noch unerschlossenen wirtschaftlichen Ressourcen, die ein wahrhaft unermessliches Potenzial darstellen, erhebt sich Brasilien an der Schwelle zum 21. Jahrhundert mit dem Potenzial, die größte Macht des 21. Jahrhunderts zu werden. Gleichzeitig kann es sich bereits eines der größten Verdienste einer Nation zuschreiben: Kein anderes Land der Welt hat eine so große katholische Bevölkerung wie Brasilien. Die zahlenmäßig größte Gruppe innerhalb des authentischen Christentums, des katholischen Christentums, sind die Brasilianer.

Eine großartige Zukunft erwartet uns daher. Die Zukunft eines Volkes, das sich zum wahren Glauben bekennt, die wahren Prinzipien kennt und somit die natürliche Ordnung, die nur die katholische Religion in ihrer Ganzheit lehrt und durch die Sakramente die übernatürlichen Kräfte zu ihrer vollen Erfüllung vermittelt, Brasilien, das von der katholischen Kirche den Schatz der fundamentalen Prinzipien der christlichen Zivilisation empfangen hat, besitzt alle Mittel, den kommenden Jahrhunderten den Lauf des Schicksals aufzuzwingen, dem wir folgen müssen, um andere Nationen auf diesen Weg zu führen und einzuladen. Umso leichter, meine jungen Freunde, wenn die Vorsehung es so bestimmt hat, dass diese Homogenität Brasiliens die Homogenität des gesamten lateinamerikanischen Kontinents sein soll. Wenn es die Homogenität all jener Nationen wäre, die von der Iberischen Halbinsel stammen und diese weiten Landstriche bevölkern – Nationen, die untereinander Schwesternationen sind, Nationen, die katholisch sind –, dann wäre Lateinamerika ein gewaltiger Block unerschlossener Ressourcen, der größte Schatz der Christenheit für die Zukunft.

Es ist daher von großer Bedeutung, dass sich in diesem Land, das eine so entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Geschicke von morgen spielen wird, zahlreiche junge Menschen aus dem ganzen Land versammeln. Diese jungen Menschen, die von den Mitarbeitern und Mitgliedern der TFP zu diesen Studientagen einberufen wurden, haben sich zum Ziel gesetzt, die Missstände im Kommunismus, die Unvereinbarkeit der kommunistischen Lehre mit der katholischen Kirche sowie die Mittel zur Bekämpfung des heimtückischen Wirkens des Kommunismus und zur Bewahrung der christlichen Zivilisation – dieses immensen Schatzes, der nicht nur Brasilien, sondern ganz Lateinamerika repräsentiert und hier durch die Leiter der verschiedenen TFP-Ortsgruppen aus den südamerikanischen Ländern vertreten ist – zu untersuchen.

* Diejenigen, die die tiefere Bedeutung dieser Ereignisse nicht verstehen, sind erstaunt über die große Zahl junger Menschen, die sich für die Ideale der TFP begeistern.

Was vor allem diejenigen in Erstaunen versetzt, die außerhalb von uns stehen, die den Sinn unserer Geschichte und die tiefere Bedeutung der Ereignisse unserer Zeit nicht verstehen, was erstaunt, ist die Tatsache, dass unzählige junge Menschen, begeistert von den Idealen der TFP, größte Entfernungen überwinden, ihren Komfort und ihre Vergnügungen aufgeben, sich dem Studium und dem Gebet widmen, einem Ideal verpflichtet, einem höheren Ideal, einem Ideal, das in dieses Triptychon passt: Tradition, Familie und Eigentum.

Ein Ideal, das sich im Wort Tradition selbst bekräftigt. Das Wort Tradition, das Kontinuität mit der Vergangenheit bedeutet und Treue zu Prinzipien verkörpert, die so viele Menschen für tot erklären und die in unserer Zeit keine Chance auf Wiedergeburt haben – das Wort Tradition, das viele als das Wort schlechthin betrachten, wenn es darum geht, junge Menschen zusammenzubringen –, das Wort Tradition, das gerade dadurch seine Faszination ausdrückt und unter den brasilianischen Jugendlichen eine auserwählte Gruppe junger Männer kennzeichnet, die die Bedeutung dieses Wortes verstehen und zu größtem Einsatz dafür fähig sind.

Tatsächlich bedeutet das Wort Tradition Treue, es bedeutet Reflexion, es bedeutet Erweiterung des Horizonts, es bedeutet Herausforderung.

Wir leben in einer Zeit, in der alle Mittel der Propaganda das Moderne verherrlichen. In einer Welt, in der alle Propagandamittel – Radio, Fernsehen und Presse – unaufhörlich neue Moden, neue Sitten, neue Wörter, neue Einstellungen und neue Ideen in einem stetigen Strom immer extravaganterer Neuheiten verbreiten. Und in der eingetrichtert wird, dass jede Reaktion gegen diese apokalyptische Produktion von als modern bezeichneten Ungeheuerlichkeiten sinnlos, nutzlos und unbegreiflich sei.

Nun, gegen Fakten lässt sich nicht argumentieren. Tatsache ist: Die TFP hat die Straßen Brasiliens mit jungen Menschen gefüllt, die die ewigen Prinzipien der katholischen Kirche verkünden. Durch ihr Auftreten, ihre Kleidung und ihren Mut zeigen diese jungen Menschen deutlich, dass die Tradition ein Prinzip voller Vitalität und Siegeskraft ist. Und dies beweisen die großartigen Ergebnisse ihrer Kampagnen: Die Ehescheidung, die dank des Eingreifens der TFP in Brasilien nicht möglich ist, und die kommunistische Unterwanderung des Klerus, gegen die die gesamte Nation aufgrund des Eingreifens der TFP protestierte; Der Kampf gegen die sozialistische und konfiskatorische Agrarreform, zu einem Flächenbrand eskalierte, durch die Arbeit der TFP verhindert wurde, beweist deutlich, dass das Banner der TFP, das von jungen Menschen vor den Augen des brasilianischen Volkes entrollt wurde, Millionen von Brasilianern bewegt; dass im Unterbewusstsein unzähliger Brasilianer eine Verbundenheit zur Tradition, eine Faszination und Bewunderung für sie existiert; und dass, solange jemand den Mut hat, aufzustehen, zu sprechen und zu verkünden, er unzählige Menschen hinter sich bringt; indem er diese Menschen hinter sich bringt, ist er in der Lage, eine positive Reaktion hervorzurufen. Die Reaktion der jungen Menschen zeigt Brasiliens Treue zu sich selbst durch die Jahrhunderte hindurch, Brasiliens Treue zu den Grundprinzipien der christlichen Zivilisation.

* Das Profil eines neuen Typs junger Mensch

Dieses Werk, das sich in ganz Brasilien so entwickelt, zeichnet das Bild eines neuen Typs junger Mensch. Und genau über diesen neuen Typ möchte ich heute Abend sprechen.

Es ist nicht der rebellische junge Mensch, nicht der angepasste, nicht der faule, der sich nicht traut, für sich einzustehen, nicht der gleichgültige, der nur für Arbeit und Karriere lebt – es ist ein anderer Typ. Es ist der energiegeladene, der fähige, der mutige, der selbstlose junge Mensch, der nachdenkliche, der junge Mensch, der Ereignisse und Fakten analysiert und sich im Lichte der katholischen Lehre eine eigene Meinung bildet. Vor allem aber ist es der junge Mensch ohne Menschenfurcht, der sich nicht am Lachen oder Unverständnis anderer stört, der sich nicht scheut, auf die Straße zu gehen und Beschimpfungen zu ertragen, denen er trotz seiner Überlegenheit nicht antwortet, der Aggressionen ausgesetzt ist, denen er – da es sich um physische Aggressionen handelt – mit Stolz und Effektivität begegnet und seine Ehre zu verteidigen weiß. Es ist dieser junge Mensch, der so in ganz Brasilien ein altes und falsches Bild vom „guten“ jungen Menschen zerstört und ein neues und wahres Bild bekräftigt hat: das des wahrhaft katholischen jungen Menschen.

* Das falsche Bild vom „guten“ jungen Menschen: Es ist das Begräbnis der Güte selbst.

Was ist das falsche Bild vom „guten“ jungen Menschen? Dieses falsche Bild – das ich aus meiner längst vergangenen Jugend übernommen habe und das, wie ich glaube, bis heute mehr oder weniger fortbesteht – ist das Bild eines schwachen, lächelnden, resignierten jungen Menschen, der nicht den Mut hat, Nein zu sagen, der sich nicht traut, mit jemandem zu diskutieren, der sich stets in die Ecke zurückzieht und vor jeder Situation flieht, in der er im Rampenlicht stehen könnte, der Meinungen vertritt, für die er sich schämt und mit denen er sich im Vergleich zu den verachtenswertesten Individuen seiner Generation ständig minderwertig fühlt.

So schämt sich dieser junge Mensch, zu beichten und die Kommunion zu empfangen, er schämt sich, den Rosenkranz zu beten, er schämt sich, rein zu sein, er schämt sich, zu sagen, dass er das Gegenteil der Neuerungen unserer Zeit ist. Aber er ist doch so gut!... Der Arme!... Ruhe!... Er bittet nur darum, in einer Ecke des Lebens allein gelassen zu werden. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als zermalmt, besiegt zu werden. Dafür hat er einen flehenden Blick!... aus tiefstem Herzen! Und wenn er drei Tritte einstecken muss, zieht er sich in seine Ecke zurück und weint! Das ist das falsche Bild des guten jungen Mannes, es ist das Bild, das die Güte selbst begräbt. Denn wenn ein junger Mann, um gut zu sein, alles aufgeben müsste, was die Strahlkraft der Jugend ausmacht, wenn ein junger Mann, um gut zu sein, nicht kämpferisch sein dürfte, nicht den Mut hätte, laut und deutlich zu sprechen, nicht diskutieren, nicht argumentieren, nicht vor einem Publikum sich präsentieren dürfte, das anderer Meinung ist, nicht die Tugenden verkünden dürfte, die er praktiziert, wenn ein junger Mann, um gut zu sein, nicht so sein dürfte, sondern ein Halbjugendlicher sein müsste, dann heißt das, dass Güte nicht Güte ist.

* Die katholische Religion ist keine Religion der Schwachen.

Religion zeichnet uns ein anderes Bild der Jugend. Die katholische Religion ist keine Religion der Schwachen. Frömmigkeit ist keineswegs eine Schule, in der Männer verweichlicht werden. Wir überlassen die Unisex-Theorie den Modernen, die Scham der Geschlechterverwirrung den Heiden. Der junge Katholik ist wahrhaft männlich. Im vollen Sinne des Wortes. Ein Mann, der seine Verantwortung kennt. Er kennt seine Würde. Er hat seine Überzeugungen, die vom Glauben geprägt sind. Er ist stolz auf diese Überzeugungen, stolz darauf, katholisch zu sein, stolz darauf, rein zu sein, und er versteht, dass Unreinheit eine Schande und Reinheit eine Ehre ist. Er versteht, dass Nichtglauben Blindheit bedeutet und dass diejenigen, die glauben, die wahren Sehenden sind.

Und er versteht, dass derjenige, der ein Ideal hat und für dieses Ideal kämpft, viel mehr wert ist als derjenige, der eine Karriere anstrebt und für diese kämpft. Denn derjenige, der für eine Karriere kämpft, verdient höchstens Respekt. Wer für ein Ideal kämpft, verdient Verehrung. Er weiß, dass das Böse böse ist. Er weiß, dass die Welt von „Söhnen der Finsternis“ bevölkert ist. Er weiß, dass man diesen Söhnen der Finsternis nur mit Kraft begegnen kann, und zwar mit einer Kraft, die ihre eigene übersteigt. Angesichts all der Arroganz des Bösen weiß der wahre junge Katholik, wie er noch arroganter, ja heiligmäßiger arroganter sein kann. Er weiß, wie er allen die Wahrheit klar und deutlich sagt, wie er lauter und energischer spricht, sich ins Zentrum des Kampfes stellt und sich jedem entgegenstellt, der es sein mag.

Dies ist der wahrhaft gute junge Mann. Der furchtlose junge Mann, der sich nicht schämt, unserem Herrn Jesus Christus nachzufolgen. Von ihm kann man sagen, was unser Herr sagte: Unser Herr sagte, dass er sich am Tag des Jüngsten Gerichts vor Gott schämen würde, wenn Menschen in seiner Gegenwart wären, die sich schämten, ihm nachzufolgen. Und umgekehrt gilt: Wenn das Jüngste Gericht kommt und unser Herr mit jenen jungen Männern ist, die sich in der Zeit des Heidentums schlechthin nicht vor ihm schämten und ihre Treue zu ihm vor den Menschen klar bezeugten, wenn er mit solchen Männern, wird unser Herr sich für diese jungen Männer ehren und verherrlichen, und diese jungen Männer werden von ihm direkt in den Himmel aufgenommen werden.

* Der großartige Typus der TFP-Jugend

Das heißt, wir haben diesen großartigen Typus der TFP-Jugend vor uns, den ich so oft auf den Straßen unserer Stadt gesehen habe, auf dem Viaduto do Chá, wo Sie die Säulen gesehen haben, die als Sockel für Ihre Propaganda und Ihren Ruhm dienten. Wie oft haben wir sie mit ihren roten Umhängen mitten auf der Straße gesehen, wie sie sich der Menschenmengen zuwenden und unsere Prinzipien verkünden. Von den Dächern der Wolkenkratzer wirft der eine einen Stein nach ihm, der andere ein Glas Wasser, ein anderer pfeift, einer lacht, ein anderer bleibt stehen, ein anderer unterschreibt ein Manifest oder kauft ein Kunstwerk, ein anderer applaudiert, ein anderer lobt. Er spaltet die Stadt. Er ist wie eine starke Brust, in der sich die Wasser der öffentlichen Meinung in zwei verschiedene Ströme teilen. Er trennt das Gute vom Bösen, unserem Herrn Jesus Christus folgend, von dem der Prophet Simeon sagte, er sei auf diese Erde gekommen, damit die Gedanken vieler Seelen bekannt würden. Im Kontakt mit den jungen Menschen der TFP finden die Spaltungen und die innersten Auseinandersetzungen derer statt, die einander kennen. Doch gerade in diesem Kontakt offenbart und definiert sich ein christliches Brasilien, ein Brasilien, das Reinheit, Tradition, Eigentum und Familie liebt, geht in die Offensive gegen seine Gegner, bewahrt die Institutionen, die er bewahren will, und sichert so Brasiliens Weg in die Zukunft.


     Meine lieben jungen Leute, die ihr diese Studienwoche hier seid, ihr seht, dass dies in der Geschichte Brasiliens beispiellos ist. Ich las einmal in einer Zeitschrift einen Soziologen, der das Phänomen der TFP als so beunruhigend bezeichnete, insbesondere die Tatsache, dass die Mitglieder der TFP mit solcher Freude, mit solchem Stolz, oft öffentlich, das Gelächter ihrer Gegner ertrugen und angesichts des Applauses der Massen gelassen und diskret blieben; dies sei so beunruhigend, dass es einer gesonderten Untersuchung bedürfe. Dieser arme Mann kannte die Realität der TFP nicht. Er kannte das tiefe Geheimnis dieser Vitalität der TFP nicht, die so viele Menschen in Erstaunen versetzt. Dieses tiefe Geheimnis ist die Gnade Gottes, die vom höchsten Himmel herabkommt. Es ist die übernatürliche Kraft, die aus den Heiligen Sakramenten und der Verehrung der Muttergottes schöpft und den Menschen zu Taten befähigt, die ihm die bloße menschliche Natur nicht erlauben würde.

Vor allem aber haben wir den Glauben. Wir haben den Glauben, der Berge versetzt und für den kein Hindernis gilt; die Täler und Berge überqueren und Berge wie Ziegen springen lassen kann, wie die Heilige Schrift sagt. Vor uns liegt ein großes Vorhaben, eine große Errungenschaft, die wir vollbringen müssen: ganz Brasilien für die Sache von Tradition, Familie und Eigentum zu gewinnen.

Doch wir haben das Beispiel derer, die uns mit dem Zeichen des Glaubens vorausgegangen sind. Sie waren anfangs wenige, aber sie füllten in kurzer Zeit das Römische Reich. Wir müssen noch kühner sein als jene, die vor einiger Zeit an der Sorbonne in Paris die größten Unruhen und Gräueltaten verübten. Die Demonstranten an der Sorbonne hielten ein Schild mit folgendem Spruch hoch, der großartig wäre, wenn er nicht für ihre schrecklichen Ziele missbraucht würde: „Seien wir realistisch, verlangen wir das Unmögliche.“ Für einen Menschen, der sich wahrhaftig mit seinen Idealen identifiziert, scheint alles möglich. Was ihm möglich erscheint, ist auch für uns möglich. Denn wir vertrauen auf Gott, und Gott steht nicht auf ihrer Seite, sondern auf unserer.

Die Schlussworte dieser Studientage könnten durchaus lauten: Bis zu unserem nächsten Treffen kann es sein, dass die Wellen höher schlagen. Es kann sein, dass wir zeitweise den Eindruck haben, der Terror und die Gewalt unser Brasilien erschüttern werden. Doch nichts kann unseren Glauben erschüttern. Wir bleiben ruhig und furchtlos, bereit zu jedem Heldentum, jedem Risiko und jedem Kampf, zu jeder Form der Hingabe an unser Ideal und an unseren Herrn. Was gesagt wird, ist wahrhaftig; wir müssen fordern, wir müssen realistisch sein, wir müssen fordern, was uns unmöglich erscheint, aber für Gott möglich ist: dass Brasilien sich gemeinsam mit den anderen Nationen des Kontinents erhebt, alle als eine Nation, und dass es in den Augen der heutigen Welt das Reich Unserer Lieben Frau verkündet, damit sich die Worte der Heiligen Schrift erfüllen: „Ihre Kinder standen auf und priesen sie selig.“


      Es gibt diesen Ausdruck in der Verheißung von Fatima, in der Unsere Liebe Frau sagt: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“ So sei unser Wunsch: dass der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens darin bestehe, dass sich ganz Lateinamerika vor den Augen der Welt erhebe, um die Seligkeit und das Reich Unserer Lieben Frau zu verkünden. So werde sie durch uns das Unmögliche vollbracht haben. Und dieses Unmögliche wird seinen Anfang in Wochen wie diesen genommen haben, in denen aus Großstädten wie aus Kleinstädten, aus bedeutenden wie aus unbedeutenden Bundesstaaten, aus allen Teilen Brasiliens junge Menschen kamen, getragen von einem Ideal, dem unvergänglichen Ideal der christlichen Zivilisation. Junge Menschen, die JA zu ihrer Berufung sagten, JA zum Ruf zum großen Kreuzzug des 20. Jahrhunderts, zum Kreuzzug für die bedrohte christliche Zivilisation; NEIN zu all den Faktoren des Zerfalls, der Korruption und der Zerstörung, die der Kommunismus in der Welt verbreitet. Dieses JA und dieses NEIN werden wie Echos des Ruhms bis ans Ende der Zeit widerhallen. Eure Stimme wird sich mit diesen triumphierenden Stimmen vermischen, eure Stimme wird im Himmel von den himmlischen Chören wiederholt werden. Sagen wir JA zu Unserer Lieben Frau und NEIN zu unserem Widersacher, und lasst uns den Sieg erringen.

 


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google Übersetzer.

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

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