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Freitag, 11. Oktober 2024

Die drei Rosen:

Die Verehrung der Eucharistie, unserer Lieben Frau und des Papsttums


Gern beantworte ich die Frage, die gerade gestellt wurde. Schon öfters habe ich bemerkt, dass eine keineswegs geringe Anzahl von vortrefflichen Menschen sich in ihre Wohnungen zurückziehen, weil sie meinen, dass die moderne Welt unverbesserlich sei. Sie beschränken daher ihren Umgang auf die Familie und kümmern sich lediglich um ihre eigenes geistiges Leben, ohne sich einer Sache anzunehmen, die man allgemein gesprochen als die katholische Sache bezeichnen könnte, das heißt die Sache der römisch-katholischen apostolischen Kirche und die Sache der christlichen Zivilisation.

Ich hätte etwas zur Sache der christlichen Zivilisation zu sagen, denn was die katholische Sache bedeutet, ist leicht zu verstehen: Es ist das Anliegen, um das es geht, wenn man dafür kämpft, der Kirche die Voraussetzungen zu gewährleisten, die sie benötigt, um ihr Apostolat auszuüben, und wenn man der kirchlichen Hierarchie hilft, dieses Apostolat zum Heil der Seelen zu verwirklichen. Auf Erden wird dieses Ziel durch ein Leben der Tugend erreicht, deren wichtigste die Liebe ist.

Mit dieser Klarstellung lässt sich gut verstehen, was die katholische Sache ist. Was ist aber unter christlicher Zivilisation zu verstehen, und wie hängt sie mit der katholischen Sache zusammen?

Was ist eine Zivilisation?

Es geht mir hier nicht um die Analyse der verschiedenen Bedeutungen, die der Begriff „Zivilisation“ haben kann. Ich beschränke mich vielmehr auf einen Bestandteil, der allen Bedeutungen des des Wortes „Zivilisation“ gemeinsam ist, nämlich auf den Gedanken einer bestimmten Ordnung der Dinge in ihrer Gesamtheit, angefangen von ihren erhabeneren Aspekten auf religiöser Ebene bis hin zu ihren gewöhnlichen Aspekten auf rein materieller Ebene.

Fußt diese Ordnung der Dinge auf bestimmten Prinzipien, bildet sie eine charakteristische Zivilisation, die sich von anderen Zivilisationen unterscheidet, die von anderen Grundsätzen geleitet werden. Eine christliche Zivilisation wird von den großen Überzeugungen, den großen Eingebungen, den großen Erwartungen, das heißt den großen sittlichen Normen gestaltet wird, die unser Herr Jesus Christus auf die Erde gebracht hat und deren unfehlbare Interpretin, Mutter, Führerin die katholische Kirche ist die ihnen durch die Sakramentenspendung Leben verleiht.

Die christliche Zivilisation schafft die Voraussetzungen dafür, dass die Seelen die Kirche besser kennenlernen können. Die Kirche ist für die christliche Zivilisation mehr oder weniger das, was die Seele für den Körper ist (es handelt sich hier um eine Analogie, die selbstverständlich genauso unvollkommen ist wie alle Analogien). Ohne eine Zivilisation könnte man daher die Kirche in gewisser Hinsicht einer Seele ohne Körper vergleichen. Und eine Zivilisation ohne Kirche ist unbedingt einem seelenlosen Körper vergleichbar.

Die vollkommene Ordnung besteht darin, dass die Kirche eine Zivilisation bildet, die es ihr ermöglicht, den Menschen alles Gute zu tun – eine zeitliche Ordnung also, die ihr dabei hilft, das Gut des Menschen zu fördern. Andererseits muss es diese Zivilisation verdienen, christlich genannt zu werden. Das bedeutet, dass sie alle Voraussetzungen zu bieten hat, die unser Herr Jesus Christus für das menschliche Leben fordert und vorschreibt.

Nun ist es heute so, dass wir zwar die Kirche, aber keine christliche Zivilisation haben. Und die Kirche selbst hat sich in unseren Tagen mit der größten Krise in ihrem Innern auseinanderzusetzen, die sie in all den Jahrhunderten ihrer Existenz je erlebt hat. Und hinzu kommt noch die ungeheure äußere Krise. Viele meinen daher, dass sie sich in ihre vier Wände einschließen können, ja dies sogar tun müssen, ohne sich weiter um das zu kümmern, was draußen vorgeht. So erwarten sie für möglichst bald die in Fatima angekündigte Strafe, denn die Welt hat sich ja nicht geändert und die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens ist ja auch nicht genau unter den Bedingungen vorgenommen worden, die unsere Liebe Frau in Fatima gestellt hat. Also warten sie auf die Strafe. Bis es aber zu dieser Strafe kommt, bleibt man gelassen zu Hause und wartet.

Für die, die so handeln, ist der Eifer schwer zu verstehen, mit dem echt konservative Katholiken in Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen dagegen ankämpfen, dass noch gottlosere und pantheistischere Zivilisationsformen eingeführt werden, beziehungsweise sich für die Bewahrung der Überreste der christlichen Zivilisation einsetzen, die es auf der Welt noch gibt.

Wozu soll das nützen, wenn am Ende doch alles in der tragischen Sturzflut der Strafen untergehen wird, die nach ihrer Meinung wie eine neue Sintflut über die Erde kommen und alles hinwegspülen wird, um eine neue Ordnung der Dinge zu schaffen?

Ich meine, dass man vor allem bedenken sollte, dass sowohl für die Kirche als auch für die christliche Zivilisation jenes herrliche Wort der Heiligen Schrift aus dem Alten Testament gilt, denn wir schulden beiden die gleiche Liebe, die schon die Juden des Alten Testaments dem Tempel von Jerusalem weihten – sie liebten den Tempel von Jerusalem. Ein Psalmist bringt dies deutlich zum Ausdruck: Er liebt nicht nur den Tempel, denn sollte der Tempel einmal zerstört werden, wird er auch noch die Steine lieben, die von seinem Abbruch übrig bleiben. Und selbst wenn diese Steine einmal zu Staub zerfallen, wird er auch noch den Staub der zerfallenen Steine lieben.

Ich weiß sehr wohl, dass die Kirche nicht zerstört ist, denn sie ist schließlich unvergänglich. Und doch ist man fast versucht zu fragen, ob der geheimnisvolle Vorgang der Selbstzerstörung, in dem sie sich befindet und auf den Paul VI. so ausdrucksvoll hingewiesen hat, nicht doch schon abgeschlossen ist.

Er kann nie ganz zum Abschluss kommen, denn es heißt „portae inferi non praevalebunt“ – die Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überwältigen. Und doch möchte man dies fast infrage stellen.

Was aber die christliche Zivilisation angeht, wissen wir, dass sie zerstört wurde. Es sind weder ihr Gebäude noch die Steine übrig geblieben. Was bleibt, ist nur noch ihr Staub. Doch gilt uns dieser Staub nicht so viel, wie der Tempel den einstigen Juden? Lieben sie etwa nicht diesen Staub und erwarten sie nicht den Wiederaufbau des Tempels?

Ich spreche hier von den Juden, die vor unserem Herrn Jesus Christus gelebt haben und die den Tempel wiederaufbauen wollten, als dieser das wahre Haus Gottes und das Bindeglied zwischen den Menschen und dem Himmel war.

Auch wir denken so. Wir wollen die Staubkörner wieder zusammenfügen und Steine daraus machen und mit diesen Steinen das Gebäude errichten.

Da wird einer lachen: „Ihr seid wohl verrückt? Wie wenig könnt ihr doch erreichen!“ Und ich antworte darauf, dass ich das sehr gut wisse. Wenn wir aber ein paar Seelen zu retten vermögen, wenn wir Gesetze verhindern können, die gegen die christliche Zivilisation verstoßen und für viele Seelen Gelegenheit zur Sünde werden könnten, und auf diese Weise einige Seelen retten können, wenn wir es schaffen, dass am Tag des Strafgerichts die Zahl der Gläubigen ein bisschen größer ist, dann können wir auch sicher sein, dass eine größere Anzahl von Gläubigen das Strafgericht überstehen wird, um dann das Reich Mariens wiedererstehen zu lassen.

Nicht nur der Staub des Tempels, auch das Leid muss dazu beitragen, dass aus dem Staub etwas wiederersteht, auf dass daraus wieder Steine werden und dass diese Steine sich in lebendige Steine des Gotteshauses verwandeln.

Es will mir scheinen, dass sich in diesem Sinne gewiss viele Heiden und auch viele Juden bekehren werden. Aber wir müssen diese Bekehrung der Heiden, der Juden, der Muslime usw. herbeisehnen, müssen mit unserer ganzen Seelenkraft dafür arbeiten. Unsere Brüder im Glauben aber müssen wir lieben, jene Völker nämlich, die einst im Schoße der Kirche lebten, bevor es zu der großen Krise kam, die zum Ende des Mittelalters führte. Viele von ihnen sind aber auch im Schoße der Kirche verblieben. Wir wollen sie lieben und dafür Sorge tragen, dass sich eine möglichst große Zahl von ihnen ins Reich Mariens hinüberretten kann.

Damit dies geschehe, müssen wir stets Anregung in einer Haltung suchen, die Msgr. de Ségur als die drei Rosen der Seligen bezeichnete: In der Liebe zur heiligen Eucharistie, zu unserer Lieben Frau und zum Papst.

Liebe zur heiligen Eucharistie, der wir eine inständige, beharrliche Verehrung schulden. Wir setzen uns für den täglichen Kommunionempfang und für die Verehrung unseres Herrn unter seinen verschiedenen Anrufungen ein, und vor allem bringen wir viele Menschen in die kirchliche Gemeinschaft.

Liebe zu unserer Lieben Frau: Damit wir mit allem Eifer gegen den Kommunismus, den Sozialismus, gegen die großen Gegner der christlichen Zivilisation ankämpfen können, bedürfen wir des Rosenkranzgebets und weiterer Formen der Verehrung unserer Lieben Frau, gemäß dem Vorbild des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort, des großen marianischen Apostels der Neuzeit, dessen Botschaft gerade in unseren Tagen einen besonders großen Widerhall findet.

Liebe zum Papst: Wenn ich dieses hehre Wort – der Papst – ausspreche, kommt es mir vor, als würde ich aus der Tiefe der Jahrhunderte die göttliche Stimme unseres Herrn Jesus Christus vernehmen, der da spricht: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“

Wenn ich hier vom Papst spreche, meine ich natürlich die Päpste aller Jahrhunderte, das Papsttum im Lauf der Geschichte, seine großartige Aufgabe, die wunderbare Abfolge der wahren Päpste seit dem heiligen Petrus, dem von unserem Herrn auserwählten Fundament.

So gesehen ist der Papst die Achse der Geschichte, die Achse der Kirchengeschichte. Da diese die Achse der Weltgeschichte ist, bildet der Papst auch die Achse der Weltgeschichte.

Die Verehrung des Papstes bedeutet im Grunde Verehrung des Papsttums, Verehrung des unfehlbaren Heiligen Stuhles der Wahrheit. Angesichts der Kontinuität der wahren Lehre, wie sie vom wahren Lehramt der Kirche gelehrt wird, schulden die Katholiken dieser Lehre eine Hingabe, einen Eifer, eine Anhänglichkeit, eine Unterwerfung ohne Grenzen.

Mit dem Fortschritt der Fertigkeiten des Menschen im Bereich der Mechanik wurde dieser schließlich in die Lage versetzt, mechanische Uhren zu bauen. Wie Sie wissen, geschah dies im Mittelalter. Von nun an begann die Kirche, ihre Kirchtürme mit Glocken zu versehen, denn sie sah darin ein Symbol voller Poesie: Die Kirche zeigt die richtige Zeit des menschlichen Denkens.

Alle wenden sich ihr zu, um ihre persönliche Uhr – ihren Geist – nach ihr zu richten. Wenn es darum geht, dem Menschengeschlecht eine Ordnung zu geben, eine christliche Zivilisation zu schaffen und die Menschen in den Himmel zu führen, kann es für das Menschengeschlecht nichts Kostbareres geben als die Unfehlbarkeit der Kirche, die vor allem in den Verlautbarungen der Päpste ihren Ausdruck findet, sofern in diesen unter Berufung auf die höchste Lehrautorität eine allgemein verpflichtende Lehrentscheidung gemäß dem Kirchenrecht getroffen wird.


Dies vorausgesetzt beziehe ich mich voller Ergriffenheit auch auf den Papst und die drei Rosen der Seligen, von denen bei Msgr. de Ségur die Rede war.

Indem ich das Augenmerk auf diese Trilogie richte, die unserem Geist so angenehm klingt, habe ich den Eindruck, dass uns diese Darstellung auf natürliche, harmonische Weise zu drei Themen führt, bei denen unser Verstand und unsere Herzen zusammenfinden werden.


Aus dem Portugiesischen übersetzt von „As três rosas: a devoção à Eucaristia, a Nossa Senhora e ao Papado“ in „O Legionário“ vom 10. November 1929.

Diese deutsche Fassung „Die drei Rosen: Die Verehrung der Eucharistie, unserer Lieben Frau“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.



Samstag, 29. Oktober 2022

Muttergottes der Immerwährenden Hilfe

 

Plinio Corrêa de Oliveira

      Unsere Liebe Frau von der Immerwährenden Hilfe ist eines dieser Themen, zu denen man viel sagen könnte und gleichzeitig wenig zu sagen hat. Über die Muttergottes der Immerwährenden Hilfe kann ich nur wenig sagen, denn ich weiß nur, dass es sich um eine Ikone der orientalischen Kirche handelt, auf einem goldenen Hintergrund, wie er für die Malerei des orientalischen Stils charakteristisch ist, mit etwas von jener „Starre“ und jener Unbeweglichkeit, die die noch vom orientalischen Stil beeinflusste Malerei kennzeichnet. Es handelt sich um eine Frömmigkeit, die, wenn ich mich nicht irre, in Süditalien entstanden ist, wo der Einfluss der Ostkirche so groß ist, dass es bis heute auf der Insel Sizilien ein oder zwei Diözesen gibt, die zwar römisch-katholisch-apostolisch sind, aber dem östlichen Ritus, dem griechischen Ritus, angehören, weil der griechische Einfluss auf der Insel Sizilien fortbesteht.

       Diese Verehrung hat sich in der ganzen Welt verbreitet und ist aus einer Reihe von historischen und konkreten Gründen zur besonderen Berufung der Kongregation der Redemptoristen geworden. Wie wir wissen, hat sie in der Kirche zahlreiche Gnaden verbreitet und wurde von der Kirche mit Gunstbeweisen, Schutzerweisungen und Ablässen überhäuft.

      Wir sollten über den Titel der Immerwährenden Hilfe sprechen, denn es ist der Titel, unter dem die Gottesmutter in dieser Andacht verehrt werden wollte und der sich von den verschiedenen anderen Titeln unterscheidet, unter denen sie verehrt wird.

      Aber ich möchte vor allem darauf hinweisen, dass dieser Titel mit einer anderen Form, mit anderen Aspekten und mit anderen Titeln übereinstimmt, die die gleiche Idee hervorrufen. Zum Beispiel Unsere Liebe Frau von der Immerwährenden Hilfe und Unsere Liebe Frau vom Beistand. (Anm. des Übersetzers: Im Portugiesischen gibt es viel Synonyme für Hilfe: ajuda, auxílio, socorro, amparo die jeweils auch der Muttergottes gegeben werden). Das heißt, diese Anrufungen, die sich unterscheiden, weil sie an verschiedenen Orten entstanden sind, weil sie den Gläubigen bei verschiedenen Gelegenheiten und unter verschiedenen Umständen empfohlen wurden, dennoch auf verschiedene Weise sowohl die Fürsorge feiern, mit der die Gottesmutter in die Ereignisse des täglichen Lebens eingreift, sei es bei Ereignissen geistlicher oder zeitlicher Art, sei es bei Ereignissen, die das Schicksal von Einzelpersonen oder von Familien, Staaten, der Heiligen Kirche, Seelenfamilien, der Interessen der ultramontanen Sache, nun, die Sorgfalt, die Häufigkeit, die Freundlichkeit, die Herablassung, mit der sie eingreift, um denen zu helfen, die sich an sie wenden.

      Dieses Konzept, das so vielen Anrufungen gemeinsam ist, hat jedoch in der Anrufung der Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe ein eigenes Element. Es ist das Wort „immerwährend“. Allen ähnlichen Anrufungen der Muttergottes wird die „immerwährende“ Eigenschaft nicht beigefügt. Deshalb wird in dieser Anrufung der Gottesmutter nicht die Tatsache besonders verherrlicht, dass die Gottesmutter den Katholiken häufig, großzügig und zärtlich hilft, sondern dass diese Hilfe immerwährend ist. Die Dauerhaftigkeit dieser Hilfe ist die Norm, auf die der Schwerpunkt dieser Anrufung gelegt wird.

      Aber warum diese Hilfe auf Dauer? Denn wenn die Hilfe eine sehr kostbare Sache ist, besonders wenn sie von der Königin des Himmels und der Erde kommt, die alles tun kann, weil sie die „Allmächtige Bittstellerin“ genannt wird - sie, die allein durch den Wert ihrer Bitten alles tun kann -, wenn diese Hilfe der Gottesmutter sehr kostbar ist, dann ist das Schönste an ihr einerseits, dass sie ewig ist. Stellen wir uns einen Menschen vor, der ein Bettler, ein Elender, ein Aussätziger ist. Und diese Person erhält zum Beispiel Gnaden von einer Königin. Sagen wir, er ist ein Unglücksrabe aus England, aber Königin Elisabeth II. hat Mitleid mit ihm und hilft ihm von Zeit zu Zeit. Wir können von der Gefälligkeit der Königin schwärmen, die sich den bescheidensten und elendesten ihrer Untertanen zuwendet und von der Höhe ihres Thrones aus von Zeit zu Zeit etwas für diese Untertanen herabsteigen lässt. Wir können uns erfreuen über ihre Zuwendung, wir können uns freuen über das Glück des Untertanen, wenn ihm diese unerwartete und unverdiente Gnade zuteil wird, und wir können dann die Güte der Königin preisen.

      Aber es bleibt immer die Frage: Wird eine solche freiwillige Hilfe, eine Hilfe, die aus einer solchen Großzügigkeit heraus geleistet wird, für einen Menschen, der sie nicht verdient, nicht irgendwann aufhören? Kommt nicht irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Person sie missbrauchen wird? Wenn er so viel getan hat, dass ihm nicht mehr geholfen werden kann? Das heißt, die Beendigung der Hilfe ist der Schatten, der in der Hilfe selbst bleibt. Gibt es nicht einen Moment, in dem die Königin, mit anderen Dingen beschäftigt, diesen unglücklichen Mann vergisst? Wird sie nicht irgendwann sagen, wenn sie es leid ist, so viel zu geben: „Ich habe diesem Mann so viel gegeben, und er hat sein Leben nie verbessert; ich werde jetzt aufhören zu geben“! Wird es nicht einen Moment geben, in dem die Königin sagt: - „Ich habe ja viele, die mich bitten. Ich habe ihm schon zu viel gegeben. Jetzt werde ich es einem anderen geben.“

      Gibt es nicht eine Situation, in der die Königin, die ihre Hilfe schicken will, weiß, dass der Bittsteller sich in einem Boot auf dem Meer zwischen Schottland und dem Nordpol befindet, und beschließt, die Hilfe nicht mehr zu schicken, da der Ort weit entfernt ist und der arme Mann zu viele falsche Dinge tut, weil er sich selbst in diese Entfernungen begeben hat. „Wäre es nicht möglich“, wird die Königin sich fragen, „einen Hubschrauber der Royal Navy zu schicken, um diesen Mann zu holen, um ihn von dort, wo er ist, in Sicherheit zu bringen, in ein Haus, wo er vernünftig leben kann“. Was wäre, wenn dieser Mann zum Beispiel etwas gegen die Königin selbst getan hätte? Wenn er das Pech hatte, sie anzugreifen, wenn er zum Beispiel etwas tat, das eine Verleumdung gegen die Königin war? Würde die Königin nicht sagen, dass er das Maß überschritten hat und sie nun nichts mehr mit ihm zu tun haben will? Das heißt, wir können uns tausend Umstände vorstellen, unter denen diese Unterstützung aufhören würde und unter denen die Königin kein Interesse mehr an diesem Unglücklichen hätte.

      Aber die Muttergottes ist nicht so zu uns. Und die Dauerhaftigkeit ihrer Hilfe weist ausdrücklich auf das Gegenteil hin. Wie schlecht wir es auch machen, wie sehr wir es auch missbrauchen, wie unglaublich unsere Undankbarkeit auch sein mag, wie akut das Risiko auch sein mag, wie außergewöhnlich das Wunder auch sein mag, um das wir bitten müssen, wie extrem, wie unwahrscheinlich das ist, worum wir bitten müssen, vorausgesetzt, es ist keine schlechte Sache an sich, die Muttergottes ist die Mutter der Immerwährenden Hilfe. Das heißt, die Mutter, die sich dadurch verherrlicht, dass sie immer da ist, immer hilft, immer aufnimmt, so dass es keine mögliche Hypothese gibt, in der wir, die wir zu ihr beten, nicht beachtet und unterstützt werden.

      Natürlich behält sie uns unter bestimmten Umständen das Recht vor, unsere Bitten nicht zu erfüllen. Aber das Nichtgewähren ist nur eine Redeweise, denn sie kann die Gewährung dessen, worum wir bitten, hinauszögern, aber diese Verzögerung besteht darin, uns anschließend das Hundertfache dessen zu geben, worum wir bitten. Glücklich sind diejenigen, für die die Gottesmutter auf sich warten lässt. Sie kommt mit ihren Händen, die mit zahlreichen Gaben beladen sind. Es kann auch sein, dass die Gottesmutter nicht die Gnade gibt, um die wir bitten, sondern andere Gnaden, die viel wertvoller sind als die, um die wir bitten.

 

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „Santo do Dia“ im Jahr 1964 (ohne genaues Datum), „Nossa Senhora do Perpétuo Socorro“.

Diese deutsche Fassung „Muttergottes der Immerwährenden Hilfe“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Dienstag, 3. August 2021

Pro Maria fiant maxima



                                                 von Plinio Corrêa de Oliveira

      Es ist eine merkwürdige und zugleich erbauliche Tatsache im Leben der Kirche, da diese als Verwahrer der höchsten und komplexesten theologischen Wahrheiten bestellt ist, durchdringen sie die Masse der Gläubigen, die diese Wahrheiten lebt, auch wenn ihr kulturelles Niveau den Zugang zu jeglicher intellektuellen Aktivität höherer Ordnung ihr zu verwehren scheint.

      In allem, was mit der Verehrung Unserer Lieben Frau zusammenhängt, bestätigt sich diese Beobachtung deutlich. In zwei vorherigen Artikeln habe ich kurz und bündig die spirituelle Lehre des Seligen Grignion de Montfort über die wahre Andacht zur Muttergottes dargestellt, und habe versucht, den Lesern die ganze Kraft und Tiefgründigkeit der Argumente zu zeigen, auf die die Heilige Kirche ihre Marienlehre stützt. Wie die Leser sehen konnten, ist die Marienlehre und die Andacht zur Mutter Gottes ständig gewachsen, jedoch nicht in der Art von affektiver und nur literarischer Übertreibungen, die sich übereinander übertrumpfen, sondern sich aufbaut wie ein Turm von festen granitartigen Überlegungen, zu dem jede Generation von Theologen ein paar weitere Stockwerke aufsetzt, die fest auf fleißige Anstrengung gestützt, von der Vernunft entwickelt wurden, um die volle Bandbreite und den Umfang der offenbarten Wahrheiten zu entdecken. Es ist jedoch berührend zu beobachten, wie die Volksfrömmigkeit, die oft die Argumente der heiligen Theologie nicht kennt und sich weitgehend von der Feinheit ihrer eigenen Sensibilität leiten lässt, bis in den tiefen Kern der von der Kirche gelehrten theologischen Wahrheiten hinabsteigt und solche Wahrheiten mit einer Authentizität von Überzeugungen und Gefühlen zu leben weiß, die ohne das Wirken des Heiligen Geistes nicht erklärt werden könnten.

Der Sel. Grignion de Montfort zeigt, dass die großen Wahrheiten der übernatürlichen Mutterschaft Mariens in Bezug auf die Menschen und ihrer allgemeinen Vermittlung durch die Ausdehnung ihres Kultes in allen Regionen der Welt bestätigt werden. Tatsächlich gibt es kein einziges Volk, das behauptet, nicht von Unserer Lieben Frau besonders geliebt zu werden, und das ist völlig richtig, denn es gehört zum mütterlichen Herzen, egal wie zahlreich die Kinder sind, aus bestimmten Gründen jedem eine besondere Liebe zu widmen. Es gibt kein Volk, das nicht mindestens ein großes nationales Heiligtum zu Ehren der Heiligsten Jungfrau Maria errichtet hat, in dem die Königin des Himmels geistliche und zeitliche Gnaden auf die Menschen im Überfluss regnen lässt. Mehr noch, in jeder Region gibt es eine Kirche oder Kapelle, die von den Gläubigen besonders verehrt wird, und in jeder Kirche oder Kapelle gibt es mindestens ein Bild Unserer Lieben Frau. Und diese Regel gilt ausnahmslos für die unterschiedlichsten Nationen der Erde, von Polen bis in den afrikanischen Dschungel und von Brasilien bis China. Was ist der Grund für die absolute Universalität dieser Andacht, die sich zwar streng nach der Lehre der Kirche hält, sich aber durch die einzigartige Spontaneität der Manifestationen auszeichnet, durch die sie sich ausdrückt? Die Kirche befahl nie, das jedes Volk, ein besonders der Muttergottes geweihtes Heiligtum mit dem Sonderrecht eines nationalen Heiligtums zu errichten, noch dass in jeder Kirche die Muttergottes einen eigenen Altar haben sollte. Niemals hat eine kirchliche Autorität daran gedacht, die Gläubigen zu verpflichten, der Muttergottes jede einzelne der Frömmigkeitshandlungen zu erweisen, mit denen Sie verehrt wird. Die Kirche hat sich darauf beschränkt, die Marienwahrheiten zu definieren, und in den meisten Fällen hat sich die spontan begeisterte Frömmigkeit der Masse der Gläubigen so entwickelt, dass behauptet werden kann, dass fast alle Feste Unserer Lieben Frau und fast alle Formen der Frömmigkeit, mit denen sie verehrt wird, in der Masse der Gläubigen spontan oder durch Privatoffenbarungen geboren und später von der Kirche sanktioniert wurden. Warum das alles? Weil die Volksfrömmigkeit lebendig und tief spürt, dass die Muttergottes in Wirklichkeit die Mutter aller Menschen ist, insbesondere derer, die in der Herde der Kirche Gottes leben. Und sie fühlt auch, dass die Vermittlung Unserer Lieben Frau die sichere, direkte und rechte Tür ist, um Zugang zum Thron des Schöpfers zu haben.

* * *


Die alte Basilika von Aparecida

      Bei diesen Überlegungen erinnere ich mich unüberwindlich an Aparecida do Norte und an die tiefen Eindrücke, die ich gesammelt habe, wenn immer ich dorthin gehe, um zu Füßen der Muttergottes zu beten.

      Wo in ganz Brasilien gibt es ein Ort, auf den sich mit so unbesiegbarer Beständigkeit die Augen aller Brasilianer richten? Welches Wort hat unter uns die Gabe, Herzen leichter zu öffnen? Welche Anrufung spricht uns glühender als Aparecida an, von der ganzen brasilianischen Sensibilität, die in ihrem Verlauf berichtigt und in ihren übernatürlichen Zwecken veredelt wird? Kann, wer von Nossa Senhora Aparecida hört, sich nicht an die brennenden Bitten von Müttern erinnern, die für ihre kranken Kinder beten, von Familien, die in der Hilflosigkeit und dem Elend um verlorenes Wohlbefinden weinen und sich zum Thron der Königin der Güte wenden, von durch Untreue zerbrochenen Familien, von Herzen, die wegen Verlassenheit und Missverständnissen zerfressenen sind, von Seelen, die durch das Reich des Irrtums wandern, auf der Suche nach dem Halbglanz der Wahrheit, von Geistern, die auf den Pfaden des Lasters umherirren, die unter Tränen den Weg suchen, von toten Seelen nach dem Leben der Gnade, und in der Dunkelheit ihrer Hilflosigkeit die Quellen eines neuen Lebens finden wollen? Wo kann man die brennende Hitze durchdringender Flehen und die herrliche Freude triumphierender Danksagung am lebhaftesten spüren? Wo kann man genauer auf das brasilianische Herz hören, das weint, leidet, bettelt, durch Gebet gewinnt, sich freut und dankt, als in Aparecida? Und vor allem, wo ist Gottes Handeln in der ständigen Gnadenverteilung sichtbarer als in dem glücklichen Dorf, das die Vorsehung zum Lehen der Himmelskönigin machte?

      Nichts in der Umgebung von Aparecida beeindruckt die Fantasie aufgrund der Erhabenheit der architektonischen Linien oder des Reichtums der Verarbeitung. Aber die Luft ist so gesättigt von der Ausstrahlung des Gebets und dem Tau der Gnade, dass jeder genau spüren kann, dass Aparecida von der Vorsehung zur geistlichen Hauptstadt des Landes erklärt wurde.

* * *

       Dieser Hauptstadt fehlt jedoch vieles. Und diejenigen, die nach Aparecida gehen, fühlen unbedingt, dass eine große kollektive Sehnsucht über dem Ort schwebt, ein großes anonymes Streben nach einem Werk des Aufbaus und des Glaubens, das in der Ordnung der natürlichen und sensiblen Realitäten alle übernatürlichen und unsensiblen Realitäten ausdrückt und übersetzt von denen die Umgebung gesättigt ist.

       Die Mutterschaft Marias und die Allmacht Ihrer universellen Vermittlung müssen in Marmor und Bronze verkündet werden, nachdem sie in ganz Brasilien mit Tränen, Gebeten und Lächeln der Dankbarkeit verkündet wurden.

       Die künftige Basilika muss wie jene Bronzedokumente der Antike sein, in die bereits im Gedächtnis der Völker verewigte Tatsachen, Gesetze oder Namen für die Nachwelt eingraviert wurden. Affektive Weihe reicht nicht aus: Sie hat in ihrem Wesen eine Kraft, die sie dazu führt, sich in Denkmälern der Kunst und des Glaubens zu veräußern.

* * *

Es ist daher nicht schwer, die ungeheure Begeisterung der Bevölkerung zu beurteilen, die die von uns übermittelte Nachricht aus erster Hand erwecken wird, dass unser Hochwürdige Erzbischof, eine Kommission von Technikern eingesetzt hat, um die Pläne für die künftige Basilika zu studieren, was nur der Auftakt eines gigantischen Plans vorahnen lässt, den er in seinem Herzen hegt und nach dem Aparecida das imposanteste religiöse Zentrum der beiden Amerikas werden soll.

      Mit einer extrem breiten Palette von Konzepten wird Seine Exzellenz einen monumentalen Plan auf den Weg bringen, der durch die Majestät der Idee und den großen praktischen Geist, der bei der Festlegung der Details beeindruckend ist. Und im Dienste dieses Plans, der zu einem wahren Kreuzzug der Gebete und Großzügigkeit in ganz Brasilien aufruft, möchte der Erzbischof von São Paulo die sensibelsten Saiten des brasilianischen Herzens ansprechen.

      Die einfache Beschreibung der in zig Jahren durchzuführenden Arbeiten bedarf keines Kommentars. Ohne die jetzige Kirche zu berühren, die als Mutterkirche intakt bleiben wird, muss eine weitere Basilika gebaut werden, eine Reihe von sich ergänzenden Gebäuden wird eine Krone geistlicher Stützpfeiler bilden. Erstens, die Residenz der Priester, die für die Pfarrei verantwortlich sind. Dann ein besonderes Gebäude für die Versammlungen der Hochwürdigsten Bischöfe der Kirchenprovinz. Daneben eines für den frommen Rückzug der Mitglieder des Episkopats, die, entkräftet durch die Last der Jahre und Verdienste, eine gerechte Ruhe anstreben, die der Vorbereitung auf die ewige Ruhe im kommenden Leben förderlich ist. Schließlich werden ein großes Exerzitienhaus für Laien und eine Feuerschale mit unaufhörlichen Gebeten, bestehend aus einem Karmel und einem Sakramentensaal, das imposante Dock von Gebäuden, die das Lehen der Muttergottes bilden werden, glücklich vervollständigen. Seine Exzellenz erwägt auch den Bau des monumentalen Kalvarienbergs, ähnlich dem von Lourdes. Gebete, Werke, Versammlungen, Buße, all dies wird unter den Augen der Muttergottes geschehen, umso leichter die wohlwollenden Gnaden Gottes zu erlangen.

* * *

      Ich muss kein einziges Wort hinzufügen, um Begeisterung zu entfachen und Engagement zu mobilisieren. Von meinem Schreibtisch aus sehe ich die erstaunten Gesichter, die beim Lesen dieser sensationellen Offenbarung aufleuchten werden.

      Aber wenigstens ein Wort zu den ängstlichen Geistern, die von der Größe der Bemühungen leichter beeindruckt sind als von der Größe des Werkes.

      Schon der Umfang des vorgelegten Plans sollte darauf hindeuten, dass der Hochwürdige Erzbischof, der den Bau eines Denkmals dieser Größenordnung aufgreift, ein schönes Zeichen der Uneigennützigkeit setzt.

      Tatsächlich kann Seine Exzellenz nicht den Plan haben, die Ausführung eines so grandiosen Werkes schnell mit einem Zauberstab zu beenden. Die Würdenträger der Kirche, die Jahrhunderte vor sich haben, kann das Fieber der sofortigen Einweihungen nicht quälen, die kurzlebige Verwaltungszeiten kennzeichnen müssen. Die größten religiösen Denkmäler der Welt waren das Werk von vorhergehenden Generationen und Generationen. Keines von ihnen wurde gepflanzt, um die Freude zu genießen, die Früchte noch in dieser Welt zu ernten. Die Früchte werden im Himmel geerntet, von allen Säern des guten Samens. Wesentlich ist, dass die auf Erden ausgeführten Werke nicht das Zeichen der Unsicherheit und Knappheit von ausschließlich für Menschen geschaffenen Dingen tragen, wenn sie der Anbetung Gottes dienen.

      Dieses Denkmal wird gebaut, Deo volente, mit der festen und ruhigen Überzeugung, dass dies kein großes Werk ist, das aufgrund der Knappheit von Ressourcen und Zeit auf magere Weise ausgeführt werden muss, als Voraussetzung für den Erfolg. Die Jahre können vergehen und werden Zeuge der langsamen und umsichtigen Entwicklung der Arbeit sein. Nicht deshalb wird es jedoch kleiner oder gar nicht gemacht.

      Und wenn es die Grenzen der Existenz dieser Generation überschreitet, kann man zumindest eines sagen: dass Brasilien den Ruhm, eine ehrenvolle Ausnahme in einem leichtfertigen und unmittelbaren Jahrhundert hatte, mit dem Faktor der Zeit ein Denkmal zu vermauern, das gerade deshalb die Zeit nicht zerstören wird.


Die aktuelle neue Basilika

 

Aus dem Potugiesichen mit Hilfe von Google-Übersetzer des Artikels „Pro Maria fiant maxima“ in O “Legionário” Nr. 379, 17.Dezember 1939

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

„Pro Maria fiant maxima“ erschien erstmals in deutscher Sprache in www.p-c-o.blogspot.com 

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Die Muttergottes und die Heilige Eucharistie



Es reicht nicht, häufig zu kommunizieren. Es ist auch notwendig, inbrünstig zu kommunizieren. Und dafür ist die Andacht zur Muttergottes unverzichtbar.

Die Eucharistie ist die Seele des Lebens der Frömmigkeit. Ohne eine inbrünstige eucharistische Andacht ist kein geistliches Leben möglich. Damit die eucharistische Andacht in der Heiligen Kirche Gottes die von ihr erwarteten Früchte der moralischen Vollkommenheit hervorbringen kann, muss sie angemessen praktiziert werden.

In den Reihen der katholischen Laien ist es üblich zu sehen, dass Pädagogen, Lehrer und Vorsitzende religiöser Vereinigungen, nachdem sie ihren Untergebenen lange empfohlen haben, regelmäßig am heiligen Tisch teilzunehmen, stellen sie fest, dass die empfangenen Kommunionen nicht die erwarteten Früchte hervorbringen. Und dann, wenn der Geist des Glaubens durch diese offensichtliche Niederlage schwankt, appellieren sie an menschliche Mittel und denken, diese hätten irgendwie die heiligende Handlung der Heiligen Eucharistie fördern können.

Wir bestreiten nicht die Bedeutung menschlicher Mittel. Wir sind der Meinung, dass sie alle in die Praxis umgesetzt werden sollten. Und doch haben wir keinen Zweifel daran, dass sie keinen Nutzen haben werden, wenn die Eucharistie nicht der Haupttreiber des geistlichen Fortschritts von Schülern oder Mitgliedern religiöser Vereinigungen ist.

Was also tun, wenn der Teilnahme am Tisch des Herrn fruchtlos erscheint?

Es ist notwendig, die Ursachen dieser Unfruchtbarkeit zu überprüfen. Und im Allgemeinen wird man eines dieser beiden finden: entweder schlechte Beichten oder unzureichende Andacht zur Unserer Lieben Frau.


Wir wollen glauben, dass sakrilegische Beichten äußerst selten sind. Es ist jedoch sicher, dass die Gewohnheit zu beichten ohne angemessene Erforschung, ohne angemessene Reue, ohne einen ausreichend festen Vorsatz, leider nicht so selten wie gewünscht, hindert die Seele daran, die heilige Kommunion mit der notwendigen Gesinnung zu empfangen. Auf steinigem oder dornigem Boden, wie die schlecht vorbereiteten Seelen sind, was kann der Samen der Gnade tun?

Selbst wenn jemand gut gebeichtet hat und über geeignete geistige Dispositionen verfügt, kann er im eucharistischen Leben nicht auf den Schutz Unserer Lieben Frau verzichten. Und der Mangel an dieser Andacht ist der zweite Faktor, der die Intensität des eucharistischen Lebens beeinflusst und für die geistliche Unfruchtbarkeit vieler eifriger Seelen beim Empfang der heiligen Kommunion verantwortlich gemacht werden muss.

Marias universelle Vermittlung ist eines der wichtigsten Argumente, die zur Unterstützung dieser These vorgebracht werden können.

Sicher ist, dass wir keine Gnade aus den Händen Gottes erhalten, die nicht aufgrund der Fürsprache Marias zu uns kommt, unabhängig davon, ob diese Fürsprache von uns erbeten wurde oder nicht. Maria ist der notwendige Kanal, damit Gottes Gnaden zu uns kommen. Maria ist auch der Kanal, über den unsere Bitten dem Thron des Schöpfers präsentiert werden müssen. Das Gebet eines gut aufgeklärten Katholiken muss daher immer in Vereinigung mit der Mutter Gottes gesprochen werden.

Wenn diese Wahrheit überzeugend ist, ist es leicht sie auf das eucharistische Leben anzuwenden.

Um unseren Herrn in unseren Herzen angemessen zu empfangen, müssen wir die notwendigen geistigen Dispositionen dafür haben. Nun sind solche Dispositionen des Geistes Gnaden, die wir von Gott erhalten. Deshalb müssen wir Maria um diese Gnaden bitten, ohne deren Fürsprache wir sie nicht empfangen würden. Bei der Vorbereitung zur Kommunion dürfen wir daher nicht auf Marias Hilfe verzichten.

Wenn wir Gott in unseren Herzen haben, bleibt Marias Fürsprache weiterhin notwendig. Wir können uns nicht auf unsere Tugenden verlassen, die immer unvollkommen sind, um dem Erlöser zu gefallen, der uns besucht. Wir müssen daher seine Gnade durch Marias allmächtige Gebete gewinnen, deren Tugenden unsere Unvollkommenheit bedecken werden. Wenn wir Jesus in unsere Herzen aufnehmen, müssen wir ihn mit unserer Zuneigung, unserem Respekt und unserer Dankbarkeit umgeben. Aber unsere Liebe ist schwach, unser Respekt ist gering, unsere Dankbarkeit ist unvollkommen. Was können wir dann besser machen, als Maria zu bitten, für uns zu danken, für uns anzubeten, für uns und mit uns ihren göttlichen Sohn zu lieben,, der unser Bruder ist, da sie Gottes Mutter und unsere ist!

Nach der Kommunion ist es notwendig, die guten Vorsätze, die das Leben mit Jesus unseren Herzen nahegelegt hat, in die Praxis umzusetzen.

Es ist die Zeit der moralischen Kämpfe, die sich nähert. Wir kennen unsere Schwäche, unsere Unbeständigkeit, unsere Lauheit. Wir brauchen Gnaden, die uns helfen die Sünde zu bekämpfen. Und welche andere Quelle kann uns diese Gnaden geben, die im Himmel entstanden sind? Natürlich müssen wir sie von Maria erwarten.

Der Eucharistische Kongress muss daher von einem sehr ausgeprägten Marianischen Geist begleitet werden. Es ist unmöglich, Jesus zu lieben, ohne Maria zu lieben. Und der Grad der Inbrunst, den der Kongress in Brasilien entfacht haben wird, wird nicht nur die Anzahl der Kommunionen erhöhen, sondern auch die Inbrunst der Andacht zu Unserer Lieben Frau.

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

Legionário, vom 6. September 1936, Nr. 208, S. 4

 

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Mittwoch, 3. Juni 2020

Die kostbarste Gnade der marianischen Andacht



Plinio Corrêa de Oliveira
„Unsere heiligste Mutter öffnete uns eine Pforte der Barmherzigkeit,
 die niemand schließen wird“


Weil Maria die Mutter Gottes ist, ist sie auch in besonderer Hinsicht Mutter der Menschen, und also unsere Mutter.
Ich glaube, dass die kostbarste Gnade, die man bezüglich der Hingabe an die Heilige Jungfrau erhalten kann, ist, wenn sie darin einwilligt, durch unbeschreibliche Bindungen eine wahrhaft mütterliche Beziehung zu jedem von uns aufzubauen. Dies kann auf tausend Arten geschehen, aber im Allgemeinen offenbart sie sich hauptsächlich als unsere Mutter, wenn sie uns auf eine für das Leben unvergessliche Weise aus einer schwierigen Lage herausholt. Oder wenn sie dank einer diesen Güte, die nur Mütter haben, uns entgegen kommt und einen praktisch unverzeihlichen Fehler vergibt. Sie tilgt unsere Schuld, wie Unser Herr Jesus Christus den Aussatz heilte.
Auf diese Weise wird der Fehler — der nicht vergeben werden konnte, nicht gemildert wurde und nur den Zorn Gottes verdient hat — durch die souveräne Macht Unserer Lieben Frau und mit der Nachsicht, die nur Mütter haben, vollständig vergeben. Als Mutter löscht sie mit einem Lächeln den Fehler, und die Vergangenheit ist vergessen.
Die heiligste Jungfrau gewährt Gnaden dieser Art, so dass unsere Seele für das ganze Leben gebrandmarkt wird mit einem himmlischen Feuer der Überzeugung, dass wir uns tausendmal an Sie wenden können unter Umständen, die tausendmal unentschuldbarer sind, und sie wird uns immer wieder vergeben, weil sie, unsere heiligste Mutter, uns eine Pforte der Barmherzigkeit geöffnet hat, die niemand schließen wird.

Auszüge aus einer Konferenz von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira am 20. November 1963. Das Original und die Deutsche Übersetzung wurden vom Autor nicht überarbeitet.


Bild: Tizian malt seine erste Skizze – William Dyce, 19. Jhdt. Privatsammlung(Aus „Catolicismo“ Mai 2011)
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Donnerstag, 7. November 2019

Das Allerheiligste Sakrament und die Andacht zur Muttergottes

Die Kommunion Mariens – Giacinto Gimigniani, 17. Jhdt.
Museum der Schönen Künste, Marseille
Diese in Brasilien so eigene und 
tief verwurzelte Andacht wird und erretten.


In dem Augenblick, in dem die Frevelhaftigkeit in der Welt ihren Höhepunkt erreicht, erreichen auch Gnade und Barmherzigkeit ihren Höhepunkt. Der Stärke des Lasters und des Bösen setzt Gott die unbezwingliche Stärke des Guten entgegen.


Die katholische Kirche wird über die moderne Welt triumphieren. Dieser Triumph wird gewiss aus dem gigantischen Aufeinanderprallen der geringen Kräfte des Guten und der ungeheuren Kräfte des Bösen hervorgehen. Doch vielleicht werden wir noch dieses Ereignis erleben, dass die Kirche einen der größten Siege aller Zeiten davontragen wird, und es wird dies der Sieg der heiligen Eucharistie sein, dieser Quelle der Gnaden, die durch die Vermittlung und Fürsprache unserer Lieben Frau für die Welt offensteht. Mit ihren an den eucharistischen Jesus gerichteten Bitten erwirkt uns die Gottesmutter die Gnaden, deren wir bedürfen.

Diese Rolle der heiligen Eucharistie in der Modernen Welt veranlasst uns, unsere Gedanken zur Muttergottes zu erheben. Da man von Triumph und Gnaden nicht sprechen kann ohne Sie zu erwähnen, denn Sie ist ja die notwendige Mittlerin zwischen Gott uns den Menschen, kann ich behaupten, dass eine der kostbarsten Gnaden, die die heilige Eucharistie der Welt schenkt, ist die Verehrung Mariens. Und diese in unserem Land des Heiligen Kreuzes so eigene und in ihm verwurzelte Marienfrömmigkeit wird unser Land, Brasilien, erretten.



Auszug aus einem Vortrag von Plinio Corrêa de Oliveira gehalten während der „Eucharistischen Woche von Campos, Brasilien, am 23. April 1955. Abschrift und Übersetzung ohne Revision des Autors.