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Mittwoch, 25. Februar 2026

Vorbereitung auf eine große Mission

Plinio Correa de Oliveira
Heiliger des Tages – 13. Mai 1964


Francisco Marto
 

* Große Missionen und ihre Vorbereitung erfolgen in Etappen. Beispiel: die Vorbereitung der drei Hirtenkinder auf den Moment, als die Muttergottes zu ihnen sprach.

Am Fest Unserer Lieben Frau von Fatima möchte ich Folgendes anmerken: Den Marienerscheinungen in Fatima gingen Engelserscheinungen voraus. Diesen wiederum gingen Erscheinungen voraus, in denen der Engel nicht deutlich zu erkennen war. Die beiden Mädchen sahen am Himmel eine undeutliche Gestalt, deren Bedeutung ihnen unbekannt war. Dann nahm diese Gestalt die Form eines Engels an, der zu ihnen sprach und, wenn ich mich nicht irre, der Schutzengel Portugals war. Er bereitete sie durch Worte, die er in mehreren Erscheinungen zu ihnen sprach, auf die Marienerscheinung vor.

Seht also, wie große Missionen und die Vorbereitung darauf schrittweise erfolgen.

Und durch eine Reihe von Schritten wirkte die Gnade – die auch anders hätte wirken können, denn Gnade ist nicht an eine bestimmte Pädagogik gebunden – pädagogisch, wie es die Vorsehung wollte, und bereitete so den Geist dieser beiden Kinder und Franciscos – der anscheinend nicht ganz im Reinen mit seinem Gewissen war und im spirituellen Kalender etwas hinterherhinkte, als die Erscheinungen stattfanden – auf den Augenblick vor, als die Muttergottes zu ihnen sprach.

Wir haben eine Mission, und diese Mission wird uns auf die Weise von Fatima klar.

Diese Vorbereitung birgt eine Lehre, und diese Lehre müssen wir festhalten. Obwohl es sich in unserem Fall weder um eine Vision im eigentlichen Sinne des Wortes noch um eine Offenbarung handelt, haben wir eine Mission. Und diese Mission wird uns auf die Weise von Fatima klar.

Oftmals tritt jemand der Gruppe bei und verbringt viel Zeit damit zu glauben, etwas Außergewöhnliches erlebt zu haben, weil er etwas Großartiges in der Gruppe, in ihrer Mission, erkannt hat. Doch es ist zunächst wie ein Fleck am Himmel, der später eine präzisere Form annimmt. Und dann wird er im Geiste jedes Einzelnen vollständig definiert, als die Mission, die jeder haben sollte. Es bedarf also einer Art Vorbereitung, für die man ein offenes Herz haben und in den verschiedenen Phasen der Vorbereitung treu sein muss, um bereit zu sein, wenn der Augenblick kommt, in dem die Vorsehung an unsere Tür klopft und uns offenbart, was unsere Berufung, unsere Mission ausmacht, die wir selbst gut kennen müssen.

Neulich erzählte mir ein junger Mann aus der Gruppe etwas Überraschendes: Er hatte kürzlich Zeit gefunden, den theologischen Teil der RAQC (das Buch „Agrarreform, eine Gewissensfrage) zu lesen, und erst jetzt verstand er wirklich, warum wir das Eigentumsrecht so vehement verteidigen – weil es ein Naturrecht ist, weil es mit den Geboten des göttlichen Gesetzes verbunden ist und warum wir so vehement für das Recht auf Eigentum einsetzen. Und er ist schon ein erfahrenes Mitglied der Gruppe. Wie erklärt man sich das? Ist es Nachlässigkeit? Ist es etwas Verwerfliches? Wahrscheinlich nicht.

Diese Konzepte erfordern eine gewisse Reife. Man kann sie jemandem zwar hundertmal erklären, aber wenn es im entscheidende Moment der Gnade nicht kommt, versteht er es nicht so klar wie vielleicht etwas später.

Und dann, plötzlich, dämmert es ihm und er erkennt eine ganze Menge Dinge, die er schon vorher verstanden hatte. Denn mehr als alle Pädagogik, mehr als alle Lehre, mehr als alle Anstrengungen, die unternommen werden können, um einen Menschen zu bilden, wirkt der Heilige Geist allmählich in den Seelen und bereitet sie darauf vor, die Lehre tief zu erfassen und sie sich wahrhaftig anzueignen – so ist die katholische Bildung.

Es ist die Verwandlung des Gehörten in wohlverstandene und geliebte Grundsätze, die in unserer Seele bleiben, als der Kern unserer Seele. Diese Bildung vollzieht sich in Stufen. Zuerst zeigt uns die Gnade etwas, dann ein Engel, und schließlich spricht die Muttergottes zu uns.

Es ist unsere Pflicht, die Muttergottes um die Gnade zu bitten, dass all das, was wir eigentlich schon hätten erkennen und wissen sollen, vor unseren Augen erstrahlt.

Mir kommt daher der Gedanke, dass wir die Muttergottes an diesem Festtag, der so eng mit unserem Apostolat verbunden ist, um die Gnade bitten sollten, uns trotz unserer Verfehlungen alles vor Augen zu führen, was wir eigentlich schon hätten erkennen und wissen sollen. Das Sie einem jedem von uns in unserer Bewegung eine gleichwertige Gnade gewähre und den Tag beschleunigen, an dem sie uns das volle Verständnis unserer Angelegenheiten schenkt, dass unserer vollen Vorbereitung auf die Bagarre (die Prüfungen, die Sie in Fatima vorausgesagt hat) gleichkommt.

Wir müssen in die Bagarre eintreten mit all unseren Angelegenheiten verstanden und begriffen zu haben. Und verstanden, so wie ich sage: dass es zur Seele unserer Seele werde.

Es ist klar, dass vieles davon noch in uns geschehen muss. Wir sollten die Muttergottes bitten, dass Sie es uns sage, nicht durch Visionen oder Offenbarungen, sondern mit derselben Klarheit, mit der sie in Cova da Iria zu den Hirtenkindern sprach, damit wir unsere Mission erfüllen können, wie sie die ihre erfüllten.

Man ging davon aus, dass Francisco, zumindest bei den ersten Erscheinungen, die Muttergottes sah, Sie aber nicht hörte, was Sie sagte. Es scheint, als ob die Muttergottes trotz seiner Reinheit und Rechtschaffenheit etwas an ihm auszusetzen hatte. Franziskus besserte sich, wurde ein bewundernswerter Junge und starb in heldenhafter Haltung.

Bitten wir Franziskus, unser Fürsprecher zu sein, und bitten wir ihn, da wir ihm in gewisser Weise ähnlich sind, uns das zu ermöglichen, was die Muttergottes für ihn getan hat. Sie sagte, sie würde Franziskus ebenfalls in den Himmel aufnehmen, aber er müsse noch einige Rosenkränze beten. Bitten wir Sie, uns die Gnade zu schenken, „ebenfalls einige Rosenkränze zu beten“, das heißt, noch einiges zu tun, was wir tun sollten, um für die Zeit der großen Prüfungen, des großen Kampfes und des großen Ruhms gerüstet zu sein.

 

 

Erstmalig auf Deutsch in www.p-c-o.blogspot.com

 

 

Donnerstag, 25. Mai 2023

Das Sühneleiden des Francisco von Fatima

        Francisco sagt zu Lucia, dass er für die von der Menschheit begangenen Sünden Jesus Sühne leisten und trösten möchte.

        Der kommende Montag ist der Gedenktag des Todes von Francisco Marto, daher wäre es interessant, einen Auszug aus Pater De Marchis berühmtem Buch über Fatima zu kommentieren „Sie war eine Frau, strahlender als die Sonne“, über einen dieser drei Seher von Fatima. Hier ist also ein Dialog, den er über die Krankheit führte, an der er schließlich verstarb. Lucia stellt ihm die Frage:

       – Francisco, leidest du sehr?

       – Ja, ich leide, aber ich leide alles aus Liebe zu Jesus und Unserer Lieben Frau. Ich würde gerne mehr leiden, aber ich kann nicht.

       Als er sich vergewisserte, dass die Tür seine Zimmers geschlossen war, suchte er unter seiner Kleidung nach der Büßerschnur, die er ständig trug, und gab sie seiner Cousine.

       - Hier, nimm sie, bevor Mama sie sieht. Jetzt bin ich nicht mehr in der Lage, sie um die Taille zu tragen.

       Augenblicke später war auch Jacinta mit ihrem Stück Seil da, das sie nicht ohne Bedauern in die Hände ihrer Cousine legte:

       - Behalte es für mich, ich fürchte, meine Mutter wird es sehen. Wenn es mir besser geht, möchte ich es wieder tragen.

       Dieses Seil war das einzige auf der Welt, zu dem die Kleinen Anhänglichkeit hatten. Für Francisco und Jacinta war es das Einzige, was wirklichen Wert hatte. Und für uns wäre es auch die wertvollste Reliquie gewesen, wenn Lucia sie nicht verbrannt hätte, bevor sie zur Schule der Dorothearinnen in Vilar ging.

       – Schau, Lucia – fuhr Francisco fort – mir bleibt nicht mehr viel übrig, um in den Himmel zu kommen. Jacinta wird viel für die Sünder, für den Heiligen Vater und für dich bitten. Du bleibst hier, weil die Muttergottes es so wünscht. Schau, tu, was immer sie dir sagt.

       Während Jacinta – so Schwester Lúcia – ausschließlich mit dem Gedanken beschäftigt zu sein schien, Sünder zu bekehren und Seelen vor der Hölle zu befreien, schien Francisco nur daran zu denken, unseren Herrn und unsere Liebe Frau zu trösten, die ihm sehr traurig vorgekommen waren.

       „Mir geht es schlecht, sehr schlecht, Lucia“, wiederholte Francisco. Es dauert nicht lange, bis ich in den Himmel komme.

       Lucia sagte: – Seh’ aber zu, dass du dort nicht vergisst viel für die Sünder, für den Heiligen Vater, für mich und für Jacinta zu bitten.

       Franciscos Antwort: - Ja, ich werde bitten, aber schau, bitte diese Dinge der Jacinta, denn ich fürchte, ich werde es vergessen, wenn ich Jesus sehe, dann möchte ich ihn zuallererst trösten.

       Jeder der drei Kinder von Fatima hatte eine andere Mission zu erfüllen: Franciscos Mission war ausschließlich Sühne zu leisten.

       Wie können hier Folgendes beobachten: Diese drei Seelen, denen Unsere Liebe Frau den erhabenen Auftrag gab, sie in Fatima zu sehen und etwas über das Geheimnis von Fatima zu sagen. Von den drei Seelen gingen drei Aufträge aus: Lucia sollte auf der Erde bleiben, um das Andenken der Botschaft zu verbreiten. Francisco und Jacinta sollten in den Himmel kommen. Aber sie sollten in den Himmel kommen und unterschiedliche Missionen auf dieser Erde und im Himmel haben. Jacinta hatte den Auftrag bekommen, für die Bekehrung der Sünder zu beten. Francisco bekam einen Sühneauftrag anderer Art.

       Es war reine Tröstung und Sühne angesichts der Traurigkeit unseres Herrn und unserer Lieben Frau über die vielen Sünden, die eigentlich die Ursache der Botschaft von Fatima waren.

       Wir sehen hier die Bedeutung der Sühneleistung. Trotz aller Bemühungen unseres Herrn, Seelen zu retten, gab er einer dieser Seelen eine rein wiedergutmachende Mission. Das heißt, der besondere und spezifische Auftrag, Ihn allein zu trösten.

        Es ist klar, dass sich dieser Trost zugunsten der Erlösung der Seelen auswirken würde. Aber wie dem auch sei, der direkt fokussierte Zweck war die Sühneleistung.

        Wir können so die Bedeutung erkennen, die Unser Herr und Unsere Liebe Frau der Sühne beimessen, wenn sie auch zur Erlösung der Seelen beitragen, war doch das Hauptanliegen das der Sühneleistung.

* Auch wir müssen die Bedeutung unserer Sühnemission verstehen, da die Flut der Sünden ins Unermessliche gewachsen ist

        Und dann verstehen wir, wie wichtig diese Sühneabsicht ist, die wir in unsere Freitagstreffen einbeziehen möchten. Und dieser Geist der Wiedergutmachung gegenüber dem Unbefleckten Herzen Mariens für die grausamen Beleidigungen, die es erleidet.

        Nun, das war im Jahr 1917. Das ist schon etwa fünfzig Jahre her. Wir sind im Jahr 1966 und werden in Kürze in 1967 sein. In diesen fünfzig Jahren ist die Flut der Sünden ins unermessliche gestiegen: persönliche Sünden, öffentliche Sünden, Sünden von Nationen, von Institutionen, unermesslich.

        Und das zwingt uns auch zu bedenken, dass die Beleidigungen zugenommen haben und dass mit der Zunahme der Beleidigungen auch eine Sühneleistung notwendiger geworden ist ebenso die Notwendigkeit dieses Sühnegeistes (...)

       Wie viele schweigen und führen keinen Krieg gegen die Sünde. Das heißt, die Flut der Sünden ist ins Unermessliche gestiegen. Und das zwingt uns auch zu bedenken, dass mit zunehmender Beleidigung auch eine Wiedergutmachung notwendiger wird.

* Unsere Mission ist höher als die der Sühneleistung, denn sie besteht darin, das Reich Mariens zu errichten, aber der Geist der Sühne ist eng mit unserer Arbeit verbunden

       Wir müssen für die Notwendigkeit dieses Geistes der Sühne kämpfen. Der Geist der Sühne ist aber nicht das einzige noch das Hauptziel unseres Kampfes. Unser Kampf hat ein anderes Ziel, das über den Geist der Sühne selbst hinausgeht. Wir wollen nicht nur für Gott Sühne leisten, sondern wir wollen die Werkzeuge Unserer Lieben Frau sein, um Ihre Herrschaft auf dieser Erde einzurichten. Das heißt, wir wollen ihren Feind vernichten und wollen, dass sie regiert, dass alle Hindernisse für ihre Herrschaft zerstört werden und dass sie vollständig regiert. Das ist es, was wir wollen.

        Aber wir müssen dies mit dem Geist der Sühne verbinden. Wir wollen, dass Sie regiert, um die Verbrechen zu beenden, die für das Reich des Teufels begangen werden, in dem wir uns derzeit befinden. Wir wollen, dass Sie regiert, und sind daher empört über die ihr zugefügten Beleidigungen. Deshalb ist dieser Geist der Sühne eng mit unserem Kampf und unserem Geist verbunden.

        Unter diesen Umständen denke ich, dass wir Franziskus bitten sollten, für uns diesen Sühnegeist zu erlangen, für uns diesen brennenden Wunsch, durch das Unbefleckte Herz Mariens dem Heiligen Herzen Jesu, Sühne leisten für die unaussprechlichen Sünden, die sie in diesem Moment erleiden. Nun muss man es gut sagen: Von diesen unaussprechlichen Dingen habe ich den Eindruck, dass das Unaussprechlichste das Unvorstellbare ist, denn alles Unvorstellbare ist unaussprechlich. Und was wir haben, ist unvorstellbar. Es sind bestimmte Sünden, die innerhalb der Kirche begangen werden, an die die Menschen niemals denken würden und die die Sünde der Sünden darstellen.

       Deshalb müssen wir einen Geist der besonderen Sühne haben. Gerade eben, noch vor unsere Versammlung, haben wir darüber gesprochen, wie viele Dinge in der Kirche vor sich gehen, die geradezu entwürdigend und sehr schmerzhaft sind.

       Es ist gut, es ist großartig, es ist unverzichtbar, es zu erwähnen und zu analysieren. Aber es ist sehr angebracht, den Geist der Sühne gegenüber Unserer Lieben Frau und Unserem Herrn Jesus Christus hinzuzufügen. Dadurch erhält der Kommentar jene Frömmigkeit, jene Gelassenheit, jene Salbung, die er stets bewahren muss. Hier ist also ein Vorschlag, wie wir den Geist der Sühne unter uns einführen oder stärken sollten.

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer von „Das Sühneleiden des Francisco von Fatima“ Kommentare zum „Heiligen des Tages“ vom 2. April 1966. Der hier wiedergegebene Text wurde vom Autor nicht überarbeitet.

Die deutsche Übersetzung „Das Sühneleiden des Francisco von Fatima“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Dienstag, 23. Februar 2021

Fatima, das Geheimnis Mariens und die Strafe Gottes

 

Plinio Corrêa de Oliveira

Heute ist der 13. Oktober, Tag der letzten Erscheinung in Fátima im Jahre 1917. Wir lesen den Bericht dieser Erscheinung im Buch von P. Johannes de Marchi, „Fatima von Anfang an“ (deutsche Ausgabe).

Die wirkliche geistige Führerin der Kinder war ohne Zweifel die selige Jungfrau selbst. Ich spreche von den Kindern Francisco, Jacinta und Lucia. Die gütige Dame der Cova da Iria nahm dieses Meisterwerk persönlich in die Hand und, wie es nicht anders sein konnte, führet sie es zur erfolgreichen Beendigung. Aus ihren Händen gingen drei Engel hervor, Engel in Fleisch und Blut und wirkliche Helden. Das Rohmaterial war von wunderbarer Formbarkeit. Und was kann man von der Meisterin sagen?

In ihrer Schule machten die drei kleinen Dorfkinder Riesenschritte auf dem Weg zur Vollkommenheit. Hier bewahrheitet sich der Ausspruch vom hl. Grignion von Montfort: «In der Schule der Seligen Jungfrau macht die Seele in einer Woche größere Fortschritte als anderswo in einem Jahr.» Die Lehre der Gottesmutter ist einmalig. Innerhalb von zwei Jahren vermochte sie die zwei Geschwister Francisco und Jacinta zu den höchsten Gipfeln der christlichen Heiligkeit zu erheben.

Das Porträt, das Lucia mit sicherer Hand von ihrer Kusine zeichnet, besagt sehr viel: «Jacinta zeigte stets ein sehr ernstes, bescheidenes und gütiges Verhalten, das in allem die Gegenwart Gottes wiederzuspiegeln schien, eine Eigenschft, die man sonst nur bei älteren Menschen von hoher Tugend findet. Ich sah bei ihr nie jene übertriebene Leichtfertigkeit, jene bei kleinen Mädchen häufige Begeisterung für Schmuck und Spiel. Das gilt nur für die Zeit nach den Ercheinungen. (...) Ich kann nicht sagen, dass die aneren Kinder ihr so zuliefen wie mir. Das kam vielleicht (...) auch daher, dass sie für ihr Alter ein äußerst ernstes Betragen zeigte. Wenn ein Kind oder selbst Erwachsene in ihrer Gegenwart etwas Unschickliches sagten oder taten, wies sie diese mit den Worten zurecht: „Tut das nicht, es beleidigt Gott Unseren Herrn, der schon sehr beleidigt wird!“

Francisco fühlte sich hingezogen zu einem asketischen und betrachtenden Leben. Er bevorzugte die Einsamkeit.

Des Öfteren verschwand er aus der Sicht der beiden Mädchen, indem er abgelegen Orte aufsuchte, wo er dann in Gedanken versank. „Was hast du so lange Zeit getan?“ fragte Lucia. „Ich dachte an Gott, der sehr traurig ist wegen der vielen Sünden. Wenn ich ihn doch trösten könnte. Jesus ist so traurig und ich möchte ihn mit Gebet und Buße trösten“.

Ein anderes Mal sagte er: „Ich liebe Gott so sehr, er ist so traurig über unsere Sünden. Wir dürfen nicht die kleinste Sünde begehen.“

Eines Tages als Lucia den dringlichen Bitten der Freundinnen nachkam, an ihrem Alter entsprechenden Vergnügungen teilzunehmen, rufte Francisco sie beiseite und sagte ihr sehr ernst: „So, du gehst nun wieder zu diesen Spiele zurück, nachdem die Muttergottes dir erschienen ist?“ „Aber Francisco“, antwortete Lucia, „die haben mich so bedrängt!“ Doch Francisco antwortete ihr logisch und streng: „Alle Leute wissen, dass dir die Muttergottes erschienen ist, so dürfen sie es nicht seltsam finden, dass du nicht tanzen willst!“

In Fatima ist die Schule nicht weit von der Kirche entfernt, und so nutzten die Kinder die Gelegenheit, vor und nach dem Unterricht das Allerheiligste zu besuchen. Sie verbrachten manchmal Stunden vor dem Tabernakel. Besonders Francisco und Jacinta, die um ihren bevorstehenden Tod wussten, betrachteten sich vom Unterricht befreit und begaben sich öfters in die Kirche, um allein mit dem „verborgenen„ Jesus zu sprechen.

Immer wenn Lucia Jacinta besuchen kam fragte diese: «Hast du heute schon viele Opfer gebracht? Ich habe schon viele gebracht. Habe auch viele Stoßgebete gemacht. Ich liebe Unseren Herrn und unsere Liebe Frau so sehr, dass ich nie müde werde, ihnen zu sagen, dass ich sie liebe. Ich fühle ein Feuer in mir, das mich aber nicht verbrennt.»

Ein andres Mal zu Lucia: «Schau Lucia, die Muttergottes kam dieser Tage uns zu sehen. Sie sagte, sie werden Francisco sehr bald in den Himmel holen. Mich fragte sie, ob ich noch viele Sünder bekehren will. Ich sagte ja. Dann sagte sie. Sie möchte, dass ich noch in zwei Krankenhäuser, nicht aber um geheilt zu werden, sonder um mehr zu leiden aus Liebe zu Gott für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Beleidigungen gegen das Herz Mariens. Sie sagte mir, du würdest nicht mitkommen, sondern meine Mutter würde mich dort hinbringen und dann würde ich allein bleiben.»

Eine Zeit später sagt Francisco zu Lucia: «Ich bin sehr krank, Lucia. Ich werde sehr bald in den Himmel kommen.» Lucia: «Vergiss nicht zu beten für die Sünder und den Heiligen Vater, für mich und für Jacinta.» Dann sagte er: «Ja ich werde beten. Bitte aber darum eher der Jacinta, denn ich habe Angst es zu vergessen wenn ich Unseren Herrn sehe. Und ich möchte ja vor allem ihn trösten.»



Dieser Text vermittelt eine bemerkenswerte Gnade, weil er viele kleine und große Aspekte des Werkes Unserer Lieben Frau an diesen drei Kindern aufzeigt. Aber wir wollen zuerst den symbolischen Wert des Wirkens Unserer Lieben Frau an den Kindern berücksichtigen.

Diejenigen, die sich vorstellen, dass es sich bei diesem Wirken nur um ein Wirken an drei Kindern handelt, irren sich: Es ist ein Wirken, das diese Kinder von einem Moment zum andern sanft verwandelt hat, eigentlich nur auf Grund der wiederholten Erscheinungen der Muttergottes. Über einem dieser Kinder sagte sie sogar, sie sei traurig. Und dieses Kind war Francisco, der sie wahrscheinlich deswegen nicht hörte, sondern nur sah. Und er kann daher als ein Bekehrter betrachtet werden. Alle drei haben sich infolge der Erscheinungen außerordentlich verändert.

Wir haben hier etwas Ähnliches wie das Geheimnis Mariens (von dem der heilige Luddwig Grignion von Montfort spricht). Das heißt, eine dieser tiefen Gnadenhandlungen in der Seele, Handlungen, die sich entwickeln, ohne dass die Person es merkt. Die Person fühlt sich immer freier, immer ungezwungener, das Gute zu tun, und die Mängel, die sie verhindern das Gute zu tun und am Bösen noch anhängen, lösen sich langsam auf. Die Person wächst in der Liebe Gottes, wächst im Willen sich hinzugeben, wächst im Gegensatz zur Sünde, aber all dies geschieht auf wunderartiger Weise in der Seele, so dass die Seele nicht die großen und methodischen Kämpfe des bewundernswerten Aufstiegs zum Himmel, zur Tugend, zur Heiligkeit führt, derer, die nach dem klassischen System des spirituellen Lebens kämpfen, sondern die Muttergottes verändert sie sachte von einem Moment zum anderen.

Und wenn dieses Wirken Mariens in Fatima, insbesondere in den beiden zum Himmel gerufenen Kindern, ein solches Wirken war, können wir uns gut fragen, ob dies nicht einen symbolischen Wert hat und nicht angibt, wie die Handlung Unserer Lieben Frau sein wird auf die ganze Menschheit, wenn sie die Versprechen erfüllt, die sie in Fatima gemacht hat; ob es nicht erlaubt ist, die Erfüllung der Versprechen von Fatima vorauszusehen, die auf gleicher Weise wie bei Jacinta und Francisco durchgeführt wurden, und vielleicht noch markanter als in diesem Text beschrieben.

Und ob wir hier nicht einen Anfang sehen dürfen - einen der vielen Anfänge, weil enorme Dinge haben viele Anfänge - einen Anfang des Reiches Mariens, als den Triumph des Unbefleckten Herzens über zwei Seelen, die Verkünder der großen Offenbarung Unserer Lieben Frau waren, die zunächst durch ihre Gebete und Opfer auf Erden und später durch ihre Gebete im Himmel den Seelen sehr geholfen haben und weiterhin helfen, die Botschaft von Fatima anzunehmen.

Das heißt, wir müssen diese Veränderungen sehen - ich glaube, zumindest auf sehr wahrscheinliche Weise – als ein Symbol, für das, was in Zukunft passieren wird. Wir müssen sie als ein Symbol für diese tiefgreifenden Veränderungen sehen, die - wahrscheinlich am Ende der dramatischsten Ereignisse der Züchtigung Gottes - das den Anfang des Reiches Mariens kennzeichnen werden.

Diese erste Beobachtung scheint mir direkt zu folgendem zu führen: Wenn dies so ist, dann sind Francisco und Jacinta die natürlichen Fürsprecher, um von Unserer Lieben Frau zu erlangen, dass das Reich Mariens in uns schon jetzt beginnt, durch diese mysteriöse Umwandlung, welches das Geheimnis Mariens ist.

Und dann müssen wir innständig sowohl Jacinta als auch Francisco bitten, uns zu verwandeln, dass sie uns die Gnaden und Gaben erlangen, die sie bekommen haben. Dass sie durch ihr Gebet über diejenigen hier auf Erden wachen, die berufen sind, die Botschaft von Fatima zu verkünden, von der Botschaft von Fatima zu leben, wie es in unserem Fall ist.

In diesem Zusammenhang wäre es meines Erachtens sehr wichtig, ein Wort über die Beziehung zwischen der Botschaft von Fatima und der TFP zu sagen.

Es wurde hier unter uns bereits tausendmal gesagt, dass unser spirituelles Leben wächst, in dem Maße indem wir die Überzeugung oder die Tatsache ernst nehmen, dass sich die gegenwärtige Welt in einem erbärmlichen Verfall befindet und sich ihrem völligen Zusammenbruch nähert; dass dieser Zusammenbruch die Verwirklichung der von Unserer Lieben Frau in Fátima vorhergesagten Strafe darstellt - wir können sagen: die prophezeiten Strafen von Unserer Lieben Frau in Fátima - und dass je mehr wir uns in diese Perspektive versetzen, unser geistliches Leben umso mehr sich ereifert; und im Gegenteil, je weiter wir uns von dieser Perspektive entfernen, desto mehr verkümmert unser geistliches Leben.

Dieselben jüngsten Gnaden, die die Gruppe erhalten hat, - Gnaden, die mich so erfreuen, wie ein größeres Interesse daran, die Abhandlungen über die internationalen politischen Fragen zu lesen. - All dies hängt mit der Vorstellung zusammen, dass sich die von Unserer Lieben Frau vorgesehenen Tage nähern, als Ergebnis der Hippie-Revolution, der Protest-Revolution und all der Erosion, die leider in der westlichen Welt auftritt.

Wenn dies wahr ist, müssen wir zugeben, dass der Glaube an eine Züchtigung Gottes, die Akzeptanz dieser Bestrafung, ein grundlegendes Element der Existenz der TFP ist. Und das entscheidende Argument ist, das in der Reihenfolge der historischen Tatsachen der Zusammenbruch kommen wird, die Prophezeiung Unserer Lieben Frau.

Auf philosophischer oder theologischer Ebene kann man mehrere Argumente in diese Richtung führen. Aber auf der Ebene der konkreten Tatsachen gibt es eine, die zeigt, dass die Strafe kommen wird und zwar, dass alle privaten Offenbarungen nicht den Wert haben werden, wie die Offenbarung von Fatima; alle Auslegungen der Schrift sind nicht klar genug, um zu sagen, dass sich diese Krise konkret im Moment auf diese Weise entfalten wird. Aber in Fatima, auf die Fatima-Offenbarung, stützt sich meine Konferenz wie auf einer Säule, in der ich beweise, dass wir den Zusammenbruch haben werden, und aus anderen Gründen beweise ich, dass wir ihn noch in unseren Tagen erleben werden.

Das heißt, die Offenbarungen von Fatima, die Jacinta, Francisco und Lúcia erhalten haben, sind Offenbarungen, sind die Säulen der TFP. Ich hätte keine vollständig schlüssigen Beweise - zumindest für viele Seelenformen und kostbare Seelen für unsere Bewegung - ich hätte diese Beweise nicht, wenn ich mich nicht auf die Botschaft von Fatima verlassen könnte. Wir sehen also, dass Jacinta und Francisco eine Rolle im gesamten Prophetismus der TFP spielen. Das heißt, sie sind die Wortführer der Ankündigung Unserer Lieben Frau, dass es diesen Zusammenbruch geben wird. Und deshalb sind sie in gewisser Weise der Grund unserer Hoffnung.

Unsere Liebe Frau, die die „causa nostrae laetitiae“ ist, die Ursache unserer Freude, Ursache unserer Hoffnung, sprach durch die Seherkinder und verkündete, was kommen soll. Dies ist umso mehr ein Grund für uns, eine ausdrückliche Verehrung zu ihnen zu haben.

Interessant ist auch die Wirkung des „Geheimnis Mariens“ auf diese Kinder: Sie haben sich verändert. Gut. Aber was waren die äußeren Symptome dieser Veränderung? Was waren die äußeren Merkmale dieser Veränderung? Es sind drei Dinge hervorgehoben worden: große Ernsthaftigkeit, ein Geist des Gebets und ein Geist des Opfers. Darüber hinaus, wenn Sie möchten, eine sehr starke Überzeugung von ihrer Mission und den Wunsch, für diese Mission zu leben. Daher kamen diese drei Konsequenzen.

Geist des Ernstes: Wir haben gesehen, wie Jacinta Lúcia ermahnte, weil Lúcia nicht ernst genug war, weil sie sich bereit erklärte, mit den Kindern zu tanzen, das heißt, bei diesen portugiesischen Kinderreigentanz mitzumachen. Der Grund, warum Jacinta Lúcia ermahnte, war folgender: „du, die Unsere Liebe Frau gesehen hast, solltest nicht mehr an diesen Spielen teilnehmen.“ Lúcia sagte: „Aber sie haben doch so sehr bedrängt!“ Jacinta antwortet: „Alle Leute wissen, dass dir die Muttergottes erschienen ist, so dürfen sie es nicht seltsam finden, dass du nicht mehr tanzen willst!“

Als ob sie sagen würde: „Sie werden deine Ablehnung verstehen oder zumindest über alle Angaben verfügen, um deine Ablehnung zu verstehen. Wenn sie es nicht verstehen, ist es ihre Schuld. Aber du hättest dich weigern sollen.“ Hier sehen wir die Idee, dass man es sehr ernst meinen muss, wenn man Unserer Lieben Frau gefallen will; dass man Unsere Liebe Frau nicht erfreuen kann, wenn man alles nicht sehr ernst nimmt.

Und von Francisco sagt der Text, dass er logisch war, dass er sehr fest in der Frage der Pflichten argumentierte. Der Bericht verwendet sogar ein Wort - das heute oft in einem abwertenden Sinne verwendet wird -, dass er streng war. Das heißt, er hatte vollständige Logik. Und dass er auf Grund seiner Mission folgerte, dass es notwendig war, so zu sein, dass er ernst sein musste, dass es notwendig war, nicht zu sagen, was nicht angemessen war, dass es notwendig war, so zu handeln, wie es sein sollte. Deshalb verpasste er keine Gelegenheit, ein Beispiel zu geben und logisch zu handeln.

Darüber hinaus führte diese Ernsthaftigkeit unter den unbedeutenden Bedingungen von Kindern zu Kampfbereitschaft. Ebenso dass Jacinta keine Person gesehen hat, die etwas gesagt oder getan hättet, das nicht richtig war, dass sie nicht gescholten hat - „das ist nicht gut“ - und nicht den religiösen Grund angegeben hat: „Gott darf nicht beleidigt werden. Er wird in unserer Zeit schon so viel beleidigt, willst du ihn noch mehr beleidigen? Willst du diesem Berg von begangenen Sünden noch mehr hinzufügen?“

Wir sehen also, wie der Ernst und die Logik Früchte des Geheimnis Mariens sind. Und wenn wir den Gnaden Unserer Lieben Frau entsprechen wollen, müssen wir handeln damit wir ernsthaft und logisch seien. Und wenn wir ernsthafte und logische Menschen innerhalb der TFP sehen, versuchen wir, diese Menschen zu bewundern, uns ihnen zu nähern, mit ihnen zu sprechen, uns von ihrem Geist durchdringen zu lassen, anstatt im Gegenteil die Dinge mit Witz, Größenwahn oder Eitelkeit zu führen.

Genauso handeln wie wenn Francisco und Jacinta unter uns wären, wenn Francisco uns die erhabene Ehre geben würde, Mitglied der TFP zu sein, wäre sein Verhalten, den Hof der Eitelkeiten zu bekämpfen, alles zu bekämpfen, was albern ist, was dumm ist, was Größenwahn ist, und um absolut, vollständig Ernsthaft zu sein.

Auf der anderen Seite sehen wir den Geist des Opfers. Die beiden Kinder erhalten von Unserer Lieben Frau die Nachricht, dass sie sterben müssen. Und Francisco könnte durch diese Nachricht irgendwie in Panik geraten, weil ihm gesagt wurde, dass er bald sterben würde. Wir wissen ja, dass der Tod eine Strafe für den Menschen ist und dass die Nähe des Todes im Allgemeinen Angst macht. Wenn der Mensch nicht eine besondere Gnade bekommt, hat er angesichts der Nähe des Todes Angst.

Francisco sah den Tod sich nähern, glücklich: Er würde das Opfer bringen, um das die Muttergottes gebeten hatte. Er hatte überhaupt keine Sehnsucht nach den irdischen Gütern. Er wollte in den Himmel kommen und diese Erde verlassen, um sein Leben für den Sieg der katholischen Sache aufzuopfern. Von Jacinta bat Unsere Liebe Frau um etwas, das in gewisser Hinsicht weniger erschreckte, aber andererseits doch mehr: Sie bat sie, länger zu leben, etwas länger. Die Voraussicht wurde etwas weiter entfernt gesetzt.

Andererseits sagte sie ihr, dass sie etwas länger leben würde, um mehr zu leiden. Wer hat keine Angst vor einem Leben voller Leiden? Noch mehr: sie sagte ihr eines der Leiden voraus, die Kinder am meisten erschrecken: krank und fern von ihren Eltern zu sein.

Wir waren alle einmal in ihrem Alter. Wir können uns gut erinnern, wie jede kleine Halsentzündung, jede Erkältung fern der Eltern, Unsicherheit und Angst verursachte. Ich würde mir nicht vorstellen, einfach fern von meiner Mutter krank zu werden, weil die Figur der Mutter und die Idee der Heilung bei mir zusammenhängend waren. Wenn sie wegging, hatte ich den Eindruck, dass ich am Hang der Krankheit zum Tode herunterstürzen würde. Und ich wollte nicht sterben; auf keinen Fall wollte ich sterben. Jedes Mal, wenn ich krank wurde, hatte ich Angst vor dem Tod.

Ein Kind kann natürlich die Schwere einer Krankheit nicht gut einschätzen und wenn es im Hals zu eng wird, glaubt es zu ersticken. Daher ist es für ein Kind eine sehr schwierige Sache. Unsere Liebe Frau sagte: „Du wirst nach Lissabon gebracht und deine Mutter wird zurück nach Hause fahren“. Das bedeutet: „Du wirst ohne den Beistand der Deinen in der Fremde krank werden und wirst sterben“. Und sie war tatsächlich alleine, als sie gestorben ist. Sie ist ohne mütterlichen Trost gestorben. Sie hat es auch so angenommen. Ich glaube, es ist das schwerste Opfer, das von einem Kind erbeten kann. Wir sehen, wie das Geheimnis Mariens sie zu diesem Opfer führte.

Dann der Geist des Gebets. Wir sehen, wie sie ununterbrochen beteten. Und wofür haben sie gebetet? Sie beteten für die katholische Sache, damit Gott nicht beleidigt wird, damit Gott verherrlicht wird, was das eigentliche Wesen der katholischen Sache ist. Alles besteht letztendlich daraus: Möge Gott verherrlicht werden, möge Gott nicht beleidigt werden. Und das hatten sie ständig im Sinn und beteten viel.

Aber welche war die Quelle, die ihnen ständig diese geistige Nahrung gab? Es war der Glaube an die Aufgabe selbst, die ihnen gegeben wurde, der Glaube, dass das Wort Unserer Lieben Frau für sie erfüllt werden würde, diejenige, die Franziskus sah, aber dessen Stimme er nicht hörte. Jacinta sah und hörte sie. Und die Francisco später sicher von Angesicht zu Angesicht betrachten konnte.

Können wir einiges aus diesen Überlegungen auf uns anwenden? Ich glaube schon, denn diese Tugenden, die die Kinder geübt haben, sind die Tugenden, zu denen uns unsere Berufung einlädt.

Unsere Berufung enthält eine Art Wurzel des Geheimnisses Mariens. Es ist eine positive Sache, dass jeder, der mit normalen Dispositionen in TFP eintritt, sofort einige Verbesserungen in seiner Seele erfährt und dass er später den Zusammenprall der Prüfungen durchlaufen muss, die wir alle leider kennen. Aber dass es eine Ähnlichkeit gibt - Ähnlichkeit heißt nicht Identisches -, dass es eine Ähnlichkeit gibt mit dem Wirken des Geheimnis Mariens und der Berufung, insofern dass jeder Neuling bei der TFP einen großen Impuls nach vorne verspürt, der für ihn eine gewisse Umwandlung bewirkt. Diese Umwandlung bewirkt sich schnell, einfach und attraktiv, genau wie Gnade des Geheimnisses Mariens wirkt. Mehr noch, unsere Berufung ist den von Fatima angekündigten Tatsachen hin angeordnet. Hier gibt es also noch eine Beziehung zwischen unserer Berufung und die Berufung der beiden Seher.

Ich glaube, dass jeder, der die Muttergottes von Fatima bittet, uns zu helfen, dieser Berufung treu zu bleiben und uns durch ihre Fürsprache zu helfen, der Muttergottes ein besonders dankbares Gebet machen wird. Und damit können wir insbesondere die Gnade der Treue zu unserer Berufung erhalten, noch bevor wir das Geheimnis Mariens erhalten. Das heißt, wir können enorme Gnaden erhalten, um der Berufung treu zu bleiben, selbst unter schwierigen Umständen, selbst unter sehr schwierigen Umständen, gerade dank des Geheimnisses Mariens.

Wir sehen also die Beziehungen zwischen uns und den Seherkindern von Fatima, aber auch, dass für unsere Berufung die vier Tugenden notwendig sind, die sie übten: die grundlegende Tugend, dass wir an unsere Berufung glauben, wie sie an ihre glaubten; mit der Folge der Ernsthaftigkeit, Geist des Gebets, Geist des Opfers. Damit formt sich der TFP-Aktivist. Aus alldem verstehen wir gut, wie nützlich es ist, wie angebracht es ist, dass wir sie für uns bitten.

Sollen wir nur für uns bitten? Im Himmel betrachten sie unseren Herrn und unsere Liebe Frau, die immer mehr beleidigt werden. Wir müssen sie bitten, dass sie im Himmel beten, dass dieser Strom von Beleidigungen aufhört; damit die Muttergottes auf die eine oder andere Weise endlich die Menschen bekehren kann. Ich meine, wir können durch sie zu Unserer Lieben Frau sagen: „Zu uns komme Dein Reich. Aber es komme, o Frau, es komme unverzüglich dein Reich zu uns. Wir bitten dich inständig, mit einer ungestümen Inständigkeit, mit einer inständigen Ungestümtheit, wir bitten dich, Dein Reich komme zu uns herab. Dass du eingreifest, o Frau, in die Ereignisse, dass du eingreifest in die Pläne deiner Gegner, dass du schließlich alle bösen und sündigen Absichten, die sie haben, null und nichtig machst und dein Reich auf Erden errichtest.

Das müssen wir heute mit großer Dringlichkeit von ihnen erbitten, durch sie der Muttergottes. Das ist es auch worum wir im Rosenkranz bitten, den wir gleich beten werden.

 

 

Übersetzt aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer von “Santo do Dia” vom 13. Oktober 1971

Bild Jacinta im Krankenbett entnommen aus „Meine Name ist Jacinta“, von P. Fernando Leite, 5. deutsche Ausgabe von DVCK e.V. 2009. Zeichnung von José. R. Dias Tavares, TFP USA.

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

 

Dienstag, 17. März 2020

Der hl. Francisco von Fatima ruft uns zu besonderen Sühneleistungen auf



Plinio Corrêa de Oliveira
Wir werden das Gespräch des Fatima-Sehers, des heutigen hl. Francisco Marto, mit seiner Kusine Lucia kommentieren, wie es im bekannten Buch „Die wahre Geschichte von Fatima“ von Pater Dr. João de Marchi beschrieben ist. In diesem Dialog während der letzten Krankheit von Francisco fragt Lúcia ihn:
Als sie neben Franciscos Bett saß, flüsterte Lucia ihm sanft zu: „Francisco, leidest du sehr?“
„Ja ich leide. Ich leide alles aus Liebe zu unserem Herrn und unserer lieben Frau. Ich möchte noch mehr leiden, aber kann nicht.“ Dann richtete er sich ein wenig auf, um zu sehen, ob die Tür geschlossen war, holte unter dem Bettzeug den Büßerstrick hervor und gab ihn Lucia. „Bewahre ihn für mich auf. Ich fürchte, Mutter wird ihn sehen. Ich kann jetzt den Strick nicht mehr tragen. Wenn ich wieder aufstehe, will ich ihn zurück.“ (Unsere Liebe Frau hatte ihnen gesagt, dass Gott nicht wollte, dass sie den Strick im Bett tragen, aber sie hielten ihn in der Nähe, nur für den Fall, dass sie jemals aufstehen würden.)
Francisco wusste genau, dass er sich nicht erholen würde: „Lucia, es bleibt mir nicht mehr viel Zeit. Ich bin sehr krank. Ich werde bald in den Himmel kommen. Jacinta muss viel für die Sünder und für den Heiligen Vater und für dich beten. Du musst hier bleiben, weil die Muttergottes es so wünscht. Wir müssen alles tun, was sie sagt…“
„Während Jacinta nur mit dem Gedanken beschäftigt zu sein schien, Sünder zu bekehren und Seelen vor der Hölle zu bewahren“, sagte Lucia später, „dachte Francisco nur daran, unseren Herrn und unsere Liebe Frau zu trösten, die ihm sehr traurig zu sein schienen.“
„Ich bin sehr krank“, vertraute er Lucia an, „aber ich werde bald im Himmel sein.“
Lucia: „Vergiss nicht sehr viel für die Sünder und für den Heiligen Vater, für Jacinta und mich zu beten.“
„Ja, ich werde es nicht vergessen. Jacinta muss auch daran denken, denn ich fürchte, wenn ich Unseren Herrn sehe, werde ich ihn trösten wollen und alles andere vergessen.“
Die Missionen der drei Kinder
Unsere Liebe Frau gab den drei Sehern das erhabene Privileg, sie zu sehen und das Geheimnis von Fatima preiszugeben. Sie hatten jeweils eine andere Mission. Lucia würde auf der Erde bleiben, um die Botschaft zu verbreiten. Francisco und Jacinta würden in den Himmel kommen, nachdem sie ihre Missionen auf der Erde erfüllt hatten.
Jacintas Mission war es, für die Bekehrung der Sünder zu beten. Francisco sollte Sühne für die Sünden der Menschheit leisten. Seine Mission war reine Sühne angesichts der Traurigkeit unseres Herrn und unserer lieben Frau, die durch diese Sünden verursacht wurde. Die Sühne war ein wesentlicher Bestandteil der Fatima-Botschaft.
Die Bedeutung der Sühne
Daher sehen wir die Bedeutung der Sühne. Trotz aller Bemühungen Unseres Herrn, Seelen zu retten, gab er einem der Seher eine streng sühneleistende Mission. Franciscos besondere und spezifische Aufgabe bestand darin, ihn zu trösten.
Dieser Trost würde sich eindeutig positiv auf die Errettung der Seelen auswirken. Dies ist jedoch nicht der Hauptfokus. So können wir sehen, wie wichtig es Unserem Herrn und Unserer Lieben Frau ist, Sühne zu leisten. Sie verdient eine besondere Überlegung, unabhängig von ihrer Wirkung auf die Errettung der Seelen. Diese Betonung sollte uns dazu inspirieren, dem Unbefleckten Herzen Mariens einen Geist der Sühne für die grausamen Straftaten zu entwickeln, die gegen sie begangen wurden.
Unermesslichkeit der Sünde
Fatima fand vor langer Zeit im Jahr 1917 statt. Heute wächst die steigende Flut der Sünde unermesslich. Wir sehen persönliche und öffentliche Sünden. Wir sehen die Sünden von Nationen und Institutionen. Darüber hinaus schweigen die Mitglieder der Hierarchie der Kirche und führen keinen Krieg gegen die Sünde. Da die Anzahl und Schwere der Beleidigungen zugenommen hat, ist der Geist der Sühne umso notwendiger.
Angesichts dieser steigenden Flut der Sünde müssen wir kämpfen, um diesen Geist der Sühne zu haben. Dieser Geist ist nicht das einzige oder Hauptziel unseres Kampfes. Unser Kampf muss ein höheres Ziel haben. Wir wollen nicht nur Gott Sühne leisten, sondern auch das Instrument Unserer Lieben Frau sein, um ihre Herrschaft auf Erden zu etablieren. Wir müssen ihren Feind besiegen und alle Hindernisse für ihre Herrschaft vollständig beseitigen wollen.
Wir können diese Dinge begehren, während wir den Geist der Sühne haben. Wir wollen ja, dass sie regiere, um die in diesem gegenwärtigen Reich des Teufels begangenen Sünden zu beenden. Wir wollen, dass sie regiere, und müssen uns also empören über die Beleidigungen, die ihr zugefügt werden. Dieser Geist der Sühne hängt sehr stark mit dieser unserer Arbeit und Geist zusammen.
Um die Gnade der Sühne bitten
Daher sollten wir dem hl. Francisco bitten, diesen Geist der Sühne für uns zu erlangen, damit wir diesen brennenden Wunsch erhalten, dem Unbefleckten Herzen Mariens Sühne zu leisten und durch ihr Herz dem Heiligen Herzen Jesu zugefügten unaussprechlichen Vergehen der Menschheit zu sühnen.
Unter diesen unaussprechlichen Sünden sind bestimmte unaussprechlichsten und unvorstellbarsten (denn alles Unvorstellbare ist unaussprechlich) Sünden, die innerhalb der Kirche von denen begangen werden, die wir uns niemals vorstellen konnten. Solche Beleidigungen sind die Sünde der Sünden.


Der vorstehende Artikel stammt aus einem informellen Vortrag, den Professor Plinio Corrêa de Oliveira am 2. April 1966 hielt. Er wurde ohne seine Überarbeitung übersetzt und zur Veröffentlichung angepasst.
Aus dem Englischen übersetzt mit Hilfe von Google-Übersetzer in
https://www.tfp.org/saint-francisco-of-fatima-calls-us-to-make-special-reparation/?utm_source=ActiveCampaign&utm_medium=email&utm_content=Are+you+suffering%3F&utm_campaign=TFP200313+-+Are+you+suffering%3F
vom 12. März 2020

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