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Dienstag, 12. Mai 2026

Der hl. Ludwig von Montfort über die Sklaven und Kämpfer Mariens

 (Aus dem Flammengebet des Heiligen an Maria)



Plinio Correa de Oliveira

„Sende Priester, frei von irdischer Anhänglichkeit, losgeschält von allem, von Vater und Mutter, von Brüdern und Schwestern, ohne Eltern dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach, ohne Güter, frei von Hindernissen, und selbst vom eigenen Willen.“

Selbstverständlich haben wir eine sehr genaue Vorstellung der Aufgaben der Priester; es wäre aber interessant, wenn wir ein genaues Wissen über unsere eigenen Aufgaben hätten. Wenn wir schon Sklaven Mariens sein wollen, ist es angebracht zu wissen, in welchen Grenzen und in welchem Maß dies, was der hl. Ludwig beschreibt, auch uns betreffen kann.

So sollten wir für Berufungen beten, die „frei sind, die in der Freiheit Gottes und Mariens leben, losgeschält von allem, ohne Vater, ohne Mutter, ohne Brüder, ohne Schwestern, ohne Verwandten dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach“.

Das bedeutet, dass es sich nicht nur um Vater, Mutter, Bruder und Schwester handelt — was schon nicht wenig ist —, sondern keine Verbindung mit dem Gesamten dessen, was Welt, Gesellschaft bedeutet, mit der ihr eigenen Mentalität, ihrem Stil, ihrer Psychologie. Von all dem soll man losgeschält sein, aber so, dass jegliche Anhänglichkeit verbannt ist.

Stellen wir uns vor, auf einer einsamen Insel wäre das Reich Mariens etabliert worden. Es gäbe dort eine schöne Stadt, wo alles im Sinne und in der Art des Reiches Mariens abläuft. Wir würden dort wohnen, in der Abscheu aller Übel und der Zustände der gegenwärtigen Welt. Ein jeder stelle sich vor, dort leben zu können. Im ersten Moment wären wir bezaubert, begeistert, verzückt. Im zweiten Monat, würden wird alles normal finden. Im dritten würde der Eine oder Andere meinen, dass es wohl an der Zeit wäre, mit der Fähre wieder zurück zum Festland zu fahren.

Gäbe es leider nicht den Einen oder Anderen, der einen Grund finden würde, um zurück zu fahren, weil im Unterbewusstsein ein gewisses Heimweh nach dem, was nicht das Reich Mariens ausmacht? Wir könnten uns vorstellen: Straßen mit wenig Menschen, langsame Bewegungen, sehr bedächtige, einsichtige, gehobene, tugendhafte Menschen mit würdigem und vornehmem Benehmen. Alles würde gemäß der Vernunft und eines gesunden Verstandes ablaufen. Würde das allen gefallen? Ich möchte glauben, der großen Mehrheit schon. Doch dem einen oder anderen möglicherweise nicht. Es wäre sehr gut eine Gewissenserforschung zu machen, um herauszubekommen, ob man zu der einen oder der anderen Gruppe gehören würde. Ich glaube, dies ist ein Punkt, in dem man die hier enthaltene Frage aufgreift und sich stellt: keine Anhänglichkeiten, keine Liebe zu den weltlichen Dingen und der Lage der Welt zu haben.

„Um Sklaven Deiner Liebe und Deines Willens bitte ich; um Männer nach Deinem Herzen, die nicht ihren eigenen Willen durchzusetzen suchen, der sie nur befleckt und hemmt, sondern in allem Deinen Willen tun und gleichwie David mit dem Stock des Kreuzes und der Schleuder des heiligen Rosenkranzes in der Hand, alle Deine Feinde niederschlagen: in baculo Cruce et in virga Virgine“ (Vgl. 1 Kön 17,40 und Ps 22,4).

Betrachten wir diese herrliche Verbindung, die der hl. Ludwig herstellt zwischen den Sklaven aus Liebe zu Gott, die ihren eigenen Willen nicht durchsetzen und doch die Feinde Gottes niederschlagen. Hier sieht man die Fruchtbarkeit des Gehorsams. Wer gehorsam ist, wer fügsam die Absichten der göttlichen Vorsehung befolgt, der zerschlägt die Feinde Gottes. Wer sich den Absichten Gottes nicht fügt, der besiegt nicht die Feinde Gottes.

Was bedeutet hier, keinen eigenen Willen haben? Es bedeutet, keinen anderen Willen haben, als nur den, den Gott von uns erwartet. Dass wir nur genau das wollen, was Gott von uns will. Keine schlechten, niedrigen Dinge wollen, sondern nur das, was recht, ordentlich, gemäß der Lehre der Kirche ist. Das bedeutet, keinen eigenen Willen haben. Wer so ist, wird die Feinde Gottes besiegen.

„Seelen, welche wie Wolken der Erde entrückt und erfüllt mit himmlischem Tau, ohne Hindernis überall hinfliegen nach dem Wehen des Heiligen Geistes.“

Das heißt, wer so ist, der ist Fruchtbar; der fliegt überall hin und lässt die Gnaden Gottes allerorten herabrieseln.

„Seelen, die immer für Dich zur Verfügung stehen, immer bereit, Dir zu gehorchen, immer lauschend auf die Stimme ihrer Vorgesetzten, wie Samuel: Praesto sum; immer bereit, hinzugehen und alles mit Dir und für Dich zu leiden, wie die Apostel.“

Das heißt Menschen, die bereit sind, alle Unannehmlichkeiten, jedes Opfer, alle Entsagungen, nicht nur die außergewöhnlichen, sondern die des alltäglichen Lebens, die kleinen und lästigen Dinge des Alltags auf sich zu nehmen. Muss ein Brief geschrieben werden, schreiben; muss man einem lästigen Mitmenschen zulächeln, lächeln; kommt ein ungelegener Telefonanruf, annehmen; trotz Müdigkeit früh aufstehen; und das alles zwei, drei, fünf Mal; kleine Ungerechtigkeiten hinnehmen usw. Das ist die Art des Gehorsams, der hier gelobt wird.

„Diener der seligsten Jungfrau, die wie der hl. Dominikus, die leuchtende und brennende Fackel des heiligen Evangeliums im Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überallhin gehen, um zu bellen wie treue Hunde, um zu brennen wie Feuer und um die Finsternis der Welt zu erhellen wie die Sonne. Beglücke uns mit Männern, die durch eine wahre Andacht zu Maria, ohne Heuchelei und Wankelmut, mit Demut, Klugheit und Eifer überall, wohin sie kommen, der alten Schlange den Kopf zertreten.“

Wir sehen hier den versprochenen Sieg denen, die mit Maria vereint sind, die überall dieses Werk des Lichtes verrichten und den Kopf der Schlange zertreten werden.

„Damit so der Fluch sich erfülle, den Du gegen sie geschleudert hast: Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen ipsius : ipsa conteret caput tuum“ (Gen. 3,13).

Das heißt, der Fluch ist noch nicht völlig erfüllt und es ist nötig, dass er sich erfülle. Die Vollführer dieser Aufgabe werden eben die Sklaven Mariens sein. Als Sklaven Mariens dürfen wir erwarten, die Vollführer dieser Aufgabe zu sein.

 

Vortrag an ein nicht überliefertes Datum im Jahre 1964.


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google Übersetzer.

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.




Mittwoch, 2. Dezember 2020

Im Reich Mariens wird eine bessere Welt entstehen



Plinio Corrêa de Oliveira

      Der 36. Internationale Eucharistische Kongress, der diesen Monat (Juli 1955) in Rio de Janeiro stattfindet, wird ein bewundernswerter Ausdruck religiöser Stärke sein. Dies kann bereits auf der Grundlage des ungewöhnlichen Erfolgs der lokalen Kongresse vorhergesagt werden, die auf Initiative der jeweiligen Bischöfe in den verschiedenen Diözesen unseres riesigen Territoriums stattgefunden haben.

      Gleiche Proportionen wie zu erwarten, hatten schon die Kongresse die in anderen Ländern stattgefunden haben. Der 35. Internationale Eucharistische Kongress in Barcelona zum Beispiel war eine Apotheose, die die gesamte katholische Welt begeisterte.

       Dies beweist, dass in den Tiefen der großen Mehrheit der Menschen in Brasilien und auf der ganzen Welt in unseren Tagen eine starke Sehnsucht nach einer spirituelleren, würdigeren und geordneteren Existenz weht. Katholiken wissen, dass eine solche Sehnsucht nur durch die soziale Herrschaft unseres Herrn Jesus Christus verwirklicht werden kann. Und so wenden sie sich dem Allerheiligsten Sakrament zu, mit aller Kraft ihrer Sehnsüchte, ihrer Hoffnung, ihrer Anbetung.

      Die Hingabe an das Allerheiligste Sakrament kann jedoch nicht von zwei anderen wesentlichen Elementen der christlichen Frömmigkeit getrennt werden, nämlich der Hingabe an die Muttergottes und die Heilige Hierarchie.

      Die nationale Basilika Unserer Lieben Frau von Aparecida wird bei dieser Gelegenheit viel besucht werden, was natürlich ist. Denn die Eucharistie entzündet in allen Herzen die Flamme der Marienverehrung. Und die Heilige Hierarchie wird Gegenstand der lebendigsten Ausdrucksformen von Respekt und Liebe sein. Denn wenn Jesus im Altarsakrament wirklich anwesend ist, wird er auf Erden durch die Heilige Hierarchie repräsentiert. So wenden sich die Blicke der Gläubigen heute mit ganz besonderer Liebe zu ihren Hirten, zum gesamten ehrwürdigen nationalen Episkopat, zu den drei bedeutenden Purpurträgern, die in seinen Reihen aufleuchten, S. Emzen. Dom Carlos Carmelo de Vasconcelos Mota, Erzbischof von São Paulo, Dom Jaime de Barros Câmara, Erzbischof von Rio de Janeiro, unter dessen Ägide und durch dessen effizienten und fruchtbaren Impuls der Kongress stattfinden wird, und Dom Augusto Álvaro da Silva Erzbischof von São Salvador da Bahia und Primas von Brasilien.

      Aber die Heilige Hierarchie wird noch breiter vertreten sein, durch die Anwesenheit so vieler Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe aus aller Welt. Allen wird der Eifer unserer Begeisterung und die Huldigung unserer Verehrung gelten.


        Es ist jedoch in einer Person, in der diese Gefühle gipfeln, und das ist S. Emz. der Kardinallegat des Heiligen Stuhls, Dom Bento Aloisi Masella (Bild), erhabener und großmütiger Freund Brasiliens, der unter uns die Heilige Person, die höchste Autorität, des Stellvertreters Jesu Christi, den regierenden Heiligen Vater Pius XII., repräsentieren wird.

Der Heilige Vater vernahm tiefgründig die Wünsche der Menschheit, fühlte gut, wie sehr sie nach einer neuen Ordnung streben, und rief sie zur Verwirklichung dieser neuen Ordnung, die (Bewegung) „zu einer Besseren Welt“ auf.

       Das Wesen der Idee einer besseren Welt ist das Königtum unseres Herrn Jesus Christus. Und das Königtum unseres Herrn Jesus Christus ist das Königtum Mariens.

       Wir möchten daher in dieser Ausgabe fortfahren (1), die Figur eines Heiligen zu studieren, den Pius XII. zur Ehre der Altäre erhob, der einst ein Prophet des Königreichs Mariens und in gewissem Sinne ein Märtyrer für dieses Königreich war. Es ist der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort.

      Der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort wurde 1673 geboren und starb 1716. In den 43 Jahren seines Lebens erlebte Europa die letzte Phase einer seiner glänzendsten Zeiten. Das Ancien Régime durchlief eine Zeit großer Stabilität, die erst 1789 mit der „abrupt“ in Frankreich eingeleiteten Revolution zusammenbrach. Wenn man die Fakten nur in ihrer Oberfläche betrachtet, schienen damals zwei Kräfte hauptsächlich einer friedlichen und glorreichen Zukunft sicher zu sein, Religion und Monarchie, die beide durch den festen Puls der Bourbonen und Habsburger garantiert waren, die zu dieser Zeit fast die gesamte katholische Erdkugel regierten. An diesem Gefühl herrlicher Sicherheit nahmen nicht nur Könige, Fürsten und Adlige teil, sondern auch viele Bischöfe, Theologen und religiöse Obrigkeiten. Eine Atmosphäre triumphierender Entspannung hatte vor allem Frankreich erobert, trotz der militärischen Rückschläge des Niedergangs Ludwigs XIV., jedoch weitgehend durch die Stabilität der Institutionen, den natürlichen Reichtum des Landes, den Glanz seiner kulturellen und sozialen Atmosphäre und der „Douceur de vivre“ ausgeglichen wurden, in die das tägliche Leben wie eingetaucht war.

      Man kann sich vorstellen, welche Überraschung, welches Befremden, welche Verachtung bestimmte hohe Persönlichkeiten verspürten, als sie erfuhren, dass in den Tiefen der Bretagne Poitou und Aunis, ein obskurer Priester namens Ludwig Grignion von Montfort, der mit einer hinreißenden aber populären Beredsamkeit Städte und Land aufwirbelte, indem er eine schreckliche und seltsame Zukunft für Frankreich vorhersagte. Ein ausdrucksstarkes Echo dieser Vorhersagen finden wir in den feurigen Worten seines Gebets, mit denen er Gott um Missionare für seine Gesellschaft bittet:

       „Dein göttliches Gebot wird übertreten, Dein Evangelium wird verachtet. Ströme von Bosheit überschwemmen die ganze Erde und reißen selbst Deine Diener mit sich fort. Die ganze Erde ist verwüstet, desolatione desolata est omnis terra die Gottlosigkeit sitzt auf dem Thron, Dein Heiligtum ist entweiht und der Greuel herrscht selbst an heiliger Stätte. Wirst Du denn alles der Verlassenheit anheimgeben, gerechter Herr, o Gott der Rache? Soll letztlich alles wie Sodom und Gomorrha werden? Wirst Du immer schweigen?

      „Siehe, o Herr der Heerscharen, die Kapitäne, die ihre Truppen sammeln, die Potentaten, die zahlreiche Heere zusammenstellen, die Seefahrer, die ganze Flotten bilden, die Kaufleute, die sich in großer Zahl zusammenfinden auf den Märkten und Handelsplätzen. Wie die Räuber, die Gottesleugner, die Trunkenbolde und Wüstlinge sich in Massen gegen Dich täglich so leicht und eilig vereinigen: Ein Flintenschuss, ein Trommelschlag, eine stumpfe Degenklinge, die man ihnen zeigt, ein dürrer Lorbeerzweig, den man ihnen verspricht, ein Klumpen gelber oder weißer Erde, den man ihnen bietet…, kurz, ein Rauch der Ehre, ein nichtssagender Gewinn und eine kleine schändliche Lust genügt, um zu sehen wie augenblicklich Diebe, Soldaten, Bataillone, Kaufleute sich sammeln, die Häuser und Handelsplätze füllen, bedecken Land und Meer mit einer Unzahl von Schurken, die alle, obwohl getrennt durch örtliche Entfernung oder durch Verschiedenheit der Temperamente oder durch Sonderinteressen, sich dennoch bis zum Tod zusammenschließen, um unter der Fahne und Führung des Teufels Dich und Dein Reich zu bekämpfen.“

      „Ah! erlaube mir überall zu rufen: Feuer! Feuer! Feuer! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Feuer im Hause Gottes! Feuer in den Seelen! Feuer sogar im Heiligtum. Zu Hilfe unserem Bruder, den man ermordet, zu Hilfe, unseren Kindern, die man enthauptet, zu Hilfe, unserem guten Vater, den man erdolcht!“.

Unter so vielen triumphierenden Staatsmännern, unter so vielen optimistischen Prälaten hatte niemand die klare und tiefgreifende Vision des hl. Ludwig Maria. Hinter den Erscheinungen herrlicher Ruhe in der damaligen Welt, einem Durst nach verschlingendem Vergnügen, einem wachsenden Naturalismus, einer immer deutlicher werdenden Tendenz des Staates, die Kirche zu dominieren, des Profanen über das Religiöse, dem Aufbrausen des Galikanismus, des Jansenismus, die ätzende Wirkung des Kartesianismus bereitete die Geister auf immense Transformationen vor. Noch zu Lebzeiten des hl. Ludwig Maria wurden Voltaire und Rousseau geboren. Vor dem Ende des Jahrhunderts wurden in Frankreich die religiösen Orden geschlossen, Romtreue Bischöfe vertrieben, eine Schauspielerin wurde als Göttin Vernunft in Notre Dame angebetet. Von der Guillotine triefte das Blut der Märtyrer in Strömen. Und wenn die Geschichte mit denen, die den Sturm nicht vorausgesehen haben, streng sein kann, darf sie ihre Ehrung dem so hellseherischen Mann Gottes nicht verweigern.

      Welche sind die Tugenden, die solch außergewöhnlichem Hellsehen zugrunde liegen? Zuallererst ein großer Eifer, eine unerbittliche Liebe zur Wahrheit.

      Wenn man Liebe zum Glauben hat, wenn man mit beiden Füßen fest in der objektiven Realität verankert sein will, wenn man Illusionen und Schimären hasst, wird sich die Intelligenz nicht sättigen können, die Dinge von oben oder fragmentarisch zu sehen, und der Wille wird sich nicht zufrieden geben mit sporadischen Anstrengungen in Momenten des religiösen Eifers. Ein Katholik, der die Kirche wirklich liebt, möchte wissen, welches ihre wesentlichen Hauptinteressen sind, und sie unterscheiden von nebensächlichen Interessen. Das Niveau der öffentlichen und privaten Moral, die Übereinstimmung von Gesetzen, Institutionen und Bräuchen mit der katholischen Lehre, die impliziten oder expliziten Tendenzen des Denkens in den verschiedenen sozialen Schichten und insbesondere in der gebildeten Klasse, die Intensität des religiösen Lebens, die Andacht der Gläubigen zur Heiligen Eucharistie, zu Unserer Lieben Frau und zum Papst, ihre Liebe zur wahren Lehre, ihr Hass auf Häresien, Sekten, auf alles, was die Reinheit des Glaubens und der Bräuche aufs mindeste schon trüben kann, sind einige der wichtigsten Merkmale des religiösen Lebens eines Volkes. Ihres religiösen Lebens und damit ihres sittlichen Lebens. Für Ihr sittliches Leben und folglich für Ihr gesamtes weltliches Leben. Fortschritt oder Niedergang in diesen Angelegenheiten manifestieren sich selten in sehr wahrnehmbaren Tatsachen. Im Allgemeinen zeigt er sich durch diskrete, aber typische Symptomen, die viel Aufmerksamkeit verlangen, um wahrzunehmen, viel Unterscheidungsvermögen sie zu Interpretieren, viel Fingerspitzengefühl zum Ermutigen oder Unterdrücken erfordern.

Was die nicht von Eifer beseelten Menschen nicht sehen

In der Zeit des hl. Ludwig Maria sahen oberflächliche Geister die Dinge in ganz Europa anders. Priesterliche und religiöse Berufungen waren zahlreich: das war genug für sie, und ihnen wurde wenig zur Bildung und Auswahl gegeben. Die Kirchen waren zahlreich und reich, die kirchlichen Feste waren glänzend: Es ging sie wenig an, ob die religiöse Kunst in diesen Kirchen von profanen Inspirationen infiziert war, die für das Jahrhundert so charakteristisch waren; ob diese Feste nur Äußerlichkeiten waren oder ob sie tatsächlich die Seelen zu Gott erhoben. Die Machthaber gaben Anzeichen des Glaubens: Es war ihnen egal, ob dieser Glaube aktiv war, oder ob er die Art und Weise, wie sie die Zügel des Staates und der Gesellschaft führten, beeinflusste. Es gab eine Zensur gegen unmoralische oder ketzerische Bücher, und im Prinzip war jede Bildung streng katholisch: doch es war ihnen egal, ob die Zensur wirklich Häresie filterte oder ob in den Zwischenzeilen dessen, was gedruckt oder an den Universitäten gelehrt wurde, doch gewisse Keime von Irrlehren sich versteckten.

Bequemlichkeit, Quelle von Blindheit

       All dies zu sehen macht viel Arbeit, setzt viel Ernsthaftigkeit des Geistes voraus, erfordert Hingabe, setzt zu Kämpfen aus, birgt das Risiko, Freundschaften zu opfern.

       Wie viel glücklicher ist die Haltung oberflächlicher Geister. Man hat das „Recht“, gut zu schlafen, glücklich zu leben und mit allen im Einklang zu sein. Die Katholiken applaudieren uns, weil wir zu ihnen gehören. Nichtkatholiken applaudieren uns, weil wir kein Hindernis für ihre Pläne und Fortschritte geschaffen haben. Und so vergehen die Generationen der Sorglosen weiter, während sich die Probleme verschlimmern, die Krisen zunehmen und die Katastrophen sich nähern. Einige sterben in ihren Betten und haben einen riesen Schreck, wenn sie sehen, dass der Himmel nicht für die ihrer Sorte ist. Andere werden von einer Revolution wie der von 1789 überrascht.

Wilde Unnachgiebigkeit der Sorglosen

      Wenn es einen Mann gab, der die Sünde der Sorglosigkeit nicht begangen hat, dann war es der hl. Ludwig Maria. Er hat alles gesehen. Seine Worte, die wir hier wiedergaben, sind ein vollständiges Bild der religiös-moralischen Realitäten Frankreichs und Europas seiner Zeit. Natürlich war er nicht der einzige, der diese Probleme sah. Wir wissen nicht, wer in seinem Land so einen vollständigen Überblick der Lage gehabt hat. Weniger selten waren diejenigen, die sie nur fragmentarisch sahen. Aber die große Zahl - und die meisten Verantwortlichen unter ihnen - sahen nichts. Bereits 1789 war die Krise unumkehrbar. Dies sind die Früchte der Leichtsinnigkeit...

      Der Leichtsinnige hat einen wunden Punkt in der Seele. Es ist wie der Sybarit, der in einem Rosenbett liegt, sich aber riesig gestört fühlt von einem gefalteten Blütenblatt. Dieser wunde Punkt ist die Überzeugung, die ihn von Zeit zu Zeit tief überfällt, dass er im Leben eine Rolle spielt, aber keine Aufgabe erfüllt.

Jacques Cathelineau
      Wer auf diesen schmerzhaften Punkt stößt, ist der Vorausschauende. Denn er hat die Aufgabe zu warnen, zu rütteln, aufzuwecken. Er warnt in jeder Hinsicht wegen seiner festen Haltung, seiner eisernen Folgerungen, seiner ernsthaften Haltung. Und aus diesem Grund hasst ihn der Leichtsinnige. Er hasst ihn und bekämpft ihn. Bekämpft ihn auf zwei Arten. Erstens durch Isolation. Doch vorausschauende Menschen sind Magnete, und es gibt niemanden, der sie isoliert. Dann kommt Verleumdung, Ausgrenzung, offenkundige Verfolgung. Gegen den hl. Ludwig Maria wurden alle diese Waffen eingesetzt. Das Schreckliche ist, dass er damit den Nimbus eines Märtyrers erhielt, die Leiter der Heiligkeit hinaufstieg und unbesiegbar wurde.

      Als 1789 die Flut alles im Sturm mit sich riss und die Leichtsinnigen weinten, gaben nach, flohen oder starben, fand sie nur ein Hindernis vor sich. Es war die Chouannerie, eine ritterliche und heilige Blume, die aus dem Apostolat der hl. Ludwig Maria geboren wurde. Dies sind Belohnungen der Voraussicht.

Schlimmes vorauszusehen, ist kein Pessimismus

      Nun, dieser bewundernswert vorausschauende Heilige, der solch schreckliche Ereignisse vorausgesehen hatte, war weit davon entfernt, ein Pessimist zu sein, wenn man dieses Wort im Sinne einer ungesunden Hartnäckigkeit, Dinge nur von seiner schlechten Seite zu sehen, versteht.

      Dies sind nun die Tage, die er in seinem Gebet voraussah, nach der großen Krise, die heute ihren Höhepunkt erreicht hat:

      „Wann wird diese Sintflut des Feuers der reinen Liebe kommen, dass Du in der ganzen Welt auf so milde und ungestüm anzünden wirst, dass alle Nationen, die Türken, die Götzendiener und die Juden selbst in ihm brennen und sich bekehren werden? Non est qui abscondat a calore eius.“

      Lass, dass dieses göttliche Feuer, das Jesus Christus auf die Welt gebracht hat, sich entzünde, bevor Du das Feuer deines Zornes entzündest, das die ganze Erde zu Asche machen wird. Emitte Spiritum tuum es creabuntur et renovabis faciem terrae. Ja, sende diesen feurigen Geist auf die Erde, um Priester zu schaffen ganz voll Feuereifer, durch deren Dienst das Angesicht der Erde erneuert und Deine Kirche wiederhergestellt wird.“

      Um das Kommen jener Tage zu beschleunigen, müssen wir während dieses Kongresses ernsthaft zum Allerheiligsten Sakrament beten, in Vereinigung mit derjenigen, die die flehende Allmacht ist, der Heiligen Jungfrau Maria. Wir werden in einem anderen Artikel die Horizonte sehen, die das Gebet des hl. Ludwig Maria für diejenigen eröffnet, die in der Sehnsucht nach dem Reich Unserer Lieben Frau leben.

(1) Der erste Artikel dieser Serie wurde in Catolicismo Nr. 53 von Mai 1955 veröffentlicht unter dem Titel „Lehrer, Prophet und Apostel in der gegenwärtigen Krise“.

  

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
Catolicismo Nº 55 – Juli 1955 – O Reino de Maria, realização do mundo melhor

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Montag, 16. November 2020

 

EXSURGE DOMINE! QUARE OBDORMIS?

Plinio Corrêa de Oliveira

Die Situation der Kirche, wie der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort sie mit vorsehender Klarheit zu seiner Zeit sah, kennzeichnete sich durch zwei wesentliche Merkmale, die er uns in seinem Gebet um Missionare für sein Werk mit feurigen Worten beschreibt. (daher genant „Das Flammengebet)


Einerseits ist es der Feind, der gefährlich voranschreitet, es ist der siegreiche Ansturm der Bosheit und Unmoral: „Dein göttliches Gebot wird übertreten, Dein Evangelium wird verachtet. Ströme von Bosheit überschwemmen die ganze Erde und reißen selbst Deine Diener mit sich fort. Die ganze Erde ist verwüstet, desolatione desolata est omnis terra die Gottlosigkeit sitzt auf dem Thron, Dein Heiligtum ist entweiht und der Greuel herrscht selbst an heiliger Stätte.“

Die Diener des Bösen sind aktiv, kühn und erfolgreich in ihren Unternehmen: „Siehe, o Herr der Heerscharen, die Kapitäne, die ihre Truppen sammeln, die Potentaten, die zahlreiche Heere zusammenstellen, die Seefahrer, die ganze Flotten bilden, die Kaufleute, die sich in großer Zahl zusammenfinden auf den Märkten und Handelsplätzen. Wie die Räuber, die Gottesleugner, die Trunkenbolde und Wüstlinge sich in Massen gegen Dich täglich so leicht und eilig vereinigen: Ein Flintenschuss, ein Trommelschlag, eine stumpfe Degenklinge, die man ihnen zeigt, ein dürrer Lorbeerzweig, den man ihnen verspricht, ein Klumpen gelber oder weißer Erde, den man ihnen bietet…, kurz, ein Rauch der Ehre, ein nichtssagender Gewinn und eine kleine schändliche Lust genügt, um zu sehen wie augenblicklich Diebe, Soldaten, Bataillone, Kaufleute sich sammeln, die Häuser und Handelsplätze füllen, bedecken Land und Meer mit einer Unzahl von Schurken, die alle, obwohl getrennt durch örtliche Entfernung oder durch Verschiedenheit der Temperamente oder durch Sonderinteressen, sich dennoch bis zum Tod zusammenschließen, um unter der Fahne und Führung des Teufels Dich und Dein Reich zu bekämpfen.“

      Kapitäne, Potentaten, Seefahrer, Kaufleute, das heißt die Schlüsselmänner seines Jahrhunderts, alle bewegt von Bosheit, Gier, Ehrendurst, verdorben von ernsthaften Lastern, bilden mit den Massen, die ihnen folgen - abgesehen von den Ausnahmen, wohl verstanden - eine Vielzahl von Betrunkenen, Banditen und Verdammten, die sich über die Weiten von Land und Meer hinweg zusammenschließen, um die Kirche zu bekämpfen!

      Das kann man wohl Klarheit von Konzepten und Sprache, Seelenmut, makellose Kohärenz bei der Klassifizierung von Fakten bezeichnen! Wie muss dieser Heilige lieblos, unklug, vorschnell in seinen Urteilen dem modernen Menschen vorkommen, der die Logik fürchtet, der sich über radikale und starke Wahrheiten entrüstet und nur eine süßliche Sprache aus halben Farbtönen duldet!

      Auf der anderen Seite, dass heißt, unter denen, die noch Kinder des Lichtes sind, sieht der hl. Ludwig Maria, die Trägheit das Feld beherrschen. Diese Tatsache schmerzt ihn: „Und unsererseits, großer Gott, obwohl es so viel Ruhm, Nutzen und Sanftmut gibt, Dir zu dienen, wird sich fast niemand auf Deine Seite schlagen? Wird sich kaum ein Soldat unter Deinen Bannern aufstellen? Wird fast kein Heiliger Michael unter seinen Brüdern im Eifer Deines Ruhmes rufen: Quis ut Deus?

      Der hl. Ludwig Maria will so viele oder noch mehr Paladine auf der Seite Gottes als es auf der Seite des Teufels sind. Er will, dass sie treu, rein, stark, furchtlos, kämpferisch und furchterregend seien wie der Fürst der himmlischen Heerscharen. Er beschränkt sich nicht darauf zu sagen, dass sie wie der hl. Michael sein müssen. Er will, dass sie wie menschliche Abbilder des Erzengels sein sollen: „Wird fast kein Heiliger Michael unter seinen Brüdern im Eifer Deines Ruhmes rufen ...?“

      Wie sehr dieses Bestreben, die Welt voller Apostel mit Feuerschwertern zu sehen, von der Kurzsichtigkeit, der Kälte, der süßen und unpassenden Sentimentalität so vieler heutigen Katholiken abweicht, für die Apostolat bedeutet, die Augen vor den Fehlern des Gegners zu schließen, vor ihm die Barrieren niederreißen, ihm die Kriegswaffen übergeben, sein Joch aufnehmen und nach der Bestätigung der Kapitulation, behaupten, dass es alle Gründe gibt, glücklich zu sein, denn es hätte ja noch schlimmer kommen können.

      So lange diese Feuerapostel nicht kommen, läuft  die Heilige Kirche Gefahr, schwerwiegende Rückschläge zu erleiden. So viele Laue und Lässige haben das nicht gesehen. Der hl. Ludwig Maria jedoch sah es, und er ruft alle zum Kampf auf: „Ah! erlaube mir überall zu rufen: Feuer! Feuer! Feuer! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Feuer im Hause Gottes! Feuer in den Seelen! Feuer sogar im Heiligtum. Zu Hilfe unserem Bruder, den man ermordet, zu Hilfe, unseren Kindern, die man enthauptet, zu Hilfe, unserem guten Vater, den man erdolcht!“.

      Es ist die Verwüstung in der Kirche und in den Seelen, das Feuer, das katholische Institutionen, Gesetze, Sitten verzehrt und die Ruchlosen, die die Seelen enthaupten und den Heiligen Vater erdolchen.

      Ganze Legionen von Seelen außerhalb und innerhalb des Heiligtums (der hl. Ludwig lässt es deutlich sehen) verschränkten die Arme und kümmerten sich um ihren kleinen Mikrokosmos, ohne sich um die Kirche und ihre großen Probleme zu sorgen. Sie waren eingetaucht in ihrem kleinen Alltag, ihrem kleinen Komfort, ihren kleinen Ersparnissen, ihre kleinen Eitelkeiten, neben ihren kleinen Andachten, ihren kleinen Wohltätigkeitsorganisationen, ihren kleinen Apostolaten, in dessen Zentrum oft nur ihre eigene kleine Person stand.

      Im Gegenteil, der hl. Luiz Maria war eine unermesslich große Seele. In eine dunkle Situation versetzt, widmete er sich von ganzem Herzen der Rettung seines Nächsten in den kleinen Umgebungen, in denen er lebte. Aber sein Eifer hatte keine Grenzen und umfasste die gesamte Kirche. Er lebte, brannte, freute sich oder litt, im Hinblick der gesamten katholischen Sache, im weitesten Sinne des Wortes.

      Und aus diesem Grund richtete er eine bewundernswerte Bitte an Gott: Wenn es zu einem unaufhörlichen Triumph des Bösen ohne eine dementsprechende Reaktion käme, bliebe für ihn nur noch, dass Gott ihn zu sich nehme: „Ist es nicht besser für mich zu sterben, als dich, meinen Gott, jeden Tag so grausam und ungestraft beleidigt zu sehen und ich selbst jeden Tag mehr und mehr in der Gefahr schwebe, von den anschwellenden Strömen der Missetaten mitgerissen zu werden? Tausend Tode wären mir erträglicher. Sende mir Hilfe vom Himmel oder nimm meine Seele zu Dir. Ja, wenn ich nicht hoffen dürfte, dass Du diesen armen Sünder früher oder später im Interesse Deiner Herrlichkeit erhören wirst ... fürwahr würde ich Dich dringend bitten, wie der Prophet: tolle animam meam (1 Kön 19, 4), nimm meine Seele hinweg!“

DAS REICH MARIENS

      Es scheint ihm unmöglich, dass Gott den Marsch der Bosheit nicht aufhält: „Wirst Du denn alles der Verlassenheit anheimgeben, gerechter Herr, o Gott der Rache? Soll letztlich alles wie Sodom und Gomorrha werden? Wirst Du immer schweigen? Wirst Du ewig dulden? Soll denn nicht Dein Wille geschehen wie im Himmel also auch auf Erden und Dein Reich zu uns kommen?“


     
Nein, Gottes Eingreifen wird nicht fehlen. Er hatte es ausgewählten Seelen vorausgesagt, denen Er über eine Vision eine künftige Ära voraussehen ließ, die das Reich Mariens sein würde: »Hast Du nicht schon im Voraus einigen Deiner treuen Freunde eine zukünftige Erneuerung Deiner Kirche verkündet? Sollen sich die Juden nicht endlich zur Wahrheit bekehren? Wartet nicht die Kirche gerade darauf? Rufen nicht alle Heiligen des Himmels: Gerechtigkeit: vindica? (Offb 6,10) Sprechen nicht alle Gerechten auf Erden: Amen, veni Domine? (Offb 22,20), „es geschehe, komme, o Herr!“ Seufzen nicht alle Geschöpfe, selbst die unvernünftigen, unter der Last der unzähligen Sünden Babylons? Sehnen sie sich nicht nach Deiner Ankunft, damit alle Geschöpfe erneuert werden? Omnis creatura ingemiscit (Röm. 8,22).«

      Und in dem Wunsch nach dieser „Wiederherstellung aller Dinge“ fleht er Gott um den kommenden Tag an, an dem „es nur ein Schafstall und einen Hirten geben wird, auf dass alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel“.

      Hier sind die Elemente des zukünftigen Reichs Mariens umrissen. Es wird sich aus der Bekehrung aller Ungläubigen, aus dem Eintritt aller Völker in die Herde der Kirche und aus der „Wiederherstellung aller Dinge“ ergeben, d.h. der Wiederherstellung in Christus des gesamten intellektuellen, künstlerischen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens, das die Macht der Finsternis umgestürzt hatte. Es ist der Wiederaufbau der christlichen Zivilisation.

       Wie sich herausstellt, handelt es sich um künftige Ereignisse. Wir gehen auf sie zu. Wir müssen das Kommen dieses tausendmal glücklichen Tages durch unsere Gebete, unsere Buße, unsere guten Werke, unser Apostolat, beschleunigen, an dem es nur eine Herde und einen Hirten geben wird.

EINE NEUE HISTORISCHE ÄRA

Wir haben bereits gesehen (in „Lehrer,Prophet und Apostel in der gegenwärtigen Krise), dass unsere Tage Teil des langen historischen Prozesses sind, der zwischen 1450 und 1550 mit dem Humanismus, der Renaissance und dem Protestantismus begann, der mächtig bestärkt durch den Enzyklopädismus (sog. Aufklärung) und der Französischen Revolution und schließlich triumphierend im 19. und 20. Jahrhundert mit der Umwandlung christlicher Völker in mechanisierte, amorphe Massen, die größtenteils vom Sauerteig der Unmoral, des Egalitarismus, des religiösen Indifferentismus (Gleichstellung aller Religionen) oder der totalen Skepsis bearbeitet wurden. Vom Liberalismus ist er bereits zum Sozialismus übergegangen, und von diesem ist er auf dem Weg, in den Kommunismus zu fallen.

      Dieser Aufwärtstrend falscher weltlicher Ideale (mit pantheistischem Hintergrund, sollte angemerkt werden) und egalitärer Natur ist das große Ereignis, das unsere historische Ära dominiert. An dem Tag, an dem sich ein solcher Marsch nach einem Rückschlag, der nicht klein und gelegentlich, sondern kontinuierlich und mächtig sei wird, zurückzuziehen beginnt, hätte eine weitere Phase der Geschichte begonnen.

      Mit anderen Worten, die Entchristlichung ist das Zeichen, unter das alle vorherrschenden Ereignisse im Westen vom 15. Jahrhundert bis heute gestellt sind. Es ist das, was diese fünfhundert Jahre miteinander verbindet und einen Block im großen Ensemble, das Geschichte ist, bildet. Sobald die Entchristlichung durch eine umgekehrte Bewegung aufhört, werden wir von einer Gesamtheit zusammenhängender Jahrhunderte zu einer anderen übergegangen sein.

      Es war genau eine Tatsache dieser Größenordnung, ein Einschnitt im Prozess der Entchristlichung und ein beispielloser Aufbruch der Religion, um die der hl. Ludwig Maria flehte, auf die er hoffte und, wie wir sicher sind, auch erlangte.

       „Das besondere Reich Gottes des Vaters dauerte bis zur Sintflut und wurde durch eine Wasserflut beendet; das Reich Jesu Christi fand sein Ende in einen Strom von Blut; Dein Reich aber, o Geist des Vaters und des Sohnes, setzt sich gegenwärtig fort und wird in einer Flut von Feuer, Liebe und Gerechtigkeit enden.“

       Und der Hl. Ludwig bittet um diese Sintflut: „Wann wird diese Sintflut des Feuers der reinen Liebe kommen, dass Du in der ganzen Welt auf so milde und ungestüm anzünden wirst, dass alle Nationen, die Türken, die Götzendiener und die Juden selbst in ihm brennen und sich bekehren werden? Lass, dass dieses göttliche Feuer, das Jesus Christus auf die Welt gebracht hat, sich entzünde, bevor Du das Feuer deines Zornes entzündest, das die ganze Erde zu Asche machen wird.“

EIN VON DER VORSEHUNG GESANDTES INSTRUMENT

      Das Mittel, um diesen Triumph zu erreichen, wird eine Gemeinschaft sein, die vollständig der Heiligsten Jungfrau Maria geweiht und durch Sie vereint und belebt sein wird.

      Was auch immer diese Gemeinschaft nach der Vorstellung des Heiligen sein wird, kann nicht mit absoluter Sicherheit behauptet werden. In gewissem Sinne sieht es aus wie eine religiöse Familie. Es gibt aber auch Aspekte, bei denen man anders denken könnte. In jedem Fall wird diese Gemeinschaft das menschliche Instrument sein, um das Königreich Mariens zu verwirklichen. Und als solches ruhen die Blicke der Vorsehung von Ewigkeit an liebevoll auf sie: „Sei eingedenk, o Herr, an deine Gemeinschaft, die von Ewigkeit her Dein eigen war, denn von Anfang an hast Du ihrer gedacht; die Du in Deiner allmächtigen Hand hieltest, als Du mit einem Wort das Universum aus dem Nichts erschaffen hattest“. In dem unter allen tragischen und glücklichen Moment, in dem sich unsere Erlösung vollendete, hielt sie Gott noch „verborgen in seinem Herzen“, und Sein Sohn, der „am Kreuz starb, sie mit seinem Blut besprengte und sie durch seinen Tod weihte und sie seiner heiligen Mutter anvertraute”.

     Diese geheimnisvolle Gemeinschaft, die eine „auserwählte Schar, eine Auslese von Auserkorenen sein wird, die Du in der Welt und aus der Welt erwählen wirst. Es ist eine Herde friedlicher Lämmer, die Du unter so vielen Wölfen sammeln wirst; eine Gemeinschaft von keuschen Tauben und königlichen Adlern unter so vielen Krähen; ein Schwarm mühsamer Bienen unter so vielen Hornissen; eine Herde schneller Hirsche unter so vielen Schildkröten; ein Bataillon furchtloser Löwen unter so vielen schüchternen Hasen“, diese Gemeinschaft kann nur durch eine fruchtbare Gnadenhandlung in den Seelen derer gebildet werden, aus der sie sich zusammensetzen soll. Doch für Gott ist nichts unmöglich: „Oh großer Gott, der Du aus den rohen Steinen ebenso viele Kinder Abrahams erwecken kannst, sprich nur ein einziges Wort als Gott, um gute Arbeiter in Deine Ernte und gute Missionare in Deine Kirche zu senden.“

      Seit vielen Jahrhunderten bitten die Gerechten Gott um die Gründung dieser Gemeinschaft: „Gedenke der Gebete, die Deine Diener und Dienerinnen in dieser Angelegenheit seit so vielen Jahrhunderten an Dich gerichtet haben. Ihr Flehen, ihr Seufzen, ihre Tränen und ihr vergossenes Blut mögen vor Dein Angesicht kommen, um Deine Barmherzigkeit mächtig anzuregen“. Da diese Gemeinschaft Maria gehören wird, ist für sie diese so reiche Gabe der Vorsehung vorgesehen: „Gedenke Deiner Mutter eine neue Gesellschaft zu geben, um durch sie alle Dinge zu erneuern und die Jahre der Gnade durch Maria zu beenden, wie Du sie durch sie begonnen hast“.

EINE STURMTRUPPE DER STREITENDEN KIRCHE

Bekanntlich bedeutete „Kompanie“ in der Zeit hl. Ludwig Maria Regiment oder Bataillon. In diesem Sinne nannte auch der Heilige Ignatius sein herausragendes Institut „Compañia de Jesus“. Der hl. Ludwig Maria empfand seine Gemeinschaft als im Wesentlichen militant. Sie wird wie eine Erweiterung Unserer Lieben Frau in einem dauernden und gigantischen Kampf mit dem Teufel und seinen Anhängern sein: „Es ist wahr, großer Gott, dass die Welt, wie Du es vorhergesagt hast, der Ferse dieser geheimnisvollen Frau große Nachstellungen bereiten wird, das heißt, der kleinen Gemeinschaft ihrer Kinder, die gegen Ende der Zeiten erscheinen wird. Es ist wahr, dass es große Feindschaften zwischen dieser gesegneten Nachkommenschaft Marias, und dem verfluchten Geschlechte Satans geben wird. Aber dies ist eine rein göttliche Feindschaft, die einzige, die Du selbst gestiftet hast. Aber diese Kämpfe und Verfolgungen, die die Kinder aus dem Geschlecht Belials der Nachkommenschaft Deiner heiligen Mutter bereiten, sollen nur dazu dienen, die Macht Deiner Gnade, die Größe der Tugenden und das Ansehen Deiner Mutter herrlicher erstrahlen zu lassen. Denn seit dem Anbeginn der Welt hast Du ihr die Aufgabe übertragen, durch die Demut ihres Herzens diesen Stolzen Erbfeind zu vernichten“.

      Dieser Abschnitt ist einer der wichtigsten, da er die Modernität dieser Gemeinschaft, ihr militantes Apostolat und ihren zutiefst - wir würden fast sagen - extrem marialen Geist zeigt.

      Tatsächlich sieht der hl. Ludwig Maria, dass diese Gemeinschaft dazu bestimmt ist, „gegen Ende der Welt zu erscheinen“. Und wenn in der Sprache der Anbeter der Moderne jedes Jahrhundert moderner ist als die vorhergegangenen, wird es - zumindest im chronologischen Sinne des Wortes - keine moderneren Jahrhunderte geben als jene, die „kurz vor dem Ende“ kommen werden.

      Was bedeutet dieses „gegen Ende“? In der prophetischen Sprache ist die Genauigkeit des Begriffs umstritten. Es wird vielleicht die letzte Phase der Menschheit sein, das heißt, das Reich Mariens. Wie lange wird diese Phase dauern? Es ist ein weiteres Problem, für dessen Lösung wir im Gebet des Heiligen keine Anhaltpunkte gefunden haben. Auf jeden Fall nachdem wir die absolute „Modernität“ dieses Apostolats festgestellt haben, wollen wir einige der Merkmale sehen, die es haben wird. Diejenigen, die diese Eigenschaften für anachronistisch halten, werden sehen, wie sie sich irren.

HINGABE AN UNSERE LIEBE FRAU

Diese Apostel der letzten Zeit werden „wahre Kinder Mariens sein, die von ihr in Liebe gezeugt und empfangen wurden, in ihrem Schoße getragen, geboren und an ihrer Brust ruhend, von ihrer Milch genährt, durch ihre Fürsorge großgezogen, von ihrer Hand gestützt und mit ihren Gnaden bereichert sind“. Und weiter sagt er: „Durch ihre Hingabe an die Vorsehung und ihre Andacht an Maria werden sie die Silberflügel der Taube haben, das heißt, die Reinheit der Lehre und der Sitten und das Gold ihres Rückens, das heißt, eine vollkommene Liebe zum Nächsten, um seine Schwächen zu ertragen, und eine große Liebe zu Jesus Christus, um sein Kreuz auf sich zu nehmen.“

KAMPFGEIST

      Aber diese marianische Andacht und diese Liebe werden aufgrund der marianischen Andacht selbst mit äußerstem Kampfgeist ausgeführt. Tatsächlich werden sie „wahre Diener der Heiligen Jungfrau sein, die wie der hl. Dominikus, die leuchtende und brennende Fackel des heiligen Evangeliums im Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überallhin gehen, um zu bellen wie treue Hunde, gegen die Wölfe, die nur versuchen die Herde Jesu Christi zu reißen, und zu brennen wie Feuer, um die Finsternis der Welt zu erhellen wie die Sonne.“ Ihr Sieg wird darin bestehen, „durch eine wahre Andacht zu Maria... das Haupt der alten Schlange zu zertreten, wo immer sie sich befinden; damit der Fluch, den Du gegen sie geschleudert hast, sich vollständig erfülle“.

      Deshalb multipliziert der hl. Ludwig Maria während seines Gebets die Metaphern und Adjektive, die auf die Kampfbereitschaft der Mitglieder seiner Gemeinschaft hinweisen: „Königliche Adler“, „Heer furchtloser Löwen“, sie werden „den Mut des Löwen durch ihren heiligen Zorn und ihren klugen, glühenden Eifer gegen die Dämonen und Kinder Babylons“ haben.

      Und es ist diese Löwen-Phalanx, die er im letzten Abschnitt seines Gebets von Gott erbittet: „Erhebe Dich, o Herr, warum scheinst Du zu schlafen? Erhebe Dich in Deiner ganzen Allmacht, in deiner Barmherzigkeit und Deiner Gerechtigkeit, um eine ausgewählte Schar von Wachen zu bilden, die über dein Haus wachen, deine Ehre verteidigen und viele Seelen retten, die dein ganzes Blut gekostet haben, so dass es nur ein Schafstall und ein Hirte werde, auf dass alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel: Et in Templo ejus omnes dicent gloria! - Amen“.

 


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

Catolicismo Nr 55 – August 1955 – Exsurge Domine! Quare Obdormis?

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Freitag, 27. Januar 2017

Der hl. Ludwig von Montfort über die Sklaven und Kämpfer Mariens



(Aus dem Flammengebet des Heiligen)

Kommentare von Plinio Correa de Oliveira
„Sende Priester, frei von irdischer Anhänglichkeit, losgeschält von allem, von Vater und Mutter, von Brüdern und Schwestern, ohne Eltern dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach, ohne Güter, frei von Hindernissen, und selbst vom eigenen Willen.“
Selbstverständlich haben wir eine sehr genaue Vorstellung der Aufgaben der Priester; es wäre aber interessant, wenn wir ein genaues Wissen über unsere eigenen Aufgaben hätten. Wenn wir schon Sklaven Mariens sein wollen, ist es angebracht zu wissen, in welchen Grenzen und in welchem Maß dies, was der hl. Ludwig beschreibt, auch uns betreffen kann.
So sollten wir für Berufungen beten, die „frei sind, die in der Freiheit Gottes und Mariens leben, losgeschält von allem, ohne Vater, ohne Mutter, ohne Brüder, ohne Schwestern, ohne Verwandten dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach“.
Das bedeutet, dass es sich nicht nur um Vater, Mutter, Bruder und Schwester handelt — was schon nicht wenig ist —, sondern keine Verbindung mit dem Gesamten dessen, was Welt, Gesellschaft bedeutet, mit der ihr eigenen Mentalität, ihrem Stil, ihrer Psychologie. Von all dem soll man losgeschält sein, aber so, dass jegliche Anhänglichkeit verbannt ist.
Stellen wir uns vor, auf einer einsamen Insel wäre das Reich Mariens etabliert worden. Es gäbe dort eine schöne Stadt, wo alles im Sinne und in der Art des Reiches Mariens abläuft. Wir würden dort wohnen, in der Abscheu aller Übel und der Zustände der gegenwärtigen Welt. Ein jeder stelle sich vor, dort leben zu können. Im ersten Moment wären wir bezaubert, begeistert, verzückt. Im zweiten Monat, würden wird alles normal finden. Im dritten würde der Eine oder Andere meinen, dass es wohl an der Zeit wäre, mit der Fähre wieder zurück zum Festland zu fahren.
Gäbe es leider nicht den Einen oder Anderen, der einen Grund finden würde, um zurück zu fahren, weil im Unterbewusstsein ein gewisses Heimweh nach dem, was nicht das Reich Mariens ausmacht? Wir könnten uns vorstellen: Straßen mit wenig Menschen, langsame Bewegungen, sehr bedächtige, einsichtige, gehobene, tugendhafte Menschen mit würdigem und vornehmem Benehmen. Alles würde gemäß der Vernunft und eines gesunden Verstandes ablaufen. Würde das allen gefallen? Ich möchte glauben, der großen Mehrheit schon. Doch dem einen oder anderen möglicherweise nicht. Es wäre sehr gut eine Gewissenserforschung zu machen, um herauszubekommen, ob man zu der einen oder der anderen Gruppe gehören würde. Ich glaube, dies ist ein Punkt, in dem man die hier enthaltene Frage aufgreift und sich stellt: keine Anhänglichkeiten, keine Liebe zu den weltlichen Dingen und der Lage der Welt zu haben.

„Um Sklaven Deiner Liebe und Deines Willens bitte ich; um Männer nach Deinem Herzen, die nicht ihren eigenen Willen durchzusetzen suchen, der sie nur befleckt und hemmt, sondern in allem Deinen Willen tun und gleichwie David mit dem Stock des Kreuzes und der Schleuder des heiligen Rosenkranzes in der Hand, alle Deine Feinde niederschlagen: in baculo Cruce et in virga Virgine“ (Vgl. 1 Kön 17,40 und Ps 22,4).

Betrachten wir diese herrliche Verbindung, die der hl. Ludwig herstellt zwischen den Sklaven aus Liebe zu Gott, die ihren eigenen Willen nicht durchsetzen und doch die Feinde Gottes niederschlagen. Hier sieht man die Fruchtbarkeit des Gehorsams. Wer gehorsam ist, wer fügsam die Absichten der göttlichen Vorsehung befolgt, der zerschlägt die Feinde Gottes. Wer sich den Absichten Gottes nicht fügt, der besiegt nicht die Feinde Gottes.
Was bedeutet hier, keinen eigene Willen haben? Es bedeutet, keinen anderen Willen haben, als nur den, den Gott von uns erwartet. Dass wir nur genau das wollen, was Gott von uns will. Keine schlechten, niedrigen Dinge wollen, sondern nur das, was recht, ordentlich, gemäß der Lehre der Kirche ist. Das bedeutet, keinen eigenen Willen haben. Wer so ist, wird die Feinde Gottes besiegen.

„Seelen, welche wie Wolken der Erde entrückt und erfüllt mit himmlischem Tau, ohne Hindernis überall hinfliegen nach dem Wehen des Heiligen Geistes.“

Das heißt, wer so ist, der ist Fruchtbar; er fliegt überall hin und lässt die Gnaden Gottes allerorten herabrieseln.

„Seelen, die immer für Dich zur Verfügung stehen, immer bereit, Dir zu gehorchen, immer lauschend auf die Stimme ihrer Vorgesetzten, wie Samuel: Praesto sum; immer bereit, hinzugehen und alles mit Dir und für Dich zu leiden, wie die Apostel.“

Das heißt Menschen, die bereit sind, alle Unannehmlichkeiten, jedes Opfer, alle Entsagungen, nicht nur die außergewöhnlichen, sondern die des alltäglichen Lebens, die kleinen und lästigen Dinge des Alltags auf sich zu nehmen. Muss ein Brief geschrieben werden, schreiben; muss man einem lästigen Mitmenschen zulächeln, lächeln; kommt ein ungelegener Telefonanruf, annehmen; trotz Müdigkeit früh aufstehen; und das alles zwei, drei, fünf Mal; kleine Ungerechtigkeiten hinnehmen usw. Das ist die Art des Gehorsams, der hier gelobt wird.

„Diener der seligsten Jungfrau, die wie der hl. Dominikus, die leuchtende und brennende Fackel des heiligen Evangeliums im Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überallhin gehen, um zu bellen wie treue Hunde, um zu brennen wie Feuer und um die Finsternis der Welt zu erhellen wie die Sonne. Beglücke uns mit Männern, die durch eine wahre Andacht zu Maria, ohne Heuchelei und Wankelmut, mit Demut, Klugheit und Eifer überall, wohin sie kommen, der alten Schlange den Kopf zertreten.“

Wir sehen hier den versprochenen Sieg denen, die mit Maria vereint sind, die überall dieses Werk des Lichtes verrichten und den Kopf der Schlange zertreten werden.

„Damit so der Fluch sich erfülle, den Du gegen sie geschleudert hast: Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen ipsius : ipsa conteret caput tuum“ (Gen. 3,13).

Das heißt, der Fluch ist noch nicht völlig erfüllt und es ist nötig, dass er sich erfülle. Die Vollführer dieser Aufgabe werden eben die Sklaven Mariens sein. Als Sklaven Mariens dürfen wir erwarten, die Vollführer dieser Aufgabe zu sein.


Freie Übersetzung der Aufzeichnung des Vortrags an ein nicht überliefertes Datum im Jahre 1964.