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Dienstag, 31. März 2026

Die Verschwörung der Cäsaren und des Sanhedrins *

von Plinio Corrêa de Oliveira
Legionário, 20. März 1938


Das dramatische Verschwinden des katholischen Österreichs von der europäischen Landkarte, brutal und mit krimineller Gewalt unter dem Stiefel der Nazis niedergedrückt, macht eine politische Rückschau angebracht, die wir mit empörten Seelen und blutenden Herzen unternehmen.

Mehr als jedes Argument wird diese Rückschau die Solidarität beweisen, mit der die totalitären Cäsaren und des liberalen Sanhedrins zusammenarbeiten, um den Erlöser, heute repräsentiert durch die Heilige Kirche, erneut zu kreuzigen.


Das obige Porträt zeigt treffend den österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg, und seine unvergesslichen Worte nach seiner Entmachtung offenbaren seinen Charakter: „Der heutige Tag hat uns vor eine ernste und entscheidende Lage gestellt. Ich bin beauftragt, das österreichische Volk über diese Ereignisse zu unterrichten. Die deutsche Regierung hat dem österreichischen Bundespräsidenten ein Ultimatum gestellt und gefordert, dass er einen ihrer Kandidaten zum Bundeskanzler ernennt und ein neues Kabinett nach den Vorschlägen der Reichsregierung bildet. Sollten diese Forderungen nicht erfüllt werden, werden deutsche Truppen nach Ablauf des Ultimatums in österreichisches Gebiet einmarschieren. – Der Bundespräsident hat General Schilhawski zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Er wird für die Weiterleitung weiterer Anweisungen an die Truppen verantwortlich sein. Ich für meinen Teil verabschiede mich vom österreichischen Volk mit einem deutschen Wort und den Wünschen meines Herzens: ‚Gott schütze Österreich.‘“
– Im Wiener Rundfunk, dessen Studio zu dieser Stunde mit Mitarbeitern überfüllt war, wurde die kurze Erklärung mit unbeschreiblicher Rührung vernommen. Viele weinten, und als der Reichskanzler geendet hatte, ertönte aus dem Saal ein Ruf: „Heil Schuschnigg!“


* * *

I – Kaiser Wilhelm II. erkannte die verzweifelte Lage der deutschen Truppen und gab den verlockenden Versprechungen der im Verborgenen agierenden Mächte nach. Er ließ Lenin heimlich aus der Schweiz, wo dieser sich aufhielt, nach Russland bringen. Der Transport erfolgte in einem geschlossenen Stahlwaggon, um die Verbreitung des kommunistischen Virus in Deutschland zu verhindern.

Die ersehnte Revolution brach in Russland aus, und die Kommunisten belohnten Wilhelm II. mit der Unterzeichnung des für Deutschland vorteilhaften Friedensvertrags von Brest-Litowsk.

Doch Gott hat seine Zeit. Für Wilhelm II. ließ diese Zeit nicht lange auf sich warten.

In der Endphase des Ersten Weltkriegs verwüstete eine schreckliche Katastrophe Russland. Nach dem Friedensschluss erwartete man, dass die Großmächte in Russland intervenieren würden.

II – England und Frankreich betrachteten den kommunistischen Sieg in Russland mit Gleichgültigkeit und unternahmen, abgesehen von platonischen Protesten, keinerlei Geste des Schutzes der verfolgten christlichen Bevölkerung. Stattdessen setzten sie die Zarenfamilie wieder auf den Thron, deren Oberhaupt auf klägliche Weise ermordet worden war.

Christlich verriet die englische Monarchie die Sache Christi und das monarchische Prinzip.

Christlich verriet auch die Bourgeoisie, die Frankreich regierte, die Sache Christi und das Prinzip des Privateigentums.

Denn sie hatten keine Zeit, über Christus und seine Zivilisation nachzudenken. Sie lagen da, bereit, eingesperrt zu werden, die noch immer pulsierenden Überreste der besiegten Reiche.

Es galt, die Früchte des Sieges zu ernten. Christus hingegen sollte warten und sich so gut wie möglich zurechtfinden. Und damit wurden 155 Millionen Seelen schutzlos atheistischer Propaganda und religiöser Verfolgung ausgesetzt.

Doch Gott hat seine Zeit. Und für England und Frankreich ließ Gottes Zeit nicht lange auf sich warten.

III – Der kommunistische Virus breitete sich von Russland nach Deutschland und Österreich-Ungarn aus. Wilhelm II. musste mit Bedauern feststellen, dass das Feuer, das er im Haus seines Nachbarn gelegt hatte, nun auch auf sein eigenes Haus und die seiner Verbündeten übergegriffen hatte.

Die stolze Monarchie Bismarcks stürzte, und mit ihr der Kaiser.

Frankreich, England und die Vereinigten Staaten jubelten insgeheim über die Ausbreitung des Sozialismus in Mitteleuropa, da er zur Schwächung und Demoralisierung der Besiegten beitrug.

Was Christus betrifft, so soll er sich selbst helfen.

Und die Kirche? Ist sie nicht unsinkbar? Warum zwischen Meer und Haien wählen? Wäre es nicht besser, einfach bei der Kirche zu bleiben, die keine Flutwelle versenken kann?

IV – Im Versailler Vertrag wird Deutschland territorial und moralisch geschwächt. Die Auflösung der deutschen Kolonien und die unerträgliche Last der Reparationszahlungen erdrücken das deutsche Volk. Damit einher gehen Unzufriedenheit und der Sozialismus.

Der Heilige Stuhl bittet um Gnade für die Besiegten, doch die Strippenzieher im Hintergrund lächeln: Der große Besiegte ist nicht Deutschland, sondern Christus, gegen den sich in Russland und Mitteleuropa der kommunistische Zorn entfesselt.

V – Österreich wird stärker verfolgt als Deutschland. Ersteres bietet in den Augen der Strippenzieher den wertvollen mildernden Umstand einer protestantischen Mehrheit. Letzteres hingegen ist des unverzeihlichen Verbrechens schuldig, katholisch zu sein.

Die Ungleichbehandlung Deutschlands und Österreichs durch die Alliierten ist eklatant.

Deutschland wird gedemütigt und geschwächt, aber es überlebt. Die österreichisch-ungarische Monarchie zerfällt, und nur das germanische Österreich bleibt übrig, das kaum allein bestehen kann.

Die Stunde Gottes naht für die Alliierten: Sie haben den Anschluss selbst herbeigeführt.

Während Wilhelm II., von den Alliierten selbst der Kriegsverantwortung beschuldigt, in Doorn in Saus und Braus lebt, stirbt Kaiser Karl von Österreich auf Madeira an Tuberkulose – arm wie Hiob, aber wie dieser bewundernswert ergeben.

Kein Herrscher der Welt wagt es, ihm beizustehen. Von allen verlassen, stirbt der letzte Kaiser des Hauses Österreich als Ausgestoßener. Nur die Kirche spendet ihm Trost in seiner Qual. Da er erst nach Kriegsende den Thron bestiegen hat, kann er nicht für den Weltkrieg verantwortlich gemacht werden. Sein einziges Verbrechen ist sein katholischer Glaube. Doch die Stunde Gottes wird kommen.

VI – Gott aber ist barmherzig und warnt, bevor er straft, mit väterlicher Zuneigung.

Deshalb entfacht er in Mitteleuropa eine lebhafte antikommunistische Reaktion, in der Katholiken eine führende Rolle spielen. Mit Brüning in Deutschland und Seipel und Dollfuß in Österreich ist es das katholische Element, das Mitteleuropa regiert.

Diese ehrlichen und respektablen Regierungen fordern gemäßigt eine Überprüfung der ungerechten Verträge von Versailles, Trianon und Saint-Germain, unterstützt von Ungarn, wo Horthy mit Hilfe der Katholiken den Kommunisten Béla Kun besiegte.

Die Forderungen sind gemäßigt. Was die Besiegten fordern, ist schlicht das Recht zu atmen.

Doch der Völkerbund ignoriert diese berechtigten Forderungen. Im erschöpften Österreich entsteht der Wunsch nach einem Zusammenschluss mit Deutschland.

VII – Die päpstliche Diplomatie tritt erneut für die Besiegten ein und betont, dass die Sieger, unbeschadet der ihnen zustehenden gerechten Entschädigungen, das von Christus auferlegte Gebot der Nächstenliebe beachten müssen.

Doch der Völkerbund ignoriert die päpstliche Diplomatie.

Entstanden aus dem idealistischen und unpolitischen Geist Präsident Wilsons, strebt der Völkerbund nach dem Weltfrieden, einem erhabenen christlichen Ideal, das seinen Ursprung in der Verkündigung des Evangeliums hat und wie dieses selbst unsterblich ist.

Doch Wilson wollte Gottes Werk ohne Gottes Hilfe und mit Verachtung für die von ihm gegründete Heilige Katholische Kirche vollbringen. Der Völkerbund ist säkular. Ideologisch basiert er auf einer eitlen und falschen Philosophie und verleugnet töricht das Evangelium, die einzige dauerhafte Grundlage für den Frieden zwischen den Völkern.

Was den Papst betrifft, so nimmt der Völkerbund ihn nicht in seine Reihen auf, unter dem Vorwand, er leugne die Souveränität des Heiligen Stuhls.

Doch Gott hat seine Zeit…

VIII – Verschärft durch das Elend und die Ungerechtigkeit, denen sie zum Opfer fallen, vergiftet seit über einem Jahrhundert durch philosophische Prinzipien, die einen wahnhaften Nationalismus nähren, und seit vier Jahrhunderten von protestantischer Verderbnis befallen, wenden sich die Deutschen massenhaft einer Partei zu, die sich gerade formiert und die vollständige und gewaltsame Zerstörung des Versailler Vertrags befürwortet. Die philosophischen, politischen und moralischen Irrtümer der Ideologie dieser Partei sind ebenso schwerwiegend wie jene des Kommunismus. Geheime Mächte fördern die Entwicklung dieses heidnischen Aufbruchs im Verborgenen. Und der Hitlerismus breitet sich aus…

Gegen diese Gefahr, die Europa, die Welt und die Zivilisation selbst bedroht, kämpft Brüning, der katholische Abgeordnete an der Spitze der deutschen Regierung, allein.

Die Alliierten könnten Brünings Ansehen in Deutschland festigen, indem sie ihm eine faire Revision des Versailler Vertrags gewähren. Damit könnten sie vielleicht den Hitlerismus verhindern.

Doch England ist grenzenlos gierig, und der französische Jakobinismus ist blind. Die von den Regierungen Brüning und Seipel geforderten Zugeständnisse werden nicht gemacht, und Hitler gewinnt an Einfluss.

Ein Judas – von Papen, der Verräter der deutschen Katholiken – verhilft Adolf Hitler zur Macht.

Gottes Stunde naht für Frankreich und England…

IX – Was Frankreich und England der Religion, dem Recht und der Vernunft verweigert hatten, gewähren sie nun, aus Angst und mit Gewalt. Jeder Tag bedeutet einen Vormarsch für Deutschland. Der Versailler Vertrag wird in seinen wichtigsten Klauseln schwerwiegend verletzt. Verbündet mit Italien, zerschlägt Deutschland den Völkerbund, das Instrument der englischen Hegemonie in der Welt. England verliert sichtbar an Einfluss, und Frankreich zittert vor Angst.

Und während der Völkerbund im Abgrund verschwindet, erringt der Heilige Stuhl glänzende diplomatische Triumphe. Nachdem die italienische Regierung die Souveränität des Vatikans anerkannt hat, bittet der Völkerbund den Papst, Italien in die von Wilson gegründete Genfer Institution aufzunehmen.

Nun ist es der Papst, der sich weigert. Für den Völkerbund ist Gottes Zeit gekommen…

X – Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt richtet sich auf zwei Männer, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft in sich zu vereinen scheinen: Mussolini und Hitler.

Sie entwickeln eine reaktionäre Politik gegen den schwindenden Liberalismus, fördern die Umsetzung eines grandiosen Programms der Verwaltungsreform und sprechen mit Nachdruck eine kraftvolle und mutige diplomatische Sprache, zu der die verkümmerten liberalen Politiker nicht mehr fähig sind. Damit begeistern sie die Welt.

Mussolini 1929, Hitler 1933 unterzeichnen hervorragende Konkordate mit dem Heiligen Stuhl.

Sowohl in Italien als auch in Deutschland sind Katholiken bereit, loyal mit dem neuen Regime zusammenzuarbeiten.

XI – Doch dieser Glanz hat dunkle Flecken. Verborgene Manöver hinter den Kulissen, die sich allmählich zu einer positiven und sogar arroganten Haltung wandeln, leiten eine heftige Religionsverfolgung in Deutschland ein, die das Konkordat von 1933 offen und eklatant verletzt.

Nach und nach wird die erschreckende Realität deutlich: Hitler ist nicht der Erneuerer der Zivilisation, sondern einer ihrer mächtigsten Zerstörer. In Wahrheit wird immer deutlicher, dass es das Heidentum war, das Deutschland an dem Tag eroberte, als es sich Hitlers Joch beugte.

Als Hohn auf die menschliche Intelligenz werden ebendiese heidnischen Götter, die das Christentum vor fast zweitausend Jahren entthront hat, in Deutschland erneut verehrt! Im Herzen Europas, im Herzen Deutschlands, in diesem sogenannten Zeitalter der Aufklärung, werden falsche Götter angebetet wie in der afrikanischen Wildnis!

XII – Hitler bricht nicht nur sein Wort gegenüber dem Heiligen Stuhl, sondern demoralisiert auch die internationale Politik und entwertet Verträge und Ehre auf ein Minimum.

Entsetzt über das Gesehene werden die österreichischen Katholiken zu entschiedenen Feinden des „Anschlusses“ und zählen auf die Unterstützung Italiens, Frankreichs und Englands. Mussolini präsentiert sich als Verteidiger des katholischen Österreichs gegen das Heidentum.

An der Spitze der österreichischen Regierung schlägt Dollfuß, der politische Führer der Katholiken, eine gewaltige kommunistische Revolution in Wien und alle dort auftretenden Nazi-Aufstände nieder.

Hitler jedoch, für den Moral bedeutungslos ist, entwickelt eine diplomatische Strategie, die dazu führt, dass deutsche und österreichische Nazis Dollfuß barbarisch ermorden und die Tat später von den Nationalsozialisten offen gebilligt wird.

Mussolini, der große Verfechter Österreichs, Frankreichs und Englands, schluckt diese Demütigung ohne wirksamen Protest hin.

XIII – 1938, mit der Festigung der Achse Rom-Berlin, beginnt Hitler, die Annexion Österreichs durch Deutschland mit Nachdruck zu fordern. Italien signalisiert diskret seine Zustimmung. Die englischen und französischen Kanzleien sind missbilligend gestimmt.

Schuschingg, der unsterbliche Nachfolger Dollfuß', leistet so gut er kann Widerstand. Doch in einer abrupten und unerwarteten Geste, die alle Prinzipien verletzt und den Stolz ganz Europas auf ungeheuerliche Weise schändet, reißt Hitler, der neue Julian der Abtrünnige, das unglückliche Österreich an sich.

Sofort beginnt die Verheidnischung. Zwei Erzbischöfe werden inhaftiert, alle katholischen Jugendverbände aufgelöst, heidnische Nazis in die Regierung eingesetzt und alle Mittel zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung in die Hände dieser Heiden gelegt. So sieht die Lage in Österreich aus!

XIV – Was unternimmt England? Während deutsche Truppen den Einmarsch in Österreich vorbereiten und Schuschnigg ganz Europa gegen die Arroganz seines Heimatlandes anklagt, gibt Reichsaußenminister von Ribbentrop in London einen pompösen Empfang mit 600 Persönlichkeiten der „englischen Elite“. „Delenda est Britannia…“

Frankreich, die glorreiche Erstgeborene der Kirche, allseits geliebt und mutig wie kein anderes Land, ist an der Wahrung der österreichischen Unabhängigkeit von entscheidender Bedeutung, kann aber nicht eingreifen. Denn die Kommunisten haben es sich zur Aufgabe gemacht, in Frankreich eine Ministerkrise herbeizuführen, genau in dem Moment, in dem dies ihrem vermeintlichen Gegner, Herrn Hitler, in die Hände spielen wird. Seinen Erfolg verdankt er größtenteils den französischen Kommunisten und Herrn Hitler.

Was Mussolini betrifft, in dessen Händen die Führung eines der edelsten und katholischsten Völker der Erde liegt… über ihn ist es besser, nicht einmal zu sprechen. Ein wohlwollendes und großzügiges Telegramm des Führers belohnt ihn: „Mussolini, ich werde Ihre Geste nicht vergessen.“

Auch Gott wird nicht vergessen … und seine Zeit wird kommen.

XV – Was ist die wichtigste Lehre aus diesen Ereignissen?

Die Kirche ist allein. Katholiken werden immer irren, wenn sie naiv versuchen, sich auf die Mitte zu verlassen, um die Linke zu bekämpfen, auf die Rechte, um die Linke zu bekämpfen, und so weiter. Wie in einer großen, gut einstudierten Komödie agierten die Marionetten der Linken und der Rechten sowie jene der liberal-demokratischen Mitte, die einander ungeheure Feindschaft entgegenbrachten, einheitlich so, dass sie der Kirche stets und überall schadeten und den Eindruck erweckten, ihre gegenseitige Feindschaft sei vorgetäuscht und Christus ihr wahrer und einziger Feind.

Auch der Sanhedrin (*) arbeitete mit dem römischen Prokonsul zusammen, um den einzigen Feind zu verraten, zu verurteilen und zu töten … der in Wirklichkeit der einzige Freund seiner Verfolger war.

Katholiken sollten sich allein auf Gott verlassen und nur untereinander ein Bündnis schmieden. Alles andere führt nur zu Irrtum und Schaden.

XVI – Es wäre angebracht, diese tragischen Worte mit einer Anekdote zu beschließen, die die Nerven beruhigen kann. Man erzählt sich, dass auf einem Floß, auf dem Schiffbrüchige verschiedener Nationalitäten gefunden wurden, ein Portugiese plötzlich von Panik ergriffen wurde. Er ignorierte, dass ein Floß niemals sinkt, hielt sich für hoffnungslos verloren und begann über die zwei großen Gefahren nachzudenken, denen er sich gegenübersah: das Meer und die Haie. Was wäre besser? Sich vor den Fluten im Maul eines Hais zu verstecken? Oder sich vor dem Hai in den Tiefen des Meeres zu verbergen?

Wir wissen nicht, für welche Lösung er sich entschied. Nach langem Grübeln traf er seine Wahl und stürzte sich entschlossen ins Wasser. Seine Gefährten berichten, dass ihn, sobald er untergegangen war, ein Hai angriff und einen Teil seines Körpers fraß. Der Rest trieb im Wasser und wurde schließlich vom Meer verschluckt. Seine Gefährten wurden gerettet. Das Floß war unsinkbar.

Weil er dies ignorierte, starb der Portugiese, verschlungen von den Fluten und den Haien zugleich. So verhalten sich Katholiken, wenn sie darüber streiten, was besser sei, Nationalsozialismus oder Kommunismus, um sich vor dem einen Feind in den Klauen des anderen zu verstecken.

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(*) Der Sanhedrin (vom griechischen synedrion, „Ratsversammlung“) war der höchste jüdische Rat, das oberste religiöse, politische und juristische Gremium im antiken Judäa, insbesondere zur Zeit des Zweiten Tempels. Das Gremium bestand aus 71 Mitgliedern – Hohepriester, Älteste und Schriftgelehrte – und tagte in Jerusalem, wobei es über Tora-Auslegungen und wichtige Rechtsfragen entschied.
Der Sanhedrin spielte eine Schlüsselrolle in den Prozessen, die zur Kreuzigung Jesu führten.

 

 

Aus dem Portugiesischen in „Legionário“ vom 20. März 1938

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in
www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Samstag, 14. Mai 2022

Eine Erfahrung, die man nicht vergessen darf

 

Plinio Corrêa de Oliveira

      Als die Alliierten 1918 versuchten, die Welt neu zu ordnen, nahmen sie als ideologische Grundlage ihres Vorhabens die humanitären, philanthropischen, leicht von evolutionistischem Optimismus durchdrungenen Konzepte, die mehr oder weniger alle Staatsmänner oder Experten jener Zeit beherrschten und die in Wodrow Wilson nicht nur ihren überzeugtesten Lehrer, sondern auch ihre charakteristischste Verkörperung fanden.

      Der Schlussstein des ganzen Gebäudes, das sich aus den Wilson'schen Grundsätzen ableitet, ist der Völkerbund, ein riesiger Rat aller Völker des Universums, in dem internationale Fragen nach Recht und Billigkeit durch Abstimmung der anwesenden Delegationen geregelt werden und nicht mehr zu Kriegen führen können, wie dieser der gerade beendet wird.

      Die alten heidnischen Völker kannten dieses Ideal nicht. Für sie konnte der Weltfrieden nur durch die Herrschaft aller Völker unter dem Zepter eines einzigen siegreichen Fürsten erreicht werden. Die gepriesene „pax romana“ war nichts anderes. Nur die katholische Kirche konnte der Welt die Lehren offenbaren, die geeignet waren, die grandiose Vorstellung einer universellen Harmonie zu begründen, die auf den gleichen Rechten aller Völker beruht. Sie allein konnte den Intelligenzen genügend Licht, den Willen genügend Kraft vermitteln, um dieses Ideal zu verwirklichen. In der Vergangenheit war sie tatsächlich allein in der Lage, die supranationale Struktur des Westens mit ihrer unerschütterlichen und unbesiegbaren Geduld zu skizzieren. Ich kenne keine Studie, die für die Lösung heutiger Probleme notwendiger wäre als die über die ideologische und rechtliche Struktur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dummköpfe werden über diese Aussage lächeln. Im Mittelalter kannten die Menschen weder Öl noch Wolkenkratzer oder Flugzeuge. Damals wussten die Menschen noch nicht, wie man so effizient baut oder zerstört wie heute. Die Welt war in der Betrachtung der gotischen Kunst noch zurückgeblieben, weil sie den pikanten, beweglichen und subtilen Geschmack der aerodynamischen Kunst noch nicht kennengelernt hatte. Die Behauptung, das Studium des Heiligen Reiches könne in irgendeiner Weise zur Lösung heutiger Probleme beitragen, wäre ebenso lächerlich wie die Behauptung, man solle zur Lösung der Verkehrsprobleme in New York die am Hof von Ludwig XV. verwendeten Sänften oder die Kutschen am Hof von Maria Theresia studieren. Über das Heilige Römische Reich ist nur wenig bekannt, abgesehen von dem, was Voltaire darüber sagte: „Es war weder heilig, noch ein Reich, noch römisch“, ein leichter Scherz für diejenigen, die wie Voltaire die Begriffe wörtlich nahmen und nicht wussten, aus welchem tiefen und wahren Winkel das Reich die glorreichen Beinamen „heilig“ und „römisch“ verdiente. Nach Voltaire, nach Friedrich II. kam Napoleon. Nach Napoleon: der Vertrag von Wien. Luther hatte das Reich gespalten. Voltaire hatte sich lustig gemacht über die Invalidität Luthers, die ihm sein religiöses Schisma zustieß. Friedrich II. zerbrach das politische Gleichgewicht, das durch die protestantische Häresie so stark beeinträchtigt war. Der Vertrag von Wien löschte das Heilige Römische Reich aus. Der einzige Protest gegen diese Auslöschung kam vom Apostolischen Nuntius. Auf diesem Kongress der Könige verstand nur der Botschafter des Papstes, wie viel das monarchische und christliche Westeuropa mit dieser politischen Maßnahme verlor, die den endgültigen Verzicht auf einen Plan zur Föderation aller christlichen Monarchien unter der Ägide des Heiligen Petrus bedeutete. Die Ära der Träume von universeller Brüderlichkeit schien endgültig gebrochen. Das Aussterben des Heiligen Reiches bedeutete die offizielle, ausschließliche und unverblümte Annahme der so genannten „Politik des Gleichgewichts“, die schon von weit her kam. Von keiner internationalen Organisation wurde mehr Frieden erwartet.

      Die Idee einer universellen Gerechtigkeit, um die Beziehungen zwischen den Völkern zu regeln, ist verschwunden als eine alte gotische Scharteke. Die Welt erwartete Frieden von der Bildung zweier bis an die Zähne bewaffneter Gruppen, die in allem gleich wären, im Hass, im Ehrgeiz, in der Stärke. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Gruppen würde einen Krieg für beide gleichermaßen riskant machen. Daher waren sie kompromisslos pazifistisch, und je zahlreicher die Kanonen, die Verbündeten und die Nachschubreserven auf jeder Seite wären, desto pazifistischer würden sie sein. Diese schöne Schimäre führte zum europäischen Krieg. Das Gleichgewicht der Kräfte hatte den Krieg nicht verhindert, sondern ein anderes, völlig unerwartetes Ergebnis hervorgebracht: die Verlängerung der Feindseligkeiten, die Ausbreitung des Krieges in der ganzen Welt.

      Es war notwendig, zum „mittelalterlichen Traum“ zurückzukehren, der aus der Flanke der Kirche geboren wurde. Das Gleichgewicht zwischen den Gegnern hatte nur Hass hervorgebracht. Wer weiß, ob eine universelle Struktur in der Lage wäre, Liebe zu erzeugen?

* * *

      Das war der tiefste Grund für die Entstehung des Völkerbundes. Die philanthropischen, humanitären und evolutionistischen Ideale des frühen 20. Jahrhunderts griffen das Thema auf und verpassten ihm einen modernen ideologischen Anstrich. Ein Überbau von Völkern würde wiederhergestellt werden. Aber das Heilige Reich war monarchisch und christlich. Die Französische Revolution hatte die Welt republikanisiert und säkularisiert. Der Völkerbund, der nach dem Bild des neuen, republikanischen und säkularen Europas geschaffen wurde, war ein Organismus mit republikanischer und säkularer Verfassung, der dazu bestimmt war, in der heutigen Welt den Teil der Aufgaben des Heiligen Reiches zu erfüllen, den die republikanische und säkulare Welt verstehen und billigen könnte.

      Mit anderen Worten, es wurde versucht, eine sehr alte und ehrwürdige Institution an die Anforderungen des modernen Gaumens anzupassen. So wurde der Völkerbund geboren.

      Diese Parallelen zwischen ihm und dem Heiligen Reich wurden von den Demiurgen, die ihn gründet hatten, offensichtlich nicht heraufbeschworen. Jeder Vergleich mit dem alten „anachronistischen“, „tyrannischen“, „gotischen“ Bauwerk des Heiligen Reiches wäre für sie die äußerste Demütigung, für ihr Werk die schwerste Beleidigung. Ein Vergleich, der so beleidigend ist wie der, ein Mädchen mit den damals üblichen Tänzen mit einer Mumie aus der Zeit von Ramses II. gleichzusetzen. Der Hintergrund der Angelegenheit ist jedoch noch immer derselbe. Der Völkerbund versuchte, ob absichtlich oder nicht, ob wissentlich oder nicht, Erbe und Weiterführer eines Teiles der großartigen Pläne sein, mit denen die Kirche das Heilige Reich ausgestattet hatte, die sie aus der Schatzkammer der Offenbarung entnahm.

* * *

      Aber der Völkerbund, Laizistisch wie er war, konnte den Heiligen Vater nicht in seine Reihen aufnehmen. Der Papst, wo auch immer er ist, ist natürlich der Meister, der Vater, der König. Welchen Platz er auch immer am Tisch der Debatten einnehmen würde, die Präsidentschaft wäre der Platz, an dem sein Vertreter sitzen würde. Nicht alle journalistischen „Leuchttürme“ um die großen Männer der Zeit, nicht alle Machenschaften hinter den Kulissen konnten dies verhindern. Der Schwerpunkt würde unweigerlich bei ihm liegen. Seine Zulassung als Vorsitzender oder seine Nichtzulassung war eine unvermeidliche Alternative.

      Ein großartiger Vorwand erschien, um ihn auszuschließen. Der Heilige Stuhl hatte kein Territorium, viele Völker erkannten den Papst nicht als Souverän an. Es wäre daher nicht möglich, ihn als solchen zuzulassen.

      Der Papst blieb also außerhalb des Bundes. Aber da er allein die Schlüssel zum Öffnen und Schließen, die Macht zum An- und Ausschalten besitzt, hat der Bund ohne ihn nichts eingeschaltet. Die Welt blieb so unzusammenhängend wie zuvor. Der Völkerbund war das größte diplomatische Versagen der Neuzeit.

      Als sich das Gebäude dem Abhang näherte, als der Tag nicht mehr fern war, an dem in den Sesseln nur noch wenige Menschen saßen, der Boden unter den Füßen der Verbliebenen knackte und eine Atmosphäre des wilden Flucht sich ausbreitete, lud der Bund den Papst ein, an seinem Zönakel teilzunehmen. Pius XI. wollte nicht. Es war zu spät...

* * *

      Benedikt XV. empfahl den Katholiken ausdrücklich, in dem Bund zwei verschiedene Aspekte zu unterscheiden. Durch seinen Säkularismus hat er sich von dem einzigen Prinzip getrennt, das ihm Vitalität verleihen könnte, nämlich dem Katholizismus. Die Idee der Gerechtigkeit und des Friedens unter den Völkern ist aus der Offenbarung geboren und wird überall dort aussterben, wo der Glaube an die Offenbarung ausgeschlossen ist. Den Frieden in einer laizistischen Welt, in einer laizistischen Organisation zu kultivieren, ist dasselbe wie Rosen oder Lilien auf den Sandbänken der Sahara zu züchten. Von dem Bund einen dauerhaften Erfolg zu erwarten, widersprach also eindeutig der katholischen Lehre.

      Aber auch wenn der Bund keine Grundlage hatte, waren viele seiner Ziele gut. Bei der Verwirklichung dieser Ziele könnte die Kirche mit dem Bund zusammenarbeiten, und die Katholiken sollten dies tun. Sie sollten dies tun, um etwas Gutes zu fördern, ein bescheidenes, vorübergehendes, aber dennoch gutes Gut. Aber niemals von dem Bund eine Rettung zu erwarten, die nur von Christus und seiner Kirche zu erwarten ist.

* * *

      Es wird viel über die Organisation der Nachkriegswelt gesprochen. Ob es den Menschen gefällt oder nicht, das Geheimnis der Dauerhaftigkeit, der Würde und des Ruhmes dieser Organisation wird in der Position liegen, die dem Papst zugewiesen wird. Wenn der Papst das Zentrum der neuen Welt ist, kann sie Bestand haben. Wenn die Welt so organisiert ist, dass die Autorität des Papstes vernachlässigt wird oder in Vergessenheit gerät, wird der Papst weitermachen, aber die Welt wird wieder einmal zusammenbrechen. Denn der Papst ist der Mittelpunkt der Erde, das Fundament der Ordnung, die Quelle des Glücks, der Tugend und der Herrlichkeit. Mit ihm, mit Christus, wird alles gedeihen. Gott bewahre, dass man die Welt ohne ihn organisieren will. Die rauchenden Trümmer Europas heute, die Verwüstung des Völkerbundes, der nach so glühenden Hoffnungen beschmutzt, verlassen und lächerlich gemacht wurde, sind die große Lehre, die wir nicht vergessen dürfen.

 

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „Uma experiência que não deve ser esquecida“ in O „Legionário“ Nr. 599, vom 30. Januar 1944.

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung „Eine Erfahrung die man nicht vergessen darf“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

Donnerstag, 20. Januar 2022

„Die Position des Heiligen Stuhls“

von Plinio Corrêa de Oliveira

      In früheren Artikeln haben wir unsere Leser auf die paradoxe Situation aufmerksam gemacht, in der sich der Heilige Stuhl gegenwärtig auf der internationalen Bühne befindet. Lassen Sie uns kurz die Überlegungen, die wir angestellt haben, wieder aufgreifen, um dann das Problem, das wir heute behandeln wollen, präzise formulieren zu können.

      Zunächst einmal ist da der lehrmäßige Rahmen, in dem das Problem gesehen werden muss. Die heutige Welt hat die Vorstellung davon, was das Christentum ist, völlig verloren. Alle katholischen Völker haben die Pflicht, den wahren Glauben zu bekennen, zu bewahren und zu verbreiten. In diesem Sinne kann man über den Staat mutatis mutandis alles sagen, was man über eine einzelne Person sagt. Und alle Gründe, die zeigen, dass ein einzelner Katholik verpflichtet ist, offiziell katholisch zu sein, den Glauben zu verteidigen und zu verbreiten, gelten auch für den Staat. Die katholischen Staaten haben also eine große gemeinsame Aufgabe zu erfüllen. Und so wie die einfachen Gläubigen verpflichtet sind, sich gegenseitig bei der Arbeit des Apostolats zu unterstützen, so sind auch die katholischen Staaten verpflichtet, sich gegenseitig bei der Verteidigung und Verbreitung der wahren Religion zu unterstützen. Daraus folgt, daß alle katholischen Staaten, wenn sie des unvergleichlichen Ruhmes dieses Namens würdig wären, unter sich implizit oder explizit eine mächtige Gruppe von Völkern bilden würden, die auf natürliche Weise in der Erreichung eines höchsten gemeinsamen Zieles vereint wären, nämlich der katholischen Kirche in der ganzen Welt die volle Freiheit zu sichern, das Wort Gottes zu verkünden, und ebenso die volle Freiheit für die Gläubigen, die Religion zu praktizieren und die Zivilisation und den Staat nach christlichen Normen zu organisieren.

      Und stellen wir uns vor, alle katholischen Länder wären offiziell katholisch, das heißt, ihre jeweiligen Staaten würden sich offiziell zur katholischen Religion als der einzig wahren bekennen, sie voll unterstützen und antikatholischen Lehren die Freiheit der Verbreitung verweigern. Daß die Gesetze dieser Staaten in Bezug auf Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Reinheit der Sitten voll und ganz mit der Lehre der Kirche übereinstimmen würden. Dass alle diese Staaten, die sich zu dem gemeinsamen Zweck der Ausbreitung des Reiches Christi zusammengeschlossen haben, alle ihre Mittel für die Ausbreitung des Evangeliums einsetzen würden. Wenn alle Sitten strikt mit der katholischen Lehre übereinstimmen würden, hätten wir ein wunderbares Bild des Christentums.

      Es ist klar, dass, wenn alle Gläubigen jedem Menschen Gerechtigkeit und Nächstenliebe schulden, die Gläubigen unter sich dies auf einer viel ernsteren Grundlage schulden. Es ist schwerwiegender, die Nächstenliebe gegenüber einem Glaubensbruder zu versagen als gegenüber einem Fremden.

      In den internationalen Beziehungen sollten sich daher die katholischen Nationen nach Kräften bemühen, miteinander in Einklang zu kommen, indem sie die Normen der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe gegenüber allen beachten und sie in den Beziehungen zwischen den katholischen Völkern mit größter Sorgfalt respektieren.

* * *

      So sollte die Christenheit sein. Und wenn dies die Christenheit wäre, dann hätte der Papst in dieser Familie der christlichen Völker natürlich eine klare Vorrangstellung.

      Erstens wegen all der Titel, die ihn zum Stellvertreter Christi machen, der allen Staatsoberhäuptern der Welt überlegen ist, so wie die Sonne dem Mond und den Sternen überlegen ist.

      Zweitens, weil alle Aufgaben der Christenheit zu Gunsten der Kirche nur Hilfsaufgaben wären. Die Ausführung liegt eigentlich bei der Kirche selbst. Und dem Staat käme es zu, ihr mit all seinen Kräften beizustehen, aber der Kirche nicht nur die Leitung der Arbeit überlassen, sondern auch die Ausschließlichkeit in dem, was sie allein tun kann. In diesem Bereich verhält sich der Staat zur Kirche (immer noch mutatis mutandis), wie die einfachen Gläubigen zur Hierarchie, wenn es um das Apostolat geht. Es ist seine Aufgabe, in seinem eigenen Bereich zu dienen, zu helfen, zu unterstützen. Und nicht in die Sphäre der Hierarchie einzudringen, um zu definieren, zu regieren, zu lenken, mehr oder weniger wie es die königlichen Herrscher im Absolutismus tun wollten.

      Bei allem, was den Dienst betrifft, den die christlichen Völker für die Ausbreitung und Verbreitung des Glaubens zu leisten haben, ist es also klar, dass ihre Augen auf die Weisungen und Absichten des Nachfolgers Petri gerichtet sein müssen. Und dass in allen Fragen, auch zeitlichen, die sich zwischen christlichen Völkern ergeben könnten, der höchste Schiedsrichter für die Erhaltung des Friedens würde immer der gemeinsame Vater sein.

      Das Papsttum, das die Souveränität des Staates in der weltlichen Sphäre sehr gewissenhaft und peinlich genau respektiert, wäre in einer wahrhaft katholischen Welt das, was die Sonne am Firmament ist.

* * *

      Wenn wir all dies bedenken und diese ideale Situation des Rechts mit der gegenwärtigen, sehr traurigen Situation der Wirklichkeit vergleichen, wie können wir dann nicht leiden? Wie kann man übersehen, dass die christliche Zivilisation, das Christentum, fast so vollständig dem Erdboden gleichgemacht ist wie der Tempel von Jerusalem, von dem nicht einmal die Grundmauern übrig geblieben sind, während doch die Kirche ganz und glorreich bestehen bleibt? Ein wenig von dieser Tradition schwebt noch in der Luft. Wir blicken mit Zuneigung und Sehnsucht auf diesen goldenen Staub. Aber das ist allein, was wir noch haben.

      Die katholischen Staaten sind als Staaten nicht mehr offiziell katholisch. Und wie Taparelli weise sagt, verdienen Völker, die nicht offiziell katholisch sind, es nicht, Teil der Christenheit zu sein. Selbst in den wenigen Ländern, in denen die Kirche mit dem Staat verbunden bleibt, gibt es im Allgemeinen Wolken und Probleme aller Art, wenn nicht Tendenzen zu heidnischer Politik und ungerechte Gesetze, die die christliche Ordnung blockieren und stören. In der internationalen Sphäre verbünden sich die christlichen Völker, die untereinander jede Vorstellung von ihren Pflichten gegenüber dem Glauben verloren haben, die die Vorstellung von ihren ganz besonderen Pflichten untereinander verloren haben, mit Heiden aller Art, verbündeten sich gestern mit Hitler oder Stalin und morgen vielleicht mit dem Antichristen selbst, um mehr Gold, mehr Land, mehr Kanonen oder mehr Öl zu bekommen.

      Ihre Position ist so eingefleischt, dass wir sogar das Bewusstsein verloren haben, dass dies nicht die richtige Position der Dinge in der christlichen Ordnung ist.

Im Jahr 1918 wurde der Völkerbund gegründet. Papst Benedikt XV. wollte aufgenommen werden, was ihm jedoch mit der Begründung verweigert wurde, er sei kein Staatsoberhaupt. Und die Liga fiel in sich zusammen. Heute könnte die UNO den Heiligen Stuhl aufnehmen, da der Heilige Vater Staatsoberhaupt ist. Uns ist jedoch nicht bekannt, dass sie ihn eingeladen hat. Wir wissen auch nicht, ob Pius XII. jemals den Wunsch geäußert hat, eingeladen zu werden. Warum? Diesem Problem werden wir uns in unserem nächsten Artikel widmen.  (s. https://p-c-o.blogspot.com/2022/01/der-groe-verlassene.html)

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit DeepL/Translator von „A posição da Santa Sé“ in O „Legionário“ Nr. 727 vom 14. Juli 1946.

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Diese deutsche Fassung von „Die Position des Heiligen Stuhls“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

Freitag, 31. Juli 2020

Um den Papst herum

Der Papst unter dem diplomatischen Korps - Spiritueller Souverän, ohne Gold, ohne Kanonen, fast ohne Territorium. Beim Papst ist ein diplomatisches Korps akreditiert, das zahlreicher ist als das des Königs Edward VIII., des Kaisers Hiroito oder des Präsidenten Roosevelt.


Am 29. dieses Monats feiert die Kirche das Fest der Apostel St. Peter und St. Paul.

Dieses Fest kommt zu einem äußerst heiklen Zeitpunkt für das internationale Wirken der Kirche.

Während des Weltkrieges von 1914-1918 unterließ der Heilige Stuhl keine einzige Gelegenheit, alle Völker aufzufordern, die Feindseligkeiten zu beenden. Da die Ermahnungen nicht fruchteten, ging er zu den Tatsachen über und begann seit 1914 eine Reihe diplomatischer „Demarchen“, die, wenn sie nicht die Macht hatten, das zerstörerische Schicksal der kriegführenden Länder einzudämmen, dennoch einige der schmerzhaftesten Aspekte des Konflikts, der die Welt in Trauer versetzte, bemerkenswert mildern konnten.

Während dieses schrecklichen Sturms sprach nur der Heilige Stuhl Worte des Friedens... Endlich kam der Frieden. Aber Herr Wilson und die alliierten Nationen wollten anlässlich des Vertrags von Versailles die herausragende Arbeit der Päpste zugunsten des Friedens nicht anerkennen. Und als der Völkerbund konstituiert wurde, wurde es dem Papst nicht erlaubt, einen Apostolischen Nuntius dorthin zu entsenden!...

Während dessen verabschiedete Wilson feierlich 14 Grundsätze zur Orientierung der anstehenden sozialen Tätigkeiten des Völkerbundes, von denen viele eine Wiedergabe der Gedanken der päpstlichen Enzykliken waren… Der ewige Widerspruch menschlicher Dinge!

Aber „tout passe, tout lasse, tout casse et tout se remplace“ (Alles vergeht, alles ermüdet, alles zerbricht und alles ersetzt sich) „Tout“, außer die Kirche, die unsterblich ist.

Der Völkerbund hat kürzlich das Gewicht dieser Wahrheit gespürt. Auch er „lasse et se casse“. Und sein Scheitern wirft diese andere Frage auf: Wer wird ihn ersetzen?

In internationalen Kreisen richten sich viele Augen auf die Kirche.

Eindeutig würde sie in den heiklen Zeiten, in denen wir uns befinden, keine Rolle akzeptieren, die mit der des Völkerbundes identisch ist, eine Aufgabe, die, wenn sie ihr auch als Mutter aller Völker entspricht, ihr heute die Erfüllung ihrer geistigen Aufgabe erschweren würde.

Es wäre jedoch möglich, dem Heiligen Stuhl die Eigenschft eines internationalen Koordinierungsgremiums für bestimmte Aktivitäten zuzuschreiben, die darauf abzielen, Sucht zu bekämpfen, die soziale Frage zu lösen, die Leiden der bedürftigen Regionen zu lindern usw.

Diese Möglichkeit hat gerade ein Interview, das Pater Gilet einer großen französischen Zeitung gegeben hat, hervorgehoben.

Wenn ein solches Vorhaben zustande käme, würde dies einer der markantesten Siege der Kirche über ihre Gegner sein. In der Tat ist es nicht verwunderlich, dass in Zeiten großen religiösen Glauben, wie im Mittelalter, alle Völker sich an den Stuhl Petri richteten, als den unwiderruflichen Meister und Richter. Aber dass eine von Materialismus gesättigte Menschheit, die Gott und ihre Pflichten im Allgemeinen vergessen hat, aufgezwungen ist, sich an die Kirche als einzige Unterstützung für die Lösung ihrer grundlegenden Probleme zu wenden, ist die beredteste Bestätigung des multisekularen Versprechens: „Non prevalebunt“.

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

“Em torno do Papa”, Legionário, 21. Juni 1936, Nr. 200, SS. 1 und 4.

© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Bild: Screenshot aus der PDF-Version des genannten Artikels



Freitag, 15. Juli 2016

Die UNO, eine Tragikomödie


Nach der Konferenz von Jalta wurde 1945 die Satzung der Vereinten Nationen verabschiedet, die als neue internationale Organisation den Völkerbund ablösen sollte. Von Anfang an hat Plinio Corrêa de Oliveira vorhergesagt, dass auch sie zum Scheitern bestimmt war, und zwar aus denselben Gründen, die auch den Völkerbund zum Zusammenbruch geführt hatten.(141)

„Die Organisation der Vereinten Nationen ist wegen ihres Laizismus zum Misserfolg verurteilt. (...)
Mit der ‚Gottesidee‘ allein ist nichts zu Wege gebracht. Erstens, weil Gott keine Fiktion ist, sondern eine Realität, das absolute Sein. Zweitens, weil die Völker von jeher an Gott geglaubt haben, oder doch wenigstens an Götter, und dennoch hat es immer wieder Kriege gegeben. Das Heilmittel ist im Christentum zu suchen.
Christentum aber heißt Katholizismus. Wenn die UNO im Schatten des Papsttums und unter dem Vorsitz des Stellvertreters Christi von christlichen Völkern gebildet worden wäre, dann wäre eine universelle Ordnung nicht nur eine Chimäre. Nun gibt es aber in der UNO nicht nur christliche Völker, und nicht alle christlichen Völker sind katholisch. Selbst die katholischen Völker werden nicht unbedingt von katholischen Regierungen geführt. Wie sollte in einer solchen Umgebung der Stellvertreter Christi einen entscheidenden Einfluss ausüben? Unter solchen Voraussetzungen ist ein Scheitern unvermeidlich. Der Völkerbund liegt bereits auf dem Friedhof der Geschichte. Und neben ihm ist schon ein weiteres Grab ausgehoben, nämlich das der Organisation der Vereinten Nationen.“(142)
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(141) Zum Versagen der UNO, vor allem im Hinblick auf ihre Ohnmacht gegenüber Kriegsverbrechen und modernem Völkermord, vgl. Yves TERNON in L’Etat criminel. Les Génocides au XX siècle (Seuil, Paris 1995), der ein eindrucksvolles Bild von den großen Massakern unseres Jahrhunderts liefert, angefangen vom Völkermord an Juden und Armeniern bis hin zu den Kambodschanern und den von der Sowjetunion beherrschten Völkern.
(142) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, 7 dias em revista, in O Legionário Nr. 762 (16. März 1947). „Die UNO hat die Existenz des Papsttums einfach übergangen. Damit hat sie die einzige Säule verworfen, auf der normalerweise das Völkerrecht zu organiseren wäre. Sie ist gescheitert wie der Völkerbund und aus denselben Gründen, aus denen auch der Völkerbund gescheitert ist.“ (Ders., Um ano em revista. A consolidação das instituições democráticas. A paz no mundo, in O Legionário Nr. 752, 5. Januar 1947). Zur UNO vgl. auch A comédia da ONU, in O Legionário Nr. 704 (3. Februar 1946).

Quelle: Roberto de Mattei, „Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts“, Kap. II, Nr. 11)