Posts mit dem Label Gotteslästerung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gotteslästerung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 11. Februar 2019

Gotteslästerung und Blasphemie in der Französischen Revolution


Gottelästerliche und blasfemische Parodie
einer liturgischen Zeremonie
zu Ehren eines ermordeten Revolutionärs
Wir lesen und kommentieren heute einen Text aus der „Weltgeschichte“ von Dr. Johannes Baptist Weiß. Er beschreibt ein Ereignis während der Französischen Revolution, das uns den Hass der Revolution gegen das Christentum zeigt.
»Um in der Bevölkerung die Blutgier zu steigern und den Hass gegen das Christentum zu erwecken, wurde an denselben 10. Oktober (1793), an welchem Chaumette die Tempelschändung in Paris begann, in Lyon ein Fest zu Ehren Chaliers, „des Gottes und Heilandes“, angekündigt, als ein Fest der Vernunft.«
Büste des Joseph Chalier
Chalier hatte die Rolle eines Erlösers der Menschheit übernommen. Er war ein Revolutionär, der unheimliche Gräueltaten in Lyon anrichtete und wurde daraufhin verhaftet und unter die Guillotine geköpft. Die Revolution veranstaltete daher ein Fest zu seinen Ehren, weil er von ihr als Erlöser, als der Messias gehalten wurde. Ein grausamer Henker, der als Gott verehrt wurde. Der Tag, der für seine Ehrung festgelegt wurde, war derjenige, an dem die Revolution die Göttin der Vernunft feierte. An diesem Tag holt man einen Verbrecher und ruft ihn als Gott aus! Das ist die Vernunft des Teufels!
»In der Frühe schon donnerten die Kanonen zu Ehren der neuen Gottheit. Um acht Uhr begann der Raub aller goldenen und silbernen Gefäße, die Zerstörung aller Bilder und Statuen in den Kirchen, die Vernichtung aller Dinge, die eine fromme Stimmung erwecken konnten; die geweihten Hostien wurden auf den Boden geworfen und mit Füßen getreten. Dann begann die große Prozession zu Ehren Chaliers. Voran ging die Militärmusik; vier Jakobiner trugen dann auf einer schönen Sänfte die Büste Chaliers, an der einen Seite eine Urne, in welcher seine Asche war, an der anderen Seite die Taube, mit welcher er im Gefängnis gespielt und seine letzte Freude gehabt haben soll. Eine Bande von Clubisten (Jakobiner) und Dirnen folgte unter stetem Geschrei: „Nieder mit den Aristokraten, es lebe die Republik, es lebe die Guillotine!“«
Wir sehen hier wie die Revolutionären den Zusammenhang der Dinge gut verstehen. Sie veranstalten ein Fest auf dem sie Hostien schänden, Statuen zerstören und schreien „Nieder mit den Aristokraten, es lebe die Republik, es lebe die Guillotine!“ Das alles, um die neue Gottheit anzubeten.
Vielen Katholiken aber, mit denen man über Aristokratie sprechen will, kontern sofort: „Ach, ich weiß nicht, was das mit Religion zu tun hat!“ Die Revolutionären hingegen wissen es. Der Teufel weiß es; der Verbrecher weiß es; doch der Katholik weiß es nicht... Das ist das Elend der Situation.
»Hierauf kamen die Kirchenschänder, welche mit der Raserei von Bacchanten und der Wildheit von Dämonen die geraubten heiligen Gefäße schwangen und aus den Kelchen tranken. In ihrer Mitte war ein Esel, eine Bischofsmütze auf den Kopf, einen Rauchmantel über den Rücken, ein Kruzifix, ein Altes und Neues Testament an dem Schweif; er ward an einer Stola geführt. Hinter dem Esel schritten die drei Convents-Commissäre Fouché, Collot d’Herbois und Laporte einher, andächtig tuend, wie sonst hinter dem Himmel bei der Fronleichnams-Prozession. Militär schloss den Zug, der durch viele Straßen nach dem Platze Terreaux sich bewegte.
Hier war aus Rasen ein neuer Altar errichtet, auf welchem ehrerbietig das Brustbild des neuen Gottes Chalier zur Anbetung ausgestellt wurde. Ein Kreis bildete sich um den Altar, aus welchem von den drei Gewaltboten des Convents einer nach dem anderen hervortrat, das Knie beugte, und ein Gebet im Sinne der neuen Religion des Mordes sprach. „Gott und Heiland“, hob Collot d’Herbois an, „sieh zu deinen Füßen die Nation hingeworfen, welche dich um Verzeihung bittet für das ruchlose Verbrechen, welches dem Leben des tugendhaftesten der Menschen ein Ende machte; du sollst gerächt werden; wir schwören es dir bei der Republik!“
Fouché
Fouché (ein abtrünniger Priester) seufzte zuerst tief auf, dann stieß er die Worte aus: „Märtyrer der Freiheit, die Schurken haben dich geopfert! Das Blut der Verbrecher ist das einzige Weihwasser, welches deine mit Recht gereizten Manen sühnen kann! Chalier! Chalier! Wir schwören vor deinem heiligen Bilde, Rache für deine Hinrichtung zu nehmen... Ja das Blut der Aristokraten soll dir als Weihrauch aufdampfen!“ — Der ungeschickte Laporte küsste ehrerbietig die Stirne des Bildes und brachte nur die Worte heraus: „Tod den Aristokraten!“ — Dann wurde ein Rauchfass angezündet und das Bild des Ungeheuers angeräuchert, wurden Kruzifix und Altes und Neues Testamente in ein Feuer geworfen und aus einem Kelch dem Esel zu trinken gegeben. Geweihte Hostien wurden auf den Boden geschüttet und mit Füßen getreten. Vor weiteren Ruchlosigkeiten, die wahrscheinlich getrieben worden wären, hielt ein unerwartet eintretender Platzregen ab, der die Menge zerstreute.«
Ich glaube, dass es für meine Zuhörer keine große Überraschung ist, zu hören, dass die Französischen Revolution solche Grausamkeiten verübt hat. Sie müssen daran denken, was in unseren Tagen vorgeht. Da sieht man, dass der Geist der Revolution sich nicht geändert hat. Die Französische Revolution kann nicht gesehen werden als eine Explosion des Wahnsinns, der irgendwann zu Ende gegangen ist, und dann gab es hundertfünfzig Jahre Frieden. Ganz im Gegenteil, der Geist der Französischen Revolution wurde immer radikaler und intensiver. Die Gräueltaten wiederholten sich in den folgenden Revolutionen, die sie selbst hervorgerufen hat. Um nur ein Beispiel zu nennen, die kommunistische Revolution in Russland 1917 und so viele andere kommunistische Revolutionen, die es weltweit gab. Einen Ausdruck dieser Grausamkeit konnten wir bei der jüngst geschehenen Entführung des nord-amerikanischen Botschafters in Brasilien erleben. Es ist nicht bekannt, dass er ein Verbrechen begangen hätte; nein, aus Hass wird ein Mensch entführt und unter unmenschlichen Bedingungen in einem Versteck gefangen gehalten dessen Ende ungewiss ist.

Dieser Textauszug ist übernommen aus einem informellen Vortrag von Professor Plinio Corrêa de Oliveira, den er am 5. September 1969 hielt. Er wurde frei aus dem Portugiesischen übersetzt und angepasst für die Veröffentlichung ohne Überarbeitung von Seiten des Autors.
Zitate aus Dr. Johann Baptist Weiß: „Weltgeschichte“, Buchdruckerei und Verlags-Buchhandlung Styria, 1895. Band 18 Ss. 71-72

Freitag, 2. Februar 2018

Luther: Nein und nein!


1974 hatte ich die Ehre, der erste Unterzeichner eines Manifests zu sein, das in den wichtigsten Tageszeitungen Brasiliens veröffentlicht und in fast allen Ländern, in denen die damals elf TFPs existierten, ebenfalls abgedruckt wurde. Es trug dir Überschrift: „Die Entspannungspolitik des Vatikans mit den kommunistischen Regierungen — Für die TFP: Sich zurückhalten? Oder widerstehen?“ (s. „Folha de S. Paulo“, 4.4.1974).

Darin erklärten die TFP-Vereine ihre respektvolle Meinungsverschiedenheit zur Paul’s VI. geführten „Ostpolitik“ und gaben ausführlich ihre Gründe an. Alles war — nebenbei gesagt — so übereinstimmend mit dem Lehramt der Kirche dargelegt, dass von niemandem Einwände erhoben wurden.

Um gleichzeitig ihre ganze Verehrung zum Papsttum und die Entschiedenheit, mit der sie ihren Widerstand zur „Ostpolitik“ des Vatikans in einem Satz zusammenzufassend zu unterstreichen, erklärten die TFPs dem Papst: „Unsere Seele gehört Euch, unser Leben gehört Euch. Befehlt uns was Ihr wollt. Befehlt uns nur nicht, dass wir vor dem roten Wolf, der da angreift, die Arme verschränken. Dem widersetzt sich unser Gewissen.“

Ich erinnerte mich mit besonderer Traurigkeit an diesen Satz, als ich den Brief von Johannes Paul II. an Kardinal Willebrands (s. L'Osservatore Romano, 6-11-83) zum fünfhundertsten Geburtstag Martin Luthers las, den er am 31. Oktober geschrieben hatte, am Jahrestag des ersten Aktes der Rebellion des Heresiarchen in der Kirche des Schlosses zu Wittenberg. Der Brief ist so voller Güte und Milde durchtränkt, daß ich mich fragte, ob der Hohe Unterzeichner die schrecklichen Lästerungen vergessen hatte, die der abtrünnige Mönch gegen Gott, Jesus Christus, den Sohn Gottes, das Allerheiligste Sakrament, die Jungfrau Maria und das Papsttum selbst gerichtet hatte.
Luther verbrennt die päpstliche Bulle
auf einem Platz in Wittenberg im Jahr 1520
Karl Aspelin (1857-1922)

Sicher ist, dass er sie nicht ignorieren konnte, denn sie sind für jeden gebildeten Katholiken in Büchern von gutem Karat erreichbar, die heute noch nicht schwer zu bekommen sind.

Ich denke an zwei von ihnen. Eines, national, ist „Die Kirche, die Reformation und die Zivilisation“, des großen Jesuiten P. Leonel Franca. Über das Buch und den Autor lässt sich durch offizielles Schweigen der Staub der Zeit nieder.

Das andere Buch stammt von einem der bekanntesten französischen Historiker dieses Jahrhunderts, Franz Funck-Brentano, Mitglied des Institut de France, und außerdem ein unverdächtiger Protestant.

Lassen Sie uns zunächst Texte aus dessen Werk „Luther“ (Grasset, Paris, 1934, 7. Aufl., 352 S.) zitieren. Und gehen wir sofort zu dieser namenlosen Gotteslästerung: „Christus“, sagt Luther, „hat zum ersten Mal Ehebruch mit der Frau am Brunnens begangen, von der Johannes spricht. Murmelte man nicht über ihn: „Was hat er mit ihr gemacht?“ Dann mit Magdalena, dann mit der Ehebrecherin, die er so leichtfertig freisprach. So mußte der fromme Christus vor seinem Tod auch huren.“ („Tischgespräche“, Nr. 1472, Weimarer Ausgabe, 2, 107).

Nachdem man so etwas gelesen hat, überrascht es einen nicht, dass Luther meint — wie Funck-Brentano darauf hinweist — dass „Gott sicher groß und mächtig, gut und barmherzig ist (...) aber er ist sehr dumm — „Deus est stultissimus“ („Tischgespräche“, Nr. 963, Weimarer Ausgabe 1, 487). „Er ist ein Tyrann. Moses musste nach seinem Willen handeln, als sein Statthalter, als ein Henker, den niemand übertraf, nicht einmal gleichkam wie er die arme Welt erschreckte, terrorisierte und durchs Martyrium führte“ (ebd. S. 230).

Dies steht in strikter Übereinstimmung mit dieser anderen Gotteslästerung, die Gott verantwortlich macht für den Verrat des Judas und für das Aufbegehren Adams: „Luther“, kommentiert Funck-Brentano, „geht so weit, zu behaupten, dass Judas mit dem Verrat Christi nach einer herrischen Entscheidung des Allmächtigen handelte. Sein Wille (des Judas) wurde von Gott gesteuert: Gott bewegte ihn in seiner Allmacht. Adam selbst war im irdischen Paradies gezwungen, so zu handeln, wie er handelte. Er wurde von Gott in solch einer Situation gestellt, dass es unmöglich für ihn war, nicht zu fallen“ (ebd., S. 246).

Ganz im Zusammenhang mit dieser abscheulichen Folge von Lästerungen nannte ein Pamphlet von Luther mit dem Titel „Gegen das vom Teufel gegründete römische Pontifikat“ vom März 1545 den Papst, nicht wie gewohnt „Heiligster (Vater)“, sondern „höllischster“, und fügte hinzu, dass das Papsttum sich immer Blutrünstig gezeigt habe (vgl. ebd. SS. 337-338).

Kein Wunder, dass Luther von solchen Gedanken getrieben an Melanchthon über die blutigen Verfolgungen Heinrichs VIII. gegen die Katholiken Englands geschrieben hat: „Es ist legitim, in Zorn zu geraten, wenn man weiß, was für Verräter, Diebe und Mörder die Päpste, ihre Kardinäle und ihre Gesandten sind. Wenn es doch Gott gefallen würde, dass mehrere Könige von England sich bemühen würden, sie auszurotten“ (ebd., S. 254).

Deshalb rief er auch aus: „Genug der Worte: (jetzt) das Eisen! das Feuer!“ Und er fügte hinzu: „Wir bestrafen Diebe mit dem Schwert, warum sollten wir den Papst, die Kardinäle und die ganze Bande des römischen Sodom nicht ergreifen und unsere Hände in ihrem Blut waschen?“ (ebd. S. 104).

Dieser Hass begleitete Luther bis ans Ende seines Lebens. Funck-Brentano schreibt: „Seine letzte öffentliche Predigt in Wittenberg war am 17. Januar 1546; es war der letzte Schrei eines Fluches gegen den Papst, das hl Messopfer, die Verehrung der Jungfrau“ (ebd., S. 340).

Kein Wunder, dass große Verfolger der Kirche sein Andenken gefeiert haben. So „ließ Hitler den 31. Oktober 1517 zum Nationalfeiertag  in Deutschland erklären, den Tag, an dem der rebellische Augustinerpater an den Türen der Wittenberger Schlosskirche die berühmten 95 Thesen gegen die Vorherrschaft des Papstes und der päpstlichen Lehren anbrachte“ (ebd. S. 272).

Und trotz des ganzen offiziellen Atheismus des kommunistischen Regimes übernahm Dr. Erich Honnecker, Vorsitzender des Staatsrats und des Verteidigungsrates, der erste Mann der Deutschen Demokratischen Republik, die Führung des Komitees, das mitten im roten Deutschland, in jenem Jahr Luthers großspurige Feiern organisiert (siehe „Deutsche Kommentare“, Osnabrück, Westdeutschland, April 1983).

Daß der abtrünnige Mönch solche Gefühle in einem Nazi-Führer erregt hat, wie jüngst im kommunistischen Führer, ist nichts weiter als natürlich.

Doch nichts ist beunruhigender und sogar schwindelerregender als das jüngste Gedenken an den fünfhundertsten Geburtstag Luthers in einem verwahrlosten protestantischen Tempel in Rom am 11. dieses Monats.
An diesem festlichen Akt der Liebe und Bewunderung in Gedenken an den Heresiarchen nahm der Prälat teil, den dass das Konklave 1978 zum Papst gewählt hatte. Ihm stünde folglich die Aufgabe zu, die heiligen Namen Gottes und Jesu Christi, die Heilige Messe, die Heilige Eucharistie und das Papsttum gegen Häresiarchen und Ketzer zu verteidigen!

„Schwindelerregend, schrecklich“, stöhnte mein katholisches Herz zu diesem Ereignis. Welches jedoch im Glauben und in der Verehrung des Papsttums verdoppelt zunahm.

Im nächsten Artikel bleibt mir übrig „Die Kirche, die Reformation und die Zivilisation“ des großen P. Leonel Franca SJ vorzustellen.


„Folha de São Paulo“ vom 27.12.1983