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Samstag, 28. März 2020

Die heilige Traurigkeit des göttlichen Gekreuzigten


Plinio Corrêa de Oliveira
Die katholische Liturgie feiert in diesem Monat das Leiden und Sterben Unseres Herrn Jesus Christus. Zum Anlass veröffentlicht die Zeitschrift „Catolicismo“ in dieser Ausgabe einige Bilder eines prächtigen barocken Kruzifixes - ein authentisches Kunstwerk aus unserer Kolonialzeit -, das im Sitz des Nationalrates der Gesellschaft zur Verteidigung von Tradition, Familie und Eigentum - TFP in São Paulo verehrt wird. Diese Bilder eignen sich zur frommen Meditation über die unaussprechlichen Leiden unseres Erlösers.
Was an diesem Kunstwerk am meisten beeindruckt, ist der Schmerz und die Traurigkeit des göttlichen Gekreuzigten. Die Misshandlungen durch die Henker trugen zu diesem Schmerz bei, die ohne die schändliche praeternatürliche (aus der Unterwelt) Hilfe nicht in der Lage gewesen wären, die Grausamkeit zu einem solchen Ausmaß zu führen.
Der Gottmensch litt in seiner menschlichen Natur. Jeder Mensch wäre ohne die besondere Hilfe des himmlischen Vaters und der Engel nicht in der Lage, solches Leiden zu ertragen. Und es ist angebracht zu betonen, dass die Traurigkeit des Erlösers mehr auf die Sünden der Menschheit zurückzuführen war, die durch seine Passion und seinen Tod erlöst wurden, als auf die physischen Qualen, die er durch Seine Peiniger erlitten hat.
In früheren Zeiten wie auch in unserer Zeit ist es für treue Seelen besonders beeindruckend, den am Kreuz leidenden Jesus Christus zu betrachten. Obwohl es während der Passion viele andere ehrwürdige und bewegende Ereignisse gab - zum Beispiel die Geißelung und die Dornenkrönung -, zieht es die Frömmigkeit der echten Katholiken am meisten an, den am Kreuz genagelten göttlichen Erlöser auf dem Höhepunkt seines Leidens zu betrachten.
Diese Stimmung der Seele ist der weltlichen Freude diametral entgegengesetzt, die in besonderer Weise von der Atmosphäre dominiert wird, die in unseren Tagen von den Medien und dem Kino geschaffen wurde: künstliche unruhige Freude, bis zur Verzweiflung, durstig nach Sünde oder bereits von ihr schon durchtränkt.
Es gibt Leute, die sagen, dass der Katholik immer ein heiteres Gesicht und überschäumende Zufriedenheit zeigen muss, und sich auf einen Gedanken des Heiligen Franz von Sales berufen, um eine solche Haltung zu rechtfertigen: „Ein trauriger Heiliger ist ein heiliger Trauriger“. Es ist jedoch notwendig zu wissen, wie man zwischen gesunder und ungesunder Traurigkeit unterscheidet. Derselbe Heilige macht das in seiner Arbeit „Tröstende Gedanken“ deutlich, indem er sich auf die Lehre des heiligen Thomas von Aquin beruft: „Traurigkeit kann gut oder schlecht sein, je nachdem, welche Auswirkungen sie auf uns hat.“ So kann das eigentliche einer tugendhaften Seele selbst darin bestehen, gute Traurigkeit zu erfahren und sie sogar im Gesichtsausdruck anmerken lassen, denn sie kann damit auf den anderen erbaulich wirken. Diese Traurigkeit hat Unser Herr erfahren und im Ölgarten gezeigt, als er sagte: „Meine Seele ist traurig bis in den Tod.“ Und auch von der Höhe des Kreuzes aus berührte und bekehrte der menschgewordene Gott durch seine Traurigkeit und Angst Seelen wie die des guten Schächers Dimas und den Soldaten Longinus. Ebenso kann die Traurigkeit, die bei tugendhaften Menschen aus ihrem Antlitz durchschimmert, andere anziehen und erbauen. Es ist auf diese Traurigkeit, die der Heilige Geist anspielt: „Wegen der Traurigkeit, die auf dem Antlitz erscheint, wird das Herz des Verbrechers gewandelt.“
So wie zwei Arten von Traurigkeit unterschieden werden kann, kann man auch von einer heiligen Freude sprechen, die sich aufbaut, und von einer weltlichen Freude, die Anstoß erregt. Es ist diese letzte Freude, auf die sich der Heilige Geist bezieht, wenn er sagt: „Wie das Knistern der Dornen, die unter einen Topf brennen, so ist auch das Lachen des Narren; aber auch das ist Eitelkeit“.
Leider überwiegt in den Tagen der Torheit und des Wahnsinns, in denen wir leben, diese falsche Freude in fast allen Geistern und Umgebungen. Eine Zeit erschüttert durch eine immense religiöse und moralische Krise, die mehrere Bilder Unserer Lieben Frau in verschiedenen Regionen der Welt zum Vergießen von Tränen geführt hat.
In Anbetracht dessen versteht es sich, dass der wahre Katholik, obwohl er eine gesunde Freude fühlen und ausdrücken kann, nicht versäumen wird, besonders in seiner Seele einen Hauch von würdiger, männlicher Traurigkeit zu erfahren, die denen eigen ist, die das Leiden unseres Herrn bis hin zum Kalvarienberg begleiten. Und noch genauer, geeignet für diejenigen, die sich heute mit der Heiligen Passion verbinden, der Passion der Kirche - der mystische Leib Christi. Und für jeden Katholiken, der unter dem „mysteriösen Prozess der Selbstzerstörung“ der Kirche leidet, haben die Schmerzen in diesem Ausdrucksvollen Antlitz dieses Gekreuzigten eine tiefgreifende Bedeutung!
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Es gibt zwei Aspekte der Skulptur, in denen die künstlerische Arbeit und insbesondere der physiognomische Ausdruck sich verfeinern. Erstens sind es die offenen Lippen, zwischen denen die Zähne leicht zum Vorschein kommen. Das leicht herabhängende Kinn vermittelt den Eindruck einer solchen Verlassenheit von Kräften, dass diese nicht einmal ausreichen, um die Lippen geschlossen zu halten. Dann die Augen, die etwas Trauriges sehen. Doch paradoxerweise scheinen sie jedoch nicht sehen zu können. Der Blick ist fern, als würde er etwas anderes in Betracht ziehen, das Ihn untröstlich macht.
Aber trotz dieses äußersten Schmerzes - eher moralischer als physischer Natur – vernimmt man einen Frieden, eine Barmherzigkeit, eine Zärtlichkeit des Gefühls, in der die Wut nicht vorhanden ist. Die Traurigkeit ist in allem vorhanden. Aber die Traurigkeit dieses zum Tode Verurteilten ist dermaßen groß, seine Haltung so erhaben, dass sie bei weitem die Majestät eines Königs übertrifft!
Der Künstler wusste sehr gut, die Haare unseres Herrn darzustellen. Sie sind nicht ordentlich gekämmt, denn das hätte keinen Sinn, nach allem, was er erlitten hat. Sie sind jedoch wunderschön zerzaust, so dass sie sehr schöne Locken bilden. Der Bart ist so klein, dass er kaum zerzaust sein kann. Er fällt ordentlich und umrahmt das Gesicht.
Abgerundet wird das Bild durch einen silbernen Schein auf dem göttlichen Kopf, in dessen Mitte ein Topas funkelt, mit der stummen Sprache der Edelsteine. Ohne Topas würde etwas fehlen, was nicht explizit angegeben werden könnte. Der Topas, ein golden scheinender Stein, könnte vielleicht anzeigen, dass hinter dem Schmerz und höher als dieser etwas trotz allem leuchtet: die himmlische Glorie!
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Der Ausdruck ist vielleicht noch beeindruckender als der des vorherigen Bildes. Es wurde aus einem Winkel aufgenommen, in dem man fast den Eindruck hat, von einem Moment zum nächsten in das Sichtfeld dieses Blicks einzutreten. Die Note der Traurigkeit ist noch rührender. Die Dornenkrone ist besser zu sehen. Große Dornen durchbohren die Stirn Unseres Herrn. Auf der Stirn über dem linken Auge ist eine schwere Wunde zu erkennen. Man hat den Eindruck, dass ein Dorn diese Stelle durchbohrte und eine tiefe Wunde hinterließ, die durch einen Rubin dargestellt wird. Das Blut, das mit einer gewissen Zartheit fließt, gleitet so auf den göttlichen Körper, dass sich lange Fäden bilden, an deren Enden der Tropfen von einem Rubin dargestellt wird.
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Obwohl eine Beschreibung wie diese etwas subjektiv sein kann, scheint mir, dass der Eindruck von Trostlosigkeit und Hilflosigkeit hier stärker ausgeprägt ist als in den vorhergehenden Bildern. Es ist ein Schmerz, der als unheilbar, grenzenlos erscheint und unaufhaltsam in den Tod enden muss. Dies wird nicht mit dem vorweggenommenen Trost des Himmels angekündigt, sondern in tiefe Trostlosigkeit gehüllt. Weil der Gekreuzigte die Bosheit der Menschen im Blick hat, die sich gegen ihn werfen.
Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen diesem Gesicht und dem des guten Schächers, als er den tröstlichen Satz des Erlösers hörte: „Heute noch wirst du bei mir im Paradies sein“. Unser Herr versicherte zuallererst, dass er auch dort sein, und dass der gute Schächer ihn dort treffen würde. Er, Dimas, war daher der erste heiliggesprochene Mensch in der Geschichte. Der gute Dieb bat um Vergebung, und der Erlöser vergab ihm. In diesem Moment wollte Unser Herr ihm diese Befriedigung geben, damit er mutig die schrecklichen Schwellen des Todes überwinden konnte. Eine solche Freude macht sich jedoch in diesem Gesicht nicht bemerkbar. Und das ist verständlich, denn Unser Herr wollte den Kelch des Leidens bis zum Ende trinken. Das Gefäß mit Galle, wollte Er ganz trinken und alles leiden, was zu leiden möglich war. Aber dem Leidensgefährten wollte der göttliche Meister zum Zeitpunkt des letzten Schritts Trost gewähren.
Bald darauf erlebte Er selbst erhabene Freude, als seine allerheiligste Seele, die hypostatisch mit der Heiligen Dreifaltigkeit verbunden war, sich vom Körper löste und sich von körperlichem und geistigem Leiden befreite. Consummatum est! Das aus Liebe für uns freiwillig angenommene Opfer voll und ganz  ertragen, kam zu seinem Ende.
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Auf diesem Profilfoto wirkt die Trostlosigkeit noch tiefer. Man könnte sagen, dass der Tod bald eintrifft. Und die moralische Verwüstung, verursacht durch die Sünden der ganzen Menschheit, scheint diesem Gesicht besonders eingeprägt. Die körperlichen Leiden wurden durch eine solche Verwüstung weitgehend übertroffen, man könnte sagen, dass der physiognomische Ausdruck, der eine gewisse Ratlosigkeit widerspiegelt, eine stumme Trauerklage vermittelt: „Kann die Boshaftigkeit der Menschen diesen Höhepunkt erreichen?“

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
„Catolicismo“, März 1986
© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Lächeln, Agonie und Tod des Gottessohnes



Es war im Jahr 1630, da beschloss Bruder Innocentius von Palermo, ein bescheidener Franziskanermönch, ein Kruzifix aus Ebenholz zu schnitzen. Er begann mit dem Corpus, es gelang ihm diesem die gewünschte Form zu geben. Er beschloss das Schnitzen des Gesichts, den schwierigsten Teil der Arbeit, als letztes zu machen. Welches Aussehen sollte er ihm geben? Die Ratlosigkeit des Bruders war tief und trüb. Eines Nachts legte er sich zum Schlafen, doch seine Unentschlossenheit lag ihm schwer auf der Seele. Als er am nächsten Morgen seine Arbeitsstätte betrat, um am unvollendeten Werk weiterzuarbeiten, fand er es unerwartet abgeschlossen, mit einem wundervollen Gesicht, wie von einem unbekannten Künstler fertig gestellt.
Es war ein Antlitz, in dem Zärtlichkeit, Männlichkeit und eine übernatürliche Salbung harmonisch miteinander verschmolzen waren, durchaus würdig, das nächtliche und mysteriöse Werk eines Engels gewesen zu sein. Je nach dem Winkel, in dem sich der Betrachter befindet, ist der Göttliche Gekreuzigte reich an Aspekten: ein lächeln liegt auf seinen Lippen, man wähnt den Todeskampf oder stellt bereits den Tod fest.
Das wundervolle Kruzifix von Bruder Innocentius, das drei Jahrhunderte lang im Sankt Damian-Schrein in Assisi aufbewahrt wird, ist ein ständiger Gegenstand der Frömmigkeit der Pilger.
Nehmen wir Ihn zur Hilfe für unsere Betrachtung in der Karwoche.
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Was würde Dich, o Herr, am Kreuz zum Lächeln bringen? Welcher Abgrund des Widerspruchs zwischen den Schmerzen, die von Kopf bis Fuß den heiligen Körper peinigen, und diesem Lächeln, das süß, weich, mild auftaucht, Deine Lippen ein wenig öffnet und Dein Antlitz erleuchtet? Vor allem, Herr, was für ein Widerspruch zwischen dem Abgrund der moralischen Schmerzen, die Dein Herz erfüllen, und dieser so zarten und echten Freude, die in Deinem Antlitz durchschimmert! Gegen dich hat sich der ganze Ozean der Schmach und des menschlichen Elends geworfen. Es gab keine Undankbarkeit oder Verleumdung, die Dir verschont wurde. Du hast das Himmelreich gepredigt, und deine Predigt wurde wegen des abscheulichen Appetits auf die Dinge der Erde abgelehnt. Der Teufel, die Welt, das Fleisch haben Dich in einer infamen Auflehnung gegen Dich zum Galgen gebracht, und dort bist Du nun und wartest auf den Tod.
Und doch lächelst du! Warum?
Deine Augenlider sind fast geschlossen. Fast ... Und einiges kannst Du noch sehen. Und was Du siehst, o Herr, ist die größte Schönheit der Schöpfung, das Meisterwerk des himmlischen Vaters, eine in ihrer Natur reiche und unversehrte Seele - und wie viel Schönheit eine Seele haben kann, wenn auch der Materialismus unseres Jahrhunderts sie ignoriert – erfüllt mit allen Gaben der Gnade und geheiligt durch eine kontinuierliche und perfekte Entsprechung zu all diesen Gaben! Du siehst Maria. Du siehst deine Mutter. Und inmitten all dem Greuel, in dem Du versunken bist, ist die Schönheit, die Du erblickst dermaßen groß, dass Du liebevoll lächelst, um sie zu stärken, um ihr etwas von Deiner Freude zu überbringen, um ihr Deine unendlichen und erhabenen Liebe zu erklären.
Du siehst Maria. Und neben der treuen Jungfrau siehst Du die Helden der Treue: der jungfräuliche Apostel, die Heiligen Frauen, die Treue der Unschuld und die Treue der Buße. Dein Blick, für den alles gegenwärtig ist, sieht mehr, weil er sich durch die Jahrhunderte erstreckt und dich alle treuen Seelen sehen lässt, die dich bis zum Tag des Gerichts am Fuße des Kreuzes anbeten werden. Du siehst die heilige katholische Kirche, Deine Braut. Und für all das lächelst du mit dem traurigsten und freudigsten Lächeln, dem süßesten und mitleidigsten Lächeln der ganzen Geschichte.
Im Evangelium gibt es keinen Hinweis, dass Du irgendwann gelacht hättest, Herr. Und nur jene Seelen, die das liederliche und vulgäre Lachen ignorieren und es hassen, kennen das Geheimnis eines Lächelns wie dieses!
Unter den abertausenden Seelen, die Maria folgen und am Fuße des Kreuzes stehen und für die Du lächelst, gehöre auch ich dazu, Herr?
Demütig auf den Knien, mich als unwürdig wissend, bitte ich Dich, dabei zu sein. Du, der Du den Zöllner nicht aus dem Tempel vertrieben hast (vgl. Lk 18, 9-20), wirst Du aufgrund von Marias Gebeten einen reuigen und trübsinnigen Sünder nicht abweisen. Gib mir ein wenig von deinem unbeschreiblichen Lächeln von der Höhe des Kreuzes, o guter Jesus.
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„Durch die Tränen Marias
Durch die letzte Agonie
Hab Erbarmen mit mir…“

Diese so schlichten Verse eines anspruchlosen religiösen Liedes haben sich tief in mich eingraviert. Und sie kommen mir in den Sinn, wenn ich Dein qualvolles Antlitz betrachte.
Die letzte Todesqual ... Was für eine Stärke in diesem Ausdruck. Jede Stufe dieser Qual ist wie ein Ende, aus dem das Ende nicht entspringt, sondern eine neue noch schlimmere Qual. Und so wird von Schmerz zu Schmerz, von Höhepunkt zu Höhepunkt die extreme Qual erreicht, bei der der Tod die letzten und tieferen Bande zerreist, die die Seele mit dem Körper verbinden.
Letzte Qual eines furchtbar gepeinigten Körpers ... Qual einer Seele, in der die menschliche Falschheit alle Traurigkeiten verursachte, die man sich vorstellen kann. Es ist der grausamste Teil Deines Leidensweges. Die Heiligste Jungfrau, die alles sieht und fühlt, weint. Der Himmel bedeckt sich. Die Erde scheint bereit zu sein, vor Entsetzen zu beben. Das laute Geplauder der umstehenden feindlichen Menschen versucht, die erhabene Szene mit Vulgarität zu durchdringen. Währenddessen steigt ein Schmerzensschrei aus deiner Brust zum Himmel: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt. 27, 46).
Es ist die Stunde des höchsten Triumphs der Bosheit. Es ist auch die Stunde der äußersten Barmherzigkeit, der unerwarteten und wundersamen Bekehrungen. Die Seele des reuigen Verbrechers wird Dich im Limbo erwarten. Und durch die unendlichen Verdienste Deiner letzten Qual, durch den fürbittenden Wert der Tränen Marias, werden Millionen und Abermillionen Seelen in allen Jahrhunderten über diesen Schritt Deiner Passion meditieren und sich bekehren.
Unter diesen, Herr, füge auch mich ein. Breche das Eis meines lauwarmen Willens. Verbrenne meine abscheuliche Nachgiebigkeit gegenüber der Hoffart und den Werken des Teufels. Mach mich zu einem Sohn des Lichts, stark, rein, furchtlos, schrecklich für deine Gegner, wie eine Armee in Schlachtordnung.
„Durch Marias Tränen,
Durch die letzte Agonie,
Hab Erbarmen mit mir“.

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Alles ist vollbracht: „consummatum est“ (Joh 19,30)
Dein Kopf hängt regungslos. Ein majestätischer, sehr milder und göttlicher Frieden zeigt sich in Deinem ganzen Körper. Du bist voller Frieden, o Prinz des Friedens.
Aber um dich herum ist alles Traurigkeit und Verwirrung. Extreme Traurigkeit im Herzen Mariens und in der kleinen Gruppe, die Dir treu geblieben ist. Verwirrung im gesamten Universum. Die Sonne verdunkelt sich, die Erde bebt, der Vorhang des Tempels zerreißt sich, die Folterknechte fliehen. Aber Du bist in Frieden.
Ja, weil alles vollbracht ist. Weil die Ungerechtigkeit ihre Schande bis zum Ende gezeigt hat. Und weil Du Deine göttliche Vollkommenheit bis zum Äußersten bekundest hast.
Durch die übergroßen Verdienste Deiner Passion und Deines Todes wird es den Menschen gegeben, die ganze Schönheit des Lichts und den ganzen Greuel der Finsternis zu erkennen. Damit sie Kinder des Lichts und unbeugsame Feinde der Finsternis seien.
Am Fuße des Kreuzes steht Maria. Was für erhabene Meditationen werden im Herzen derjenigen stattfinden, von der das Evangelium sagt, dass sie schon in der Morgenröte Deines irdischen Lebens „alle Dinge in Ihrem Herzen bewahrte“, die sich auf Dich bezogen (vgl. Lk 2,51).
Unbeflecktes Herz Mariens, Sitz der Weisheit, gib mir einen noch so kleinen Funken deiner klarsten und heißesten Meditation über das Leiden und Sterben deines Sohnes, meines Erlösers, damit ich ihn als heiliges und reinigendes Feuer im Innersten meiner Seele bewahre...

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
„Catolicismo“, Nr. 63, April 1963
© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.