Posts mit dem Label Leo XIII. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leo XIII. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 26. Februar 2023

Ein Versuch, Alexander Dugin zu erklären

von John Horvat II.  (21. Februar 2023)

Alexander Dugin
Foto: ® Fars Media Corporation, CC BY 4.0

    Ich habe lange versucht, die Arbeit von Alexander Dugin, dem Philosoph-Guru von Wladimir Putin, zu lesen. Viele loben seine Kritik an der modernen liberalen Welt und applaudieren seinen Lösungsvorschlägen. Sie sagen, er sei der Schlüssel zum heutigen Verständnis Russlands.

    Meine Bemühungen waren jedoch nicht erfolgreich. Anstelle von Klarheit fand ich sein Material weitschweifig, esoterisch und verwirrend. Trotz vieler Versuche konnte ich vieles von dem, was er sagte, nicht verstehen.

    Daher war ich in etwa überrascht und sogar erleichtert, als ich in der Druckausgabe von First Things vom Februar 2023 einen Artikel mit dem Titel „Alexander Dugin Explained“ (Alexander Dugin erklärt) entdeckte. Endlich gab mir jemand die Gelegenheit, seine Gedanken zu erläutern, und ich nahm eifrig die Aufgabe an, den Artikel zu lesen.

Ein qualifiziertes Gutachten

    Der Autor, Michael Millerman, ist qualifiziert, über Dugin zu sprechen. Die Einsichten des Russen faszinierten ihn so sehr, dass er Dugins Meisterwerk „The Fourth Political Way“ (Der vierte politische Weg) aus dem Jahr 2009 ins Englische mitübersetzte. Daher umreißt sein langer Artikel prägnant einige kritische Aspekte von Dugins Denken.

    Sein Bericht verstärkte jedoch nur meine Bedenken gegenüber Dugin. Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, teilte ich die vorsichtigen, aber positiven Meinungen des Autors zu seinen Theorien nicht. Seine Erklärungen machten die esoterischen Konzepte nicht klarer. Millerman hilft den Lesern, das gegenwärtige Drama zu verstehen, das sich in der Ukraine abspielt.

Die Vierte Politische Theorie

    Das soll nicht heißen, dass alles innerhalb des Duginismus verworren und mysteriös ist. Millermans Artikel umreißt einige Dinge, die leicht zu verstehen sind.

    Dugins Schlüsselthese zum Beispiel, die er „die vierte politische Theorie“ nennt, ist nicht schwer zu verstehen. Dugin stellt fest, dass das zwanzigste Jahrhundert von drei ideologischen politischen Strömungen beherrscht wurde - Liberalismus, Kommunismus und Faschismus. Am Ende des Jahrhunderts waren Kommunismus und Faschismus besiegt, und der Liberalismus triumphierte allein als einziger Gedankenpol.

    Dugin glaubt, dass dieser Triumph es schwierig macht, die Krise innerhalb des modernen Liberalismus zu kritisieren. So werden diejenigen, die sich legitim gegen den Liberalismus stellen, oft beschuldigt, entweder Kommunisten oder Faschisten zu sein, was angeblich den Widerstand unmöglich macht.

    Ich widerspreche dieser Annahme. Eine große Zahl von Gelehrten, viele davon katholisch, hat sich zweihundert Jahre lang im Schoß der liberalen Gesellschaft dem Liberalismus widersetzt. Siehe zum Beispiel die Enzyklika Mirari vos von Papst Gregor XVI. vom 15. August 1832 und „The Syllabus of Errors“ (Index der geächteten Irrtümer) von Papst Pius IX. (1864). Noch heute tobt die Debatte, während der Liberalismus bröckelt und die Menschen nach Lösungen suchen.

    Diese falsche Annahme bereitet jedoch den Weg für Dugins vierte politische Theorie. Er behauptet, das Problem der Kritik am Liberalismus zu durchbrechen, indem er einen intellektuellen Raum bietet, um neue Möglichkeiten außerhalb der drei alten Rahmen zu erkunden. Er sieht dies als eine nie zuvor dagewesene Entdeckung, eine Art politisches geschnittenes Brot, das es wert ist, viel „Tanz und Freude“ zu provozieren.

Eine multipolare Welt

    Diese vierte politische Theorie präsentiert ein anderes Paradigma für diejenigen, die den dekadenten und globalisierten Liberalismus herausfordern wollen.

    Innerhalb dieser vierten politischen Theorie schaffen die verschiedenen Völker Zivilisationen und bilden große zivilisatorische Räume und Blöcke. Kleinere Nationalstaaten genießen den Anschein von Souveränität unter dem Dach „politisch organisierter, militärisch fähiger Zivilisationszentren, die die Pole einer multipolaren Welt darstellen“.

    Dieses multipolare Modell ist im Ukraine-Konflikt sehr gut vertreten. Putin will die Ukraine trotz gegenteiliger Wünsche der Bevölkerung in den russischen Zivilisationsraum zurückführen.

Liberalismus im Visier

    Eine andere klare Vorstellung ist, dass Dugins Denken und sein vierter politischer Weg aus vielen gleichen Gründen auf den Liberalismus abzielen, unter denen, die die Tradition verteidigen, aber dagegen sind. In der Tat neigt der Liberalismus dazu, Institutionen zu untergraben, den Materialismus zu fördern und den atomisierten Individualismus zu begünstigen. Dieser Liberalismus ebnete den Weg für die dekadente Postmoderne, die immer monströsere politische und kulturelle Ausdrucksformen hervorbringt.

    Aus diesem Grund greift der Dugin-Vorschlag die „erwachte“ Welt an, die die Identität in Frage stellt, Gender-Ideologien auferlegt und eine kritische Rassentheorie fördert. Daher werden Dugins Ideen fälschlicherweise als klassisches konservatives Projekt identifiziert, weil er auf diese Abweichungen abzielt. Er wäre jedoch der Erste, der zugibt, dass er nicht dieselbe Philosophie teilt.

    Aus dieser Sichtweise ergibt sich ein grundlegendes Problem des Duginismus. Sein Angriff auf den Liberalismus umfasst alles Westliche und Katholische. Er sieht den modernen Liberalismus nicht als Parasiten des abendländischen christlichen Denkens und der aristotelischen Metaphysik, sondern als Folge. Es muss durch viele Paradigmen (einschließlich islamischer) ersetzt werden, die völlig anders und nicht-westlich sind.

Die Heidegger-Verbindung

    Bis zu diesem Punkt ist Dugins Denken zumindest nachvollziehbar. Millermans Eintritt in die philosophischen Wurzeln des Duginismus taucht jedoch alles in esoterische Dunkelheit. Er sagt, dass der Schlüssel zum Verständnis von Dugin in der russischen Interpretation von Martin Heidegger zu finden ist. Diese Bestätigung erklärt einen Großteil des Geschwätzes und Mysteriums bei meinen ersten Begegnungen mit Dugin.

    In der Tat ist Martin Heidegger (1889-1976) eine sehr ungeschickte Person, um als Grundlage zu dienen. Sein Buch „Sein und Zeit“ von 1927 erschreckte die deutsche Philosophenwelt mit seiner Vielschichtigkeit. Die Encyclopedia Britannica brachte einen verräterischen Kommentar, indem sie sagte: „Obwohl fast unlesbar, wurde es sofort als von größter Bedeutung empfunden…“

    Der deutsche Philosoph war ein vollendeter Wanderer und führender Exponent des Existentialismus und der Phänomenologie, die die Grundlage des antiliberalen postmodernen Denkens bildeten. Er stützte sich stark auf Sören Kierkegaard und Friedrich Nietzsche. Er war auch ein Anhänger Adolf Hitlers.

    Wegen seiner eindeutigen Nazi-Verbindungen wurde er nach dem Krieg inhaftiert. Sein Ruf scheint jedoch nicht unter den Linken gelitten zu haben. Seine Anhänger von links und rechts haben keine Schwierigkeiten, ihn zu zitieren.

    Wenn Sie also Dugin verstehen wollen, ist Heidegger Ihr Mann. Allerdings ist er nicht der meine.

Eine Revolution, keine Veränderung

    Ich verstehe genug von Heidegger, um zu wissen, dass es sich nicht lohnt, tief in den seichten Gewässern seines verworrenen Denkens einzutauchen. Ich lasse ihn lieber „unlesbar“ beiseite und vermeide seinen existentiellen Nebel.

    Was er vorschlägt, ist keine Veränderung unserer Sicht der Welt, sondern eine Revolution, die die metaphysischen Grundlagen des christlichen Abendlandes umstürzt. Es ist ein rein philosophischer Vorschlag, in dem das Christentum bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielt.

    „Wir wissen aus Texten, die zu Heideggers Lebzeiten veröffentlicht wurden“, schreibt Notre-Dame-Professor Cyril O’Regan, „dass er der Meinung ist, dass das Christentum grundsätzlich die freie Forschung unterdrückt“; dass „christliche Philosophie“ im Wesentlichen ein Oxy-Schwachsinn ist; dass christliches Denken in eine Zwangsjacke gehüllt ist, wegen einer Verpflichtung zur Erklärung und insbesondere zur Konstruktion einer Ersten Ursache.“

    Es genügt zu sagen, dass Millerman erzählt, wie Dugin, in Heideggers Fußstapfen, uns auffordert, „unsere Gedanken von der metaphysischen Mainstream-Tradition, die von Sein und Wesen spricht, auf die Quelle des Denkwürdigen als solches zu richten“.

    In den esoterischen Ausschweifungen moderner Philosophien sind die heidnischen Obertöne von Irrtümern, die von der Kirche längst überwindet wurden. Die ewige Frage nach dem Wesen des Seins kann zu Pantheismus und Mystik führen.

    Millerman jubelt über „eine Art intellektuelle Renaissance auf der Rechten“, zu der umstrittene Persönlichkeiten wie Friedrich Nietzsche und Carl Schmitt gehören, „die nach dem Zweiten Weltkrieg von der Linken vereinnahmt wurden“ und nun „einen natürlicheren Platz im politischen Spektrum finden“. Auch Persönlichkeiten wie der islamistische Denker René Guénon und der Okkultist Julius Evola finden Beachtung. Millerman stellt Dugins Heidegger-getriebene politische Theorie in diesen intellektuellen Kontext,

    Diese Ansammlung von Intellektuellen, von denen die meisten Gott feindlich gegenüberstehen, ist nicht der Stoff, aus dem eine katholische Erweckung kommen wird.

Was muss gesucht werden

    Dies ist die Zeit, zu den philosophischen und metaphysischen Wurzeln der Christenheit zurückzukehren und nicht woanders hinzuschauen. Wir müssen das esoterische Chaos der Postmoderne zurückweisen und die allen zugängliche kristalline Logik der Kirchenlehre übernehmen. Aus dieser Grundlage entstand eine organische christliche Gesellschaft, die an Gottes Gesetz gebunden und der menschlichen Natur angepasst ist. Sie brachte echte Intellektuelle wie die Scholastiker und den hl. Thomas von Aquin hervor, die diese Intellektuellen verachten.

In seiner Enzyklika Immortale Dei (1885) beschrieb Papst Leo XIII. diese daraus resultierende Ordnung als eine Ordnung, in der „der Einfluss der christlichen Weisheit und ihrer göttlichen Tugend die Gesetze, Institutionen und Bräuche der Völker, alle Kategorien und alle Beziehungen der Zivilgesellschaft durchdrang.“

Um die Irrtümer des Liberalismus zu bekämpfen, hat die Kirche die Antwort. Der katholische Denker Prof. Plinio Corrêa de Oliveira bekräftigt, dass die christliche Zivilisation eine Lösung ist, die die postmoderne Lücke füllen kann. Wir müssen eine Gesellschaft anstreben, die „streng und hierarchisch, von Grund auf sakral, antiegalitär und antiliberal“ ist.

 

 

Aus dem Englischen mit Hilfe von Google-Übersetzer von „Trying to Explain Alexander Dugin“ in
https://www.tfp.org/trying-to-explain-alexander-dugin/?PKG=TFPE3034

© 2023 The American TFP

Diese deutsche Fassung von „Ein Versuch, Alexander Dugin zu erklären“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung dieser deutschen Übersetzung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Dienstag, 3. November 2020

Dringender Appell zum Widerstand

 Dringender Appell, Widerstand zu leisten gegen den Verrat und den Untergang des Abendlandes, der edelsten Blüte der christlichen Kultur und Zivilisation,

von

Instituto Plinio Corrêa de Oliveira

Das Institut Plinio Corrêa de Oliveira, das im Geist seines Namensgebers sein Werk weiterführt, veröffentlichte am 28. Oktober 2020, folgende Stellungnahme zur Enzyklika „Tutti Fratelli“ und den Äußerungen Papst Franziskus über Homosexualität. Wir bringen sie hier in Deutscher Übersetzung.

Die dreifache Krise infolge des COVID-19, der Unruhen und der Wirtschaftskatastrophe erschüttert die geistigen und materiellen Grundlagen des Westens und der ganzen Welt. Dies ist keine gewöhnliche Krise, denn sie erschüttert unsere abgenutzten Gewissheiten, verändert gleichzeitig unsere täglichen Routinen und schränkt die Freiheit der Kirche ein. Angesichts dieser Krise sind viele ratlos und fragen sich, was ist hier schief gelaufen. Wohin steuert das Abendland? Ist es möglich, das entgegenkommende Chaos zu vermeiden?

Angesichts dieser großen Gefahr, die den Westen bedroht, präsentieren das Institut Plinio Corrêa de Oliveira und seine eigenständigen Schwesterorganisationen in den fünf Kontinenten - bestehend aus Laienkatholiken, die die christliche Zivilisation seit langem gegen die Irrtümer des Kommunismus und des Sozialismus verteidigen - eine Analyse der Gefahren der aktuellen Situation sowie eine Botschaft der hoffnungsvollen Wiederherstellung.

I. Die aktuelle Lage

Die derzeitige Krise zeigt sich auf verschiedene Weisen. Sie alle haben jedoch einen gemeinsamen Zweck: die noch bestehenden Strukturen der westlichen christlichen Zivilisation zu zerstören. Wir könnten sie in drei Hauptkategorien einteilen.

1. Eine Gesundheitskrise, die alle Aspekte des Lebens betrifft

Die Welt ist mit einer verdächtigen Virusepidemie konfrontiert, die ihren Ursprung in China hat und sich von dort aus verbreitet. Dieses Virus zieht vor allem die christlichen Nationen Europas und Amerikas in Mitleidenschaft und verursacht ernsthafte Gesundheitsrisiken sowie tiefgreifende wirtschaftliche, soziale und psychologische Auswirkungen, die sich aus drakonischen Gesundheitsmaßnahmen und Lockdowns ergeben.

Die sogenannte neue Normalität wirkt sich auch auf das Leben von Hunderten von Millionen Menschen aus, mit der Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Unterbrechung von Arbeit und Bildung, Verbot oder Einschränkung von Versammlungen, kulturellen Veranstaltungen und schließlich ebenfalls den Zugang zur Sonntagsmesse und zu den Sakramenten.

Die Menschen werden von Technokraten an eine Welt der Traurigkeit, Isolierung und des Subkonsums gewöhnt, ähnlich des dystopischen Albtraums von George Orwells Roman „1984“.

2. Die Pandemie deckt die strukturellen Schwächen unserer globalisierten Welt auf

Eine schwere Wirtschaftskrise steht vor der Tür mit enormen politischen, sozialen, kulturellen und psychologischen Folgen. Analysten von weltweitem Rang sagen voraus, dass es viel schlimmer sein wird als die Weltwirtschaftskrise von 1929.

Die Pandemie enthüllte die monumentale wirtschaftliche Abhängigkeit des Westens - ein schändliches Ergebnis der rücksichtslosen Verlagerung seiner industriellen Basis, insbesondere nach China.

Das Ergebnis ist eine große politische Schwäche des Westens dessen Einfluss sehr erschüttert ist, in einer „multipolaren“ Welt, in der das kommunistische China zunehmend die Rolle des Drachen einnimmt. Viele Autoren kündigen den unvermeidlichen und allmählichen Niedergang der politischen, militärischen und diplomatischen Macht des Westens auf internationaler Ebene an. Die Welt, wie wir sie kannten, scheint ihrem Ende zuzugehen.

3. Unruhen schwächen den Westen noch mehr

Der Westen wird durch Unruhenherde geschwächt, die gleichzeitig auf der ganzen Welt auftreten, als ob sie durch eine gemeinsame Steuerung ausgelöst würden. Zu diesen Punkten gehören:

a) Unkontrollierte Einwanderung, ein importiertes Übel, das die Bildung ausländischer Zysten innerhalb von Nationen begünstigt. Viele Neuankömmlinge - insbesondere muslimische Migranten - weigern sich, sich in das Land, in dem sie aufgenommen werden, zu integrieren und zu assimilieren, was zu einem internen Separatismus führt. Dieses Phänomen verwandelt den Westen in einen multiethnischen, multireligiösen und multikulturellen „offenen Raum“ ohne gemeinsame Identität oder Zielsetzung.

Revolutionärer Aufruhr, gefördert von
der Black Lives Mattter-Bewegung
b) Ein weiterer Schwerpunkt der Unruhen ist das Aufkommen von Forderungen von Minderheiten, die sich diskriminiert wähnen, und von linken Ideologien, die versuchen, alle Überreste und Strukturen unserer christlichen Vergangenheit zu beseitigen. Diese „dekonstruktivistischen“ sozialen Ideale zielen auf die kapitalistische bürgerliche Gesellschaft ab. Viele Linke nutzen rassische und kulturelle Unterschiede, um den Klassenkampf durch Straßengewalt und städtische Zerstörung zu schüren. Ein typisches Beispiel sind die Volksunruhen, die von der Black Lives Matter-Bewegung in den USA geschürt werden.

Diese Unruhen führen unter anderem zu einem Radikalismus, der mit Hilfe der Medien die stille Mehrheit erschreckt und lähmt. In Ländern, in denen diese Mehrheit reagiert, führt die daraus resultierende ideologische Polarisierung zu einer Lähmung demokratischer Institutionen, und viele Beobachter erwähnen sogar die Gefahr eines Bürgerkrieges.

II. Der westliche Mensch angesichts dieses Panoramas

Der Westen ist nicht vorbereitet, sich dieser dreifachen Krise zu stellen. Seine Fundamente sind durch die schreckliche strukturelle Schwäche zerfressen, verursacht durch eine massive Kulturrevolution, wie zum Beispiel die Krise der Familie, die durch die Abtreibung entstandene Kultur des Todes und die aggressive LGBT-Ideologie, die der gesamten Gesellschaft und sogar unschuldigen Kindern auferlegt wurde.

Vor allem ist das Abendland durch eine spirituelle Krise geschwächt. Viele verlassen den Glauben und leben, ohne die Gebote Gottes zu respektieren, und vernachlässigen seine Gnade und das sakramentale Leben. Durch diesen moralischen Verfall geschwächt, beginnen wir, unsere christlichen Wurzeln zu vergessen.

Ohne geistige und soziale Unterstützung reagieren viele auf diese dreifache Krise mit Ratlosigkeit und Unglauben. Viele Psychologen nennen dies ein „kollektives Trauma“. Unsere mächtige, feste, technologisch „perfekte“ und selbstbewusste Welt, wurde durch das neue Coronavirus bis auf die Fundamente erschüttert.

Innerhalb weniger Monate brachen viele Gewissheiten mit der westlichen Wirtschaft zusammen. Solche Gewissheiten nährten in den Massen ein Optimismus des unaufhaltsamen Fortschritts. Heute hat diese Krise das Vertrauen in Medien, Wissenschaft, politische Autoritäten und sogar religiöse Obrigkeiten zerstört.

Der Optimismus, ein charakteristisches Merkmal unserer Zeit, der zwei Weltkriege überstanden hat, verschwindet nun und führt zu einer wachsenden Zukunftsangst.

In diesem besorgniserregenden Kontext beginnen viele, die Prämissen des Westens in Frage zu stellen und fragen sich: Was ist schief gelaufen? Gibt es eine Lösung, ein Licht, das uns in diesem Sturm führen und das Vertrauen in die Zukunft trösten und wiederherstellen kann?

Solche Fragen bringen einen Samen des Schuldgefühls und eine vage Sehnsucht nach der Rückkehr zum verlassenen Weg der Tugend mit sich.

III. Eine immense spirituelle Verwaisung



Inmitten der Krise wäre es gut, zur Quelle der christlichen Kultur zurückzukehren und die spirituellen Werte wiederzuentdecken, die die Grundlage unserer Zivilisation bilden. Aus dieser spirituellen Quelle werden Ordnung, Institutionen und Gnaden kommen, die uns vor dieser dreifachen Krise retten werden. Nur eine Rückkehr der verlorenen Söhne zum Vaterhaus kann die Gesellschaft in dem erforderlichen Umfang und in der erforderlichen Tiefe regenerieren.

Doch unsere Unfähigkeit, mit dieser dreifachen Krise fertig zu werden, beruht auf der Tatsache, dass unsere Gewissheiten, Prinzipien und Werte durch die Krise untergraben wurden, die sich parallel innerhalb der Kirche selbst entwickelte. Diese spirituelle Krise ist viel zerstörerischer, da sie uns die Mittel entzieht, die uns helfen würden, Lösungen zu finden.

In dieser Stunde höchster Gefahr für das Christentum würden die Gläubigen natürlich ihre Blicke auf den Stuhl Petri richten, der Obersten Autorität der katholischen Kirche, um ein Wort des Trostes und der Führung zu hören. Anstatt jedoch sich als Hochburg des Westens zu erweisen, scheint dem Heiligen Stuhl sein eigenes Schicksal gleichgültig zu sein. Manchmal scheint es sogar die Kräfte zu bevorzugen, die den Westen mit zunehmender Intensität angreifen. Der schrecklichste Aspekt der gegenwärtigen Situation ist die immense spirituelle Verwaisung, in dem sich das Abendland befindet.

Betrachten wir diese jüngsten Tatsachen - unter vielen, die angeführt werden könnten -, die die Grundlagen des Glaubens untergraben:

1. Der Katechismus der katholischen Kirche bekräftigt, dass homosexuelle Handlungen „gegen das natürliche Gesetz verstoßen“ und „sie sind in keinem Fall zu billigen“ (Nr. 2357), und eine nachfolgende Erklärung des Vatikans aus dem Jahr 2003 verurteilt „die rechtliche Anerkennung homosexueller Verbindungen“. In einer jüngsten Erklärung von Papst Franziskus heißt es jedoch: „Homosexuelle haben das Recht, Teil einer Familie zu sein (…). Was wir schaffen müssen, ist ein Gesetz das zivile Partnerschaften ermöglicht. Sie haben das Recht, rechtlich abgesichert zu sein.“

2. Um eine multipolare „neue Welt“ aufzubauen, hat Papst Franziskus Fratelli Tutti veröffentlicht, eine Enzyklika, die aus religiöser Sicht die katholische Kirche und die Heilige Schrift mit anderen Religionen und ihren Grundüberzeugungen gleichstellt. Im Namen einer universellen naturalistischen Brüderlichkeit und der entsprechenden „sozialen Freundschaft“ liefert Fratelli Tutti die doktrinären und psychologischen Grundlagen für eine „offene Welt“ ohne Prinzipien und Grenzen, ohne eine definierte Religion, in der Ressourcen für alle gleichermaßen verfügbar wären und Konflikte durch „Dialog“ gelöst werden müssen.

3. Die Enzyklika befürwortet die unkontrollierte Invasion von Migranten im Westen - im Falle Europas handelt es sich hauptsächlich um Muslime. Sie fordert die Länder auf, sich internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen zu unterwerfen, die die globalen Probleme lösen sollen, insbesondere solche, die mit Klima und Umwelt zusammenhängen.

4. Im Gegensatz zur Soziallehre der Kirche schränkt Fratelli Tutti außerdem das Privateigentum und die freie Marktwirtschaft so ein, dass sie in der Praxis die moralische Berechtigung dieser beiden Grundlagen der westlichen Wirtschaft leugnet. Weitere Punkte der Enzyklika geben ebenfalls Anlass zur Sorge. Papst Franziskus wiederholte sie während seines gesamten Pontifikats und wird dies wahrscheinlich während der Veranstaltungen des Global Compact on Education and Economy of Francesco („Franziskus’ Globalem Pakt für Bildung und Wirtschaft“) erneut tun. Zum Beispiel wird er „nachhaltiges Wachstum“ fordern, eine Wirtschaft mit „kohlenstofffreier Energie“ - das heißt Armut als Konsumstandard - und das von linken Volksbewegungen praktizierte Gemeineigentum und Kollektivmanagement.

5. Hinzu kommen die in der Enzyklika Laudato Si und in der Apostolischen Exhortatio Querida Amazonia vorgeschlagenen indigenen Bestrebungen, die die Lebensweise der Indianerstämme als nachhaltiges und gemeinschaftliches Modell darstellen. Ganz zu schweigen von den schrecklichen Anbetungshandlungen von Pachamama im Vatikan. Beide Dokumente bestätigen auf tragische Weise Prof. Plinio Corrêa de Oliveiras Voraussicht der miserabilistischen und tribalistischen Tendenzen von Sektoren der Kirche, in dem Buch Revolution und Gegenrevolution, Ausgabe von 1976, und in der Arbeit Indigener Tribalismus, das missionarisch-kommunistische Ideal für Brasilien im 21. Jahrhundert von 1977 (Bild links).

6. Die Passivität der Hierarchie während der aktuellen Gesundheitskrise wurde deutlich, als viele kirchliche Autoritäten weit über die zivilen Verordnungen hinausgingen. Als erstes zwangen sie für den Empfang der Kommunion ausschließlich die Handkommunion und später haben sie sogar die Feier der heiligen Messen untersagt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kirche feierte der katholische Klerus Ostern ohne Gläubige. Viele von diesen kehrten nicht mehr zur Kirche zurück, was den zunehmenden Abfall vom Glauben noch verschlimmert.

IV. Hat man das Recht, einem Papst zu widerstehen,
der die Christenheit im Stich lässt?

Wie der eigene Name schon sagt, ist die katholische Kirche universell. Ihre Mission ist es, alle Völker zu taufen und sie zu lehren, das zu beachten, was Unser Herr Jesus Christus geboten hat (Mt 28,19-20). In diesem Sinne beschränkt sie sich nicht auf dieses oder jenes geografische Gebiet, ethnische Zugehörigkeit oder Kultur. Seit zweitausend Jahren ist die abendländische christliche Zivilisation die sichtbarste und dauerhafteste Frucht des Apostolats der Kirche. Die Heiligkeit ihrer Lehre, der evangelisierende Geist, die philosophische und theologische Tiefe, die Einrichtung von Krankenhäusern, Universitäten, Wohltätigkeitswerken und die blühenden Auswirkungen in Wirtschaft, Künsten und Wissenschaften veranlassten Papst Leo XIII., das mittelalterliche Christentum folgendermaßen zu beschreiben:

„Es gab eine Zeit, wo die Weisheitslehre des Evangeliums die Staaten leitete. Gesetze, Einrichtungen, Volkssitten, alle Ordnungen und Beziehungen des Staatslebens waren in dieser Zeit von christlicher Klugheit und göttlicher Kraft durchdrungen. Da war der Religion Jesu Christi in der Öffentlichkeit jene Auszeichnung gesichert, wie sie ihr gebührt; da blühte sie überall unter dem wohlwollenden Schutz der rechtmäßigen Obrigkeiten und Regenten, da waren Kirche und Reich in glücklicher Eintracht und durch gegenseitige Freundesdienste miteinander verbunden. Diese Staatsordnung trug über alles Erwarten reiche Früchte, die noch nicht vergessen sind. Hierfür gibt es unzählige Zeugnisse aus der Geschichte, welche durch keine Arglist der Feinde verfälscht oder verdunkelt werden können.“ (Enzyklika Immortale Dei, Nr. 21)

Die Vorgängerpäpste von Papst Franziskus, erkannten die abendländische christliche Zivilisation immer als „die einzig wahre Ordnung unter den Menschen“ an (RGR, Teil I, Kap. VII, 1, E) und versuchten, sie zu schützen. Was für eine verkommene Mutter wäre die Kirche, wenn sie diese Ordnung in Todesgefahr sehen und ihr den Rücken kehren würde? Schlimmer noch wäre es, wenn sie mit ihren Feinden diese Ordnung bis zur Vernichtung angreifen würde. Wenn die Kirche dies tun würde, würde sie sich wie ein Mietling verhalten, der die Herde den gefräßigen Wölfen ausliefert, die sie verschlingen wollen. Leider ist dies die Haltung vieler unserer höchsten kirchlichen Autoritäten.

Angesichts eines solchen apokalyptischen Szenarios stellt sich in den Seelen unzähliger Katholiken eine schmerzhafte Frage: Ist es erlaubt, zu reagieren und die die christliche Zivilisation, ihre religiösen und zeitlichen Traditionen mit großem Eifer zu verteidigen, selbst wenn sie den Richtlinien hoher Behörden widerspricht? Ist es rechtmäßig, sich der Politik von Papst Franziskus zu widersetzen, die die Integrität, Sicherheit und kulturelle Identität des Abendlandes bedroht?

Wir fürchten nicht, in einem Zustand des Widerstands zu verbleiben, weil Papst Paul VI. und zahlreiche kirchliche Autoritäten implizit - durch ihr Schweigen - die moralische Berechtigung der Erklärung der TFP zur Entspannungspolitik des Vatikans gegenüber kommunistischen Regimen von 1974 anerkannten. Das Dokument wurde verfasst von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira und von allen damals weltweit existierenden TFPs unterzeichnet und veröffentlicht. Darin heißt es:

»In diesem kindlichen Akt sagen wir dem Hirten der Hirten: Unsere Seele gehört Euch, unser Leben gehört Euch. Befehlt uns, was Ihr wollt! Befehlt uns nur nicht, dass wir die Arme verschränken vor dem roten Wolf, der uns angreift! Dem widersetzt sich unser Gewissen.

Ja, Heiliger Vater - fahren wir fort -, der hl. Petrus lehrt uns, dass es wichtiger ist, „Gott zu gehorchen als den Menschen“ (Apg 5, 29). Ihr habt den Beistand des Heiligen Geistes und seid sogar - unter den vom Vaticanum I bestimmten Bedingungen - vom Privileg der Unfehlbarkeit gestärkt. Dies schließt nicht aus, dass in bestimmten Bereichen und Umständen die Schwäche, der alle Menschen unterworfen sind, Euer Handeln beeinflussen oder sogar bestimmen kann. Einer davon ist, vielleicht sogar recht eigentlich, die Diplomatie. Und hier befindet sich Eure Entspannungspolitik gegenüber den kommunistischen Regierungen.

Was ist da zu machen? Die Zeilen der vorliegenden Erklärung würden nicht ausreichen, um die Liste all der Kirchenväter und -lehrer, Moralisten und Rechtslehrer aufzuzählen - viele von ihnen wurde zur Ehre der Altäre erhoben -, die die Rechtmäßigkeit des Widerstandes bestätigen. Ein Widerstand, der keine Loslösung ist, keine Empörung, keine Anmaßung, keine Unehrerbietigkeit. Er ist im Gegenteil Treue, Vereinigung, Liebe, Unterwerfung.«

Vortrag von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira im Auditorium St. Michael der TFP
in São Paulo in den 70er Jahren

Das Banner mit der Aufschrift „WIDERSTAND“ bezieht sich auf das Manifest:
„Die Entspannungspolitik des Vatikans gegenüber den kommunistischen Regierungen
Für TFP: schweigen oder Widerstand leisten?


V. Widerstand

Widerstand bedeutet, dass wir die Katholiken ermutigen werden, ihre Liebe zur abendländischen christlichen Zivilisation zu bekräftigen und ihr Erbe und ihre Kultur zu verteidigen. Darüber hinaus werden wir daran arbeiten, sie mit noch größerem Glanz und Stärke wiederherzustellen, damit das Abendland die Weltführung wiedererlangt, die es verdient, nicht weil es westlich ist, sondern weil es katholisch ist. Die abendländische christliche Zivilisation ist aufgebaut auf einer zweitausendjährigen Vergangenheit und hat ihr Zentrum in Rom, dem Stuhle Petri.

Widerstand bedeutet, westliche Politiker und Völker zu ermutigen, die tiefgreifenden Gründe für ihren Niedergang zu erkennen, die in Revolution und Gegenrevolution, das Meisterwek von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira, dargelegt werden, und von ihm vorgeschlagenen Mittel anzuwenden, um das Abendland von dieser existenziellen Krise zu befreien.

Widerstand leisten bedeutet, uns nicht mit der Vernichtung des Abendlandes abzufinden. Denn wie der brasilianische katholische Denker uns in demselben Buch lehrt: Wenn die Menschen sich zur Zusammenarbeit mit der Gnade Gottes entschließen, ereignen sich die Wunder der Geschichte: So kam es zur Bekehrung des römischen Reiches, zur Entstehung des Mittelalters und zu der von Covadonga ausgehenden Rückeroberung Spaniens. Alle diese Ereignisse sind das Ergebnis zahlreicher Wiedererweckungen von Seelen, für die auch ganze Völker empfänglich sind. Diese Art von Wiedererstehen erweist sich als unbesiegbar, denn ein tugendhaftes Volk, wenn es Gott in wahrer Liebe anhängt, ist nicht zu überwinden.“

Widerstand bedeutet, unsere Analyse und unser Urteilsvermögen mit Respekt auszudrücken, angesichts der Äußerungen wie die der Enzyklika Fratelli Tutti oder die Gutheißung der rechtlichen Anerkennung homosexueller Partnerschaften durch Papst Franziskus, was einem tödlichen Schlag gleichkommt, auf das, was noch übrig ist von der abendländischen christlichen Zivilisation.

Prof. Plinio Corrêa de Oliveira
Widerstand leisten bedeutet, mit kindlicher und respektvoller Ehrlichkeit den gefährlichen Widerspruch zwischen der privilegierten Behandlung des roten China durch den Heiligen Stuhl - dessen kommunistisches Regime es nicht verurteilt - und der Verachtung von Papst Franziskus für die großen Länder Europas und Amerikas anzuprangern. Er greift rücksichtslos die Souveränität und das Wirtschaftssystem dieser Länder an, die auf freiem Unternehmertum und Privateigentum beruhen und völlig im Einklang mit dem Naturgesetz, den Zehn Geboten und der zweitausendjährigen Lehre der Päpste stehen, wie sie im Obersten Lehramt der Heiligen Mutter Kirche zu finden ist.

Widerstand leisten bedeutet, mit unbezwingbarem Vertrauen zu verkünden, dass jenseits der geistigen Stürme, der materiellen Herausforderungen und aller Angriffe ihrer Feinde, das Abendland und die christliche Kultur und Zivilisation sich wieder aufrichten werden, um die prophetischen Worte Unserer Lieben Frau in Fatima zu erfüllen: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“

28. Oktober 2020


UNTERZEICHNER

Instituto Plinio Corrêa de Oliveira (Brasilien)

Asociación Civil Fátima la Gran Esperanza (Argentinien)

Australian TFP, Inc.

Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum

Canadian Society for the Defence of Christian Civilization (Kanada)

Acción Familia por un Chile Autentico, Cristiano y Fuerte

Centro Cultural Cruzada (Kolumbien)

Sociedad Colombiana Tradición y Acción (Kolumbien)

Circulo Beato Pio IX (Ecuador)

Société Française pour la Défense de la Tradition, Famille, Propriété (Frankreich)

Fédération Pro Europa Christiana (Frankreich)

Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum e.V.

Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur e.V.

Irish Society for Christian Civilisation (Irland)

Associazione Tradizione Famiglia Proprietà (Italien)

Stichting Civitas Christiana (Niederlande)

Sociedad Paraguaya de Defensa de la Tradición, Familia y Propiedad (TFP – Paraguay))

Tradición y Acción por un Peru Mayor

Philippine Crusade for the Defense of Christian Civilization, Inc.

Fundacja Instytut Edukacji Spo?ecznej i Religijnej im. Ks. Piotra Skargi (Polen)

Instituto Santo Condestável (Portugal)

Family Action South Africa

Tradición y Acción (Spanien)

Helvetia Christiana (Schweiz)

Tradition, Family, Property–United Kingdom

American Society for the Defense of Tradition, Family, and Property (U.S.A.)

-------------------------------

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

https://ipco.org.br/urgente-apelo-para-resistir-a-traicao-e-ruina-do-ocidente-fina-flor-da-civilizacao-crista/

eingesehen am 30. Oktober 2020

 

Diese Deutsche Fassung ist zuerst erschienen im Blog Plinio Correa de Oliveira.

© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 

Freitag, 10. Januar 2020

Jesus Christus wollte aus königlichem Geschlecht geboren werden



Aus der Ansprache Papst Leos XIII. an das Patriziat und den römischen Adel vom 24. Januar 1903:


„Jesus Christus wollte Sein privates Leben in der Verborgenheit eines bescheidenen Heimes verbringen und als Sohn eines Handwerkers bekannt sein. In Seinem öffentlichen Leben jedoch gefiel es Ihm, unter dem Volk zu leben und ihm in jeder Form Gutes zu tun. Trotzdem wollte Er aus königlichem Geschlecht geboren werden, wählte als Mutter Maria und Josef als seinen Pflegevater, beide erwählte Kinder aus dem Stamme Davids. Gestern, am Feste ihrer Verlöbnis, konnten wir mit der Kirche die schöne Worte wiederholen: ,Regali ex progenie Maria exorta refulget‘ [Maria offenbart sich uns strahlend, geboren aus königlichem Geschlecht]“. [1]

[1] Leonis XIII Pontificis Maximii Acta, Ex Typographia Vaticana,Romae,1903, Band. XXII, S. 368

Quelle: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Pius’ XII. an das Patriziat und an den Adel von Rom“ von Plinio Corrêa de Oliveira, Dokumente IV, N. 4, S. 330.


Mittwoch, 27. November 2019

Herz Mariä, unsere Hoffnung!



König Jan Sobietzki vor dem Ansturm gegen die Moslems vor Wien 1683

 „Herz Mariä, meine Hoffnung!“ Das war die Losung des berühmten polnischen Königs Johann Sobieski, der in den schwierigen Lagen seines Lebens und seiner Herrschaft aus dem Unbefleckten Herzen Mariens Trost und Mut schöpfen wollte. Mit diesem Kriegsruf „Cor Mariae, spes mea“, der in seiner Seele vibrierte und sein Herz berauschte, warf er sich 1683 gegen die Türken und befreite heldenmütig kurz darauf die Stadt Wien von der muslimischen Belagerung.
„Herz Mariä, unsere Hoffnung!“ Ist der Ruf des Krieges, mit dem wir von allen Enden der Erde alle bereitwilligen Seelen zu einem unbesiegbaren Kreuzzug unter der Schirmherrschaft der Himmelskönigin herbeirufen müssen, um zur schweren Aufgabe aufzubrechen, die die arme Menschheit endlich von den schrecklichen eisernen Zwängen zu befreien, mit der die Perversität und der Wahnsinn versuchen, sie zu vernichten. Durch das Herz Mariens werden wir das Herz Jesu zum Triumph führen!
Vor vierzig Jahren wies Leo XIII. auf das Heiligste Herz Jesu als das große Zeichen am Firmament, das uns den Sieg versprach: „In hoc signo vinces!“ (mit diesem Zeichen wirst du siegen). Und er befahl uns, uns mit diesem Herzen zu wappnen, wie einst die Soldaten Konstantins mit dem Zeichen des Kreuzes. Und viele Christen gehorchten und die Welt wurde offiziell vom Papst dem Heiligen Herzen des Erlösers geweiht.
Aus diesem Grund konnte Pius XII. in seiner Antrittsenzyklika schreiben: „Aus der Verbreitung und Vertiefung der Andacht zum Göttlichen Herzen des Erlösers, die in der Weihe des Menschengeschlechtes an der Jahrhundertwende und weiterhin in der Einführung des Christkönigfestes durch Unsern unmittelbaren Amtsvorgänger ihre erhebende Krönung fand, ist unsagbarer Segen erflossen für ungezählte Seelen - ein starker Lebensstrom, der die Stadt Gottes mit Freude erfüllt: fluminis impetus laetificat civitatem Dei (Psalm 45,5)“.
Aber wir müssen erkennen, dass die Triumphe des Herzens Jesu in unserer Zeit noch nicht vollständig den freudigen Hoffnungen Leos XIII. entsprechen, die er hegte, als er Ihm die Welt weihte. „Welche Zeit, sagt Pius XII., bedürfte dieses Segens dringender als die gegenwärtige? Welche Zeit leidet inmitten alles technischen und rein zivilisatorischen Fortschrittes so sehr an seelischer Leere, an abgrundtiefer innerer Armut? ... Kann es Größeres, Dringenderes geben, als solcher Zeit den unergründlichen Reichtum Christi zu verkündigen?“( Eph 3,8) Kann es Edleres geben, als vor denen, die so vielen trügerischen Fahnen gefolgt sind und noch folgen, das Königsbanner Christi – Vexilla regis – zu entfalten, um der siegreichen Standarte des Kreuzes die Gefolgschaft auch der Abtrünnigen wiederzugewinnen?
Wenn es jetzt dringend notwendig ist, diese unermesslichen Reichtümer Christi den Menschen zu verkünden, ist Maria der schnellste und verpflichtendste Weg – per Mariam ad Jesum. So war es seit Beginn der Kirche immer. Durch Maria kommt Jesus zu uns.
Und der christliche Impuls - der endlich unter dem Wirken des Heiligen Geistes aus den Seelen hervorbricht, wie Leo XIII. in einer seiner Enzykliken über den Rosenkranz bemerkte - der christliche Impuls geht noch weiter und bekräftigt immer deutlicher und heftiger, besonders seit einem Jahrhundert, dass durch das Herz Mariens das Herz Jesu zu uns kommen wird. Durch die Herrschaft des Herzens der Mutter wird das Reich des Herzens des Sohnes kommen.
Damit Er regiere, muss man Ihn lieben - es ist sein Triumph in den Herzen und im Willen. Um Ihn zu lieben ist es dringend, Ihn zunächst zu kennen - es ist seine Herrschaft in den Intelligenzen.
Mögen diese Zeilen dazu beitragen, um den Seelen dieses Licht und diese Wärme zu bringen.
Viel haben wir bereits im „Boten Mariens“ geschrieben und einiges haben unsere Leser auch über die Gottesmutter hier gelesen.
Doch haben wir uns vielleicht niemals in den richtigen Blickpunkt und in das wahre Licht gestellt, in dem uns die ganze Vorzüglichkeit, Kraft und Güte Marias offenbart wird.
Omnis gloria Filiae Regis ab intus (Psalm 44,15): Der ganze Ruhm der Tochter des Königs ist in ihm. So wie Christus nicht bekannt ist, bis sein Herz bekannt ist - das Herz Jesu ist der beste Standpunkt des Erlösers, es ist der Schlüssel zum Rätsel all seiner Erbarmungen, dem unerschöpflichen Abgrund all seiner Erfindungen der Liebe. ... So wird auch die Allerseligste Maria nur bekannt und geliebt werden und vollkommen in den Seelen herrschen, wenn ihr Unbeflecktes Herz bekannt ist. Es ist auch die beste Aussicht auf Maria. Im Licht ihres Herzens erstrahlt ihre unerschütterliche Jungfräulichkeit, ihre unvergleichliche Würde als Mutter Gottes, als Braut des Heiligen Geistes und als geliebteste Tochter des Allerhöchsten, ihre zärtlichste Sorge als Mutter der Menschen und Königin des Himmels und der Erde.
Ihr Herz ist der geheimnisvolle Magnet, der die Herzen erobert, was den hl. Bernhard dazu veranlasste, sie als die Eroberin der Herzen zu nennen: Raptrix cordium. Aber wenn es durch das Herz ist, dass sie uns erobert, ist es auch die Waffe, mit der wir sie erobern: sie im Herzen zu berühren heißt, sie zu überwinden. Und - tiefes Geheimnis! – es ist kein anderes Zepter, mit dem Maria gemeinsam mit dem Allerhöchsten regiert. Dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist ihre Tochter-, Braut und Mutterherz zu zeigen, bedeutet Gott zu erobern; bedeutet, die ganze Heilige Dreifaltigkeit zu ihren Gunsten zu neigen.
Daraus folgt, dass alles, was von der Heiligsten Jungfrau Maria in ihrer Sendung und Barmherzigkeit gegenüber jeden Einzelnen, der Menschheit und insbesondere der Kirche, behauptet wird, mit einem stärkeren Grund von ihrem Unbeflecktes Herz behauptet werden muss.
Daher kennt Maria nicht, wer ihr Herz nicht kennt; wer aber dieses Herz kennt, kennt Maria am besten.
Es liebt Maria nicht, wer ihr Herz nicht liebt; doch das Herz Mariens lieben, heißt es so zu lieben, wie sie sich wünscht geliebt zu werden. In ihrem Herzen, befindet sich der Grund für all ihre Güte zu den Menschen; es ist diese Kraft, die uns anzieht, wenn wir zu ihr kommen und der Balsam, der uns tröstet, wenn wir sie bitten, in der Gewissheit, dass uns geholfen wird.
Weil in der Brust Mariens ein Herz schlug, das so ähnliches wie sein Herz war, gab dieses Herz Jesu in der Stunde des Todes auf Golgatha sie uns zur Mutter: ecce mater tua und es gab uns ihr als Kinder: ecce filius tuus.
Wenn vom hl. Paulus gesagt wurde, dass sein Herz ähnlich dem Herzen Jesu war: cor Pauli, Cor Christi, viel mehr und besser als irgendjemand anderer hat Maria das Recht auf diese höchste Anerkennung: Cor Mariae, Cor Jesu.
Weil in ihrer Brust auch im Himmel noch dasselbe süße und liebevolle Herz schlägt, sagt uns die Heilige Kirche, in unseren schmerzvollen Stunden Maria zu Hilfe zu flehen, mit der Sicherheit, von ihr immer sofortige Hilfe zu erhalten.
»Wer die Annalen der katholischen Kirche genau betrachtet«, schrieb der verstorbene Papst Pius XI., »wird leicht sehen, dass alle christlichen Chroniken mit dem wertvollen Schutz der Jungfrau Maria verbunden sind. Und in der Tat, wenn die überall tobenden Irrtümer den nahtlosen Rock der Kirche zu zerreißen und die katholische Welt zu untergraben versuchten, flehten unsere Väter mit vertrauensvollen Herzen die an, die „alleine alle Irrlehren der ganzen Welt vernichtete“ (aus dem römischen Brevier), und der von ihr erhaltene Sieg brachte ihnen glücklichere Zeiten.«
Als der muslimische Unglaube, der sich auf mächtige Streitkräfte und große Armeen stützte, die Völker Europas zu ruinieren und zu versklaven drohte, wurde auf Anraten des Papstes inständig um den Schutz der himmlischen Mutter gebeten. Auf diese Weise wurden die Feinde zerstört und ihre Schiffe versenkt (Hinweis auf die Schlacht von Lepanto, Oktober 1571, A.d.R.).
Und in öffentlichen Katastrophen wie auch in persönlichen Nöten haben die Gläubigen aller Zeiten bei Maria Zuflucht genommen, damit sie wohlwollend zu ihrer Rettung eile um Erleichterung und Abhilfe für die Übel von Leib und Seele zu erlangen. Und ihre mächtige Hilfe wurde nie umsonst angefleht von denen, die darum vertrauensvoll und fromm darum gebetet haben.
Zu Recht werden in den schwierigen Zeiten, in denen wir heute leben, all unsere Hoffnungen auf Erlösung, Triumph und Frieden in diese Erlösungslade gelegt: in das Herz Mariens.
„Mir, dem kleinsten unter den Heiligen, wurde diese Gnade zuteil, den Menschen den unerforschenden Reichtum Christi zu verkünden“, sagte der heilige Paulus.
Einer der unergründlichsten Reichtümer, die Christus uns jemals gegeben hat, ist das Herz seiner Mutter. Und wenn uns das Charisma des Apostels gegeben worden wäre, um unseren Lesern alle Tiefe, Länge und Breite, alle kostbaren Abgründe der Liebe, die im Herzen Mariens eingeschlossen sind, zu evangelisieren…!
Ein gelehrter und frommer Autor sagte, als er über das Herz der Muttergottes schrieb, dass er das Verlangen spürte, die Macht zu besitzen wie Johannes der Evangelist beim Letzten Abendmahl sein Haupt an der Brust des Herrn zu legen, das Haupt an der Brust Mariens ruhen zu lassen, um das Pochen ihres Herzens zu hören, um leichter von diesen Geheimnissen der Liebe erzählen zu können.
In diesem Moment gehen unsere Wünsche noch weiter: Wir wollten nicht nur unser Haupt an das Unbefleckte Herz unserer himmlischen Mutter legen, sondern in diesem Herz unsere Wohnstätte errichten, damit erleuchtet in diesem Licht, gereinigt in ihrer Jungfräulichkeit und entzündet in den Flammen dieser Liebe, alles, was wir sagen würden, Worte des Lichts und des Feuers wären, die aus der Fülle dieses unbeschreiblichen Herzens entspringen.
Möge sie uns in diesem verborgenen Abgrund der Liebe umarmen, uns dorthin bringen, als ob wir in ihr verschwinden würden, damit Maria endlich durch das schwache Instrument, das ihr geweiht ist, die Wunder ihres Herzens von sich selbst preisgeben kann.
Mögen auch unsere Leser dort ihre Wohnung aufzuschlagen, damit sie in dieser Schule und in diesem Licht das Meisterwerk des Herrn besser verstehen.

Übersetzt aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
Legionário, 28 de março de 1943, N. 555, pag. 2
© Nachdruck der deutschen Fassung ist mit Quellenangabe gestattet.