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Dienstag, 18. Oktober 2022

Das göttliche heiligste Herz Jesu: König und Mittelpunkt aller Herzen

 

      Meine lieben, wir werden die TFP dem Heiligsten Herzen Jesu weihen. Wir haben gerade die schöne Litanei zum Heiligsten Herzen Jesu gehört, die vom Chor gesungen wurde während das Bild des Heiligsten Herzens Jesu hereingetragen wurde, und in dessen Gegenwart wir die Weihe vornehmen wollen.

      Ich möchte vorab etwas zu diesem Tag sagen und dabei zumindest zwei Aspekte berücksichtigen. In Wirklichkeit hat dieses Datum so viele Aspekte, wie es Anrufungen in dieser Litanei gibt. Sie sind so reichhaltig, dass man zu jedem von ihnen einen Vortrag halten könnte. Aber die Umstände lassen es nicht zu, und ich möchte zumindest ein allgemeines Aperçu zu einer der Anrufungen dieser Litanei machen. Dann etwas darüber, wie diese Litanei sein würde und wie eine Litanei des Heiligsten Herzens Jesu uns im Reich Mariens vorgetragen würde.

      Wenn wir den Gesang der Litanei hören, sehen wir, dass jede der Bitten, die den verschiedenen Anrufungen entsprechen, vollkommen heilig ist. Das heißt, um wirklich ein guter Katholik zu sein und sich im Zustand der Gnade zu befinden, muss ein Mensch jede der Tugenden bewundern, die von den Gläubigen, die die Litanei singen, gefordert werden. Diese Tugenden sind für das geistliche Leben unerlässlich, und unser Herr hat in seinem irdischen Leben ganz hervorragende, eklatante und schöne Beispiele dafür gegeben, die unauslöschlich sind und die Welt während der gesamten Geschichte der Menschheit auf Erden und die Seligen im Himmel in alle Ewigkeit erleuchten werden.

      Aber es gibt eine Anrufung, die mir besonders bemerkenswert erscheint, und das ist diejenige, zu der ich nur wenige Kommentare gehört habe, oder, um die Wahrheit zu sagen, ich habe niemals ein Kommentar darüber gehört: „Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen“. Die vollständige Anrufung lautet also: „Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen, erbarme dich unser“.

Was bedeutet diese Anrufung?

      Alles in der Katholischen Kirche, so sehr sie auch die Gefühle berühren - und das ist gut so -, haben einen tiefen Grund, sie beruhen auf der Theologie und damit auf einer sehr soliden, sehr sicheren Lehre. Was bedeutet „Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen“? Es ist also der „König aller Herzen“ und der „Mittelpunkt aller Herzen“.

      Was ist der Unterschied zwischen „König“ und „Mittelpunkt“ aller Herzen? Welches Bild ruft diese Vorstellung vom „Mittelpunkt aller Herzen“ hervor? Und wie sollen wir uns angesichts dieses Bildes positionieren?

      Dass das Herz Jesu „König aller Herzen“ ist, ist klar, denn als der, der er ist - wahrer Gott und wahrer Mensch - ist er der König von allem. Er ist also König des wichtigsten Teils seiner Schöpfung, nämlich der Menschheit. Aber König der Herzen zu sein, bedeutet nicht nur, König der Menschen zu sein.

      Ein König von Menschen kann König sein, weil er das Recht hat zu befehlen, weil er die Macht hat zu befehlen und weil er den Willen hat zu befehlen. Er übt die königliche Herrschaft effektiv aus. Aber es kann sein, dass er nicht König der Herzen ist, d.h. er kann nicht unbedingt von allen geachtet, ja, er kann verachtet werden. Er kann vielleicht nicht das Recht haben, König der Herzen zu sein, weil er nicht die Tugenden und Eigenschaften besitzt, die ihm dieses Königtum verleihen. Deshalb muss man, um „König der Herzen“ zu sein, gut verstehen, was es bedeutet, nicht einfach nur König der Menschen zu sein, es ist viel mehr als nur König der Menschen zu sein, es ist König der Herzen zu sein.

      Was bedeutet es, „König der Herzen“ zu sein? Ist es, König der Anhänglichkeit zu sein? Nach der gegenwärtigen Symbolik wäre das Herz das Symbol für die Anhänglichkeit, der Liebefähigkeit des Menschen. Der „König und Mittelpunkt aller Herzen“ wäre demnach der König und Mittelpunkt aller Zuneigung, der liebevollen Hingabe, derjenige, der alle Zuneigung auf sich zieht. Er hat das Recht und die Macht, alle Zuneigung und alle Zärtlichkeit der Menschen an sich zu ziehen.

      Aber das Herz bedeutet mehr als das. Das Herz beinhaltet, setzt auch die Zuneigung und die Zärtlichkeit voraus, denn es ist Teil eines Ganzen, es ist eher ein Ganzes, das größer ist als der Teil. Zuneigung und Zärtlichkeit sind nur ein Element. Es gibt noch etwas mehr als das. Es geht um den Willen des Menschen, wenn er erkennt, dass er ihn als König aller Herzen lieben muss. Und als solcher muss der Mensch einen Willensakt vollziehen, um ihn zu lieben. Selbst wenn man sich in der größten geistlichen Trockenheit befindet und daher keine Zuneigung empfindet - was eine Prüfung ist, die im geistlichen Leben oft vorkommt -, will der Wille auch in der Trockenheit ihn lieben, weil er weiß, dass Er das Recht hat, König aller Herzen zu sein.

      Es ist also ein harter, fester, gestärkter Wille, der weiß, was er wollen muss, und will, was er wollen muss: Es ist ein ernsthafter Wille. Das Heiligste Herz Jesu ist der König und das Zentrum allen Willens. Das heißt, Er hat das Recht, dass alle Menschen sich ernsthaft zu Ihm hinwenden, mit diesem Hauptelement Element der Liebe, das der Wille ist.

Wann wird seine Herrschaft über alle Herzen wirksam sein?

      Als Er sich über die Apostel beklagte, weil sie nicht eine Stunde mit Ihm wachen konnten, während Judas sich beeilte, Ihn zu verraten, beklagte Er sich nicht nur, weil sie keine Empfindungsfähigkeit hatten - Er erschien mehrmals in Seinem eigenen Blut gebadet, Er schwitzte Blut und in einem Zustand der Bedrängnis, der sie mit Mitleid erfüllen sollte. Aber es hat nichts bewirkt. Ihre Empfindsamkeit rührte sich nicht, sie wachten auf, sahen sich das an und schliefen weiter.

      Aber das Schlimmste war nicht, dass ihre Empfindsamkeit nicht berührt wurde, sondern dass sie nicht den Willen und die Entschlossenheit hatten, Ihn bis zum Ende zu begleiten, Ihm dort Gesellschaft zu leisten, Ihm den Trost zu geben, um den Er bat, und Ihn dann bis zu den Höhen des Kalvarienbergs zu begleiten. Die nachfolgenden Episoden zeigen dies sehr deutlich. Er hatte das Recht, der König dieser Herzen zu sein, aber in Wirklichkeit war er es nicht, denn sein Königtum wurde von ihnen nicht anerkannt. Er hatte nicht dieses konkrete Element des Königtums.

      Das Königtum ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Tatsache. Die Tatsache vervollständigt es. Er hatte das Recht dazu, aber er war nicht so erwünscht, wie er sein sollte. Diese Tatsache war also nicht gegeben. Diese Tatsache hätte vorhanden sein müssen. Die ganze Verantwortungslosigkeit, die die Apostel in jenen gipfelnden Episoden an den Tag legten, beweist, wozu der Mensch fähig ist, wenn er unserem Herrn gegenüber eine empfindsame Zuneigung hegt, die aber nur ein Gefühl ist, nicht jene Willensstärke, die in der Trockenheit und sogar in der Verzweiflung dennoch treu ist.

      Wann also wird die Herrschaft des Heiligsten Herzens Jesu zur tatsächlichen Herrschaft auf Erden? Offensichtlich im Reiche Mariens. Die Herrschaft Mariens führt zur Herrschaft Jesu. Die Gottesmutter ist ganz auf Ihn bezogen, Ihm zugewandt. Sie selbst soll zu ihm führen. Wenn also das Reich der Muttergottes einmal errichtet ist, so heißt es, und es muss nicht wiederholt werden, ist die Herrschaft des Heiligsten Herzens Jesu errichtet.

      Das heißt, dass durch die Gebete der Gottesmutter von jetzt an, aber vor allem während der Bagarre (Züchtigung) und während des Reiches Mariens, werden sie außerordentlich mächtig und eindringlich sein, den Menschen, die heute nichts anderes sind als wir, eine große Sensibilität für sein heiligster Herz gewährt wird. Alle Grade der Sensibilität, aber vor allem große Willensstärke. Das heißt, Er hat das Recht, unser König zu sein, und weil Er dieses hat, werden wir vor ihm die gleiche Haltung einnehmen wie vor unserem König, selbst wenn wir bei der Verteidigung seiner Herrschaft im Kampf an den Stufen seines Throns sterben.

Die Rolle der festen Überzeugungen

      Zu dieser Geisteshaltung gehört ein weiteres Element: Der Mensch kann diesen festen Willen nicht haben, wenn er keine festen Überzeugungen hat. Das heißt, wer nicht überzeugt ist, wer nicht fest an die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus glaubt, wer nicht fest an die römisch-katholische Kirche glaubt, ist zu diesen großen Entschlüssen nicht fähig. Denn in der Stunde der Prüfung, in der Stunde der Hingabe, wird es einen Schock geben. Der Instinkt der Erhaltung - es ist entweder der Instinkt der Erhaltung des Lebens oder der Instinkt der Erhaltung der Güter, die dem Leben dienlich sind, also Reichtum, Ansehen, guter sozialer Status, Gesundheit, was weiß ich noch alles - diese Dinge sind dann bedroht, der Instinkt der Erhaltung zielt darauf ab, sie zum Wohle des Betreffenden zu erhalten. Das ist Egoismus. Der Egoismus ist die Hypertrophie dieses Instinkts.

      Wenn dann die Stunde des Opfers kommt und der Mensch sich in dieser Situation sieht, stellt sich die Frage: „Aber ist das wirklich so?!“ Es ist der Instinkt selbst, der fragt: „Ist dieser Grund, für den ich mich ihm opfern werde, ein wahrer Grund? Widersteht er wirklich dem Verstand?“ Es ist ein Weg, den die menschliche Feigheit einschlägt, um sich der Pflicht zu entziehen, ohne das Gefühl zu haben, die Pflicht verletzt zu haben. „Ich habe damals geprüft und festgestellt, dass meine Gründe nicht stichhaltig genug sind, also bin ich nicht verpflichtet, mich zu opfern. Das Opfer, das ich bringen sollte, um meinen Ruf, mein Geld usw. zu bewahren, bringe ich nicht, um mein Leben zu bewahren, bringe ich nicht. Warum nicht? Weil ich nicht überzeugt bin“. Überzeugungsarbeit ist ein grundlegendes Element dieses Ganzen, durch das unser Herr Jesus Christus König der Herzen ist.

      Daraus ergibt sich, dass wir einen festen Willen haben müssen, und wenn wir wollen, müssen wir eine Festigkeit des Verstandes haben, durch die unsere Gewissheiten genauso fest oder fester sind als unsere Entschlüsse. Der wahre Katholik sollte sagen: „Weil ich einen festen, aber sicheren und jeden Zweifel ausschließenden Glauben habe, dass unser Herr Jesus Christus der Gottmensch ist, der auf Erden war, der Retter, der mein Erlöser ist, der alle Taten gewirkt hat, von denen im Evangelium berichtet wird, der unter anderem die Kirche gegründet hat, der jene Lehre gelehrt hat, die dort steht usw., der jene Wunder vollbracht hat, der durch seine Auferstehung die Wahrhaftigkeit all dessen bewiesen hat, was er war, was er gesagt hat, und der in den Himmel aufgefahren ist.

      Deshalb bin ich überzeugt, dass er wirklich mein Gott, mein Retter und mein Erlöser ist. Deshalb bin ich entschlossen, für ihn zu sterben.

      Wir sehen also, dass dies eine Festigkeit des Geistes voraussetzt, die darin besteht, dass unser Herr Jesus Christus seine Souveränität über die Menschen tatsächlich ausübt, dass er tatsächlich König über uns und über alle anderen ist.

      Was wir heute sehr oft beobachten, ist das Gegenteil dieser Gewissheit: Es ist Relativismus. Man [denkt]: „Es ist wahrscheinlich, dass es Ihn gegeben hat. Er ist so gut, so heilig, eine so außergewöhnliche Gestalt, dass er wahrscheinlich existiert hat. Aber ich bin mir nicht sicher. Warum? Denn ich bin es nicht gewohnt, Gewissheiten zu haben. Mein umherschweifender Geist, mein träger Geist, mein zynischer Geist, der von mir nicht verlangt, klar zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden, sondern sich auf einem sumpfigen Boden, den es nicht geben dürfte, zwischen Irrtum und Wahrheit herumtreibt, - mein entspannter Geist hat keine Gewissheit. Und deshalb kann ich die Frage noch so sehr studieren - ich werde nicht studieren, weil ich normalerweise nichts studiere - ich bin nicht in der Lage, mir eine Gewissheit zu bilden, denn eine Gewissheit zu bilden, setzt ein festes Herz voraus.

Herzen nach dem Bild und Gleichnis Jesu geschaffen

      An der Wurzel der Gewissheit der Überzeugung steht die Gewissheit des Willens, die Ernsthaftigkeit des Willens: die Wahrheit, ich will sie. Deshalb wird mein Geist auf der Suche nach der Wahrheit wie ein Schwert sein, das die Finsternis durchschneidet, das die Finsternis in zwei Hälften teilt und das Licht erlangt.

      Das sind die Herzen, die dem Herzen Jesu entsprechen. Er hat uns alle möglichen Beweise dafür geliefert, dass er das Modell dafür ist, das Urmodell dafür. Er hat sein Opfer bis zur Höhe des Kreuzes gebracht und gesagt: „Mein Vater, mein Vater, warum hast du mich verlassen?“, um dann unmittelbar danach seinen Geist aufzugeben. Wir wissen, dass diese Worte „Mein Vater, mein Vater, warum hast du mich verlassen?“ ein Seufzer sind, aber der Anfang eines prophetischen Psalms sind, der seine Auferstehung ankündigt. Der Satz, den er zu dem guten Schächer sagte – „Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ -, zeigt seine Gewissheit und Entschlossenheit, den ganzen Weg zu gehen, auch durch die schlimmsten Hindernisse und größten Schwierigkeiten hindurch. Das Herz Jesu ist gerade in diesem Punkt unser erzperfektes Vorbild.

      Aber ich denke, dass wir in dieser Hinsicht eine Gewissensprüfung vornehmen und uns fragen müssen, inwieweit wir so sind und inwieweit wir das erfüllt haben, was unser Herr im Evangelium befohlen hat: „Eure Sprache sei ja, ja, nein, nein“. Diese Sprache kann nur „ja ja, nein nein“ sein, ohne eine Lüge zu sein, wenn unsere Seele „ja ja, nein nein“ ist.

      Das heißt, er würde uns raten zu lügen, wenn er sagen würde: „Eure Sprache soll ja und nein sein; seid fest in dem, was ihr sagt“, aber darin nicht der Ratschlag enthalten wäre: „Seid fest in dem, was ihr denkt, seid fest in dem, was ihr wollt“. Es ist offensichtlich.

      Wir sehen hier also in Unserem Herrn, in seinem Heiligsten Herzen, die Quelle, aus der die Gnaden fließen, durch die wir zu dieser Gewissheit, zu dieser Willensstärke fähig werden können, zu der der Mensch von Natur aus nicht fähig ist, wenn er übernatürliche Ziele vor Augen hat. Er ist dazu nur fähig, wenn er die Gnaden dafür erhält. Und das Heiligste Herz Jesu ist der Brennpunkt, von dem diese Gnaden, diese Tugenden, ausgehen.

      Aber hier kommt die sensible Seite des Symbols ins Spiel: das Herz, das die Quelle dieser Gnaden ist, das heißt, es ist ein Gefäß voller Barmherzigkeit für diejenigen, die es darum bitten, voller Zuneigung für diejenigen, die es um diese Gnaden bitten. Deshalb hat es das Verlangen zu geben und wartet in der Fülle seiner Reichtümer darauf, dass jemand es um eine gewisse Menge oder die Fülle, die in ihm selbst passt, dieser Reichtümer bittet, damit Unser Herr sie sofort geben und diese Fülle füllen kann. Das ist die großartige Symbolik, die dort enthalten ist.

      Ich weiß nicht, ob das ganz klar ist oder nicht, und ob es die notwendigen Elemente gibt, um unsere Trägheit zu überwinden.

      Dann wird Er König de facto - von Rechts wegen ist er es schon.  Wenn alle Menschen so sind - wenn auch nicht alle Menschen zahlenmäßig, jeder einzelne, doch der Teil der Gesellschaft von größerem Gewicht, von größerem Einfluss, von größerer Ausstrahlung, nicht nur, weil sie zu den höheren Klassen angehören, sondern vor allem, weil sie in der Gesellschaft die Menschen sind, die durch das Beispiel ihres starken Willens andere hinter sich herziehen können -, wenn alle diese Menschen dem Heiligsten Herzen Jesu gehören, dann ist offensichtlich das Reich Mariens eingerichtet.

* * *

Warum die Mittelpunkt aller Herzen?

      Nun, „Mittelpunkt aller Herzen“. Warum Mittelpunkt? Das Wort suggeriert diese Vorstellung: eine Vielzahl von Herzen - nicht so sehr als geometrisches Zentrum, hier ist es eine Metapher -, sondern in Wirklichkeit als der Anziehungspunkt, von dem aus sich alle Herzen entweder zur Annahme oder zur Ablehnung bewegen. Alle Bewegungen des Herzens erfolgen in der Tat in Abhängigkeit davon, auch wenn wir es nicht wahrnehmen. Und daher sind alle Bewegungen der Geschichte, alle Bewegungen des Privatlebens, die Bewegung, die meine Seele, die Seele eines jeden von euch haben mag, wenn ihr hört, was ich sage - denn während ich dies sage, „denke ich darüber nach, was ich sage“, ist es unvermeidlich, dass, während ich über das nachdenke, was ich sage, meine eigene Person eine innere Haltung zu dem einnimmt, was ich sage, und, oder liebe ich, was ich sage, oder ich liebe nicht, was ich sage.

      Es geht also um diejenigen, die sprechen, aber auch um diejenigen, die zuhören. Auch um diejenigen, die beschlossen haben, nicht zuzuhören, sondern sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Während man mit ihnen über das Heiligste Herz Jesu spricht, denken sie an etwas anderes, sie haben beschlossen, nicht hinzuschauen, nicht auf die Gedanken zu achten, die zum Heiligsten Herzen Jesu führen: Sie weigern sich. Aber die Bewegungen aller Herzen drehen sich um Ihn.

      Wir könnten uns einen Magneten von unvorstellbarer Kraft vorstellen, um den eine ebenfalls unvorstellbare Anzahl von Eisenspänen angeordnet ist und über die ein Wind weht. Der Wind verstreut die Späne, aber der Magnet zieht sie an. Die Späne befinden sich ständig zwischen zwei verschiedenen Kräften. Eine Zentripetalkraft, die sie dazu führt, sich mit dem Magneten zu vereinigen, und eine Zentrifugalkraft, der Wind, der sie dazu führt, sich vom Magneten zu entfernen.

      Man muss sich Feilspäne vorstellen, in denen jedes Teilchen mit Intelligenz und freiem Willen ausgestattet ist und die daher in jedem Moment durch Wind und Anziehung gezwungen sind, sich zu entscheiden, ob sie näher kommen oder sich weiter entfernen, und so können wir uns das Bild des „Königs und Mittelpunkt aller Herzen“ vorstellen.

      In jedem Augenblick unseres Lebens nähern wir uns Ihm oder entfernen uns von Ihm. Ob wir es wollen oder nicht, der Sinn jeder unserer Handlungen ist der Sinn, durch den wir entweder mehr oder weniger Ihm näher oder entfernt sind. Dcoh wir entscheiden selbst.

      Wer ist die Anziehungskraft auf der anderen Seite? Wer bläst diesen Wind, der uns zerstreut und uns dazu drängt, Ihn nicht zu sehen und uns Ihm nicht anzuschließen? Offensichtlich der Teufel. Satan hat seine magnetische Anziehungskraft und unser Herr hat seine übernatürliche, göttliche Anziehungskraft zu sich selbst.

      Das Bild der Eisenspäne mit dem Wind und dem Magneten gibt nicht die ganze Realität wieder, denn es erklärt nicht alles. Woher kommt dieser Wind und warum neigt der Wind dazu, die Späne zu zerstreuen? Wenn wir denken, dass die Ursache, was uns von unserem Herrn entfernt, der Teufel ist, dann haben wir alles verstanden. Unser Leben ist in jedem Augenblick ein Pendel zwischen Gott und dem Teufel. Und wir müssen uns ständig auf die Mitte hinbewegen und dem Druck, der Anziehungskraft, die der Teufel auf seine Seite ausübt, entgegenwirken.

Die Rolle der TFP bei der Herrschaft Jesu in den Herzen

      Unser Herr ist von Rechtswegen der Magnet, der alle Herzen anzieht. Er ist es auch in dem Sinne, dass er eine anziehende Kraft auf alle Herzen ausübt. Aber er gibt diesen Herzen einen freien Willen, so dass der Mensch die Freiheit hat, Nein zu sagen. Wenn er sich weigert, sündigt er und kann in die Hölle kommen, wenn er nicht umkehrt. Aber der Mensch ist frei in dieser Pendelbewegung. Und genau darin liegt der Sinn der Weltgeschichte.

      Für den einzelnen Menschen besteht der Sinn seines Lebens darin, dass er zu dieser Anziehungskraft ja oder nein gesagt hat. Auch die Nationen. Nationen haben eine Art kollektive Intelligenz, einen kollektiven Willen, der als öffentliche Meinung bezeichnet wird. Die öffentliche Meinung schwankt wie die Meinung des Einzelnen. Das wellenartige Wiegen der öffentlichen Meinung ist die Synthese oder die Summe der Einzelmeinungen.

      Und unter diesen Bedingungen hat jeder von uns einen kleinen oder großen Einfluss auf die öffentliche Meinung und trägt die Verantwortung dafür, ob sich die Öffentlichkeit in die eine oder andere Richtung orientiert. Vor allem, wenn man Organisationen angehört - was bei uns der Fall ist -, deren Ziel es ist, auf die öffentliche Meinung einzuwirken, um den schlechten Wind zu bekämpfen, der auf die zerbrechliche Eisenspäne der menschlichen Meinung die Wirkung des Teufels ausübt. Und darauf hinzielt, günstige Bedingungen zu schaffen, damit die Anziehungskraft unseres Herrn Jesus Christus voll ausgeübt werden kann.

      In diesem Sinne sind wir die Soldaten des Königs, die versuchen, für ihn Krume für Krume oder Schmutz für Schmutz, Teilchen für Teilchen des Schmutzes, der die öffentliche Meinung ist, die die Gesamtheit der Menschen ist, zu erobern und alle Menschen zu diesem göttlichen Zentrum zu bringen. Dadurch wird das Reich Mariens errichtet werden, wenn der mächtigste, der abwägbarste, der entscheidendste Teil die Mehrheit der Meinungen für sich eingenommen haben wird und das Menschengeschlecht, als Gesamtheit betrachtet, tatsächlich zu ihm gehören wird.

      Es besteht also eine sichtbare Analogie zwischen dieser schönsten Figur, Unserem Herrn, dem König und Mittelpunkt aller Herzen, und der Verehrung Unserer Lieben Frau, der Königin, die wir in unseren Ruf aufnehmen wollen: „Für Unsere Liebe Frau, Königin: Tradition, Familie, Eigentum“. Sofort habe ich den Vorschlag angenommen, weil er schon in meinem Kopf war - in folgendem Sinn: dass die Muttergottes nicht nur von Rechts wegen Königin ist, weil sie es als Mutter Gottes, Miterlöserin des Menschengeschlechts ist, sondern dass in der Tat alle Seelen zu ihr und damit zu unserem Herrn Jesus Christus gehören - die Muttergottes ist Königin, weil das Reich Mariens eine Bedingung für das Reich Christi ist.

      Denn das Reich Jesu ist eine große Gnade für die Menschheit, die alles getan hat, um sie nicht zu verdienen. Sie tut alles, um es nicht zu verdienen. Diese Barmherzigkeit ist eine große Gnade, die denjenigen zuteil wird, die sie offensichtlich nicht verdient haben. Die Gnade kann nur durch die Muttergottes, die Mittlerin aller Gnaden, erlangt werden.

Verehrung des Herzens Jesu und des Unbefleckten Herzens Mariens.

      So verstehen wir, wie unsere Verehrung des Reiches Jesu und des Heiligsten Herzens Jesu, des Reiches Mariens und des Heiligsten und Unbefleckten Herzens Mariens miteinander verbunden sind, sich gegenseitig ergänzen, ein einziges Ganzes bilden, das uns ermutigt.

      Wenn wir schließlich bedenken, dass dieser Sieg, nach dem wir so hart streben, in erster Linie und in sehr hohem Maße von der Gnade abhängt - ohne Gnade wird es nicht geschehen; ohne viel Gnade wird es nicht geschehen; ohne Ströme von Gnaden wird es nicht geschehen - wenn es Gnade gibt, gibt es Möglichkeiten

      Nun denn, es hängt also von diesen Gnadenströmen ab; diese Gnadenströme hängen von der Muttergottes ab. Aber die Gottesmutter wählt die geeigneten Momente, in denen diese Gnadenströme herabregnen: Es sind die Momente, in denen das menschliche Elend am meisten berührt und am meisten auf die Empfänglichkeit ausgerichtet ist; oder es sind die schlimmsten Momente, aber dort kommt die Gnade an und siegt.

      So kann zum Beispiel niemand behaupten, dass der heilige Petrus, als er während der Passion unseres Herrn in jenem Hof war, mit seiner Seele bereit war, die Gnade zu empfangen. Aber die Gnade berührte ihn. Obwohl die Seele nicht gut gelaunt war, kam sie. Und es kam, wie es kommen musste: Der heilige Petrus hörte nicht auf zu weinen, sozusagen bis zu dem Moment, als er Kopfüber gekreuzigt starb.

      Tatsache ist, dass die Betrachtung der entscheidenden, souveränen Rolle der Gnade und der Rolle der Gottesmutter in diesen Gnaden aus dem unendlich barmherzigen Herzen ihres Sohnes eine entscheidende Rolle in der Geschichte ist, wenn es um eine Konzeption der Geschichte geht, die unseren Herrn als „König und Mittelpunkt aller Herzen“ und somit als den Magneten anerkennt, um den sich die ganze Geschichte bewegt, und die ich gerade erklärt habe.

      Unter diesen Bedingungen sollte es für uns nicht entscheidend sein, wie die menschlichen Faktoren und die menschlichen Umstände sind. Das Wichtigste ist, dass Gott in seiner Barmherzigkeit für uns bereit ist, was wir durch das Gebet zur Muttergottes erreichen können. Mit einer festen Hingabe an die Muttergottes kann alles, alles erreicht werden.

      Dann ist uns alles egal, denn selbst wenn wir in einer guten Situation sind und fallen, werden wir auf die Füße fallen.

      Stellen wir uns vor, ein Wassertropfen könnte denken. Stellen Sie sich einen Wassertropfen in einem Glas vor, das auf einem Tisch steht. Der kleine Wassertropfen ist glücklich, er befindet sich im Inneren des Kristallglases, im glitzernden Licht, an dem Ort, der für Wasser geeignet ist, nämlich im Inneren des Glases. Er glaubt nicht, dass das Glas umgestoßen werden könnte. Plötzlich wird das Glas von einem unvorsichtigen Redner umgestoßen oder mit dem Ellbogen gestoßen... der Tropfen spürt ein ängstliches Zittern und erschrickt, aber dann denkt er: „Das ist nichts, vertraue auf die Gottesmutter!“

      Aber im Gegensatz dazu, weil er vertraut hat, bemerkt er, dass das Glas gefährlich kippt, und sagt: „Das ist nichts, vertraue auf die Gottesmutter!“ Das Glas ist noch da. Solange das Glas steht, besteht keine Gefahr, dass es herunterfällt. Er denkt: „Wenigstens bin ich in der Schale dieses Glases und mir passiert nichts“. Pssst! Ein Sturz. Ein Purzelbaum. Er sagt: „Mein Gott, was wird jetzt mit mir geschehen?! Ich werde fallen...“ Das Glas dreht sich, und er sagt: „Es wird nichts sein, vertraue auf die Gottesmutter!“ Das Glas fällt und kommt auf dem Fuß zu stehen.

      Das ist das vollkommene Vertrauen, das die Frucht, aber auch die Bedingung für die vollkommene Verehrung der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens ist - der hl. Johannes Eudes pflegte zu sagen: „Zu dem Heiligsten Herzen Jesu und Mariens“, sie bildeten ein einziges Herz; er war der große Lehrer dieser Verehrung - also, egal wie viele Stöße wir erleiden, und egal wie sehr wir in einer Abfolge von Katastrophen zu sein scheinen, weil wir um etwas bitten, es wird geschehen, wir sagen: „Nun, die Muttergottes wird es nicht erlauben“ - sie hat es erlaubt... so entzieht es uns unser Vertrauen. Wir bitten um mehr, sie erlaubt den Sturz, und wir fallen fast aus dem Glas, wir klammern uns an das Glas mit all der Kraft, wie ein armer Wassertropfen sich an die glatte Oberfläche eines faszinierenden Kristalls klammern kann, es fällt... aber er sieht am Ende, das Glas ist aufrecht stehend auf den Boden gefallen.

Was wir beachten sollten, wenn wir die Weihe beten

      Wenn wir jetzt die Weihe an das Heiligste Herz Jesu beten, müssen wir dies im Blick haben: Das Herz Jesu als König und Mittelpunkt aller Herzen, König und Mittelpunkt der Geschichte, mit der Muttergottes, Königin der Herzen. Dann die Notwendigkeit eines starken Geistes, eines festen Willens, einer Sensibilität, die nicht irgendeine Sensibilität ist, sondern menschlich und stark, die selbst den großen Verfinsterungen der Sensibilität widersteht und sich in der schlimmsten Trockenheit fortsetzt - der feste Wille, alles Jesus und Maria aufzuopfern, oder besser, alles Jesus durch Maria aufzuopfern, damit das Reich des Heiligsten Herzens Jesu durch das Reich des Unbefleckten Herzens Mariens kommen kann.

Gehen wir nun zur Weihe an das Heiligste Herz Jesu durch das Herz Mariens über.

 

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „O Divino Sagrado Coração de Jesus: Rex et Centrum Omnium Cordium“, Vortrag (Santo do dia) am 7. Juni 1991

Diese deutsche Fassung „Das göttliche heiligste Herz Jesu: König und Mittelpung aller Herzen“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Freitag, 24. Juni 2022

Vertrauens-Novene zum Heiligsten Herzen Jesu

 


Wir feiern heute das Fest des Heiligsten Herzens Jesu, und ich möchte nicht, dass ein so großes Fest unkommentiert vorübergeht.

Obwohl es schon sehr spät ist, werde ich kurz auf die Novene eingehen, die „Vertrauens-Novene zum Heiligsten Herzen Jesu“, die der Priester in dieser Nacht vorgebetet hat und die mir sehr gut gefallen hat.

Sie verdient die Bezeichnung „Vertrauens-Novene“, weil es sich um eine Novene handelt, bei der der Betende zum Heiligsten Herzen Jesu betet und die stärksten Gründe anführt, um erhört zu werden; in der Bitte um zeitliche Gnaden, aber vor allem und ganz besonders in der Bitte um geistliche Gnaden.

Und die darin genannten Gründe machen diese Novene geradezu unwiderstehlich. Ich fand das bewundernswert. Deshalb lese ich sie hier:

Erstens:

„Mein Jesus! Du hast gesagt: „Bittet und es wird euch gegeben, suchet und ihr werdet finden, klopfet an und es wird euch aufgetan.“

Siehe, ich komme zu Dir: Ich klopfe an, ich suche und bitte Dich um die Gnade . . .

Das ist eine bewundernswerte Forderung. Ich meine, es ist rational, es ist das Wort, das niemals lügt, vom Heiligsten Herzen Jesu zu nehmen und dieses Versprechen vor Ihm anzufordern.

Und durch das Unbefleckte Herz Mariens haben wir die volle Gewissheit, erhört zu werden.

Wir erinnern Ihn an ein Versprechen seiner Barmherzigkeit. Dann, wenn wir vor allem geistliche Probleme haben, sagen wir es ihm, sagen wir es bei der Kommunion, sagen wir es bei anderen Gelegenheiten, denn es ist höchst wirksam.

Zweitens:

„Mein Jesus! Du hast gesagt: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, so wird Er es euch geben!“ Siehe, ich bitte deinen Vater in deinem Namen um diese Gnade . . .

Es ist in der Tat ein weiteres Versprechen von Ihm. Wer den Ewigen Vater in seinem Namen um etwas bittet, wird es bekommen. Wer Ihn im Namen der Muttergottes bittet, wird es erhalten. Hier ist also eine weitere Verheißung von Ihm, auf die man sich berufen kann.

Nach zwei Versprechen erinnert uns das Heiligste Herz Jesu daran, dass sein Wort unfehlbar ist

Drittens:

Mein Jesus, Du hast gesagt: „Wahrlich, ich sage euch: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen!" Siehe, ich stütze mich auf die Unfehlbarkeit Deiner heiligen Worte, bitte ich Dich ...“

Das heißt, oben haben zwei Worte von Ihm und unten erinnern wir Ihn, dass seine Worte unfehlbar sind.

Das sind Gebetsweisen, das sind Intentionen, die das Heiligste Herz Jesu wirklich anziehen. Und deshalb ist es für uns sehr angebracht, diese Novene zu verbreiten.

Es wäre vielleicht sogar gut, wenn einer von euch zum Priester ginge und um eine große Anzahl dieser Heiligenbildchen bitten würde, um sie hier in unserer Mitte zu verteilen, denn das ist sehr nützlich, sehr fromm, denn es ist charakteristisch für eine begründete Frömmigkeit, für eine klare Frömmigkeit: „Du hast dies gesagt, Du hast das gesagt, das ist es, was sie bedeuten, ich werde erhört werden. Du lügst nie, und deshalb bitte ich Dich, mich wirklich anzuhören“.

Es ist unmöglich, dass unser Herr Jesus Christus auf Bitten der Gottesmutter kein Mitleid mit den Unglücklichen hat.

Dann kommt der letzte Teil, das Gebet, das sehr schön ist. Es lautet wie folgt:

O Heiligstes Herz Jesu, Dem nur eines unmöglich ist, nicht Mitleid zu haben mit den Unglücklichen ...“

Und deshalb vor allem Mitleid mit denjenigen zu haben, die die Schwierigkeiten, die Mühen, die Versuchungen, ja sogar die Nöte des geistlichen Lebens erleiden, dass es unmöglich ist, dass der Herr sich ihrer nicht erbarmt, wenn er von der Muttergottes darum gebeten wird. Dann weiter:

„... Habe Mitleid mit uns elenden Sündern und gewähre uns die Gnaden, um die wir Dich bitten, durch das Unbefleckte Herz Deiner und unserer zärtlichen Mutter und um Ihrer heiligen Tränen willen. Amen“

[Das Tagesgebet der Novene schließt mit der Anrufung zum hl. Josef: „Heiliger Josef, Freund des heiligsten Herzen Jesu, bitte für uns“ und mit dem „Salve Regina“]

Hier ist also ein frommer Gedanke, um ein wenig vom Heiligen des Tages zu vermitteln, was wir in den letzten Tagen nicht geschafft haben.

 

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von DeepLTranslator (kostenlose Version) von „Novena irresistivel ao Sagrado Coração de Jesus“ in Santo do Dia (Vortrag) vom  17. Juni 1966.

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung „Die Vertrauens-Novene tu Heiligsten Herzen Jesu“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

Freitag, 11. Juni 2021

Heiligstes Herz Jesu-Fest 1991

Wir werden am Ende des Vortrags die Weihe der TFP an das Heiligste Herz Jesu vornehmen. Wir haben gerade die schöne Litanei an das Heiligste Herz Jesu gehört, die von der Schola gesungen wurde, als die Statue des Heiligsten Herzen Jesu hereingetragen wurde, vor der wir die Weihe vornehmen werden.

Ich möchte etwas zu diesem Anlass sagen und dabei mindestens zwei Aspekte berücksichtigen. In Wirklichkeit hat dieses Datum so viele Aspekte, wie es Anrufungen in dieser Litanei gibt. Es sind so reiche Anrufungen, dass man über jede von ihnen eine Sitzung, eine Konferenz abhalten könnte. Aber die Umstände erlauben es nicht, und ich möchte zumindest ein allgemeines Aperçu über eine der Anrufungen dieser Litanei machen.

Wenn wir dem Gesang der Litanei zugehört haben, sehen wir, dass jede Bitte, die den verschiedenen Anrufungen entspricht, vollkommen heilig ist. Das heißt, dass der Mensch, um wirklich ein guter Katholik zu sein und sich im Zustand der Gnade zu befinden, jede dieser Tugenden bewundern muss, die in der Litanei angestimmt werden. Diese Tugenden sind wesentlich wichtig für das geistliche Leben, und von ihnen hat Unser Herr in Seinem irdischen Leben ganz hervorragende, eklatante und schöne Beispiele gegeben, die unauslöschlich sind und während der ganzen Geschichte der Menschheit auf Erden die Welt und die Seligen im Himmel in alle Ewigkeit erleuchten werden.

Aber es gibt eine Anrufung, die mir besonders bemerkenswert erscheint, zu der ich nur wenige Kommentare gehört habe oder, um die Wahrheit zu sagen, ich habe niemanden erlebt, der sie kommentiert hätte, und es ist diese: „Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen“. Die vollständige Anrufung lautet also: „Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen, erbarme dich unser“.

Was bedeutet diese Anrufung?

Alle Dinge der Kirche, so sehr sie die Gefühle berühren - und es ist gut, dass sie das tun -, haben eine tiefe Daseinsbegründung, sie basieren auf der Theologie und damit auf einer sehr soliden, sehr sicheren Lehre. Was bedeutet „Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen“? Es ist also „König aller Herzen“ und es ist „Mittelpunkt aller Herzen“.

Was ist der Unterschied zwischen „König“ sein und „Mittelpunkt“ aller Herzen sein? Welches Bild ruft diese Vorstellung vom „Mittelpunkt aller Herzen“ hervor? Und wie sollen wir uns angesichts dieses Bildes verhalten?

Dass das Herz Jesu „König aller Herzen“ ist, ist leicht zu verstehen, denn Er, der ist, wer Er ist - wahrer Gott und wahrer Mensch - ist der König von allem. Er ist also König des Hauptteils seiner Schöpfung, nämlich der Menschheit. Aber als König der Menschen, auch König der Herzen zu sein, bedeutet nicht nur einfach König der Menschen zu sein.

Ein König von Menschen kann König sein, weil er das Recht hat zu herrschen, weil er die Macht hat zu herrschen und weil er den Willen hat zu herrschen. Er übt die Herrschaft effektiv aus. Aber er ist nicht unbedingt König der Herzen, d.h. er kann verachtet werden, er kann verabscheut werden. Er hat vielleicht nicht das Recht, König der Herzen zu sein, weil er nicht die Tugenden und Eigenschaften hat, die ihm dieses Königtum verleihen. Deshalb muss man, um „König der Herzen“ zu sein, gut verstehen, was das heißt, es ist nicht einfach nur König der Menschen zu sein, es ist viel mehr als nur König der Menschen.

Was bedeutet es, „König der Herzen“ zu sein? Ist es, König der Zärtlichkeit oder der Liebefähigkeit zu sein? Nach der aktuellen Symbologie - die schon lange aktuell, eigentlich sehr alt ist – ist das Herz das Symbol der Zärtlichkeit oder der Liebefähigkeit des Menschen. Dann wäre der „König und Mittelpunkt aller Herzen“ der König und Mittelpunkt aller Zuneigung, der, der alle Liebeserweise, alle Zärtlichkeit an sich zieht. Er hat das Recht und auch die Macht, die Zuneigung aller Menschen an sich zu ziehen.

Aber das Herz bedeutet mehr als das. Das Herz beinhaltet und setzt auch die Zuneigung und Zärtlichkeit voraus, denn es ist Teil eines Ganzen. Zuneigung und Zärtlichkeit sind Elemente. Es gibt aber noch etwas mehr als das. Es umfasst den Willen des Menschen, wenn er erkennt, dass er Ihn als den König aller Herzen lieben muss. Und als solcher muss der Mensch einen Willensakt vollziehen, um ihn zu lieben. So dass selbst dann, wenn man in der größten Trockenheit ist und deshalb keine Zuneigung empfindet - was eine Prüfung ist, die im geistlichen Leben oft vorkommt – durch den Willen, weiß man in der Trockenheit, dass Er das Rech
t hat, König aller Herzen zu sein, und deshalb will man Ihn als König seines Herzens.

Es ist also ein harter, fester, zäher Wille, der weiß, was er wollen muss und er will, was er wollen muss: Es ist ein ernsthafter Wille. Das Heiligste Herz Jesu ist der König und das Zentrum allen Wollens. Das heißt, er hat das Recht, dass alle Menschen ernsthaft zu ihm tendieren, mit diesem Element der Liebe, welches der Wille ist, der das Kapitalelement der Liebe ist.

Wann wird seine Herrschaft über alle Herzen wirksam sein?

Als Er sich über die Apostel beklagte, weil sie nicht eine Stunde bei Ihm wachen konnten, während Judas sich beeilte, Ihn zu verraten, beklagte Er sich nicht nur, weil sie kein Mitgefühl hatten - Er erschien mehrere Male in Seinem eigenen Blut getränkt, Er schwitzte Blut und in einem Zustand der Bedrängnis, der sie mit Mitleid erfüllen sollte. Aber Er erreichte nichts. Ihre Empfindsamkeit bewegte sich nicht, sie wachten auf, sahen Ihn an und schliefen weiter.

Aber vor allem, und das ist das Schlimmste, lag es nicht daran, dass ihre Empfindsamkeit nicht berührt wurde, [sondern] weil sie nicht den Willen, die Entschlossenheit hatten, Ihn bis zum Ende zu begleiten, Ihm dort Gesellschaft zu leisten, Ihm den Trost zu geben, um den Er bat, und Ihn dann bis zu den Höhen des Kalvarienbergs zu begleiten. Die nachfolgenden Ereignisse zeigen dies recht deutlich. Er hatte das Recht, der König dieser Herzen zu sein, aber in Wirklichkeit war er es nicht, denn dieses Königtum wurde von ihnen nicht anerkannt.

Das Königtum ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Tatsache. Die Tatsache ergänzt und vervollständigt das Recht. Er hatte das Recht dazu, aber Er war nicht so erwünscht, wie Er es sein sollte. Diese Tatsache lag also nicht vor. Diese Tatsache hätte vorhanden sein müssen. Die ganze Verantwortungslosigkeit, die die Apostel in jenen gipfelnden Episoden an den Tag legten, beweist, wozu der Mensch fähig ist, wenn er gegenüber Unserem Herrn nur eine sinnlich gefühlte Zuneigung hat, die aber nur Gefühl ist, nicht jene Willensstärke, die in der Trockenheit und sogar in der Trostlosigkeit dennoch treu ist.

Wann also wird die Herrschaft des Heiligsten Herzens Jesu zur effektiven Herrschaft auf Erden? Offensichtlich im Reiche Mariens. Die Herrschaft Mariens führt zur Herrschaft Jesu. Die Gottesmutter ist ganz auf Ihn bezogen, Ihm zugewandt. Ihr ist es eigen zu Ihm zu führen. Wenn also die Herrschaft der Muttergottes einmal etabliert ist, so heißt es, und es braucht nicht wiederholt zu werden, ist die Herrschaft des Heiligsten Herzens Jesu etabliert.

Das heißt, durch die Gebete der Gottesmutter von jetzt an, aber vor allem während der Bagarre* und während der Herrschaft Mariens, die außerordentlich mächtig und eindringlich sein werden, wird es den Menschen, die heute nur das sind, was wir sind – was noch auf der Linie des Besten ist -, gewährt werden, dass sie eine große Sensibilität für Ihn haben. Alle Grade der Empfindsamkeit; vor allem aber eine große Willensfestigkeit. Das heißt, Er hat das Recht, unser König zu sein, und weil Er das Recht hat, unser König zu sein, werden wir vor Ihm die Haltung einnehmen wie vor unserem König, selbst wenn wir bei der Verteidigung Seiner Herrschaft kämpfend auf den Stufen des Throns sterben.

Die Rolle der festen Überzeugungen

Dieser Seelenzustand beinhaltet ein weiteres Element: Der Mensch kann diesen starken Willen nicht haben, wenn er keine festen Überzeugungen hat. Das heißt, wer nicht überzeugt ist, keinen festen Glauben hat an die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus; wer keinen festen Glauben an die römisch-katholische Kirche hat, ist nicht fähig zu diesen großen Vorsätzen. Wenn die Stunde des Opfers, die Stunde der vollkommenen Hingabe kommt, wird es zu einem Schock kommen. Der Erhaltungsinstinkt - es ist entweder der Erhaltungsinstinkt des Lebens oder der Erhaltungsinstinkt der Güter, die dem Leben dienlich sind, also Reichtum, Ansehen, guter sozialer Status, Gesundheit, was weiß ich noch – wenn diese Dinge bedroht sind und der Erhaltungsinstinkt darauf abzielt, sie zum Wohle des Betroffenen zu schonen. Das ist Egoismus. Egoismus ist die Hypertrophie dieses Instinkts.

Wenn dann die Zeit des Opfern kommt und man sich in dieser Situation befindet, kommt die Frage: „Aber, ist es wirklich so?!“ Es ist der Instinkt selbst, der flüstert: „Ist dieser Grund, warum ich mich Ihm opfern werde, ein wahrer Grund? Widersteht er wirklich der Argumentation?“ Es ist ein Weg, den die menschliche Feigheit einschlägt, um der Pflicht zu entkommen, ohne direkt das Gefühl zu haben, die Pflicht zu verletzen. „Ich habe mich damals geprüft und festgestellt, dass meine Gründe nicht stichhaltig genug sind, also bin ich nicht verpflichtet, mich zu opfern. Das Opfer, das ich bringen sollte, bringe ich nicht, um meinen Ruf, mein Geld usw. zu bewahren; um mein Leben zu bewahren, bringe ich es nicht.“ Warum nicht? Weil ich nicht überzeugt bin. Überzeugungsarbeit ist ein grundlegendes Element dieses Ganzen, durch das unser Herr Jesus Christus König der Herzen wird.

Die Folge davon ist, dass wir einen starken Willen haben müssen, und wenn wir etwas wollen, müssen wir eine Festigkeit des Verstandes haben, durch die unsere Gewissheiten genauso fest oder fester sind als unsere Entschlüsse. Der wahre Katholik sollte sagen: „Weil ich einen festen Glauben habe - aber einen, der sicher ist und der jeden Zweifel ausschließt -, ist unser Herr Jesus Christus der Gottmensch, der auf Erden war, der mein Retter, mein Erlöser ist, der alles das getan hat, was im Evangelium berichtet wird, der unter anderem die Kirche gegründet hat, der jene Lehre gelehrt hat, die dort niedergeschrieben wurde usw., der jene Wunder getan hat, der durch seine Auferstehung die Wahrhaftigkeit von allem, was er war, was er gesagt und getan, bewiesen hat und in den Himmel aufgefahren ist“.

Nun, deshalb bin ich davon überzeugt, dass Er wirklich mein Gott, mein Retter und mein Erlöser ist. Deshalb bin ich entschlossen, für Ihn zu sterben.

Dies setzt also eine Festigkeit des Geistes voraus, die unter der Bedingung steht, dass unser Herr Jesus Christus seine Souveränität über die Menschen effektiv ausübt, dass er effektiv König über uns und über alle anderen ist.

Nun ist das, was wir heute beobachten, sehr oft das Gegenteil dieser Gewissheit: es ist Relativismus. Man denkt heute: „Er hat wahrscheinlich existiert. Er ist so gut, so heilig, eine so außergewöhnliche Figur, dass er wahrscheinlich existiert hat. Aber Gewissheit habe ich nicht. Warum? Weil ich bin es nicht gewohnt, Gewissheiten zu haben. Mein umherschweifender Geist, mein fauler Geist, mein zynischer Geist, der von mir nicht verlangt, klar zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden, sondern sich auf einem sumpfigen Boden, - den es nicht geben sollte, zwischen Irrtum und Wahrheit, - herumtreibt, mein nachlässiger Geist hat keine Gewissheit. Und deshalb, egal wie sehr ich die Sache studiere - ich werde nicht studieren, weil ich normalerweise nichts studiere - bin ich nicht in der Lage, eine Gewissheit zu bilden, denn eine Gewissheit zu bilden, setzt ein starkes Herz voraus.

Herzen, die nach dem Abbild und Ähnlichkeit Jesu geschaffen sind

An der Wurzel der Gewissheit, der Überzeugung, steht die Gewissheit des Willens, die Ernsthaftigkeit des Willens: die Wahrheit, ich will sie. Deshalb wird mein Geist auf der Suche nach der Wahrheit wie ein Schwert sein, das die Finsternis durchschneidet, das die Dunkelheit in zwei Hälften teilt und das Licht erreicht.

Dies sind die Herzen, die nach dem Herzen Jesu gemacht sind. Er hat uns alle möglichen Beweise dafür geliefert, dass er das Modell dafür ist, das Urmodell dafür. Sein Opfer bis zum Gipfel des Kreuzes gebracht zu haben und zu sagen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und unmittelbar danach, zu sterben. Diese Worte „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ sind ein Stöhnen, aber sie sind der Anfang eines prophetischen Psalms, der seine Auferstehung ankündigt. In seinem Wort, das Er zu dem guten Verbrecher sagte – „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“..., in allem vernehmen wir Seine Gewissheit und Entschlossenheit, den ganzen Weg zu gehen, durch die schlimmsten Hindernisse und die größten Schwierigkeiten. Das Herz Jesu ist unser erzperfektes Vorbild, gerade in diesem Punkt.

Aber ich denke, wir sollten in dieser Hinsicht eine Gewissensprüfung vornehmen und uns fragen, inwieweit wir so sind, und inwieweit wir das erfüllt haben, was unser Herr im Evangelium befohlen hat: „Eure Sprache sei ja, ja, nein, nein“. Diese Sprache kann nur „ja, ja, nein, nein“ sein, ohne Lüge, wenn unsere Seele „ja, ja, nein, nein“ ist.

In diesem Gebot war der Ratschlag impliziert: „Seid fest in dem, was ihr denkt, seid fest in dem, was ihr wollt.“ Das ist offensichtlich.

Im Heiligsten Herzen Unseres Herrn ist die Quelle, aus der die Gnaden ausstrahlen, durch die wir zu dieser Gewissheit, zu dieser Willensstärke fähig werden können, zu der der Mensch von Natur aus nicht fähig ist, wenn er übernatürliche Ziele vor Augen hat. Er ist dazu nur fähig, wenn er dafür Gnaden erhält. Und das Heiligste Herz Jesu ist der Brennpunkt, von dem diese Gnaden, diese Tugenden, ausgehen.

Aber hier kommt die sensible Seite des Symbols ins Spiel: es ist das Herz, das der Brennpunkt dieser Gnaden ist, das heißt, es ist ein Gefäß voller Barmherzigkeit für diejenigen, die Ihn um diese Gnaden voller Zuneigung bitten. Deshalb hat Er das Verlangen zu geben und Er wartet in der Fülle seiner Reichtümer darauf, dass jemand um eine gewisse Menge oder die in sich passende Fülle dieser Reichtümer bittet, damit Er sofort geben kann und diese Fülle erfüllt. Das ist die großartige Symbolik, die dort enthalten ist.

Das sind die notwendigen Elemente, um unsere Lässigkeit zu überwinden.

Dann wird er König - de jure, weil er es von Rechts wegen ist, - aber König in der Tat.  Wenn alle Menschen so sind - wenn es nicht alle Menschen zahlenmäßig sind, jeder einzelne, sondern der Teil von größerem Gewicht, von größerem Einfluss, von größerer Ausstrahlung, nicht nur, weil sie zu den höchsten Klassen gehören, sondern vor allem, weil unter ihnen die Menschen sind, die den Willen besser hinter sich bringen können -, wenn alle diese Menschen dem Heiligsten Herzen Jesu folgen würden, dann ist wahrhaftig das Reich Mariens eingerichtet.

* * *

Warum der Mittelpunkt aller Herzen?

Warum Mittelpunkt? Das Wort Mittelpunkt legt diese Vorstellung nahe: unter einer Vielzahl von Herzen - nicht deren geometrischer Mittelpunkt zu sein, hier ist es eine Metapher - jener Anziehungspunkt zu sein, im Hinblick auf den hin sich alle Herzen bewegen, um Ihn entweder anzunehmen oder abzuweisen. Alle Bewegungen der Herzen erfolgen in der Tat im Hinblick auf Ihn, auch wenn wir es nicht wahrnehmen. Und deshalb, alle Bewegungen der Geschichte, alle Bewegungen des eigenen Privatlebens, die Bewegungen meiner Seele, die die Seele eines jeden Menschen haben mag, wenn sie hört, was ich sage - während ich etwas sage, denke ich darüber nach, was ich sage und es ist unvermeidlich, dass, während ich über das nachdenke, meine eigene Person eine innere Haltung zu dem einnimmt, was ich sage, und ich liebe, was ich sage, oder ich liebe es nicht.

Es geht also um die, die sprechen, aber auch um die, die zuhören... selbst diejenigen, die sich entschieden haben, nicht zuzuhören, um auf etwas anderes zu achten. Während das Heiligste Herz Jesu angesprochen wird, denken sie an etwas anderes, sie haben beschlossen, nicht hinzuhören, nicht auf die Gedanken zu achten, die zum Heiligsten Herzen Jesu führen: sie lehnen es ab. Aber die ganze Bewegung aller Herzen dreht sich um Ihn.

Wir könnten uns einen Magneten von außerordentlicher Anziehungskraft vorstellen, um den eine ebenfalls unvorstellbare Menge von Eisenspänen angeordnet ist und über der ein Wind weht. Der Wind neigt dazu, die Späne zu zerstreuen, und der Magnet neigt dazu, sie anzuziehen. Die Späne befinden sich ständig zwischen zwei verschiedenen Kräften. Eine Anziehungskraft, die sie dazu bringt, sich mit dem Magneten zu vereinigen und eine Fliehkraft, der Wind, der sie vom Magneten entfernt.

Stellen wir uns die Späne vor, in denen jedes Teilchen mit Intelligenz und freiem Willen ausgestattet ist und die deshalb in jedem Moment durch Wind und Anziehung gezwungen sind, zu wählen, ob sie näher kommen oder fliehen wollen, so können wir uns das Bild des „Königs als Mittelpunkt aller Herzen“ vorstellen.

In jedem Moment unseres Lebens nähern wir uns Ihm oder entfernen uns von Ihm. Ob wir es wollen oder nicht, die Richtung jeder unserer Handlungen ist die Richtung, in der wir entweder mehr oder weniger Ihm gehören wollen.

Wer ist die Fliehkraft auf der anderen Seite? Wer bläst diesen Wind, der zerstreut und uns dazu drängt, nicht hinzuschauen und nicht mitzumachen? Offensichtlich der Satan. Satan hat seine magnetische Anziehungskraft und unser Herr hat seine übernatürliche, göttliche Anziehungskraft hin zu sich selbst.

Das Bild der Späne und dem Wind und dem Magneten gibt nicht die ganze Realität wieder, weil es nicht alles erklärt. Was ist die Quelle dieses Windes, warum neigt der Wind dazu, die Eisenspäne zu zerstreuen? Wenn wir denken, dass alles, was uns von unserem Herrn entfernt, vom Teufel ist, dann haben wir alles verstanden. Unser Leben ist in jedem Moment ein Pendel zwischen Gott und dem Teufel. Und wir müssen uns ständig auf die Mitte zubewegen und dem entgegengesetzten Druck, der Anziehungskraft des Teufels zu sich hin, entgegenwirken.

Die Rolle der Guten bei der Herrschaft Jesu in den Herzen

Mit Recht, Unser Herr ist der Magnet, der alle Herzen an sich zieht. In der Tat ist er es auch in dem Sinne, dass er eine anziehende Macht über alle Herzen ausübt. Aber Er gibt diesen Herzen einen freien Willen, so dass der Mensch die Freiheit hat, nein zu sagen. Wenn er sich weigert, sündigt er und kann, wenn er nicht umkehrt, in die Hölle kommen. Aber der Mensch ist frei in dieser Pendelbewegung. Und genau darin liegt der Sinn der Geschichte der Menschheit.

Für den einzelnen Menschen ist der Sinn seines Lebens: ja oder nein zu dieser Anziehungskraft gesagt zu haben. Auch Nationen. Nationen haben eine Art kollektive Intelligenz, einen kollektiven Willen, der als öffentliche Meinung bezeichnet wird. Die öffentliche Meinung schwankt wie die individuelle Meinung. Sie ist die Summe oder die Synthese der Einzelmeinungen.

Und unter diesen Bedingungen hat jeder von uns ein kleines oder großes Gewicht in der Neigung der öffentlichen Meinung und trägt die Verantwortung dafür, ob sich die Öffentlichkeit in die eine oder andere Richtung orientiert hat. Vor allem, wenn wir Organisationen angehören – wie in unserem Fall -, die speziell darauf abzielen, auf die öffentliche Meinung einzuwirken, um den bösen Wind zu bekämpfen, der auf die zerbrechlichen Späne der Meinung der Menschen die Wirkung des Teufels ausübt, und darauf zielt, günstige Bedingungen zu schaffen, damit die Anziehungskraft unseres Herrn Jesus Christus volle Wirkung hat.

In diesem Sinne sind wir die Miliz des Königs, die versucht, für Ihn Krume für Krume oder Span für Span, Teilchen für Teilchen der Späne, die die öffentliche Meinung, die Gesamtheit der Menschen ist, zu erobern und alle Menschen zu jenem göttlichen Zentrum zu bringen. In dem Augenblick, wo der mächtigste, abwägbarste, entscheidendste Teil die große Mehrheit der Meinung nach sich gezogen haben wird, und das Menschengeschlecht, als Gesamtheit betrachtet werden kann, tatsächlich Ihm gehört, wird das Reich Mariens aufgerichtet sein.

Es gibt also eine sichtbare Analogie zwischen dieser schönsten Figur, Unseres Herrn als König und Mittelpunkt aller Herzen, und der Verehrung Unserer Lieben Frau als Königin der Herzen in folgendem Sinn: dass die Gottesmutter Königin ist, nicht nur von Rechts wegen, weil sie das als Mutter Gottes, Miterlöserin des Menschengeschlechts ist, sondern damit in der Tat alle Seelen ihr und damit unserem Herrn Jesus Christus gehören - die Gottesmutter ist Königin, weil das Reich Mariens eine Vorbedingung für das Königreichs Jesu ist.

Denn das Reich Jesu ist eine enorme Gnade für die Menschheit, die alles getan hat, um es nicht zu verdienen. Sie tut alles, um es nicht zu verdienen. Es ist eine enorme Barmherzigkeit von Seiten des Herzen Jesu. Diese Barmherzigkeit, die jenen zuteil wird, die sie so offensichtlich nicht verdienen, kann nur durch die Gottesmutter erlangt werden, die die Mittlerin aller Gnaden ist.

Verehrung des Herzens Jesu und des Unbefleckten Herzens Mariens

Dann versteht man, wie unsere Verehrung des Reiches Jesu, des Heiligsten Herzens Jesu, des Reiches Mariens und des Heiligen und Unbefleckten Herzens Mariens miteinander verbunden sind, sich gegenseitig vervollständigen und ein einziges Ganzes bilden, das voller Ermutigung für uns ist.

Wenn wir schließlich in Betracht ziehen, dass dieser Sieg, nach dem wir so sehr streben, in erster Linie und zu einem sehr großen Teil von der Gnade abhängt - ohne Gnade wird es nicht geschehen; ohne viel Gnade wird es nicht geschehen; ohne Ströme von Gnaden wird es nicht geschehen – mit der Gnade aber, ist alles möglich....

Es kommt auf diese Gnadenströme an; diese Gnadenströme hängen von der Gottesmutter ab. Aber die Gottesmutter wählt die geeigneten Momente aus, in denen diese Gnadenströme herabregnen: Es sind die Momente, in denen das menschliche Elend am meisten berührt wird und am meisten auf Empfänglichkeit ausgerichtet ist; oder es sind die schlimmsten Momente, wo aber die Gnade kommt und siegt.

Zum Beispiel kann niemand behaupten, dass der heilige Petrus, als er während der Passion unseres Herrn in diesem Hof war, mit seiner Seele bereit war, die Gnade zu empfangen. Aber, die Gnade hat ihn berührt. Auch wenn die Seele schlecht gelaunt war, kam sie. Und es kam die rettende Heilung: Petrus hörte sozusagen nicht auf zu weinen, bis zu dem Moment, als er kopfüber gekreuzigt starb.

Tatsache ist, dass die Betrachtung der entscheidenden, souveränen Rolle der Gnade und der Rolle der Gottesmutter in diesen Gnaden aus dem unendlich barmherzigen Herzen ihres Sohnes eine entscheidende Rolle in der Geschichte ist, wenn es um ein Geschichtsverständnis geht, das unseren Herrn als „König und Mittelpunkt aller Herzen“ und damit als den Magneten, um den sich die ganze Geschichte bewegt, anerkennt, was ich vorhin erläutert habe.

Unter diesen Bedingungen sollte es für uns nicht entscheidend sein, wie die menschlichen Faktoren und die menschlichen Umstände sind. Das Wichtigste ist, dass Gott in seiner Barmherzigkeit für uns bereit ist, was wir durch das Gebet zur Muttergottes erreichen können. Mit einer festen Andacht zur Muttergottes kann alles, alles erreicht werden.

Dann ist uns alles egal, denn selbst wenn wir in einer guten Situation sind und wir fallen, werden wir auf aufrecht fallen.

Das Gleichnis vom Wassertropfen, der aus dem Glas fällt.

Stellen Sie sich vor, ein Wassertropfen könnte denken. Stellen Sie sich einen Wassertropfen am Boden eines solchen Glases vor, das Glas steht auf einem Tisch. Der kleine Wassertropfen ist glücklich, er befindet sich im Inneren des Kristalls, im Schimmer des Lichts, am richtigen Ort für Wasser, nämlich im Inneren des Glases. Er glaubt nicht, dass dieses Glas umgestoßen werden könnte. Plötzlich wird das Glas angestoßen..., der Tropfen spürt ein ängstliches Zittern und erschrickt, denkt dann aber: „Es ist nichts, vertraue auf die Muttergottes!“ Das Glas fällt zu Boden und erstaunlicherweise steht es aufrecht, ohne Schaden. Drinnen, der Tropfe...

Das heißt, vollkommenes Vertrauen, welches die Frucht, aber zugleich die Bedingung für die vollkommene Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu und Mariens ist. - Der heilige Johannes Eudes pflegte zu sagen: „Zum Heiligsten Herzen Jesu und Mariens“, beide Herzen bildeten nur ein Herz; er war der große Lehrer dieser Verehrung.

Also, egal wie viele Purzelbäume wir schlagen, und egal wie sehr wir uns in einer Abfolge von Katastrophen zu befinden scheinen, wenn wir um etwas bitten, wird es geschehen, wir sagen: „Nun, die Muttergottes wird den Sturz nicht erlauben“ – doch sie hat ihn erlaubt... unser Vertrauen ist erschüttert. Wir bitten um mehr, Sie erlaubt den Sturz, und wir fallen... aber wir sehen am Ende, wir stehen aufrecht nach dem Fall...

Was zu beachten ist, wenn wir nun die Weihe beten

In dem Moment, in dem wir die Weihe an das Heiligste Herz Jesu beten, müssen wir dies im Blick haben: Das Herz Jesu, als König und Mittelpunkt aller Herzen, als König und Mittelpunkt der Geschichte, mit Unserer Lieben Frau, Königin der Herzen. Dann die Notwendigkeit eines festen Verstandes, eines starken Willens, einer Empfindsamkeit, die nicht eine Gefühlsduselei irgendeines Trottels ist, sondern männlich und stark, die sogar den großen Verfinsterungen des Gefühls widersteht und die sich in der schlimmsten Trockenheit fortsetzt - einen festen Wunsch, alles Jesus durch Maria aufzuopfern, damit das Reich des Heiligsten Herzens Jesu durch das Reich des Unbefleckten Herzens Mariens kommen.

Jemand wird sagen: „Wie schwierig das doch ist!“ Wir antworten: „Die Geschichte vom Wassertropfen im Glas zeigt uns: Nichts ist schwierig, nichts ist unmöglich, für diejenigen, die auf Jesus und Maria vertrauen.“

Beten wir nun die Weihe an das Heiligste Herz Jesu.

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von Deepl.com des Vortrags von Plinio Corrêa de Oliveira am 7. Juni 1991. Abschrift und Übersetzung wurden vom Autor nicht revidiert.

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

„Heiligstes Herz Jesu Fest 1991“ erschien erstmals in deutscher Sprache in www.p-c-o.blogspot.com

Dienstag, 10. November 2020

 

Die Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu: (II)

Der Papst löst Einwände auf

Das Heiligste Herz, ein gut gewähltes Symbol für die immense Nächstenliebe des Erlösers

„Die Verehrung des Herzens Jesu ist nicht irgendeine Form von Frömmigkeit, die unterschätzt und übersehen werden darf“

Plinio Corrêa de Oliveira

Wir schließen heute die in unserer letzten Ausgabe begonnene Zusammenfassung der Enzyklika „Haurietis Aguas“ vom 15. Mai 1956 ab, einem bewundernswerten Dokument, das der regierende Heilige Vater Pius XII. zum Anlass des hundertsten Jahrestages der Einsetzung des liturgischen Festes des Heiligen Herzens Jesu durch Leo  XIII. herausgegeben hat.

(Hier wurde auf die deutsche Fassung der Webseite des Vatikans zurückgegriffen wurde. [s. Link unten*]. Untertitel sind von diesem Blog.)

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III - AKTIVER UND TIEFER ANTEIL DES HEILIGEN HERZENS JESUS IM WERK DER ERLÖSUNG UNSERES HEILANDES

Das Herz Jesu Symbol der vollkommenen, empfindsamen, spirituellen (menschlichen und göttlichen) Liebe während seines irdischen Lebens.

Dieses Thema der Enzyklika stellt eine bewundernswerte Meditation über die Liebe unseres Herrn dar, die sich in allen Episoden seines irdischen Lebens gemäß den Aussagen der Heiligen Evangelien zum Ausdruck kam. In Anbetracht des anbetungswürdigen Herzens Jesu Christi vom Augenblick der Verkündigung bis zum Moment des Todes beschreibt der Heilige Vater auf rührende Weise die Liebe, die unser göttlicher Erlöser während seines Lebens auf Erden in all seine Handlungen gezeigt hat.

Die Eucharistie, die Jungfrau Maria, das Priestertum
sind Gaben des liebenden Herzens Jesu Christi.

»Auch als Christus der Herr vor dem Letzten Abendmahl mit seinen Jüngern wusste, dass er das Sakrament seines Leibes und Blutes einsetzen würde, seines Blutes, durch dessen Vergießung der Neue Bund zu schließen war – hatte er sein Herz von mächtiger Bewegung erregt gefühlt, wie er es seinen Aposteln mit folgenden Worten zu erkennen gab: „Sehnlichst habe ich danach verlangt, dieses Ostermahl mit euch zu halten, bevor ich leide“ [1]; diese Empfindungen waren zweifellos noch stärker, als er „das Brot nahm, dankte, es brach und es ihnen reichte mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Andenken. Ebenso nahm er nach dem Mahle den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird“.« [2]

»Man kann darum mit Recht behaupten: die heilige Eucharistie, als Sakrament und als Opfer, deren eines er den Menschen mitteilt, deren anderes er aber selbst ständig darbringt „vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang“ [3], und ebenso das Priestertum sind wirklich Geschenke des heiligsten Herzens Jesu.«

»Ein sehr kostbares Geschenk des heiligsten Herzens ist auch, wie Wir sagten, Maria, die hehre Mutter Gottes und unser aller liebevollste Mutter. Sie, die ja unseren Heiland dem Fleische nach gebar und seine Gefährtin war bei der Rückführung der Kinder Evas zum göttlichen Gnadenleben, sie ist mit Recht als geistige Mutter des ganzen Menschengeschlechts gegrüßt worden. Im Hinblick darauf schreibt der hl. Augustinus über sie: „Ganz Mutter der Glieder des Heilandes, die wir sind, weil sie mitgewirkt hat in Liebe, dass Gläubige in der Kirche geboren würden, die Glieder jenes Hauptes sind“.« [4]


»Der unblutigen Gabe seiner selbst unter den Gestalten von Brot und Wein wollte unser Heiland Jesus Christus als besonderen Erweis seiner innigen und grenzenlosen Liebe das blutige Opfer des Kreuzes beifügen. Gerade durch diese Tat gab er das Beispiel jener erhabenen Huld, die er seinen Jüngern als höchstes Ziel der Liebe hingestellt hatte mit den Worten: „Eine größere Liebe hat niemand als wer sein Leben hingibt für seine Freunde.“ [5] ... Und wirklich ist unser göttlicher Heiland mehr durch die Liebe als die Gewalt der Henker ans Kreuz geheftet worden; sein freiwilliges Ganzopfer ist das hochwertigste Geschenk, das er jedem einzelnen Menschen gab nach dem ausdrucksvoll kurzen Wort des Apostels: „Er hat mich geliebt und sich für mich hingeopfert“.« [6]

Die Kirche und die Sakramente sind ebenfalls Gaben
des Heiligsten Herzens


»Es kann darum kein Zweifel bestehen, dass das heiligste Herz ... auch das rechtmäßige Sinnbild jener unermesslichen Liebe ist, aus der unser Erlöser durch Vergießung seines Blutes den geheimnisvollen Ehebund mit der Kirche einging: „Aus Liebe hat er für die ihm als Braut zu verbindende Kirche gelitten.“ [7] Aus dem verwundeten Herzen des Erlösers also ist die Kirche, die Handreicherin des Blutes der Erlösung, geboren, und aus demselben ist die Gnade der Sakramente, aus der die Kinder der Kirche das übernatürliche Leben schöpfen, überreich geflossen, wie wir in der heiligen Liturgie lesen.« Nachdem der Heilige Vater den hl. Thomas zitiert, folgert er: »Die Wunde des heiligsten Herzens Jesu ist, auch nach seinem Tode, durch die Jahrhunderte ein lebendiges Bild jener freien Tat der Liebe, mit der Gott seinen Eingeborenen Sohn hingab zur Erlösung der Menschen, und mit der Christus uns alle so sehr geliebt hat, dass er sich für uns auf Kalvaria zum blutigen Opfer hingab: „Christus hat uns geliebt und sich für uns Gott als Opfergabe hingegeben zum lieblichen Wohlgeruch“.« [8]

Der Heilige Vater spricht in der Folge vom Heiligsten Herzen, als Symbol seiner dreifachen Liebe zur Menschheit während seines glorreichen Lebens im Himmel. Zur Rechten des Vaters sitzend, »besitzt er in seinem Herzen, wie in einem kostbaren Schrein geborgen, jene unermesslichen Schätze von Verdiensten, die Früchte des gleichen dreifachen Triumphes, die er dem erlösten Menschengeschlecht freigebig mitteilt.«

Die Gaben des Heiligen Geistes sind auch Gaben
des Heiligsten Herzen Jesu

Sich auf Pfingsten beziehend, schreibt Pius XII.: »Die Eingießung dieser göttlichen Liebe geschah auch von dem Herzen unseres Heilandes aus, „in dem alle Schätze der Weisheit und Wissenschaft verborgen sind“ [9]. Es ist ja diese Liebe ein Geschenk des Herzens Jesu und seines Geistes; und er ist der Geist des Vaters und des Sohnes, von dem der Ursprung der Kirche und ihre wunderbare Ausbreitung zu allen Heidenvölkern ausgeht, zu der Heidenweit, die Götzendienst, Bruderhass, Sittenverderbnis und Gewalttätigkeit befleckt hatten. Diese göttliche Liebe ist das kostbarste Geschenk des Herzens Christi und seines Geistes; sie rüstete die Apostel und Blutzeugen mit jener Tapferkeit aus, in deren Kraft sie gekämpft haben bis zum Tod, einem Tod nach Heldenart, um die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden und mit ihrem Blut zu bezeugen; sie erfüllte die Kirchenlehrer mit einem wahren Feuereifer, den katholischen Glauben klarzulegen und zu verteidigen; sie nährte die Tugend der Bekenner und eiferte diese an zu höchst zweckmäßigen und bewundernswerten Werken, die ihrem eigenen und der übrigen ewigem und zeitlichem Heil dienen sollten; sie legte endlich den Jungfrauen nahe, freiwillig und hochgemut auf Sinnengenuss zu verzichten und sich ganz der Liebe des himmlischen Bräutigams zu weihen.«

Der Kult zum Heiligsten Herzen Jesu
ist ein Kult zur Person des Fleischgewordenen Wortes

»Das Herz unseres Heilandes gibt also irgendwie ein Bild der göttlichen Person des Wortes wieder, ebenso der doppelten, menschlichen und göttlichen Natur; und in ihm können wir nicht nur das Sinnbild, sondern auch die Zusammenfassung des ganzen Geheimnisses unserer Erlösung erblicken. Wenn wir das heiligste Herz Jesu Christi anbeten, so beten wir in ihm und durch es die ungeschaffene Liebe des Göttlichen Wortes, wie zugleich seine menschliche Liebe, seine übrigen Gesinnungen und Tugenden an, da ja diese zweifache Liebe unseren Heiland bewog, sich für uns und die ganze Kirche, seine Braut, hinzuopfern nach dem Worte des Apostels.« Und weiter: »... und diese Liebe ist es, die ihn gewiss zu unserem Fürsprecher [10] bestimmt, uns Gnade und Erbarmen vom Vater zu erbitten, „da er ja immerdar lebt, um Fürsprache für uns einzulegen“ [11]. Die Gebete, die seiner unerschöpflichen Liebe entstammen und zum Vater emporsteigen, finden niemals eine Unterbrechung. Wie „in den Tagen seines Erdenlebens“ [12], fleht er nun, im Himmel triumphierend, den himmlischen Vater mit gleicher Wirkung an.«

»Deshalb besteht kein Zweifel, dass der himmlische Vater, „der auch seines eigenen Sohnes nicht schonte, sondern für uns alle ihn dahingab“ [13], von einem so mächtigen Fürsprecher mit so stürmischer Liebe angegangen, durch ihn jederzeit die reiche Fülle göttlicher Gnaden auf die ganze Menschheit wird herniederströmen lassen.«

IV – URSPRUNG UND FORTSCHREITENDE ENTWICKLUNG DES KULTES ZUM HEILIGSTEN HERZEN JESU

Erste Anzeichen des Kultes zum Heiligsten Herzen Jesu
bei der Verehrung der fünf Wunden des Gekreuzigten

Zu Beginn dieses Vierten Teiles der Enzyklika zeigt der Heilige Vater, dass die vorhergegangen Darlegungen zur Genüge bewiesen haben, dass die Herz-Jesu-Verehrung letztendlich »in ihrem Wesen nichts anderes ist als die Verehrung der göttlichen und menschlichen Liebe des fleischgewordenen Wortes, und wieder nichts anderes als die Verehrung jener Liebe, mit der auch der himmlische Vater und der Heilige Geist die sündigen Menschen umhegen; denn wie der Engelgleiche Lehrer (Thomas) sagt, ist die Liebe der Heiligsten Dreifaltigkeit der Ursprung der menschlichen Erlösung, sofern sie sich in überreicher Fülle in den menschlichen Willen Jesu Christi und sein anbetungswürdiges Herz ergoss und ihn kraft der gleichen Liebe zur Hingabe seines Blutes veranlasste, um uns von der Gefangenschaft der Sünde freizukaufen: [14] „Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist“.« [15]

»Wir sind darum überzeugt, dass der Kult, den wir der Liebe Gottes und Jesu Christi zu den Menschen unter dem heiligen Zeichen des durchbohrten Herzens des gekreuzigten Erlösers weihen, dem Gebetsleben der Gläubigen nie ganz fremd war.«

»In Wirklichkeit — heißt es weiter in der Enzyklika — hat es zu jeder Zeit Gott besonders treu ergebene Menschen gegeben, die nach dem Beispiel der hehren Gottesmutter, der Apostel und hervorragender Kirchenväter die heiligste menschliche Natur Christi und besonders die Wunden, die seinen Leib in der heilbringenden Erduldung der Qualen zerfleischten, zum frommen Gegenstand anbetender Verehrung, der Danksagung und Liebe machten.«

»Enthalten außerdem gerade die Worte des Apostels Thomas, „Mein Herr und mein Gott“ [16], die seine Wendung vom Ungläubigen zum Gläubigen ausdrückten, nicht ein unzweifelhaftes Bekenntnis des Glaubens, der Anbetung und Liebe, das von der die Wundmale tragenden menschlichen Natur des Herrn aufsteigt zur Majestät der göttlichen Person?«

Der Papst zeigt indessen, dass »es doch zugegeben ist, dass die besondere Verehrung dieses Herzens erst allmählich und gewissermaßen fortschreitend Boden gewann als Bild der göttlichen und menschlichen, dem fleischgewordenen Wort innewohnenden Liebe.«

Ursprung und Fortschritt der Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu
im Mittelalter und in den folgenden Jahrhunderten

Unter dieser Überschrift erinnert der Papst wie diese Andachtsform »die nichtöffentlich und Schritt für Schritt in den Ordensgenossenschaften mehr und mehr an Boden gewann.« Um Beispiele anzuführen, nennt er große Namen, wie der hll. Bonaventura, Albert der Große, Gertrud, Katharina von Siena, der sel. Heinrich Seuse, die Heiligen Petrus Canisius und Franz von Sales, Johannes Eudes, der der Urheber des ersten liturgischen Stundengebets zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu war. »Doch nimmt sicher den ersten Platz unter denen, die diese würdige Andachtsform gefördert haben, die hl. Margareta Maria Alacoque ein, die mit Hilfe ihres Seelenführers, des sel. Claudius de la Colombière, von heiligem Eifer entflammt, es dahin brachte, daß diese Kultform, so sehr gefördert, unter starker verehrender Zustimmung der Christgläubigen eingeführt und durch die auszeichnenden Merkmale der Liebe und Sühne von den übrigen Formen christlicher Frömmigkeit unterschieden wurde.« [17]

»Man soll also nicht sagen, so der Papst, dass dieser Kult seinen Ausgang von einer göttlichen Privatoffenbarung genommen habe, noch dass er in der Kirche plötzlich dagewesen sei; er ist vielmehr wie von selbst erblüht aus lebendigem Glauben und inniger Andacht, die begnadete Menschen zum anbetungswürdigen Erlöser und seinen verklärten Wundmalen beseelte, jene das Menschenherz tief und mächtig ergreifenden Zeugen seiner unermesslichen Liebe.

Es haben also augenscheinlich die Offenbarungen an die hl. Margareta Maria keine neuen Elemente zur katholischen Glaubenslehre hinzugefügt. Ihre Bedeutung liegt vielmehr darin, dass Christus der Herr – sein heiligstes Herz zeigend – in außerordentlicher und eigenartiger Weise die Menschen zur Betrachtung und Verehrung des Geheimnisses der erbarmungsvollen Liebe Gottes gegen das Menschengeschlecht aufrufen wollte. Denn in dieser Sonderoffenbarung hat Christus mit ausdrücklichen und wiederholten Worten auf sein Herz hingewiesen als auf das Sinnbild, das die Menschen der Erkenntnis und Anerkenntnis seiner Liebe gewinnen sollte; zugleich hat er es zum Zeichen und Unterpfand der Erbarmungen und der Gnade für die Nöten der Kirche in unserer Zeit bestimmt.«

Päpstliche Genehmigung für die Einführung des
Festtages des Heiligsten Herzen Jesu

Der Papst hebt hervor, dass »ohne eigentlich irgendeiner privaten göttlichen Offenbarung Rechnung zu tragen, sondern den Bitten der Gläubigen gütig entgegenkommend, gestattete die Heilige Ritenkongregation mit Erlass vom 25. Januar 1765, der von Unserem Vorgänger Klemens XIII. am 6. Februar des gleichen Jahres bestätigt wurde, den Bischöfen Polens und der sogenannten Römischen Erzbruderschaft vom Heiligsten Herzen Jesu die liturgische Feier des Festes. ... Dieser ersten Gutheißung folgte nach ungefähr einem Jahrhundert ein Erlass von weit größerer Bedeutung und in feierlicherer Form der Heiligen Ritenkongregation vom 23. August 1856, durch den Unser Vorgänger unvergesslichen Andenkens Pius IX. den Bitten der Bischöfe Frankreichs und fast der ganzen katholischen Welt entsprechend, das Fest des Heiligsten Herzens Jesu auf die ganze Kirche ausdehnte und dessen regelrechte Feier anordnete.« [18] So stieg aus der Frömmigkeit der ganzen Kirche dieses liturgische Fest hervor.«

Spiritualität und Adel der Verehrung des Heiligsten Herzens

Nachdem Pius XII. noch mal darauf hinweist, dass die vorgegangenen Betrachtungen ausreichen, die Spiritualität und den Adel des Herz-Jesu-Kultes zu beweisen, schließt die Enzyklika: »Es ist also unrecht, zu behaupten, die Betrachtung des leiblichen Herzens Jesu hindere daran, zur inneren Gottesliebe zu kommen, und die Seele werde auf dem Wege zur höchsten Tugend aufgehalten. Diese falsche mystische Lehre verwirft die Kirche durchaus, wie sie durch Unseren Vorgänger seligen Andenkens Innozenz XI. auch das Gerede derer zurückgewiesen hat, die solches daherredeten: „Auch dürfen sie (die Seelen dieses inneren Weges) keine Liebesakte zur allerseligsten Jungfrau, den Heiligen oder der Menschheit Christi erwecken; denn, da diese Gegenstände sinnlich sind, ist es auch die Liebe zu ihnen. Kein Geschöpf, auch nicht die allerseligste Jungfrau, noch die Heiligen dürfen einen Platz haben in unserem Herzen: Gott allein will es einnehmen und besitzen.“ [19] Die so denken, meinen offenbar, das Bild des Herzens Christi bezeichne weiter nichts als eine sinnliche Liebe, und es fehle ihm darum die Eignung, gleichsam ein neues Fundament zu sein für den Kult der Anbetung, der nur auf das geht, was seiner Natur nach göttlich ist. Dass aber eine so geartete Erklärung der heiligen Bilder einfachhin falsch ist, sieht jeder ein, da ihre transzendetale Bedeutung durch enge Grenzen umschrieben wird. ... Denn aus dem Glauben an die Vereinigung der menschlichen und göttlichen Natur in der Person Christi können wir die engen Beziehungen erfassen, die zwischen der sinnlichen Liebe des leiblichen Herzens Jesu und seiner doppelten geistigen Liebe, der menschlichen und göttlichen, bestehen. Von diesen zwei Arten der Liebe ist nicht nur zu sagen, dass sie in der anbetungswürdigen Person des göttlichen Heilandes zusammen bestehen, sondern dass sie auch durch eine natürliche Verknüpfung miteinander verbunden sind, insofern die menschliche und sinnliche der göttlichen untergeordnet sind und deren analoge Ähnlichkeit wiedergeben. Wir behaupten aber nicht, das Herz Jesu sei so zu verstehen, dass in ihm enthalten sei und angebetet werde das sogenannte „formale Bild“, beziehungsweise das vollkommene und absolute Zeichen seiner göttlichen Liebe, da ja dessen innerstes Wesen in keiner Weise durch irgendein geschaffenes Bild angemessen dargestellt werden kann; aber wenn der gläubige Christ das Herz Jesu verehrt, so verehrt er anbetend zusammen mit der Kirche das Zeichen und gleichsam die Spur der göttlichen Liebe, die so weit gegangen ist, dass sie auch mit dem Herzen des fleischgewordenen Wortes die mit so viel Schuld befleckte Menschheit liebte.

Bei diesem Lehrpunkt, der von solcher Bedeutung ist und genaue Einsicht heischt, muss sich ein jeder immer gegenwärtig halten, dass der Wahrheitsgehalt des natürlichen Sinnbilds, durch welches das körperliche Herz Jesu zur Person des Wortes in Beziehung tritt, ganz aufruht auf der grundlegenden Wahrheit der hypostatischen Union; wer dies aber leugnen wollte, würde falsche, von der Kirche wiederholt verworfene Meinungen aufstellen, Meinungen, die der einen Person in Christus bei Trennung und Unversehrtheit der beiden Naturen widersprechen würden. ...

So kommen wir leicht zu dem Schluss, dass die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu dem Wesen der Sache nach der Kult der Liebe ist, mit der Gott uns durch Jesus geliebt hat, und zugleich die Übung unserer Liebe zu Gott und den übrigen Menschen. Mit anderen Worten, diese Verehrung geht auf die Liebe Gottes zu uns, auf Ihn, der angebetet, dem Dank gesagt und in dessen Nachahmung gelebt werden soll.«

V - ERMAHNUNGEN ZU EINER AUFGKLÄRTEREN ÜBUNG UND DER VERBREITUNG DES HERZ JESU VEREHRUNG

Aufforderung zu einem besseren Verständnis und Übung der Andacht zu Ehren des Heiligsten Herzen Jesu

Der Papst schreibt: »Wenn die erwähnten Gründe, auf die sich die Verehrung des durchbohrten Herzens Jesu stützt, richtig erwogen werden, ist es sicher allen klar, dass es hier nicht um eine gewöhnliche Andachtsform geht, die jeder nach Gutdünken den übrigen nachsetzen oder geringachten darf, sondern um eine Hingabe an Gott, die mächtig hilft zur Erlangung der christlichen Vollkommenheit.«

»Es besteht also kein Zweifel, dass, wenn die Christgläubigen dem heiligsten Erlöserherzen huldigen, sie einer schweren Verpflichtung nachkommen, durch die sie Gott zu dienen gehalten sind, und zugleich dem Schöpfer und Erlöser sich und alles Ihrige weihen: was sie innerlich denken oder was sie nach außen hin tun, und so jenem göttlichen Gebot gehorchen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Gemüte und mit allen deinen Kräften.“ [20] Sie haben außerdem noch die sichere Gewissheit, dass der beherrschende Grund ihrer Gottesverehrung nicht ihr persönlicher Vorteil ist, der Leib oder Seele, gegenwärtiges oder ewiges Leben angeht, sondern die Gutheit Gottes selbst, dem sie huldigen wollen, indem sie ihn wiederlieben, ihn anbeten und ihm den schuldigen Dank leisten. Wenn es nicht so wäre, entspräche die Herz-Jesu-Verehrung nicht dem wahren Wesen der christlichen Religion, weil der Mensch in seiner Hingabe nicht vorzüglich die göttliche Liebe verehrte; ja nicht mit Unrecht werden manchmal die einer zu großen Eigenliebe und Sorge für sich selbst beschuldigt, die diese edle und würdige Andachtsform falsch verstehen oder nicht richtig üben. Darum sollen alle fest überzeugt sein, dass in der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu nicht die äußeren Werke der Frömmigkeit den ersten und wichtigsten Platz einnehmen, noch dass sie ihren Hauptgrund in den Wohltaten habe, für die sich Christus der Herr darum in privaten Versprechen verbürgte, damit die Menschen die beherrschenden religiösen Pflichten ihres katholischen Glaubens, nämlich die der Liebe und Sühne, mit glühenderem Eifer erfüllten und so dann auch am besten für ihr seelisches Wohl sorgten.«

Höchster Nutzen der Herz Jesu Verehrung in de gegenwärtigen Nöten der Kirche

Der Heilige Vater zeigt wie ihm die Lauheit so unzähliger Kinder der Streitenden Kirche schmerzt, und fügt hinzu: »so quälen Uns noch viel mehr die Machenschaften ruchloser Menschen, die, wie aufgehetzt vom höllischen Feind, jetzt besonders von unversöhnlichem und offenem Hass glühen gegen Gott, gegen die Kirche, und besonders noch gegen Ihn, der auf Erden der Vertreter des göttlichen Erlösers ist und dessen Liebe zu den Menschen vergegenwärtigt.«

»In Wahrheit ist ja der Hass gegen Gott und die rechtmäßigen Stellvertreter Gottes das größte Verbrechen, das der Mensch je begehen kann, er, der nach dem Bild und Gleichnis Gottes erschaffen und bestimmt ist zum Genuss seiner vollkommenen und ewig im Himmel dauernden Freundschaft.«

»Da man nun leider beobachten kann, wie die Zahl derer, die sich stolz Feinde des ewigen Gottes nennen, da und dort zunimmt, wie ebenso die lügnerischen Lehren des Materialismus in Theorie und Praxis Verbreitung finden, wie die zügellose Freiheit des Trieblebens weithin angepriesen wird, was nimmt es da wunder, wenn in den Herzen vieler die Liebe erkaltet, die oberstes Gesetz der christlichen Religion, das feste Fundament wahrer und vollkommener Gerechtigkeit und der Hauptquell des Friedens und reiner Freuden ist?«

Die Andacht zum Herzen Jesu ist die Standarte der Rettung selbst für die moderne Welt

»Wo nun, Ehrwürdige Brüder, ist gegen das viele Böse, das, wenn überhaupt je, so besonders heute die Einzelmenschen, die Familien, die Nationen und den ganzen Erdkreis in bedrückende Unordnung versetzt, Hilfe zu suchen? Gibt es eine Andacht, die hochwertiger wäre als die Herz-Jesu-Verehrung, die genauer der Eigenart des katholischen Glaubens entspräche, die angepasster den heutigen Nöten der Kirche und der Menschheit entgegenkäme? Welche Gottesverehrung wäre würdiger, ansprechender und heilsamer als sie, da der Kult, um den es geht, ganz auf die Liebe [21] Gottes ausgerichtet ist?

»Es ist auch Unser brennender Wunsch, dass alle, die mit Stolz sich Christen nennen und angestrengt für die Errichtung des Reiches Christi auf Erden kämpfen, die andächtige Verehrung des Herzens Jesu zum Wahrzeichen und zur Quelle der Einheit, des Heiles und Friedens wählen. Doch soll niemand glauben, dass durch diese Andacht den anderen Frömmigkeitsformen, in denen das christliche Volk unter Führung der Kirche den göttlichen Erlöser ehrt, irgendwie Abbruch getan wird. Im Gegenteil wird eine innige Herz-Jesu-Andacht die Verehrung des heiligen Kreuzes und die Liebe zum hochheiligen Altarsakrament ohne Zweifel nur stark fördern.«

»In dem drängenden Wunsch endlich, den ruchlosen Machenschaften der Hasser Gottes und der Kirche einen Riegel vorzuschieben, wie auch die häusliche und bürgerliche Gemeinschaft zur Gottes- und Nächstenliebe zurückzuführen, behaupten Wir ohne Bedenken, das die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu die wirkungsvollste Schule der Gottesliebe ist; der Liebe zu Gott, auf die sich das in den Einzelmenschen, in den Familien, in den Nationen zu errichtende Reich Gottes stützen muss...«

»Damit sich aber aus dem Kult des heiligsten Herzens Jesu auf die christliche Familie, ja die ganze Menschheit ein reicherer Segen ergieße, mögen die Christgläubigen mit ihr auch die Verehrung des unbefleckten Herzens der Gottesmutter eng verbinden. Denn da nach dem Willen Gottes bei der Durchführung des Erlösungswerks der Menschheit die allerseligste Jungfrau Maria mit Christus derart untrennbar verbunden war, dass das Heil uns aus der innigen Verbindung der Liebe und der Leiden Christi mit der Liebe und den Schmerzen auch der Mutter kam, ist es recht und angebracht, dass durch das christliche Volk, das ja sein göttliches Leben von Christus durch Maria empfangen hat, nach der gebührenden Andacht zum heiligsten Herzen Jesu auch dem liebevollen Herzen der himmlischen Mutter Erweise der Anhänglichkeit, der Liebe, dankbarer und sühnender Gesinnung beigefügt werden. Diesem göttlich weisen und liebenswürdigen Ratschluss der hl. Vorsehung entspricht so recht die denkwürdige Weihe, durch die Wir selbst die heilige Kirche und die ganze Welt dem unbefleckten Herzen der allerseligsten Jungfrau Maria in feierlicher Form zugeeignet haben.« [22]

Mit diesen Gedanken beendet der glorreich regierende Heilige Vater seine monumentale Enzyklika, und erteilt den Apostolischen Segen.

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Anmerkungen:

*) http://www.vatican.va/content/pius-xii/de/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_15051956_haurietis-aquas.html

1) Lk 22, 15.

2) Lk 22, 19-20.

3) Mal 1, 11.

4) De sancta virginitate, VI: P. L. XL, 399.

5) Joh 15, 13.

6) Gal 2, 20.

7) Sum. Theol. Suppl. q. 42, a. 1 ad 3m; ed. Leon. tom. XII, 1906, p. 81.

8) Eph 5, 2.

9) Kol 2, 3.

10) Vgl. 1 Joh 2, 1.

11) Hebr 7, 25.

12) Hebr 5, 7.

13) Röm 8, 32.

14) Cfr. Sum. Theol. III, q. 48, a. 5a ed. Leon. tom. XI, 1903, p. 467.

15) Lk 12, 50.

16) Joh 20, 28.

17) Vgl. Litt. Enc. Miserentissimus Redemptor: A. A. S. XX, 1928, pp. 167-168.

18) Vgl. Decr. S. C. Rit. apud N. Nilles, De rationibus festorum Sacratissimi Cordis lesu et purissimi Cordis Mariae, 5a. ed. Innsbruck, 1885 tom. 1, p. 167.

19) Innocentius XI, Constit, Ap. Coelestis Pastor, 19 Novembris 1687, Bullarium Romanum, Romae, 1734, tom. VIII, p: 443.

20) Mk 12, 30; Matth. 22, 37.

21) Vgl. Enc. Miserentissimus Redemptor: A. A. S. XX, 1928, p. 166.

22) Vgl. A. A. S. XXXIV, 1942, p. 345 sq.

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Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

„Catolicismo”, Nr. 69, September 1956, S. 3f.

Dieser Beitrag erschien in deutscher Sprache zuerst im Blog „Plinio Corrêa de Oliveira zum  100. Geburtstag“.

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