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Freitag, 28. Oktober 2022

Der Rosenkranz – Waffe der Rechtgläubigkeit

 

Der hl. Dominikus empfängt
von der Muttergottes den Rosenkranz

Der Rosenkranz ist die Waffe der Orthodoxie (Rechtgläubigkeit), die Waffe des Ultramontanismus, die Andacht, mit der wir die Wurzeln des bösen Geistes und der Häresie in uns selbst vernichten und die Häresie und den bösen Geist im Kampf besiegen, der sich gegen uns richtet

Plinio Corrêa de Oliveira

       Heute ist der Tag der sieben heiligen Gründer des Ordens der Dienerinnen Mariens, Bekenner, über die wir gestern einen Kommentar abgegeben haben.

       Am 14. haben wir den hl. Nostrian, Bischof und Bekenner.

       Heute gibt es also keinen Heiligen des Tages. Da es mir immer leid tut, dass so viele Leute kommen und es dann keinen Tagesheiligen gibt, würde ich gerne ein Thema behandeln, wenn Sie mir sagen, dass ich es schnell behandeln soll, ein kurzes Thema. Gibt es ein Thema?

       (Dr. Plinio, könnte Sie etwas über die Verehrung des Heiligen Rosenkranzes sagen?)

       Ich könnte folgendes erwägen:

       Das große Verdienst der Rosenkranzandacht besteht bekanntlich darin, dass sie dem heiligen Dominikus von der Gottesmutter offenbart wurde und als Mittel zur Wiederbelebung des Glaubens in den von der albingensischen Häresie stark verwüsteten Gebieten Frankreichs offenbart wurde. Und in der Tat führte die weit verbreitete Praxis des Rosenkranzes zu einer Wiederbelebung des Glaubens. Auf diese Weise verbreitete sich der Rosenkranz immer mehr und wurde zu einer der klassischen katholischen Andachten in einer Zeit, in der der Glaube wirklich noch vorhanden war. Das ging so weit, dass nicht nur unzählige Bilder der Muttergottes des Rosenkranzes im ganzen Land verbreitet wurden, sondern auch die Praxis des Rosenkranzes unter den Gläubigen üblich wurde und in vielen Orden das Tragen des Rosenkranzes an der Taille ein offizielles Element der Ordenstracht war.

       Unter den tausend Dingen, die man über den Rosenkranz sagen könnte, möchte ich genau diese Ursprungsverbindung zwischen dem Rosenkranz und der Tugend des Glaubens, zwischen dem Rosenkranz und dem Sieg über die Häretiker hervorheben. Der Rosenkranz gilt seit jeher als eine äußerst wirksame Waffe des Glaubens. Und gerade für uns, die wir der Meinung sind, dass die Tugend des Glaubens die Wurzel aller anderen Tugenden ist, und dass es daher keinen Sinn hat, die anderen Tugenden zu pflegen und den Glauben zu vernachlässigen, weil alle anderen Tugenden einem lebendigen Glauben entspringen müssen, sonst sind sie keine echten Tugenden, gerade für uns, die wir ein Leben des Kampfes für die Orthodoxie (Rechtgläubigkeit) führen und den Sieg der Orthodoxie und der Gegenrevolution der Welt als das Ideal unseres Lebens betrachten, sagt diese Andacht viel aus. Denn sie stellt genau die Verbindung zwischen unserem Leben und der Verehrung der Gottesmutter her.

       Die Gottesmutter erscheint hier eindeutig als diejenige, von der die Liturgie sagt, dass sie allein alle Häresien in der ganzen Welt vernichtet hat, und zwar hauptsächlich durch den Rosenkranz. Der Rosenkranz ist also die Waffe der Orthodoxie, er ist die Waffe der Ultramontanen (Romtreuen), und er ist die Andacht, mit der wir die Wurzeln des bösen Geistes und der Häresie, die in uns selbst sein mögen, vernichten und die Häresie und den bösen Geist in dem Kampf, den sie gegen uns führen, besiegen. Die Praxis des Rosenkranzes ist also eine typische Praxis für uns, und deshalb bestehen wir so sehr darauf, dass man meinen muss, dass das Leben eines Mitglieds unserer Gruppe nur dann normal und in Ordnung ist, wenn er unter anderem täglich die drei Teile, also den vollständigen Rosenkranz, betet.

       Es nützt nichts, das zu sagen, was einige gesagt haben (außerhalb der Gruppe, denn Gott sei Dank sagt es niemand in der Gruppe): Ich bete lieber einen gut gebeteten Zehner (ein Geheimnis) - als einen ganzen Rosenkranz, der einfach heruntergeleiert wird. Ich habe von einem Heiligen gehört, zu dem jemand dies sagte, und er sagte: Gut, dann bete ein Ave Maria mit aller Andacht und Sammlung. Die Person ging zum Beten und hat es nicht geschafft. Warum? Diese ideale Andacht, jedes Wort zu betrachten, usw., das ist süßlich, wie Zuckerwasser, da kommt nicht ernsthaftes heraus.

       (Bemerkung: Die heilige Theresia erklärt, dass sie es in ihrem Leben nie geschafft hat, ein Ave Maria ohne Ablenkung zu beten).

       Die Wahrheit ist: Ein Ave Maria ohne Ablenkung zu beten, ist ein Meisterwerk. Und da wir nicht einmal ein einziges Ave Maria ohne eine gewisse Ablenkung beten können, lohnt es sich, den Mangel an Qualität durch Quantität zu kompensieren; wenn ich nur in der Lage bin, ein Ave Maria mit Ablenkung zu beten, ist es besser, 50 Ave Maria mit Ablenkung zu beten, als ein Ave Maria mit Ablenkung. Das liegt auf der Hand.

       Es ist also ein Gebet, das, wenn es so verrichtet wird, nicht anmaßend ist, es ist ein demütiges Gebet, das nicht diese Idee hat, den Dingen zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, sondern im Gegenteil, es versteht die menschliche Schwäche und bringt die Dinge voran, und deshalb ist diese Wiederholung des Rosenkranzes weit, weit davon entfernt, steril zu sein. Es ist wirklich etwas, dass das enorme Verdienst der Beharrlichkeit hat. Unser Herr selbst hat die Beharrlichkeit als eine der Eigenschaften des Gebets empfohlen. Durch beharrliches Gebet werden Dinge erledigt. Wenn man darauf besteht, wenn auch nur mündlich, dann erhält man die Gnade.

       Das Rosenkranzgebet als Waffe des Gegenrevolutionärs zu empfehlen, um durchzuhalten, sich zu heiligen und Häresien zu besiegen, ist also eine unvergleichliche Aufgabe.

 

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „Santo do Dia“ vom 12.2.1964, „O rosário é a arma da ortodoxia“.

Diese deutsche Fassung „Der  Rosenkranz – Waffe der Rechtgläubigkeit“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Mittwoch, 14. September 2022

Beharrlichkeit im täglichen Gebet des Rosenkranzes

 

    Meine Lieben! Heute stelle ich mal eine Frage zum Gesprächsthema: Wer hat heute noch nicht das Gebet des Rosenkranzes beendet? Zwei. Ich schlage vor, dass diese sich zurückziehen und den Rosenkranz vervollständigen, damit es für sie nachher nicht zu spät wird.

     Hieraus können wir eine Folgerung ziehen:

     Wir geben den wichtigsten Dingen, einen Ehrenplatz! Und ein Ehrenplatz für uns ist unsere Verbindung zur Muttergottes.

     Stellen Sie sich einen Mann vor, der ins Meer gefallen ist, hält sich aber an ein Seil, das am Schiff befestigt ist, sonst würde er verloren gehen. Nun frage ich: Welche Bedeutung misst der Mann diesem Seil bei? Es besteht keine Gefahr, dass er Ruhe verliert, er achtet aber nicht auf die Sonne, noch auf die Fische, noch auf das Schiff... Er achtet nur auf das Seil!

     Die Gottesmutter ist unser Seil zu unserem Herrn Jesus Christus! Wir wissen genau, dass sie die Mittlerin aller Gnaden ist. Das heißt, dass wir alles, worum wir bitten, nur und immer durch sie erhalten. Alles, was unser Herr gibt, gibt er durch sie. Theologen gewöhnen zu sagen, das, was alle Heiligen im Himmel ohne sie erbitten, würden sie nicht erhalten, sie allein aber erhält alles auch ohne das zutun aller Heiligen. So mächtig ist die Rolle ihrer Bitte, ihres Gebets.

     Deshalb trägt sie eine sehr schöne Bezeichnung: Mediatrix - Mediatrix ist diejenige, die in der Mitte oder dazwischen steht, die vermittelt, die als Mittlerin fungiert – Mediatrix Omnipotens, das heißt, Allmächtige Fürsprecherin. Sie selbst ist nicht allmächtig, nur Gott ist allmächtig. Aber ihre Gebete sind allmächtig, denn Gott gibt ihr alles, worum sie bittet.

     Und so gibt es für uns nichts Wichtigeres, als unsere Verbindung zu ihr ständig auf dem neuesten Stand zu halten. Und dazu gehört das tägliche Gebet des Rosenkranzes.

     Jemand könnte sagen: „Aber Herr Dr. Plinio, Sie drücken sich schlecht aus. Denn die Kommunion ist notwendigerweise wichtiger als der Rosenkranz“. Ja, in der Tat, wenn man es genau betrachtet, ist es das auch. Wenn ich aber die Heilige Kommunion empfange und keine Andacht zur Muttergottes habe, werde ich die wahre Andacht zur Muttergottes und selbst zum Allerheiligsten Sakrament nicht erlangen. Aber wenn ich die Muttergottes verehre und die heilige Kommunion aus irgendwelchen Gründen nicht empfangen kann, werde ich die heilige Kommunion sobald empfangen können!

     So steht Gott, der Herr, zwar unendlich hoch über der Gottesmutter, aber der Weg um Ihn zu erreichen, ist die Gottesmutter.

     Und deshalb rate ich sehr dazu, den Rosenkranz zu einer bestimmten Stunde des Tages zu beten. Dass wir zu dieser bestimmten Tageszeit alles stehen und liegen lassen und den Rosenkranz beten. Mein Rat ist, dass wir in Bezug auf den Rosenkranz gute Zahler sein sollten, und nicht nachlässige Zahler. Ein säumiger Zahler zahlt heute ein bisschen, in zwei Wochen wieder ein bisschen, in einem Monat wieder ein bisschen, und selbst dann bittet er um einen Aufschub, ich weiß nicht was, usw. usw.

     Wir sollten mit der Gottesmutter nicht so umgehen: über den ganzen Tag lang Rosenkranzteile in den Himmel tropfen lasen. Das Schöne ist das Gegenteil: den Rosenkranz zu beginnen und ihn dann zu beenden! Das ist das Schöne, das ist das Perfekte. Obwohl mein Leben sehr ausgefüllt ist, mache ich das jeden Tag. Jeden Tag! Jedenfalls wissen Sie, dass ich jeden Tag, wenn ich nicht gerade erkältet bin - das ist meine chronische Krankheit -, mich mit dem Auto ausfahren lasse, um den Rosenkranz zu beten. Und wenn ich nicht rausgehe, weil ich nicht rausgehen kann, bete ich den Rosenkranz zu Hause, sobald ich meine Mittagsruhe beendet habe, was auch immer passiert.

     Ich würde gerne wissen, dass meine Kinder das Gleiche tun! Aber Sie haben einen enormen Vorteil! Ihr lebt in Häusern, in denen das Allerheiligste Sakrament vorhanden ist. Es gibt keinen besseren Ort, um den Rosenkranz zu beten, als vor dem Allerheiligsten Sakrament. Am besten ist es also, vor dem Allerheiligsten zu beten.

     Dies ist jedoch keine Verpflichtung. Es gibt bestimmte Tage, an denen man es vorzieht, den Rosenkranz im Gehen zu beten; oder man zieht es vor, den Rosenkranz vor einem Bild der Muttergottes zu beten, oder auf irgendeiner anderen Art. Wir müssen mit der heiligen Freiheit der Kinder Gottes handeln, wir dürfen uns nicht wie an einer Leine führen. Wir sollten ... mit einer gewissen Gütigkeit uns selbst gegenüber handeln, mit einer gewissen Freiheit. Aber ich ziehe es vor, wann immer möglich, vor das Allerheiligste Sakrament zu gehen und zu beten.


     So ist es nun, heute habe ich die Frage gestellt und Sie haben mir die Antwort gegeben. Am Ende werde ich einen Kommentar zu der Antwort machen. Der Kommentar ist folgender: Ich bin mir sehr sicher, dass alle, die den Rosenkranz noch nicht gebetet haben, sich nicht bettfertig machen und dann im Bett den Rosenkranz beten werden... Sie wissen, was das Ergebnis ist, nicht wahr? Man fängt an zu schlafen, und im besten Fall wacht man um 5, 6 Uhr morgens auf, um ein weiteres Stück des Rosenkranzes zu beten, und man träufelt den Rosenkranz in der Nacht ab, so wie man ihn tagsüber abgetropft hat. Das ist nicht gut.

      Man sollte, im Gegenteil, den Rosenkranz beten, bevor man sich auszieht. Beten im Schlafanzug ist auch nicht gut. Vor einer Königin trägt man keinen Schlafanzug! Tragt den Habit! Sie haben so einen schönen Habit! Stellt euch eurer Königin vor, gekleidet in der Tracht ihrer Armee. Das ist doch viel schöner. Sie erhört uns besser. Und zwar bevor ihr in eure Zelle geht, bevor ihr das Gesicht wäscht, bevor ihr irgendetwas tut, betet den Rosenkranz zu ende.

     Wenn Sie wollen, können Sie hier drinnen eine Weile bleiben; die Kapelle ist wohl schon geschlossen, glaube ich. Bleibt hier und geht drinnen auf und ab, geht ein bisschen im Hof spazieren, was immer ihr wollt. Aber, aber, aber, betet den Rosenkranz! Und betet ihn noch heute vollständig, wer ihn unglücklicherweise noch nicht vollständig gebetet hat.

     Jemand würde sagen: „Herr Dr. Plinio, aber es wäre viel freundlicher, wenn Sie sagen würden, dass Sie uns den fehlenden Teil des Rosenkranzes erlassen ...“. Nein, nein... Ich werde einem Sohn, der darauf angewiesen ist, nach dem Seil zu greifen, nicht sagen: „Mein Sohn, heute bist du müde, greife nicht nach dem Seil, lass dich treiben!“. Das ist keine Freundlichkeit.

     Lasst uns also alle gemeinsam den Rosenkranz beten, ich habe meinen schon gebetet, die große Mehrheit hat ihn schon gebetet.... Es sind nur noch einige wenige, die ihn noch zu beten haben. Betet, und betet für uns.

     Ich habe bereits beim Mittagessen gesagt, dass wir vorsichtig sein müssen. Beten wir also alle zusammen drei Ave Maria, damit die Gottesmutter es denen, die noch nicht alles gebetet haben, leicht macht, den Rest des Rosenkranzes zu beten! Und sie möge uns die Gewohnheit geben, jeden Tag vor Einbruch der Nacht den Rosenkranz komplett gebetet zu haben.

Lasst uns also zusammen beten.

     (Es werden 3 Ave Maria gebetet)

     Regina Sacratissimi Rosarii, ora pro nobis.

     (Königin des heiligsten Rosenkranzes, bitte für uns.)

 

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von Deepl-Übersetzer (kostenlose Version) von „Insistência em rezar o Rosário diariamente“ in einer Gesprächsrunde mit jüngeren Mitgliedern.

Diese deutsche Fassung „Beharrlichkeit im täglichen Gebet des Rosenkranzes“ erschien erstmals in  www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Montag, 29. August 2022

Der Heilige Rosenkranz

 

Ursprung - Wirksamkeit - Rosenkranzmonat - Ablässe

Für den Katholiken ist es keine Frage der Vorliebe, der Neigung oder der Sympathie, noch weniger der Sentimentalität, Maria zu verehren. Es ist eine Frage von Leben oder Tod, denn es geht darum, ob man das ewige Heil tatsächlich will oder nicht. Wenn es wahr ist, dass der einzige notwendige Vermittler zwischen Himmel und Erde unser Herr Jesus Christus ist, so ist es auch wahr, dass keine Gnade dem Menschen ohne die Fürsprache der seligsten Jungfrau, der Mutter Gottes mitgeteilt wird, da es die göttliche Vorsehung so gewollt hat, die übernatürliche Ordnung zu ordnen.

Es ist daher von größter Wichtigkeit, dass die Gläubigen die heiligste Jungfrau Maria mit zärtlicher, kindlicher und fester Verehrung ehren, indem sie sich jener Mittel bedienen, die am besten dazu beitragen, in ihren Seelen Gefühle wahrer Liebe und tiefer Verehrung für die heilige Mutter Gottes zu bewahren. Unter ihnen ragt nach Ansicht der Päpste das häufige Beten des Rosenkranzes heraus, eine Reihe von geistigen und stimmlichen Gebeten, deren außerordentliche Wirksamkeit die Geschichte gezeigt hat. Die Gläubigen sollten immer mindestens ein Drittel des Rosenkranzes beten, aber es ist angebracht, dieser Andacht den Monat Oktober zu widmen, der besonders Unserer Lieben Frau vom Allerheiligsten Rosenkranz geweiht ist. Um diese Verehrung bei unseren gläubigen Lesern noch mehr zu beleben, wollen wir kurz an ihre Ursprünge und die Gunst, die der Heilige Stuhl mit ihr verbunden hat, erinnern.

URSPRÜNGE DES ROSENKRANZES

Einigen Autoren zufolge geht die Andacht des heiligsten Rosenkranzes auf die Anfänge des klösterlichen Lebens zurück. Diese Autoren sind der Meinung, dass die heilige Brigitta, Schutzpatronin Irlands, bereits im 5. Jahrhundert mit kleinen Holz- oder Steinkügelchen die von ihren Vorgesetzten auferlegten Gebete, im Allgemeinen Vaterunser und Ave Maria, zu zählen pflegte. Damit hätten wir einen Umriss dessen, was wir heute als „Rosenkranz“ kennen.

Auf jeden Fall verdanken wir dem heiligen Dominikus den Rosenkranz, wie wir ihn heute kennen, und die Verbreitung einer so heilsamen Andacht. Er, der Prediger der Prediger, fügte dem Vaterunser und dem Ave Maria die Meditation über die Freuden, Leiden und Triumphe der Jungfrau Maria hinzu.

HIMMLISCHE BESTÄTIGUNG

Im 13. Jahrhundert suchten die Albigenser ganz Norditalien und Südfrankreich heim, wandten die Gläubigen von der Kirche ab und brachten sie auf den Weg der Verdammnis. Vergeblich predigte der heilige Dominikus gegen die Irrtümer der Häresie. Eines Tages, als er die Jungfrau und Gottesmutter inständig anflehte, ihm bei seinem Kampf für die Kirche und die Seelen zu helfen, erschien ihm die Heiligste Maria und befahl ihm, den Rosenkranz zu predigen, als einzigartige Waffe gegen Irrtümer und Laster. Und in der Tat zog das Beten des Rosenkranzes die Gläubigen zur Meditation der Geheimnisse des Lebens Jesu Christi und der heiligsten Maria an, eine Meditation, die wirksam war, denn sie führte zu einem Aufblühen des Glaubens und einer Verbesserung der Sitten unter den Albigensern. Der Rosenkranz wurde dann zur Volksfrömmigkeit, zum A B C des Heils für die Ungebildeten, zum wunderbaren Kompendium der Heiligen Evangelien und des katholischen Lebens für alle Gläubigen.

ERLANGTE GNADEN

Nach der Bekehrung der Albigenser hat die Heilige Kirche immer auf diese mächtigste Waffe gegen alle ihre Feinde zurückgegriffen. Neben dem Sieg von Muret über die Albigenser (1213) hat der Heilige Rosenkranz die katholischen Kämpfer gegen die Türken bei Lepanto (7. Oktober 1571), bei Wien (1683), bei Ceuta und anderswo geschützt.

DAS WORT DER RÖMISCHEN PÄPSTE

Diese aufeinanderfolgenden Siege waren viele weitere Anlässe für die Päpste, diese wunderbare Verehrung zu loben und zu preisen. Nach dem heiligen Pius V., der das liturgische Fest des Heiligen Rosenkranzes eingeführt hat, hat vielleicht kein anderer Papst jemals diese Andachtsübung zur Gottesmutter so ausführlich gelobt und empfohlen wie Leo XIII. In unserer nächsten Nummer werden wir Auszüge aus seinen Enzykliken über den Rosenkranz bringen, in denen er aufzeigt, dass dies die katholische Andacht schlechthin ist.

DER MONAT DES ROSENKRANZES

Leo XIII. hat den Rosenkranzmonat eingeführt und zur Pflicht gemacht, d. h. das tägliche Beten des Rosenkranzes zumindest einen der drei Geheimnisse im Monat Oktober. Er solle am Morgen während der heiligen Messe oder am Nachmittag vor dem ausgesetzten Allerheiligsten gebetet werden.

ABLÄSSE

Derselbe Papst hat diese fromme Übung mit Ablässen bereichert, Ablässe, die in aufeinanderfolgenden Dekreten der Heiligen Apostolischen Pönitentiarie wie folgt festgelegt worden sind:

„Den Gläubigen, die während des Monats Oktober öffentlich oder privat mindestens den dritten Teil des Rosenkranzes andächtig täglich beten, wird gewährt:

Ablass von 7 Jahren, jedes Mal;

Vollkommener Ablass, wenn er am Tag des Festes der Heiligen Jungfrau Maria vom Rosenkranz (7. Oktober) und während der gesamten Oktav die gleichen Frömmigkeitsübungen machen, außerdem ihre Sünden beichten, die heilige Kommunion empfangen und eine öffentliche Kirche oder ein Oratorium besuchen;

Vollkommener Ablass, wenn sie nach der Oktav des Allerheiligsten Rosenkranzes mindestens zehn Tage lang dieselbe Übung praktizieren sowie die heilige Beichte und die Kommunion empfangen (S. C. Indulg. 23.7.1898 und 29.7.1899, S. Pen. Ap. 18.3.1932),

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Deepl-Übersetzer (kostenlose Version) von „O Santo Rosário“ in Legionário vom 1. Oktober 1939, S. 3.

Diese deutsche Fassung „Der heilige Rosenkranz“ erschien erstmals in  www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Donnerstag, 14. Mai 2020

Der Rosenkranz im Leben großer Persönlichkeiten


Plinio Corrêa de Oliveira

Karl V., in dessen Reich die Sonne nie unterging, war ein Verehrer des Rosenkranzgebets. Nie ließ er einen Tag vergehen, ohne dass er in seiner Privatkapelle den Rosenkranz gebetet hatte.


Tilly, der große Bayerische General, konnte sich während des dreißigjährigen Kriegs nie von drei Gegenständen trennen: der Waffe, des Kreuzes und des Rosenkranzes.


Prinz Eugen, der edle Ritter, betete im auf und ab Gehen den Rosenkranz vor großen Schlachten. Das war das Zeichen für seine Soldaten, die ihn Stunden vor dem entscheidenden Kampf sahen. Das Vertrauen in die Gebete bereitete den Prinz vor, herausragende Dienste für sein Vaterland zu leisten.
 

Für Radetzky, den großen Kämpfer, verging kein Tag ohne den Rosenkranz gebetet zu haben.
O’Connel, unerschrockener Verteidiger der Katholiken im Irischen Parlament, betete etliche Male den Rosenkranz für den Sieg der Freiheit für die Katholische Kirche in Irland.

Der französische Arzt Récamier betete immer den Rosenkranz, wenn er zu einem Kranken gerufen wurde. Ein „Freidenker“ und seine Zeit gaben ihm die Ehre als besten Arzt in Europa.


Mozart, der große Musiker und Komponist Österreichs, trennte sich nie von seinem Rosenkranz.


Joseph Haydn, der Komponist der Österreichischen Hymne, betete öffentlich den Rosenkranz in den Kirchen Wiens.

Der heilige Rosenkranz ist der beste Begleiter in allen Lebensumständen, vor allem in der bittersten Stunde, der Stunde des Todes.

„Exempla trahunt“! Vorbilder spornen uns zur Nachahmung an. Beten wir den Rosenkranz. Erflehen durch den Rosenkranz die notwendigen Gnaden für die heutige Menschheit, die unter vielen Dingen auch das marianische Gebet des heiligen Rosenkranzes vergessen hat.

Aus dem Portugiesischen von der Redaktion aus
„O Legionário“ vom 3. November 1946 — Nr. 743 S. 5
© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Samstag, 6. Oktober 2018

Fatima



In der Zeit des Säkularismus, in der wir leben, wird die historische Mission Portugals gewöhnlich von einem rein weltlichen Standpunkt aus betrachtet. Der Navigationszyklus wird größtenteils nur in seinen wirtschaftlichen und politischen Ergebnissen geschätzt. Nichts oder fast nichts hat es gebracht, dass Historiker höheren Karats etwas ganz anderes dargelegt haben. Es häufen sich die Beweise, dass der Hauptgrund, der das portugiesische Gemüt zum Abenteuer der Navigationen bewegte, ein apostolischer war: die Bezwinger der Ozeane, die das winzige Portugal hinaus auf die weiten Meere sandte, taten es mit dem Geist der Kreuzfahrer und nicht als Hausierer. Für die gegenwärtige, im Sinn des Laizismus manipulierte und deformierte Geschichte, wird der Ruhm Portugals der sakralen und heroischen Pracht der religiösen Ideale beraubt, und auf das glanzlose Verdienst materieller Errungenschaften des bürgerlichen Lebens reduziert.
Das erste heilige Messopfer bei der Entdeckung Brasiliens
Nichts davon ändert jedoch die offensichtliche Realität der Fakten. Die treueste Monarchie (wie sie von der Kirche genannt wurde) war im Wesentlichen missionarisch. Brasilien verdankt der missionarischen Tätigkeit der Portugiesen die höchste Gnade der Zugehörigkeit zur Kirche. Und es ist nicht nur Brasilien. Es ist nicht nur Afrika. Jenseits davon, im fernen Osten Indiens und darüber hinaus, in der gelben Welt, war es die portugiesische Missionsarbeit, die auf den portugiesischen Kolonien die Wachvorposten der Religion errichteten, die bis heute in den benachbarten heidnischen Regionen einen lebendigen und fruchtbaren Proselytismus ausstrahlen.
Es wäre gut, wenn im Monat der Missionen daran erinnert würde. Brasilien wurde geboren als eine missionarische Errungenschaft Portugals.
* * *
Diese große missionarische Tätigkeit Portugals, der Zyklus seiner religiösen Heldentaten war mit dem Ende der Navigationen nicht aufgegeben. Vor kurzem hat die Göttliche Vorsehung den Portugiesen eine weitere großartige Missionsarbeit anvertraut. Um sich an die Welt zu richten, wählte die Gottesmutter für ihre Erscheinung einen kleinen Flecken des portugiesischen Bodens. Sie erwählte drei portugiesische Kinder als ihre Verkünder und fixierte in Fátima in Portugal eine unversiegbare Quelle von Wundern und Gnaden, und zog damit die Hoffnungen aller Leidtragenden der Erde nach Portugal. In Fatima offenbarte die Muttergottes eine Botschaft von universalem Charakter. Sie hat nicht nur über Portugal gesprochen. Die ganze zeitgenössische Krise und ihre tiefen Wurzeln in Bosheit und Sünde, die weltumspannenden Kataklysmen, die aus ihr hervorkommen werden, alles weitere, was die gesamte Menschheit betrifft in den derzeitigen schrecklichen Umwälzungen, all dies hat die Muttergottes den drei portugiesischen Hirtenkindern anvertraut, damit die stolze und niedergeschlagene Welt die schreckliche und wunderbare Botschaft von den Lippen dieser Kleinen höre. Es ist unmöglich zu übersehen, dass die Muttergottes dem ehemaligen missionarischen Land eine große historische Aufgabe übertragen hat. Diejenigen, die die Vorboten Christi von gestern waren, haben nun noch einen weiteren Titel: Herolde der Jungfrau. Portugal, die portugiesisch sprechenden Nationen zusammen mit Portugal haben die Aufgabe, allen Völkern, die große religiöse Tatsache des 20. Jahrhunderts, die Erscheinungen von Fatima, zu verkünden.
In diesem Missionsmonat (Oktober) feiern wir zwei große Marienfeste: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz und Unsere Liebe Frau von Fatima.
Die innige Andacht zur allerseligsten Jungfrau Maria in Brasilien ist die Frucht einer intensiven Missionsarbeit der Portugiesen. Das Fest von Fatima, das am kommenden 13. gefeiert wird, hat eine ganz besondere Bedeutung für uns. Für Portugal bedeutete die Erscheinung von Fatima, dass die glorreiche Fruchtbarkeit dieser missionarischen Nation die Möglichkeiten ihres Handelns im Dienste der Kirche nicht erschöpft wurden. Für Brasilien erinnern sie in besonderer Weise daran, dass die Zeit gekommen ist, unsererseits für die Ausbreitung des Reiches Christi die Früchte zu bringen, die die unzähligen Gnaden und Gaben, die uns in Fülle gegeben wurden, uns verpflichten, sie der Welt weiterzugeben.
Brasilien ist dabei zur ersten Ebene des internationalen Lebens aufzusteigen, gerade in einer Zeit, wo missionarische Anstrengungen notwendiger denn je sind. Es geht nicht nur darum, die Nationen des Ostens zur Herde Jesu Christi zu führen. Es ist im Westen, gerade im Schoß der in Ruinen sich befindenden Christenheit, wo sich das tausendmal schlimmere Heidentum als das alte eingenistet hat. Für das moderne Neu-Heidentum gibt es nicht die so oft angewendete Ausrede, die für das östliche Heidentum vielfach angebracht ist: die Unwissenheit. Im westlichen Heidentum brodelt der Abfall, die Sünde gegen den Heiligen Geist, die vorsätzliche und satanische Liebe zum Irrtum und zum Bösen. Es ist gegen die heutigen Ketzer, die ihren letzten Anstrich von Christentum verloren haben, an denen die Missionsarbeit Brasiliens notwendig wird.
In der ausgezeichneten Abhandlung über die wahre Andacht zur allerseligen Jungfrau, des Sel. Grignion von Montfort, wird dieses Flehen oft folgendermaßen ausgesprochen: „Damit zu uns komme dein Reich, möge das Reich Mariens zu uns kommen.“
Brasilien muss im 20. Jahrhundert der große Verkünder der Herrschaft Jesu Christi sein. Damit es seine Mission erfüllen kann, muss es auch dem marianischen Appell von Fatima nachkommen und ein unermüdlicher Prediger der Andacht zur Muttergottes werden. Der Weg zu Christus wird vorbereitet indem man die Muttergottes predigt. Die Marianischen Andachten sind die königlichen Wege, über die man zu unserem Herrn Jesus Christus gelangt.
In Fatima empfahl die Muttergottes zwei Andachten auf ganz besondere Weise: Ihnen soll sich Brasilien mit größtem Eifer widmen.
Eine ist das Unbefleckte Herz Mariens. Die andere ist die des Heiligen Rosenkranzes.
Wenn Brasilien die große Nation der Kreuzritter und Missionare des zwanzigsten Jahrhunderts sein will, wird es diese Gnade nur durch eine glühende marianische Frömmigkeit erreichen. Und wenn es diese Gnade will, wird es sie mit den Mitteln erbeten, die die Jungfrau selbst angedeutet hat.
Also, in dieser Woche, die zwischen den Festen von Fatima und dem Rosenkranz liegt, möge dies das beständigste Objekt unserer Wünsche, unserer Bitten und unserer Meditationen sein.

Freie Übersetzung des Artikels “Fatima” von Plinio Corrêa de Oliveira in der Wochenzeitung “O Legionário“ Nr. 687, vom 7. Oktober 1945.


Mittwoch, 13. September 2017

Fatima in einer Gesamrübersicht


Plinio Correa de Oliveira

Vielleicht mögen den Lesern einige kurze Erwägungen über die vielfachen Aspekte von Nutzen sein, die in den so wichtigen Offenbarungen der Heiligen Jungfrau Maria in Fatima enthalten sind.
Um all die Visionen und Mitteilungen zu verstehen, die Lucia, Francisco und Jacinta 1917 zuteil wurden, muss man vor allem die katholische Lehre über die Gemeinschaft der Heiligen vor Augen haben.
Die Fürbitten und Verdienste eines Menschen können anderen zugute kommen. So können natürlich die von den drei Kindern dargebrachten Gebete und Opfer, verbunden mit der Hingabe des eigenen Lebens, vor allem nachdem sie durch die Erscheinungen der Königin aller Heiligen so reich begnadet worden waren, einer großen Anzahl von Seelen und sogar ganzen Völkern zum Vorteil gereichen. Aus diesem Grund bat unsere Liebe Frau die drei Kinder um ihre Gebete und Opfer. Jacinta und Francisco bat sie außerdem um das Opfer des eigenen Lebens als Sühne für die Sünden der Menschen. Lucia dagegen bat sie, weiter auf dieser Welt zu bleiben und eine Mission zu erfüllen, von der später noch die Rede sein wird.
Eine weitere Voraussetzung für das Verständnis der Ereignisse von Fatima ist die universale Mittlerrolle der Gottesmutter. Sie wirkt in allen als die höchste und nach dem freien Entschluss Gottes notwendige Mittlerin zwischen dem beleidigten Erlöser und der sündigen Menschheit. Da sie als Mittlerin immer wieder erhört wird, übt sie auch einen entscheidenden Einfluss auf die Ereignisse aus. Und als königliche Mittlerin wird sie letztendlich mit dem Sieg ihres mütterlichen Herzens glorifiziert werden. Einen deutlicheren Ausdruck für Gottes eigenen Sieg kann es nicht geben.
Indem sie sich an die drei Hirtenkinder wandte, wollte Unsere Liebe Frau zu der ganzen Welt sprechen und alle Menschen zum Gebet, zur Buße und zum Umdenken aufrufen. In besonderer Weise richtete sie sich an den Papst und damit an die heilige Hierarchie, denn er sollte Russland ihrem allerreinsten Herzen weihen.
Diese Bitten der Gottesmutter sind angesichts der religiösen Lage gut zu verstehen, in der sich die Welt zur Zeit der Erscheinungen, das heißt 1917, befand. Unsere Liebe Frau wies darauf hin, dass es sich um eine höchst unheilvolle Lage handelte. Gottlosigkeit und Unreinheit hatten auf Erden dermaßen überhandgenommen, dass es zu einer wahren Hekatombe, den Zweiten Weltkrieg, kommen musste, um die Menschen wieder zusammenzuführen. Die Auseinandersetzung (der 1. Weltkrieg) sollte bald ein Ende nehmen und den Sündern wäre Zeit gegeben, sich auf den Appell von Fatima hin zu bekehren. Würde dem Appell Gehör geschenkt, hätte die Menschheit Frieden. Würde er aber nicht gehört, käme ein weiterer, noch viel schlimmerer Krieg. Und sollte sich die Welt auch dann noch der Stimme ihrer Königin gegenüber taub verhalten, käme es zu einer ganz außergewöhnlichen Hekatombe ideologischen Ursprungs und universellen Ausmaßes, die zu schwerer religiöser Verfolgung führen und alle Menschen in Mitleidenschaft ziehen würde. Dem Papst selbst stünden große Prüfungen bevor: „Russland wird seine Irrtümer über die Welt verbreiten, Kriege hervorrufen und die Kirche verfolgen … der Heilige Vater wird viel zu leiden haben.“
Wenn dann nach einer ganzen Kette von Kalamitäten der harte Widerstand der heutigen Menschheit endlich gebrochen ist, soll es zu einer Bekehrung der Seelen in großen Umfang kommen. Es wird dies insbesondere ein Sieg des Unbefleckten Herzens Mariens sein: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren ...“ Es wird die Herrschaft Mariens über die Menschen sein …
Um die Menschheit mit Nachdruck zur Aufnahme der Botschaft zu bewegen, hat Unsere Liebe Frau ihren drei Vertrauten die verurteilten Seelen in der Hölle gezeigt. Sie haben uns dieses Bild voller Tragik auf so bewundernswerte Weise beschrieben, dass es geeignet ist, selbst verhärtete Sünder auf dem Weg der Tugend zurückzuführen. Die düstere Vision der Hölle macht deutlich, wie sehr sich die im Irrtum befinden, die da meinen, die Betrachtung der ewigen Qualen sei für die Menschen unseres Jahrhunderts unangebracht.
*    *    *
Um die Wirklichkeit der Erscheinungen und damit auch die Echtheit der Botschaft zu bekräftigen, hat die Heilige Jungfrau drei Arten von Ereignissen veranlasst:
a) Anwesenheit einer großen Anzahl von Zuschauern während ihrer Gespräche mit den Seherkindern. Wenngleich auch nur diese die unmittelbaren Empfänger der Botschaft waren, konnten die Umstehenden mit der gewöhnlichen psychologischen Einsicht feststellen, dass die drei Kinder weder logen noch Opfer einer Illusion waren, wenn sie behaupteten, Kontakt zur Muttergottes zu haben, sondern dass sie tatsächlich ein für die anderen unsichtbares Wesen sahen und mit ihm sprachen.
b) Das Wunder der Farbenspiele und der Bewegungen der Sonne (am 13. Oktober 1917), das weit über die Stelle der Erscheinungen hinaus sichtbar war und daher nicht als kollektive Suggestion abgetan werden kann (wie sollte dies auch möglich sein, wenn man bedenkt, dass sich 50 bis 70 Tausend Menschen bei der Mulde von Iria aufhielten).
c) Die Ankündigung, dass bald nach den Erscheinungen von Fatima der Erste Weltkrieg zu Ende gehen würde, ist in Erfüllung gegangen. Ebenso hat sich die Voraussage erfüllt, dass ein weiterer Weltkrieg ausbrechen würde, falls sich die Menschheit nicht bekehren würde. Es ist allgemein bekannt, dass am Himmel über Europa vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ein außerordentliches Licht zu sehen war. Unsere Liebe Frau hatte den Seherkindern angekündigt, dass dies das Zeichen der bevorstehenden Strafe sein würde. Und tatsächlich traf die Strafe kurz darauf ein.
d) Die vorhergesehene höchste Strafe, nämlich die Verbreitung des Kommunismus, begann sich kurz nach den Erscheinungen zu bewahrheiten. Es ist zu beachten, dass die Heilige Jungfrau zwar angekündigt hatte, dass „Russland seine Irrtümer über die ganze Welt verbreiten wird“, dass aber zum Zeitpunkt der Voraussage – 13. Juli 1917 – diese Aussage mehr oder wenig unverständlich klingen musste. Denn das Zarentum war gerade erst dem bürgerlichen Regime Kerenskys gewichen, und niemand konnte wissen, was unter diesen russischen Irrtümern zu verstehen war. Natürlich handelte es sich nicht um die Verbreitung der mumienhaften griechisch-schismatischen Kirche, der jede Kraft zur Ausbreitung fehlte. Somit war also die Marxistische Machtergreifung im November 1917 im unglücklichen Russland bereits eine erste, vielsagende Bestätigung der Prophezeiung.
Danach begann die russische Kommunistische Partei, ihre Irrtümer weltweit zu verbreiten, es kam also zu einer weiteren Übereinstimmung zwischen dem, was die Heilige Jungfrau angekündigt hatte, und den tatsächlichen Ereignissen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollte die Verbreitung des Kommunismus dann noch größere Ausmaße annehmen, denn unter Anwendung von List und Gewalt wurden zahlreiche Völker unter sowjetische Herrschaft gebracht. Die Sowjetunion wurde zu einer weltweiten Gefahr.
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Angesichts dieser Behauptungen apokalyptischen Ausmaßes ist eine erklärende Anmerkung nötig.
Die Menschen in der heutigen Welt teilen sich immer mehr in zwei Tendenzen auf. Die eine sieht die Menschheit als Opfer eines Bündels von Irrtümern und Bösem, die auf religiöser und kultureller Ebene ihr Wirken mit dem Humanismus, Renaissance und protestantischer Reformation begonnen haben. Diese Irrtümer verschlimmerten sich mit der Aufklärung und dem Rationalismus und erreichten ihren Höhepunkt auf politischer Ebene mit der Französischen Revolution. Von der politischen Ebene griffen sie im 19. Jhdt. über auf den sozialen und wirtschaftlichen Bereich durch den utopischen Sozialismus und den sog. wissenschaftlichen Sozialismus. Mit der Einführung des Kommunismus in Russland begann für dieses Sammelsurium von Irrtümern eine anfängliche aber massive Verlagerung auf die konkrete Ordnung der Fakten, woraus der Moloch des kommunistischen Imperiums entstand, der sich vom Herzen Deutschlands bis zum Vietnam erstreckt, und dessen Einheit unbestreitbar ist (die Einteilung in „russischer Prägung“ und „chinesischer Prägung“ ist nichts anderes als ein propagandistischer Bluff).
Zugleich, und vor allem nach dem „Großen Krieg“ (1914-1918) verfiel die Sittlichkeit im Westen mit erstaunlicher Geschwindigkeit, so dass er zur Kapitulation vor dem Kommunismus vorbereitet wurde; ist doch der Kommunismus der kühnste institutionelle und ideologische Ausdruck der Amoral und der Unsittlichkeit.
Die historische Auffassung des hier Beschriebenen befindet sich ausgelegt im Artikel „Der Kreuzzug des 20 Jahrhunderts“ im Heft Nr. 1 dieser Zeitung. Eine erweiterte Fassung versuchten wir in „Revolution und Gegenrevolution“ zu geben, die „Catolicismo“ in der Ausgabe Nr. 100 veröffentlichte.
Auf Anregung von Bischof Antonio de Castro Mayer und Erzbischof Geraldo de Proença Sigaud wurde diese Auffassung ebenfalls mit großer Klarheit in einem historischen Dokument veröffentlicht in dem 200 Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils um die Verurteilung des Kommunismus baten. Für unzählige Seelen aller Stände, Lebensbedingungen und Nationen, die diese Auffassung teilen, ist der Zusammenhang der Botschaft von Fatima mit der katholischen Lehre und der Wirklichkeit der Fakten von außerordentlicher Tragweite.
Es gibt auch eine andere Tendenz, für die die Probleme der heutigen Welt mit Bosheit (im Sinn einer schuldhaften Abweichung der Intelligenz vom Guten) und Unmoral wenig oder gar nichts zu tun haben. Diese kämen nur von unfreiwilligen Fehlern, die durch eine gute Verbreitung der Lehre und objektive Erkenntnis der Wirklichkeit behoben werden können. Diese Missverständnisse haben zudem ihre Ursache in wirtschaftlichen Entbehrungen. Kinder des Hungers, werden sie sterben, wenn es auf der Welt kein Hunger mehr gibt. Vorher werden sie nicht sterben. Die Krise der Menschheit würde mit Hilfe von Wissenschaft und Technologie überwunden werden.
Nicht nur das. Wenn es zur Erklärung der Katastrophen und Gefahren, mit denen wir zu kämpfen haben, der Faktor Schuld nicht vorhanden ist, ist der Begriff einer universellen Strafe unverständlich. Umso mehr da für Menschen dieser Tendenz der Kommunismus von Natur aus nicht schlecht ist, und es sei möglich sich ihm anzupassen, um lästige Verfolgungen zu vermeiden.
Natürlich kann durch die zusammengefasste Beschreibung dieser beiden Tendenzen das Thema nur schematisch behandelt werden. Zwischen der einen und der anderen gibt es viele verschiedenartige Bereiche. Leider würde aber eine ausführlichere Beschreibung hier den Rahmen sprängen. In dem Maße, wie sich irgendeine der Zwischentendenzen dem einen oder anderen Pol nähert, wird ihr die Botschaft von Fatima verständlicher oder unverständlicher. Fatima ist also in diesem Sinne eine echte Wasserscheide der gegenwärtigen Mentalitäten.
Wie auch immer, mit Ausnahme des noch geheim gehaltenen Teils, sind die Bitten, die Ermahnungen, die Prophezeiungen (alle selbstverständlich in der Eigenschaft von Privatoffenbarungen) der Mulde von Iria der Welt bekannt und in breitem Umfang bestätigt. Den Skeptikern sagen wir: „Qui vivra verra ...“ (Wer dann noch lebt, wird sehen).
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Werden die in Fatima vorhergesagten und bis jetzt noch nicht eingetroffenen Ereignisse noch geschehen? Dies ist die Frage, die die Menschheit sich heute stellt. Im Prinzip gibt es keinen Zweifel. Denn die Tatsache, dass ein Teil der Prophezeiungen bereits mit erstaunlicher Präzision Wirklichkeit geworden ist, beweist ihren übernatürlichen Charakter. Und so gibt es keinen Zweifel, dass die himmlische Botschaft sich bis zum Ende erfüllen wird.
Es könnte aber jemand einwenden, die Prophezeiungen vom 13. Juli 1917 haben ja nur einen bedingten Charakter. Sie würden stattfinden, wenn der Papst, und in Vereinigung mit ihm, die Bischöfe der Welt die Weihe Russlands und der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens nicht vollziehen würden. Doch Pius XII. vollzog die Weihe der Welt (1942) und besonders Russlands (1952). So ist zu erwarten, dass die von der Muttergottes vom Rosenkranz vorgesehenen Strafen nicht eintreffen werden. . .
Diesem Einwand können zwei Antworten gegeben werden:
Zunächst, nach den Worten Unseres Herrn an Schwester Lucia im Jahr 1943, die sie dem Titularbischof von Gurza in einem Brief mitteilte, erfüllte die von Pius XII. gemachte Weihe der Welt nicht alle von der Gottesmutter gewollten Voraussetzungen, obwohl sie Gottes Wohlwollen erreicht hätte. Als Ergebnis scheint es fraglich, ob diese Weihe die vorhergesehenen Katastrophen abwenden kann. Diesen Worten Unseres Herrn an Schwester Lucia sollte man alle Glaubwürdigkeit schenken. Da sie in diesem Leben mit einer Mission bezüglich der Botschaft von Fatima blieb, ist es normal, dass sie vom Himmel Kommunikationen dieser Art erhält, die geeignet sind, die Welt über die Auslegung der Botschaft zu belehren, sowie auf die Beziehungen der Botschaft mit dem Lauf der Ereignisse dieser Welt hinzuweisen. Und aus diesem Grunde ist es auch normal, dass Jesus und seine Mutter der treuen und von den heiligsten Herzen so geliebte Ordensfrau jede Unterstützung erweisen, damit sie diese Mission durchführt, ohne in Irrtum zu fallen oder die Menschheit in Irrtum zu führen.
Zweitens muss beachtet, dass in der Cova da Iria, Unsere Liebe Frau zwei Bedingungen stellte, die beide für die Abwendung der von ihr angedrohten Strafe unverzichtbar sind.
Eine dieser Bedingungen war die Weihe. Nehmen wir an, sie wurde so durchgeführt wie von der Seligen Jungfrau gefordert. Es bleibt die zweite Bedingung: die Verbreitung der Übung der Sühnekommunion an fünf ersten Samstage. Es scheint klar, dass sich diese Andacht in der katholischen Welt bis heute nicht in dem Maße verbreitet hat, wie von der Muttergottes erwünscht.
Und es gibt noch eine weitere Bedingung, die in der Botschaft angedeutet ist, aber auch sie unverzichtbar: Es ist der Sieg der Welt über die tausend Arten von Bosheit und Unreinheit, die sie beherrschen. Alles zeigt an, dass dieser Sieg nicht erreicht wurde, im Gegenteil, wir nähern uns immer mehr zum Paroxysmus in dieser Angelegenheit. So wird ein Kurswechsel der Menschheit immer unwahrscheinlicher. Und in dem Maße, in dem wir in Richtung dieses Paroxysmus wandeln, wird es immer wahrscheinlicher, dass wir uns der Verwirklichung der Strafe hin bewegen...
Hier trifft es sich, eine Anmerkung zu machen: Wenn man die Botschaft von Fatima nicht so sieht, wäre sie absurd. Denn wenn die Muttergottes 1917 behauptet hat, die Sünden der Welt hätten ein solches Ausmaß erreicht, dass sie um die Strafe Gottes riefen, wäre es unlogisch anzunehmen, dass die Strafe nicht antreten würde, wenn diese Sünden doch bis heute immer weiter wachsen und die Welt sich hartnäckig bis zum Ende weigert, das zu hören, was ihr in Fatima gesagt wurde. Es wäre das gleiche, wenn Ninive keine Buße getan hätte, und die Drohungen des Propheten sich nicht erfüllt hätten.
Außerdem würde die von Unserer Lieben Frau gebetene Weihe selbst, nicht die Wirkung haben, die Strafe abzuwenden, wenn die Menschheit sich weiterhin an Bosheit und Sünde festhalten würde. Solange dies besteht, würde die Weihe unvollständig und ohne wirklichen Inhalt sein.
Kurz gesagt, solang sich nicht die in der Cova da Iria geforderte geistliche Wandlung in der Welt vollzieht, werden wir weiter dem Abgrund näherkommen. Und wenn wir so weitermachen, wird die Umwandlung immer unwahrscheinlicher.
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Hier fügt sicht das berühmte Thema des nicht veröffentlichten Teils des Geheimnisses von Fatima ein. Enthält es Worte der Vergebung und des Frieden, die uns eine unbegrenzte Straflosigkeit für dieses unbegrenzte Wachstum der Bosheit und der Unreinheit erwarten lassen? Dazu müssen wir von vornherein sagen, dass wir nicht sehen können, was in solchem Gedanken etwas frommes sein kann. In ähnlichen Situationen — einer tauben und bis zum Ende widerspenstigen Welt — zogen die heiligen Seelen des Alten und Neuen Testaments immer die Barmherzigkeit der Gerechtigkeit vor, die Vergebung der Strafe. Sie zogen aber immer die Strafe vor, gegenüber dem Schauspiel der siegreichen Gottlosigkeit, die da straflos auf unbestimmte Zeit die Majestät Gottes verspottete.
Außerdem scheint es absurd anzunehmen, dass Unsere Liebe Frau eine öffentliche Botschaft gab, in der sie behauptet, dass ohne eine Lebensänderung der Welt eine schreckliche Strafe bevorstehe, und eine private (geheime) Botschaft, in der Sie auf eine oder andere Weise behauptet, für die gleiche Situation das Gegenteil geschehen würde.
Was zählt, ist also beten, leiden und handeln, damit die Menschheit sich bekehre. Und das mit neuem Engagement, denn sonst steht uns die Strafe vor der Tür.
Ein Geheimnis ist ein Geheimnis. Und in guter Logik, kann niemand aus seinem Inhalt etwas folgern, da er es ja gar nicht kennt.
Allerdings ist es nicht unvernünftig, hier eine Vermutung aufzustellen. Der noch nicht veröffentlichte Teil des Geheimnisses enthält wahrscheinlich erschreckende Einzelheiten über die Art und Weise wie sich die in Fatima angekündigten Strafen erfüllen werden. Denn nur so erklärt sich, dass es schwierig erscheint, ihn zu veröffentlichen. Wenn er entspannende Aussichten enthalten würde, wäre er wahrscheinlich schon längst veröffentlicht.
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Es ist gut, dass am Ende dieser Überlegungen, unser Geist sich in der Berücksichtigung der letztendlichen Perspektiven der Botschaft von Fatima aufhält. Über der Trauer und den höchst wahrscheinlichen Strafen hinaus, denen wir entgegengehen, haben wir vor uns, die sakralen Leuchten der Morgenröte des Königreichs Marias: „Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren.“ Es ist eine großartige Aussicht des Universalen Sieges des königlichen und mütterlichen Herzens der Heiligsten Jungfrau. Es ist ein beruhigendes, attraktives und vor allem majestätisches und begeisterndes Versprechen.
Um die Strafe im kleinsten möglichen Maße abzuwenden, um die Bekehrung der Menschen im kleinsten Ausmaß zu erreichen, das in der allgemeinen Ordnung der Gnade noch vor der Strafe möglich ist, um die erhabene Morgendämmerung des Reiches Mariens zu beschleunigen, und um uns zu helfen die Katastrophen, die so ernsthaft uns bedrohen, zu durchschreiten, was können wir tun? Unsere Liebe Frau zeigt es uns: die Ereiferung in der Andacht zu ihr, das Gebet, die Buße.
Um uns zum Gebet zu ermutigen, zeigte sie sich nacheinander mit den entsprechenden Attributen, der Königin des heiligen Rosenkranzes, der Schmerzhaften Mutter und der Muttergottes vom Berge Karmel, um darauf hinzuweisen, wie es ihr wohlgefällt, unter diesen Anrufungen bekannt, geliebt und verehrt zu werden.
Außerdem bestand die Jungfrau von Fatima in ganz besonderer Art und Weise auf die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen. Sie verwies in ihrer Botschaft sieben Mal auf ihr Herz (und Unser Herr, neun Mal).
So bekommt die theologische Bedeutung der Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens, die übrigens schon sehr oft bestätigt wurde, in Fatima eine kostbare und eindrucksvolle Bestätigung. Auf der anderen Seite, bezeugt das Beharren der Heiligsten Jungfrau die hohe Zweckmäßigkeit dieser Andacht in unserer Zeit.
Wer die Offenbarungen von Fatima ernst nimmt, der sollte die Förderung der Andacht zum Allerreinsten Herzen als eine der höchsten Ziele eines gesunden „aggiornamento“ der marianischen Frömmigkeit hochhalten.
In diesem Sinne, hinterlassen wir hier eine zu Herzen gehende Empfehlung an die Leser von „Catolicismo“. Eine Empfehlung, die nichts anderes ist als ein Echo, des reich an begeisternden Lehren über Fatima Hirtenbriefes, den der berühmte Bischof von Campos, D. ANTONIO DE CASTRO MAYER, seinen Diözesanen gerade geschenkt hat.

Aus der brasilianischen Monatsschrift Catolicismo Nr. 197 – Mai 1967 

Donnerstag, 2. Februar 2017

Der Rosenkranz ist die Waffe der Wahrheit gegen den Irrtum

Gibt es ein Thema, über das wir heute sprechen können?
Vorschlag: Könnten Sie über die Andacht zum Rosenkranz etwas sagen?
Natürlich!
Maria überreicht dem hl. Dominikus den Rosenkranz
Wie wir wissen, ist das größte Verdienst der Rosenkranzandacht, dass sie von der Muttergottes selbst dem hl. Dominikus geoffenbart wurde, als das Mittel, in den von der Häresie der Albingenser verwüsteten Regionen, den Glauben wieder zu erwecken. Tatsächlich bewirkte die allgemeine Verbreitung des Rosenkranzgebetes ein erneutes Aufblühen des Glaubenslebens. Dadurch wurde der Rosenkranz in den Zeiten der wahren Glaubenspraxis eine der klassischsten Frömmigkeitsübungen unter den Katholiken. So, dass nicht nur unzählige Statuen der Rosenkranzmadonna sich überall verbreiteten, aber auch die Übung des Rosenkranzgebetes unter den Gläubigen Gang und Gebe wurde und viele Ordensgemeinschaften einen Rosenkranz am Gürtel trugen, als offizielles Kennzeichen des jeweiligen Ordens.
Unter den Tausend Dingen, die man über den Rosenkranz sagen könnte, möchte ich gerne diese Verbindung des Rosenkranzgebetes und der Tugend des Glaubens hervorheben, zwischen dem Rosenkranz und dem Sieg über den Unglauben, die Häretiker.
Der Rosenkranz wurde immer als eine mächtige Waffe des Glaubens angesehen. Und für uns, die wir die göttliche Tugend des Glaubens als die Wurzel aller anderen Tugenden betrachten, so dass es nichts auf sich hat, wenn man die anderen Tugenden üben will, aber die des Glaubens vernachlässigt, denn alle Tugenden müssen aus einem lebendigen Glauben hervorsprießen, ansonsten sind sie keine echten Tugenden. Deshalb bedeutet uns, die wir ein Leben im Kampf für die Orthodoxie (Wahrheit) und den Sieg der Wahrheit und der Gegen-Revolution in der Welt als das Ideal unseres Lebens betrachten, diese Andacht viel. Denn sie begründet den Zusammenhang zwischen unserem Leben und der Andacht zur Muttergottes.
Pius V. erfährt in einer Vision den Sieg der Katholiken
in der Schlacht von Lepanto, den er dem Rosenkranzgebet
zuschreibt. Er führt daraufhin das Rosenkranzfest ein.
Die Muttergottes erscheint hier deutlich als die, von der die Liturgie behauptet, die alleine die Irrtümer der ganzen Welt vernichtet hat, und größtenteils durch den Rosenkranz vernichtet hat. Der Rosenkranz ist also die Waffe der Orthodoxie, die Waffe des Ultramontanismus und die Andacht durch die wir in uns die Wurzeln des bösen Geistes und des Irrtums, die wir in uns tragen, vernichten können, und ebenfalls den Irrtum und den bösen Geist besiegen können, derer, die uns den Kampf ansagen. So ist das Gebet des Rosenkranzes uns etwas sehr eigenes und der Grund, warum wir dermaßen darauf bestehen, dass unser Leben nur normal und ordentlich ablaufen kann, wenn wir unter anderem täglich den kompletten Psalter, d.h. alle drei Geheimnisse des Rosenkranzes beten.
Es bringt also nichts, zu sagen, „ich bete lieber einen Zehner sehr andächtig, als den ganzen Rosenkranz einfach heruntergeleiert“. Mir wurde mal von einem Heiligen erzählt, dem jemand so etwas gesagt hatte, und er sagte: „gut, dann bete mit großer Andacht nur ein Ave-Maria“. Derjenige ging, und brachte es nicht fertig. Warum? Weil diese ideale Andacht, bei der man Wort für Wort betrachten will, unserer Schwäche wegen eigentlich nicht möglich ist.

(Anm.: Die hl. Therese vom Kinde Jesu sagte, das sie nie im Leben ein Ave-Maria ohne Zerstreuung beten konnte.)

Die Wahrheit ist folgende: ein Ave-Maria ohne Zerstreuung zu beten, ist ein Meisterwerk. Da es nun mal nicht möglich ist ganz ohne eine gewisse Zerstreuung zu beten, ist es angebracht den Mangel an Qualität mit der Quantität (Menge) auszugleichen oder zu ersetzen. Wenn ich nur fähig bin mit Zerstreuung zu beten, ist es besser 50 Ave-Maria mit Zerstreuung zu beten als nur ein mit Zerstreuung...
Das so verrichtete Gebet hat seinen Wert und seinen großen Wert: es ist kein eingebildetes Gebet, es ist ein demütiges Gebet, was unsere Schwäche in Kauf nimmt, und nicht in protestantischer Manier übermäßig auf Details zu achten, die das Gebet nur stören, sondern im Gegenteil Verständnis für die menschliche Schwäche zeigen und vorwärts gehen. Deshalb ist auch die Wiederholung im Rosenkranz weit entfernt, etwas Steriles zu sein. Er ist gerade etwas, was das große Verdienst der Beharrlichkeit in sich birgt. Unser Herr selbst hat als eines der Merkmale des Gebets empfohlen, das es nachdrücklich sein soll. Das beharrliche Gebet erreicht das, um was wir bitten. Man drängt und drängt, wenn auch nur mündlich, und erhält am Ende die erbetene Gnade.
Deshalb ist die Empfehlung des Rosenkranzgebets als Waffe des Gegenrevolutionärs zur Standhaftigkeit, zur Heiligung und zur Vernichtung der Irrtümer, etwas Unvergleichliches.


Freie Übersetzung der Abschrift eines Vortrags (Santo do Dia) vom 12. Februar 1964