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Donnerstag, 12. März 2026

Tamquam ad latronem – Hass und Verfolgung

Der Kuss des Judas


Heiliger des Tages 1. März 1967
von Plinio Correa de Oliveira

Eines der eindrucksvollsten, eines der schönsten Aspekte der Leidensgeschichte unseres Herrn ist die Konfrontation zwischen der Logik, der Stärke und der Erhabenheit seiner Haltung und dem widersprüchlichen und verwerflichen Charakter der gesamten Haltung seiner Widersacher.

Schritt für Schritt wird dies im Verlauf der Passion deutlich. Schon in den Vorgeschichten der Passion zeigt sich dies, das heißt, in jenem Sturm des Hasses, der unseren Herrn umgab und die Ursache seines Todes war, der Grund, warum sie ihn töten wollten. Schon in den Vorgeschichten der Passion ist dies erkennbar.

Die Haltung unseres Herrn – stets klar, stets würdevoll, stets stimmig, stets stark, stets belegt durch die gewaltigsten Wunder, durch die Heiligkeit einer erhabenen Lehre und zugleich für alle verständlich – und andererseits der Hass, der sich um ihn herum aufstaute; der niederträchtige Hass, der nicht einmal für sich selbst nachvollziehbare Gründe hat und deshalb nach Vorwänden sucht oder in Schweigen verfällt, und unfähig zu argumentieren, denkt er an Vernichtung.

Das heißt, auf der einen Seite der Himmel, auf der anderen die Hölle. Sie wissen, dass Phillion, ein großartiger Bibelkommentator ist, insbesondere des Evangeliums, das Leben unseres Herrn Jesus Christus genau in diese drei Perioden unterteilt: Die erste Periode war seine Verherrlichung, sein öffentliches Wirken.

* Verwunderung, Boykott und Hass: drei Geisteszustände, die die Haltung der öffentlichen Meinung gegenüber dem Messias zusammenfassen.

In der ersten Periode war es ein Leben der Verherrlichung. Er trat öffentlich auf, und die ganze Welt war von ihm begeistert. Dann, in der zweiten Periode, als die Bösen begannen zu erkennen, wer er war und dass er nicht nur Wahrheiten, sondern die Wahrheit selbst verbreitete; dass er nicht nur Tugenden besaß, sondern die Tugend selbst war und mehr noch, dass er die Wahrheit war, und die Tugend schlechthin war, ließ den Hass gegen ihn wachsen.

In der zweiten Phase nimmt der Hass weiter zu. Er wird isoliert, doch eine Gruppe Gläubiger versucht seine Stimme zu hören. So entsteht die Gemeinschaft der Apostel, der Jünger, die Keimzelle dessen, was die katholische Kirche werden sollte. Dabei nutzt er, im besten Sinne des Wortes, die Popularität, die er in Teilen des Volkes Israel genoss.

In der dritten Phase: der Hass! Seine Feinde erkennen, dass sein Wirken an Beständigkeit gewinnt und dass er trotz aller Hasskampagnen gegen ihn einen Punkt erreicht, an dem er die Seelen der Menschen erreicht und droht, das ganze Land hinter sich zu reißen. Da sie keine Argumente mehr gegen ihn vorbringen können, beschließen sie, ihn zu töten.

Man sieht, wie berüchtigt diese Tat ist. Der Gerechte wird getötet, weil er gerecht ist. Wer uns mit seinen triumphierenden Antworten erdrückt, wird getötet, weil seine Antworten triumphierend sind.

Das heißt, es ist Unredlichkeit, Bosheit, Ungerechtigkeit, Hass auf das Gute in seiner schärfsten und abstoßendsten Form, angesichts dessen, der nicht nur der vollkommenste, sondern der vollkommene, vollendete und wesentliche Ausdruck aller Wahrheit und alles Guten ist. Er, der mit überströmenden Recht von sich selbst sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

* Die tiefste Ursache des Leidens des Gottmenschen liegt in der hasserfüllten und grundlosen Ablehnung der Ordnung, die er selbst verkörpert.

Nun, unser Herr litt während der Passion unermesslich darunter. Er litt unter diesen Widersprüchen: Denn, da er die Wahrheit selbst war, musste ihn dieses ganze Netz von Widersprüchen grausam leiden lassen.

Und als Weg musste ihn all dieses abscheuliche Unrecht heimsuchen. Und da er das Leben war, musste es für ihn eine enorme Belastung sein, zu sehen, wie die Seelen sich durch die Sünde dem Tod ergaben und ihn dennoch töten wollten, konnte das alles für ihn nur grausames Leiden bedeuten

Während der gesamten Passion sehen wir unseren Herrn Worte sprechen, die eine Zurechtweisung darstellen – sei es an die Apostel, an Judas Iskariot oder, in anderen Fällen, an Pontius Pilatus usw., an jenen Diener eines der Hohenpriester, der ihn geschlagen hatte. Er gab Antworten oder stellte Fragen, die diesen Widerspruch und diese Ungerechtigkeit, in die sich seine Widersacher begeben hatten, auf ergreifende Weise genau aufzeigten. Und sie verdeutlichen das Leid, das ihm dies zufügte.

Wir neigen manchmal dazu, uns das Leiden unseres Herrn nur so vorzustellen: „Sie verwunden mich auf grausamste Weise; diese Wunden verursachen mir entsetzliche Schmerzen. Sie hegen großen Hass gegen mich: Dieser Hass, diese Wunden verursachen mir Leiden an Seele und Leib, die mir bittere Tränen entlocken.“ Zweifellos ist dies das Heiligste, und zweifellos ist dies wahr.

Doch es muss beachtet werden, dass unser Herr, als Gott, sich selbst über alles liebte – denn Gott liebt sich selbst mit vollkommener, umfassender, essentieller Liebe –, deshalb litt er am meisten unter der Verletzung moralischer Prinzipien, der Verletzung der von ihm geschaffenen Ordnung, der Verleugnung aller Wahrheit und alles Guten, die jene Seelen praktizierten, als sie sich ihm widersetzten, ihn ablehnten.

Dies war für ihn ein überaus schmerzlicher, menschlicher Schmerz, geboren aus einem vom Verstand erkannten Übel und Irrtum, einem vom Willen verurteilten Übel.

Dies ist der Schmerz unseres Herrn, vor allem. Hinzu kommen seine unbeschreiblich heiligen Tränen, seine mit Blut vermischten Tränen, die hier in unserem Garten ein wunderschönes Symbol haben.

Hier sehen wir eine Kletterpflanze mit kleinen weißen Blüten und einigen roten Blütenblättern. Dies ist es, was die Volksfrömmigkeit so treffend als „Lacrima Christi“ bezeichnet, denn es ist die Träne Christi, rein und weiß, aber mit Blut befleckt, aufgrund des unermesslichen Leidens, das es zum Fließen brachte.

Doch wir müssen das Ganze im Blick behalten. Wir dürfen Tränen und Schmerz in ihrer sinnlichen Ausprägung nicht ausblenden, sondern auch jene andere, noch höhere Dimension, die uns das ganze Ausmaß des Leidens unseres Herrn Jesus Christus offenbart.

* Die inspirierten Worte der Propheten deuteten auf die Trauer des Erlösers hin.

Hier finden Sie auch unter den Propheten jene, die das Leiden Christi voraussagten und somit dachten, was unser Herr Jesus Christus während seines Leidens dachte. Sie finden unter den Propheten auch großartige Worte, die die Trauer unseres Herrn Jesus Christus angesichts der Ablehnung und Verachtung ausdrücken, die ihm entgegenschlugen.

Hier haben wir also Worte, die gesungen werden, die wir jetzt hören werden: das Tamquam ad latronem, die Worte unseres Herrn bei seiner Verhaftung. Er sprach:

„Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knüppeln, um Mich zu ergreifen. Täglich saß Ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt Mich nicht ergriffen“. Und nun, gegeißelt, führt ihr mich ab, um gekreuzigt zu werden.“

Und während sie Jesus festhielten, sagte er zu ihnen: „Täglich …“ – und wiederholt – „… war ich mit euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen. Und nun, gegeißelt, führt ihr mich ab, um gekreuzigt zu werden.“

Der lateinische Ausdruck ist viel prägnanter und klingt viel schöner als der Portugiesische.

Tamquam ad latronem…

Das heißt, diese Worte wurden in einem dramatischen Moment gesprochen, als unser Herr vom freien Mann, der sich selbst bewegen konnte, zum Gefangenen wurde. Sie ergriffen ihn.

Im Moment seiner Ergreifung dachte er: Ich war jeden Tag mit euch im Tempel, und ihr habt mich nicht ergriffen. Und nun kommt ihr zu mir, um mich zu kreuzigen, als wäre ich ein Dieb, führt ihr mich mit Schwertern und Knüppeln fort.

* Erhabene Interpretation der Worte des Liedes „Tamquam ad latronem“

In der Verbundenheit zwischen der Unschuld des Propheten des Allerhöchsten und dem Gottmenschen liegt eine erhabene Interpretation der Worte des Liedes „Tanquam ad latronem“.

Was bedeutet das? Unser Herr meinte Folgendes: „Als ich im Tempel war, als ich predigte und meine Lehre verkündete, als das Volk um mich war und Zeugnis von mir ablegen konnte, da sprach ich, und ihr schwiegt, weil ihr mir nichts zu erwidern hattet. Ihr grifft mich nicht an, weil jemand bei mir war, der mich verteidigen konnte.

Doch nun, wegen des Verrats des verfluchten Jüngers, der mich verkaufte und mit einem Kuss auslieferte, habt ihr mich allein gefangen genommen. Und in diesem Augenblick kommt ihr, ihr Feiglinge, die ihr, als ich in der vollen Pracht meiner Argumentation und in der vollen Unterstützung meiner Anhänger war, nicht den Mut hattet, etwas zu sagen oder zu tun, nun kommt ihr zu mir und verhaftet mich wie einen Dieb.

„Ich bin kein Dieb, und der Beweis dafür ist, dass ihr nicht den Mut hattet, vor anderen etwas zu sagen. Ich verdiene diese Behandlung nicht, und der Beweis dafür ist genau die Haltung, die ihr mir gegenüber bis vor Kurzem hattet. Aber ihr erwischst mich nun allein.“

„Ihr verhaftet mich in der Einsamkeit, in der ich mich überraschen lassen wollte. Ihr verhaftet mich in der Isolation, in der ich für die Menschheit sterben wollte, und nun begeht ihr diese völlig absurde Tat gegen mich. Ich bin die Unschuld, und ihr nimmt mich gefangen.“

Das heißt, ich habe das nicht verdient. Ihr hattet kein Recht, das zu tun, was ihr getan habt. Weil ihr nichts gegen mich einzuwenden habt, nutzt ihr die Stille der Nacht, die Isolation, die Tatsache, dass niemand mich verteidigt, niemand euch verurteilt, um mich gefangen zu nehmen. Das ist der Widerspruch, und ich weise auf diesen Widerspruch hin, ich verabscheue ihn, ich verfluche ihn in dem Moment, in dem ihr diese Gewalt gegen mich ausübt.“

Hier haben wir die männliche Klage unseres Herrn Jesus Christus. Doch zugleich eine überaus süße Klage, voller Liebe. Denn in dem Augenblick, als er dies sprach, gab er sein Leben für seine Peiniger. Das heißt, in dieser höchsten Abscheu lag ein Akt höchster Liebe.

Können wir nicht dasselbe über die katholische Kirche heute sagen? Ist es nicht so, dass das Martyrium der katholischen Kirche heute dies wiederholt? Die Antwort lautet:

Man muss verstehen, was hier mit katholischer Kirche gemeint ist. Wenn mit katholischer Kirche die Heilige Katholische Kirche in ihren wahren Kindern gemeint ist, die ihren wahren Glauben annehmen, die dem wahren, traditionellen katholischen Glauben folgen und danach streben, nach diesem Glauben zu leben, die sich so in Gemeinschaft mit ihren rechtmäßigen Hirten fühlen, wenn damit die katholische Kirche gemeint ist, wenn damit die Ultramontanen gemeint sind, dann ist es genau dasselbe, es kann nicht ähnlicher sein.

* Dieselbe Waffe, die gegen den Gottmenschen eingesetzt wurde, die Kampagne des Schweigens, wird systematisch gegen die TFP eingesetzt.

Tatsächlich ist dies, was unser öffentliches Handeln beständig kennzeichnet. Täglich stehen wir im Rampenlicht und sprechen. Wir treten in Kirchen auf. Wir treten in Schulen, Universitäten, am Arbeitsplatz, im sozialen Umfeld, in unseren Familien auf. Wir präsentieren uns ganz so, wie wir sind, mit aller Klarheit und Kohärenz.

Wir behaupten, dass die wahre Lehre der katholischen Kirche diese ist, wir behaupten, dass die wahre Mission der katholischen Kirche diese ist; wir behaupten, dass die wahre Lebensweise des wahren Katholiken diese ist.

Andererseits sagen wir, dass die wahren Feinde jene sind. Und wir reißen die Masken herunter, nicht nur von den verführerischen Kommunisten, sondern auch von den kommunistisch-progressiven und christdemokratischen. Was geschieht?

Niemand widerspricht uns. Sie schweigen über uns, wie sie über unseren Herrn geschweigen haben. Wer argumentiert denn gegen uns? Haben Sie jemals jemanden gesehen – außer D. Delgado, sofern man das überhaupt als Argument bezeichnen kann –, haben Sie jemals jemanden gesehen, der hinausgegangen ist, um gegen uns zu argumentieren? Uns beleidigen? Ja. Aber Beleidigungen sind kein Argument.

Ich kann diese „kleine Erklärung“ des Zentralkomitees des CNBB (Brasilianischen Bischofskonferenz) nicht als Argument oder Argumentation bezeichnen. Das ist keine Argumentation. Das ist eine Anschuldigung, aber keine Argumentation. Wer argumentiert gegen uns? Niemand. Sie sind nicht imstande, unsere Doktrin zu leugnen, sie sind nicht imstande, irgendeine unserer Aussagen zu leugnen.

Mehr noch: sie sind nicht imstande, unsere Kompetenz zu leugnen, sie sind nicht imstande, unsere intellektuelle Arbeit nicht als erstklassig abzutun.

Was tun sie? Sie schweigen. Sie tun so, als wüssten sie nicht, wer die Artikel schreibt. Sie tun so, als hätten sie diese Artikel nicht gelesen. Wir können eine ganze Seite im „Estado de São Paulo“ (die größte Tageszeitung in Brasilien) veröffentlichen, in unseren Familien, wird die Tatsache nicht kommentiert, obwohl sie gelesen wird.

Und das zeigt deutlich den illoyalen Hass, den tiefen Hass, der nichts zu sagen hat und weiß, dass er nichts zu sagen hat. Und doch wird uns damit in irgendeiner Weise beschuldigt. Was ist diese Anschuldigung? Vor allem die Kampagne des Schweigens.

Die größte Waffe gegen uns ist die Kampagne des Schweigens. Dann die Mafia: Gerüchte, niederträchtige Gerüchte, die erhabene Realitäten auf niederträchtige Weise auslegen, niemals in unserer Gegenwart verbreitet – denn kein Mafioso spricht in unserer Gegenwart; sie fürchten uns wie die Fledermaus die Sonne –, sondern sie sprechen hinter unserem Rücken, und in dieser Position bleibt der Widerspruch derselbe.

Wir sind in der Öffentlichkeit, wir sprechen, wir handeln. Sie sagen nichts. Doch dann versuchen sie hinter unserem Rücken, uns zu misshandeln und zu verleumden, als wären wir Diebe, als wären wir unverschämt, als wären wir Verbrecher.

Das heißt, unter veränderten Umständen ist es dieselbe Treue von uns zum göttlichen Beispiel unseres Herrn Jesus Christus und dieselbe schmutzige Haltung derer, die unseren Herrn Jesus Christus verfolgten.

* In unserer vehementen Klage, die Perle der Seligkeit der Apostel der Endzeit

Und so sage ich hier, und darin bringe ich eine Klage zum Ausdruck, das heißt, ich beklage, dass dies so ist, aber ich beklage mit heftiger Klage, ich protestiere, ich verabscheue, ich verachte dies wegen seiner Niedertracht und Widersprüchlichkeit – diese unsere Klage wiederholt die Klage unseres Herrn Jesus Christus.

Dergestalt ist „christianus alter Christus“. Weil wir Kinder Mariens sind, wir ernähren uns an Ihrer Brust und sind ganz in ihr enthalten, wir haben die Ehre, sagen zu können, dass wir in gewisser Weise, trotz unseres Elends, andere Christusse sind.

Deshalb können wir diese Klage auch in unseren Tagen sprechen. So ist es, und so geschieht es. Das heißt, auf seine wahren Kinder trifft die Klage voll und ganz zu. Und sie lautet wie folgt:

Als sie sich Jesus näherten und ihn verhafteten, sagte er – und wir können sagen: während sie uns verspotten und verleumden, sagen wir: Die Art der Verfolgung ist anders, aber die Verfolgung ist dieselbe.

Und wir können sagen: Jeden Tag bin ich unter euch und lehre – in diesem Sinne des Wortes, dass wir die Lehre der Kirche wiederholen – und ihr habt keine Hand an uns gelegt. Das heißt, ihr habt eure Stimme nicht gegen uns erhoben.

Und doch, seht, durch die Geißelung auf unseren Rücken führt ihr uns auf den Weg der Bitterkeit und Schande. Und das ist das Programm, das ist es, was nun der Chor zum Einzug singen wird.

Ich möchte Sie bitten, Folgendes zu bedenken: Dies ist eine Seligpreisung. Leiden zu ertragen, die dem Leiden unseres Herrn so ähnlich sind, bedeutet geradezu, aus Liebe zur Gerechtigkeit verfolgt zu werden, und es ist eine der Seligpreisungen, die wir am meisten schätzen sollten.

Wir müssen uns bewusst werden, dass wir verfolgt werden; wir dürfen diese Realität nicht verleugnen. Im Gegenteil, wir müssen diese Perle der Prüfung sorgsam hüten, wie eine kostbare Perle für unser Diadem im Himmel!

Wir, zur Zeit der Verfolgung unseres Herrn, zur Zeit der Verfolgung der Heiligen Katholischen Kirche, waren es, die schwer verfolgt wurden. Wir waren das Ziel der großen weltweiten Belagerung und des großen weltweiten Hasses. Gesegnet sei der Tag, an dem wir geboren wurden, gesegnet seien die Sterne, die uns klein sahen, denn wir hatten das Glück, mit Christus am Kreuz vereint zu sein, gehasst zu werden, wie er gehasst wurde, wie die Heilige Jungfrau Maria gehasst wurde.

So müssen wir es betrachten.

 

 

Übersetzung aus dem Portugiesischen.

Dieser Artikel erschien erstmals in  http://p-c-o.blogspot.com

 

Mittwoch, 20. März 2024

Eine Stimme, die Furcht einflößt und tröstet


 

Plinio Corrêa de Oliveira

Im Monat April [1979] feiern wir die Heilige Passion unseres Herrn Jesus Christus. Ein günstiger Anlass also, einige Überlegungen zur Gefangennahme des göttlichen Meisters im Ölgarten anzustellen.

Die Evangelien erzählen, dass, während Jesus noch im Garten zu den Aposteln sprach, Judas näher kam, um Ihn den bewaffneten Schergen zu übergeben, die begleitet waren von einer Menschenmenge, von Schriftgelehrten und den Ältesten des Tempels. Nach dem Kuss des Verrats von Judas fragte Jesus dessen Begleiter: „Wen sucht ihr?“ -- „Jesus von Nazareth“, antworteten sie. Jesus sagte zu ihnen: „Ich bin es.“ Und der heilige Petrus zog sein Schwert aus der Scheide und schnitt einem Diener des Hohenpriesters namens Malchus das Ohr ab.

* * *

Als er verhaftet wurde, vollzog Unser Herr zwei scheinbar widersprüchliche Taten, und darüber wollen wir nachdenken.

Auf der einen Seite sprach er so laut, mit einer solch donnernden Stimme, dass die Schergen zu Boden fielen. Auf der anderen Seite ließ er sich selbst auf den Boden nieder, um ein Ohr aufzuheben und es wieder an seinen Platz zu bringen. Derselbe, der Furcht einflößt, tröstet. Derselbe, der mit einer Stimme spricht, die für das Trommelfell unerträglich ist, stellt ein abgetrenntes Ohr wieder her. Ist das nicht eine Lehre für uns?

Unser Herr ist immer unendlich gut, und Er war gut, als Er denen, die Ihn suchten, sagte, dass Er Jesus von Nazareth sei, den sie gefangen nehmen wollten, genauso war Er gut, als Er ein abgehacktes Ohr wieder ansetzte. Wenn wir gut sein wollen, müssen wir die Güte unseres Herrn nachahmen und von Ihm lernen, dass es Zeiten gibt, in denen es notwendig ist, zu wissen, wie man die Feinde des Glaubens mit heiliger Energie zu Boden wirft, sowie Gelegenheiten, in denen es notwendig ist zu wissen, wie man die Übel derer heilen kann, die uns verletzt haben.

Warum sprach Unser Herr so laut, als Er „Ego sum“ antwortete? Nur um diejenigen zu verwirren, die ihn verhafteten? Aber warum das, wenn er sich doch freiwillig der Gefangennahme überlassen hatte? Es ist, weil Er viel lauter zu ihren Herzen sprach als zu ihren Ohren, und wenn Er so laut zu ihren Ohren sprach, dann nur, um noch lauter zu ihren Herzen zu sprechen. Wir wissen nicht, welchen Nutzen diese Männer aus der Gnade nahmen, die sie erhielten. Aber sicherlich war die Angst, die sie empfanden, als sie bei der Stimme des Meisters fielen, heilsam für sie, wie es auch für Saulus heilsam war, als dieselbe Stimme zu ihm rief: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“

Unser Herr sprach laut zu ihren Ohren. Er warf sie zu Boden. Aber seine Stimme, die Körper niederschmetterte und Ohren taub machte, richtete die niedergestreckten Seelen auf und öffnete die Ohren des Geistes, die taub waren.

Manchmal ist es also notwendig zu Schreien, um zu heilen.

* * *

Mit Malchus ging der göttliche Erlöser anders vor. Als Er das durch den Eifer des heiligen Petrus abgeschnittene Ohr wiederherstellte, wollte Unser Herr ihm sicherlich etwas körperliches Gutes tun. Doch durch die Heilung seines Ohres wollte unser Lieber Herr vor allem das Ohr seiner Seele öffnen. Er selbst, der mit dem göttlichen Dröhnen Seiner Stimme einige ihrer geistigen Taubheit geheilt hatte, Er selbst heilte Malchus von derselben geistigen Taubheit, indem er freundliche Worte zu ihm sprach und sein verlorenes Ohr wiederherstellte.

* * *

Wir leben in einem Jahrhundert, das sicherlich von der schrecklichsten geistigen Taubheit betroffen ist. Wenn es eine Zeit gibt, in der Menschen die Stimme Gottes hören, dann ist es unsere. Wenn es eine Zeit gibt, in der sich die Herzen dagegen verhärten, dann ist es sicherlich unsere.

Der göttliche Meister zeigt uns, wenn wir diese schreckliche Taubheit in uns selbst und in anderen lösen wollen, dass nur Er es kann, und dass menschliche Mittel in sich wertlos sind.

Machen wir uns bei dieser Gelegenheit eine Bitte zu Eigen, die in den Heiligen Evangelien zu finden ist. Als ein Blinder einmal Unseren Herrn sah, rief er Ihm zu: „Domine, ut videam!“, „Herr, mache, dass ich sehe!“

Nutzen wir die Feierlichkeiten der Karwoche, um Ihn zu bitten, dass wir hören: „Domine, ut audiam“. Wir wissen nicht, auf welche Weise Unser Herr in der Weisheit Seiner Barmherzigkeit unsere geistige Taubheit heilen wird. Wir bluten wie Malchus und sind taub wie die Schergen. Es spielt für uns keine Rolle, ob Er uns auf diese oder jene Weise heilen will: Sein göttlicher Wille geschehe. Er spricht zu uns mit der schrecklichen Stimme der Vorwürfe und Strafen, Er spricht zu uns mit der sanften Stimme des Trostes, um eines vor allem bitten wir ihn: „Herr, gib, dass wir hören!“

Mögen wir Katholiken zumindest die Stimme unseres Herrn vollständig hören und dass wir, indem wir in unserer inneren Heiligung vollständig und uneingeschränkt auf die Gnaden reagieren, die er uns schenkt, in uns selbst Seine volle Herrschaft erkennen, die die Feinde der Kirche hoffen, die letzten Spuren vom Erdboden zu wischen.

Unser Herr versprach die Unzerstörbarkeit seiner Kirche und versprach, dass jede wirklich treue Seele gerettet werden würde.

Getröstet von dieser Hoffnung betrachten wir mit Gelassenheit die Traurigkeit dieser Tage des weltweiten Aufruhrs, wie die Qualen dieser Passionswoche. Unser Herr ist der große Gewinner. Er wird siegen, und mit ihm wird die Kirche triumphieren.

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer von „A voz que atemoriza e consola“ in „Catolicismo“ vom April 1979.

Diese deutsche Fassung „Eine Stimme, die Furcht einflößt und tröstet“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

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