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Samstag, 12. Oktober 2024

Regina Pacis

       Es ist nicht ohne Absicht der Vorsehung, dass der Frieden (1945) genau im Monat Mai unterschrieben wird, der der Allerseligsten Jungfrau Maria von der allgemeinen Frömmigkeit geweiht ist, und zwar kurz nachdem der Heilige Vater die Fürsprache zur Verwirklichung des Friedens der glorreichen Gottesmutter empfohlen hat.

       Dieser Krieg war vor allem ein ideologischer Kampf, in dem man versuchte, die katholische Meinung zwischen den Widerhaken eines schrecklichen Dilemmas zu quetschen: entweder Nationalsozialismus oder Kommunismus. Unsere Liebe Frau, die „alle Häresien auf der ganzen Welt zerschlagen hat“, wollte, dass im Marienmonat ein Haken gebrochen wurde: Der Nationalsozialismus ist tot. Wir müssen sie jetzt bitten, den anderen Hake zu zerbrechen und den Kommunismus zu vernichten.

       Man denke nicht in dieser Hinsicht, dass der Frieden dieser glorreichen Königin der Frieden der Sümpfe und Moortümpel ist. Es ist der Frieden des Himmels, der in seiner ganzen Pracht erstrahlt, während in der Hölle das Böse, gezügelt und zerschlagen, ewige Qual erleidet. Aus diesem Grund ist die Königin des Friedens die Königin des Sieges schlechthin, die die Schafe Christi inmitten schrecklicher Kämpfe zum Triumph führt.

       Diese Kämpfe finden zwischen den Kindern Mariens und den Kindern der Schlange statt, die durch eine unauflösbare Feindschaft voneinander getrennt sind. Über diese Feindschaft schrieb der selige Grignion de Montfort:

* * *

       Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen illius; ipsa conteret caput tuum et insidiaberis calcaneo ejus (Gen 3,15), „ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft; sie wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihrer Ferse nachstellen.“

       Nur einmal hat Gott eine Feindschaft und zwar eine unversöhnliche Feindschaft gestiftet, welche fortdauern, ja sogar zunehmen soll bis ans Ende der Zeiten: die Feindschaft zwischen Maria, der Mutter Gottes, und dem Teufel und damit auch zwischen ihren beiderseitigen Anhängern. Die furchtbarste und stärkste Gegnerin, welche Gott dem Satan gegenüberstellen konnte, ist Maria, die gebenedeite Jungfrau und Mutter des Erlösers. Gott verlieh ihr schon vom Paradiese an, obgleich sie damals nur in seiner Idee existierte, einen solchen Hass gegen diesen verfluchten Feind Gottes, einen so großen Eifer, die Bosheit dieser alten Schlange aufzudecken, und so große Macht um diesen stolzen und ruchlosen Geist zu besiegen, niederzuwerfen und zu zertreten, dass dieser Maria mehr fürchtet als alle Engel und Menschen, ja in einem gewissen Sinn sogar mehr als Gott selbst. Damit soll gewiss nicht gesagt sein, dass die Feindschaft, der Hass und die Macht Gottes nicht unendlich größer wären, als die der heiligen Jungfrau, deren Vollkommenheiten begrenzt sind. Es soll vielmehr besagen: 1. dass Satan in seinem Hochmut unendlich mehr leidet, von einer geringen und demütigen Magd des Herrn als von diesem selbst besiegt und bestraft zu werden, und dass ihre Demut für in vernichtender wirkt, als die Allmacht Gottes; 2. Zudem hat Gott der allerseligsten Jungfrau eine solche Gewalt über die Teufel verliehen, dass diese einen ihrer Seufzer zugunsten einer Seele mehr fürchten als die Fürbitten aller übrigen Heiligen und durch eine einzige ihrer Drohungen mehr zu leiden haben als durch alle anderen Qualen, wie dies die Teufel selbst schon oft genug wider Willen durch den Mund der Besessenen bekennen mussten.

       Was Luzifer durch seinen Stolz verloren hat, das hat Maria durch ihre Demut zurückerobert. Was Eva durch ihren Ungehorsam verdorben und eingebüßt hat, das hat Maria durch ihren Gehorsam wieder gutgemacht. Indem Eva der Schlange folgte, hat sie alle ihre Kinder mit sich ins Verderben gerissen und sie der Schlange überliefert; indem Maria sich vollständig Gott unterwarf, hat sie alle Kinder und Diener gerettet und mit sich der göttliche Majestät geweiht.

* * *

       Gott hat aber nicht nur Feindschaft gestiftet zwischen Maria und dem Teufel. Gott hat auch Hass und Zwietracht gesät zwischen den wahren Kindern und Dienern Mariä und den Sklaven Satans. Wahre Liebe ist zwischen ihnen unmöglich, da sie keine inneren Beziehungen zu einander haben. Wie Kain einst seinen Bruder Abel und Esau seinen Bruder Jakob verfolgte, treffliche Vorbilder der Verworfenen und der Auserwählten, so haben auch die Kinder Belials, die Knechte Satans oder die Freunde dieser Welt bisher die Kinder und Anhänger der allerseligsten Jungfrau stets verfolgt und werden es in Zukunft noch mehr tun als je zuvor. Maria die demütige Jungfrau, wird aber über ihren stolzen Feind immer den Sieg behaupten und zwar so glänzend, dass sie ihm sogar das Haupt, den Sitz seines Stolzes, zertreten wird. Sie wird jederzeit seine Schlangenbosheit und seine höllischen Anschläge enthüllen, seine diabolischen Pläne zunichte machen, und bis zum Ende der Zeiten ihre treuen Diener vor seiner grausamen Kralle beschützen.

       Die Macht Mariä über alle Teufel wird besonders in den letzten Zeiten offenbar werden, wenn Satan ihrer Ferse nachstellen wird, womit ihre demütigen Diener und ihre bescheidenen Kinder gemeint sind, welche Maria aufrufen wird, um ihn zu bekämpfen. Es werden unscheinbare, arme Menschen sein in den Augen der Welt, von allen erniedrigt, getreten und gedrückt, wie die Ferse im Vergleich zu den übrigen Gliedern des Körpers. Aber dafür werden sie reich sein an Gnaden vor Gott, die ihnen Maria im Überfluss zuwenden wird. Infolge ihrer Heiligkeit werden sie groß dastehen in den Augen Gottes und durch ihren Feuereifer über alle Geschöpfe erhaben sein. Machtvoll wird Gott sie unterstützen, damit sie im Verein mit Maria durch ihre Demut der Schlange den Kopf zertreten und den Triumph Jesu Christi vervollständigen.


* * *

       Letztendlich will Gott, dass Maria jetzt mehr erkannt, geliebt und geehrt werde als jemals,

       Welche Bedeutung werden aber diese Sklaven und Kinder Mariä besitzen?

       Sie werden in ihrem brennenden Eifer für die Ehre Gottes überall das Feuer göttlicher Liebe entzünden.

       Sie werden sicut sagittae in manu potentis, wie scharfe Pfeile in der Hand der mächtigen Jungfrau sein, um ihre Feinde zu durchbohren.

       Als Söhne Levis, wohlgeläutert durch das Feuer großer Trübsale und fest vereint mit Gott, werden sie in ihrem Herzen das Gold der Liebe, in ihrem Geiste den Weihrauch des Gebetes, an ihrem Leib die Myrrhe der Abtötung tragen und überall den Armen und Geringen ein Wohlgeruch Christi sein, während sie bei den Großen, den Reichen und stolzen Weltkindern den Geruch des Todes hinterlassen werden.

       Gleich donnernden Wolken, die beim geringsten Hauche des Heiligen Geistes durch die Lüfte fliegen, sollen sie, ohne auf andere unzeitige Rücksicht zu nehmen und ohne sich selbst durch freudige oder schmerzliche Ereignisse beeinflussen zu lassen, den Regen des Wortes Gottes und des ewigen Lebens verbreiten. Sie sollen donnern gegen die Sünde und gegen die Welt, und dadurch den Teufel und seinen Anhang niederschlagen; alle diejenigen aber, zu welchen sie vom Allerhöchsten gesandt werden, sollen sie mit dem zweischneidigen Schwerte des Wortes Gottes durchbohren, sei es zum Leben, sei es zum Tode.

       Sie werden als die wahren Apostel der letzten Zeiten auftreten, die der Herr der Heerscharen mit der Gabe des Wortes und mit der Macht ausstatten wird, Wunder zu wirken und glorreiche Siege über seine Feinde davonzutragen. Ohne Gold und Silber aber, was noch wichtiger ist, auch ohne Sorgen werden sie inmitten der anderen Priester und Kleriker wirken, und mit den Silberschwingen der Taube überall hinfliegen, wohin der Heilige Geist sie rufen wird, um zur Förderung der Ehre Gottes und des Heiles der Seelen tätig zu sein. Dort, wo sie gepredigt haben, werden sie nichts zurücklassen als das Gold der Liebe, welche die Vollendung des ganzen Gesetzes ist.

       Endlich wissen wir, dass sie als wahre Schüler Jesu Christi in den Fußstapfen seiner Armut, Demut, Weltverachtung und Liebe wandeln und anderen den schmalen Weg zu Gott in reiner Wahrheit zeigen werden. Dabei werden sie sich nach dem heiligen Evangelium und nicht nach den Grundsätzen der Welt richten, ohne Ansehen der Person, ohne Schonung, ohne unangebrachte Rücksicht oder Furcht vor einem Sterblichen, mag er auch noch so mächtig sein.

       Sie werden in ihrem Munde das zweischneidige Schwert des Wortes Gottes führen, auf ihren Schultern die blutige Fahne des Kreuzes, das Kruzifix in der Rechten, den Rosenkranz in der Linken, die heiligsten Namen Jesu und Mariä in ihrem Herzen und die Bescheidenheit und Abtötung Jesu Christi in ihrem ganzen Wesen tragen.

* * *

       Das sind die großen Männer, die kommen werden, die Maria auf Befehl des Allerhöchsten ausrüsten wird, um sein Reich über die Gottlosen, Götzendiener und Mohammedaner auszudehnen. Wann und wie wird es geschehen? – Gott allein weiß es! An uns ist es, zu schweigen, zu beten, zu seufzen und abzuwarten: Exspectans expectavi (Ps 39,4)



Aus dem Portugiesischen „Regina pacis“, vom 13. Mai 1945

Diese deutsche Fassung erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.


Sonntag, 14. August 2022

Der Frieden Christi ist immer die Frucht des Kampfes (1939)

 

Plinio Corrêa de Oliveira

     Die vom Papst gehaltene Predigt wurde von der Presse bruchstückhaft veröffentlicht; eine Passage wurde jedoch nicht so verbreitet wie die anderen Teilen, aus Gründen, die leicht zu vermuten sind, da sie eine direkte Anspielung auf den „Frieden um jeden Preis“ enthält.

     Durch die Veröffentlichung dieser Passage in ihrer Gesamtheit und die Zusammenfassung der anderen, vervollständigt der Legionário die Kenntnis seiner Leser von der bewundernswerten Predigt Seiner Heiligkeit.

*   *   *

     »„Pax vobis“
ist der Gruß und die Verheißung des Friedens! In den Jahrhunderten des Wartens angekündigt als der Friedensfürst (Jes. IX, 6 Princeps pacis); bei seiner Geburt begleitet von den Engelsstimmen des Hymnus „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ (Lk. (Lk. II, 14: „Gloria in altissimis Deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis“); der göttliche Erlöser war, nach dem schönen Bild des Apostels Paulus, der Verkünder und Überbringer des Friedens „evangelisavit pacem“ (Eph. II, 17). Nicht ein Friede ohne Kampf und ohne Schlachten, sondern ein Friede, der durch einen Kampf zwischen Leben und Tod gewonnen wurde: „mors et víta duello confixere mirando“ (aus der Ostersequenz: „Tod und Leben da kämpften seltsamen Zweikampf“); ein Friede, der die Frucht des Sieges ist, der um den Preis des Blutes errungen wurde, weil er „Himmel und Erde mit dem Blut seines Kreuzes befriedet hat“ (Koloss. I, 20: „pacificans per sanguinem crucis eius sive quae in terra sive quae in coe1is sunt“).

     Der heilige Paulus hat also Recht, wenn er unablässig die tröstliche Anrufung „Gott des Friedens, Herr des Friedens“ wiederholt (Röm. XV, 33; XVI 20; I Kor. XVI, 33; Phil. IV, 9: I Thes. V, 23; II Thes. III, 16; Hebr. XIII, 20); aber noch die Stimme der Propheten aufgreifend (Michea V, 5: „et erit iste pax“), fügt er Jesus noch hinzu als unseren eigentlichen Frieden: „Iste pax nostra“ (Eph. II, 14).

     Diese Überlegungen scheinen Uns besonders nützlich zu sein, um die Seelen zu erfreuen und zu beleben, während der Friede von allen ersehnt, angerufen und verkündet wird; der Friede ist eine Wirkung - nach dem heiligen Augustinus - ein so großes Gut, dass nichts dankbarer zu hören ist; nichts Würdigeres kann ersehnt werden; nichts Besseres kann schließlich erlangt werden („Tantum est enim pacis hominum ut... nihil gratius soleat audire, nihil desiderabilius concupisci, nihil postremo possit melius moeniri“. De civitate Dei, XIX. II).

     Und doch kann man zu keiner Zeit, wie in den heutigen Tagen, die Worte des Propheten so gut anwenden: Sie riefen Frieden, Frieden, und es gab keinen Frieden („Dicentes: pax, pax: et non erat pax“. Gerem VI, 14 - VIII, 11; Ezech. XIII, 10).

     Wenn wir uns umschauen, bietet sich uns ein trauriges Schauspiel! Ein Gefühl der Unruhe und der Unzufriedenheit hat sich in der ganzen Welt ausgebreitet: In vielen Regionen scheint ein erschreckendes Ungleichgewicht zu herrschen, ein Hinweis auf schwerwiegendere Missstände; die Gemüter sind ergriffen von Ängsten und Erschöpfung, als ob sie schlechtere Tage vorausahnen.«

*  *  *

     Das ist die wenig verbreitete kleine Passage. Der Papst fährt fort, das traurige Schauspiel einer Welt ohne Frieden zu analysieren, ohne die „Ruhe in der Ordnung“, die nach dem heiligen Augustinus den wahren Frieden ausmacht.

     Dann sprach er die verschiedenen Probleme an, mit denen die Menschheit heute konfrontiert ist: Kriege und Revolutionen, der Mangel an Arbeit und das Elend im Gegensatz zum Luxus und Reichtum derer, die sich nicht verpflichtet fühlen, den Leidenden zu helfen, und so eine empörte Menge schaffen, die leicht von den Demagogen subversiver Doktrinen aufgehetzt wird.

     All diese äußere Unordnung hat jedoch eine innere Ursache: Der äußere Frieden ist ein Spiegelbild des inneren Friedens.

     Das Fundament des Friedens ist also Christus selbst, der allein in der Lage ist, das innere Leben der Menschen zu regeln.

     Schließlich weist Seine Heiligkeit auf den engen Zusammenhang zwischen Frieden und Gerechtigkeit und zwischen Frieden und die Nächstenliebe hin, „jener fruchtbaren Liebe in Christus“.

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „PAZ DE CHRISTO É SEMPRE FRUTO DA LUTA“ in Legionário vom 4. Juni 1939

Diese deutsche Fassung „Der Frieden Christi ist immer die Frucht des Kampfes“  erschien erstmals in
www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Samstag, 14. Mai 2022

Eine Erfahrung, die man nicht vergessen darf

 

Plinio Corrêa de Oliveira

      Als die Alliierten 1918 versuchten, die Welt neu zu ordnen, nahmen sie als ideologische Grundlage ihres Vorhabens die humanitären, philanthropischen, leicht von evolutionistischem Optimismus durchdrungenen Konzepte, die mehr oder weniger alle Staatsmänner oder Experten jener Zeit beherrschten und die in Wodrow Wilson nicht nur ihren überzeugtesten Lehrer, sondern auch ihre charakteristischste Verkörperung fanden.

      Der Schlussstein des ganzen Gebäudes, das sich aus den Wilson'schen Grundsätzen ableitet, ist der Völkerbund, ein riesiger Rat aller Völker des Universums, in dem internationale Fragen nach Recht und Billigkeit durch Abstimmung der anwesenden Delegationen geregelt werden und nicht mehr zu Kriegen führen können, wie dieser der gerade beendet wird.

      Die alten heidnischen Völker kannten dieses Ideal nicht. Für sie konnte der Weltfrieden nur durch die Herrschaft aller Völker unter dem Zepter eines einzigen siegreichen Fürsten erreicht werden. Die gepriesene „pax romana“ war nichts anderes. Nur die katholische Kirche konnte der Welt die Lehren offenbaren, die geeignet waren, die grandiose Vorstellung einer universellen Harmonie zu begründen, die auf den gleichen Rechten aller Völker beruht. Sie allein konnte den Intelligenzen genügend Licht, den Willen genügend Kraft vermitteln, um dieses Ideal zu verwirklichen. In der Vergangenheit war sie tatsächlich allein in der Lage, die supranationale Struktur des Westens mit ihrer unerschütterlichen und unbesiegbaren Geduld zu skizzieren. Ich kenne keine Studie, die für die Lösung heutiger Probleme notwendiger wäre als die über die ideologische und rechtliche Struktur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dummköpfe werden über diese Aussage lächeln. Im Mittelalter kannten die Menschen weder Öl noch Wolkenkratzer oder Flugzeuge. Damals wussten die Menschen noch nicht, wie man so effizient baut oder zerstört wie heute. Die Welt war in der Betrachtung der gotischen Kunst noch zurückgeblieben, weil sie den pikanten, beweglichen und subtilen Geschmack der aerodynamischen Kunst noch nicht kennengelernt hatte. Die Behauptung, das Studium des Heiligen Reiches könne in irgendeiner Weise zur Lösung heutiger Probleme beitragen, wäre ebenso lächerlich wie die Behauptung, man solle zur Lösung der Verkehrsprobleme in New York die am Hof von Ludwig XV. verwendeten Sänften oder die Kutschen am Hof von Maria Theresia studieren. Über das Heilige Römische Reich ist nur wenig bekannt, abgesehen von dem, was Voltaire darüber sagte: „Es war weder heilig, noch ein Reich, noch römisch“, ein leichter Scherz für diejenigen, die wie Voltaire die Begriffe wörtlich nahmen und nicht wussten, aus welchem tiefen und wahren Winkel das Reich die glorreichen Beinamen „heilig“ und „römisch“ verdiente. Nach Voltaire, nach Friedrich II. kam Napoleon. Nach Napoleon: der Vertrag von Wien. Luther hatte das Reich gespalten. Voltaire hatte sich lustig gemacht über die Invalidität Luthers, die ihm sein religiöses Schisma zustieß. Friedrich II. zerbrach das politische Gleichgewicht, das durch die protestantische Häresie so stark beeinträchtigt war. Der Vertrag von Wien löschte das Heilige Römische Reich aus. Der einzige Protest gegen diese Auslöschung kam vom Apostolischen Nuntius. Auf diesem Kongress der Könige verstand nur der Botschafter des Papstes, wie viel das monarchische und christliche Westeuropa mit dieser politischen Maßnahme verlor, die den endgültigen Verzicht auf einen Plan zur Föderation aller christlichen Monarchien unter der Ägide des Heiligen Petrus bedeutete. Die Ära der Träume von universeller Brüderlichkeit schien endgültig gebrochen. Das Aussterben des Heiligen Reiches bedeutete die offizielle, ausschließliche und unverblümte Annahme der so genannten „Politik des Gleichgewichts“, die schon von weit her kam. Von keiner internationalen Organisation wurde mehr Frieden erwartet.

      Die Idee einer universellen Gerechtigkeit, um die Beziehungen zwischen den Völkern zu regeln, ist verschwunden als eine alte gotische Scharteke. Die Welt erwartete Frieden von der Bildung zweier bis an die Zähne bewaffneter Gruppen, die in allem gleich wären, im Hass, im Ehrgeiz, in der Stärke. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Gruppen würde einen Krieg für beide gleichermaßen riskant machen. Daher waren sie kompromisslos pazifistisch, und je zahlreicher die Kanonen, die Verbündeten und die Nachschubreserven auf jeder Seite wären, desto pazifistischer würden sie sein. Diese schöne Schimäre führte zum europäischen Krieg. Das Gleichgewicht der Kräfte hatte den Krieg nicht verhindert, sondern ein anderes, völlig unerwartetes Ergebnis hervorgebracht: die Verlängerung der Feindseligkeiten, die Ausbreitung des Krieges in der ganzen Welt.

      Es war notwendig, zum „mittelalterlichen Traum“ zurückzukehren, der aus der Flanke der Kirche geboren wurde. Das Gleichgewicht zwischen den Gegnern hatte nur Hass hervorgebracht. Wer weiß, ob eine universelle Struktur in der Lage wäre, Liebe zu erzeugen?

* * *

      Das war der tiefste Grund für die Entstehung des Völkerbundes. Die philanthropischen, humanitären und evolutionistischen Ideale des frühen 20. Jahrhunderts griffen das Thema auf und verpassten ihm einen modernen ideologischen Anstrich. Ein Überbau von Völkern würde wiederhergestellt werden. Aber das Heilige Reich war monarchisch und christlich. Die Französische Revolution hatte die Welt republikanisiert und säkularisiert. Der Völkerbund, der nach dem Bild des neuen, republikanischen und säkularen Europas geschaffen wurde, war ein Organismus mit republikanischer und säkularer Verfassung, der dazu bestimmt war, in der heutigen Welt den Teil der Aufgaben des Heiligen Reiches zu erfüllen, den die republikanische und säkulare Welt verstehen und billigen könnte.

      Mit anderen Worten, es wurde versucht, eine sehr alte und ehrwürdige Institution an die Anforderungen des modernen Gaumens anzupassen. So wurde der Völkerbund geboren.

      Diese Parallelen zwischen ihm und dem Heiligen Reich wurden von den Demiurgen, die ihn gründet hatten, offensichtlich nicht heraufbeschworen. Jeder Vergleich mit dem alten „anachronistischen“, „tyrannischen“, „gotischen“ Bauwerk des Heiligen Reiches wäre für sie die äußerste Demütigung, für ihr Werk die schwerste Beleidigung. Ein Vergleich, der so beleidigend ist wie der, ein Mädchen mit den damals üblichen Tänzen mit einer Mumie aus der Zeit von Ramses II. gleichzusetzen. Der Hintergrund der Angelegenheit ist jedoch noch immer derselbe. Der Völkerbund versuchte, ob absichtlich oder nicht, ob wissentlich oder nicht, Erbe und Weiterführer eines Teiles der großartigen Pläne sein, mit denen die Kirche das Heilige Reich ausgestattet hatte, die sie aus der Schatzkammer der Offenbarung entnahm.

* * *

      Aber der Völkerbund, Laizistisch wie er war, konnte den Heiligen Vater nicht in seine Reihen aufnehmen. Der Papst, wo auch immer er ist, ist natürlich der Meister, der Vater, der König. Welchen Platz er auch immer am Tisch der Debatten einnehmen würde, die Präsidentschaft wäre der Platz, an dem sein Vertreter sitzen würde. Nicht alle journalistischen „Leuchttürme“ um die großen Männer der Zeit, nicht alle Machenschaften hinter den Kulissen konnten dies verhindern. Der Schwerpunkt würde unweigerlich bei ihm liegen. Seine Zulassung als Vorsitzender oder seine Nichtzulassung war eine unvermeidliche Alternative.

      Ein großartiger Vorwand erschien, um ihn auszuschließen. Der Heilige Stuhl hatte kein Territorium, viele Völker erkannten den Papst nicht als Souverän an. Es wäre daher nicht möglich, ihn als solchen zuzulassen.

      Der Papst blieb also außerhalb des Bundes. Aber da er allein die Schlüssel zum Öffnen und Schließen, die Macht zum An- und Ausschalten besitzt, hat der Bund ohne ihn nichts eingeschaltet. Die Welt blieb so unzusammenhängend wie zuvor. Der Völkerbund war das größte diplomatische Versagen der Neuzeit.

      Als sich das Gebäude dem Abhang näherte, als der Tag nicht mehr fern war, an dem in den Sesseln nur noch wenige Menschen saßen, der Boden unter den Füßen der Verbliebenen knackte und eine Atmosphäre des wilden Flucht sich ausbreitete, lud der Bund den Papst ein, an seinem Zönakel teilzunehmen. Pius XI. wollte nicht. Es war zu spät...

* * *

      Benedikt XV. empfahl den Katholiken ausdrücklich, in dem Bund zwei verschiedene Aspekte zu unterscheiden. Durch seinen Säkularismus hat er sich von dem einzigen Prinzip getrennt, das ihm Vitalität verleihen könnte, nämlich dem Katholizismus. Die Idee der Gerechtigkeit und des Friedens unter den Völkern ist aus der Offenbarung geboren und wird überall dort aussterben, wo der Glaube an die Offenbarung ausgeschlossen ist. Den Frieden in einer laizistischen Welt, in einer laizistischen Organisation zu kultivieren, ist dasselbe wie Rosen oder Lilien auf den Sandbänken der Sahara zu züchten. Von dem Bund einen dauerhaften Erfolg zu erwarten, widersprach also eindeutig der katholischen Lehre.

      Aber auch wenn der Bund keine Grundlage hatte, waren viele seiner Ziele gut. Bei der Verwirklichung dieser Ziele könnte die Kirche mit dem Bund zusammenarbeiten, und die Katholiken sollten dies tun. Sie sollten dies tun, um etwas Gutes zu fördern, ein bescheidenes, vorübergehendes, aber dennoch gutes Gut. Aber niemals von dem Bund eine Rettung zu erwarten, die nur von Christus und seiner Kirche zu erwarten ist.

* * *

      Es wird viel über die Organisation der Nachkriegswelt gesprochen. Ob es den Menschen gefällt oder nicht, das Geheimnis der Dauerhaftigkeit, der Würde und des Ruhmes dieser Organisation wird in der Position liegen, die dem Papst zugewiesen wird. Wenn der Papst das Zentrum der neuen Welt ist, kann sie Bestand haben. Wenn die Welt so organisiert ist, dass die Autorität des Papstes vernachlässigt wird oder in Vergessenheit gerät, wird der Papst weitermachen, aber die Welt wird wieder einmal zusammenbrechen. Denn der Papst ist der Mittelpunkt der Erde, das Fundament der Ordnung, die Quelle des Glücks, der Tugend und der Herrlichkeit. Mit ihm, mit Christus, wird alles gedeihen. Gott bewahre, dass man die Welt ohne ihn organisieren will. Die rauchenden Trümmer Europas heute, die Verwüstung des Völkerbundes, der nach so glühenden Hoffnungen beschmutzt, verlassen und lächerlich gemacht wurde, sind die große Lehre, die wir nicht vergessen dürfen.

 

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „Uma experiência que não deve ser esquecida“ in O „Legionário“ Nr. 599, vom 30. Januar 1944.

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung „Eine Erfahrung die man nicht vergessen darf“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

Dienstag, 10. Mai 2022

„Opus justitiae pax“


13. August 1961: Mauer und Stacheldraht „herrschen“ über das unglückliche Ostdeutschland.
 Der russische kommunistische Stiefel besiegelt einen Pseudo-„Frieden" 
für diese arme unterjochte Nation.

Plinio Corrêa de Oliveira

         In meinem letzten Artikel habe ich versucht zu zeigen, dass die Gläubigen, die sich vom katholischen Empfinden abwenden, leider diejenigen sind, die meinen, einer Pflicht der Nächstenliebe nachzukommen, indem sie sich wünschen, dass der Frieden in der Welt so bald wie möglich wiederhergestellt wird, die aber unter Frieden die Einstellung von Feindseligkeiten jeglicher Art verstehen, indem sie um jeden Preis Blutvergießen und Gemetzel vermeiden, selbst wenn dies durch schwere internationale Ungerechtigkeiten geschieht.

      Wenn der Friede mit der Gerechtigkeit, den der Heilige Vater Pius XII. mit so viel apostolischem Eifer anstrebte, ein unschätzbares Gut ist, so kann die Ruhe, die sich aus der vollendeten Ungerechtigkeit ergibt, die das Aufhören jeglichen Widerstands gegen die Faktoren des Zerfalls der katholischen Zivilisation bedeutet, nur eine monströse Katastrophe für die heutige Welt darstellen, die sicherlich mit dem vergleichbar ist, was der Untergang des westlichen Reiches für das alte Rom war.

* * *

      Betrachten wir heute den gängigen Sinn des Wortes, der zugleich sein engster Sinn ist.

      Es kann keine Gerechtigkeit geben, wenn den Schwachen Völkern das Recht auf Existenz verweigert wird. Es kann keine Gerechtigkeit geben, wenn behauptet wird, die internationale Ordnung dürfe nicht auf dem Prinzip der grundlegenden und natürlichen Gleichheit aller Völker beruhen, sondern auf einer antiwissenschaftlichen Rassenhierarchie, die auf der Grundlage der Wertschätzung zufälliger oder imaginärer Werte die ganze Welt für den Gebrauch und den Genuss eines oder einiger weniger, angeblich privilegierter Völker leben lassen will. All diese Konzepte bedeuten eine radikale Verletzung der Wahrheit und eine grundlegende Untergrabung der Gerechtigkeit, so dass ein darauf basierender Frieden nichts anderes als die Apotheose der Ungerechtigkeit wäre.

      Aber die Ungerechtigkeiten, die ich gerade genannt habe, sind nicht die schwerwiegendsten, zu denen der Mensch fähig ist. Die Verletzung der Rechte unseres Nächsten könnte niemals in ihrer ganzen Schwere verstanden werden, wenn wir nicht bedenken würden, dass sie gleichzeitig eine Verletzung der souveränen und anbetungswürdigen Rechte Gottes darstellt. Von allen Wesen gibt es keines, gegenüber dem der Mensch so heilige Rechte hat wie gegenüber Gott. Der Unterschied zwischen den Rechten Gottes und den Rechten der Menschen lässt sich an der Differenz messen, die vom Schöpfer zum erbärmlichen Geschöpf geht. Und da die heilige katholische, apostolische, römische Kirche und das Reich Gottes auf Erden der mystische Leib unseres Herrn Jesus Christus ist, der Aufbewahrungsort der Wahrheit, die Arche der Sakramente, das unschätzbare Meisterwerk Gottes, kann man die Rechte Gottes nicht verletzen, ohne implizit die der Kirche zu verletzen; und andererseits kann man die der Kirche nicht verletzen, ohne die Gottes zu verletzen. Jesus Christus und seine Kirche sind der Bräutigam und die Braut des Hohenliedes (des Alten Testaments).

      Ihre Rechte vermengen sich, und der Versuch, sie zu trennen, bedeutet bereits, sie zu verletzen.

      Wenn also der Friede von den Gläubigen nur unter der Bedingung gewünscht wird, dass er die Rechte der Menschen respektiert, so muss er erst recht jedem wahrhaft katholischen Herzen höchst widerwärtig erscheinen, wenn er auf der Ablehnung der Rechte Gottes beruht.

* * *

      Ich bin mir absolut sicher, dass viele Leser zwar theoretisch mit dem übereinstimmen, was ich soeben gesagt habe, aber beim Anblick dieser Aussage ein gewisses Befremden empfinden. Rechte Gottes? Wie könnte ein Frieden sie verletzen? Welche Beziehung kann es zwischen einem und dem anderen geben?

      Das Thema ist zu komplex, als dass es in diesem Artikel behandelt werden könnte.

      In der Tat kann es nicht einmal von denen verstanden werden, die es nicht mit Eifer analysieren. Jeder weiß, wie die Liebe Gottes die Mittel des Verstandes und des Willens der Menschen zu vervielfachen pflegt, so dass sie in der Lage sind, die Dinge mit einer Klarheit und Energie zu verstehen, die manchmal ihre natürlichen Mittel übersteigt, sofern es um die heiligen Rechte der Heiligen Kirche geht. An diese Mentalitäten wende ich mich nun.

      Jeder Sieg, der nicht nur den Triumph eines Landes, sondern einer Ideologie, nicht nur eines Volkes, sondern einer Philosophie darstellt, bedeutet natürlich eine Niederlage der Katholiken, vorausgesetzt, diese theologische oder philosophische Ideologie nicht die der Kirche ist. Daher ist jeder Friede, der die Öffnung aller Grenzen für die Auflösung von Lehren bedeutet, die denen von Jesus Christus widersprechen, sicherlich ein Friede, den ein Katholik nicht wünschen kann.

      Nehmen wir Russland als Beispiel. Von einem Moment auf den anderen kann dieses Land in den Krieg ziehen. Nehmen wir an, der Verlauf der internationalen Ereignisse wäre so, dass der Sieg Russlands nicht nur den Sieg einer Gruppe von Mächten, mit denen es verbündet war, sondern den einzigen und ausschließlichen Sieg der UdSSR über alle Kriegführenden darstellen würde, so dass sie mit ihrem Sieg auch Herrin über die Besiegten und ihre eigenen Verbündeten werden würde. Wer würde es wagen zu behaupten, dass ein solches Ergebnis nicht äußerst gefährlich für die Interessen der Seelen wäre? Wer würde es wagen zu leugnen, dass der durch den Triumph der Sowjetregierung geschaffene Friede ein gegenteiliger Friede, die Kirche, die Vollendung der Niederlage der Gerechtigkeit, kurz gesagt, der Gräuel der Verwüstung sein würde?

      Es darf also nicht so getan werden, als stünden in irgendeinem internationalen Konflikt keine Interessen der katholischen Kirche auf dem Spiel. Im Gegenteil, es kann solche Interessen geben, und sie sind von seltener Relevanz.

* * *

      Jemand könnte beim Lesen dieser Zeilen lächeln. Welchen Wert hat der persönliche Beitrag des „Legionário“ oder seiner Leser im Verlauf der zyklopischen Ereignisse, in denen die mächtigsten Kräfte in einen Todeskampf verwickelt sind? Warum also dieses Thema behandeln?

      Die Antwort ist einfach. Es gibt kein Ereignis, in dem die Vorsehung Gottes nicht präsent ist. Es gibt keine Waffen, die die Allmacht des Schöpfers überwinden können. Und es gibt keine Gnaden, die das Gebet nicht erlangen kann.

      Zum Wohle der höchsten Interessen aller Katholiken, die die Interessen der Kirche sind, zum Wohle der grundlegendsten und heiligsten Interessen unseres geliebten Brasiliens gibt es neben der Mobilisierung aller natürlichen Ressourcen immer auch die Möglichkeit, übernatürliche Ressourcen zu mobilisieren, die mächtiger, entscheidender und wichtiger sind als jene.

      Die Staatsmänner unserer Tage vertrauen nur auf die Arme, die Gewehre halten. Es liegt uns fern, uns vorzustellen, dass irgendjemand davon befreit ist, ein Gewehr zu führen, um seine Pflicht gegenüber der Kirche oder dem Vaterland zu erfüllen. Aber es gibt Arme, die zwar keine Gewehre führen können, aber sehr wohl Rosenkränze, und die Arme, die Gewehre führen, werden ihre Kraft verzehnfachen, wenn sie es verstehen, abwechselnd die Waffe und den Rosenkranz zu führen.

      Um zu beten, sind wir alle mächtig. Lasst uns viel beten, und vor allem lasst uns gut beten.

      In der Heiligen Liturgie gibt es ein Gebet, in dem wir unseren Herrn um die Gnade bitten, seinen Willen zu erkennen, damit wir, indem wir ihn um Dinge bitten, die ihm wohlgefällig sind, erhalten, worum wir beten.

      Wenn wir Frieden wollen, sollten wir um einen Frieden bitten, der mit dem Herzen Jesu übereinstimmt, d.h. mit den Absichten Pius XII. Denn wenn wir um einen Frieden bitten, der nicht der Friede der Gerechtigkeit ist, der Friede Christi im Reich Christi, welche Hoffnung können wir dann haben, erhört zu werden?

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „Opus justitae pax“ in O „Legionário“ Nr. 434, vom 5. Januar 1941.

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Diese deutsche Fassung „Opus justitiae pax“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

Montag, 9. Mai 2022

„Justitia“


 

Plinio Corrêa de Oliveira

... Es ist eine elementare psychologische Regel, dass jedes Ereignis, das uns entweder eine große Irritation, eine große Langeweile oder schließlich eine große Zufriedenheit bereitet hat, im Allgemeinen in unserem Gedächtnis verewigt wird.

Aus diesem Grund, oder zumindest als Folge der ersten beiden, hoffe ich, dass einige der Leser des „Legionário“ einen Artikel, den ich über den päpstlichen Wahlspruch „opus justitiae pax“ geschrieben habe, noch nicht vergessen haben. Dieses Motto hat in der zeitgenössischen Welt so viel Widerhall gefunden, so viele Reden von Griechen und Trojanern, die von „Frieden mit Gerechtigkeit“ sprachen, und so zahlreich waren die missbräuchlichen Anwendungen, die es erhalten hat, dass das Thema es durchaus verdient, im „Legionário“ noch einmal behandelt zu werden.

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Zusammenfassend kann man sagen, dass meine Aussage in meinem Artikel einfach war. Ich habe nichts anderes getan, als die verschiedenen Begriffe der Maxime von Pius XII. zu analysieren. Um zu verstehen, in welchem Sinne „der Friede die Frucht der Gerechtigkeit ist“, ist es natürlich notwendig, eine bestimmte Vorstellung davon zu haben, was „Frieden“ und was „Gerechtigkeit“ ist. In meinem oben erwähnten Artikel habe ich vor allem versucht zu zeigen, was Frieden ist. Nach dem heiligen Thomas von Aquin ist der Friede die Ruhe der Ordnung. Die Definition des Heiligen Kirchenlehrers lässt uns erkennen, dass es zwei Arten von Ruhe gibt: die, die aus der Ordnung kommt, und die, die aus der Unordnung kommt. Nehmen Sie einen gesunden Jugendlichen, der gerade schläft. Sein ganzer Körper ist in perfekter Ordnung. Alle seine Organe funktionieren prächtig. Kein Schmerz, kein Unbehagen stört seine Ruhe. Die Gesundheit, die die Ordnung des Körpers ist, erzeugt in ihm eine körperliche Ruhe, die sich (oft?) in der Ruhe des Schlafes ausdrückt. Physisch gesehen ist der Schlaf für diesen Jugendlichen eine Situation des Friedens, weil er ein Moment der Ruhe ist, der durch seine organische Ordnung erzeugt wird.

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Das gleiche Konzept kann auf ein Volk angewandt werden. Nehmen wir an, dass alles in Ordnung ist: die Intelligenz durch den sicheren und festen Besitz der Wahrheit, die die katholische Religion ist; der Wille durch sein energisches Festhalten an den Tugenden, die die Kirche lehrt und zu deren Ausübung sie beiträgt; die Empfindungen durch die vollständige Beherrschung, der die Intelligenz und der Wille sie unterworfen haben; die Körper durch das Vorhandensein eines hohen kollektiven Gesundheitsstandards; das Wirtschaftsleben durch eine perfekte Nutzung der reichhaltigen natürlichen Ressourcen des Ortes. Es ist offensichtlich, dass eine große und wohltuende Ruhe über die ganze Gesellschaft herrschen wird, als ein fruchtbares und glückliches Überfließen der inneren Ruhe einer jeden Seele. Diese vollkommene Ruhe, die sich aus der geistigen, moralischen und wirtschaftlichen Ordnung des Landes ergibt, ist das, was man Frieden nennen kann: Es wird der innere Frieden sein. Hinzu kommt der äußere Frieden, wenn auch die Beziehungen des Landes zu anderen Völkern in Ordnung sind.

Der Friede ist also in Wirklichkeit die Ruhe der Ordnung.

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Nehmen wir nochmals das Beispiel des Heranwachsenden. In einem bestimmten Moment, während seines ruhigen Schlafes, tritt eine organische Störung auf: es kann sich zum Beispiel um eine sehr heftige Neuralgie handeln. Unmittelbar mit dem Wegfall der organischen Ordnung verschwindet die Ruhe: Der Schlaf wird unterbrochen und der Patient beginnt, akute Schmerzsymptome zu zeigen. Es ist Unordnung, die Unbehagen erzeugt. Stellen wir uns jedoch vor, dass die Schmerzen so stark werden, dass der Patient in Ohnmacht fällt: Die organische Störung hat dann ihren Höhepunkt erreicht, und der Verlust der Sinne und die völlige Ruhe der Ohnmacht sind nur die Vollendung der körperlichen Störung. Diese Störung wird, gerade weil sie sehr akut geworden ist und dadurch alle Widerstandsmittel unterdrückt hat, mit dem scheinbaren Erlöschen der organischen Reaktion eine tiefe Ruhe hervorrufen. Diese Ruhe wird die Herrschaft der Unordnung sein, wird der Höhepunkt der Unordnung sein, wird die Unordnung sein, die in der absoluten Souveränität des Körpers errichtet wird: sie wird nichts anderes als eine Karikatur der Ruhe der Ordnung sein.

Kurz gesagt, der ruhige und gesunde Schlaf des Heranwachsenden und die tiefe und gefährliche Ohnmacht, die wir uns darunter vorstellen, liegen an entgegengesetzten Enden. In den Beispielen, die wir dargestellt haben, wird das größte organische Gut des Körpers die Ruhe der Ordnung gewesen sein; das Unbehagen, das sich aus der Unordnung ergibt, wird ein Übel sein; aber das höchste Übel wird zweifellos die Ruhe der Unordnung sein, das heißt Ohnmacht, um nicht zu sagen der Tod.

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Das gleiche Konzept kann für das geistige Leben gelten. Man nehme einen Menschen mit einem reinen und aufrechten Gewissen: Sein Gewissen wird in Ordnung sein, und diese Ordnung wird in ihm eine Ruhe erzeugen, die man Frieden nennt. Was wurde nicht schon alles über den Charme des Gewissensfriedens gesagt und geschrieben! Und worin bestehen diese Reize, wenn nicht in der sanften und angenehmen Ruhe, die die Ordnung hervorbringt? Wenn durch ein Unglück das Gewissen dieses Menschen durch eine böse Handlung gestört wird, unterdrückt diese Störung die geistige Ordnung, und sofort verschwindet der Frieden. Es ist der furchtbare Kampf der Reue, der die Seele durchquert und sie entweder durch Demut und die Hilfe der Gnade Gottes zu den Höhen der Zerknirschung erhebt oder sie durch Verachtung der Gnade und Verzweiflung in die Extreme niederschlagen, in die Judas geraten ist.

Stellen Sie sich jedoch vor, dass in dieser unglücklichen Seele die Reue nach und nach verschwindet, bis sie zu einem vagen Grollen wird, das nur von Zeit zu Zeit das Gewissen stört, bald gedämpft durch den Lärm der weltlichen Ablenkungen. Es ist offensichtlich, dass das Verschwinden der Reue das Verschwinden des geistigen Kampfes hervorruft, und eine brutale und undurchsichtige Ruhe senkt sich auf die Seele, in der die letzten Schimmer der Tugend erloschen sind.

In dieser Seele wird wieder Ruhe herrschen.

Aber eine Ruhe, die der Triumph der Unordnung ist, stellt eine tausendmal größere Schande dar als die Unruhe der Gewissensqualen, und liegt im entgegengesetzten Extrem der geordneten und glücklichen Ruhe, mit einem Wort des echten Gewissensfriedens, des reinen und aufrechten Menschen des Geistes.

Zusammenfassend: Die Ruhe der Ordnung ist ein großes Gut, und sie allein verdient den Namen Frieden: Der Kampf, der durch die Unordnung hervorgerufen wird, ist ein unbestreitbares Übel; aber das größte Übel wird sicherlich die Ruhe der Unordnung sein, die Ruhe der durch das Laster vergröberten Gewissen, der durch die Krankheit ohnmächtigen Körper, der Friedhöfe, in denen der Tod herrscht und in die nichts Lebendiges eindringen kann.

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Diese Konzepte verdienen es, auf die internationale Ebene übertragen zu werden. Nur die Ruhe, die sich aus der Ordnung der Beziehungen zwischen den Völkern ergibt, verdient den Namen des wahren Friedens. Und da die Ordnung den Gehorsam gegenüber Gott voraussetzt, wird es nur dann eine internationale (friedliche) Ordnung geben, wenn in den Beziehungen zwischen den Völkern dem Gesetz Gottes Gehorsam geleistet wird.

Aber die Angelegenheit ist zu ernst, als dass wir es vermeiden könnten, konkreter darüber zu sprechen. Das Gesetz Gottes wird nicht unter den Völkern herrschen, wenn es als Grundsatz der internationalen Moral gilt, dass die großen Völker das Recht haben, die kleinen zu absorbieren; Gottes Gesetz wird unter den Völkern nicht herrschen, wenn die natürliche und grundsätzliche Gleichheit aller Völker in Frage gestellt wird und eine Nation, die als allen anderen überlegen angesehen wird, als oberster Begriff aller Sittlichkeit, als rechtmäßiger und natürlicher Besitzer aller Reichtümer, als geborener Herr über alle anderen Völker, als stolze Blüte der Zivilisation und Kultur gilt, die, wenn sie sich auf die Zusammenarbeit mit anderen Völkern einlässt, dies nur unter der Bedingung tut, dass sie sich alle ihre Anstrengungen einseitig zu eigen macht, indem sie zum Nutzen ihrer Größe die Mitwirkung des Schweißes und des Blutes anderer Völker akzeptiert, so wie eine Blume mit Stolz die unvermeidliche Mitwirkung des Düngers akzeptiert, von dem sie sich für ihre Schönheit ernährt.

Natürlich hat es in der Geschichte der Menschheit immer wieder Verstöße gegen das Gesetz Gottes gegeben und wird es immer geben, mehr oder weniger häufig. Aber die Verletzung in ein Gesetz, die Unordnung in eine legitime und dauerhafte Hierarchie zu verwandeln und als grundlegendes und fundamentales Prinzip das aufzustellen, was die radikale und absolute Verneinung allen göttlichen Gesetzes ist, darin liegt eine monströse und tiefe Unordnung, mit der Tendenz, endgültig zu werden, die jeden Geist erschrecken sollte, in dem noch ein Schimmer, ich würde nicht mehr sagen des katholischen Verstandes, sondern der einfachen und aufrechten natürlichen Vernunft, flackert. Das Risiko, auf das wir anspielen, besteht in der Tat nicht einfach in einer Ungerechtigkeit. Es ist die Verherrlichung der Ungerechtigkeit als solche. Es ist die Konsolidierung der Ungerechtigkeit. Es ist die Thronerhebung der Ungerechtigkeit als grundlegende Handlungsregel und Grundnorm für die Beziehungen zwischen den Völkern.

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Der internationale Friede wird ein echter Friede sein, wenn er die Folge der Anwendung der Grundsätze des Gesetzes Gottes auf das internationale Leben ist. Erfülltes Recht schafft nämlich Ordnung, und Ordnung schafft Ruhe, und diese Ruhe der Ordnung wird Frieden sein.

Es wird ein Unglück sein, es ist jetzt schon ein katastrophales Unglück, dass die Ruhe der Ordnung verletzt wird, und dass diese Verletzung zu grausamen Kämpfen führt, wie wir sie gerade erleben. Die heutige Menschheit kann mit einem kranken Menschen verglichen werden, der sich tragisch in den Paroxysmen des Schmerzes windet. Und dieser Anblick kann nicht umhin, mitfühlende Geister zu Mitleid und Gebet aufzurufen.

Doch so tragisch die Verwerfungen auch sein mögen, so erschreckend die Danteske*) Unruhe der Unordnung, deren Zeuge wir sind, auch sein mag, es gibt ein noch größeres Übel: die Ruhe der Unordnung.

Denn wenn Krankheit schlimmer ist als Gesundheit, dann ist der Tod schlimmer als Krankheit. Eine Welt, die in der Unordnung zur Ruhe kommt, eine Welt, in der sich keine große Reaktion gegen die Unordnung als Institution des internationalen Rechts herauskristallisiert, ist eine Welt, die tausendmal ärmer, hilfloser und unglücklicher ist als eine Welt, in der es noch Helden gibt, auf die man sich verlassen kann, in der es noch Armeen gibt, hinter denen man sich schützen kann, in der in der Hoffnung auf den kommenden Sieg des Guten bald die Möglichkeit einer vollständigen Ordnung herrschen wird.

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Deshalb will Pius XII. den Frieden, wenn er ihn denn will, nur mit Ordnung. Und aus diesem Grund begehen diejenigen einen schrecklichen Angriff auf das katholischen Empfinden, die ungezügelt von einer krankhaften Empfindsamkeit, den Frieden in Abscheulichkeit und Unordnung, wenn er nur sofort kommt, dem Frieden mit der Ordnung vorziehen, den wir alle von Gott erbitten müssen.

*) In Anlehnung auf die Beschreibungen Dante Alighieris in der „Göttlichen Komödie“

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit Hilfe von DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „Justitia“ in O “Legionário” Nr 433, vom 29. Dezember 1940.

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Diese deutsche Fassung „Justitia“ erschien erstmals in
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Mittwoch, 29. Dezember 2021

Regina Pacis - Königin des Friedens

Anm.: Dieser Artikel wurde von Plino Corrêa de Oliveira fünf Tage nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags, der den 2. Weltkrieg für beendet erklärte, veröffentlicht. Für den echten Frieden Christi auf Erden, wie ihn der hl. Ludwig von Montfort vorausgesagt und ersehnt hat, sollten die Katholiken mehr und vertrauensvoller beten, besonders am bevorstehenden „Weltfriedenstag“…

Es ist nicht ohne Absicht der Vorsehung, dass der Frieden (1945) gerade im Monat Mai unterschrieben wird, der von der allgemeinen Frömmigkeit der heiligsten Jungfrau Maria geweiht ist, und dies kurz nachdem der Heilige Vater der glorreichen Mutter Gottes die Fürbitte für den Frieden empfohlen hatte.

Dieser Krieg war vor allem ein ideologischer Kampf, in dem die katholische Meinung versuchte, sich zwischen die Stacheln eines schrecklichen Dilemmas zu zwängen: entweder Nationalsozialismus oder Kommunismus. Die Gottesmutter, die „alle Irrlehren in der ganzen Welt vernichtet“ hat, wollte, dass im Marienmonat eines der Spitzen gebrochen wird: der Nationalsozialismus ist tot. Jetzt müssen wir sie bitten, die andere Spitze zu brechen und den Kommunismus zu zerschlagen.

In diesem Zusammenhang sollte man nicht denken, dass der Friede dieser glorreichen Königin des Friedens nicht der der Sümpfe und Marschlande ist. Es ist der Friede des Himmels, der in seiner ganzen Pracht erstrahlt, während in der Hölle das Böse, gefesselt und zermalmt, ewige Qualen erleidet. Aus diesem Grund ist die Königin des Friedens die Königin des Sieges schlechthin, die die Schafe Christi inmitten schrecklicher Kämpfe zum Triumph führt.

Diese Kämpfe finden zwischen den Kindern Marias und den Kindern der Schlange statt, die durch eine unaufhebbare Feindschaft voneinander getrennt sind. Über diese Feindschaft schrieb der selige Grignion de Montfort:

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„Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen illius; ipsa conteret caput tuum, et tu insidiaberis calcaneo ejus“
(Gen 3, 15). „Feindschaft will ich stiften zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; sie wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihrer Ferse nachstellen“.(*)

Nur einmal hat Gott eine Feindschaft gestiftet, welche fortdauern, ja sogar zunehmen soll bis ans Ende der Zeiten: die Feindschaft zwischen Maria, seiner würdigen Mutter, und dem Teufel und damit auch zwischen den Kindern und Dienern der heiligen Jungfrau und den Kindern und Gefolgsleuten Luzifers. Die furchtbarste und stärkste Gegnerin, welche Gott dem Satan gegenüberstellen konnte, ist Maria, die gebenedeite Jungfrau und Mutter des Erlösers. Gott verlieh ihr schon vom Paradiese an, obgleich sie nur in seiner Idee existierte, einen solchen Hass gegen diesen verfluchten Feind Gottes, einen so großen Eifer, die Bosheit dieser alten Schlange aufzudecken, und so große Macht, um diesen stolzen und ruchlosen Geist zu besiegen, niederzuwerfen und zu zertreten, dass dieser Maria mehr fürchtet, als alle Engel und Menschen, ja in einem gewissen Sinn mehr als Gott selbst. Damit soll gewiss nicht gesagt sein, dass die Feindschaft, der Hass und die Macht Gottes nicht unendlich größer wären als die der heiligen Jungfrau, deren Vollkommenheiten begrenzt sind. Es soll vielmehr besagen: 1. dass Satan in seinem Hochmut unendlich mehr leidet, von einer geringen und demütigen Magd des Herrn als von diesem selbst besiegt und bestraft zu werden, und das ihre Demut für ihn vernichtender wirkt, als die Allmacht Gottes; 2. zudem hat Gott der allerseligste Jungfrau eine solche Gewalt über die Teufel verliehen, dass diese einen ihrer Seufzer zugunsten einer Seele mehr fürchten als die Fürbitten aller übrigen Heiligen und durch eine einzige ihrer Drohungen mehr zu leiden haben als durch alle durch alle anderen Qualen, wie dies die Teufel selbst schon oft genug wider Willen durch den Mund der Besessenen bekennen mussten.

Was Luzifer durch seinen Stolz verloren hat, das hat Maria durch ihre Demut zurückerobert. Was Eva durch ihren Ungehorsam verdorben und eingebüsst hat, das hat Maria durch ihren Gehorsam wieder gutgemacht. Indem Eva der Schlange folgte, hat sie alle ihre Kinder mir sich ins Verderben gerissen und sie der Schlange überliefert; indem Maria sich vollständig Gott unterwarf, hat sie alle ihre Kinder und Diener gerettet und mit sich der göttlichen Majestät geweiht.

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Gott hat aber nicht nur eine Feindschaft gestiftet zwischen Maria und dem Teufel. Gott hat auch Hass und Zwietracht gesät zwischen den wahren Kindern und Dienern Marias und den Sklaven Satans. Wahre Liebe ist zwischen ihnen unmöglich, da sie keine inneren Beziehungen zueinander haben. Wie Kain einst seinen Bruder Abel und Esau seinen Bruder Jakob verfolgte, treffliche Vorbilder der Verdammten und der Auserwählten, so haben auch die Kinder Belials, die Sklaven Satans, oder die Freunde dieser Welt, (das ist alles dasselbe) bisher die Kinder und Anhänger der allerseligste Jungfrau stets verfolgt und werden es in Zukunft noch mehr tun als je zuvor. Maria, die demütige Jungfrau, wird aber über ihren stolzen Feind immer den Sieg behaupten und zwar so glänzend, dass sie ihm sogar das Haupt, den Sitz seines Stolzes, zertreten wird. Sie wird jederzeit seine Schlangenbosheit und seine höllischen Anschläge enthüllen, seine teuflischen Pläne zunichte machen, und bis zum Ende der Zeiten ihre treuen Diener vor seiner grausamen Kralle beschützen.

Die Macht Marias über alle Teufel wird besonders in den letzten Zeiten offenbar werden, wenn Satan ihrer Ferse nachstellen wird, womit ihre demütigen Sklaven und ihre bescheidenen Kinder gemeint sind, welche Maria aufrufen wird, ihn zu bekämpfen. Es werden unscheinbare, arme Menschen sein den Augen der Welt, von allen erniedrigt, getreten und gedrückt, wie die Ferse im Vergleich zu den anderen Gliedern des Körpers. Aber dafür werden sie reich sein an Gnaden vor Gott, die ihnen Maria in Überfluss zuwenden wird. Infolge ihrer Heiligkeit werden sie groß dastehen in den Augen Gottes durch ihren Feuereifer über alle Geschöpfe erhaben sein. Machtvoll wird Gott sie unterstützen, damit die im Verein mit Maria durch ihre Demut der höllischen Schlange den Kopf zertreten und den Triumph Jesu Christi vervollständigen.

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Aus diesen Gründen will Gott, dass Maria jetzt mehr erkannt geliebt und geehrt werde als jemals zuvor.

Aber wer werden Marias die Diener, Sklaven und Kinder sein?

Es werden Diener des Herrn sein, die in ihrem brennenden Eifer für die Ehre Gottes überall das Feuer göttlicher Liebe entzünden werden.

Sie werden, sicut sagittae in manu potentis (Ps 126,4), scharfe Pfeile in der Hand der mächtigen Jungfrau sein, um ihre Feinde zu durchbohren.

Sie werden Söhne Levis sein, wohlgeläutert im Schmelztiegel großer Trübsale und fest vereint mit Gott, werden sie in ihrem Herzen das Gold der Nächstenliebe, in ihrem Geiste den Weihrauch des Gebets, in ihrem Leib die Myrrhe der Abtötung tragen und überall den Armen und Geringen ein Wohlgeruch Christi sein, während sie bei den Großen, den Reichen und stolzen Weltkindern den Geruch des Todes hinterlassen werden.

Sie werden donnernde Wolken sein, die beim geringsten Hauche des Heiligen Geistes durch die Luft fliegen, sollen sie, ohne auf andere unzeitige Rücksicht zu nehmen und ohne sich selbst  durch freudige oder schmerzliche Ereignisse beeinflussen zu lassen, den Regen des Wortes Gottes und des ewigen Lebens verbreiten. Sie sollen donnern gegen die Sünde und gegen die Welt, und dadurch den Teufel und seinen Anhang niederschlagen; alle diejenigen aber, zu welchen sie vom Allerhöchsten gesandt werden sollen sie mit dem zweischneidigen Schwert des Wortes Gottes (vgl. Eph 6,17) durchbohren, sei es zum Leben, sei es zum Tode.

Sie werden als die wahre Apostel der letzten Zeiten auftreten, die der Herr der Heerscharen mit der Gabe des Wortes und mit der Macht ausstatten wird, Wunder zu wirken und glorreiche Siege über seine Feinde davonzutragen. Ohne Gold und Silber aber, was noch wichtiger ist, auch ohne Sorgen werden sie inmitten der anderen Priester und Kleriker wirken, inter medios cleros (Ps 67,14), und mit den Silberschwingen der Taube überall hinfliegen, wohin der Heilige Geist sie rufen wird, um zur Förderung der Ehre Gottes und des Heiles der Seelen tätig zu sein. Dort, wo sie gepredigt haben, werden sie nichts zurücklassen als das Gold der Liebe, welche die Vollendung des ganzen Gesetzes ist. (Röm 13,10)

Schließlich wissen wir, dass sie als wahre Jünger Jesu Christi in den Fußstapfen seiner Armut, Demut, Weltverachtung und Liebe wandeln und den anderen den schmalen Weg zu Gott in reiner Wahrheit zeigen werden. Dabei werden sie sich dem heiligen Evangelium und nicht nach den Grundsätzen der Welt richten, ohne Ansehen der Person, ohne Schonung, ohne unangebrachte Rücksicht oder Furcht vor einem Sterblichen, mag er auch noch so mächtig sein.

Sie werden in ihrem Munde das zweischneidige Schwert des Wortes Gottes führen, auf ihren Schultern die blutige Fahne des Kreuzes, das Kruzifix in der rechten, den Rosenkranz in der linken, die heiligsten Namen Jesu und Mariä in ihrem Herzen und die Bescheidenheit und Abtötung Jesu Christi in ihrem ganzen Wesen tragen.

* * *

Das sind die großen Männer, die kommen werden, die Maria auf Befehl des Allerhöchsten ausrüsten wird, um sein Reich über die Gottlosen, Götzendiener und Mohammedaner auszudehnen. Wann und wie wird dies geschehen? Gott allein weiß es! An uns ist es zu schweigen, zu beten zu seufzen und abzuwarten: Exspectans exspectavi (Ps 39,4).

(*) Das gesamte Zitat wurde aus dem „Goldenem Buch – Die Wahre Andacht zu Maria“ vom hl. Ludwig Maria Grignon von Montfort entnommen, Lins-Verlag, A-6804 Feldkirch, 1987, S. 35ff

 

Aus dem Portugiesischen übersetzt mit DeepL.com/Translator (kostenlose Version) von „Regina pacis“ in O „Legionário“ Nr. 666, vom 13. Mai 1945

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Diese deutsche Fassung von „Regina pacis“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

 

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Weihnachten und der Frieden



Plinio Corrêa de Oliveira

Letztendlich gab es in diesem Jahr (1940) an Weihnachten keinen Waffenstillstand. Trotz der rührenden Bemühungen des Papstes kämpfte die Menschheit, die ihren Erlöser vergaß, der als Gott Knechtsgestalt annahm, weiterhin erbittert. Denn heute gibt es keine Vorstellung mehr von der Christenheit, d.h. von der Gemeinschaft der getauften Völker im Gegensatz zu den ungetauften, heidnischen Völkern, die nicht in diese Gemeinschaft eintreten konnten. Es gibt nicht mehr die Vorstellung, dass die durch das Blut unseres Herrn Jesus Christus wiedergeborenen Völker untereinander Brüder sind, dass sie alle ein einziges auserwähltes Volk von unvergleichlicher Würde bilden und dass, wenn durch ein Unglück ein Krieg unter ihnen ausbrechen sollte, dieser immer innerhalb gewisser Grenzen gehalten werden muss, die von der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe diktiert werden. Außerdem ist es diese Idee des Christentums, die das gesamte Völkerrecht hervorgebracht hat, das den Heiden fast völlig unbekannt war; und mit dem Verschwinden dieser Idee ist das Völkerrecht heute in die schrecklichste Barbarei versunken.

Denn ist der Nationalsozialismus nicht eine Entschuldigung für das Heidentum? Und ist der Rassismus nicht ein formeller Gegensatz zu der Erlösung, die unser Herr Jesus Christus der Menschheit gebracht hat?

Deshalb konnten wir, während wir die Christmette verfolgten, eine wunderbare Szene nicht vergessen, die sich vor 1140 Jahren abspielte.

Papst Leo III. krönt Karl den Großen

Der Heilige Vater Papst Leo III. feierte die Mitternachtsmesse in Rom im Jahr 800 unserer Zeitrechnung. Vor dem Altar kniete in tiefem Gebet Karl der Große, der perfekte Krieger. Die Christenheit hatte gerade kritische Momente durchlebt. Die muslimische Invasion aus dem Süden hatte das griechische Reich ausgehöhlt, die Heiligen Stätten in Besitz genommen, das Christentum in ganz Nordafrika zerstört, die iberische Halbinsel verwüstet und bedrohte bereits Frankreich, die erstgeborene Tochter der Kirche. Im Norden stellten die germanischen Barbaren, die immer noch Heiden waren und von Witukind angeführt wurden, eine unmittelbare Gefahr dar. Und in Italien selbst führte der verruchte König der Lombardei einen direkten Krieg gegen den Papst. Karl der Große hatte jedoch die Kühnheit der Muslime in Spanien gebrochen, den langobardischen König entthront und die germanischen Stämme zum Gehorsam gezwungen und damit den Weg für das Evangelisierungswerk des heiligen Bonifatius geöffnet. Der Heilige Vater Leo III. wandte sich vom Altar ab, kam dorthin, wo sein Krieger kniete, setzte ihm unerwartet eine goldene Krone auf das Haupt und machte ihn zum Kaiser.

Alle christlichen Könige und Fürsten waren schnell bereit, dem neuen Kaiser Gehorsam und Treue zu leisten, und so war die gesamte Christenheit unter einem einzigen weltlichen Oberhaupt vereint, so wie sie immer unter einem einzigen geistlichen Oberhaupt gewesen war. Was für ein schönes Weihnachten!

 

Übersetzt aus dem Portugiesischen mit Hilfe von DeepL.com (kostenlose Version) des Artikels „O Natal e a paz“ in Legionário vom 29. Dezember 1940. Nr. 433, S. 2.

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Diese deutsche Fassung von „Weihnachte und der Frieden“ erschien erstmals in
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Freitag, 31. Juli 2020

Um den Papst herum

Der Papst unter dem diplomatischen Korps - Spiritueller Souverän, ohne Gold, ohne Kanonen, fast ohne Territorium. Beim Papst ist ein diplomatisches Korps akreditiert, das zahlreicher ist als das des Königs Edward VIII., des Kaisers Hiroito oder des Präsidenten Roosevelt.


Am 29. dieses Monats feiert die Kirche das Fest der Apostel St. Peter und St. Paul.

Dieses Fest kommt zu einem äußerst heiklen Zeitpunkt für das internationale Wirken der Kirche.

Während des Weltkrieges von 1914-1918 unterließ der Heilige Stuhl keine einzige Gelegenheit, alle Völker aufzufordern, die Feindseligkeiten zu beenden. Da die Ermahnungen nicht fruchteten, ging er zu den Tatsachen über und begann seit 1914 eine Reihe diplomatischer „Demarchen“, die, wenn sie nicht die Macht hatten, das zerstörerische Schicksal der kriegführenden Länder einzudämmen, dennoch einige der schmerzhaftesten Aspekte des Konflikts, der die Welt in Trauer versetzte, bemerkenswert mildern konnten.

Während dieses schrecklichen Sturms sprach nur der Heilige Stuhl Worte des Friedens... Endlich kam der Frieden. Aber Herr Wilson und die alliierten Nationen wollten anlässlich des Vertrags von Versailles die herausragende Arbeit der Päpste zugunsten des Friedens nicht anerkennen. Und als der Völkerbund konstituiert wurde, wurde es dem Papst nicht erlaubt, einen Apostolischen Nuntius dorthin zu entsenden!...

Während dessen verabschiedete Wilson feierlich 14 Grundsätze zur Orientierung der anstehenden sozialen Tätigkeiten des Völkerbundes, von denen viele eine Wiedergabe der Gedanken der päpstlichen Enzykliken waren… Der ewige Widerspruch menschlicher Dinge!

Aber „tout passe, tout lasse, tout casse et tout se remplace“ (Alles vergeht, alles ermüdet, alles zerbricht und alles ersetzt sich) „Tout“, außer die Kirche, die unsterblich ist.

Der Völkerbund hat kürzlich das Gewicht dieser Wahrheit gespürt. Auch er „lasse et se casse“. Und sein Scheitern wirft diese andere Frage auf: Wer wird ihn ersetzen?

In internationalen Kreisen richten sich viele Augen auf die Kirche.

Eindeutig würde sie in den heiklen Zeiten, in denen wir uns befinden, keine Rolle akzeptieren, die mit der des Völkerbundes identisch ist, eine Aufgabe, die, wenn sie ihr auch als Mutter aller Völker entspricht, ihr heute die Erfüllung ihrer geistigen Aufgabe erschweren würde.

Es wäre jedoch möglich, dem Heiligen Stuhl die Eigenschft eines internationalen Koordinierungsgremiums für bestimmte Aktivitäten zuzuschreiben, die darauf abzielen, Sucht zu bekämpfen, die soziale Frage zu lösen, die Leiden der bedürftigen Regionen zu lindern usw.

Diese Möglichkeit hat gerade ein Interview, das Pater Gilet einer großen französischen Zeitung gegeben hat, hervorgehoben.

Wenn ein solches Vorhaben zustande käme, würde dies einer der markantesten Siege der Kirche über ihre Gegner sein. In der Tat ist es nicht verwunderlich, dass in Zeiten großen religiösen Glauben, wie im Mittelalter, alle Völker sich an den Stuhl Petri richteten, als den unwiderruflichen Meister und Richter. Aber dass eine von Materialismus gesättigte Menschheit, die Gott und ihre Pflichten im Allgemeinen vergessen hat, aufgezwungen ist, sich an die Kirche als einzige Unterstützung für die Lösung ihrer grundlegenden Probleme zu wenden, ist die beredteste Bestätigung des multisekularen Versprechens: „Non prevalebunt“.

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

“Em torno do Papa”, Legionário, 21. Juni 1936, Nr. 200, SS. 1 und 4.

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Bild: Screenshot aus der PDF-Version des genannten Artikels