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Samstag, 27. Januar 2018

„Credo in unam sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam“

Zum Anlass der ersten Kommunion

„Credo in unam sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.“
Es waren bestimmt diese Worte des Credos, die im Herzen von Plinio Corrêa de Oliveira im Laufe des 20. Jahrhunderts, das er fast von Anfang bis Ende durchlebt hat, den stärksten Widerhall weckten. Er selbst erinnert sich, dass es stets die Liebe zur Kirche und zum Papsttum war, die ihm in seinem Kampf zur Verteidigung der christlichen Zivilisation als Inspiration diente und die seit den fernen Jahren seiner Kindheit nie aufgehört hat zu wachsen.
„Ich erinnere mich noch sehr gut an den Katechismusunterrichten, in denen mir das Papsttum erklärt wurde, seine göttliche Einsetzung, seine Macht, seine Aufgabe. Bewunderung, Andacht und Begeisterung erfüllten mein kindliches Herz (ich war damals neun Jahre alt): Hier hatte ich mein Ideal gefunden, dem ich mich ein Leben lang widmen wollte. Seither ist dieses Ideal nur noch größer und größer geworden. Und ich bitte die heilige Jungfrau, es bis zu meinem letzten Atemzug immer noch weiter in mir wachsen zu lassen. Meine letzter Liebesakt soll eine Liebesakt für das Papsttum sein. So werde ich im Frieden der Erwählten sterben, vereint mit Maria, meiner Mutter, und durch sie mit Jesus, meinem Gott, meinem König und herzensguten Erlöser.“(1)
In unserer durch eine weit verbreitete Kälte und Lieblosigkeit gegenüber den kirchlichen Institutionen geprägten Zeit, fällt es schwer, den tiefen Sinn dieser Worte zu verstehen. Sie wurden zu Beginn der 70er Jahre geschrieben, als die Krise der Kirche ihrem Höhepunkt zuzustreben schien.
Im Nachwort zu „Revolution und Gegenrevolution“ stellte der Verfasser fest, dass zur Zeit des Erscheinens der ersten Auflage dieses Werkes im Jahre 1959 die Kirche noch als eine große geistige Kraft im Kampf gegen den Kommunismus angesehen wurde. In den darauf folgenden Jahren würde Plinio Corrêa de Oliveira nach dem Konzil schreiben, hat sich der entscheidende Mittelpunkt des Kampfes zwischen Revolution und Gegenrevolution dann von der zeitlichen in den Schoß der geistlichen Gesellschaft verlagert und „nun standen sich in der heiligen Kirche auf der einen Seite Progressisten, Kryptokommunisten und Prokommunisten und auf der anderen Seite Antiprogressisten und Antikommunisten entgegen.“(2)
Denen, die wissen wollten, warum denn ausgerechnet die unter den Gläubigen kursierenden Irrtümer zu bekämpfen seien, wo es doch außerhalb der katholischen Kreise so viele andere gibt, antwortete Plinio Corrêa de Oliveira bereits in den 50er Jahren:
„Wenn der Feind gegen die Mauern der Festung anstürmt, müssen alle zusammenhalten. Wenn er aber bereits in die Festung eingedrungen ist, reicht es nicht extra muros zu kämpfen. Der Kampf muss dann auch intra muros ausgetragen werden.“(3)

(1) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, „A perfeita alegria“, in Folha de S. Paulo, 12. Juli 1970.
(2) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Revolução e Contra-Revolução, a.a.O., S. 68.
(3) Plinio Corrêa de Oliveira, „Razôes e contra-razões em torno de um tema efervescente“, in Catolicismo Nr. 71 (November 1956); ders., „Indulgentes para com o erro, severos para com a Igreja“, in Catolicismo Nr. 72 (Dezember 1956); ders., „Não trabalha pela concórdia senão quem luta contra o erro“, in Catolicismo Nr. 73 (Januar 1957); Cunha ALVARENGA (José de AZEREDO SANTOS), „Infiltrações comunistas em ambientes católicos“, in Catolicismo Nr. 61 (Januar 1956). In diesem Sinne sind auch drei Artikel über den Modernismus zu lesen, die in den Nrn. 81, 82, 83 (Sept.-Okt.-Dez. 1957) unter den Titeln „O cinqüentenário da Pascendi“; „Por orgulho repelem toda sujeição“ und „Revivem nos modernistas o espírito e os métodos do Jansenismo“ veröffentlicht wurden.
  
Quelle: Roberto de Mattei: „Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts: Plinio Corrêa de Oliveira. TFP-Büro Deutschland und DVCK e.V., Frankfurt, 2004, Kapitel VI, Abschnitt 1, SS 229-230.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Der Rosenkranz ist die Waffe der Wahrheit gegen den Irrtum

Gibt es ein Thema, über das wir heute sprechen können?
Vorschlag: Könnten Sie über die Andacht zum Rosenkranz etwas sagen?
Natürlich!
Maria überreicht dem hl. Dominikus den Rosenkranz
Wie wir wissen, ist das größte Verdienst der Rosenkranzandacht, dass sie von der Muttergottes selbst dem hl. Dominikus geoffenbart wurde, als das Mittel, in den von der Häresie der Albingenser verwüsteten Regionen, den Glauben wieder zu erwecken. Tatsächlich bewirkte die allgemeine Verbreitung des Rosenkranzgebetes ein erneutes Aufblühen des Glaubenslebens. Dadurch wurde der Rosenkranz in den Zeiten der wahren Glaubenspraxis eine der klassischsten Frömmigkeitsübungen unter den Katholiken. So, dass nicht nur unzählige Statuen der Rosenkranzmadonna sich überall verbreiteten, aber auch die Übung des Rosenkranzgebetes unter den Gläubigen Gang und Gebe wurde und viele Ordensgemeinschaften einen Rosenkranz am Gürtel trugen, als offizielles Kennzeichen des jeweiligen Ordens.
Unter den Tausend Dingen, die man über den Rosenkranz sagen könnte, möchte ich gerne diese Verbindung des Rosenkranzgebetes und der Tugend des Glaubens hervorheben, zwischen dem Rosenkranz und dem Sieg über den Unglauben, die Häretiker.
Der Rosenkranz wurde immer als eine mächtige Waffe des Glaubens angesehen. Und für uns, die wir die göttliche Tugend des Glaubens als die Wurzel aller anderen Tugenden betrachten, so dass es nichts auf sich hat, wenn man die anderen Tugenden üben will, aber die des Glaubens vernachlässigt, denn alle Tugenden müssen aus einem lebendigen Glauben hervorsprießen, ansonsten sind sie keine echten Tugenden. Deshalb bedeutet uns, die wir ein Leben im Kampf für die Orthodoxie (Wahrheit) und den Sieg der Wahrheit und der Gegen-Revolution in der Welt als das Ideal unseres Lebens betrachten, diese Andacht viel. Denn sie begründet den Zusammenhang zwischen unserem Leben und der Andacht zur Muttergottes.
Pius V. erfährt in einer Vision den Sieg der Katholiken
in der Schlacht von Lepanto, den er dem Rosenkranzgebet
zuschreibt. Er führt daraufhin das Rosenkranzfest ein.
Die Muttergottes erscheint hier deutlich als die, von der die Liturgie behauptet, die alleine die Irrtümer der ganzen Welt vernichtet hat, und größtenteils durch den Rosenkranz vernichtet hat. Der Rosenkranz ist also die Waffe der Orthodoxie, die Waffe des Ultramontanismus und die Andacht durch die wir in uns die Wurzeln des bösen Geistes und des Irrtums, die wir in uns tragen, vernichten können, und ebenfalls den Irrtum und den bösen Geist besiegen können, derer, die uns den Kampf ansagen. So ist das Gebet des Rosenkranzes uns etwas sehr eigenes und der Grund, warum wir dermaßen darauf bestehen, dass unser Leben nur normal und ordentlich ablaufen kann, wenn wir unter anderem täglich den kompletten Psalter, d.h. alle drei Geheimnisse des Rosenkranzes beten.
Es bringt also nichts, zu sagen, „ich bete lieber einen Zehner sehr andächtig, als den ganzen Rosenkranz einfach heruntergeleiert“. Mir wurde mal von einem Heiligen erzählt, dem jemand so etwas gesagt hatte, und er sagte: „gut, dann bete mit großer Andacht nur ein Ave-Maria“. Derjenige ging, und brachte es nicht fertig. Warum? Weil diese ideale Andacht, bei der man Wort für Wort betrachten will, unserer Schwäche wegen eigentlich nicht möglich ist.

(Anm.: Die hl. Therese vom Kinde Jesu sagte, das sie nie im Leben ein Ave-Maria ohne Zerstreuung beten konnte.)

Die Wahrheit ist folgende: ein Ave-Maria ohne Zerstreuung zu beten, ist ein Meisterwerk. Da es nun mal nicht möglich ist ganz ohne eine gewisse Zerstreuung zu beten, ist es angebracht den Mangel an Qualität mit der Quantität (Menge) auszugleichen oder zu ersetzen. Wenn ich nur fähig bin mit Zerstreuung zu beten, ist es besser 50 Ave-Maria mit Zerstreuung zu beten als nur ein mit Zerstreuung...
Das so verrichtete Gebet hat seinen Wert und seinen großen Wert: es ist kein eingebildetes Gebet, es ist ein demütiges Gebet, was unsere Schwäche in Kauf nimmt, und nicht in protestantischer Manier übermäßig auf Details zu achten, die das Gebet nur stören, sondern im Gegenteil Verständnis für die menschliche Schwäche zeigen und vorwärts gehen. Deshalb ist auch die Wiederholung im Rosenkranz weit entfernt, etwas Steriles zu sein. Er ist gerade etwas, was das große Verdienst der Beharrlichkeit in sich birgt. Unser Herr selbst hat als eines der Merkmale des Gebets empfohlen, das es nachdrücklich sein soll. Das beharrliche Gebet erreicht das, um was wir bitten. Man drängt und drängt, wenn auch nur mündlich, und erhält am Ende die erbetene Gnade.
Deshalb ist die Empfehlung des Rosenkranzgebets als Waffe des Gegenrevolutionärs zur Standhaftigkeit, zur Heiligung und zur Vernichtung der Irrtümer, etwas Unvergleichliches.


Freie Übersetzung der Abschrift eines Vortrags (Santo do Dia) vom 12. Februar 1964