Mittwoch, 22. Juli 2026

Zarte Seelen ohne Schwäche und stark ohne Brutalität

AMBIENTE - BRÄUCHE - ZIVILISATIONEN 

Plinio Corrêa de Oliveira

Wenn in der Epoche der Romantik die öffentliche Meinung zarten, subtilen, zerbrechlichen, übertrie-ben zarten, übertrieben subtilen Seelen zugeneigt war, würden wir sagen, übertrieben zerbrechlich, wenn die Zerbrechlichkeit nicht an sich schon ein Mangel und eine Übertreibung wäre, so richtet sich die Bewunderung in unseren Tagen, wo der Kampf um das Leben der Seele und des Körpers eine unaufhörliche Anstrengung erfor-dert, häufiger auf kraftvolle, starke, leistende, energische Seelen. Und da alles Menschliche der Übertrei-bung unter-liegt, neigen wir oft dazu, die körperliche Stärke von Boxern und Sportlern oder die fast hypnotische Stärke bestimmter Diktatoren als absolute und höchste Werte zu verherrlichen.

Dabei ist, wie bei allem, ein gesundes Gleichgewicht notwendig. Und die katholische Kirche ist Meister dieses Gleichgewichts, die Quelle aller Tugend.

Es gibt keine Unvereinbarkeit zwischen Stärke und Zartheit der Seele, solange man das eine und das andere richtig versteht. Und eine Seele kann gleichzeitig sehr zart ohne Schwäche und sehr stark ohne Brutalität sein.

Wahrscheinlich gibt es in Brasilien keinen frommen Menschen, der nicht „Die Seele jedes Apostolats“ von D. Chautard gelesen hat, dem berühmten Trappistenabt, der einige Zeit in unserem Land lebte, wo er – leider vergeblich – versuchte, in Tremembé, Bundesstaat São Paulo, ein Kloster seines Ordens zu gründen. Es ist unmöglich, die bewundernswerten Seiten dieses Buches zu lesen, dessen Salbung uns manchmal an die „Nachfolge Christi“ erinnert, ohne die Schätze der Zartheit zu spüren, die seine große Seele enthielt. D. Chautard war jedoch auch ein großer Kämpfer. Als Kontemplativer aus Berufung erforderten die von der Vorsehung zugelassenen Umstände, dass er sich an vielen Kämpfen beteiligte. Er trat erfolgreich gegen Clemenceau an, den berühmten antiklerikalen Minister Frankreichs, der mit dem Spitznamen „Der Tiger“ in die Geschichte einging und im Ersten Weltkrieg den ganzen Mut und die Widerstandsfähigkeit des französischen Volkes verkörperte. Und so drängte sich seine große Seele Clemenceau auf, dass er D. Chautard einen Respekt entgegenbrachte, den er bis zu seinen letzten Tagen bewahrte. Die Stärke des Menschen zeigt sich deutlich in seiner kraftvollen Persönlichkeit, durchdrungen von der ganzen Ruhe eines Kontemplativen, von der ganzen Entschlossenheit eines eisernen Willens und von der ganzen Majestät eines robusten, tiefen Geistes, völlig durchdrungen von den Dingen Gottes. Der Blick vereint sozusagen all diese Eigenschaften. Edler und herrischer Blick, mit dem D. Chautard Heldentaten vollbrachte. Während einer Reise durch den Orient fand er einen eingesperrten Löwen, blickte ihn aufmerksam an und hypnotisierte das Tier ...

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Jeder, der mit dem großen D. Frei Vital Maria Gonçalves de Oliveira verkehrte, lobte die außergewöhnliche Milde seines Umgangs, die große Zartheit seiner Seele. Während seines ruhmreichen Kampfes mit den freimaurerischen Autoritäten zeigte D. Vital jedoch eine Standhaftigkeit, die ihn zu einem der größten Bischöfe der Kirche machte. Eine breite, edle Stirn, wie vom Hauch großer Ideen belebt, kräftige Augenbrauen mit einer unerbittlichen Regelmäßig-keit, Augen ebenfalls von be-eindruckender Regelmäßigkeit der Zeichnung und bewundern-swerter Klarheit, aus denen ein ruhiger, starker und tiefer Blick hervorgeht, der in die Ferne blickt und es gewohnt ist, die Dinge von ihren höchsten, transzendentesten und daher realsten Aspekten zu betrachten. Eine Nase mit einer Linie unbestreitbarer Offenheit, dicker und männlicher Bart, aufrechte Haltung. Alles in D. Vital weist auf den Hirten hin, der jedes seiner Schafe inbrünstig liebt und aus diesem Grund in der Lage ist, jedes Tier zu bekämpfen und es aus der Herde zu vertreiben.

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Frei Vital Maria in
in der Kutte der Kapuziner
    
D. Chautard, emeritierter Trappist, Vorbild des kontemplativen Lebens, D. Vital, ausgezeichneter Kapuziner, Vorbild des aktiven Lebens, beides Meisterwerke des Gleichgewichts zwischen Kraft und Zartheit der Seele, zeigen, wie viel Glaube Menschen mit unbesiegbaren Energien in unserem Jahrhundert der Kämpfe zu allen Zeiten und in allen Aspekten beleben kann.

 

 

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe vom Google Übersetzer aus „Catolicismo“ Nr. 52 – April 1955: Almas delicadas sem fraqueza, e fortes sem brutalidade

Die deutsche Fassung dieses Artikels „Zarte Seelen ohne Schwäche und stark ohne Brutalität“ ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

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