Montag, 17. August 2026

Über die Königswürde Mariens


Plinio Correa de Oliveira
Tagesheiliger  – 31. Mai 1969


Der 31. Mai ist für uns ein großes Fest, denn es ist der Gedenktag Unserer Lieben Frau Königin. (So war es im damaligen kirchlichen Kalender) Genau deshalb verehren wir dieses Bildnis, das hier steht, besonders.

Wir haben schon oft über die königliche Würde Unserer Lieben Frau gesprochen. Es ist eine wohlbekannte übernatürliche Würde, die daher rührt, dass sie die erste (im Rang) aller Geschöpfe Gottes ist. Sie ist die erste und höchste unter ihnen.

Ihr erster Titel ist ihre königliche Würde: Sie ist nicht die Erste in der Ordnung der Natur, denn die Engel stehen in der Ordnung der Natur über ihr. Der Engel ist ein reiner Geist und steht daher über einem menschlichen Geschöpf. Aber sie ist das erste Geschöpf in der Ordnung der Gnade. Das heißt, sie hat unvergleichlich mehr Gnaden empfangen als alle Engel, und die Gnaden aller Engel sind ihrer Gnade untergeordnet.

Nun ist Unsere Liebe Frau aber auch die erste der Frauen. Der erste Mann ist unser Herr Jesus Christus; die erste Frau ist Unsere Liebe Frau. Nun, diese Vorrangstellung verleiht ihr bereits einen königlichen Titel, denn das Königtum ist eine rechtliche Situation, und diese Situation ist die Folge eines de facto-Zustandes. Diejenige, die die Erste ist, hat das Recht zu gebieten, das Recht, bedient zu werden, insbesondere wenn es sich um eine ewige Überlegenheit, die niemals endet und vollkommen ist. Dies definiert das Königtum.

Darüber hinaus ist die Muttergottes Königin, weil sie die Mutter Gottes ist. Niemand hatte und kann eine engere Verbindung mit der Heiligen Dreifaltigkeit haben wie sie. Sie ist die Tochter des Ewigen Vaters schlechthin, sie ist die Mutter des fleischgewordenen Wortes, und der Heilige Geist zeugte in ihr unseren Herrn Jesus Christus; das heißt, sie ist die wahre Braut des Heiligen Geistes.

Sie ist Königin, weil Gott ihr zudem durch einen weiteren Akt die gesamte Herrschaft über alle Geschöpfe anvertraut hat. Das heißt, Gott tut nichts, was nicht durch sie geschieht: Das heißt, alle Gebete, die zu Gott aufsteigen, müssen durch sie gehen, alle Gnaden, die von Gott kommen, wurden durch sie erbeten. Wenn der gesamte Himmel ohne sie um etwas bitten würde, könnte er es nicht erlangen. Nur sie allein, ohne den gesamten Himmel, erlangt es auf diese Weise … Sie ist alles. Das ist eine Königin im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn das keine Königin ist, dann weiß man nicht, was eine Königin ist.

Nun muss diesen Vorstellungen, die einem übernatürlichen, himmlischen Reich entsprechen – ihrem höchsten Reich –, eine Vorstellung von einem irdischen Reich entsprechen. Die Gottesmutter hat auch eine irdische Herrschaft. Was ist diese Herrschaft der Gottesmutter? Die menschliche Gesellschaft sollte in ihren weltlichen Aspekten so organisiert sein, dass sie in allem dem Willen der Gottesmutter gehorcht, denn die Gottesmutter ist die Königin. Das heißt, alle Regierenden sollten ihren Willen tun, und alle Gehorsamen sollten ihrem Willen gehorchen.

Der heilige Ludwig, König von Frankreich, nannte sich selbst „le servant de Dieu en France“ oder genauer „le sergeant de Dieu en France“, der Sergeant – wobei das Wort „Sergeant“ damals nicht die heutige Bedeutung hatte. Man könnte sagen: der Hauptmann Gottes in Frankreich. Also ein einfacher Hauptmann, der Gottes Willen tut. Das ist das Verständnis des irdischen Königs: Er vollzieht den Willen der himmlischen Königin.

Wie aber erkennen wir den Willen der Gottesmutter? Was bedeutet das, der Wille der Gottesmutter? Da sie uns nicht erscheint, da sie nicht zu uns spricht, was bedeutet dann der Wille der Gottesmutter? Der Wille der Gottesmutter ist in erster Linie, grundlegend und wesentlich, die katholische Lehre, der Gehorsam gegenüber der katholischen Kirche. Das ist der Wille der Gottesmutter. Im Grunde genommen ist das alles, denn natürlich muss die Gottesmutter gebieten, was Gott gebietet, wollen, was Gott will. Sie ist ganz und gar mit Gott vereint und ihm untertan, sodass der Gehorsam gegenüber der katholischen Kirche auch der Gehorsam gegenüber der Gottesmutter ist. Dies ist das erste Element des Willens Unserer Lieben Frau: das deutlichste, das unbestreitbarste.

Nun gibt es ein weiteres Element: die Stimme der Gnade in uns. Gnade … Die Gnade weist jedem Menschen mehr oder weniger eine Richtung, insbesondere durch die verschiedenen Berufungen. Berufung ist ein Ruf. „Vocare“ bedeutet rufen. Was ist eine Berufung? Es ist ein Ruf von Gott, oder besser gesagt, von wem? Von Unserer Lieben Frau. Der Berufung zu folgen, ist also ein Weg, den Willen Unserer Lieben Frau zu tun.

Was bedeutet es nun, der Berufung zu folgen? Wenn man durch Berufung einer Gruppe angehört, bedeutet es, den Willen derer zu tun, die diese Gruppe leiten sollen, das heißt den Willen Unserer Lieben Frau zu tun.

Den Willen Unserer Lieben Frau so zu tun, wie er es verdient, bedeutet erstens, sich mit aller Kraft darum zu bemühen, ihn zu erkennen. Zweitens, ihn mit allem Eifer und ohne Widerspruch zu erfüllen. Dies ist der Wille Unserer Lieben Frau, wir werden ihn tun, und damit basta. Es ist der Wille, es ist vollbracht, es wird nicht diskutiert.

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Man könnte fragen: „Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Reich Mariens und dem Geheimnis Mariens?“

Um einen grundlegenden Gedanken zu vermitteln und eine mir gestellte Frage zu beantworten – die ich gerade hier gelesen habe –, um es kurz zusammenzufassen: Das Geheimnis Mariens – dieser Gedanke ist natürlich sehr wichtig – ist eine Gnade, die auf beispiellose Weise wirkt und deren Ziel es ist, uns die Seelenhaltung zu schenken, der Muttergottes stets zu gehorchen, ihren Willen stets zu erkennen und ihm zu folgen. Nun eine letzte Frage: Wenn die Erfüllung des Willens der Muttergottes dem Willen der Kirche entspricht, war das Mittelalter dann ein Reich Mariens oder nicht? Und warum sprechen wir dann von einem zukünftigen Reich Mariens? Welchen Sinn ergibt das?

Die Antwort lautet: Das Mittelalter war ein Reich oder eine Herrschaft Mariens, das heißt, ihr Wille geschah, doch die meisten Theologen hatten die Mariologie noch nicht so umfassend erklärt wie später. Vor allem war die große, donnernde und engelsgleiche Stimme des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort noch nicht erklungen. Das Privileg des Sklaventums gegenüber der Muttergottes war wenigen, einer auserwählten Minderheit vorbehalten.

Das Reich Mariens wird nach der Bagarre wird auf die Mariologie und vor allem auf dem Dogma, dem zukünftigen Dogma der universalen Mittlerschaft Mariens und der Idee des Sklaventums zur Muttergottes, der praktischen Ausübung dieses Sklaventums, gegründet sein. Dann wird es das Reich Mariens schlechthin sein, mit einer weltlichen Ordnung, die weit vollkommener ist als die des Mittelalters. Dann wird die Vollkommenheit des Reiches Mariens erreicht werden.

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Ich sehe mit großer Zufriedenheit, wie eifrig Sie Notizen machen. Ich bedauere zutiefst, dass ich Sie etwas atemlos zurücklasse. Das liegt daran, dass ich gezwungen bin, so viel wie möglich zu verdichten, so viele Gedanken wie möglich in kürzester Zeit unterzubringen und alles Überflüssige aus meinem Vortrag zu streichen. Das Ergebnis ist, dass die Mitschreiber meist die überflüssigen Wörter verpassen und nur die unverzichtbaren aufgreifen, und es wird etwas schwierig, in dieser von mir bewusst gewählten komprimierten Fassung alles zu erfassen.

Andererseits, wenn ich die Dinge unnötig in die Länge ziehen würde … Erstens, ich weiß gar nicht, wie ich das anstellen soll: Ich bin so daran gewöhnt, mich kurz zu fassen, dass ich gar nichts anderes kann. Zweitens, ihr hättet dann selbst das Gefühl, ich drehe mich im Kreis, was frustrierend ist. Und drittens, ich hätte keine Zeit, alles zu sagen, was ich sagen möchte.

Deshalb empfehle ich Ihnen, falls sie das Gefühl haben, nicht alles verstanden zu haben, die Aufnahme des Vortrages später noch einmal anzuhören. Es erfordert Geduld, aber es ist der einzige Weg, wie wir vorankommen. Vor allem, weil mir andere sagen, dass ihnen die Begeisterung und die Verzückung fehlen, wenn ich so abschnittsweise spreche, im Rhythmus meiner Zuhörer. Das Ganze auf einmal zu erleben, erfüllt die Seele viel mehr, was ich auch gut nachvollziehen kann. Was ich nicht kann, ist gleichzeitig langsam und schnell zu sprechen. Das geht einfach nicht.

Wir müssen also einen Mittelweg finden. Das hieße, ich würde kurz innehalten, kurz durchatmen und dann, falls nötig das ganze auf vom Tonband noch einmal abzuhören. Leider gibt es keine andere Möglichkeit. Aber glauben Sie nicht, dass ich kein Mitgefühl für die Arbeit des Schreibens hätte …

 

 

 

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe vom Google Übersetzer.

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in
www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 

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