Mittwoch, 25. Februar 2026

Vorbereitung auf eine große Mission

Plinio Correa de Oliveira
Heiliger des Tages – 13. Mai 1964


Francisco Marto
 

* Große Missionen und ihre Vorbereitung erfolgen in Etappen. Beispiel: die Vorbereitung der drei Hirtenkinder auf den Moment, als die Muttergottes zu ihnen sprach.

Am Fest Unserer Lieben Frau von Fatima möchte ich Folgendes anmerken: Den Marienerscheinungen in Fatima gingen Engelserscheinungen voraus. Diesen wiederum gingen Erscheinungen voraus, in denen der Engel nicht deutlich zu erkennen war. Die beiden Mädchen sahen am Himmel eine undeutliche Gestalt, deren Bedeutung ihnen unbekannt war. Dann nahm diese Gestalt die Form eines Engels an, der zu ihnen sprach und, wenn ich mich nicht irre, der Schutzengel Portugals war. Er bereitete sie durch Worte, die er in mehreren Erscheinungen zu ihnen sprach, auf die Marienerscheinung vor.

Seht also, wie große Missionen und die Vorbereitung darauf schrittweise erfolgen.

Und durch eine Reihe von Schritten wirkte die Gnade – die auch anders hätte wirken können, denn Gnade ist nicht an eine bestimmte Pädagogik gebunden – pädagogisch, wie es die Vorsehung wollte, und bereitete so den Geist dieser beiden Kinder und Franciscos – der anscheinend nicht ganz im Reinen mit seinem Gewissen war und im spirituellen Kalender etwas hinterherhinkte, als die Erscheinungen stattfanden – auf den Augenblick vor, als die Muttergottes zu ihnen sprach.

Wir haben eine Mission, und diese Mission wird uns auf die Weise von Fatima klar.

Diese Vorbereitung birgt eine Lehre, und diese Lehre müssen wir festhalten. Obwohl es sich in unserem Fall weder um eine Vision im eigentlichen Sinne des Wortes noch um eine Offenbarung handelt, haben wir eine Mission. Und diese Mission wird uns auf die Weise von Fatima klar.

Oftmals tritt jemand der Gruppe bei und verbringt viel Zeit damit zu glauben, etwas Außergewöhnliches erlebt zu haben, weil er etwas Großartiges in der Gruppe, in ihrer Mission, erkannt hat. Doch es ist zunächst wie ein Fleck am Himmel, der später eine präzisere Form annimmt. Und dann wird er im Geiste jedes Einzelnen vollständig definiert, als die Mission, die jeder haben sollte. Es bedarf also einer Art Vorbereitung, für die man ein offenes Herz haben und in den verschiedenen Phasen der Vorbereitung treu sein muss, um bereit zu sein, wenn der Augenblick kommt, in dem die Vorsehung an unsere Tür klopft und uns offenbart, was unsere Berufung, unsere Mission ausmacht, die wir selbst gut kennen müssen.

Neulich erzählte mir ein junger Mann aus der Gruppe etwas Überraschendes: Er hatte kürzlich Zeit gefunden, den theologischen Teil der RAQC (das Buch „Agrarreform, eine Gewissensfrage) zu lesen, und erst jetzt verstand er wirklich, warum wir das Eigentumsrecht so vehement verteidigen – weil es ein Naturrecht ist, weil es mit den Geboten des göttlichen Gesetzes verbunden ist und warum wir so vehement für das Recht auf Eigentum einsetzen. Und er ist schon ein erfahrenes Mitglied der Gruppe. Wie erklärt man sich das? Ist es Nachlässigkeit? Ist es etwas Verwerfliches? Wahrscheinlich nicht.

Diese Konzepte erfordern eine gewisse Reife. Man kann sie jemandem zwar hundertmal erklären, aber wenn es im entscheidende Moment der Gnade nicht kommt, versteht er es nicht so klar wie vielleicht etwas später.

Und dann, plötzlich, dämmert es ihm und er erkennt eine ganze Menge Dinge, die er schon vorher verstanden hatte. Denn mehr als alle Pädagogik, mehr als alle Lehre, mehr als alle Anstrengungen, die unternommen werden können, um einen Menschen zu bilden, wirkt der Heilige Geist allmählich in den Seelen und bereitet sie darauf vor, die Lehre tief zu erfassen und sie sich wahrhaftig anzueignen – so ist die katholische Bildung.

Es ist die Verwandlung des Gehörten in wohlverstandene und geliebte Grundsätze, die in unserer Seele bleiben, als der Kern unserer Seele. Diese Bildung vollzieht sich in Stufen. Zuerst zeigt uns die Gnade etwas, dann ein Engel, und schließlich spricht die Muttergottes zu uns.

Es ist unsere Pflicht, die Muttergottes um die Gnade zu bitten, dass all das, was wir eigentlich schon hätten erkennen und wissen sollen, vor unseren Augen erstrahlt.

Mir kommt daher der Gedanke, dass wir die Muttergottes an diesem Festtag, der so eng mit unserem Apostolat verbunden ist, um die Gnade bitten sollten, uns trotz unserer Verfehlungen alles vor Augen zu führen, was wir eigentlich schon hätten erkennen und wissen sollen. Das Sie einem jedem von uns in unserer Bewegung eine gleichwertige Gnade gewähre und den Tag beschleunigen, an dem sie uns das volle Verständnis unserer Angelegenheiten schenkt, dass unserer vollen Vorbereitung auf die Bagarre (die Prüfungen, die Sie in Fatima vorausgesagt hat) gleichkommt.

Wir müssen in die Bagarre eintreten mit all unseren Angelegenheiten verstanden und begriffen zu haben. Und verstanden, so wie ich sage: dass es zur Seele unserer Seele werde.

Es ist klar, dass vieles davon noch in uns geschehen muss. Wir sollten die Muttergottes bitten, dass Sie es uns sage, nicht durch Visionen oder Offenbarungen, sondern mit derselben Klarheit, mit der sie in Cova da Iria zu den Hirtenkindern sprach, damit wir unsere Mission erfüllen können, wie sie die ihre erfüllten.

Man ging davon aus, dass Francisco, zumindest bei den ersten Erscheinungen, die Muttergottes sah, Sie aber nicht hörte, was Sie sagte. Es scheint, als ob die Muttergottes trotz seiner Reinheit und Rechtschaffenheit etwas an ihm auszusetzen hatte. Franziskus besserte sich, wurde ein bewundernswerter Junge und starb in heldenhafter Haltung.

Bitten wir Franziskus, unser Fürsprecher zu sein, und bitten wir ihn, da wir ihm in gewisser Weise ähnlich sind, uns das zu ermöglichen, was die Muttergottes für ihn getan hat. Sie sagte, sie würde Franziskus ebenfalls in den Himmel aufnehmen, aber er müsse noch einige Rosenkränze beten. Bitten wir Sie, uns die Gnade zu schenken, „ebenfalls einige Rosenkränze zu beten“, das heißt, noch einiges zu tun, was wir tun sollten, um für die Zeit der großen Prüfungen, des großen Kampfes und des großen Ruhms gerüstet zu sein.

 

 

Erstmalig auf Deutsch in www.p-c-o.blogspot.com

 

 

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