* Große Missionen und
ihre Vorbereitung erfolgen in Etappen. Beispiel: die Vorbereitung der drei
Hirtenkinder auf den Moment, als die Muttergottes zu ihnen sprach.
Am Fest Unserer Lieben Frau von Fatima möchte ich
Folgendes anmerken: Den Marienerscheinungen in Fatima gingen
Engelserscheinungen voraus. Diesen wiederum gingen Erscheinungen voraus, in
denen der Engel nicht deutlich zu erkennen war. Die beiden Mädchen sahen am
Himmel eine undeutliche Gestalt, deren Bedeutung ihnen unbekannt war. Dann nahm
diese Gestalt die Form eines Engels an, der zu ihnen sprach und, wenn ich mich
nicht irre, der Schutzengel Portugals war. Er bereitete sie durch Worte, die er
in mehreren Erscheinungen zu ihnen sprach, auf die Marienerscheinung vor.
Seht also, wie große
Missionen und die Vorbereitung darauf schrittweise erfolgen.
Und durch eine Reihe von Schritten wirkte die Gnade – die
auch anders hätte wirken können, denn Gnade ist nicht an eine bestimmte
Pädagogik gebunden – pädagogisch, wie es die Vorsehung wollte, und bereitete so
den Geist dieser beiden Kinder und Franciscos – der anscheinend nicht ganz im
Reinen mit seinem Gewissen war und im spirituellen Kalender etwas
hinterherhinkte, als die Erscheinungen stattfanden – auf den Augenblick vor,
als die Muttergottes zu ihnen sprach.
Wir haben eine
Mission, und diese Mission wird uns auf die Weise von Fatima klar.
Diese Vorbereitung birgt eine Lehre, und diese Lehre
müssen wir festhalten. Obwohl es sich in unserem Fall weder um eine Vision im
eigentlichen Sinne des Wortes noch um eine Offenbarung handelt, haben wir eine
Mission. Und diese Mission wird uns auf die Weise von Fatima klar.
Oftmals tritt jemand der Gruppe bei und verbringt viel
Zeit damit zu glauben, etwas Außergewöhnliches erlebt zu haben, weil er etwas
Großartiges in der Gruppe, in ihrer Mission, erkannt hat. Doch es ist zunächst
wie ein Fleck am Himmel, der später eine präzisere Form annimmt. Und dann wird
er im Geiste jedes Einzelnen vollständig definiert, als die Mission, die jeder
haben sollte. Es bedarf also einer Art Vorbereitung, für die man ein offenes
Herz haben und in den verschiedenen Phasen der Vorbereitung treu sein muss, um
bereit zu sein, wenn der Augenblick kommt, in dem die Vorsehung an unsere Tür
klopft und uns offenbart, was unsere Berufung, unsere Mission ausmacht, die wir
selbst gut kennen müssen.
Neulich erzählte mir ein junger Mann aus der Gruppe etwas
Überraschendes: Er hatte kürzlich Zeit gefunden, den theologischen Teil der
RAQC (das Buch „Agrarreform, eine Gewissensfrage) zu lesen, und erst
jetzt verstand er wirklich, warum wir das Eigentumsrecht so vehement
verteidigen – weil es ein Naturrecht ist, weil es mit den Geboten des
göttlichen Gesetzes verbunden ist und warum wir so vehement für das Recht auf
Eigentum einsetzen. Und er ist schon ein erfahrenes Mitglied der Gruppe. Wie
erklärt man sich das? Ist es Nachlässigkeit? Ist es etwas Verwerfliches? Wahrscheinlich
nicht.
Diese Konzepte erfordern eine gewisse Reife. Man kann sie
jemandem zwar hundertmal erklären, aber wenn es im entscheidende Moment der
Gnade nicht kommt, versteht er es nicht so klar wie vielleicht etwas später.
Und dann, plötzlich, dämmert es ihm und er erkennt eine
ganze Menge Dinge, die er schon vorher verstanden hatte. Denn mehr als alle
Pädagogik, mehr als alle Lehre, mehr als alle Anstrengungen, die unternommen
werden können, um einen Menschen zu bilden, wirkt der Heilige Geist allmählich
in den Seelen und bereitet sie darauf vor, die Lehre tief zu erfassen und sie
sich wahrhaftig anzueignen – so ist die katholische Bildung.
Es ist die Verwandlung des Gehörten in wohlverstandene
und geliebte Grundsätze, die in unserer Seele bleiben, als der Kern unserer
Seele. Diese Bildung vollzieht sich in Stufen. Zuerst zeigt uns die Gnade
etwas, dann ein Engel, und schließlich spricht die Muttergottes zu uns.
Es ist unsere Pflicht, die Muttergottes um die Gnade zu
bitten, dass all das, was wir eigentlich schon hätten erkennen und wissen
sollen, vor unseren Augen erstrahlt.
Mir kommt daher der Gedanke, dass wir die Muttergottes an
diesem Festtag, der so eng mit unserem Apostolat verbunden ist, um die Gnade
bitten sollten, uns trotz unserer Verfehlungen alles vor Augen zu führen, was
wir eigentlich schon hätten erkennen und wissen sollen. Das Sie einem jedem von
uns in unserer Bewegung eine gleichwertige Gnade gewähre und den Tag
beschleunigen, an dem sie uns das volle Verständnis unserer Angelegenheiten
schenkt, dass unserer vollen Vorbereitung auf die Bagarre (die Prüfungen, die
Sie in Fatima vorausgesagt hat) gleichkommt.
Wir müssen in die Bagarre eintreten mit all unseren
Angelegenheiten verstanden und begriffen zu haben. Und verstanden, so wie ich
sage: dass es zur Seele unserer Seele werde.
Es ist klar, dass vieles davon noch in uns geschehen
muss. Wir sollten die Muttergottes bitten, dass Sie es uns sage, nicht durch
Visionen oder Offenbarungen, sondern mit derselben Klarheit, mit der sie in
Cova da Iria zu den Hirtenkindern sprach, damit wir unsere Mission erfüllen
können, wie sie die ihre erfüllten.
Man ging davon aus, dass Francisco, zumindest bei den
ersten Erscheinungen, die Muttergottes sah, Sie aber nicht hörte, was Sie sagte.
Es scheint, als ob die Muttergottes trotz seiner Reinheit und Rechtschaffenheit
etwas an ihm auszusetzen hatte. Franziskus besserte sich, wurde ein
bewundernswerter Junge und starb in heldenhafter Haltung.
Bitten wir Franziskus, unser Fürsprecher zu sein, und
bitten wir ihn, da wir ihm in gewisser Weise ähnlich sind, uns das zu
ermöglichen, was die Muttergottes für ihn getan hat. Sie sagte, sie würde
Franziskus ebenfalls in den Himmel aufnehmen, aber er müsse noch einige
Rosenkränze beten. Bitten wir Sie, uns die Gnade zu schenken, „ebenfalls einige
Rosenkränze zu beten“, das heißt, noch einiges zu tun, was wir tun sollten, um
für die Zeit der großen Prüfungen, des großen Kampfes und des großen Ruhms
gerüstet zu sein.
Erstmalig auf Deutsch
in www.p-c-o.blogspot.com
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