Montag, 16. November 2020

 

EXSURGE DOMINE! QUARE OBDORMIS?

Plinio Corrêa de Oliveira

Die Situation der Kirche, wie der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort sie mit vorsehender Klarheit zu seiner Zeit sah, kennzeichnete sich durch zwei wesentliche Merkmale, die er uns in seinem Gebet um Missionare für sein Werk mit feurigen Worten beschreibt. (daher genant „Das Flammengebet)


Einerseits ist es der Feind, der gefährlich voranschreitet, es ist der siegreiche Ansturm der Bosheit und Unmoral: „Dein göttliches Gebot wird übertreten, Dein Evangelium wird verachtet. Ströme von Bosheit überschwemmen die ganze Erde und reißen selbst Deine Diener mit sich fort. Die ganze Erde ist verwüstet, desolatione desolata est omnis terra die Gottlosigkeit sitzt auf dem Thron, Dein Heiligtum ist entweiht und der Greuel herrscht selbst an heiliger Stätte.“

Die Diener des Bösen sind aktiv, kühn und erfolgreich in ihren Unternehmen: „Siehe, o Herr der Heerscharen, die Kapitäne, die ihre Truppen sammeln, die Potentaten, die zahlreiche Heere zusammenstellen, die Seefahrer, die ganze Flotten bilden, die Kaufleute, die sich in großer Zahl zusammenfinden auf den Märkten und Handelsplätzen. Wie die Räuber, die Gottesleugner, die Trunkenbolde und Wüstlinge sich in Massen gegen Dich täglich so leicht und eilig vereinigen: Ein Flintenschuss, ein Trommelschlag, eine stumpfe Degenklinge, die man ihnen zeigt, ein dürrer Lorbeerzweig, den man ihnen verspricht, ein Klumpen gelber oder weißer Erde, den man ihnen bietet…, kurz, ein Rauch der Ehre, ein nichtssagender Gewinn und eine kleine schändliche Lust genügt, um zu sehen wie augenblicklich Diebe, Soldaten, Bataillone, Kaufleute sich sammeln, die Häuser und Handelsplätze füllen, bedecken Land und Meer mit einer Unzahl von Schurken, die alle, obwohl getrennt durch örtliche Entfernung oder durch Verschiedenheit der Temperamente oder durch Sonderinteressen, sich dennoch bis zum Tod zusammenschließen, um unter der Fahne und Führung des Teufels Dich und Dein Reich zu bekämpfen.“

      Kapitäne, Potentaten, Seefahrer, Kaufleute, das heißt die Schlüsselmänner seines Jahrhunderts, alle bewegt von Bosheit, Gier, Ehrendurst, verdorben von ernsthaften Lastern, bilden mit den Massen, die ihnen folgen - abgesehen von den Ausnahmen, wohl verstanden - eine Vielzahl von Betrunkenen, Banditen und Verdammten, die sich über die Weiten von Land und Meer hinweg zusammenschließen, um die Kirche zu bekämpfen!

      Das kann man wohl Klarheit von Konzepten und Sprache, Seelenmut, makellose Kohärenz bei der Klassifizierung von Fakten bezeichnen! Wie muss dieser Heilige lieblos, unklug, vorschnell in seinen Urteilen dem modernen Menschen vorkommen, der die Logik fürchtet, der sich über radikale und starke Wahrheiten entrüstet und nur eine süßliche Sprache aus halben Farbtönen duldet!

      Auf der anderen Seite, dass heißt, unter denen, die noch Kinder des Lichtes sind, sieht der hl. Ludwig Maria, die Trägheit das Feld beherrschen. Diese Tatsache schmerzt ihn: „Und unsererseits, großer Gott, obwohl es so viel Ruhm, Nutzen und Sanftmut gibt, Dir zu dienen, wird sich fast niemand auf Deine Seite schlagen? Wird sich kaum ein Soldat unter Deinen Bannern aufstellen? Wird fast kein Heiliger Michael unter seinen Brüdern im Eifer Deines Ruhmes rufen: Quis ut Deus?

      Der hl. Ludwig Maria will so viele oder noch mehr Paladine auf der Seite Gottes als es auf der Seite des Teufels sind. Er will, dass sie treu, rein, stark, furchtlos, kämpferisch und furchterregend seien wie der Fürst der himmlischen Heerscharen. Er beschränkt sich nicht darauf zu sagen, dass sie wie der hl. Michael sein müssen. Er will, dass sie wie menschliche Abbilder des Erzengels sein sollen: „Wird fast kein Heiliger Michael unter seinen Brüdern im Eifer Deines Ruhmes rufen ...?“

      Wie sehr dieses Bestreben, die Welt voller Apostel mit Feuerschwertern zu sehen, von der Kurzsichtigkeit, der Kälte, der süßen und unpassenden Sentimentalität so vieler heutigen Katholiken abweicht, für die Apostolat bedeutet, die Augen vor den Fehlern des Gegners zu schließen, vor ihm die Barrieren niederreißen, ihm die Kriegswaffen übergeben, sein Joch aufnehmen und nach der Bestätigung der Kapitulation, behaupten, dass es alle Gründe gibt, glücklich zu sein, denn es hätte ja noch schlimmer kommen können.

      So lange diese Feuerapostel nicht kommen, läuft  die Heilige Kirche Gefahr, schwerwiegende Rückschläge zu erleiden. So viele Laue und Lässige haben das nicht gesehen. Der hl. Ludwig Maria jedoch sah es, und er ruft alle zum Kampf auf: „Ah! erlaube mir überall zu rufen: Feuer! Feuer! Feuer! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Feuer im Hause Gottes! Feuer in den Seelen! Feuer sogar im Heiligtum. Zu Hilfe unserem Bruder, den man ermordet, zu Hilfe, unseren Kindern, die man enthauptet, zu Hilfe, unserem guten Vater, den man erdolcht!“.

      Es ist die Verwüstung in der Kirche und in den Seelen, das Feuer, das katholische Institutionen, Gesetze, Sitten verzehrt und die Ruchlosen, die die Seelen enthaupten und den Heiligen Vater erdolchen.

      Ganze Legionen von Seelen außerhalb und innerhalb des Heiligtums (der hl. Ludwig lässt es deutlich sehen) verschränkten die Arme und kümmerten sich um ihren kleinen Mikrokosmos, ohne sich um die Kirche und ihre großen Probleme zu sorgen. Sie waren eingetaucht in ihrem kleinen Alltag, ihrem kleinen Komfort, ihren kleinen Ersparnissen, ihre kleinen Eitelkeiten, neben ihren kleinen Andachten, ihren kleinen Wohltätigkeitsorganisationen, ihren kleinen Apostolaten, in dessen Zentrum oft nur ihre eigene kleine Person stand.

      Im Gegenteil, der hl. Luiz Maria war eine unermesslich große Seele. In eine dunkle Situation versetzt, widmete er sich von ganzem Herzen der Rettung seines Nächsten in den kleinen Umgebungen, in denen er lebte. Aber sein Eifer hatte keine Grenzen und umfasste die gesamte Kirche. Er lebte, brannte, freute sich oder litt, im Hinblick der gesamten katholischen Sache, im weitesten Sinne des Wortes.

      Und aus diesem Grund richtete er eine bewundernswerte Bitte an Gott: Wenn es zu einem unaufhörlichen Triumph des Bösen ohne eine dementsprechende Reaktion käme, bliebe für ihn nur noch, dass Gott ihn zu sich nehme: „Ist es nicht besser für mich zu sterben, als dich, meinen Gott, jeden Tag so grausam und ungestraft beleidigt zu sehen und ich selbst jeden Tag mehr und mehr in der Gefahr schwebe, von den anschwellenden Strömen der Missetaten mitgerissen zu werden? Tausend Tode wären mir erträglicher. Sende mir Hilfe vom Himmel oder nimm meine Seele zu Dir. Ja, wenn ich nicht hoffen dürfte, dass Du diesen armen Sünder früher oder später im Interesse Deiner Herrlichkeit erhören wirst ... fürwahr würde ich Dich dringend bitten, wie der Prophet: tolle animam meam (1 Kön 19, 4), nimm meine Seele hinweg!“

DAS REICH MARIENS

      Es scheint ihm unmöglich, dass Gott den Marsch der Bosheit nicht aufhält: „Wirst Du denn alles der Verlassenheit anheimgeben, gerechter Herr, o Gott der Rache? Soll letztlich alles wie Sodom und Gomorrha werden? Wirst Du immer schweigen? Wirst Du ewig dulden? Soll denn nicht Dein Wille geschehen wie im Himmel also auch auf Erden und Dein Reich zu uns kommen?“


     
Nein, Gottes Eingreifen wird nicht fehlen. Er hatte es ausgewählten Seelen vorausgesagt, denen Er über eine Vision eine künftige Ära voraussehen ließ, die das Reich Mariens sein würde: »Hast Du nicht schon im Voraus einigen Deiner treuen Freunde eine zukünftige Erneuerung Deiner Kirche verkündet? Sollen sich die Juden nicht endlich zur Wahrheit bekehren? Wartet nicht die Kirche gerade darauf? Rufen nicht alle Heiligen des Himmels: Gerechtigkeit: vindica? (Offb 6,10) Sprechen nicht alle Gerechten auf Erden: Amen, veni Domine? (Offb 22,20), „es geschehe, komme, o Herr!“ Seufzen nicht alle Geschöpfe, selbst die unvernünftigen, unter der Last der unzähligen Sünden Babylons? Sehnen sie sich nicht nach Deiner Ankunft, damit alle Geschöpfe erneuert werden? Omnis creatura ingemiscit (Röm. 8,22).«

      Und in dem Wunsch nach dieser „Wiederherstellung aller Dinge“ fleht er Gott um den kommenden Tag an, an dem „es nur ein Schafstall und einen Hirten geben wird, auf dass alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel“.

      Hier sind die Elemente des zukünftigen Reichs Mariens umrissen. Es wird sich aus der Bekehrung aller Ungläubigen, aus dem Eintritt aller Völker in die Herde der Kirche und aus der „Wiederherstellung aller Dinge“ ergeben, d.h. der Wiederherstellung in Christus des gesamten intellektuellen, künstlerischen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens, das die Macht der Finsternis umgestürzt hatte. Es ist der Wiederaufbau der christlichen Zivilisation.

       Wie sich herausstellt, handelt es sich um künftige Ereignisse. Wir gehen auf sie zu. Wir müssen das Kommen dieses tausendmal glücklichen Tages durch unsere Gebete, unsere Buße, unsere guten Werke, unser Apostolat, beschleunigen, an dem es nur eine Herde und einen Hirten geben wird.

EINE NEUE HISTORISCHE ÄRA

Wir haben bereits gesehen (in „Lehrer,Prophet und Apostel in der gegenwärtigen Krise), dass unsere Tage Teil des langen historischen Prozesses sind, der zwischen 1450 und 1550 mit dem Humanismus, der Renaissance und dem Protestantismus begann, der mächtig bestärkt durch den Enzyklopädismus (sog. Aufklärung) und der Französischen Revolution und schließlich triumphierend im 19. und 20. Jahrhundert mit der Umwandlung christlicher Völker in mechanisierte, amorphe Massen, die größtenteils vom Sauerteig der Unmoral, des Egalitarismus, des religiösen Indifferentismus (Gleichstellung aller Religionen) oder der totalen Skepsis bearbeitet wurden. Vom Liberalismus ist er bereits zum Sozialismus übergegangen, und von diesem ist er auf dem Weg, in den Kommunismus zu fallen.

      Dieser Aufwärtstrend falscher weltlicher Ideale (mit pantheistischem Hintergrund, sollte angemerkt werden) und egalitärer Natur ist das große Ereignis, das unsere historische Ära dominiert. An dem Tag, an dem sich ein solcher Marsch nach einem Rückschlag, der nicht klein und gelegentlich, sondern kontinuierlich und mächtig sei wird, zurückzuziehen beginnt, hätte eine weitere Phase der Geschichte begonnen.

      Mit anderen Worten, die Entchristlichung ist das Zeichen, unter das alle vorherrschenden Ereignisse im Westen vom 15. Jahrhundert bis heute gestellt sind. Es ist das, was diese fünfhundert Jahre miteinander verbindet und einen Block im großen Ensemble, das Geschichte ist, bildet. Sobald die Entchristlichung durch eine umgekehrte Bewegung aufhört, werden wir von einer Gesamtheit zusammenhängender Jahrhunderte zu einer anderen übergegangen sein.

      Es war genau eine Tatsache dieser Größenordnung, ein Einschnitt im Prozess der Entchristlichung und ein beispielloser Aufbruch der Religion, um die der hl. Ludwig Maria flehte, auf die er hoffte und, wie wir sicher sind, auch erlangte.

       „Das besondere Reich Gottes des Vaters dauerte bis zur Sintflut und wurde durch eine Wasserflut beendet; das Reich Jesu Christi fand sein Ende in einen Strom von Blut; Dein Reich aber, o Geist des Vaters und des Sohnes, setzt sich gegenwärtig fort und wird in einer Flut von Feuer, Liebe und Gerechtigkeit enden.“

       Und der Hl. Ludwig bittet um diese Sintflut: „Wann wird diese Sintflut des Feuers der reinen Liebe kommen, dass Du in der ganzen Welt auf so milde und ungestüm anzünden wirst, dass alle Nationen, die Türken, die Götzendiener und die Juden selbst in ihm brennen und sich bekehren werden? Lass, dass dieses göttliche Feuer, das Jesus Christus auf die Welt gebracht hat, sich entzünde, bevor Du das Feuer deines Zornes entzündest, das die ganze Erde zu Asche machen wird.“

EIN VON DER VORSEHUNG GESANDTES INSTRUMENT

      Das Mittel, um diesen Triumph zu erreichen, wird eine Gemeinschaft sein, die vollständig der Heiligsten Jungfrau Maria geweiht und durch Sie vereint und belebt sein wird.

      Was auch immer diese Gemeinschaft nach der Vorstellung des Heiligen sein wird, kann nicht mit absoluter Sicherheit behauptet werden. In gewissem Sinne sieht es aus wie eine religiöse Familie. Es gibt aber auch Aspekte, bei denen man anders denken könnte. In jedem Fall wird diese Gemeinschaft das menschliche Instrument sein, um das Königreich Mariens zu verwirklichen. Und als solches ruhen die Blicke der Vorsehung von Ewigkeit an liebevoll auf sie: „Sei eingedenk, o Herr, an deine Gemeinschaft, die von Ewigkeit her Dein eigen war, denn von Anfang an hast Du ihrer gedacht; die Du in Deiner allmächtigen Hand hieltest, als Du mit einem Wort das Universum aus dem Nichts erschaffen hattest“. In dem unter allen tragischen und glücklichen Moment, in dem sich unsere Erlösung vollendete, hielt sie Gott noch „verborgen in seinem Herzen“, und Sein Sohn, der „am Kreuz starb, sie mit seinem Blut besprengte und sie durch seinen Tod weihte und sie seiner heiligen Mutter anvertraute”.

     Diese geheimnisvolle Gemeinschaft, die eine „auserwählte Schar, eine Auslese von Auserkorenen sein wird, die Du in der Welt und aus der Welt erwählen wirst. Es ist eine Herde friedlicher Lämmer, die Du unter so vielen Wölfen sammeln wirst; eine Gemeinschaft von keuschen Tauben und königlichen Adlern unter so vielen Krähen; ein Schwarm mühsamer Bienen unter so vielen Hornissen; eine Herde schneller Hirsche unter so vielen Schildkröten; ein Bataillon furchtloser Löwen unter so vielen schüchternen Hasen“, diese Gemeinschaft kann nur durch eine fruchtbare Gnadenhandlung in den Seelen derer gebildet werden, aus der sie sich zusammensetzen soll. Doch für Gott ist nichts unmöglich: „Oh großer Gott, der Du aus den rohen Steinen ebenso viele Kinder Abrahams erwecken kannst, sprich nur ein einziges Wort als Gott, um gute Arbeiter in Deine Ernte und gute Missionare in Deine Kirche zu senden.“

      Seit vielen Jahrhunderten bitten die Gerechten Gott um die Gründung dieser Gemeinschaft: „Gedenke der Gebete, die Deine Diener und Dienerinnen in dieser Angelegenheit seit so vielen Jahrhunderten an Dich gerichtet haben. Ihr Flehen, ihr Seufzen, ihre Tränen und ihr vergossenes Blut mögen vor Dein Angesicht kommen, um Deine Barmherzigkeit mächtig anzuregen“. Da diese Gemeinschaft Maria gehören wird, ist für sie diese so reiche Gabe der Vorsehung vorgesehen: „Gedenke Deiner Mutter eine neue Gesellschaft zu geben, um durch sie alle Dinge zu erneuern und die Jahre der Gnade durch Maria zu beenden, wie Du sie durch sie begonnen hast“.

EINE STURMTRUPPE DER STREITENDEN KIRCHE

Bekanntlich bedeutete „Kompanie“ in der Zeit hl. Ludwig Maria Regiment oder Bataillon. In diesem Sinne nannte auch der Heilige Ignatius sein herausragendes Institut „Compañia de Jesus“. Der hl. Ludwig Maria empfand seine Gemeinschaft als im Wesentlichen militant. Sie wird wie eine Erweiterung Unserer Lieben Frau in einem dauernden und gigantischen Kampf mit dem Teufel und seinen Anhängern sein: „Es ist wahr, großer Gott, dass die Welt, wie Du es vorhergesagt hast, der Ferse dieser geheimnisvollen Frau große Nachstellungen bereiten wird, das heißt, der kleinen Gemeinschaft ihrer Kinder, die gegen Ende der Zeiten erscheinen wird. Es ist wahr, dass es große Feindschaften zwischen dieser gesegneten Nachkommenschaft Marias, und dem verfluchten Geschlechte Satans geben wird. Aber dies ist eine rein göttliche Feindschaft, die einzige, die Du selbst gestiftet hast. Aber diese Kämpfe und Verfolgungen, die die Kinder aus dem Geschlecht Belials der Nachkommenschaft Deiner heiligen Mutter bereiten, sollen nur dazu dienen, die Macht Deiner Gnade, die Größe der Tugenden und das Ansehen Deiner Mutter herrlicher erstrahlen zu lassen. Denn seit dem Anbeginn der Welt hast Du ihr die Aufgabe übertragen, durch die Demut ihres Herzens diesen Stolzen Erbfeind zu vernichten“.

      Dieser Abschnitt ist einer der wichtigsten, da er die Modernität dieser Gemeinschaft, ihr militantes Apostolat und ihren zutiefst - wir würden fast sagen - extrem marialen Geist zeigt.

      Tatsächlich sieht der hl. Ludwig Maria, dass diese Gemeinschaft dazu bestimmt ist, „gegen Ende der Welt zu erscheinen“. Und wenn in der Sprache der Anbeter der Moderne jedes Jahrhundert moderner ist als die vorhergegangenen, wird es - zumindest im chronologischen Sinne des Wortes - keine moderneren Jahrhunderte geben als jene, die „kurz vor dem Ende“ kommen werden.

      Was bedeutet dieses „gegen Ende“? In der prophetischen Sprache ist die Genauigkeit des Begriffs umstritten. Es wird vielleicht die letzte Phase der Menschheit sein, das heißt, das Reich Mariens. Wie lange wird diese Phase dauern? Es ist ein weiteres Problem, für dessen Lösung wir im Gebet des Heiligen keine Anhaltpunkte gefunden haben. Auf jeden Fall nachdem wir die absolute „Modernität“ dieses Apostolats festgestellt haben, wollen wir einige der Merkmale sehen, die es haben wird. Diejenigen, die diese Eigenschaften für anachronistisch halten, werden sehen, wie sie sich irren.

HINGABE AN UNSERE LIEBE FRAU

Diese Apostel der letzten Zeit werden „wahre Kinder Mariens sein, die von ihr in Liebe gezeugt und empfangen wurden, in ihrem Schoße getragen, geboren und an ihrer Brust ruhend, von ihrer Milch genährt, durch ihre Fürsorge großgezogen, von ihrer Hand gestützt und mit ihren Gnaden bereichert sind“. Und weiter sagt er: „Durch ihre Hingabe an die Vorsehung und ihre Andacht an Maria werden sie die Silberflügel der Taube haben, das heißt, die Reinheit der Lehre und der Sitten und das Gold ihres Rückens, das heißt, eine vollkommene Liebe zum Nächsten, um seine Schwächen zu ertragen, und eine große Liebe zu Jesus Christus, um sein Kreuz auf sich zu nehmen.“

KAMPFGEIST

      Aber diese marianische Andacht und diese Liebe werden aufgrund der marianischen Andacht selbst mit äußerstem Kampfgeist ausgeführt. Tatsächlich werden sie „wahre Diener der Heiligen Jungfrau sein, die wie der hl. Dominikus, die leuchtende und brennende Fackel des heiligen Evangeliums im Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überallhin gehen, um zu bellen wie treue Hunde, gegen die Wölfe, die nur versuchen die Herde Jesu Christi zu reißen, und zu brennen wie Feuer, um die Finsternis der Welt zu erhellen wie die Sonne.“ Ihr Sieg wird darin bestehen, „durch eine wahre Andacht zu Maria... das Haupt der alten Schlange zu zertreten, wo immer sie sich befinden; damit der Fluch, den Du gegen sie geschleudert hast, sich vollständig erfülle“.

      Deshalb multipliziert der hl. Ludwig Maria während seines Gebets die Metaphern und Adjektive, die auf die Kampfbereitschaft der Mitglieder seiner Gemeinschaft hinweisen: „Königliche Adler“, „Heer furchtloser Löwen“, sie werden „den Mut des Löwen durch ihren heiligen Zorn und ihren klugen, glühenden Eifer gegen die Dämonen und Kinder Babylons“ haben.

      Und es ist diese Löwen-Phalanx, die er im letzten Abschnitt seines Gebets von Gott erbittet: „Erhebe Dich, o Herr, warum scheinst Du zu schlafen? Erhebe Dich in Deiner ganzen Allmacht, in deiner Barmherzigkeit und Deiner Gerechtigkeit, um eine ausgewählte Schar von Wachen zu bilden, die über dein Haus wachen, deine Ehre verteidigen und viele Seelen retten, die dein ganzes Blut gekostet haben, so dass es nur ein Schafstall und ein Hirte werde, auf dass alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel: Et in Templo ejus omnes dicent gloria! - Amen“.

 


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

Catolicismo Nr 55 – August 1955 – Exsurge Domine! Quare Obdormis?

Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals erschienen in www.p-c-o.blogspot.com

© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Dienstag, 10. November 2020

 

Die Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu: (II)

Der Papst löst Einwände auf

Das Heiligste Herz, ein gut gewähltes Symbol für die immense Nächstenliebe des Erlösers

„Die Verehrung des Herzens Jesu ist nicht irgendeine Form von Frömmigkeit, die unterschätzt und übersehen werden darf“

Plinio Corrêa de Oliveira

Wir schließen heute die in unserer letzten Ausgabe begonnene Zusammenfassung der Enzyklika „Haurietis Aguas“ vom 15. Mai 1956 ab, einem bewundernswerten Dokument, das der regierende Heilige Vater Pius XII. zum Anlass des hundertsten Jahrestages der Einsetzung des liturgischen Festes des Heiligen Herzens Jesu durch Leo  XIII. herausgegeben hat.

(Hier wurde auf die deutsche Fassung der Webseite des Vatikans zurückgegriffen wurde. [s. Link unten*]. Untertitel sind von diesem Blog.)

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III - AKTIVER UND TIEFER ANTEIL DES HEILIGEN HERZENS JESUS IM WERK DER ERLÖSUNG UNSERES HEILANDES

Das Herz Jesu Symbol der vollkommenen, empfindsamen, spirituellen (menschlichen und göttlichen) Liebe während seines irdischen Lebens.

Dieses Thema der Enzyklika stellt eine bewundernswerte Meditation über die Liebe unseres Herrn dar, die sich in allen Episoden seines irdischen Lebens gemäß den Aussagen der Heiligen Evangelien zum Ausdruck kam. In Anbetracht des anbetungswürdigen Herzens Jesu Christi vom Augenblick der Verkündigung bis zum Moment des Todes beschreibt der Heilige Vater auf rührende Weise die Liebe, die unser göttlicher Erlöser während seines Lebens auf Erden in all seine Handlungen gezeigt hat.

Die Eucharistie, die Jungfrau Maria, das Priestertum
sind Gaben des liebenden Herzens Jesu Christi.

»Auch als Christus der Herr vor dem Letzten Abendmahl mit seinen Jüngern wusste, dass er das Sakrament seines Leibes und Blutes einsetzen würde, seines Blutes, durch dessen Vergießung der Neue Bund zu schließen war – hatte er sein Herz von mächtiger Bewegung erregt gefühlt, wie er es seinen Aposteln mit folgenden Worten zu erkennen gab: „Sehnlichst habe ich danach verlangt, dieses Ostermahl mit euch zu halten, bevor ich leide“ [1]; diese Empfindungen waren zweifellos noch stärker, als er „das Brot nahm, dankte, es brach und es ihnen reichte mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Andenken. Ebenso nahm er nach dem Mahle den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird“ [2]

»Man kann darum mit Recht behaupten: die heilige Eucharistie, als Sakrament und als Opfer, deren eines er den Menschen mitteilt, deren anderes er aber selbst ständig darbringt „vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang“ [3], und ebenso das Priestertum sind wirklich Geschenke des heiligsten Herzens Jesu.«

»Ein sehr kostbares Geschenk des heiligsten Herzens ist auch, wie Wir sagten, Maria, die hehre Mutter Gottes und unser aller liebevollste Mutter. Sie, die ja unseren Heiland dem Fleische nach gebar und seine Gefährtin war bei der Rückführung der Kinder Evas zum göttlichen Gnadenleben, sie ist mit Recht als geistige Mutter des ganzen Menschengeschlechts gegrüßt worden. Im Hinblick darauf schreibt der hl. Augustinus über sie: „Ganz Mutter der Glieder des Heilandes, die wir sind, weil sie mitgewirkt hat in Liebe, dass Gläubige in der Kirche geboren würden, die Glieder jenes Hauptes sind“.« [4]


»Der unblutigen Gabe seiner selbst unter den Gestalten von Brot und Wein wollte unser Heiland Jesus Christus als besonderen Erweis seiner innigen und grenzenlosen Liebe das blutige Opfer des Kreuzes beifügen. Gerade durch diese Tat gab er das Beispiel jener erhabenen Huld, die er seinen Jüngern als höchstes Ziel der Liebe hingestellt hatte mit den Worten: „Eine größere Liebe hat niemand als wer sein Leben hingibt für seine Freunde.“ [5] ... Und wirklich ist unser göttlicher Heiland mehr durch die Liebe als die Gewalt der Henker ans Kreuz geheftet worden; sein freiwilliges Ganzopfer ist das hochwertigste Geschenk, das er jedem einzelnen Menschen gab nach dem ausdrucksvoll kurzen Wort des Apostels: „Er hat mich geliebt und sich für mich hingeopfert“.« [6]

Die Kirche und die Sakramente sind ebenfalls Gaben
des Heiligsten Herzens


»Es kann darum kein Zweifel bestehen, dass das heiligste Herz ... auch das rechtmäßige Sinnbild jener unermesslichen Liebe ist, aus der unser Erlöser durch Vergießung seines Blutes den geheimnisvollen Ehebund mit der Kirche einging: „Aus Liebe hat er für die ihm als Braut zu verbindende Kirche gelitten.“ [7] Aus dem verwundeten Herzen des Erlösers also ist die Kirche, die Handreicherin des Blutes der Erlösung, geboren, und aus demselben ist die Gnade der Sakramente, aus der die Kinder der Kirche das übernatürliche Leben schöpfen, überreich geflossen, wie wir in der heiligen Liturgie lesen.« Nachdem der Heilige Vater den hl. Thomas zitiert, folgert er: »Die Wunde des heiligsten Herzens Jesu ist, auch nach seinem Tode, durch die Jahrhunderte ein lebendiges Bild jener freien Tat der Liebe, mit der Gott seinen Eingeborenen Sohn hingab zur Erlösung der Menschen, und mit der Christus uns alle so sehr geliebt hat, dass er sich für uns auf Kalvaria zum blutigen Opfer hingab: „Christus hat uns geliebt und sich für uns Gott als Opfergabe hingegeben zum lieblichen Wohlgeruch“.« [8]

Der Heilige Vater spricht in der Folge vom Heiligsten Herzen, als Symbol seiner dreifachen Liebe zur Menschheit während seines glorreichen Lebens im Himmel. Zur Rechten des Vaters sitzend, »besitzt er in seinem Herzen, wie in einem kostbaren Schrein geborgen, jene unermesslichen Schätze von Verdiensten, die Früchte des gleichen dreifachen Triumphes, die er dem erlösten Menschengeschlecht freigebig mitteilt

Die Gaben des Heiligen Geistes sind auch Gaben
des Heiligsten Herzen Jesu

Sich auf Pfingsten beziehend, schreibt Pius XII.: »Die Eingießung dieser göttlichen Liebe geschah auch von dem Herzen unseres Heilandes aus, „in dem alle Schätze der Weisheit und Wissenschaft verborgen sind“ [9]. Es ist ja diese Liebe ein Geschenk des Herzens Jesu und seines Geistes; und er ist der Geist des Vaters und des Sohnes, von dem der Ursprung der Kirche und ihre wunderbare Ausbreitung zu allen Heidenvölkern ausgeht, zu der Heidenweit, die Götzendienst, Bruderhass, Sittenverderbnis und Gewalttätigkeit befleckt hatten. Diese göttliche Liebe ist das kostbarste Geschenk des Herzens Christi und seines Geistes; sie rüstete die Apostel und Blutzeugen mit jener Tapferkeit aus, in deren Kraft sie gekämpft haben bis zum Tod, einem Tod nach Heldenart, um die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden und mit ihrem Blut zu bezeugen; sie erfüllte die Kirchenlehrer mit einem wahren Feuereifer, den katholischen Glauben klarzulegen und zu verteidigen; sie nährte die Tugend der Bekenner und eiferte diese an zu höchst zweckmäßigen und bewundernswerten Werken, die ihrem eigenen und der übrigen ewigem und zeitlichem Heil dienen sollten; sie legte endlich den Jungfrauen nahe, freiwillig und hochgemut auf Sinnengenuss zu verzichten und sich ganz der Liebe des himmlischen Bräutigams zu weihen.«

Der Kult zum Heiligsten Herzen Jesu
ist ein Kult zur Person des Fleischgewordenen Wortes

»Das Herz unseres Heilandes gibt also irgendwie ein Bild der göttlichen Person des Wortes wieder, ebenso der doppelten, menschlichen und göttlichen Natur; und in ihm können wir nicht nur das Sinnbild, sondern auch die Zusammenfassung des ganzen Geheimnisses unserer Erlösung erblicken. Wenn wir das heiligste Herz Jesu Christi anbeten, so beten wir in ihm und durch es die ungeschaffene Liebe des Göttlichen Wortes, wie zugleich seine menschliche Liebe, seine übrigen Gesinnungen und Tugenden an, da ja diese zweifache Liebe unseren Heiland bewog, sich für uns und die ganze Kirche, seine Braut, hinzuopfern nach dem Worte des Apostels.« Und weiter: »... und diese Liebe ist es, die ihn gewiss zu unserem Fürsprecher [10] bestimmt, uns Gnade und Erbarmen vom Vater zu erbitten, „da er ja immerdar lebt, um Fürsprache für uns einzulegen“ [11]. Die Gebete, die seiner unerschöpflichen Liebe entstammen und zum Vater emporsteigen, finden niemals eine Unterbrechung. Wie „in den Tagen seines Erdenlebens“ [12], fleht er nun, im Himmel triumphierend, den himmlischen Vater mit gleicher Wirkung an.«

»Deshalb besteht kein Zweifel, dass der himmlische Vater, „der auch seines eigenen Sohnes nicht schonte, sondern für uns alle ihn dahingab“ [13], von einem so mächtigen Fürsprecher mit so stürmischer Liebe angegangen, durch ihn jederzeit die reiche Fülle göttlicher Gnaden auf die ganze Menschheit wird herniederströmen lassen.«

IV – URSPRUNG UND FORTSCHREITENDE ENTWICKLUNG DES KULTES ZUM HEILIGSTEN HERZEN JESU

Erste Anzeichen des Kultes zum Heiligsten Herzen Jesu
bei der Verehrung der fünf Wunden des Gekreuzigten

Zu Beginn dieses Vierten Teiles der Enzyklika zeigt der Heilige Vater, dass die vorhergegangen Darlegungen zur Genüge bewiesen haben, dass die Herz-Jesu-Verehrung letztendlich »in ihrem Wesen nichts anderes ist als die Verehrung der göttlichen und menschlichen Liebe des fleischgewordenen Wortes, und wieder nichts anderes als die Verehrung jener Liebe, mit der auch der himmlische Vater und der Heilige Geist die sündigen Menschen umhegen; denn wie der Engelgleiche Lehrer (Thomas) sagt, ist die Liebe der Heiligsten Dreifaltigkeit der Ursprung der menschlichen Erlösung, sofern sie sich in überreicher Fülle in den menschlichen Willen Jesu Christi und sein anbetungswürdiges Herz ergoss und ihn kraft der gleichen Liebe zur Hingabe seines Blutes veranlasste, um uns von der Gefangenschaft der Sünde freizukaufen: [14] „Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist“.« [15]

»Wir sind darum überzeugt, dass der Kult, den wir der Liebe Gottes und Jesu Christi zu den Menschen unter dem heiligen Zeichen des durchbohrten Herzens des gekreuzigten Erlösers weihen, dem Gebetsleben der Gläubigen nie ganz fremd war.«

»In Wirklichkeit — heißt es weiter in der Enzyklika — hat es zu jeder Zeit Gott besonders treu ergebene Menschen gegeben, die nach dem Beispiel der hehren Gottesmutter, der Apostel und hervorragender Kirchenväter die heiligste menschliche Natur Christi und besonders die Wunden, die seinen Leib in der heilbringenden Erduldung der Qualen zerfleischten, zum frommen Gegenstand anbetender Verehrung, der Danksagung und Liebe machten.«

»Enthalten außerdem gerade die Worte des Apostels Thomas, „Mein Herr und mein Gott“ [16], die seine Wendung vom Ungläubigen zum Gläubigen ausdrückten, nicht ein unzweifelhaftes Bekenntnis des Glaubens, der Anbetung und Liebe, das von der die Wundmale tragenden menschlichen Natur des Herrn aufsteigt zur Majestät der göttlichen Person?«

Der Papst zeigt indessen, dass »es doch zugegeben ist, dass die besondere Verehrung dieses Herzens erst allmählich und gewissermaßen fortschreitend Boden gewann als Bild der göttlichen und menschlichen, dem fleischgewordenen Wort innewohnenden Liebe.«

Ursprung und Fortschritt der Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu
im Mittelalter und in den folgenden Jahrhunderten

Unter dieser Überschrift erinnert der Papst wie diese Andachtsform »die nichtöffentlich und Schritt für Schritt in den Ordensgenossenschaften mehr und mehr an Boden gewann.« Um Beispiele anzuführen, nennt er große Namen, wie der hll. Bonaventura, Albert der Große, Gertrud, Katharina von Siena, der sel. Heinrich Seuse, die Heiligen Petrus Canisius und Franz von Sales, Johannes Eudes, der der Urheber des ersten liturgischen Stundengebets zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu war. »Doch nimmt sicher den ersten Platz unter denen, die diese würdige Andachtsform gefördert haben, die hl. Margareta Maria Alacoque ein, die mit Hilfe ihres Seelenführers, des sel. Claudius de la Colombière, von heiligem Eifer entflammt, es dahin brachte, daß diese Kultform, so sehr gefördert, unter starker verehrender Zustimmung der Christgläubigen eingeführt und durch die auszeichnenden Merkmale der Liebe und Sühne von den übrigen Formen christlicher Frömmigkeit unterschieden wurde.« [17]

»Man soll also nicht sagen, so der Papst, dass dieser Kult seinen Ausgang von einer göttlichen Privatoffenbarung genommen habe, noch dass er in der Kirche plötzlich dagewesen sei; er ist vielmehr wie von selbst erblüht aus lebendigem Glauben und inniger Andacht, die begnadete Menschen zum anbetungswürdigen Erlöser und seinen verklärten Wundmalen beseelte, jene das Menschenherz tief und mächtig ergreifenden Zeugen seiner unermesslichen Liebe.

Es haben also augenscheinlich die Offenbarungen an die hl. Margareta Maria keine neuen Elemente zur katholischen Glaubenslehre hinzugefügt. Ihre Bedeutung liegt vielmehr darin, dass Christus der Herr – sein heiligstes Herz zeigend – in außerordentlicher und eigenartiger Weise die Menschen zur Betrachtung und Verehrung des Geheimnisses der erbarmungsvollen Liebe Gottes gegen das Menschengeschlecht aufrufen wollte. Denn in dieser Sonderoffenbarung hat Christus mit ausdrücklichen und wiederholten Worten auf sein Herz hingewiesen als auf das Sinnbild, das die Menschen der Erkenntnis und Anerkenntnis seiner Liebe gewinnen sollte; zugleich hat er es zum Zeichen und Unterpfand der Erbarmungen und der Gnade für die Nöten der Kirche in unserer Zeit bestimmt.«

Päpstliche Genehmigung für die Einführung des
Festtages des Heiligsten Herzen Jesu

Der Papst hebt hervor, dass »ohne eigentlich irgendeiner privaten göttlichen Offenbarung Rechnung zu tragen, sondern den Bitten der Gläubigen gütig entgegenkommend, gestattete die Heilige Ritenkongregation mit Erlass vom 25. Januar 1765, der von Unserem Vorgänger Klemens XIII. am 6. Februar des gleichen Jahres bestätigt wurde, den Bischöfen Polens und der sogenannten Römischen Erzbruderschaft vom Heiligsten Herzen Jesu die liturgische Feier des Festes. ... Dieser ersten Gutheißung folgte nach ungefähr einem Jahrhundert ein Erlass von weit größerer Bedeutung und in feierlicherer Form der Heiligen Ritenkongregation vom 23. August 1856, durch den Unser Vorgänger unvergesslichen Andenkens Pius IX. den Bitten der Bischöfe Frankreichs und fast der ganzen katholischen Welt entsprechend, das Fest des Heiligsten Herzens Jesu auf die ganze Kirche ausdehnte und dessen regelrechte Feier anordnete.« [18] So stieg aus der Frömmigkeit der ganzen Kirche dieses liturgische Fest hervor.«

Spiritualität und Adel der Verehrung des Heiligsten Herzens

Nachdem Pius XII. noch mal darauf hinweist, dass die vorgegangenen Betrachtungen ausreichen, die Spiritualität und den Adel des Herz-Jesu-Kultes zu beweisen, schließt die Enzyklika: »Es ist also unrecht, zu behaupten, die Betrachtung des leiblichen Herzens Jesu hindere daran, zur inneren Gottesliebe zu kommen, und die Seele werde auf dem Wege zur höchsten Tugend aufgehalten. Diese falsche mystische Lehre verwirft die Kirche durchaus, wie sie durch Unseren Vorgänger seligen Andenkens Innozenz XI. auch das Gerede derer zurückgewiesen hat, die solches daherredeten: „Auch dürfen sie (die Seelen dieses inneren Weges) keine Liebesakte zur allerseligsten Jungfrau, den Heiligen oder der Menschheit Christi erwecken; denn, da diese Gegenstände sinnlich sind, ist es auch die Liebe zu ihnen. Kein Geschöpf, auch nicht die allerseligste Jungfrau, noch die Heiligen dürfen einen Platz haben in unserem Herzen: Gott allein will es einnehmen und besitzen.“ [19] Die so denken, meinen offenbar, das Bild des Herzens Christi bezeichne weiter nichts als eine sinnliche Liebe, und es fehle ihm darum die Eignung, gleichsam ein neues Fundament zu sein für den Kult der Anbetung, der nur auf das geht, was seiner Natur nach göttlich ist. Dass aber eine so geartete Erklärung der heiligen Bilder einfachhin falsch ist, sieht jeder ein, da ihre transzendetale Bedeutung durch enge Grenzen umschrieben wird. ... Denn aus dem Glauben an die Vereinigung der menschlichen und göttlichen Natur in der Person Christi können wir die engen Beziehungen erfassen, die zwischen der sinnlichen Liebe des leiblichen Herzens Jesu und seiner doppelten geistigen Liebe, der menschlichen und göttlichen, bestehen. Von diesen zwei Arten der Liebe ist nicht nur zu sagen, dass sie in der anbetungswürdigen Person des göttlichen Heilandes zusammen bestehen, sondern dass sie auch durch eine natürliche Verknüpfung miteinander verbunden sind, insofern die menschliche und sinnliche der göttlichen untergeordnet sind und deren analoge Ähnlichkeit wiedergeben. Wir behaupten aber nicht, das Herz Jesu sei so zu verstehen, dass in ihm enthalten sei und angebetet werde das sogenannte „formale Bild“, beziehungsweise das vollkommene und absolute Zeichen seiner göttlichen Liebe, da ja dessen innerstes Wesen in keiner Weise durch irgendein geschaffenes Bild angemessen dargestellt werden kann; aber wenn der gläubige Christ das Herz Jesu verehrt, so verehrt er anbetend zusammen mit der Kirche das Zeichen und gleichsam die Spur der göttlichen Liebe, die so weit gegangen ist, dass sie auch mit dem Herzen des fleischgewordenen Wortes die mit so viel Schuld befleckte Menschheit liebte.

Bei diesem Lehrpunkt, der von solcher Bedeutung ist und genaue Einsicht heischt, muss sich ein jeder immer gegenwärtig halten, dass der Wahrheitsgehalt des natürlichen Sinnbilds, durch welches das körperliche Herz Jesu zur Person des Wortes in Beziehung tritt, ganz aufruht auf der grundlegenden Wahrheit der hypostatischen Union; wer dies aber leugnen wollte, würde falsche, von der Kirche wiederholt verworfene Meinungen aufstellen, Meinungen, die der einen Person in Christus bei Trennung und Unversehrtheit der beiden Naturen widersprechen würden. ...

So kommen wir leicht zu dem Schluss, dass die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu dem Wesen der Sache nach der Kult der Liebe ist, mit der Gott uns durch Jesus geliebt hat, und zugleich die Übung unserer Liebe zu Gott und den übrigen Menschen. Mit anderen Worten, diese Verehrung geht auf die Liebe Gottes zu uns, auf Ihn, der angebetet, dem Dank gesagt und in dessen Nachahmung gelebt werden soll.«

V - ERMAHNUNGEN ZU EINER AUFGKLÄRTEREN ÜBUNG UND DER VERBREITUNG DES HERZ JESU VEREHRUNG

Aufforderung zu einem besseren Verständnis und Übung der Andacht zu Ehren des Heiligsten Herzen Jesu

Der Papst schreibt: »Wenn die erwähnten Gründe, auf die sich die Verehrung des durchbohrten Herzens Jesu stützt, richtig erwogen werden, ist es sicher allen klar, dass es hier nicht um eine gewöhnliche Andachtsform geht, die jeder nach Gutdünken den übrigen nachsetzen oder geringachten darf, sondern um eine Hingabe an Gott, die mächtig hilft zur Erlangung der christlichen Vollkommenheit.«

»Es besteht also kein Zweifel, dass, wenn die Christgläubigen dem heiligsten Erlöserherzen huldigen, sie einer schweren Verpflichtung nachkommen, durch die sie Gott zu dienen gehalten sind, und zugleich dem Schöpfer und Erlöser sich und alles Ihrige weihen: was sie innerlich denken oder was sie nach außen hin tun, und so jenem göttlichen Gebot gehorchen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Gemüte und mit allen deinen Kräften.“ [20] Sie haben außerdem noch die sichere Gewissheit, dass der beherrschende Grund ihrer Gottesverehrung nicht ihr persönlicher Vorteil ist, der Leib oder Seele, gegenwärtiges oder ewiges Leben angeht, sondern die Gutheit Gottes selbst, dem sie huldigen wollen, indem sie ihn wiederlieben, ihn anbeten und ihm den schuldigen Dank leisten. Wenn es nicht so wäre, entspräche die Herz-Jesu-Verehrung nicht dem wahren Wesen der christlichen Religion, weil der Mensch in seiner Hingabe nicht vorzüglich die göttliche Liebe verehrte; ja nicht mit Unrecht werden manchmal die einer zu großen Eigenliebe und Sorge für sich selbst beschuldigt, die diese edle und würdige Andachtsform falsch verstehen oder nicht richtig üben. Darum sollen alle fest überzeugt sein, dass in der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu nicht die äußeren Werke der Frömmigkeit den ersten und wichtigsten Platz einnehmen, noch dass sie ihren Hauptgrund in den Wohltaten habe, für die sich Christus der Herr darum in privaten Versprechen verbürgte, damit die Menschen die beherrschenden religiösen Pflichten ihres katholischen Glaubens, nämlich die der Liebe und Sühne, mit glühenderem Eifer erfüllten und so dann auch am besten für ihr seelisches Wohl sorgten.«

Höchster Nutzen der Herz Jesu Verehrung in de gegenwärtigen Nöten der Kirche

Der Heilige Vater zeigt wie ihm die Lauheit so unzähliger Kinder der Streitenden Kirche schmerzt, und fügt hinzu: »so quälen Uns noch viel mehr die Machenschaften ruchloser Menschen, die, wie aufgehetzt vom höllischen Feind, jetzt besonders von unversöhnlichem und offenem Hass glühen gegen Gott, gegen die Kirche, und besonders noch gegen Ihn, der auf Erden der Vertreter des göttlichen Erlösers ist und dessen Liebe zu den Menschen vergegenwärtigt.«

»In Wahrheit ist ja der Hass gegen Gott und die rechtmäßigen Stellvertreter Gottes das größte Verbrechen, das der Mensch je begehen kann, er, der nach dem Bild und Gleichnis Gottes erschaffen und bestimmt ist zum Genuss seiner vollkommenen und ewig im Himmel dauernden Freundschaft.«

»Da man nun leider beobachten kann, wie die Zahl derer, die sich stolz Feinde des ewigen Gottes nennen, da und dort zunimmt, wie ebenso die lügnerischen Lehren des Materialismus in Theorie und Praxis Verbreitung finden, wie die zügellose Freiheit des Trieblebens weithin angepriesen wird, was nimmt es da wunder, wenn in den Herzen vieler die Liebe erkaltet, die oberstes Gesetz der christlichen Religion, das feste Fundament wahrer und vollkommener Gerechtigkeit und der Hauptquell des Friedens und reiner Freuden ist?«

Die Andacht zum Herzen Jesu ist die Standarte der Rettung selbst für die moderne Welt

»Wo nun, Ehrwürdige Brüder, ist gegen das viele Böse, das, wenn überhaupt je, so besonders heute die Einzelmenschen, die Familien, die Nationen und den ganzen Erdkreis in bedrückende Unordnung versetzt, Hilfe zu suchen? Gibt es eine Andacht, die hochwertiger wäre als die Herz-Jesu-Verehrung, die genauer der Eigenart des katholischen Glaubens entspräche, die angepasster den heutigen Nöten der Kirche und der Menschheit entgegenkäme? Welche Gottesverehrung wäre würdiger, ansprechender und heilsamer als sie, da der Kult, um den es geht, ganz auf die Liebe [21] Gottes ausgerichtet ist?

»Es ist auch Unser brennender Wunsch, dass alle, die mit Stolz sich Christen nennen und angestrengt für die Errichtung des Reiches Christi auf Erden kämpfen, die andächtige Verehrung des Herzens Jesu zum Wahrzeichen und zur Quelle der Einheit, des Heiles und Friedens wählen. Doch soll niemand glauben, dass durch diese Andacht den anderen Frömmigkeitsformen, in denen das christliche Volk unter Führung der Kirche den göttlichen Erlöser ehrt, irgendwie Abbruch getan wird. Im Gegenteil wird eine innige Herz-Jesu-Andacht die Verehrung des heiligen Kreuzes und die Liebe zum hochheiligen Altarsakrament ohne Zweifel nur stark fördern.«

»In dem drängenden Wunsch endlich, den ruchlosen Machenschaften der Hasser Gottes und der Kirche einen Riegel vorzuschieben, wie auch die häusliche und bürgerliche Gemeinschaft zur Gottes- und Nächstenliebe zurückzuführen, behaupten Wir ohne Bedenken, das die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu die wirkungsvollste Schule der Gottesliebe ist; der Liebe zu Gott, auf die sich das in den Einzelmenschen, in den Familien, in den Nationen zu errichtende Reich Gottes stützen muss...«

»Damit sich aber aus dem Kult des heiligsten Herzens Jesu auf die christliche Familie, ja die ganze Menschheit ein reicherer Segen ergieße, mögen die Christgläubigen mit ihr auch die Verehrung des unbefleckten Herzens der Gottesmutter eng verbinden. Denn da nach dem Willen Gottes bei der Durchführung des Erlösungswerks der Menschheit die allerseligste Jungfrau Maria mit Christus derart untrennbar verbunden war, dass das Heil uns aus der innigen Verbindung der Liebe und der Leiden Christi mit der Liebe und den Schmerzen auch der Mutter kam, ist es recht und angebracht, dass durch das christliche Volk, das ja sein göttliches Leben von Christus durch Maria empfangen hat, nach der gebührenden Andacht zum heiligsten Herzen Jesu auch dem liebevollen Herzen der himmlischen Mutter Erweise der Anhänglichkeit, der Liebe, dankbarer und sühnender Gesinnung beigefügt werden. Diesem göttlich weisen und liebenswürdigen Ratschluss der hl. Vorsehung entspricht so recht die denkwürdige Weihe, durch die Wir selbst die heilige Kirche und die ganze Welt dem unbefleckten Herzen der allerseligsten Jungfrau Maria in feierlicher Form zugeeignet haben.« [22]

Mit diesen Gedanken beendet der glorreich regierende Heilige Vater seine monumentale Enzyklika, und erteilt den Apostolischen Segen.

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Anmerkungen:

*) http://www.vatican.va/content/pius-xii/de/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_15051956_haurietis-aquas.html

1) Lk 22, 15.

2) Lk 22, 19-20.

3) Mal 1, 11.

4) De sancta virginitate, VI: P. L. XL, 399.

5) Joh 15, 13.

6) Gal 2, 20.

7) Sum. Theol. Suppl. q. 42, a. 1 ad 3m; ed. Leon. tom. XII, 1906, p. 81.

8) Eph 5, 2.

9) Kol 2, 3.

10) Vgl. 1 Joh 2, 1.

11) Hebr 7, 25.

12) Hebr 5, 7.

13) Röm 8, 32.

14) Cfr. Sum. Theol. III, q. 48, a. 5a ed. Leon. tom. XI, 1903, p. 467.

15) Lk 12, 50.

16) Joh 20, 28.

17) Vgl. Litt. Enc. Miserentissimus Redemptor: A. A. S. XX, 1928, pp. 167-168.

18) Vgl. Decr. S. C. Rit. apud N. Nilles, De rationibus festorum Sacratissimi Cordis lesu et purissimi Cordis Mariae, 5a. ed. Innsbruck, 1885 tom. 1, p. 167.

19) Innocentius XI, Constit, Ap. Coelestis Pastor, 19 Novembris 1687, Bullarium Romanum, Romae, 1734, tom. VIII, p: 443.

20) Mk 12, 30; Matth. 22, 37.

21) Vgl. Enc. Miserentissimus Redemptor: A. A. S. XX, 1928, p. 166.

22) Vgl. A. A. S. XXXIV, 1942, p. 345 sq.

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Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in

„Catolicismo”, Nr. 69, September 1956, S. 3f.

Dieser Beitrag erschien in deutscher Sprache zuerst im Blog „Plinio Corrêa de Oliveira zum  100. Geburtstag“.

© Nachdruck der deutschen Fassung ist nur mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Freitag, 6. November 2020

Die Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu: (I)

Ihr wahrer Sinn, Wichtigkeit und Aktualität

Plinio Corrêa de Oliveira

Apostolat ist nicht die Boshaftigkeit der Seelen zu vertuschen,

sondern sie in Gottes Barmherzigkeit reinzuwaschen.

Zur Einführung seines Kommentars über die am 15. Mai 1956 veröffentlichte Enzyklika „Haurietis aquas“ von Pius XII. beschreibt Plinio Corrêa de Oliveira wie die wahre Einstellung eines katholischen Redakteurs gegenüber dem Relativismus eines Nichtglaubenden sein sollte.


Zum Anlass des hundertsten Jahrestages der Einsetzung des liturgischen Festes des Heiligen Herzen Jesu veröffentlichte Papst Pius XII. die Enzyklika „Haurietis aquas“ (15. Mai 1956), über den wahren Sinn, Wichtigkeit und Aktualität dieser Andacht. Im Laufe seines Pontifikates veröffentlichte dieser Papst unzählige Dokumente, die große Aufmerksamkeit verdienen. Doch wir können sagen, dass ohne Zweifel diese Enzyklika in der Geschichte seines Pontifikates eines der leuchtendsten und wichtigsten Zeichen sein wird.

Wenn wir auch jedes päpstliche Lehrdokument mit Respekt und Freude aufnehmen, so bringen wir heute eine ausführliche Zusammenfassung dieses hervorragenden Dokumentes mit einem besonderen Gefühl des Wohlgefallens. Denn das Thema der Enzyklika befindet sich im Kern aller Probleme, die wir teils implizit, teils explizit oftmals behandelt haben.

Eine Beobachtung, die die Lektüre unserer Zeitung (Catolicismo) nahelegt, ist, dass sie äußerst bemüht ist in der genauen und vollständigen Beachtung aller Gebote des katholischen Lehramtes, sowie eine uneingeschränkte und gewissenhafte Zustimmung jedem Lehrakt der Heiligen Kirche entgegenbringt. Diese ständige Sorge um eine tiefbeständige Treue und Genauigkeit scheint vielen unklug oder gar unsympathisch. Sie meinen, dass die Pflicht zu Mitleid und Erbarmen, der Geist der Milde und der Gnade gegenüber den Ungläubigen, denen es so schwer fällt – gerade in unseren Tagen – den wahren Glauben anzunehmen, und gegenüber den Gläubigen, deren Beharrlichkeit immer größere Kämpfe erfordert, den katholischen Journalisten zu einer äußerst versöhnlichen Haltung verleiten sollte.

Statt den Irrtum und das Böse zu geißeln, sollte er eher über beide schweigen. Statt die Fahne der Vollkommenheit auszubreiten und die Leser auf die hohen, schwer zu erklimmenden aber betörenden Gipfeln der hohen Ideale hinzuweisen, sollten sie nur das notwendige zu ihrem Heil lehren. Dies würde sie zu Predigern einer minimalistischen Korrektheit machen, die nichts anderes ist als billige Mittelmäßigkeit. Wer sich die Aufgabe eines katholischen Redakteurs so vorstellt, wird unsere Haltung als kompromisslos, intolerant und unverständlich ansehen.

Wir sind die ersten, die es einsehen, dass diese Einwände, wenn sie nicht stimmen, sie jedoch viel Wahrheit enthalten. Auf den ersten Blick sticht hervor, dass die katholische Lehre sehr schwer zu praktizieren ist. Die Kirche hat wiederholt gelehrt, dass kein Gläubiger aus eigenen Kräften dauerhaft die Gesamtheit der Gebote befolgen kann. Daher scheint es vernünftig zu sein, jede Vollkommenheit in der Befolgung der Gebote als übertrieben anzusehen.

In Wahrheit findet sich die Lösung des Problems in einer anderen Gedankenordnung. Wenn es wahr ist, dass das Unvermögen der menschlichen Natur die Befolgung der Gebote dermaßen erschwert, dann müssen wir auch die unendliche Barmherzigkeit Gottes in Betracht ziehen. Nicht um damit zu folgern, dass Gott es mit der Sünde nicht so genau nimmt, Er, der die unendliche Vollkommenheit ist. Die Barmherzigkeit Gottes kann nicht darin bestehen, dass Er uns in unserem Verderben hilflos darben lässt, sondern darin uns daraus herauszuholen. Angesichts der Blinden, Aussätzigen, Lahmen, die Er auf seinen Wegen begegnete, beschränkte Er sich nicht auf ein Lächeln und weitergehen. Nein, Er heilte sie. Angesichts unserer Sünden will seine Barmherzigkeit uns von diesen liebevoll befreien und uns auf seine Schulter tragen. Was wir von der Barmherzigkeit Gottes erwarten, sind die notwendigen Hilfen, die uns befähigen, das Gesetz der Moral zu erfüllen. Dazu haben wir die Gnade, die uns durch die unendlichen Verdienste Jesu Christi erreicht wurde. Die Gnade befähigt unseren Verstand zum Glaubensakt. Sie verleiht unserem Willen eine solche Kraft, dass es ihm möglich wird, die Gebote zu befolgen. Die große Gabe Gottes für die Menschen – wir sagen es noch einmal – besteht nicht in der Gleichgültigkeit gegenüber unseren Fehlern, sie nicht zu tadeln und teilnahmslos uns in sie versinken zu lassen. Die große Gabe ist, uns die übernatürlichen Mittel zu geben, um die Sünde zu meiden und die Heiligkeit zu erlangen. Daher auch die große Verantwortung derer, die diese unschätzbare Gabe ablehnen.

Das ausdruckvollste Symbol dieser barmherzigen Liebe Gottes, der Menge seiner Vergebungen und der Beharrlichkeit mit der Er ständig die Menschen zur Reue auffordert, die notwendigen Gnaden zu erbitten, für die Übung der Tugenden, um durch das Gebet alle notwendigen Mittel zu erlangen zur Änderung seines Charakters, ist das Heiligste Herz Jesu. Im Heiligsten Herzen Jesu also erhält jede echte Kompromisslosigkeit gegenüber dem Bösen ihre Norm und Erklärung. Für einen katholischen Journalisten besteht die Güte nicht darin, den Sünder im Glauben zu belassen, dass sein Seelenzustand zufriedenstellend ist. Dem Sünder muss das ganze Grauen seiner Bosheit klargemacht werden, damit er sich von ihr lossagt. Er muss auf die Gipfel der Vollkommenheit hingewiesen werden, damit er sie zu erreichen wünscht. Denn alles ist ihm möglich, wenn er beharrlich um die Gnade Gottes bittet und mit dieser kooperiert. Auf diese tiefe und freudige Überzeugung, dass der Mensch mit der Gnade alles vermag, begründet sich die heilige Tugend der christlichen Kompromisslosigkeit. Jeder Akt der Barmherzigkeit ist eine große Gabe, beinhaltet aber auch eine große Verantwortung. Da der Mensch durch Gebet und durch die Treue zur Tugend die Gebote praktizieren kann und soll, gibt es offensichtlich für ihn keine Entschuldigung, wenn er in der Sünde verharrt. Pius XII. zeigt wie die Gnaden im Übermaß aus dem süßesten Herzen Jesu strömen. Gerade deshalb besteht die Formel für ein erfolgreiches Apostolat nicht im Verschweigen der im Menschen innewohnenden Bosheit, sondern in der Aufforderung sich an der göttlichen Quelle rein zu waschen, aus der die Ströme der Gnade entspringen. Dies ist die Aufgabe des katholischen Journalismus.

Nach der Veröffentlichung dieses monumentalen Dokumentes, das die Christenheit dem Heiligen Vater schuldig bleibt, fühlen sich unsere Herzen von dem aufmunternden Wunsch entbrannt, es möge mit der gleichen Tiefgründigkeit, mit der gleichen obersten Autorität, mit der ebenso tiefen Frömmigkeit dieser Enzyklika ein Dokument entstehen über den Kult zum Unbefleckten Herzen Mariens. Dies wäre eine harmonische und vollkommene Ergänzung des Briefes „Haurietis aquas“, für dessen Zusammenfassung hier auf die deutsche Fassung der Webseite des Vatikans zurückgegriffen wurde. (s. Link unten*). Untertitel sind von diesem Blog.

*    *    *

EINFÜHRUNG

In der Einführung stellt der Papst fest: »Unmöglich können die Gnadengaben aufgezählt werden, welche die dem heiligsten Herzen Jesu erwiesene Verehrung in die Seelen der Gläubigen ergießt, sie reinigend, mit himmlischem Trost erquickend und zu allen Tugenden anregend. Eingedenk daher des weisen Satzes des Apostels Jakobus: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Lichtwelt“ [1], sehen Wir mit vollem Recht in dieser Andacht, die allenthalben auf Erden sich immer glutvoller durchsetzt, ein unschätzbares Geschenk, welches das menschgewordene Wort, unser göttlicher Heiland, der eine Mittler der Gnade und Wahrheit zwischen dem himmlischen Vater und dem Menschengeschlecht, der Kirche, seiner mystischen Braut, im Verlauf der letzten Jahrhunderte gewährt hat, in denen sie so viel Hartes zu bestehen und so viele Schwierigkeiten durchzukämpfen hatte.« Danach weist die Enzyklika auf Ausdrücke der Heiligen Schrift hin, die uns an die Gabe der Verehrung des Heiligen Herzens denken lassen: »Für die Zuhörer Jesu war es in der Tat nicht schwer, diese Worte, mit denen Er selbst eine aus seinem Schoße entspringende Quelle „lebendigen Wassers“ [2] versprach, auf die Aussprüche der das Messianische Reich vorausverkündenden heiligen Propheten Isaias, Ezechiel und Zacharias und ebenso auf jenen vorbildhaften Felsen zu beziehen, aus dem, von Moses angeschlagen, auf wunderbare Weise Wasser hervorquoll. [3]

Die göttliche Liebe hat ihren ersten Ursprung im Heiligen Geist, der die Liebe des Vaters und des Sohnes ist. Es besteht also eine sehr enge Verbindung zwischen der göttlichen Liebe, die treue Seelen entflammt, und dem Heiligen Geist. Daher die innige Natur des Kultes, den wir dem Heiligen Herzen Jesu schulden, einem bedeutenden Akt der Religion und der Entsprechung unserer Liebe mit der Liebe Gottes.

I – FUNDAMENTE UND VORBILDER DER VEREHRUNG DES HEILIGEN HERZEN JESU IM ALTEN TESTAMENT

* Unverständnis über die Natur der Verehrung
des Heiligsten Herzen Jesu unter gewissen Christen

Der Heilige Vater beginnt im ersten Teil der Enzyklika mit der Auflistung der Missverständnisse über die wahre Natur des Kultes des Heiligen Herzens Jesu, die unter gewissen Christen existieren. Er sagt darüber: » Wiewohl nun die Kirche die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu allzeit so sehr schätzte und schätzt, dass sie sich bemüht, sie überall zum Blühen zu bringen und auf jede Weise unter den christlichen Völkern zu verbreiten, und sie auch gegen die falschen Lehren des sogenannten Naturalismus und Sentimentalismus mit aller Kraft zu schützen sich angelegen sein lässt, so ist es doch sehr zu bedauern, dass in vergangenen Zeiten und auch heute diese höchst würdige Andacht nicht die gleiche Ehre und Wertschätzung findet bei manchen Christen und zuweilen auch bei solchen, die sich als eifrige, nach Heiligkeit strebende Katholiken bekennen.

„Wenn du die Gabe Gottes kenntest“.[4] Mit diesen Worten, Ehrwürdige Brüder, mahnen Wir, die Wir durch Gottes geheimen Ratschluss zum Hüter und Verwalter jenes heiligen Schatzes des Glaubens und der Frömmigkeit erwählt wurden, den der göttliche Erlöser seiner Kirche anvertraut hat, mahnen Wir im Bewusstsein Unserer Pflicht alle jene, die zwar Unsere Söhne, und obwohl die Verehrung des heiligsten, über die Irrungen und die Nachlässigkeit der Menschen gleichsam triumphierenden Herzens Jesu seinen mystischen Leib durchdrungen hat, dennoch weiterhin von vorgefassten Meinungen sich leiten lassen und zuweilen so weit gehen, dass sie diese Andacht für minder geeignet, um nicht zu sagen, für schädlich erachten, um den geistigen, in unserer Zeit vordringlicheren Nöten der Kirche und des Menschengeschlechtes zu begegnen. Es fehlt nicht an solchen, welche die ursprüngliche Natur dieser Andacht mit den Sonderandachten, den vielfältigen, von der Kirche gebilligten und geförderten, aber nicht befohlenen Frömmigkeitsformen vermengen und ihnen gleichstellen, und sie daher als etwas Zusätzliches betrachten, das die Einzelnen, ein jeder nach seinem Belieben, üben können; es gibt auch solche, die behaupten, diese Andacht sei etwas Lästiges und besonders für jene von keinem oder nur geringem Nutzen, die im Reiche Gottes kämpfen hauptsächlich in der Absicht, mit ihren Kräften, Mitteln und der Ausnutzung ihrer Zeit zur Verteidigung, Weitergabe und Verbreitung der katholischen Wahrheit, zur Geltendmachung der christlichen Soziallehre und zur Förderung jener Akte der Gottesverehrung und jener Werke beizutragen, die sie heute für viel notwendiger halten; endlich fehlt es nicht an solchen, die, weit entfernt davon, diese Andacht als eine mächtige Hilfe für die rechte Bildung und Erneuerung der christlichen Sitten im privaten Leben des Einzelnen wie im häuslichen Zusammenleben zu betrachten, sie vielmehr wie eine durch die Sinne, nicht durch den Geist und die Seele genährte Frömmigkeit ansehen, geradezu mehr den Frauen angepasst, da sie in ihr etwas finden, was gebildeten Menschen nicht genügend entspreche. «

„Jesus Christus, barmherziger höchster Pontifex und treu,
um die Sünden des Volkes zu sühnen“

» Außerdem gibt es solche, die in der Erwägung, dass die Herz-Jesu-Verehrung vor allem Buße, Sühne und die übrigen Tugenden verlangt, die sie „passive“ nennen, weil sie keine greifbare Frucht trügen, sie nicht für geeignet halten zur Neuanfachung des religiösen Lebens in unseren Tagen, eines religiösen Lebens, das mehr auf eine offene und gestraffte Tätigkeit hinzielen müsse, auf den Triumph des katholischen Glaubens und auf den tatkräftigen Schutz der christlichen Sitten. Denn diese werden heute, wie alle wissen, leicht von den trügerischen Aufstellungen derer beeinflusst, die zu jeder Form der Gottesverehrung die gleiche Haltung einnehmen, nachdem sie im Denken und Handeln den Unterschied zwischen wahr und falsch aufgehoben haben, und die sich auch leider von den Grundsätzen des gottlosen Materialismus und des sogenannten Laizismus anstecken lassen. «

* Wertschätzung der Päpste der Verehrung
des Heiligsten Herzen Jesu

Der Heilige Vater stellt anschließend diese Fehler bezüglich der Andacht zum Heilige Herz Jesu, die Zeugnisse hoher Wertschätzung, die die Päpste nicht aufgehört haben, dieser Andacht zu geben, gegenüber. Und um nur die jüngsten zu erwähnen, erinnert Seine Heiligkeit an seinen Vorgänger Leo XIII., der lehrte, dass der Kult des Heiligen Herzens Jesu als „sehr bewährte Form der Gottesverehrung“ bezeichnete.

Leo XIII. bezeichnete die Verehrung des Heiligsten Herzen Jesu »als „sehr bewährte Form der Gottesverehrung“ und die als kraftvolles Mittel zur Heilung der Übel zu betrachten sei, die auch heute, und sicher in weiterem und schärferem Maße, den Einzelmenschen und die gesamte Gesellschaft quälen und beunruhigen. „Diese Andacht, sagte er, die wir allen raten, wird allen von Nutzen sein“. Und er fügte folgende Mahnungen hinzu, die auch auf die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu Bezug haben: „Daher jene Gewalt der Übel, die seit langem im Geheimen wirken und die eindringlich fordern, dass man Hilfe bei einem suche, durch dessen Kraft sie vertrieben werden könnten. Wer könnte dies aber sein, wenn nicht Jesus Christus, der Eingeborene Gottes! „Denn kein anderer Name ist unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir das Heil erlangen sollten.“ [5] Zu ihm also muss man sich flüchten, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.« [6]

Der heilige Vater Pius XII. zitiert auch seinen unmittelbaren Vorgänger Pius XI.: »„Liegt nicht in dieser ... Andachtsform der Inbegriff der ganzen Religion und die Wegweisung zur Vollkommenheit? Denn leicht führt sie unseren Verstand zur tiefen Erkenntnis Christi, und nachdrücklich vermag sie die Herzen zu immer glühenderer Liebe und immer engerer Nachfolge des Heilands anzuspornen“.» [7]

Und Pius XII. fährt fort: »Diese Früchte wurden in den Jahren Unseres Pontifikats – der nicht allein der Sorgen und Nöten, sondern auch unsagbarer Tröstungen voll war – weder an Zahl noch an Kraft und Schönheit vermindert, sondern eher vermehrt; denn es sind glücklicherweise verschiedene Werke in Angriff genommen worden, die der Wiederbelebung dieser Andacht dienlich und für die Nöte unserer Tage äußerst geeignet sind: Wir meinen die Vereinigungen zur Förderung der seelischen Kultur, der Religion und der Mildtätigkeit; die Veröffentlichungen zur Erläuterung der einschlägigen Geschichte, Aszetik und Mystik; die frommen Sühnewerke; und namentlich jene Zeugnisse innigster Frömmigkeit, welche die „Vereinigung vom Gebetsapostolat“ herausgab; ihrer Anregung und Förderung ist es vor allem zu danken, daß häusliche Gemeinschaften, Kollegien, Unternehmungen, zuweilen auch Nationen dem heiligsten Herzen Jesu geweiht wurden; ihnen haben Wir nicht selten durch diesbezügliche Schreiben, durch Ansprachen oder auch durch Rundfunkbotschaften Unsere väterlichen Wünsche entboten.« [8]

Anschließend stellt der Heilige Vater das Schema seiner großartigen Darlegung vor: »In der Absicht also, den Seelen der Christgläubigen heilbringende Nahrung zu bieten, durch die genährt sie die wahre Natur dieser Verehrung leichter und tiefer ersehen und ihre reichen Früchte erfahren können, werden Wir jene Seiten des Alten und Neuen Testamentes darlegen, in denen die unendliche Liebe Gottes gegen das Menschengeschlecht, in die wir niemals genug schauend eindringen können, geoffenbart und vorgelegt wird. Hierauf werden Wir zweckentsprechend die Grundlinien der Ausführungen berühren, welche die Kirchenväter und Kirchenlehrer überliefert haben. Zuletzt werden Wir darauf bedacht sein, den engen Zusammenhang ins rechte Licht zu stellen, der zwischen der dem Herzen des göttlichen Erlösers gebührenden Andacht und der Verehrung besteht, die seiner Liebe wie der Liebe der Heiligsten Dreifaltigkeit gegen alle Menschen geschuldet wird. Wir meinen nämlich: Wenn einmal die Hauptelemente, auf denen diese höchst würdige Andacht ruht, aus dem Licht der Heiligen Schriften und der von den Vorfahren überlieferten Lehre erläutert werden, so können die Christen leichter „in Freuden Wasser aus den Quellen des Erlösers“ [9] schöpfen.«

Die Gottesliebe ist der Hauptzweck der Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu – Seine Vorbilder im Alten Testament

In der Darlegung der tiefsten Aspekte der Lehrvoraussetzungen der Andacht zum Heiligen Herzen Jesu sagt wörtlich die Enzyklika: »Damit jedoch alle um so richtiger die Beweiskraft verstehen können, welche die vorzulegenden Stellen des Alten und Neuen Testamentes für diese Andacht haben, muss ihnen der Grund ganz klar sein, warum die Kirche dem Herzen des göttlichen Erlösers den Kult der Anbetung zollt. Nun wisst ihr sicher, Ehrwürdige Brüder, daß es ein zweifacher Grund ist. Der eine, der auch für die übrigen hochheiligen Glieder des Leibes Jesu Christi gilt, beruht auf dem Grundsatz, dass sein Herz, als ein vornehmster Teil seiner menschlichen Natur, hypostatisch mit der Person des göttlichen Wortes verbunden ist; und dass ihm deshalb der gleiche Kult der Anbetung zu erweisen ist, womit die Kirche die Person des menschgewordenen Sohnes Gottes ehrt. Es handelt sich dabei um eine mit katholischem Glauben festzuhaltende Wahrheit, da sie schon auf den Allgemeinen Kirchenversammlungen von Ephesus und der zweiten von Konstantinopel [10] feierlich festgelegt wurde. Der andere Grund, der sich in besonderer Weise auf das Herz des göttlichen Erlösers bezieht und ebenfalls unter einer besonderen Rücksicht den ihm zu erweisenden Kult der Anbetung fordert, liegt darin, dass sein Herz, mehr als alle übrigen Glieder seines Leibes, ein natürliches Zeichen oder Sinnbild seiner unermesslichen Liebe zum Menschengeschlecht ist. „Es liegt im heiligsten Herzen – wie Unser Vorgänger unvergesslichen Andenkens Leo XIII. bemerkte – ein Sinnbild, ja ein ausdrückliches Bild der unendlichen Liebe Jesu Christi, das durch sich selbst uns zur Gegenliebe bewegt“.« [11]

»Es ist zweifellos, dass die Heiligen Bücher nie eine sichere Erwähnung tun von einem besonderen, dem physischen Herzen des fleischgewordenen Wortes als dem Sinnbild seiner brennenden Liebe erwiesenen Kult der Verehrung und Liebe. Wenn dies offen zuzugeben ist, so braucht es uns doch nicht zu verwundern, noch irgendwie Zweifel in uns hervorzurufen, dass die göttliche Liebe zu uns, der Hauptgrund jenes Kultes, im Alten wie im Neuen Testamente in solchen Bildern, welche die Herzen stark bewegen, verkündet und nahegebracht wird. Da diese Bilder schon in den Heiligen Büchern vorgelegt wurden, welche die Ankunft des menschgewordenen Gottessohnes vorher verkündeten, können sie als Vorzeichen des Sinnbildes jener edelsten göttlichen Liebe und des Hinweises auf sie: die Liebe des heiligsten und anbetungswürdigen Herzens des göttlichen Erlösers betrachtet werden.«

Der Papst verweist weiter auf verschiedene Stellen im Alten Testament, in denen von Gottes Liebe zu den Menschen die Rede ist. Und nachdem er zeigt, dass neben dem Gesetz der Furcht das Gesetz der Liebe auch im Alten Bund weit verbreitet war, geht er weiter: »Wir wundern uns also nicht, wenn Moses und die Propheten, die der hl. Thomas mit Recht „die Größten“ [12] des Auserwählten Volkes nennt, aus der klaren Einsicht, dass die Grundlage des ganzen Gesetzes in dieses Gebot der Liebe gesetzt war, alle zwischen Gott und ihrem Volk bestehenden Beziehungen und Bindungen mehr mit Gleichnissen beschrieben, die aus der gegenseitigen Liebe von Vater und Sohn oder der Gatten geschöpft waren, als mit strengen, der Oberherrschaft Gottes oder der von uns allen geschuldeten und erzittern machenden Knechtschaft entnommenen Bildern. Um Beispiele anzuführen: Als Moses sein berühmtes Lied über die Befreiung des Volkes aus der Knechtschaft Ägyptens sang und aussprechen wollte, dass dies durch Gottes Kraft geschehen war, verwendet er folgende ergreifende Sätze und Gleichnisse: „Gleichwie der Adler seine Jungen zum Fluge lockt und über ihnen schwebt, so breitete er (Gott) seine Flügel aus, und nahm es (das Volk) und trug es auf seinen Schultern.“ [13] Doch bringt vielleicht keiner der heiligen Propheten mehr als Oseas offen und stark die Liebe zum Ausdruck, mit der Gott zu jeder Zeit sein Volk geleitet. In den Schriften dieses Propheten, der unter den übrigen kleinen Propheten durch die Großartigkeit gedrängter Rede hervorragt, bekennt Gott eine solche Liebe zum Auserwählten Volk, eine gerechte und heilig besorgte, wie es die Liebe eines erbarmenden und liebenden Vaters ist oder eines Bräutigams, dessen Ehre verletzt wird. Es handelt sich um eine Liebe, die so wenig infolge der Niedertracht von Verrätern und unmenschlicher Verbrechen gemindert wird oder erkaltet, daß sie vielmehr diese zwar nach Gebühr bestraft, aber nur aus dem einen Grunde, die entfremdete und treulose Braut und die undankbaren Söhne – geschweige denn sie zu verstoßen und zu entlassen – nein, zu entsühnen, zu läutern und durch erneute und verstärkte Bande der Liebe wieder mit sich zu verbinden: „Als Israel jung war, gewann ich es lieb und rief meinen Sohn aus Ägypten ... Ich war wie ein Nährvater für Ephraim; ich trug sie auf meinen Armen, doch sie erkannten nicht, daß ich ihr Heiland war. Mit Banden der Güte zog ich sie, mit Fesseln der Liebe ... Von ihrem Abfall will ich sie heilen, herzlich sie lieben; denn mein Zorn ist von ihnen gewichen. Wie der Tau will ich sein, Israel soll gleich einer Lilie blühen und seine Wurzel schlagen wie des Libanon Zedern.« [14]

Nachdem er wunderbare Zitate aus Isaias und dem Hohenlied bringt, schließt Pius XII.: »Diese so zarte, nachsichtige und geduldige Liebe Gottes, die sich zwar über das Untat auf Untat häufende Volk Israel entrüstet, aber es dennoch niemals verstößt, scheint gewiß stark und erhaben, aber sie ist nur Ankündigung und Vorzeichen jener innigen Liebe, die der den Menschen verheißene Erlöser aus seinem liebenden Herzen über alle ergießen würde, und die das Vorbild für unsere Liebe und das Fundament des Neuen Bundes werden sollte. Fürwahr nur Er, der Einziggezeugte vom Vater und das fleischgewordene Wort „voller Gnade und Wahrheit“ [15], konnte, als er zu den von unzähligen Sünden und Armseligkeiten bedrückten Menschen gekommen war, aus seiner menschlichen, in Personeinheit mit der göttlichen Person verbundenen Natur heraus dem menschlichen Geschlechte eine „Quelle lebendigen Wassers“ eröffnen, welche die dürre Erde reichlich bewässern und sie zu einem blühenden und fruchtreichen Garten machen würde. Daß diese ganz wundersame Tatsache infolge der erbarmungsvollen und ewigen Liebe Gottes eintreten werde, scheint schon der Prophet Jeremias irgendwie mit folgenden Worten vorauszuverkünden: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich in Erbarmung an mich herangezogen ... Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da schließe ich einen neuen Bund mit Israels Haus und Judas Haus ... Dies wird der Bund sein, den ich schließen werde nach jenen Tagen mit Israels Haus, spricht der Herr: Ich lege mein Gesetz in ihr Herz und schreibe es in ihre Seele. So werde ich ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein ... Denn ihre Schuld vergebe ich ihnen, und ihrer Sünden gedenke ich nicht mehr“[16]

II – BEGRÜNDUNGEN DER HERZ-JESU-ANDACHT IM NEUEN TESTAMENT UND IN DER ÜBERLIEFERUNG

Dreifache Liebe des Erlösers zu den Menschen:
göttliche, geistige, menschliche

Im zweiten Teil der Enzyklika, nachdem er die „Liebe Gottes im Mysterium der erlösende Menschwerdung nach dem Evangelium“, zeigt er, dass »man beachten muss, dass seine Liebe nicht nur eine geistige war, wie sie Gott zukommt, insofern „Gott Geist ist“« [17]. Die alttestamentlichen Ausdrücke, die sich auf die Liebe Gottes zum Menschen beziehen und sie mit menschlicher ehelicher oder väterlicher Liebe vergleichen, sind sehr bewegend und weisen auf eine tiefe Realität hin, haben aber einen metaphorischen Charakter. Im Gegenteil, in Bezug auf unseren Herrn Jesus Christus, den wahren Gott und den wahren Menschen, die Ausdrücke des Neuen Testaments „nicht eine nur göttliche Liebe, sondern auch menschliche Empfindungen der Liebe bezeichnen“. So können wir in der Liebe des Erlösers zu uns die göttliche und die menschliche unterscheiden, die geistliche menschliche und die gefühlte menschliche Liebe, „was für alle, die sich katholisch nennen, ganz ohne Zweifel ist. Das Wort Gottes hat nämlich nicht einen unwirklichen Scheinleib angenommen, wie schon im ersten christlichen Jahrhundert einige Irrlehrer behaupteten, die vom Apostel Johannes mit folgenden ernsten Worten getadelt wurden: „Es sind viele Verführer in der Welt aufgetreten, die sich nicht zu dem in Fleisch erschienenen Jesus Christus bekennen. Das ist der Verführer, der Antichrist“ [18]; es hat wirklich die menschliche, individuelle, vollständige und vollkommene Natur, die im reinsten Schoße der Jungfrau Maria aus der Kraft des Heiligen Geistes empfangen wurde [19], seiner göttlichen Person verbunden. Es fehlte ihm also nichts an der menschlichen Natur, die sich das Wort Gottes zu eigen gemacht hat; es hat sie in der Tat angenommen ohne Minderung und ohne Änderung in dem, was das Geistige und das Körperliche betrifft: also ausgestattet mit Verstand und Willen und mit den übrigen inneren und äußeren Erkenntnisfähigkeiten, ebenso wie mit dem Strebevermögen der Sinne und allen natürlichen Antrieben. Dies alles lehrt die katholische Kirche als etwas, das von den Römischen Päpsten und den Allgemeinen Kirchenversammlungen feierlich bestimmt und bekräftigt ist


Weiter sagt Seine Heiligkeit: »Daß das Wort Gottes eine wahre und vollkommene Menschennatur als eigen angenommen und sich ein Herz aus Fleisch gebildet und einverleibt hat, das nicht weniger als das unsrige leiden und durchbohrt werden konnte – diese Tatsache kann, so sagen Wir, wenn nicht im Lichte der hypostatischen und substanziellen Vereinigung, und ebenso im Licht der Erlösung der Menschheit wie aus deren Ergänzung gesehen, wahrhaftig für manche zu Ärgernis und Torheit werden, wie es der ans Kreuz geschlagene Christus tatsächlich für das Volk der Juden und Heiden war. [20] Die gültigen Dokumente des katholischen Glaubens, in vollem Einklang mit den Heiligen Schriften, versichern uns, dass der Eingeborene Sohn Gottes die leidensfähige und sterbliche Menschennatur hauptsächlich aus dem Grunde angenommen hat, weil er das blutige Opfer, am Kreuze hängend, darzubringen wünschte, um das Werk des Heiles der Menschheit zu vollenden. Dies lehrt übrigens der Völkerapostel mit folgenden Worten: „Der heiligt und die geheiligt werden, sind ja alle von einem Vater. Darum schämt er sich nicht, sie seine Brüder zu nennen, da er spricht: Ich will deinen Namen meinen Brüdern kundgeben ... Und wieder: Siehe, hier bin ich mit den Kindern, die Gott mir gegeben hat. Weil nun die Kinder Fleisch und Blut gemeinsam haben, so nahm er gleichfalls beides an ... Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, um als barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu walten und des Volkes Sünden zu sühnen. Denn da er selbst gelitten hat und versucht wurde, kann er auch denen helfen, die versucht werden“.« [21]

Um diese Behauptungen zu untermauern, zitiert der Papst die Zeugnisse der Heiligen Väter, „dass Jesus Christus deshalb eine vollkommene Menschennatur und unseren hinfälligen und gebrechlichen Leib angenommen hat, um für unser ewiges Heil Sorge zu tragen und uns seine unendliche Liebe, auch die fühlbare, überzeugend zu offenbaren und zu öffnen.“. Pius XII. erwähnt wunderbare Texte der hl. Justinus, Basilius, Johannes Chrisostomos, Ambrosius, Hieronimus, Augustinus und Johannes von Damaskus.

Die natürliche Symbolik des Herzens Jesu und sein verhüllter Ausdruck in der Heiligen Schrift und in den Kirchenvätern

»Doch wenn auch die Evangelisten und die übrigen heiligen Schriftsteller das Herz des Erlösers nicht ausdrücklich beschreiben: das lebendige und mit Empfindungsfähigkeit nicht weniger als das unsere begabte Herz, und das infolge der verschiedenen seelischen Bewegungen und Regungen und infolge der brennenden Liebe seines doppelten Willens schlagende und zitternde Herz – so heben sie dennoch dessen göttliche Liebe und die damit verbundene Ergriffenheit der Sinne häufig hervor: also Verlangen, Freude, Kummer, Furcht und Zorn, wie sie sich in seinem Antlitz, aus seinen Worten, aus seinem Benehmen offenbaren. Besonders das Antlitz unseres anbetungswürdigen Heilands war ein Gradmesser und sozusagen ein treuer Spiegel jener Regungen, die, während sie die Seele verschiedenartig bewegten, wie sich gegenseitig steigernde Wellen an sein heiligstes Herz gelangten und es schlagend erregten. Denn auch hier gilt, was der Engelgleiche Lehrer, durch allgemeine Erfahrung belehrt, über die menschliche Psychologie und deren Folgerungen bemerkt: „Die Verwirrung des Zornes geht durch bis zu den äußeren Organen; und am stärksten bis zu jenen, in denen die Spur des Herzens sich deutlicher abspiegelt, wie in den Augen, dem Angesicht und der Zunge“ [22]

»Daher wird mit vollem Recht das Herz des menschgewordenen Wortes hauptsächlich als Zeichen und Sinnbild jener dreifachen Liebe betrachtet, mit der der göttliche Erlöser den ewigen Vater und die Menschen alle immerfort liebt. Sinnbild ist es jener göttlichen Liebe, die er mit dem Vater und dem Heiligen Geist gemeinsam hat, die aber doch nur in ihm, als in dem fleischgewordenen Wort, uns durch einen hinfälligen und gebrechlichen Menschenleib geoffenbart wird, denn „in ihm wohnt alle Fülle der Gottheit in leiblicher Einwohnung.“ [23] Sinnbild ist es außerdem jener brennenden Liebe, die, in seine Seele eingegossen, den menschlichen Willen Christi bereichert, und deren Akte von einem doppelten ganz vollkommenen Wissen, dem der seligen Schau und dem eingegebenen oder eingegossenen, erleuchtet und geleitet werden. 24 Endlich – und zwar in mehr natürlicher und unmittelbarer Art – ist es auch Sinnbild der sinnenfälligen Regung, da der Leib Jesu Christi, im Schoße der Jungfrau Maria durch das Wirken des Heiligen Geistes gebildet, die vollkommenste Fähigkeit des Empfindens und Wahrnehmens besitzt, mehr sogar als jedes andere Menschenherz.« [25]

»Damit ist gegeben — fährt die Enzyklika fort —, dass wir mit vollem Recht das Herz des göttlichen Erlösers als bezeichnendes Bild seiner Liebe und als Zeugen unserer Erlösung betrachten und verehren können, wie auch als geheimnisvolle Himmelsleiter, auf der wir aufsteigen zur Umarmung „Gottes, unseres Erlösers“ [26]. Seine Worte und Handlungen, seine Weisungen und Wundertaten, und besonders jene seiner Werke, die eindringlicher seine Liebe zu uns bezeugen – wie die göttliche Einsetzung der Eucharistie, sein bitteres Leiden und Sterben, seine uns gütig geschenkte heiligste Mutter, die für uns gegründete Kirche und endlich der den Aposteln und uns gesandte Heilige Geist – alles dies, sagen Wir, sollen wir bewundern als Beweise seiner dreifachen Liebe. Ebenso sollen wir mit liebender Seele die Schläge seines heiligsten Herzens betrachten, mit denen er gleichsam die Zeit seiner irdischen Wanderschaft abzumessen schien, bis zu jenem letzten Augenblick, in dem er, wie die Evangelisten bezeugen, „mit lauter Stimme rief: Es ist vollbracht, sein Haupt neigte und den Geist aufgab.“ [27] Da stand der Schlag seines Herzens still; seine fühlbare Liebe wurde unterbrochen, bis er selbst im Triumph über den Tod aus dem Grabe erstand. Nachdem aber sein Leib, in den Zustand immerwährender Herrlichkeit eingetreten, wiederum mit der Seele des göttlichen Erlösers, des Siegers über den Tod, vereinigt war, hörte sein heiligstes Herz nie mehr auf, noch wird es jemals aufhören, sich in unerschütterlich friedlichem Schlag zu bewegen, und es wird gleichfalls nie ablassen, seine dreifache Liebe kundzugeben, durch die der Sohn Gottes verbunden ist mit seinem himmlischen Vater und mit der Gesamtheit der Menschen, deren mystisches Haupt er mit vollem Recht ist.«

In der nächsten Ausgabe werden wir die Zusammenfassung der drei letzten Teile dieser bewundernswerten Enzyklika geben: „Die aktive und tiefe Teilhabe der Heiligsten Herzen Jesu am Erlösungswerk des Heilandes“, „Das Aufkommen und progressive Entwicklung dr Verehrung zum Heiligsten Herzen Jesu“ und „Aufmunterung zu einer aufgeklärten Praxis und zur Verbreitung des Kultes zum Heiligsten Herzen Jesu“.

 

Anmerkungen:

*) http://www.vatican.va/content/pius-xii/de/encyclicals/documents/hf_p-xii_enc_15051956_haurietis-aquas.html

1) Jak 1, 17.

2) Joh 7, 39.

3) Vgl. Jes 12, 3; Ez 47, 1-12; Sach 13, 1; Ex 17, 1-7; Num 20, 7-13; 1 Kor. 10, 4; Offb 7, 17; 22, 1.

4) Joh 4, 10.

5) Apg 4, 12.

6) Enz. „Annum Sacrum“, 25 Maii 1899; Acta Leonis, vol. XIX, 1900; pp. 71, 77-78.

7) Enz. „Miserentissimus Redemptor“, 8 Maii 1928; A.A.S. XX, 1928, S. 167.

8) Vgl. A.A.S. XXXII, 1940, p. 276; XXXV, 1943, p. 170; XXXVII, 1945, pp. 263-264; XL, 1948, p. 501; XLI 1949, p. 331.

9) Is 12, 3.

10) Conc. Ephes. can. 8; Vgl. Mansi, „Sacrorum Conciliorum Ampliss“. Collectio, IV, 1083 C.; Conc. Const. II, can. 9, Vgl. ibid. IX, 382 E.

11) Vgl. Enz. „Annum sacrum“; Acta Leonis, vol. XIX, 1900, p. 76.

12) Thomas v. A. Sum. Theol. II-II, q. 2, a. 7; in ed. Leon., Bd. VIII, 1895, p. 34.

13) Dtn 32, 11.

14) Hos 11, 1, 3-4; 14, 5-6.

15) Joh 1, 14.

16) Jer 31, 3; 31, 33-34.

17) Joh 4, 24.

18) 2 Joh 7.

19) Vgl. Luc. 1, 35.

20) Vgl. 1 Cor. 1, 23.

21) Hebr 2, 11-14; 17-18.

22) Sum. Theol. I-II, q. 48, a. 4; ed. Leon. tom. VI, 1891, p. 306.

23) Kol 2, 9.

24) Vgl. Sum. Theol. III, q. 9, aa. 1-3; ed. Leon. tom. XI, 1903, p. 142.

25) Vgl. Ibid. III, q. 33 a. 2, ad 3m; q. 46, a. 6; ed. Leon. tom. XI, 1903, pp. 342, 433.

26) Tit 3, 4.

27) Mt 27, 50; Io. 19, 30.

  

Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
„Catolicismo”, Nr. 68, August 1956, SS. 3f.

 

Dieser Beitrag erschien in deutscher Sprache zuerst im Blog „Plinio Corrêa de Oliveira zum  100. Geburtstag“.

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