Plinio Correa de Oliveira
Ich begann den
Wert des Leidens zu begreifen, den ich zuvor nicht verstanden hatte. Jeder ist
entsetzt über das Leiden; die Menschen fliehen davor; und ich begann zu
verstehen, dass der Einfluss der Kirche nur so lange in den Seelen wirkte, wie
sie zu leiden wussten. Leiden ist für die Seele in etwa wie Feuer für eine
Flüssigkeit, die gereinigt werden muss, wie Metall, das vom Erz getrennt werden
muss: Sie leidet, aber sie leidet mit Ergebung, mit Würde. Das schenkt der
Seele eine Ruhe, eine Harmonie, eine Stärke, die kein Vergnügen aufwiegen kann.
Welch ein Wohlgefühl christlichen Leidens!
Manchmal stand
ich vor Kruzifixen, vor Bildern des Herrn Jesus, und beim Anblick dieser Bilder
dachte ich: Es ist geheimnisvoll! Er ist von Schmerz gezeichnet, aber ich
erkenne in ihm eine Ausgewogenheit, eine Stärke, eine Geschlossenheit, eine
Ergebung, die mich sagen lässt: Nie war ein Mensch so beneidenswert wie der
Gottmensch in der Tiefe seines Leids. Es ist daher notwendig, den Mut zu haben,
das Meer des Schmerzes zu durchdringen und ihn zu ertragen. Wenn etwas aus
Liebe zu Gott getan wird, durchdringt uns eine besondere Süße, wohnt in uns,
ist einzigartig und gehört zum Wohlbefinden eines Kindes der Kirche und eines Gegenrevolutionärs.

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