Dienstag, 21. April 2020

Weniger Kämpfe. Mehr Gebet!


von Plinio Corrêa de Oliveira
Seine Eminenz Kardinal D. Sebastião Leme (Rio de Janeiro) erinnerte in seiner Rede für die Einweihung der katholischen Männeraktion in Rio de Janeiro an den Gedanken von Donoso Cortêz: „Wenn es in der Welt schlecht hergeht, dann deshalb, weil es mehr Kampffelder gibt als Gebetszentren“. Es ist die große Unruhe der Menschheit auf der Suche nach einem stabilen Punkt, der sie bei der Wiederherstellung der Ordnung in der Welt unterstützen könnte. Die Menschen kämpfen sich durch von Partei zu Partei, von Philosophie zu Philosophie. Diesen Punkt, den sie sucht, den gibt es, und als sich die Welt darauf stützte, genoss sie die vollkommenste Stabilität: es ist die römisch-katholische Kirche und das Gebetsleben, zu dem sie ihre Gläubigen verpflichtet. Aber in ihr sollten die Menschen Gott unterwürfig sein;  doch menschlicher Stolz entfernte sie von der Kirche, mit der Absicht ohne Gott glücklich zu werden. Dies ist es, wonach viele immer noch suchen und vergessen, dass ohne das Frömmigkeitsleben der Kirche nichts möglich ist.


Für diesen Kreuzzug des Gebets und der Buße hat der Heilige Vater (Pius XI.) die gesamte Christenheit durch die Enzyklika „Caritate Christi Compulsi“ (vom 3. Mai 1932) aufgerufen:
»…Unserer Bestimmung als wesentlich beschränkte und von einem höheren Sein absolut abhängige Wesen bewusst, wollen Wir also vor allem zum Gebete Zuflucht nehmen. Wir wissen aus dem Glauben, wie viel die Macht des schlichten, vertrauensvollen, beharrlichen Gebetes vermag. Keinem anderen frommen Werke wurden jemals von dem Allmächtigen so große, so allgemeine, so feierliche Versprechungen gegeben wie dem Gebete: „Bittet, und es wird euch gegeben werden, suchet und ihr werdet finden, klopfet an, und es wird euch aufgetan werden“.«
»Also sichert das Gebet die Gegenwart Gottes unter den Menschen, wie der göttliche Erlöser es versprochen hat: „Wo zwei oder drei Menschen in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Das Gebet wird sodann gerade die Ursache der von Uns oben angeführten Schwierigkeiten wegräumen, nämlich die unersättliche Habgier nach irdischen Gütern.«
»Dem Gebete muss sich aber die Buße beigesellen, der Geist der Bußgesinnung und die Ausübung der christlichen Buße. So lehrt es uns der göttliche Meister, dessen erste Predigt ja gerade die Buße betraf: „Jesus begann zu predigen und zu sagen: Tuet Buße!“ Dasselbe lehrt uns auch die gesamte christliche Überlieferung, die ganze Kirchengeschichte: die Gläubigen haben in den großen Bedrängnissen, in den großen Wirren der Christenheit, wenn die Notwendigkeit der Hilfe Gottes besonders groß und dringlich war, sei es spontan oder häufiger noch auf Einladung und nach dem Beispiel ihrer Oberhirten, zu den beiden kräftigsten Waffen des geistlichen Lebens gegriffen, zum Gebet und zur Buße…«
Bittprozession
Das Denken der Kirche bleibt daher unveränderlich: Gebet und Buße sind das notwendige Mittel für die Menschheit, um ihre wahre Sicherheit zu finden. Man denke aber nicht, dass Gebet und Buße typisch archaische Übungen des Mittelalters sind. Die Enzykliken des 20. Jahrhunderts, die die ewige Lehre Christi angesichts neuer menschlicher Verhältnisse auslegen, schließen Gebet und Buße nicht aus; im Gegenteil, sie verordnen die Gläubigen zu ihrer Übung, als einziges Mittel, um Gott zu den Menschen zu bringen.


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
Comentando...
Legionário, 25. April 1937, Nr. 241,S. 2

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Montag, 20. April 2020

Ein Appell an die brasiliansichen Bischöfe

Das Institut Plinio Corrêa de Oliveira, das im Geist seines Namensgebers sein Werk weiterführt, startete am 19. April eine Bittschrift von  Katholiken an ihre Bischöfe in der Zeit der China Plage


Von Sorge erfüllt, flehen Katholiken ihre Bischöfe an
Wie lange noch werden wir auf Sakramente
und geistlichen Beistand verzichten müssen?

Hochwürdige Exzellenzen,
mit Blick auf die Mater Dolorosa richten wir diese ergebene Bitte an Sie.
Die Situation, die Brasilien und ein großer Teil der Welt während der gegenwärtigen chinesischen Pest, dem Coronavirus, durchmachen, könnte uns in eine Situation bringen, die weit über das hygienische Chaos hinausgeht.
Wir stehen bereits teilweise schon vor einem Chaos, und man hat den Eindruck, dass ein Ansteigen eines sozialen, wirtschaftlichen, institutionellen Chaos bevorsteht, vor allem aber befürchten wir eine große geistliche Verwaisung.


Der hl. Karl Borromäus

Als der hl. Karl Borromäus Kardinal-Erzbischof von Mailand war, brach in der Region eine schreckliche Epidemie aus.
Welche Schritte hat er unternommen?
Er rief auf zum privaten und öffentlichen Gebet und zur Unterstützung der Betroffenen; führte drei allgemeine Prozessionen an, „um den Zorn Gottes zu besänftigen“ und predigte darüber, wie die Sünden die göttliche Bestrafung herbeirufen.
Auf diese Weise waren diese Plagen nicht nur eine Bestrafung, sondern auch eine Gelegenheit zur Bekehrung.
Was wir derzeit in Brasilien sehen, ist das Gegenteil:
- die Schließung von Kirchen; die Einschränkung der Sakramente, die Hauptquelle der göttlichen Gnaden; die Unmöglichkeit, die Kommunion, die Taufe, das Ehesakrament zu empfangen; die drastische Reduzierung der Krankenbesuche, denen die sakramentale Absolution der Sünden und die Letzte Ölung entzogen wird; die fast vollständige Aufhebung des religiösen Beistands der Gläubigen; das Fehlen eines Aufrufs zu Bußhandlungen, zur Bekehrung, zu Lebensveränderung.
Diese Haltung, die eine große Anzahl von Geistlichen in Brasilien einnimmt, gefährdet in hohem Maße:
1. Das geistliche Leben der Gläubigen, das bereits durch die aggressive Unmoral, den zynischen Laizismus und die herrschende Gottlosigkeit geschwächt ist;
2. Die Glaubwürdigkeit derer, die die Herde auch in schwierigen Zeiten hüten sollten.
Diese religiöse Bedürftigkeit findet zur gleichen Zeit statt, als wir sehen, dass Ärzte und Angehörige der Gesundheitsberufe, die nicht um die Schließung von Krankenhäusern bitten, sondern selbstlos die Kranken betreuen, auch wenn die Gefahr einer Ansteckung besteht, und dem Berufseid, den sie geleistet haben treu zu bleiben.
Ist Pflege des Leibes wichtiger als die der Seele?
Ebenso bleiben Apotheken und Krankenhäuser geöffnet, auch an Orten, an denen der Handel geschlossen wurde.
An diesen Orten ist der Zugang von Kunden gestattet, sofern die von den Behörden angegebenen Maßnahmen eingehalten werden. Warum gilt ein solches Verfahren nicht für Kirchen? Ist es nicht eine noch größere Verpflichtung der Hirten, für das ewige Heil der Seelen zu sorgen?
Selbst die Bundesregierung erkannte durch ein Dekret, dessen Wirksamkeit vom OGH bestätigt wurde, religiöse Aktivitäten als wesentlich für das Land an, und es ist keinem Bundesland oder Gemeinde rechtmäßig, die Öffnung von Kirchen und die Spendung der Sakramente zu verhindern.
Das Maß der Schließung von Kirchen und der Einschränkung des Zugangs zu den Sakramenten im Allgemeinen und auf unbestimmte Zeit ist in der Geschichte beispiellos.
Es beraubte uns des heiligen Triduums der Karwoche und Ostern. Das 3. Gebot der Kirche, das die Osterkommunion vorschreibt, konnte wegen eines Virus nicht erfüllt werden. Das göttliche Heilmittel wurde unter dem Vorwand der Bekämpfung der Krankheit verboten!
Solche Maßnahmen führen unweigerlich zu ernsthafter Ratlosigkeit bei unzähligen Gläubigen: Wenn wir während einer Epidemie, die proportional kleiner ist als andere, die in der glorreichen Vergangenheit der Heiligen Kirche aufgetreten sind, vom Klerus verlassen werden, was wird dann demnächst in ähnlichen oder noch schlimmeren Situationen geschehen?
Wie können sie in Zukunft jemandem vertrauen, der sich seiner Pflicht entzieht, für die ewige Erlösung zu sorgen, um seine eigene körperliche Gesundheit über die geistige Gesundheit ganzer Städte zu stellen?
Täuschen Sie sich nicht, Exzellenzen, denn die Fortsetzung eines solchen Verhaltens kann dazu führen, über das Pater Yoannis Lahzi Gaid, päpstlicher Sekretär, als seine Pflicht sah, die Bischöfe zu warnen:
„In der Epidemie der Angst, in der wir aufgrund des Coronavirus leben, riskieren wir, uns eher wie Mietlinge als wie Hirten zu verhalten. Ich denke an die Menschen, die sicher die Kirchen verlassen werden, wenn dieser Albtraum vorüber ist, weil die Kirche sie dann verlassen hat, als sie sie brauchten. […] Das man nie sagen könne: „Ich gehe nicht in die Kirche, die nicht zu mir kam, als ich in großer Not war.“ (Crux, 15.03.2020)


Der Prophet Jeremias

Die ergreifenden „Klagelieder“ des Propheten Jeremias kommen uns in den Sinn, wenn er den Zustand Jerusalems, der heiligen Stadt des Alten Testaments, nach dem Abzug seines in Gefangenschaft genommenen Volkes beschreibt:
„Ach, wie sitzt so einsam die Stadt, die an Volk einst so reich! […] Heftig weint sie des Nachts, ihre Wangen sind tränenbedeckt. Sie findet keinen Tröster unter all ihren Geliebten. […] Es trauern die Wege nach Zion, da niemand zum Fest kommt; all ihre Tore sind verwüstet. […] In diesen Tagen der Not und Unrast gedenken wir all unserer Kostbarkeiten, die wir einstmals besaßen.“ (Klgl 1,1-2,7)
Deshalb bitten wir Eure Exzellenzen, die Kirchen wieder zu öffnen und die Spendung der Sakramente, insbesondere der Taufe, der Eucharistie, des Beichte und der Krankensalbung, wieder aufzunehmen, damit das berühmte Sprichwort Amicus certus in re incerta cernitur (den wahren Freund erkennt man in ungewisen Zeiten) auf brasilianische Geistliche angewendet werden kann.
Damit die Gläubigen den Psalm 122 einst wiederholen können: „Laetatus sum in his quae dicta sum mihi, in domum Domini ibimus“ - „Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Hause des Herrn wollen wir gehen“.
Dies ist die Bitte des Instituts Plinio Corrêa de Oliveira und aller betroffenen Katholiken, die sich ihr anschließen.


Institut Plinio Corrêa de Oliveira
São Paulo, den 19. de abril de 2020
Liturgisches Fest des hl. Expeditus
„Fürsprecher in gerechten und eiligen Anliegen“


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
https://ipco.org.br/abaixo-assinado-apelo-aos-bispos-do-brasil-para-que-abram-as-igrejas/
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Nachträglicher Kommentar:
In der ersten Woche wurden wir gezwungen, die Heilige Hostie auf der Hand zu empfangen. Sie gaben keinen Alkohol, um die Hände der Kommunizierenden zu reinigen. Aber einige akzeptierten: Immerhin war es nur ein Affront gegen ein positives kirchliches Gebot. Gebot, na ja, Gebot ...
In der zweiten Woche wies der Staat auf die Ungelegenheit von Menschenansammlungen hin. Und einige unserer Leute haben öffentliche Messen verboten. Und wir akzeptierten: Schließlich gibt es eine Pandemie, die sogar zum Tod führen kann. Tod, na ja, Tod ...
In der dritten Woche wurden die Kirchen geschlossen. Und wir akzeptierten: Schließlich können wir in unseren Häusern beten. Kirche, na ja, die Kirche ...
In einer nicht allzu fernen Woche, da es bereits gewohnt war, direkt bei Gott zu „beichten“, gewöhnten sich alle daran, ohne Sakramente, ohne Priester, ohne Lehre zu leben ... ohne den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ohne CHRISTUS, dessen wirkliche Gegenwart der größte Grund war, eines der schönsten, edelsten und beneidenswertesten Ämter zu haben: ein Priester Christi zu sein.
Eines Tages wird der gebrechlichste Kontrollbeamter unsere Häuser betreten und, da er unsere Angst kennt, wir er unseren Glauben verbieten.
Nutzloser Kontrollbeamter! Dummer Kontrollbeamter! Er wird nicht einmal bemerken, dass der Glaube nach und nach von uns abgezogen wurde, seit der Zeit, in der man angenommen das die Pest uns so beängstigte, dass wir kleinmütig den Leib, das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Erlösers auf unseren Händen empfingen.
Verfasser: Richter Ricardo Dip

Samstag, 18. April 2020

China überdenken - Eine prophetische Stimme



von Julio Loredo
„Wir werden gezwungen sein, unsere Beziehungen zu überprüfen.“
Dies ist die Einschüchterung, die der chinesische Präsident Xi Jinping an Donald Trump gerichtet hat, der hartnäckig COVID-19 als „chinesisches Virus“ bezeichnet. Und der überschwängliche Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Chef der größten wirtschaftlichen und militärischen Macht in der Geschichte, musste sich unterwerfen: wegen des Adjektivs „chinesisch“ ... Kurz zuvor war es der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der seinen Kopf neigen musste, weil ihm vorgeworfen wurde, gesagt zu haben, dass das Coronavirus aus China gekommen war. Er konnte es sich nicht leisten, den chinesischen Markt zu verlieren. Vor ihm und aus demselben Grund musste der argentinische Präsident Alberto Fernández eine Untersuchung der von der vorherigen Regierung unterzeichneten geheimen Abkommen mit China blockieren. Die Liste könnte weiter geführt werden.
Und sagen wir nichts über unsere erschöpften europäischen Regierenden: die wagen es nicht einmal, die Frage zu stellen...
Indem China seine wirtschaftliche Vormachtstellung mit surrealer Arroganz ausübt, erlaubt es sich, die Geschichte auf eigene Weise neu zu schreiben. Mit Erpressung und Propaganda gelang es ihm, in wenigen Wochen vom Verbrecher zum Helden zu werden. Die Coronavirus-Epidemie begann genau in China und verbreitete sich dank der Vernachlässigung und Arroganz der kommunistischen Regierung von Peking, wie viele Experten inzwischen berichtet haben. Trotzdem präsentiert sich China heute als Vorbild und sogar als den guten Samariter und setzt seine Linie einem traurigen und unterworfenen Westen auf.
Eines der großen Rätsel unserer Zeit - ein wahres Geheimnis des Bösen - ist, wie der Westen, der sich seines demokratischen und liberalen Charakters rühmt, sich angesichts einer diktatorischen Regierung, die wiederum von einer kommunistischen Partei dominiert ist, so unterwürfig verhalten konnte. Und wie die Tycoons aus Industrie und Finanzen, die sich brüsten, die reichste Zivilisation der Geschichte geschaffen zu haben, diesen Reichtum — zusammen mit der damit verbundenen Machtstellung — in die Hände einer feindlichen Macht übergeben haben. Um mehr Geld zu verdienen, hat der Westen — bewusst und freiwillig — seinen Kopf unter die Guillotine gesteckt. Sollte man sich jetzt wundern, wenn der Henker den Hebel zieht?
Eine prophetische Stimme
Dennoch war diese Situation perfekt vorhersehbar und daher vermeidbar. Es ist eine Folge der blinden und selbstmörderischen Politik des Westens gegenüber dem chinesischen Kommunismus, gegen die sich schon in den 1930er Jahren die Stimme von Plinio Corrêa de Oliveira erhob.


Bereits 1937 prangerte der brasilianische katholische Denker an, dass die Vereinigten Staaten die chinesischen Kommunisten zusammen mit den Sowjets plötzlich bewaffneten: Das Außenministerium gibt bekannt, dass die Lizenzen für den Export von Waffen und Kriegsmaterial nach China im November insgesamt 1.702.970 Dollar erreichten. Auch in der UdSSR erreichten die Exportlizenzen für Kriegsmaterial die Summe von 805.612 Dollar. (...) Wir verstehen nicht, wie die Vereinigten Staaten Waffen an die Kommunisten verkaufen, den gefährlichsten und abscheulichsten Feind der Zivilisation.“ (AdR: und das noch vor dem Zweiten Weltkrieg…)
1943, als die Niederlage des Nationalsozialismus nur noch eine Frage der Zeit war, wies er auf zukünftige Feinde hin: Kommunismus und Islam. Sein prophetischer Blick ging jedoch noch weiter: „Die muslimische Gefahr ist immens und der Westen scheint sie nicht zu bemerken, genau wie er angesichts der gelben Gefahr auch seine Augen zu schließen scheint.“
Nach dem Zweiten Weltkrieg ignorierte der Westen diese Gefahr weiterhin und ließ den Kommunismus China übernehmen. Zwei Fraktionen kämpften um dieses immense Territorium: der nationalistisch orientierte Kuomintang unter der Führung von Chiang Kai–Shek und die Kommunistische Partei Chinas unter der Führung von Mao Tse–Tung. Letzterer wurde von der Sowjetunion unterstützt. 1945 verurteilte Plinio Corrêa de Oliveira die Einmischung der UdSSR in China: „Wenn Zweifel an der Unaufrichtigkeit der Sowjetunion bestehen, reicht es zu sehen, was in China passiert. Entgegen all dessen, was im unterzeichneten Friedensvertrag mit Chiang Kai–Shek versprochen wurde, hat Russland den Bürgerkrieg in China wieder entfacht. (...) Wir müssen die ernste internationale Folge dieser Aggression betonen. (…) Diese Haltung des kommunistischen Russland ist ein neuer Schock gegen die Befriedung der Welt. Wir können nicht übersehen, wie sehr die Kommunistische Partei Chinas ein Spielzeug des russischen Imperialismus ist, das sie mit größter Offenheit einsetzt, um ihre internationalen Ziele zu erreichen.“
Laut Plinio Corrêa de Oliveira wäre die einzige kohärente Politik gewesen, die Kommunisten zu besiegen, ohne wenn und aber. Doch um die Sowjetunion nicht zu ärgern, verfolgten die Vereinigten Staaten einen anderen Ansatz, der sich später als katastrophal erweisen sollte: „Die amerikanische Politik in China zielt darauf ab, die Vereinigung durch eine demokratische Koalitionsregierung zwischen Kuomintang und Kommunisten zu erzwingen. Aber es kann ja niemals eine echte Koalition zwischen dem Kuomintang und den Kommunisten geben. Das Ziel der Kommunisten ist nicht, China zu einer einheitlichen demokratischen Nation zu machen, sondern es zu einer Provinz unter dem Joch des kommunistischen Totalitarismus zu machen. Es ist daher notwendig, Chiang dabei zu helfen, die Souveränität der Zentralregierung in ganz China auszudehnen. Dies kann nur erreicht werden, indem die Souveränität der kommunistischen Rebellenregierung zerstört wird, mitsamt ihren Attributen als unabhängige Macht mit Armee, Polizei, politischer Verwaltung und Finanzsystem.“
Mit der Unterstützung der Sowjets, die auch die Mandschurei besetzten, besiegte Mao Tse–Tung 1949 Chiang Kai–Shek endgültig und gründete die Volksrepublik China, wodurch die Expansion nach Tibet und Südostasien begann. In der Zwischenzeit verließ der Westen Nordkorea mit einem beängstigenden Unfall in den Händen der Kommunisten, was katastrophale Folgen hatte. Mitte Juni 1950 fielen die Kommunisten mit Unterstützung Chinas und der UdSSR in den Süden ein und begannen den Koreakrieg. Nach einem Moment der Verwirrung verstand General Douglas McArthur, Kommandeur der alliierten Streitkräfte, dass der Krieg nicht in Pjöngjang, sondern in Peking und Moskau ausgetragen wurde, und schlug einen „full-scale conflict against the communists“, vor, einen totalen Krieg gegen die Kommunisten, einschließlich der Bombardierung kommunistischer Stützpunkte in China. Er wurde kurzerhand von Präsident Harry Truman entlassen, der stattdessen den Weg des Scheiterns und des Kompromisses wählte.
In einem langen Artikel, der im Januar 1951 veröffentlicht wurde, listete Plinio Corrêa de Oliveira „Roosevelts Fehler im Zweiten Weltkrieg“ auf, darunter: „Angesichts des kommunistischen Expansionismus hat das Außenministerium ihn indirekt mit seiner unterwürfigen Haltung favorisiert, anstatt sich mit einem energischen Widerstand zu widersetzen. (...) In Asien wurde es schlimmer. Präsident Truman beschloss, die Politik des Vertrauens in den chinesischen Kommunismus fortzusetzen, wie es sein Vorgänger getan hatte. (...) Mit diesem Zusammenbruch war das Schicksal des Fernen Ostens nun besiegelt.“
In den 1960er Jahren begannen die UdSSR und China eine Inszenierung: sie simulierten einen Bruch, um den Westen irrezuführen. Plinio Corrêa de Oliveira hat an diesen Schritt nie geglaubt. Er schrieb 1963: „Es ist nur eine Falle, um den dummen und frivolen, oberflächlichen, hektischen und schwachen Menschen des Westens, der in einer Scheinwelt lebt, schlucken zu können. (...) Die Kommunisten werden für diese sonderbare Fahrlässigkeit der Westler sehr dankbar sein.“ Und 1967: „Die Trennung zwischen der ,russischen Linie‘ und der ,chinesischen Linie‘ des Kommunismus ist nichts weiter als ein Bluff.“ Der Westen war diesen Warnungen gegenüber taub und setzte die blinde und selbstmörderische Politik fort, China mit einer antisowjetischen Perspektive zu bevorzugen.
Die „Woche, die die Welt veränderte“
Von Misserfolg zu Misserfolg kam es zu einer großen Wende: die Reise von Präsident Richard Nixon nach China im Februar 1972, der Plinio Corrêa de Oliveira eine epochale Bedeutung beimaß. Der Vorwand bestand darin, eine beherrschende Stellung in China einzunehmen, um den Einfluss der Sowjetunion ausgleichen zu können. Der brasilianische Denker betrachtete es stattdessen als den Beginn des endgültigen Scheiterns. Nixon selbst nannte seine Reise „die Woche, die die Welt veränderte“.
Als der brasilianische Denker am 17. Juli 1971 die Nachricht von der Reise hörte, hielt er einen Vortrag, in dem er deren Ausmaß analysierte und mit überraschender Voraussicht die Konsequenzen vorhersagte:
„Diese Reise wird die Wahrnehmung der westlichen öffentlichen Meinung gegenüber dem kommunistischen China erheblich verändern und unter einem freundlicheren Gesichtspunkt darstellen: Ideologische Barrieren zum chinesischen Kommunismus werden fallen“;
— „Um Taiwan zu verdrängen, wird China in die Organisation der Vereinten Nationen aufgenommen,  und dann zum ständigen Mitglied des Sicherheitsrates ernannt, wodurch es die Rolle einer Weltmacht übernimmt.“
— „Der Vietnamkrieg wird im Geiste der Kapitulation und des Verrats durch die Vereinigten Staaten abrupt beenden. Mit Nixons Reise nach China akzeptieren die Vereinigten Staaten eine enorme Demütigung, die auch in Vietnam auf ein Scheitern hindeutet. Meiner Meinung nach wird der Krieg mit der bedingungslosen Kapitulation der Vereinigten Staaten enden“;
— „Die antikommunistischen Mächte des Fernen Ostens werden ihrem eigenen Schicksal überlassen (...) Nixon scheint die Absicht zu haben, das antikommunistische System im Fernen Osten unaufhaltsam abzubauen. (...) Dies wird die Länder der Region dazu zwingen, sich eher auf Peking als auf Washington zu verlassen.“
— „Hongkong gerät in Agonie. Ich glaube, dass England bald die Beziehungen zu Peking wieder aufnehmen und Hongkong an die Chinesen übergeben wird.“
Am Ende fragte Plinio Corrêa de Oliveira: „Wer kann behaupten, dass die chinesische Expansion nicht fortgesetzt wird?“ Offensichtlich glaubte er, dass die gelbe Expansion, sobald sie einmal begonnen hatte, niemals aufhören würde. Zumal die Vereinigten Staaten keine politischen oder militärischen Bedingungen gestellt hatten.
Nach der Reise von Präsident Nixon unterzeichneten die Vereinigten Staaten mit China die Erklärung von Shanghai über die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Plinio Corrêa de Oliveira widmete dem Abkommen eine ganze Konferenz, in der er abschließend erklärte: „Angesichts des liberalen Einfallsreichtums der Amerikaner und der kommunistischen List der Chinesen wird das Abkommen für die Kommunisten ein sehr günstiges Ergebnis haben. Sie werden jede Gelegenheit nutzen, um voranzukommen. Von nun an werden die Beziehungen zwischen China und dem Westen auf dieser Grundlage stattfinden: Die Chinesen werden davon profitieren können, die Westler aber nicht.“
Der brasilianische Denker hielt das Abkommen von Shanghai für die schlimmste politische Katastrophe des 20. Jahrhunderts: „Yalta war die größte Katastrophe nach München. Es war München multipliziert durch München. Das Abkommen von Shanghai ist Yalta multipliziert durch Yalta! Wohin wird es uns führen? Ich weiß es nicht. Eines ist jedoch sicher: Der Westen hat diesen Krieg bereits verloren.“
Es muss gesagt werden, dass dies die Linie der amerikanischen Regierung und konkreter des Staatssekretariats war. Im Publikum gab es jedoch erhebliche Reaktionen, denen Plinio Corrêa de Oliveira einige Vorträge und Zeitungsartikel widmete.
Nach dem Tod von Mao Tse–Tung im Jahr 1976 übernahm Deng Xiaoping die Macht, was den sogenannten „Pekinger Frühling“ einleitete, die erste schüchterne Öffnung des chinesischen Systems für den Kapitalismus, ohne jemals die kommunistische Ideologie zu leugnen. Alles im Geiste des Shanghai-Abkommens. Der Westen begann daher, in China zu investieren. Plinio Corrêa de Oliveira warnte, dass der Fluss westlicher Hilfe China die Mittel geben würde, um seine expansionistischen Ziele zu verfolgen: „Könnte China nicht danach streben, ganz Asien zu kontrollieren? Territoriale Größe, zahlenübermäßige Bevölkerung und Appetit nach Eroberung fehlen ihm nicht. Doch für solch ein großes Unternehmen wird ihm ein beträchtliches industrielles und militärisches Potenzial nötig sein. Das kommunistische Regime hat ihm aber beides nicht gegeben. Das kommunistische China wird sich nur mit Hilfe kapitalistischer Nationen in eine imperialistische Supermacht entwickeln und sein können.“
Ein Projekt imperialer Herrschaft
Plinio Corrêa de Oliveira starb 1995 und sah daher nicht die vollständige Erfüllung seiner Vorhersagen. Heute können wir mit Bedauern sagen: Alles, was er vorausgesehen hat, ist leider auf die schlimmste Art und Weise wahr geworden.
1980 war Chinas Pro-Kopf-Einkommen niedriger als das der ärmsten afrikanischen Nationen. Heute produziert China 50% aller Industriegüter der Welt. All dies, es muss wiederholt werden, mit dem Geld und dem Know-how des Westens, das aus Naivität nach China übertragen wurde, nach der Logik - oder eher dem Mangel an Logik - des wilden Kapitalismus und der Globalisierung. Während die Westler China mit Geld und Technologie füllten, folgten die Chinesen gewissenhaft einer von einem westlichen Analytiker so genannten „Bismark’schen Politik“, d. h. einem genau definierten Projekt imperialer Herrschaft.
Dieses Projekt wird gut untersucht von Michael Pillary, einem der führenden amerikanischen Experten für China, in seinem Buch The Hundred-Year Marathon. Chinas’s secret Strategy to Replace the U.S. as the World Superpower“. Er zeigt, wie sich die amerikanische Politik als ein Bumerang erwiesen hat, China mit Geld und Technologie, selbst militärische, zu überhäufen, in der naiven Hoffnung, dass es ein verlässlicher Partner wird. Währenddessen haben die Chinesen das Spiel mit versteckten Absichten gespielt und die westlichen Naivität ausgenutzt, um eine herrschende Stellung zu erlangen, die sie heute als Waffe der globalen Herrschaft einsetzen.
Ein weiteres interessantes Buch ist das des britischen Journalisten Martin Jacques „When China Rules the World: The End of the Western World and the Birth of a New Global Order“ (Wenn China die Welt regiert: Das Ende der westlichen Welt und die Geburt einer neuen globalen Ordnung). Basierend auf Marktstudien, geopolitischen Projektionen und historischen Analysen zeigt Jacques, wie - wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt - China im 21. Jahrhundert die Hegemonialmacht sein wird, die die Vereinigten Staaten herabstufen und eine „neue Moderne“ einführen wird, die sich umfassend von der aktuellen unterscheidet. Laut Jacques ist China keine „Staatsnation“, sondern eine „Staatszivilisation“ mit imperialer Berufung, die es gewohnt ist, unbestrittene Macht auszuüben.
China überdenken
Die Covid-19-Pandemie scheint jedoch die Karten anders gemischt zu haben.
Chinas Verantwortung für die Pandemie, die jetzt die ganze Welt erfasst, wird immer offensichtlicher. Die einzigen, die dies leugnen, sind die Chinesen selbst, die auch mit sehr schweren Strafen gegen diejenigen drohen, die es wagen, diese Offensichtlichkeit zu bekräftigen. Als Pekings Arroganz ein surreales Niveau erreicht, beginnt sich der Westen zu fragen, ob er nicht den falschen Weg eingeschlagen hat. „China infiziert uns, kauft uns und wir bedanken uns noch bei ihm“, fasste die Situation Massimo Cacciari zusammen. Eine internationale Bewegung wächst auch und fordert ein „Nürnberger Gericht“, um die chinesische Verantwortung zu ermitteln und möglicherweise eine Entschädigung zu fordern.
Die Aussagen von Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Yangon, der Hauptstadt von Myanmar, sind sehr klar: „Es gibt eine Regierung, die die Hauptverantwortung [für die Pandemie] trägt, aufgrund dessen, was sie getan hat und was sie unterlassen hat zu tun, und dies ist das Regime der Kommunistischen Partei Chinas in Peking. Ich möchte klarstellen: Es ist die KPCh, die dafür verantwortlich ist, und nicht die Menschen in China, niemand sollte in dieser Krise mit Rassenhass gegen die Chinesen reagieren. In der Tat waren die Chinesen die ersten Opfer dieses Virus, ebenso wie sie seit langer Zeit die Hauptopfer ihres repressiven Regimes sind. Das chinesische Volk verdient unser Mitgefühl, unsere Solidarität und unsere Unterstützung. Aber es sind die Unterdrückung, Lügen und Korruption der KPCh, die dafür verantwortlich sind.“
Genau das, was Plinio Corrêa de Oliveira im nunmehr fernen Jahr 1937 behauptete...
Ich lasse die schwere Verantwortung der vatikanischen Ostpolitik gegenüber dem kommunistischen China aus, die mit der amerikanischen Hand in Hand ging und unter dem Pontifikat von Franziskus alarmierende Exzesse erreicht hat. Es würde Horizonte öffnen, die so relevant sind, dass sie eine getrennte Behandlung verdienen.
Vielleicht möchte Gott uns etwas mit dieser Pandemie sagen. Vielleicht ist es an der Zeit, unsere Strategie gegenüber dem kommunistischen China ab imis fundamentis zu überdenken. Morgen wird es zu spät sein.
Aber dazu braucht man Mut. Ein Mut, der nicht von unseren natürlichen Kräften kommt, sei es politisch, wirtschaftlich oder kulturell. Hier brauchen wir das Eingreifen der göttlichen Gnade auf die Seelen. Ich frage mich: Angesichts der immensen Tragödie, die unsere Welt heute erlebt, erschüttert durch diese Pandemie bis in die Grundfesten, ist es nicht an der Zeit, zum Himmel zu rufen: Verzeihung! Verzeihung! Verzeihung!? Ich bin sicher, dass der Himmel uns antworten wird: Buße! Buße! Buße! Bekehrung! Bekehrung! Bekehrung! Und inmitten des Lärms der entfesselten himmlischen Elemente wird man eine Stimme hören, die so süß ist wie eine Honigwabe, die uns sagt: „Habt Mut meine Kinder! Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!“


Aus dem Italienischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
https://www.atfp.it/varie/1765-ripensare-la-cina
(ohne Datum)
Bild: Shotscreen XI Jinping china-blockchain-app in http://www.diesirae.pt/
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Donnerstag, 16. April 2020

Ambiente, Bräuche, Barbarei


Plinio Corrêa de Oliveira


Dieser arme alte Mann sieht aus wie eine Wiederbelebung des Hiob in seiner bittersten Prüfung. Seine extreme Magerkeit zeigt unter der ramponierten, rauen, blutlosen Haut die allgemeinen Linien des Skeletts. Die Nackenmuskeln sind so schwach, dass sie den Kopf nicht aufrecht halten können, der sich deshalb zur Seite neigt. Die Ohren ragen aufgrund der Magerkeit übermäßig hervor. Seine Augen glühen ein wenig wild in den tragisch düsteren Tiefen ihrer Augenhöhlen. Die Hände können noch nicht einmal das Gewicht einer Tasse halten.
Wir erwähnten Hiob. Der Vergleich ist ungenau. Der heilige Mann wurde vom Teufel mit ernsthaften Unglücksfällen geplagt, aber diese beseitigten nicht die herrliche Kraft seines Geistes, der unter göttlicher Inspiration über seine eigenen Schmerzen Seiten beispielloser Schönheit der Literatur aller Zeiten schrieb.
Bei diesem unglücklichen Patienten hat man den Eindruck, dass das Leiden fast alle Energien der Seele erschöpft hat, deren Leben sich nur im Blick konzentriert zu haben scheint. Ein schrecklicher Blick, der all die Dinge, die ihn umgeben, nicht wahrnimmt und in der Erinnerung an Danteschen Tatsachen und Umgebungen fixiert ist, wie ein Albtraum, in dem sein ganzes Wesen immer noch eingetaucht ist. Ein bewundernswerter Blick, der eine überlegene Unschuld und Würde über alle erlittenen Gräueltaten bewahrt.
Im Gesicht lässt nur ein Detail vermuten, dass es sich möglicherweise um einen vorzeitig gealterten Mann handelt, der nicht durch den Lauf der Zeit, sondern durch brutale Erschöpfung ins Alter gekommen ist: Die Augenbrauen verblieben schwarz...
Im Jahr 1952 war dieser Mann noch in voller Aktivität. Seine Schultern stützten die Last des Bischofsamts, einer so großen Diözese, die, wie der heilige Hieronymus schrieb, den Engeln selbst Angst machen würde. Er heißt Msgr. Alfonso Ferroni, O.F.M. Seine Nationalität, Italiener.
Seine Diözese Laohokow, in China, fiel unter die Macht der Roten, die ihn allen Arten von Misshandlungen aussetzten. Er weigerte sich heldenhaft, sich dem Marxismus anzuschließen. Und das Ergebnis sehen wir hier. Die Brutalität der Chu En-Lai Schergen hat ihre Spuren in diesem Gesicht hinterlassen. Herrlicher Ausdruck der beiden Werte im Kampf: die übernatürliche Tugend der Kirche und die satanische Niedertracht des Kommunismus.
Die gleiche besessene Umgebung russischer und chinesischer Kerker, die gleiche frenetische und äußerst abscheuliche Grausamkeit, die dem Kommunismus innewohnt, hatte einen anderen Prälaten als Opfer, weit entfernt von China.
Die Menschen sprechen seinen Namen mit Verehrung aus. In diesem Sumpf von Amoralität, Unmittelbarkeit, Korruption und Feigheit, der modernen Welt, ist er der aufrichtige, desinteressierte, kohärente und unerschrockene Mann, der durch das Martyrium die Echtheit seiner immensen Uneigennützigkeit bewiesen hat. Millionen von Menschen, die an ihn denken, fühlen sich geehrt, Mensch zu sein. Und seine Kühnheit - sagt der Stellvertreter Christi – wird von den Engeln Gottes bewundert (vgl. Pius XII. - Apostolischer Brief vom 29. Juni 1956).

Auf unserem Bild nach seiner Freilassung Kardinal Mindszenty im Erzbischöflichen Palais von Buda, umgeben von seinen Befreiern.
Der kräftige Körper scheint den harten Test überstanden zu haben. Das Gesicht drückt bewundernswert die Männlichkeit und Durchdringung aus, die den Primas von Ungarn berühmt gemacht haben. Vitalität, Beweglichkeit bezeichnen die immense Ressourcenreserve, die der Verfechter des Glaubens noch in den Dienst Jesu Christi stellen kann.
Aber betrachten wir den Blick. Mit nichts, absolut nichts Senilem scheint er schreckliche Szenen, unaussprechliche Ängste und Qualen hervorzurufen, die ohne den ganz besonderen Beistand der Vorsehung jeden Menschen vernichten würden.
Es ist zu sehen, dass der Kardinal auch in den Ozean des moralischen oder physischen Schmerzes eingetaucht war, der ein kommunistisches Gefängnis ist.
Ambiente, Bräuche des Kommunismus. Wir sagen nicht Ambiente, Bräuche, Zivilisation, weil wir Ambiente, Bräuche Barbarei sagen sollten.
Wie kann es angesichts dieser Bilder schwierig sein, die mögliche Legitimität eines Präventivkrieges so zu verstehen, wie es der Heilige Vater Pius XII. in seiner letzten Weihnachtsansprache erwähnt hat?


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
CATOLICISMO Nr 74 – Ambientes, Costumes, Barbárie – Februar 1957
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Freitag, 3. April 2020

Überlegungen für die Karwoche


Plinio Corrêa de Oliveira
Wahre Frömmigkeit muss die ganze Seele des Menschen durchdringen und daher auch Emotionen wecken und anregen. Aber Frömmigkeit ist nicht nur Emotion, und es ist nicht einmal hauptsächlich Emotion. Frömmigkeit entspringt der Intelligenz, die ernsthaft gebildet wurde durch ein sorgfältiges Studium des Katechismus, durch eine genaue Kenntnis unseres Glaubens und folglich der Wahrheiten, die unser inneres Leben bestimmen sollen. Die Frömmigkeit liegt auch noch im Willen. Wir müssen ernsthaft das Gute wollen, das wir kennen. Es reicht zum Beispiel nicht aus zu wissen, dass Gott vollkommen ist. Wir müssen die Vollkommenheit Gottes lieben, und deshalb müssen wir uns etwas von dieser Vollkommenheit wünschen: Es ist das Streben nach Heiligkeit. „Wünschen“ bedeutet nicht nur vage und sterile Gefühle zu empfinden. Wir wollen ernsthaft nur dann etwas, wenn wir bereit sind, alle Opfer zu bringen, um das zu bekommen, was wir wünschen. So wünschen wir nur ernsthaft unsere Heiligung und die Liebe Gottes, wenn wir bereit sind, alle Opfer zu bringen, um dieses höchste Ziel zu erreichen. Ohne diese Bestimmung ist alles „Wünschen“ nichts als Illusion und Lüge. Wir können größte Zärtlichkeitsgefühle haben, wenn wir die Wahrheiten und Geheimnisse der Religion betrachten: wenn wir daraus keine ernsthaften und wirksamen Vorsätze treffen, wird unser Frömmigkeit wertlos sein.
Dies muss besonders in den Tagen der Passion Unseres Herrn gesagt werden. Es reicht nicht, die verschiedenen Ereignisse der Passion mit Rührung zu verfolgen: das wäre ausgezeichnet, aber nicht genug. Wir müssen unserem Herrn heutzutage aufrichtige Beweise unserer Andacht und Liebe geben.
Wir geben diese Beweise, durch den Vorsatz unser Leben zu ändern und mit aller Kraft für die heilige katholische Kirche zu kämpfen.
Die Kirche ist der mystische Leib Christi. Als unser Herr den heiligen Paulus auf dem Weg nach Damaskus erschien, fragte er ihn: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du Mich?“ Saulus verfolgte die Kirche. Unser Herr aber sagte ihm, dass er Ihn selbst verfolgte.
Wenn die Verfolgung der Kirche bedeutet, Jesus Christus zu verfolgen, und wenn auch heute die Kirche verfolgt wird, wird heute Christus verfolgt. Die Passion Christi wiederholt sich in gewisser Hinsicht auch in unseren Tagen.
Wie wird die Kirche verfolgt? Wenn ihre Rechte angefochten werden oder daran gearbeitet wird, die Seelen von ihr fernzuhalten. Jede Tat, durch die eine Seele von der Kirche entfernt wird, ist ein Akt der Verfolgung Christi. Jede Seele ist in der Kirche ein lebendiges Mitglied. Eine Seele aus der Kirche zu entfernen bedeutet, ein Mitglied des mystischen Leibes Christi von ihm zu trennen. Eine Seele aus der Kirche reißen bedeutet in gewissem Sinne unserem Herrn dasselbe anzutun, wenn uns der Augapfel herausgerissen würde.
Wenn wir also mit der Passion unseres Herrn Jesus Christus leiden wollen, meditieren wir darüber, was Er in den Händen der Juden gelitten hat, aber vergessen wir nicht, was heute alles noch getan wird, um das göttliche Herz zu peinigen.
Dies gilt umso mehr, als unser Herr während seiner Passion alles vorausgesehen hat, was bis zum Ende der Welt geschehen würde. Er sah alle Sünden aller Zeiten und auch die Sünden unserer Tage im Voraus. Er sah unsere Sünden im Voraus und litt im Voraus für sie. Wir waren im Ölgarten als Henker anwesend und als Henker folgten wir seine Passion Schritt für Schritt bis zum Gipfel des Golgatha.
Bereuen und weinen wir also.


Die leidende, verfolgte, verachtete Kirche, steht hier vor unseren gleichgültigen oder grausamen Augen. Sie steht vor uns wie Jesus vor Veronica stand. Haben wir Mitleid mit ihren Schmerzen. Trösten wir mit unserer Zärtlichkeit die Heilige Kirche in allem, was sie leidet. Wir können sicher sein, dass wir damit Christus einen Trost geben werden, der dem Trost der Veronica gleich ist.

Ungläubigkeit
Beginnen wir mit dem Glauben. Bestimmte Wahrheiten in Bezug auf Gott und unser ewiges Schicksal können wir aus der normalen Vernunft erkennen. Andere kennen wir, weil Gott sie uns gelehrt hat. In seiner unendlichen Güte offenbarte sich Gott den Menschen im Alten und im Neuen Testament und lehrte uns nicht nur, was unsere Vernunft nicht enthüllen konnte, sondern auch viele Wahrheiten, die wir rational erkennen konnten, die aber die Menschheit durch eigene Schuld nicht wirklich erkannt hatte. Die Tugend, durch die wir an die Offenbarung glauben, ist der Glaube. Niemand kann einen Akt des Glaubens ohne die übernatürliche Hilfe der Gnade Gottes vollbringen. Diese Gnade gibt Gott allen Menschen und in strömender Fülle den Mitgliedern der katholischen Kirche. Diese Gnade ist die Bedingung ihrer Erlösung. Niemand wird zur ewigen Glückseligkeit kommen, wenn er den Glauben ablehnt. Durch den Glauben wohnt der Heilige Geist in unseren Herzen. Den Glauben ablehnen bedeutet, den Heiligen Geist ablehnen, Jesus Christus aus der Seele vertreiben.
Schauen wir jetzt um uns herum, wie viele Katholiken den Glauben ablehnen. Sie wurden getauft, aber im Laufe der Zeit haben sie den Glauben verloren. Verloren durch ihre eigene Schuld, denn niemand verliert den Glauben ohne Schuld und zwar durch schwere Schuld. Und siehe, gleichgültig oder feindselig, denken, fühlen und leben sie wie Heiden. Es sind unsere Verwandten, unsere Nachbarn, vielleicht unsere Freunde! Ihr Unglück ist immens. Unauslöschlich ist das Zeichen der Taufe in ihnen. Sie sind für den Himmel gezeichnet und fahren zur Hölle. In ihren erlösten Seelen ist das Zeichen des Blutes Christi. Niemand kann es löschen. Es ist in gewisser Weise das Blut Christi selbst, das sie entweihen, wenn sie in dieser erlösten Seele Prinzipien, Maximen und Normen akzeptieren, die der Lehre der Kirche widersprechen. Der abtrünnige Katholik hat etwas Analoges zum abtrünnigen Priester. Er schleppt die Überreste seiner Größe mit sich, entweiht sie, erniedrigt sie und erniedrigt sich mit ihnen. Aber er verliert sie nicht.
Was ist mit uns? Geht uns das was an? Leiden wir darunter? Beten wir, dass diese Seelen sich bekehren? Tun wir Buße? Machen wir Apostolat? Wo ist unser Rat? Wo sind unsere Argumente? Wo ist unsere Nächstenliebe? Wo ist unsere mutige und energische Verteidigung der Wahrheiten, die sie leugnen oder verletzen?
Das Heilige Herz blutet damit. Es blutet wegen dem Abfall vom Glauben und wegen unserer Gleichgültigkeit. Eine doppelt tadelnswerte Gleichgültigkeit, weil es Gleichgültigkeit gegenüber unserem Nächsten und vor allem Gleichgültigkeit gegenüber Gott ist.
Verschwörung
Wie viele Seelen auf der ganzen Welt verlieren den Glauben? Denken wir an die unkalkulierbare Anzahl gottloser Zeitungen, gottloser Radiosendungen, die täglich die Welt überschwemmen. Denken wir an die unzähligen Handlanger des Teufels, die auf den Lehrstühlen, in den Familien, an den Orten der Versammlungen oder Vergnügungen ruchlose Ideen verbreiten. Wer wird von all diesen Bemühungen des Teufels zugeben, dass sie keine Wirkung haben? Die Auswirkungen all dessen liegen vor uns. Täglich werden die Institutionen, Bräuche und die Kunst entchristlicht, ein unverkennbares Zeichen dafür, dass die Welt selbst für Gott verloren geht.
Ist in all dem keine große Verschwörung? So viele Bemühungen, harmonisch miteinander verbunden, einheitlich in ihren Methoden, in ihren Zielen, in ihrer Entwicklung, kann das nur das Werk von Zufällen sein? Wo und wann brachten nicht artikulierte Absichten die gewaltigste artikulierte ideologische Offensive hervor, die in der Geschichte bekannt ist, die vollständigste, geordnetste, umfangreichste, genialste, einheitlichste in ihrem Wesen, in ihren Zielen, in ihrer Entwicklung?
Wir denken nicht darüber nach. Wir bemerken es nicht einmal. Wir schlafen in der Müdigkeit unseres alltäglichen Lebens. Warum sind wir nicht wachsamer? Die Kirche leidet unter allen Qualen, ist aber allein. Weit, weit weg von ihr dösen wir dahin. Es ist die Szene des Ölgartens, die sich wiederholt.

Tatsächlich hatte die Kirche nie so viele Feinde und paradoxerweise nie so viele „Freunde“. Hören wir die Spiritisten: Sie sagen, dass sie keinen Krieg gegen die Religion führen und gegen den Katholizismus noch weniger als jeder andere. Doch das Leben aller Kommunisten, Spiritisten und Protestanten ist von morgens bis abends nichts anderes als eine Verschwörung gegen die Kirche. Auch sie haben ihre Lippen bereit für den Kuss, obwohl sie in ihren Gedanken längst beschlossen haben, die Kirche Gottes zu vernichten.
Lauheit
Und unter uns? Diesen Glauben, den so viele bekämpfen, verfolgen, verraten, Gott sei Dank, wir haben ihn.
Welchen Gebrauch machen wir von ihm? Lieben wir ihn? Verstehen wir, dass unser größtes Glück im Leben darin besteht, Mitglieder der Heiligen Kirche zu sein, dass unsere größte Ehre der Titel eines Christen ist?
Wenn ja - und wie selten sind diejenigen, die mit gutem Gewissen dies bejahen könnten - sind wir bereit, alle Opfer zu bringen, um den Glauben zu bewahren?
Sagen wir nicht in einem romantischen Aufschwung, ja. Seien wir positiv. Werfen wir einen kalten Blick auf die Fakten. Steht nicht neben uns der Henker, der uns die Alternative des Kreuzes oder des Abfalls stellt? Aber jeden Tag erfordert die Bewahrung des Glaubens Opfer von uns. Tun wir sie?
Ist es in etwa wahr, dass wir, um den Glauben zu bewahren, alles vermeiden, was ihn gefährden könnte? Vermeiden wir Lektüren, die ihn beleidigen könnten? Vermeiden wir die Gesellschaft, mit der er der Gefahr ausgesetzt ist? Suchen wir nach Umgebungen, in denen der Glaube gedeiht und Wurzeln schlägt? Oder leben wir um weltliche und flüchtige Freuden zu genießen in Umgebungen, in denen der Glaube verkümmert und in Trümmer zu fallen droht?
Jeder Mensch neigt aufgrund des Geselligkeitsinstinkts dazu, die Meinungen anderer zu akzeptieren. Im Allgemeinen sind heutzutage die vorherrschenden Meinungen unchristlich. In Fragen der Philosophie, Soziologie, Geschichte, positiven Wissenschaften und der Kunst kurz, in allem wird kirchenwidrig geurteilt. Unsere Freunde folgen dem Strom. Haben wir den Mut, nicht zuzustimmen? Schützen wir unseren Geist vor dem Eindringen falscher Ideen? Denken wir mit der Kirche in allem und für alles? Oder geben wir uns damit zufrieden, sorglos weiterzuleben und alles zu akzeptieren, was der Geist der Welt in uns einprägt, und einfach, weil er ihn uns einprägt?
Es kann sein, dass wir Unseren Herrn nicht aus unserer Seele vertrieben haben. Aber wie behandeln wir diesen göttlichen Gast? Ist er das Objekt aller Aufmerksamkeit, das Zentrum unseres intellektuellen, moralischen und affektiven Lebens? Ist er der König? Oder gibt es einfach für Ihn einen kleinen Raum, um Ihn als sekundären, uninteressanten Gast zu tolerieren, der etwas ungelegen ist?
Als der göttliche Meister während der Passion stöhnte, weinte und Blut schwitzte, wurde er nicht nur von körperlichen Schmerzen gequält, nicht einmal von dem Leiden, das durch den Hass derer verursacht wurde, die ihn im Moment verfolgten. Er litt alles, was wir ihm und der Kirche an Schmerzen in den kommenden Jahrhunderten zufügen würden. Er weinte um den Hass aller Gottlosen, aller Arius, Nestorius, Luthers, aber er weinte auch, weil er vor sich die endlose Prozession lauwarmer Seelen, gleichgültiger Seelen sah, die, ohne ihn zu verfolgen, ihn nicht liebten, wie sie sollten.
Es ist die unzählige Phalanx derer, die ihr Leben ohne Hass und ohne Liebe verbracht haben und laut Dante aus der Hölle ausgeschlossen werden, weil es nicht einmal einen geeigneten Ort in der Hölle für sie gab.
Sind wir in dieser Prozession?
Dies ist die große Frage, die wir mit Gottes Gnade in diesen Tagen der Einkehr, Frömmigkeit und Buße, in die wir jetzt eintreten, beantworten müssen.


Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
„Legionário“, Nr. 764, 30. März 1947

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

„Überlegungen für die Karwoche“ erschien erstmals in deutscher Sprache in www.p-c-o.blogspot.com


Donnerstag, 2. April 2020

Auch wir...


Der Apostel Thomas steckt den Finger in die Seitenwunde des Herrn
(in Notre Dame von Paris, 14. Jhd.)
Plinio Corrêa de Oliveira
In unserem letzten Artikel (Palmsonntag) haben wir gezeigt, dass die Meditationen, die so häufig über die Undankbarkeit, Feigheit und Blindheit der Apostel während der Passion gemacht werden, kein rein spekulatives Interesse für uns haben sollten. Auch wir haben eine Undankbarkeit, Feigheit und Blindheit, die der der Apostel gegenüber unserem Herrn sehr ähnlich ist, und es wäre lächerlich, nur an ihre Mängel zu denken, ohne auch den „Balken in unserem eigenen Auge“ zu berücksichtigen. Niemand heiligt sich selbst, indem er über die Tugenden oder Mängel anderer meditiert, wenn er dies nicht tut, um seine eigenen Tugenden zu vermehren oder seine eigenen Mängel zu bekämpfen. Wenn unsere Augen auf die Passion unseres Herrn gerichtet sind, dürfen wir uns deshalb nicht vergessen, denn unser Herr bittet uns nicht so sehr, dass wir mit Unserer Lieben Frau um die Leiden des Lammes Gottes weinen, sondern dass wir darauf achten, unsere eigene Seele nicht in einer zweiten Ausgabe derer, die Ihn geopfert haben, zu verwandeln.
Diese Überlegung, die in Bezug auf die milden Traurigkeiten der Karwoche absolut zutreffend ist, gilt Punkt für Punkt auch für die strengen Freuden der Auferstehung. So viele Menschen sind erstaunt und empört über die Verwirrung voller Niedergeschlagenheit und das Schwanken des Geistes, das sich nach dem Tod Unseres Herrn bei den Aposteln bezüglich der Auferstehung zeigte. Der Erlöser hatte klar und deutlich vorausgesagt, dass Er von den Toten auferstehen würde. Nachdem Er jedoch am Kreuz gestorben war, überließen sich die Apostel einer Niedergeschlagenheit, die alle Schwankungen in ihren Seelen deutlich sichtbar machte. Und Thomas wollte den Erlöser mit den Fingern berühren, um an die Wahrhaftigkeit der Auferstehung zu glauben.
Die Realität ist nun, dass auch wir der gleichen Schwäche ausgesetzt sind, die oft mit unserer eigenen Zustimmung in uns obsiegt. Sicherlich glauben wir alle, Gott sei Dank, mit aller Entschiedenheit und ohne das geringste Zögern an die Objektivität der Auferstehung Unseres Herrn Jesus Christus. Aber es gibt noch eine andere Wahrheit, die wir zweifellos zugeben, die wir aber manchmal mit solcher Angst zugeben, dass wir ihr einen fast rein spekulativen und so eingeschränkten Sinn geben, dass wir die Kritik des Heiligen Geistes vollkommen verdienen: „die Wahrheiten haben abgenommen bei den Menschenkindern“. Es ist keine Wahrheit, an der wir zweifeln, aber über die wir in unseren Gedanken eine verminderte Vorstellung haben. Wie viele und wie viele Fehler ergeben sich daraus!
* * *
Diese Wahrheit, die Unser Herr auf unverkennbare Weise bekräftigte und für die Sein Wort nicht weniger unfehlbar ist als bei der Vorhersage seiner Auferstehung, es ist die übernatürliche Fruchtbarkeit der heiligen, katholischen, apostolischen und römischen Kirche, die trotz der Angriffe all ihrer Feinde bis zum Ende der Zeiten aufrecht stehen bleibt, immer in der Lage, die Menschen guten Willens durch die Gnade an sich zu ziehen.
Natürlich sind alle Katholiken verpflichtet an diese Wahrheit zu glauben. Die Kirche wird niemals diese Gabe verlieren, Seelen an sich zu ziehen. Dies zu leugnen bedeutet, nicht wahrhaben wollen, dass Jesus Christus Gott ist oder dass die Evangelien vom Heiligen Geist inspirierte Bücher sind. Dies zu leugnen heißt daher, die Religion selbst zu leugnen. Aber diese Wahrheit, die alle akzeptieren, hat sie jeder in gleichen Maßen? Sehen es alle mit der gleichen Klarheit? Ziehen alle die gleichen Schlussfolgerungen daraus?
In den turbulenten Tagen, die wir durchmachen, wenn wir sehen, wie sich die Häresie in ganz Europa ausbreitet und die ganze Welt bedroht, wie viele Menschen glauben, dass die Kirche so bedroht ist, dass sie dazu neigt, vor den gegenwärtigen Weltherrschern Zugeständnisse zu machen? Heutzutage hat die allgemeine Paganisierung der Bräuche alle Bereiche der Gesellschaft durchdrungen und einen Abgrund gegraben, der immer tiefer wird, zwischen dem Geist der Kirche und dem Geist der Zeit. In Anbetracht dessen, wie viele Menschen raten der Kirche zu moralischen Zugeständnissen, die in der Lage wären, sie mit dieser Gesellschaft zu versöhnen, ohne deren Unterstützung in der Welt befürchtet wird, dass sie zusammenbrechen wird, dass, wenn das nicht den Tod bedeutete, zumindest eine anhaltende Ohnmacht wäre. Angesichts der Bildung pseudowissenschaftlicher Strömungen, die zunehmend gegen die unfehlbaren Lehren der Kirche sind, wie viele Menschen möchten, dass die Kirche, wenn sie die bereits definierten Wahrheiten nicht ändern will, zumindest nicht ihre Lehre in noch kontroverseren Punkten zu definieren, in denen jegliche Definition von Seiten des Katholizismus die Gegensätze zu unserer Zeit nur noch größer werden?
Entstehen all diese Fehler einer mehr oder weniger unbewussten Angst vor der Fruchtbarkeit der Kirche?
Was ist eigentlich katholische Lehre? Es ist eine Gesamtheit von Wahrheiten. Sobald in dieser Gesamtheit nur eine Wahrheit verfälscht würde, würde die katholische Lehre nicht mehr sie selbst sein. So ist der Versuch, sie irgendwie anzupassen, daraufhin zu arbeiten, dass sie ihre eigene Identität verliere. Mit anderen Worten, es ist der Versuch, sie zu vernichten. Und zu meinen, dass das Apostolat ohne diese Anpassung unmöglich ist, bedeutet zu meinen, dass die Kirche nur sterbend siegen kann!
* * *
Natürlich kann sich dieses Zögern bei einem echten Katholiken nicht auf bestimmte Wahrheiten beziehen, die von der Kirche bereits unwiderruflich definiert wurden. Es gibt jedoch eine Menge praktischer Anwendungen von Prinzipien oder Lehren die sich aus bereits definierten Prinzipien ableiten, in denen diese Schwäche zum Ausdruck kommen kann. Anstatt in der Lehre oder in der praktischen Anwendung der Prinzipien die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nur die Wahrheit zu suchen, werden die diesbezüglichen Überlegungen mehr oder weniger von der Sorge durchdrungen, den Irrtümern der Welt nachzugeben. Anstatt zu versuchen, alle vorhandenen Früchte einer intellektuellen und moralischen Ordnung aus dem Schatz der katholischen Wahrheiten herauszuholen, möchte man eher wissen, was als umstritten und daher als freie Materie bezeichnet werden kann, als das, was als wahrhaftig bezeichnet wird und daher als sichere Lehre gilt.
Mit anderen Worten, die unveränderliche Angewohnheit, sich herablassen zu müssen, führt dazu, dass viele Menschen versuchen, die für den Zweifel reservierten intellektuellen Räume zu erweitern. In Gegenwart einer aus der katholischen Lehre abgeleiteten Bestätigung sollte die Frage lauten: Kann ich diesen Reichtum stärker in das Erbe meiner Überzeugungen einbeziehen? Und nicht die im Allgemeinen gestellte andere Frage: Welche Gründe kann ich entdecken, um dies auch zu bezweifeln?
Pius XI., der den Ew. Erzbischof von Cuiabá in Audienz empfing, gab ihm als Schlagwort für katholische Journalisten in Brasilien: „dilatate spatia veritatis“ (erweitert den Raum für die Wahrheit). Viele Menschen tun gerne das Gegenteil: Anstatt sich zu bemühen, aus den bereits bekannten Lehrwahrheiten neue abgeleitete zu entdecken, oder die Anwendung dieser Wahrheiten in der Praxis so weit wie möglich auszudehnen, wird alles daran gesetzt, so viel wie möglich Positives zu leugnen, was man auf diesem Weg herausholen will. Kurz gesagt, dies ist genau das Gegenteil eines wahren konstruktiven Geistes, es ist die Erweiterung von Räumen, nicht der Wahrheit, sondern des Zweifels.
* * *
Wenn Offenbarung ein Schatz und die Verbreitung des Evangeliums ein Gut ist, müssen wir umso glücklicher sein, je mehr dieser Schatz verbreitet und dieses Gut verteilt wird. Viele denken jedoch, es muss das Gegenteil sein. Je mehr die logischen Konsequenzen der Offenbarung verborgen werden und die Konsequenzen dessen, was im Evangelium steht, verkürzt werden, desto wohltätiger ist man! Wie wohltätig wäre doch Gott gewesen, wenn er weniger strenge Sitten auferlegt hätte! Warum hat er nicht vorausgesehen, dass im 20. Jahrhundert eine solche Moral ein „Klotz am Bein“ sei, dass jegliche Verbreitung verhindert! Korrigieren wir das Werk Gottes: Verkürzen wir das, was in seinem Werk zu lang ist, trüben wir das Licht dessen, was zu hell scheint, und so hätten wir der Menschheit großen Nutzen gebracht. Wie viele Menschen argumentieren in der Praxis so!
Jesus erscheint dem Petrus nach der Auferstehung
(in Notre Dame, Paris)

Spiegelt dies nicht die Angst wider, dass die Kirche schon nicht mehr mit der Unterstützung Gottes rechnen kann und, wenn sie keine Zugeständnisse macht, keine Menschenmengen mehr anziehen kann? Ähnelt dieser Zweifel an die übernatürliche Hilfe, die Gott der Kirche gibt, dem Zweifel, den viele vor der Auferstehung an diese empfunden haben?
Denken wir darüber nach. Und bitten wir Unseren Herrn, dass wir, indem Er die Schätze der Gnaden, die wir abgelehnt, wieder in uns erstehen lässt, dass wir wieder zu dieser jungfräulichen Orthodoxie des Glaubens und zu jener Vollkommenheit des Lebens zurückkehren, die uns vielleicht die Sünde durch unsere größte Schuld gestohlen hat.




Aus dem Portugiesischen mit Hilfe von Google-Übersetzer in
O “Legionário”  Nr. 448, vom 13. April 1941
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