Dienstag, 24. Mai 2016

VI - Der revolutionäre Dreisatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in den Äußerungen verschiedener Päpste


6. Die revolutionären Grundsätze von 1789
beinhalteten die Summe aller Lehren der falschen Propheten

   Benedikt XV. hielt aus Anlaß der Veröffentlichung des Dekrets über die Heldenhaftigkeit der Tugenden des Seligen Marcelin Champagnat (1) am 11. Juli 1920 eine Ansprache, aus der wir folgende Auszüge wiedergeben:

   „Man braucht sich ja nur den Anfang des 19. Jahrhunderts anzuschauen, um sofort zu erkennen, daß in Frankreich viele falsche Propheten auftauchten, die von hier aus versuchten, überall den schädlichen Einfluß ihrer perversen Lehren zu verbreiten. Es waren Propheten, die sich als Rächer der Volksrechte aufspielten und ein Zeitalter der Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit ankündigten. Wer sah denn nicht sogleich, daß sie nur als Schafe verkleidet waren — ,in vestimentis ovium‘?
  
   Doch die von diesen Propheten verkündete Freiheit öffnete nicht die Tore zum Guten sondern zum Bösen; die von ihnen gepredigte Brüderlichkeit grüßte Gott nicht als einzigen Vater aller Brüder; und die von ihnen angepriesene Gleichheit stützte sich nicht auf den gleichen Ursprung oder die gemeinsame Erlösung und auch nicht auf das Ziel, das für alle Menschen dasselbe ist. Es waren Propheten, die eine Gleichheit, die die von Gott in der Gesellschaft gewollten Klassenunterschiede aufhob; es waren Propheten, die die Menschen Brüder nannten, um ihnen den Gedanken gegenseitiger Unterordnung zu nehmen; es waren Propheten, die die Freiheit verkündeten, das Böse zu tun, das Licht Dunkelheit zu nennen, das Falsche mit dem Wahren zu verwechseln und das erstere dem letzteren vorzuziehen, dem Irrtum und dem Laster die Rechte und Gründe der Gerechtigkeit und der Wahrheit zu opfern.
Eine französische 2 Euro-Münze mit dem eingeprägten
Wahlspruch der Französischen Revolution
   Es ist leicht verständlich, daß. diese Propheten im Schafspelz ihrem Wesen nach, d.h. in Wirklichkeit reißende Wölfe waren, ,qui veniunt ad vos in vestimentis ovium, intrinsecus gutem sunt lupi rapacis‘ [sie kommen zu euch im Schafspelz, sind aber in Wirklichkeit reißende Wölfe].
   Wen wundert es da, daß gegen diese falschen Propheten das schreckliche Wort erklingen mußte: ,Hütet euch vor ihnen!‘, attendite a falsis prophetis.

   Marcelin Champagnat hat dieses Wort vernommen, und er verstand auch, daß es nicht nur ihm galt; deshalb wollte er zum Echo dieses Wortes unter den Kindern des Volkes werden, denn er sah sehr wohl, daß. gerade diese wegen ihrer eigenen Unerfahrenheit und infolge der Unkenntnis ihrer Eltern in Religionsfragen den Grundsätzen von 1789 am leichtesten zum Opfer fielen. ...
   ,Attendite a falsis prophetis‘: das waren die Worte dessen, der dem Strom der Irrtümer und Laster Einhalt gebieten wollte, der sich in folge der Französischen Revolution über die ganze Erde zu ergießen drohte. ,Attendite a falsis prophetis‘: das waren die Worte, die den Auftrag deutlich machen, den Marcelin Champagnats zum seinigen machte, und diese Worte dürfen nicht in Vergessenheit geraten, wenn man seift Leben studieren will.
   Es ist nicht uninteressant, daß Marcelin Champagnat, geboren 1789, dazu bestimmt war, die praktische Umsetzung eben der Grundsätze zu bekämpfen, die mit der Zahl seines Geburtsjahres bezeichnet wurden und eine traurige, schmerzliche Berühmtheit erlangen sollten.
   
   Um sein Werk zu rechtfertigen, hätte es genügt, das heutige Tagesevangelium weiterzulesen, denn ein einfacher Blick auf die Wunden, die die 89er Grundsätze in den Schoß der bürgerlichen und religiösen Gesellschaft gerissen haben, würden zeigen, in welchem Maße jene Grundsätze die Summe aller Lehren der falschen Propheten beinhalteten: ,a fructibus eorum cognoscetis eos‘...

   Zum Wachstum der Häuser der Kleinen Brüder Marias [Maristen-Brüder] und zur Orientierung der dort lebenden jungen Menschen trug ohne Zweifel die Gottesmutter durch ein Bild bei, das zuerst erschien, dann wieder verschwand und schließlich wiedergefunden wurde. Wahrhaft wundervoll war jenes erste Aufblühen der Gemeinschaft, und es läßt sich nur durch das ununterbrochene, außerordentliche Anwachsen erklären, das weniger als fünfzig Jahre nach der Gründung bereits fünftausend Brüder der neuen Institution hunderttausend über den ganzen Erdkreis zerstreuten Jungen heilsame Erziehung zukommen ließen.

   Hätte der ehrwürdige Champagnat in prophetischem Licht diesen außerordentlichen Erfolg vorausgesehen, würde er sicherlich die übergroße Anzahl von Jungen bedauert haben, die weiterhin im Schatten des Todes und in der Dunkelheit des Unwissens verblieben waren, und mehr noch hätte er es bedauert, daß er nicht noch besser die unheilvolle Entwicklung des schädlichen, durch. die Französische Revolution verbreiteten Samens hat aufhalten können. Ein Gefühl tiefster Dankbarkeit Gott gegenüber für das von der Kongregation getane Gute hätte ihn jedoch auch zu der Feststellung veranlaßt, daß so, wie sich aus den schlimmen Früchten der Leinre einiger zeitgenössischer Propheten deren Falschheit ableiten lässt, auch das Heranreifen guter Früchte aus seinem Schaffen auf dessen Güte schließen läßt. ,Igitur ex fructibus eorum cognoscetis eos‘“. 2)

1) Der Selige Marcelin Joseph Benedikt Champagnat, Gründer der Maristen-Schulbrüder, geboren am 20. Mai 1759 und gestorben am 6. Juni 1840, wurde von Pius XII. am 2y. Mai 1955 seliggesprochen.
2) L’Osservatore Romano, 12.-13.7.1920, 2. Aufl.


in Plinio Corrêa de Oliveira: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Papst Pius XII. an das Patriziat und den Adel Roms“, TFP Österreich, 2008, S. 213-214

Montag, 23. Mai 2016

V - Der revolutionäre Dreisatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in den Äußerungen verschiedener Päpste


5. Eine Philosophie, die der Kirche
bei weitem keinen Anlaß zur Freude gibt

   In seinem Apostolischen Schreiben Notre Charge Apostolique vom 25. August 1910, in dem er die französische Bewegung der katholischen Linken Le Sillon von Marc Sagnier verurteilt, analysiert der Heilige Pius X. den berühmten Dreisatz folgendermaßen:
   „Die Bewegung des ,Sillon‘ vertritt in anerkennenswerter Weise die Menschenwürde. Aber sie versteht diese Würde im Sinne gewisser Philosophien, die der Kirche durchaus nicht zum Ruhm gereichen. Das erste Element dieser Würde ist die Freiheit, die so verstanden wird, daß jeder Mensch, außer in religiösen Dingen, autonom ist. Aus diesen Grundprinzip zieht die ,Sillon-Bewegung‘ folgende Schlüsse: Heute steht das Volk unter der Vormundschaft einer mit ihm nicht identischen Autorität; von ihr muß es sieh befreien, das ist politische Emanzipation. Es steht in der Abhängigkeit von Arbeitgebern, die seine Produktionsmittel in der Hand haben und es dadurch ausbeuten, unterdrücken und erniedrigen; es muß ihr Joch abschütteln, das ist, wirtschaftliche Emanzipation. Es ist schließlich beherrscht von der sogenannten herrschenden Klasse, die aufgrund ihrer besseren intellektuellen Bildung eine ungebührliche Vorrangstellung im Wirtschaftsleben besitzt; es muß sich dieser Herrschaft entziehen, das ist, intellektuelle Emanzipation. Eine Nivellierung unter diesen drei Gesichtspunkten wird die Gleichheit unter den Menschen herbeiführen, und die Gleichheit ist die wahre menschliche Gerechtigkeit. Eine politische und soziale Ordnung, die auf dieser doppelten Basis der Freiheit und Gleichheit (zu denen sich bald noch die Brüderlichkeit hinzugesellt) aufruft, das ist es, was sie Demokratie nennen. [...]
   In der Politik zunächst will die ,Sillon'-Bewegung die Autorität nicht abschaffen, sie hält sie im Gegenteil für notwendig; aber sie will sie aufteilen oder, besser gesagt, vervielfältigen, sodaß jeder Bürger eine Art König wird. [...]
   In entsprechender Weise gilt das Gleiche für die Wirtschaftsordnung. Die Wirtschaftslenkung wird, dadurch, daß sie eitler einzigen Klasse genommen wird, so gut vervielfältigt, daß jeder Arbeitnehmer eine Art Arbeitgeber wird. [...]
   Und nun zum wichtigsten Element, dem .sittlichen. l...l Der Enge seiner Privatinteressen entrissen und zu den Höhen der Interessen seines Berufsstandes erhoben, und höher noch zu den Interessen der gesamten Nation, ja der ganzen Menschen (den der Horizont der ,Sillon' Bewegung endet nicht an den Grenzen des Vaterlandes, er erstreckt sich über alle Menschen hin bis an die Grenzen der Erde), wird das menschliche Herz, geweitet durch die Liebe zum allgemeinen Wohl, alle Berufskameraden, alle Volksgenossen, alle Menschen umarmen. So wird die Größe und ideale Würde des Menschen realisiert in dem berühmten Dreisatz: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. [...]
   Das ist, kurz zusammengefaßt, die Theorie, man könnte auch sagen der Traum der ,Sillon Bewegung". 1)
   
   Der hl. Papst Pius X. folgt also ganz den Spuren seiner Vorgänger, die seit Pius VI. die von dem Wahlspruch der Französischen Revolution eingegebenen Irrtümer verurteilt haben.

1) Utz - von Galen, XXIII, 241-243-244-245-247.


in Plinio Corrêa de Oliveira: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Papst Pius XII. an das Patriziat und den Adel Roms“, TFP Österreich, 2008, S. 212-213

Sonntag, 22. Mai 2016

IV - Der revolutionäre Dreisatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in den Äußerungen verschiedener Päpste


4. Die christliche Gleichheit „die Unterschiede in der Gesellschaft nicht aufhebt, aller bei aller Verschiedenheit der Lebensweisen, Ämter und Leistungen jene herrliche Übereinstimmung und Harmonie hervorbringt"

  
Aus der gegen das Freimaurertum gerichteten Enzyklika Humanum Genus von Leo XIII. vom 20. April 1884 heben wir den folgenden Abschnitt hervor:
   „Nicht ohne Grund ergreifen Wir hier die Gelegenheit, tun erneut darauf hinzuweisen, wie notwendig es ist, den Dritten Orden des hl. Franziskus (...1 von der noch viele Früchte zu erwarten sind, vor allem jene höchst kostbare, daß in ihr die Gemüter zur wahren Freiheit, Brüderlichkeit, Gleichheit der Rechte geführt werden; freilich nicht zu jener, wie sie die Freimaurer törichterweise erträumen, sondern wie sie Jesus Christus uns gebracht und wie sie der hl. Franziskas in seinem Leben verwirklicht hat. Wir meinen die Freiheit der Kinder Gottes, durch die wir weder dein Satan dienen, noch in die harte Knechtschaft der Begierden fallen, die Brüderlichkeit, die in Gott, dein gemeinsamen Vater und Schöpfer aller Menschen, ihren Ursprung hat, die Gleichheit, die, auf dem festen Grund der Gerechtigkeit und Liebe ruhend, die Unterschiede in der Gesellschaft nicht aufhebt, aber bei aller Verschiedenheit der Lebensweisen, Ämter und Leistungen jene herrliche Übereinstimmung und Harmonie hervorbringt, die ihrer Natur nach dem Gemeinwesen Nutzen bringen und Würde verleihen".1)

1) Utz - von Galen, I, 154.


in Plinio Corrêa de Oliveira: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Papst Pius XII. an das Patriziat und den Adel Roms“, TFP Österreich, 2008, S. 212

Samstag, 21. Mai 2016

III - Der revolutionäre Dreisatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in den Äußerungen verschiedener Päpste


3. Der Mißbrauch der Freiheit und der Gleichheit
führt zu Sozialismus und Kommunismus

   In seiner Enzyklika Nostis et Nobiscum vom 8. Dezember 1849 verkündet Pius IX.:

   „Bezüglich dieser falschen Lehre und der Systeme, [nämlich die Völker Italiens vom Gehorsam zum Papst und dem Heiligen Stuhl abzuhalten] weiß jeder, daß sie vor allem bezwecken, unter Mißbrauch der Worte Freiheit und Gleichheit die verderblichen Ideen des Kommunismus und des Sozialismus im Volke zu verbreiten“. 1)

1) Die Katholische Soziallehre in ihrer Geschichtlichen Entfaltung - Eine Sammlung päpstlicher Dokumente vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart (Originaltexte mit Übersetzung) - herausgegeben von Prof. Dr. Arthur Utz und Dr. Brigitta Gräfin von Galen - Imprimatur: Friburgi Helv., die 2 decembris 1975, Th. Perroud, V.G. -Scientia Humana Institut, Aachen, 1976, I, 17.


in Plinio Corrêa de Oliveira: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Papst Pius XII. an das Patriziat und den Adel Roms“, TFP Österreich, 2008, S. 211

Freitag, 20. Mai 2016

II - Der revolutionäre Dreisatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in den Äußerungen verschiedener Päpste


2. Die von der Französischen Revolution verbreitete
Freiheit und Gleichheil:
trügerische Begriffe, ausgesät von äußerst perfiden Philosophen

   Papst Pius VI. hat wiederholte Male die falsche Auffassung von Freiheit und Gleichheit verurteilt. Im geheimen Konsistorium vom 17. Juni 1793 zitierte er in seiner Erklärung den Wortlaut der Enzyklika Inescrutabile Divinae Sapientiae vom 25. Dezember 1775 wie folgt:

   „Diese äußerst perfiden Philosophen wagen es sogar, all jene Bande aufzulösen, durch die die Menschen untereinander und mit ihren Vorgesetzten verbunden sind und zur Pflichterfüllung angehalten werden. Und so fordern und verkünden sie bis zum Überdruß, daß der Mensch frei geboren und keinerlei Herrschaft unterworfen sei; die Gesellschaft sei dementsprechend nichts anderes als eine Ansammlung dummer Menschen, die sich in ihrem Schwachsinn vor den Priestern niederwerfen, die sie betrügen, und vor den Königen, die sie unterdrücken; das Zusammenwirken von Priestertum und Herrschaft komme deshalb im Grunde einer ungeheuren Verschwörung gegen die angeborene Freiheit des Menschen gleich. Diesem falschen und trügerischen Wort Freiheit haben diese eitlen Verteidiger des Menschengeschlechts eine weiteres, ebenso betrügerisches Wort zugesellt, die Gleichheit. Als ob es unter den in Gesellschaft zusammengeführten Menschen infolge der Tatsache, daß sie verschiedenen Willensregungen unterworfen sind und sich jeweils nach der Eingabe des eigenen Wünschens auf mannigfaltige und ungewisse Art bewegen, nicht jemanden geben müsse, der kraft seiner Autorität und Macht die Oberhand behält, zwingt und regiert und auch die in die Pflicht nimmt, die sich regelwidrig verhalten, damit nicht die Gesellschaft selbst unter dem dreisten und widerspruchsvollen Ansturm unzähliger Leidenschaften in Anarchie verfällt und sich völlig auflöst; ähnlich ist es ja auch mit der Harmonie, die sich aus dem Einklang vieler Töne zusammensetzt, ohne die rechte Zusammensetzung von Saiten und Stimmen jedoch in ungeordnete, mißtönende Geräusche auseinander fällt". 1)

1) Pii VI Pont. Max.. Acta, Typis S. Congreg. de Propaganda Fide, Rom, Bd. II, S. 26-27.


in Plinio Corrêa de Oliveira: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Papst Pius XII. an das Patriziat und den Adel Roms“, TFP Österreich, 2008, S. 211

Donnerstag, 19. Mai 2016

I - Der revolutionäre Dreisatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in den Äußerungen verschiedener Päpste

1. Allseitige Freiheit und absolute Gleichheit:
törichte, wenn nicht gar monströse Begriffe

In seinem Dekretschreiben vom 10. März 1791 an den Kardinal de la Rochefoucauld und den Erzbischof von Aix-en-Provence über die Grundzüge der Zivilverfassung für den Klerus nimmt Pius VI. wie folgt Stellung:


„So dekretiert diese Versammlung [die französische Nationalversammlung] als unumstößliches Recht, daß der in Gesellschaft lebende Mensch allseitige Freiheit genießt, daß diese somit auch nicht von der Religion gestört werden darf, daß er vielmehr nach seinem Gutdünken über Themen, die die Religion selbst angehen, seine Meinung äußern, sprechen, schreiben und sogar veröffentlichen dürfe, was immer er wolle. Solcherlei Ungeheuerlichkeiten sollen aus der Gleichheit der Menschen und aus der Freiheit der Natur abgeleitet sein und herrühren. Kann. man sich aber etwas Törichteres ausdenken. als die Festsetzung dieser Gleichheit und Freiheit unter allen, wenn man bedenkt, daß damit die Vernunft außer acht gelassen wird, mit der die Natur auf besondere Weise das Menschengeschlecht ausgestattet hat, um es so vom restlichen Tierreich zu unterscheiden? Als Gott den Menschen schuf und ihn ins Paradies versetzte, hat er ihm da nicht auch gleichzeitig die Todesstrafe angekündigt, falls er vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen sollte? Hat er mit dieser ersten Vorschrift nicht von vornherein der Freiheit des Menschen Grenzen gesetzt? Hat er dem Menschen nicht etwa später, nachdem dieser sich durch seinen Ungehorsam schuldig gemacht hatte, durch Moses eine noch größere Anzahl von Geboten auferlegt? Zwar, beließ er ihm seinen freien Willen', um sich so Gutes oder Böses verdienen zu können, doch dazu gab er ihm auch Gebote und Vorschriften, damit diese ihn retteten, falls er sie zu beobachten gewillt sei' (Sir 15, 15-16).
Die Rückseite der französischen
2 Euro Münze trägt die Inschrift
der Französischen Revolution

Wie steht es aber dann um diese Freiheit des Denkens und Handelns, die die Dekrete der Nationalversammlung dem in Gesellschaft lebenden. Menschen als unabänderliches Naturrecht zuerkennen? [...] Wenn man bedenkt, daß der Mensch sich von Anfang an den älteren zu seiner Leitung aus Erziehung unterzuordnen hat, damit er so sein Leben an Vernunft, Menschlichkeit und Religion ausrichten kann, so ist diese hochgepriesene Gleichheit und Freiheit unter den Menschen gewiß von Geburt eines jeden an null und nichtig. ,Ihr sollt ihm untertan sein‘ (Röm 13,5). Damit sich also die Menschen zu einer zivilen Gesellschaft zusammenfinden konnten, war es notwendig, eine Regierungsform zu finden, kraft derer die Rechte der Freiheit durch Gesetze und die oberste Gewalt der Regierenden abgegrenzt wurden. Daraus ergibt sich eine Tatsache, die der hl. Augustinus in folgenden Worten beschreibt: ,Es gilt demnach als allgemeine Übereinkunft der menschlichen Gesellschaft, daß den Königen Gehorsam zu leisten ist‘ (Bekenntnisse, Buch III, Kap. VIII, op. ed. Maurin., Bd. I, S. 94). Darum ist der Ursprung dieser Gewalt auch weniger in eitlem Gesellschaftsvertrag als in Gott selbst, dem Urlieber alles Rechten und Gerechten, zu suchen.“ *)

*) Pius VI. Pont. Max. Acta Typis S. Congregatione de Propaganda Fide, Rom, 1871, Bd. I, S. 70-71

in Plinio Corrêa de Oliveira: „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten in den Ansprachen Papst Pius XII. an das Patriziat und den Adel Roms“, TFP Österreich, 2008, S. 209

Mittwoch, 20. April 2016

Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts - Jugendzeit


Ein militantes Verständnis des geistigen Lebens

   
Plinio am Tag seiner
Ersten hl. Kommunion
Im Februar des Jahres 1919 kam Plinio Corrêa de Oliveira im Alter von zehn Jahren auf das Gymnasium des von den Jesuitenpatres geleiteten St. Ludwigs–Kollegium, das traditionsgemäß von den Kindern der führenden Oberschicht São Paulos besucht wurde.(97) Wie es sein soll, fand die mütterliche Erziehung in der Schule ihre natürliche Fortsetzung und Weiterentwicklung. In den Unterweisungen der Jesuiten fand Plinio die Liebe zu dem methodischen Leben wieder, das ihm bereits seine Gouvernante Mathilde Heldmann (98) beigebracht hatte, und vor allem jenes militante Verständnis des geistigen Lebens, das seine Seele zutiefst anstrebte. (99)
Frl. Mathilde Heldmann
    In der Schule kam es dann zum ersten Zusammenstoß mit der äußeren Welt. Hier erwartete den jungen Plinio sein erstes Schlachtfeld, denn hier stieß er auf die „zwei Städte“ Augustins, vermengt wie Weizen und Unkraut, wie Getreidekorn und Stroh, von denen im Evangelium (100) die Rede ist. Und er verstand, daß das Leben des Menschen auf Erden ein harter Kampf ist, in dem nur der den Kranz empfängt, „der nach Vorschrift gekämpft hat“ (101). „Vita militia est“. (102) Das Neue Testament, vor allem aber die paulinischen Briefe bestehen immer wieder darauf, das das geistliche Leben des Christen ein Kampf ist. „Der Christ ist zum Kämpfen geboren“, behauptet Leo XIII. (103) „Das Wesen und die Grundlage allen christlichen Lebens besteht darin, nicht die verdorbenen Sitten der Welt zu unterstützen, sondern sie zu bekämpfen und ihnen mit Ausdauer zu widerstehen“. (104)
    Vom hl. Ignatius lernte Plinio, daß „die Seele eines jeden Menschen ein Schlachtfeld ist, auf dem Gut und Böse gegeneinander kämpfen“ (105). Als Folge der Erbsünde besitzen wir alle unordentliche Neigungen, die uns zum Sündigen einladen; der Teufel sucht, diese zu fördern, während die himmlische Gnade uns hilft, sie zu besiegen und sie in Gelegenheit der Heiligung zu verwandeln. „Zwischen den Kräften, die ihn zum Guten oder zum Bösen führen, steht als Zünglein an der Waage die menschliche Willensfreiheit“ (106). Plinio gehörte sicherlich zu den Paulistaner Jungens seiner Generation, die P. Burnichon 1910 bei einem Besuch des St. Ludwig-Gymnasiums als „ernst, umsichtig, bedächtig“ beschrieb. „Ihr Gesichtsausdruck erhellt sich selten, das Lächeln scheint ihnen wenig vertraut zu sein; andererseits hat man mir versichert, daß sie fünf Stunden lang an der gleichen Stelle stillzustehen vermögen, um gelehrten Reden zu lauschen, was ihnen hin und wieder tatsächlich widerfährt. Unzweifelhaft beschert das Klima dieser Rasse eine frühzeitige Reife, die sicher ihre Vor- und Nachteile hat, daneben aber auch ein habituelles Phlegma, das keineswegs lebendige Eindrücke und heftige Gemütsausbrüche ausschließt.“ (107)
   
Plinio (Kreis) und Schulkameraden
Im St. Ludwig-Gymnasium lernte der junge Plinio den radikalen Gegensatz zwischen der Welt der Familie und der der Kollegen mit ihren ersten Anzeichen von Bosheit und Unsittlichkeit kennen. Wie es unter Schülern oft zu geschehen pflegt, waren es die boshaftesten Jungen, die sich gegen die anderen durchsetzten: Die Reinheit wurde verspottet und verachtet, Schamlosigkeit und Vulgarität wurden als Zeichen von Männlichkeit und Erfolg hingestellt. Mit allen seinen Kräften lehnte er sich gegen diese Situation auf. Ihm war durchaus klar, daß es sich hier nicht um einen Einzelfall handelte, sondern daß dies die Folgen einer Mentalität waren, die der seiner Familie entgegengesetzt sein mussten. Wenn er diese Sinnesart übernähme, würde er mit seiner Reinheit auch all die Ideale verlieren, die in seinem Herzen aufblühten. Ihm wurde klar, daß die Religion die Grundlage aller Dinge war, die er liebte, und so entschied er sich für einen Kampf ohne Unterlass für jene Weltanschauung, die ihm anerzogen worden war. Auf diese Weise gelangte er zu einer Überzeugung, die im Laufe der Jahre immer rationalere Grundlagen finden sollte:
    „Es war ein konterrevolutionäres Verständnis der Religion als einer verfolgten Macht, die uns die ewigen Wahrheiten lehrt, unsere Seele rettet, in den Himmel führt und unserem Leben einen Stil aufdrückt, der als einziger das Leben lebenswert macht. Daher kam mir der Gedanke, daß ich, zum Mann geworden, den Kampf gegen eine Lebensordnung aufnehmen müsste, die ich für revolutionär und böse ansah, um an ihrer Stelle eine Ordnung zu errichten, wie sie der katholischen Lebensordnung entsprach.“ (108)
    Im Alter von 17 Jahren schloss Plinio 1925 seinen Gymnasialkurs ab. Später würde er in den Ängsten und der inneren Vereinsamung jener Jahre einen Ausdruck der schweren Krise sehen, die einen der wichtigsten Aspekte der Geschichte der Menschheit im 19. Jahrhundert und einen der Gründe ihrer tiefen Zerrissenheit ausmachen.
    „Die Einstellung des 19. Jahrhunderts gegenüber der Religion und der Moral war eine zutiefst widersprüchliche. (...) Religion und Moral wurden nicht als etwas für alle Menschen Notwendiges und Verpflichtendes angesehen. Im Gegenteil, für jedes Geschlecht, jedes Alter, jeden gesellschaftlichen Stand gab es eine religiöse Lage und ein sittliches Verhalten, die dem, was das 19. Jahrhundert für das andere Geschlecht, für ein anderes Alter und andere Gesellschaftsschichten vorschrieb, entgegengesetzt waren. Das 19. Jahrhundert bewunderte den „Köhlerglauben“ in seiner Einfachheit und Reinheit, machte aber gleichzeitig den Glauben eines Wissenschaftlers als unbewusstes Vorurteil lächerlich. Kinder durften glauben. Bei Jugendlichen und Erwachsenen war der Glaube jedoch verpönt. Höchstens wurde er noch dem Alter zugestanden. Von der Frau verlangte man Reinheit. Vom Mann aber forderte man geradezu die Unreinheit. Der Arbeiter hatte Disziplin zu halten. Den Denker aber feierte man ob seines revolutionären Geistes.“ (109)
    Bei der Gelegenheit dieser Rede hat sich Plinio den Mitschülern seiner Generation zuwenden und sie mit begeisternden Worten zu Kampf und Heroismus aufgerufen:
    „Wir verstehen das Leben nicht als Fest, sondern als Kampf. Unser Ziel ist das eines Helden und nicht eines Sybariten. Über diese Wahrheit, die ich euch heute wiederhole, haben wir tausendmal nachgedacht (...). Stellt Christus in die Mitte eures Lebens. Lasst alle eure Ideale in ihm zusammentreffen. Angesichts des großen Kampfes, der die nobelste Berufung eurer Generation darstellt, wiederholte der hl. Martin von Tours den berühmten Satz: Domine, non recuso laborem.“ (110)
   
Plinio (M) auf der Fakultät
Der Tradition seiner Familie folgend, immatrikulierte sich Plinio Corrêa de Oliveira 1926 an der Rechtsfakultät der Universität São Paulo. Der junge Mann, der sich gern der Betrachtung hingab und viel las, begann nun neben dem Jurastudium auch die philosophische, die moralische und geistige Kultur zu pflegen. Zu den Werken, die er in diesen Jahren las und die seine Bildung zutiefst beeinflussen sollten, gehörten die „Abhandlung über das Naturrecht“ des Jesuitenpaters Luigi Taparelli d’Azeglio (111) sowie „Die Seele eines jeden Apostolats“ von dem Trappisten-Abt Jean Baptiste Chautard (112). Dieses Werk, dem seine besondere Vorliebe galt, bildete ein wertvolles Gegengift gegen die „Häresie der Aktion“ (113), die zu einem Kennzeichen der damaligen Zeit zu werden begann. Ihr setzt Abt Chautard das innere Leben entgegen, das er als „den Zustand einer Seele“ definiert, „die reagiert, um die natürlichen Neigungen zu beherrschen, und sich die Gewohnheit anzueignen sucht, alles nach den Anweisungen des Evangeliums und dem Beispiel Christi zu beurteilen und sich nach diesen zu richten.“ (114)
    Plinio Corrêa de Oliveira hat diese geistige Haltung seit dem Jugendalter zutiefst geliebt und gelebt. Obwohl er sich seit seiner frühesten Jugend der Aktion und dem öffentlichen Apostolat widmete, vergaß er doch nie, mit Hilfe eifriger und ständiger Übung der geistigen Fähigkeiten, sein inneres Leben zu entwickeln.
    Das von Pius X. aufgezeigte Ideal der Restauration der katholischen Zivilisation schien angesichts des verworrenen Panoramas der zwanziger Jahre, die die Entstehung und Verbreitung des Kommunismus und des Faschismus und die Durchsetzung eines der traditionellen Lebensweise radikal entgegengesetzten amerikanischen way of life erlebten, noch in weiter Ferne zu liegen. Im Herzen des jungen brasilianischen Studenten bildete sich jedoch im Laufe dieser Jahre das Bewusstsein einer Berufung heraus. (115) Diese war auf geheimnisvolle, vorsehungshafte Weise mit der unerfüllten Aufgabe des großen Papstes verbunden, der seit seiner ersten Enzyklika, E supremi Apostolatus vom 4. Oktober 1903, die Devise „Instaurare omnia in Christo“ (Eph 1,10) als Programm seines Pontifikats und Ziel für das beginnende 20. Jahrhundert gewählt hatte.
    Alles wiederherstellen in Christus meint „nicht nur das, was eigentlich zur göttlichen Sendung der Kirche gehört, nämlich die Seelen zu Gott zu führen, sondern auch das, was (...) auf natürliche Weise von dieser göttlichen Sendung abzuleiten ist: die christliche Zivilisation mit jedem einzelnen und allen sie bildenden Elementen“. (116)
    Plinio Corrêa de Oliveira würde eines Tages seine eigene Berufung mit folgenden Worten beschreiben:
    „Als ich noch sehr jung war, betrachtete ich hingerissen die Ruinen der Christenheit. An sie hängte ich mein Herz. Dem Künftigen kehrte ich den Rücken zu und machte aus jener segensreichen Vergangenheit meine Zukunft ...“. (117)

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Fussnoten

(97) Das Gymnasium St. Ludwig war 1867 in Itú gegründet worden und zog später in das imposante Gebäude Nr. 2324 an der Avenida Paulista in São Paulo um. Der Rektor der Schule war zu dieser Zeit P. João Baptista du Dréneuf (1872-1948) (vgl. A. GREVE SJ, Fundação do Colégio São Luiz. Seu Centenário, 1867-1967, in A.S.I.A. Nr. 26 (1967), S. 41-59). Zu den Lehrern des jungen Plinio zählte P. Castro e Costa, der ihm dann auch im Kampf um die Katholische Aktion zur Seite stehen sollte, und den er in den fünfziger Jahren in Rom wiedersehen würde (vgl. J. CLÁ DIAS, Dona Lucília, a. a. O. Bd. I, S. 203).
(98) Mathilde Heldmann stammte aus Regensburg und hatte bereits das Amt einer Gouvernante in mehreren aristokratischen Häusern Europas ausgeübt. „Eine der größten Wohltaten, die wir unserer Mutter verdanken, bestand darin, daß sie das ,Fräulein‘ eingestellt hat“, konnte man öfters aus dem Munde Plinio Corrêa de Oliveiras vernehmen (J. CLÁ DIAS, Dona Lucília, Bd. I, S. 203).
(99) Zum „militanten“ Verständnis der christlichen Spiritualität vgl. Pierre BOURGUIGNON, Francis WENNER, Combat spirituel, in DSp. Bd. II,1 (1937), Sp. 1135-1142; Umile BONZI DA GENOVA, Combattimento spirituale, in DSp. Bd. X (1980), Sp. 1210-1233.
(100) Mt 13, 24-27.
(101) 2 Tim 2,5.
(102) Ijob 7,1.
(103) Leo XIII. in der Enzyklika Sapientiae Christianae vom 10. Januar 1890, in La pace interna delle nazioni, Bd. III (1959), S. 192.
(104) Leo XIII. in der Enzyklika Exeunte iam anno vom 25. Dezember 1888, in Le fonti della vita spirituale, Bd. II, S. 345, 358 (S.337-359).
(105) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Lutar varonilmente e lutar até o fim, in Catolicismo Nr. 67 (Juli 1956), S. 2.
(106) Ibid.
(107) Joseph BURNICHON, Le Brésil d’aujourd’hui, Perrin, Paris 1910, S. 242.
(108) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Memórias. Unveröffentlicht.
(109) Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Discurso no encerramento do ano de 1936 no Colégio Arquidiocesano de São Paulo, in Echos Nr. 29 (1937), S. 88-92.
(110) Ibid.
(111) Über den Jesuiten Luigi TAPARELLI D’AZEGLIO (1793-1862), Verfasser des berühmten theoretischen Traktats über das Naturrecht, wieder aufgelegt in 2 Bänden bei La Civiltà Cattolica, Rom 1949 (1940-1943), in dem die Beziehungen von Recht, Moral und Politik im Lichte der katholischen Lehre scharfsinnig analysiert werden, s. Robert JACQUIN, Taparelli, Lethielleux, Paris 1943, und die Stimme von Pietro PIRRI S.J. in EC, Bd. XI (1953), Sp. 1741-1745.
(112) Abt Jean-Baptiste CHAUTARD, L’âme de tout apostolat, Office Français du Livre, Paris 1947. „Beim Lesen der wunderbaren Seiten dieses Buches, dessen Inbrunst streckenweise an die ‚Nachfolge Christi‘ erinnert, nimmt man ohne weiteres die Schätze der Empfindsamkeit wahr, die seine große Seele hütete“ (Plinio CORRÊA DE OLIVEIRA, Almas delicadas sem fraqueza e fortes sem brutalidade, in Catolicismo Nr. 52 (April 1955). Der Abt Jean Baptiste Chautard ist am 12. März 1858 in Briançon geboren. Er trat in den Zisterzienser-Orden der strengen Observanz ein, wurde 1897 zum Abt des Trappistenklosters Chambaraud (Grenoble) gewählt und 1899 zum Abt von Sept-Fons (Moulins). Während seiner langen Regierungszeit musste er sich mit weltlichen Problemen auseinandersetzen, die seinen Orden betrafen, den es gegen die antireligiöse Politik seiner Zeit zu verteidigen galt. Als vollkommenes Beispiel der in Die Seele eines jeden Apostolats beschriebenen Verbindung von kontemplativem und aktivem Leben verstand er es, sich mit seiner Persönlichkeit gegen den Minister Clémenceau durchzusetzen und ihn dazu zu bringen, seine Haltung gegen die kontemplativen Orden zu mäßigen. Er starb am 29. September 1935 in Sept-Fons.
(113) Die „Häresie der Aktion“, verstanden als eine aktivistische, naturalistische Weltsicht, die die entscheidende Rolle der Gnade im menschlichen Leben verkennt, war ein Kennzeichen des „katholischen Amerikanismus“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts; sie wurde von Leo XIII. in dem apostolischen Schreiben Testem Benevolentiae vom 22. Januar 1899 (in Acta Leonis XIII., Bd. XI, Rom 1900, S. 5-20) verurteilt. Vgl. Emanuele CHIETTINI, Americanismo, in EC, Bd. I (1950), Sp. 1054-1056); G. PIERREFEU, Americanisme, in DSp, Bd. I (1937), Sp. 475-488); H. DELASSUS, L’américanisme et la conjuration anti-chrétienne, Desclée de Brouwer, Lille 1899; Thomas McAVOY, The Americanist Hersey in Roman Catholicism 1895-1900, University of Notre Dame Press, Notre Dame (Ind.) 1963; Robert CROSS, The emergence of Liberal Catholicism in America, Harvard University Press, Harvard 1967; Ornella CONFESSORE, L’americanismo cattolico in Italia, Studium, Rom 1984.
(114) J.-B. CHAUTARD, L’âme de tout apostolat, S. 14.
(115) „Illos quos Deus eligit, ita praeparat et disponit ut id ad quod eliguntur, inveniantur ideonei“ (Hl. THOMAS VON AQUIN, Summa Theologica, III, 27, 4c). Die Berufung ist die besondere Weise, nach der Gott will, daß sich seine Erwählten entwickeln. Als Erwählte werden sie ausgesucht und dementsprechend vorbereitet und gerüstet, um für das Ziel, das Gott ihnen seit aller Ewigkeit bestimmt hat, geeignet zu sein.
(116) Hl. PIUS X., Enzyklika Il fermo proposito vom 11. Juni 1905, in Bd. IV, Il laicato (1958), S. 216.
(117) Diese Worte Plinio Corrêa de Oliveiras sind in seiner Handschrift als Epigraph in dem Buch Ein halbes Jahrhundert antikommunistischen Heldenkampfes zu finden.


Roberto de Mattei: „Der Kreuzritter des 20. Jahrhunderts: Plinio Corrêa de Oliveira. TFP-Büro Deutschland, Frankfurt, 2004, Kapitel I, Abschnitt 9, SS 47-52.