Große Aufregung ist
entstanden, über die Haltung der Katholiken in Spanien, die bereit sind die
Republik zu unterstützen, nachdem aus der Verfassung die Gesetze, die den
Grundsätzen der Kirche widersprechen, gestrichen werden. Die monarchistischen
Zeitungen „La Época“ und „El Siglo Futuro“ versuchten sogar, den Texten der vom
katholischen Organ „El Debate“ veröffentlichten Enzykliken andere Passagen aus
denselben päpstlichen Dokumenten entgegenzustellen, die jedem Katholiken das
Recht zuerkennen, sich für das politische Regime seiner Wahl zu entscheiden.
Insbesondere für die „Marianer“* von São Paulo ist die Angelegenheit von größtem Interesse, nach dem Hinweis des
Erzbischof in einem Brief den er an den höchstwürdigen Direktor der Föderation der
Marianischen Kongregation schrieb: „Es wird die großmütige Jugend von São Paulo
daran erinnert, dass sich die Kongregationen absolut nicht um Politik kümmern.
Unsere Marianer müssen sich jedoch, wie übrigens jeder gute Katholik, wann und
wie es die Umstände erfordern, für die ausschließliche Verteidigung der großen
und höchsten Interessen der Kirche engagieren. Getreu diesem Gedanken sollten
sie nur die Orientierung annehmen, die ihnen in diesem Sinne von den
Oberhäuptern der Kirche gegeben wird und niemals von den Parteichefs, welche
auch immer diese sein mögen.“
Herr Leon Merklen, einer
der Direktoren von „La Croix“ aus Paris, räumt mit dem spanischen Fehler auf,
indem er zwischen der Anerkennung der Autorität und der Freiheit eines jeden
Bürgers unterscheidet, politische Präferenzen zu haben. Tatsächlich ist die
Doktrin der Kirche in dieser Hinsicht völlig klar: Obwohl das politische Regime
eines Landes in seinen Ursprüngen illegal ist, müssen die Gläubigen in dem
Moment, in dem dieses Regime faktisch die Macht übernommen hat, so dass es ohne
eine gewaltsame Revolution nicht geändert werden kann, und in dem Moment, in
dem dieses Regime das Gemeinwohl und nicht das Wohl einer Klasse anstrebt,
seine legitime Autorität loyal anerkennen.
Dies hindert jeden
Katholiken nicht daran, seine politische Präferenz zu vertreten und diese in
seinen Schriften, Konferenzen und durch seinen Einfluss zu verteidigen.
Allerdings können sie nicht auf gewalttätige, illegale und revolutionäre Mittel
zurückgreifen, da sie so ihrer Pflicht, die legitime Autorität zu respektieren,
nicht nachkommen würden.
Beachten wir aber
sorgfältig: Dieses Recht haben Seelsorger, Aktivisten der Katholischen Aktion,
die verschiedenen diesem Verein ange-schlossenen Gruppen und Zeitungen der
Katholischen Aktion nicht. Diese müssen außerhalb und über den Parteien liegen.
Über die Parteipolitik müssen sie die große, wahre Politik stellen: die des
Gemeinwohls der Nation. Von den fast immer leidenschaftlichen und vergeblichen
Diskussionen der Parteipolitiker sollten sie nicht mitreißen lassen.
Die Lehre der Heiligen
Kirche, das Machtwort des Erzbischofs und die Klarstellungen von Leon Merklen
können keinen Zweifel mehr an der Haltung aufkommen lassen, die wir im
öffentlichen Leben einnehmen müssen: katholisches Leben, katholisches Handeln,
katholische und nur katholische Lehre, ohne jegliche Ergänzung, Symbiose oder
Hybridität.
Die deutsche Fassung dieses Artikels ist erstmals
erschienen in
www.p-c-o.blogspot.com
© Veröffentlichung dieser deutschen Fassung ist mit
Quellenangabe dieses Blogs gestattet.
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