Dienstag, 13. Oktober 2026

Prof. Plinio Corrêa de Oliveira, glühender Sohn der Heiligen Kirche...

... und Anführer der Wiederherstellung der Christenheit


Am zweiten Jahrestag des Todes von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira ist es an der Zeit, sich auf die Rolle zu konzentrieren, die sein Werk und das Beispiel seines Lebens als Leitfaden für die Bewältigung der Krise unserer Tage spielen, in dem Moment, in dem sie eine Schwere erreicht, die vor einigen Jahren nur wenige hätten vorhersagen können.


Sein Leben war eine kontinuierliche, befreite und wachsende Verwirklichung des Gebots, das der heilige Paulus den Katholiken aller Generationen „nolite conformari huic saeculo“ gegeben hatte, sich nicht der Welt anzupassen (Röm. 12, 2), das heißt, sich nicht von den Fehlern, Sünden und Tendenzen mitreißen zu lassen, die in jeder Epoche sozusagen den Punkt darstellen, durch den der Teufel sie am meisten beeinflusst und die Menschen von den Plänen Gottes entfernt.

Dies war eine umso bewundernswerte Leistung, als in katholischen Kreisen lange Zeit die gegensätzlichen Wünsche der Anpassung an die Welt vorherrschten, so dass es leider, so kann man sagen, heute keine Verirrung mehr gibt, die nicht in einer etwas abgeschwächten, vermeintlich katholischen Version vorliegt, die bei den Gläubigen immensen Schaden anrichtet.

Das Hauptwerk von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira, „Revolution und Gegenrevolution“, das 1959 veröffentlicht wurde, wendet diesen Grundsatz des Apostels auf die heutige Realität an, erklärt den Prozess, der die Geschichte der letzten Jahrhunderte verfolgte, und gibt die Normen an, die befolgt werden müssen, damit der katholische Geist die Gesellschaft vollständig durchdringt, anstatt dass der Geist der Welt die Kirche und die Seelen verunreinigt und die wahre Zivilisation zerstört.

Dieses Prinzip der Nichtkonformität mit dem Jahrhundert hatte in verschiedenen Formulierungen in vielen Situationen und Zeiten große Auswirkungen auf das Leben der Kirche und trug umso mehr Früchte, je tiefer es in die Mentalität der Menschen eingeprägt war. Als sie in ihn eindrangen, brachten sie großartige und erhabene Kulturen, Errungenschaften und Heldentaten hervor, gerade weil der göttliche Einfluss in irgendeiner Weise in ihnen vorhanden war. Mit anderen Worten: dass sich die Kirche, sich nicht der Welt anpasste, führte dazu, dass sich diese der Kirche anpasste.

Aus dieser Perspektive waren die Lehren des hl. Agustinus in der „Stadt Gottes“ jahrhundertelang ein wahrer Leuchtturm, der kürzlich konvertierten – und manchmal sogar neu gegründeten – Nationen bei den ersten Schritten des Glaubens, den sie empfingen, und den Zivilisationen, die sie zu bilden begannen, leitete. Nach diesen Lehren kämpfen die beiden Städte, die Stadt Gottes und die Stadt der Welt, geleitet von der Liebe des Schöpfers bzw. von der Liebe der Menschen zu sich selbst, gegeneinander. Dies sind die beiden Pole, um die sich die Menschen versammeln, einer unter dem Banner Gottes und der Führung der Kirche und der andere unter der Schirmherrschaft des Teufels.

Wie „Revolution und Gegenrevolution“ zeigt, durchdrang die Anwendung dieses Prinzips seit dem Untergang des Römischen Reiches die Bevölkerung Europas mit christlichem Einfluss und inspirierte Institutionen, Gesetze, Bräuche und Traditionen, die letztendlich aus dem Gesetz Gottes hervorgingen.

So entstand die Christenheit, eine Familie von Nationen, die im Lichte der Lehren der Heiligen Kirche dachten, wollten und kämpften. Doch seit dem Niedergang des Mittelalters hat der revolutionäre Prozess die Christenheit zersetzt und die Welt zu aufeinanderfolgenden Höhepunkten von Neuheidentum, Amoralität, Egalitarismus und Korruption geführt, sich auf den spirituellen und weltlichen Bereich ausgewirkt und kirchliche Umgebungen oft ihrer Reaktionsfähigkeit beraubt.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts, als Prof. Plinio Correa de Oliveira seinen Kampf für die Kirche und die Christenheit begann, griff die Gottlosigkeit die Katholiken heftig an, da sie eine Folge des Liberalismus und Säkularismus darstellte, der seit der Französischen Revolution weite Teile der Welt heimgesucht hatte. Die Menschheit hatte mehr als ein Jahrhundert fast ununterbrochener Stürme, jedoch unterschiedlicher Stärke, durchgemacht, die kurz darauf einerseits zu einer Explosion des Hasses auf die christliche Zivilisation, den Kommunismus, und andererseits zu einer feurigen und unerschrockenen katholischen Reaktion führen würden.

Diese Angriffe hatten vielen Gläubigen Angst gemacht, die mit Schüchternheit und Menschenfurcht zu kämpfen hatten oder sich von den in der Welt vorherrschenden Trends verführen ließen; das heißt, einige folgten dem Fehler, sich der Welt anzupassen, manchmal völlig, indem sie sich von der Gottlosigkeit mitreißen ließen, manchmal, ohne bis zu diesem Extrem zu gehen, in einer scheinbar katholischen, aber mittelmäßigen Position zu zittern, was dazu beitrug, die Kirche als Ziel ständiger Angriffe zu halten und viele feurige Seelen von ihr zu entfremden, die diese Schüchternheit nicht verstand.

Allerdings den Lehren und dem Beispiel des Hl. Papstes Pius X. folgend, der seinen Plan verkündet hatte, alles in Unserem Herrn Jesus Christus zu erneuern, kam es zu einer heftigen Reaktion seitens der Katholiken, die verstanden hatten, dass der Göttliche Erlöser und die Kirche nicht nur die begeisterte Unterstützung der Seelen, sondern auch der Gesellschaft verdienen, wobei spürbar ist, dass es dafür entscheidend ist, dass diejenigen, die die unvergleichliche Gnade des Glaubens empfangen haben, dies mit Unerschrockenheit verkünden, denn dies wird die Feinde der Kirche zurückweichen lassen.

Diese kämpferische Geisteshaltung hatte in Prof. Plínio Corrêa de Oliveira bereits in den ersten Jahren seines öffentlichen Lebens ihren Hauptvertreter, der der lebhaften Bewegung der Marianischen Kongregation einen beispiellosen Impuls gab, in entscheidender Weise zur Entstehung des Katholischen Wählerbundes beitrug, der für die Geschichte Brasiliens so große Bedeutung haben sollte, und den Eifer der Massen entfachte, indem er zeigte, dass die Heilige Kirche eine kolossale Macht war, nicht nur durch die Hilfe göttlicher Kraft, sondern auch durch den feurigen Anschluss unzähliger Gläubiger. Mit einem Wort: Nach mehr als einem Jahrhundert antikatholischer Offensive war die Kirche ungeschlagen und ihre Feinde zermürbt.

Eine Reaktion gegen Glaubensgegner und mittelmäßigen Katholiken

Der angesehene katholische Führer beschrieb 1944, 17 Jahre nachdem er die Führung des „Legionário“ übernommen hatte, das Ideal, das ihn durch dieses Epos leitete, das so viel dazu beigetragen hatte, den Schwung der brasilianischen katholischen Jugend wiederherzustellen: „Wir befanden uns in der endgültigen Liquidierung des liberalen Regimes. Durchdrungen von Skeptizismus, Latitudinarismus, Materialismus, deformiert durch die niedrige und deprimierende Sprache der Presse, durch den ausschweifenden Geist von Theater und Kino, durch die Umgebung von krasser Trivialität, in der sich die Jugend entwickelte, strebten wir alle nach einem höheren Ideal. Wir hatten keinen Zweifel über dieses Ideal. Es war der Katholizismus, der die Fülle aller wahren und edlen Ideale war. In der Atmosphäre, die wir einatmeten, trennten uns zwei Umstände von diesem Ideal. Einerseits die offensichtlichen Feinde der Religion: die Freimaurer, die Spiritisten, die Protestanten, die Atheisten. Andererseits, die Billiganbieter des christlichen Geistes: die die halb-Katholiken, Vielbeter und… Vielsünder. Menschen, die glaubten aber nicht praktizierten, Menschen die an diesem Dogma glaubten, aber nicht an jenem; Menschen mit christlichem Etikett, die alle Symptome der Bequemlichkeit, der Vernachlässigung, der Gleichgültigkeit des weltlichen Geistes beibehielten. Katholiken schließlich, für die die Kirche eine Last war, die sie ohne Begeisterung trugen, ein Ideal mit dem sie sich selbst betrogen, eine Geisteshaltung, die sie auf aller Art und Weise versuchten dem Zeitgeist anzupassen, damit sie auch einen üppigen und bequemen Platz bekämen an der großen Festtafel Baltasars, die die letzten Jahre der liberalen Demokratie waren.

„Protestanten, Spiritisten, Freimaurer, zutiefst verachtete Katholiken der gegenwärtigen Art. Sie wussten im Voraus, dass er der große Verlierer war, denn im richtigen Moment würde er die Last des Katholizismus abwerfen, um so die Freude am Leben zu retten. Unter diesen Menschen, die zwei Kerzen anzündeten, eine für Gott und die andere für den Teufel, wurde Gottes Kerze schwächer, brannte nieder und flackerte. Die Kerze des Dämons war neu, weiß, hart, ihre Flamme war fett und funkelnd. An dem Tag, als Gottes Kerze begann, den Bürgern die Finger zu verbrennen, zweifelten weder der Spiritist noch der Freimaurer noch der Protestant daran, was der selbstgefällige Bürger mit dieser unbequemen Zündschnur anfangen würde. Wir befanden uns in der letzten Dämmerung des Sonnenuntergangs der Christenheit.

„In der Reaktion, die den Horizont klärte, gab es zwei implizite Reaktionen. Eine gegen die Gegner des Glaubens, die aus der Härte der Schläge, die sie erhielten, lernen sollten, dass ihnen das Feld nicht mehr vorbehaltlos offenstand, für ihre Unverschämtheit, ihre Kühnheit, ihre zynische Verachtung des Katholizismus. Eine andere gegen die Katholiken der halben Maßstäbe – „Café au lait-Katholiken“, hieß es damals –, die mit dem Skandal ihrer Lauheit konfrontiert waren verbreitete überall die Vorstellung, dass der Katholizismus vor Schwäche sterben würde“ (O Legionário Nr. 616, 28. V. 1944, „17 Jahre“)

Der Kampf gegen die Feinde der Kirche war jedoch noch weit vom Sieg entfernt, denn da sie eine Niederlage im offenen Kampf vorhersahen, begannen sie eine Doppeloffensive: Einerseits förderten sie Bewegungen, die dem Nazi-Faschismus ähnelten, um kämpferische Katholiken anzuziehen und abzulenken, und andererseits korrodierten sie die Katholische Aktion mit Einflüssen, Ideen, Initiativen und Tendenzen, die die modernistischen Fehler widerspiegelten, die der hl. Pius X. als Synthese aller Häresien verurteilt hatte, und so die Grundlagen der Verteidigung der Kirche gegen die Laster und Angriffe der Welt untergruben..

Gegen beide Irrtümer führte Prof. Plinio Corrêa de Oliveira einen unaufhörlichen Kampf, sei es auf den Seiten des Legionário oder im direkten Apostolat, indem er Schlüsselpersonen aufklärte und polemisierte, wobei er immer zeigte, dass Katholiken die Standarte des Glaubens mit all seinen natürlichen Konsequenzen im weltlichen Bereich erheben sollten, ohne ihn zu verharmlosen und vor allem ohne ihn gegen die von der Welt propagierten neuheidnischen Fahnen einzutauschen.

Sein Werk „Em Defesa da Ação Católica“ (Zur Verteidigung der Katholischen Aktion) – veröffentlicht, um diese vor eingedrungenen Irrtümern zu bewahren und zu verhindern, dass sie weiterhin zu einem Instrument der Entchristlichung umgeformt wurde – war ein mutiger Warnruf. von dessen Auswirkungen sich der Progressivismus bis heute nicht erholt hat; denn er hörte auf, ein Phänomen zu sein, das den Katholizismus als Ganzes zu erfassen drohte, und wurde stattdessen zu einem bloßen Problem der Sakristeien. Die Urheber dieser Zersetzung rächten sich jedoch an dem Verfasser der Anklage durch jahrzehntelanges Raunen und Gerede, ungeachtet der Ermutigung, die er von hohen kirchlichen Würdenträgern und sogar vom Heiligen Stuhl erfahren hatte.

Würde auch nur eine einzige der Wahrheiten, die die Heilige Kirche lehrt, verfälscht, so verlöre sie ihre Identität.

Zugleich warnten seine unermüdlichen Anklagen gegen die Irrtümer des Nationalsozialismus und Faschismus – gerade als diese ihren Höhepunkt erreichten – Hirten und Gläubige vor dieser Form der Verheidlichung und verhinderten, dass sie weiter um sich griff und die katholische Weltmeinung zersetzte. Dass diese Warnungen in katholischen Kreisen – sowohl in Brasilien als auch im Ausland – Gehör fanden, führte für den Verfasser – wiederum aufgrund seines leidenschaftlichen Eintretens für die Treue zur Kirche – zu einer zunehmenden Isolierung; dies geschah gerade deshalb, weil bedeutende Prälaten eine Anpassung der Kirche an das wünschten, was einige Jahrzehnte später als „Zeichen der Zeit“ bezeichnet werden sollte. Im Eintreten für eine integre und entschlossene Verteidigung der katholischen Lehre schrieb er 1941 im „Legionário“: „Die Kirche wird niemals diese Gabe verlieren, die Seelen anzuziehen. Sie zu leugnen, hieße zu leugnen, dass Jesus Christus Gott ist oder dass die Evangelien inspirierte Bücher sind. Sie zu leugnen, bedeutet folglich, die Religion selbst zu leugnen. Doch besitzen alle diese Wahrheit, die doch alle anerkennen, im gleichen Maße? Sehen alle sie mit gleicher Klarheit? Ziehen alle daraus dieselben Schlussfolgerungen?

„In den düsteren Tagen, die wir durchleben – da wir sehen, wie sich die (nazi-faschistische) Häresie über ganz Europa ausbreitet und die ganze Welt bedroht –, wie viele Menschen halten die Kirche für so gefährdet, dass sie zu Zugeständnissen in Glaubensfragen gegenüber den gegenwärtigen Weltherrschern neigen? Heutzutage ist die allgemeine Verheidnisierung der Sitten in alle Bereiche der Gesellschaft eingedrungen und hat einen Abgrund geschaffen, der immer tiefer wird: einen Abgrund zwischen dem Geist der Kirche und dem Zeitgeist. Angesichts dessen raten ihr viele zu moralischen Zugeständnissen, um sie mit jener Gesellschaft zu versöhnen, ohne deren Unterstützung man einen Zusammenbruch der Kirche in der Welt befürchtet – einen Zusammenbruch, der, wäre er nicht der Tod, zumindest einer lang anhaltenden Ohnmacht gleichkäme.

„(...) Was ist eigentlich die katholische Lehre? Sie ist eine Gesamtheit von Wahrheiten. Würde auch nur eine einzige dieser Wahrheiten verfälscht, wäre die katholische Lehre nicht mehr sie selbst. Sie also anpassen, zurechtbiegen oder gefällig machen zu wollen, bedeutet, darauf hinzuarbeiten, dass sie ihre Identität verliert – mit anderen Worten: es ist der Versuch, sie zu töten. Es bedeutet zu glauben, das Apostolat sei ohne diese Anpassung nicht möglich; es bedeutet zu glauben, die Kirche könne nur siegen, indem sie stirbt!“ („Legionário“ Nr. 448, 13. April 1941, „Nós também“ Auch wir).

Diejenigen, die starben, waren offensichtlich die Irrtümer des Nationalsozialismus und Faschismus; sie wurden postum von vielen ihrer einstigen Verbündeten angegriffen. Die Kirche hingegen überstand diese Gefahren mühelos, gerade weil sie sich weder einschüchtern noch beeinflussen ließ, als diese Ideologien scheinbar die Oberhand hatten. Doch schon bald regte sich erneut die Versuchung, sich mit Feinden einzulassen – diesmal mit anderen Irrtümern: dem Sozialismus und dem Kommunismus, die nach Kriegsende eine beispiellose Machtfülle erlangten.

Tatsächlich gerieten die kategorischen Verurteilungen des Kommunismus durch die Päpste im Laufe des letzten halben Jahrhunderts zunehmend in Vergessenheit und wurden missachtet. Viele Hirten glaubten, in dieser Ideologie ein vermeintliches Streben nach sozialer Gerechtigkeit und dem Wohlergehen des Volkes zu erkennen; einige schlossen sich sogar der „roten Sekte“ im Kampf gegen das Eigentumsrecht und andere Grundprinzipien der traditionellen katholischen Lehre – sowohl im moralischen als auch im sozioökonomischen Bereich – an.

Mehr noch: Innerhalb der Kirche gewann die Tendenz zur Entspannung gegenüber kommunistischen Regimen an Boden. Dabei unterließ man bisweilen die eigentlich gebotene Kritik am Kollektivismus und an der religiösen Verfolgung durch die „roten Henker“, in der Hoffnung, diese würden auf solche Gesten mit einer Mäßigung ihrer Angriffe auf die Kirche reagieren. Dies war die sogenannte „Ostpolitik“ des Vatikans, die den Katholiken nahelegte, ihren Widerstand gegen die kommunistische Offensive aufzugeben.

Als diese Vorgänge im Jahr 1974 eine Stetigkeit und ein Ausmaß annahmen, die einer Norm zu entsprechen schienen, veröffentlichte Prof. Plinio Corrêa de Oliveira gemeinsam mit allen TFP-Organisationen die „Erklärung des Widerstands“. Darin wurde proklamiert, dass die Gläubigen – dem Beispiel des heiligen Paulus folgend, der dem heiligen Petrus „ins Angesicht widerstand“ – gemäß der traditionellen katholischen Lehre das Recht haben, ihren Standpunkt respektvoll zu äußern.

Der Zusammenbruch des Sowjetregimes anderthalb Jahrzehnte später bewies, wie schwach dieses Regime war, wie heftig sich die betroffenen Bevölkerungen dagegen auflehnten und wie ungerechtfertigt folglich das Entgegenkommen gegenüber dem roten Feind gewesen war. Dies war ein erneuter Beweis für die Notwendigkeit, die oben zitierte, überaus weise Weisung des heiligen Paulus auf das heutige Leben anzuwenden.

Auf dem Höhepunkt des Verfalls, dem wir uns nähern – in einer Zeit, da man schwerwiegendsten moralischen Verirrungen Freiheit und Schutz gewähren und die Heilige Kirche daran hindern will, ihre Pflicht zur Verkündigung und Verteidigung ihrer Lehre (das heißt des Willens Gottes) zu erfüllen; da der Irrtum der Wahrheit das Recht auf Ausbreitung streitig macht und man der Sünde völlige Straffreiheit gewähren will.

Trotz aller Verfolgungen wird die Heilige Kirche triumphieren, denn sie ist göttlichen Ursprungs.

Es ist daher angebracht, heute jene Worte zu wiederholen, die ein bedeutender katholischer Kämpfer vor mehr als einem Jahrhundert niederschrieb – zu einer Zeit, als, genau wie heute, fast nur Stimmen zu hören waren, die nach Anpassung und Kompromissbereitschaft riefen:

„Als Unser Herr Jesus Christus starb, versiegelten die Juden sein Grab und bewachten es mit Soldaten; sie glaubten, alles sei nun zu Ende.

In ihrer Gottlosigkeit leugneten sie, dass Unser Herr der Sohn Gottes sei, dass er imstande wäre, das Grabgefängnis, in dem er lag, zu sprengen, und dass er vor allem die Kraft besäße, vom Tod zum Leben überzugehen. Nun, all dies ist geschehen. Unser Herr ist ohne jegliches menschliches Zutun auferstanden; unter Seiner Herrschaft bewegte sich der schwere Grabstein leicht und rasch beiseite, wie eine Wolke. Und Er ist auferstanden.

„Ebenso kann auch die unsterbliche Kirche scheinbar verlassen, geschmäht und verfolgt werden. Sie mag – dem Anschein nach besiegt – unter der Grabeslast schwerster Prüfungen liegen. Doch sie birgt in sich eine innere, übernatürliche Kraft, die von Gott stammt und ihr einen Sieg sichert, der umso glanzvoller ist, je unerwarteter und vollkommener er ausfällt“ (Legionário, Nr. 660, 1. April 1945, „Ostern“).

 

 

 Aus dem Portugiesischen von „Catolicismo“ Oktober 1997


Keine Kommentare: