„O A.U.C.“, Jahrgang I, Nr. 1, Oktober 1930, S. 3
Mit Freude
stellen wir fest, dass die katholische Jugendbewegung in São Paulo heute ein
weiteres ihrer großen Vorhaben in Angriff nimmt.
An diesem
Tag werden an allen Hochschulen von São Paulo Aufrufe an die Kommilitonen
verbreitet, die sie dazu einladen, sich der „Ação Universitária Católica
- A.U.C.“ (Katholische Universitätsaktion) anzuschließen – einer neuen
Organisation, die alle katholischen Studenten in ihren Reihen vereinen möchte.
Die „Ação
Universitária Católica“ ist kein unüberlegter oder isolierter Vorstoß
einiger weniger Studenten; sie ist vielmehr das Ergebnis einer langjährigen
Arbeit unter der Jugend von São Paulo, die durch die Marianischen
Kongregationen geleistet wurde – mit einem bemerkenswerten Erfolg, den jeder
bestätigen kann.
So wie ein Laubbaum
seine Äste in alle Richtungen ausstreckt, so weitet auch die Kirche in ihrer
unermesslichen Weisheit ihren Einfluss auf alle Bereiche menschlichen Wirkens
aus.
Vorbei sind
die Zeiten jener Katholiken, die sich nur dann an Gott erinnerten, wenn sie um
– meist irdische – Gnaden bitten wollten, die aber den Schöpfer vergaßen, wenn
sie im Kreise von Freunden gelassen die schwersten Anschuldigungen gegen die
Kirche über sich ergehen ließen.
Jeder
Katholik muss ein Kämpfer sein, und jeder Kämpfer ein Held.
Heute ist
der Katholik per Definition ein Kämpfer. Wenn in einer Stadt der Feind vor den
Toren steht, versetzen sich alle Bewohner in Kriegsbereitschaft. Jeder kämpft,
so gut er kann; und als Verräter gilt, wer sich den Gefahren des Kampfes
entzieht und feige sich in sein Haus zurückzieht.
Als der
heilige Augustinus von zwei Städten sprach – der Stadt Gottes und der Stadt des
Teufels –, die in ständigem Kampf gegeneinander stünden, bediente er sich
dieses Bildes nur, um die Wirklichkeit umso treffender zu schildern.
Protestanten, Spiritisten, Atheisten, Theosophen, Freimaurer, Orthodoxe, Juden
und Muslime sind nichts anderes als Soldaten verschiedener Bataillone, die
derselben Armee angehören. Zwar bekämpfen sie sich untereinander kaum, doch
sind sie stets vereint, wenn es darum geht, die katholische Kirche zu
bekämpfen.
In diesem
Kampf, der heute mehr denn je gigantische Ausmaße anzunehmen droht, muss jeder
Katholik ein Kämpfer sein – und jeder Kämpfer ein Held. Der Katholik von heute
muss ein „Bayard“ des Katholizismus sein, ein „Chevalier sans peur et
sans reproche“ – ein Ritter ohne Furcht und ohne Tadel.
Und so wie
die Edelleute des Mittelalters sich vor ihrer Ritterweihe darin auszeichneten,
ihre Waffen zu beherrschen, so ist auch jeder Katholik von heute verpflichtet,
sich in den Marianischen Kongregationen auf den Kampf vorzubereiten.
Auch wenn
nicht alle Mitglieder der A.U.C. zugleich Mitglieder einer Marianischen
Kongregation sind, so wird die A.U.C. doch nicht müde, allen Studenten zu
empfehlen, sich den Vereinigungen der Allerheiligsten Jungfrau anzuschließen.
Die Zeit
zum Handeln ist gekommen. Die Pflicht ruft uns zum Kampf. Es wird ein
erbitterter Kampf sein. Überall sammeln sich die Unseren. Auf in die Schlacht!
Auf zum Sieg!
* * *
Im
Folgenden veröffentlichen wir die Formel für das marianische Versprechen:

Das Abzeichen der Marianischen Kongregation
Dein Wappen - mein Schild
Dein Name - mein Ruhm
Deine Liebe - mein Leben
(Weihe und) Verpflichtung der Mitglieder der
Marianischen Kongregationen
Allerheiligste
Jungfrau Maria, Mutter Gottes, obgleich ich höchst unwürdig bin, Euer Diener zu
sein, so bewegt mich doch Eure bewundernswerte Güte und der Wunsch, Euch zu
dienen. Deshalb wähle ich Euch heute, in Gegenwart des gesamten himmlischen
Hofstaates, zu meiner besonderen Herrin, Fürsprecherin und Mutter. Ich nehme
mir fest vor, Euch allezeit zu dienen und alles in meiner Macht Stehende zu
tun, damit Ihr auch von anderen treu bedient und geliebt werdet. Ich flehe Euch
an und bitte Euch, o gütigste Mutter, um des Blutes Eures Sohnes willen, dass
Er für mich vergossen hat: Nehmt mich als Euren ständigen Diener in die Schar
Eurer Verehrer auf. Steht mir bei all meinem Tun zur Seite und erwirkt mir bei
Eurem Sohne die Gnade, dass meine Gedanken, Worte und Werke von nun an so
beschaffen seien, dass ich niemals mehr Eure Augen oder die Eures göttlichen
Sohnes beleidige. Gedenkt meiner und verlasst mich nicht in der Stunde meines
Todes.
Amen.
Und da die
Päpste wiederholt die Freimaurerei sowie JEGLICHE ANDEREN GEHEIMBÜNDE
verurteilt haben, fasse ich – in kindlicher Liebe und im Gehorsam gegenüber der
Autorität des Stellvertreters Christi, insbesondere gemäß dem Wunsch Seiner
Heiligkeit Leo XIII., wie er in der Enzyklika *Humanum Genus* zum Ausdruck
kommt – den festen Entschluss und verpflichte mich dazu, niemals einer der
genannten Sekten beizutreten, unter welchem Namen auch immer sie auftreten mögen; vielmehr verpflichte ich mich, deren Machenschaften,
Lehren und Einfluss jederzeit und überall entschlossen zu bekämpfen. So wahr
mir Gott helfe.
* * *
Das
Strafgesetzbuch (Art. 382) bekräftigt das Verbot, das in dieser marianischen
Verpflichtung enthalten ist. Um ein gutes Mitglied der Kongregation zu sein,
genügt es, ein guter Katholik und ein guter Bürger zu sein.
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