Freitag, 16. Oktober 2026

Die Marianischen Kongregationen

„O A.U.C.“, Jahrgang I, Nr. 1, Oktober 1930, S. 3

Mit Freude stellen wir fest, dass die katholische Jugendbewegung in São Paulo heute ein weiteres ihrer großen Vorhaben in Angriff nimmt.

An diesem Tag werden an allen Hochschulen von São Paulo Aufrufe an die Kommilitonen verbreitet, die sie dazu einladen, sich der „Ação Universitária Católica - A.U.C.“ (Katholische Universitätsaktion) anzuschließen – einer neuen Organisation, die alle katholischen Studenten in ihren Reihen vereinen möchte.

Die „Ação Universitária Católica“ ist kein unüberlegter oder isolierter Vorstoß einiger weniger Studenten; sie ist vielmehr das Ergebnis einer langjährigen Arbeit unter der Jugend von São Paulo, die durch die Marianischen Kongregationen geleistet wurde – mit einem bemerkenswerten Erfolg, den jeder bestätigen kann.

So wie ein Laubbaum seine Äste in alle Richtungen ausstreckt, so weitet auch die Kirche in ihrer unermesslichen Weisheit ihren Einfluss auf alle Bereiche menschlichen Wirkens aus.

Vorbei sind die Zeiten jener Katholiken, die sich nur dann an Gott erinnerten, wenn sie um – meist irdische – Gnaden bitten wollten, die aber den Schöpfer vergaßen, wenn sie im Kreise von Freunden gelassen die schwersten Anschuldigungen gegen die Kirche über sich ergehen ließen.

Jeder Katholik muss ein Kämpfer sein, und jeder Kämpfer ein Held.

Heute ist der Katholik per Definition ein Kämpfer. Wenn in einer Stadt der Feind vor den Toren steht, versetzen sich alle Bewohner in Kriegsbereitschaft. Jeder kämpft, so gut er kann; und als Verräter gilt, wer sich den Gefahren des Kampfes entzieht und feige sich in sein Haus zurückzieht.

Als der heilige Augustinus von zwei Städten sprach – der Stadt Gottes und der Stadt des Teufels –, die in ständigem Kampf gegeneinander stünden, bediente er sich dieses Bildes nur, um die Wirklichkeit umso treffender zu schildern. Protestanten, Spiritisten, Atheisten, Theosophen, Freimaurer, Orthodoxe, Juden und Muslime sind nichts anderes als Soldaten verschiedener Bataillone, die derselben Armee angehören. Zwar bekämpfen sie sich untereinander kaum, doch sind sie stets vereint, wenn es darum geht, die katholische Kirche zu bekämpfen.

In diesem Kampf, der heute mehr denn je gigantische Ausmaße anzunehmen droht, muss jeder Katholik ein Kämpfer sein – und jeder Kämpfer ein Held. Der Katholik von heute muss ein „Bayard“ des Katholizismus sein, ein „Chevalier sans peur et sans reproche“ – ein Ritter ohne Furcht und ohne Tadel.

Und so wie die Edelleute des Mittelalters sich vor ihrer Ritterweihe darin auszeichneten, ihre Waffen zu beherrschen, so ist auch jeder Katholik von heute verpflichtet, sich in den Marianischen Kongregationen auf den Kampf vorzubereiten.

Auch wenn nicht alle Mitglieder der A.U.C. zugleich Mitglieder einer Marianischen Kongregation sind, so wird die A.U.C. doch nicht müde, allen Studenten zu empfehlen, sich den Vereinigungen der Allerheiligsten Jungfrau anzuschließen.

Die Zeit zum Handeln ist gekommen. Die Pflicht ruft uns zum Kampf. Es wird ein erbitterter Kampf sein. Überall sammeln sich die Unseren. Auf in die Schlacht! Auf zum Sieg!

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Im Folgenden veröffentlichen wir die Formel für das marianische Versprechen:

Das Abzeichen der Marianischen Kongregation
Dein Wappen - mein Schild
Dein Name - mein Ruhm
Deine Liebe - mein Leben


(Weihe und) Verpflichtung der Mitglieder der
Marianischen Kongregationen

Allerheiligste Jungfrau Maria, Mutter Gottes, obgleich ich höchst unwürdig bin, Euer Diener zu sein, so bewegt mich doch Eure bewundernswerte Güte und der Wunsch, Euch zu dienen. Deshalb wähle ich Euch heute, in Gegenwart des gesamten himmlischen Hofstaates, zu meiner besonderen Herrin, Fürsprecherin und Mutter. Ich nehme mir fest vor, Euch allezeit zu dienen und alles in meiner Macht Stehende zu tun, damit Ihr auch von anderen treu bedient und geliebt werdet. Ich flehe Euch an und bitte Euch, o gütigste Mutter, um des Blutes Eures Sohnes willen, dass Er für mich vergossen hat: Nehmt mich als Euren ständigen Diener in die Schar Eurer Verehrer auf. Steht mir bei all meinem Tun zur Seite und erwirkt mir bei Eurem Sohne die Gnade, dass meine Gedanken, Worte und Werke von nun an so beschaffen seien, dass ich niemals mehr Eure Augen oder die Eures göttlichen Sohnes beleidige. Gedenkt meiner und verlasst mich nicht in der Stunde meines Todes.

Amen.

Und da die Päpste wiederholt die Freimaurerei sowie JEGLICHE ANDEREN GEHEIMBÜNDE verurteilt haben, fasse ich – in kindlicher Liebe und im Gehorsam gegenüber der Autorität des Stellvertreters Christi, insbesondere gemäß dem Wunsch Seiner Heiligkeit Leo XIII., wie er in der Enzyklika *Humanum Genus* zum Ausdruck kommt – den festen Entschluss und verpflichte mich dazu, niemals einer der genannten Sekten beizutreten, unter welchem Namen auch immer sie auftreten mögen; vielmehr verpflichte ich mich, deren Machenschaften, Lehren und Einfluss jederzeit und überall entschlossen zu bekämpfen. So wahr mir Gott helfe.

*   *   *

Das Strafgesetzbuch (Art. 382) bekräftigt das Verbot, das in dieser marianischen Verpflichtung enthalten ist. Um ein gutes Mitglied der Kongregation zu sein, genügt es, ein guter Katholik und ein guter Bürger zu sein.

 

 

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