Die Notwendigkeit von Eliten
zur Erneuerung der Christenheit.
Einleitung:
Dieses Thema ist eigentlich zu weit und
groß, als daß es innerhalb von 20 Minuten abgehandelt werden könnte. Für eine
umfassende und erschöpfende Analyse empfehle ich daher die Lektüre des Buches,
daß wir Ihnen heute vorstellen. „Der Adel und die vergleichbaren Eliten in
den Ansprachen Papst Pius XII. An den Adel und das Patriziat von Rom“.
Ich werde dennoch den Versuch unternehmen
zumindest auf einige Punkte einzugehen, die mir persönlich am wichtigsten
erscheinen.
Ich möchte mich konzentrieren auf drei
wesentliche Punkte:
die Beschreibung
der Krise, in der die Christenheit sich befindet und deretwegen sie
erneuert werden muß,
auf die Re-Christianisierung der Gesellschaft, ja ganzer Nationen, denn
dies ist der einzige Weg, sie vor dem Untergang zu retten
und als Drittes auf die Möglichkeiten und die Pflichten, die dem Adel und den
traditionellen Eliten dabei zukommen.
Die Krise
Wir erleben im Moment einen Zusammenbruch.
Die Bankenkrise stellt die Frage nach der Vorherrschaft in der Welt neu.
Schlagzeilen wie „Die Herausforderungen
der neuen Weltordnung“, oder „Krieg
um Wohlstand“ oder „Is anyone in
charge of todays nonpolar world?“(1) – Ist irgendjemand zuständig für die
heutige führungslose Welt? - führen uns vor Augen, daß wir an einer Zeitenwende
stehen könnten. Die USA, da sind sich alle einig, werden wohl ihre Führungsrolle
in der Welt einbüßen, aber wer wird sie übernehmen?
Der europäische Einigungsprozeß stockt, in
den einzelnen Ländern wenden sich die Menschen immer weiter ab von den
etablierten Parteien, die Politik ist nicht imstande, den Menschen Antworten zu
geben, geschweige denn, Vertrauen aufzubauen. Irrationalität macht sich breit –
in Deutschland erkennbar am Zulauf zu den Postkommunisten, man sehnt sich nach
dem starken Staat, der sich für einen einsetzt und die Probleme löst.
Die einst so strahlende Christenheit,
geboren im Nahen Osten und zur Hochblüte hier in Europa gelangt und
ausgebreitet über alle Kontinente wendet den christlichen Prinzipien mit ihrer
Gesetzgebung immer weiter den Rücken zu.
Die Kirche und andere protestieren immer
wieder, mal leiser, mal lauter doch scheinbar wirkungslos.
Doch was auf die katholische Kirche erst
noch zukommt – und damit natürlich auch auf uns – zeigt die Entschließung des Europarates vom 29. Juni 2007, in der ganz
klar formuliert wird, daß für eine zukünftige Ordnung in Europa nur noch die
Charta der Menschenrechte bindend sein kann, die die Grundlage bilden soll für
die neue europäische Verfassung. Es
heißt dort weiter, daß die Religion
Privatsache zu sein hat, eine Einmischung in den Meinungsbildungsprozeß
darf es nicht mehr geben. Alle in der Gesellschaft aktiven Institutionen haben
die Menschenrechte anzuerkennen, eine gegenteilige Position, wie sie heute die
Kirche bezieht, muß unterbunden werden.
Die Menschenrechte werden das höchste Dogma sein. Dieses Dogma
erlaubt keine Infragestellung, keinen Protest. Der Platz, den Gott in der
katholischen Gesellschaft des Mittelalters einnahm, - wo jede Verletzung der
Rechte Gottes inakzeptabel war – wird nun durch die Menschenrechte besetzt.
Manche sehen eine neue Christenverfolgung mitten in Europa heraufziehen.
Die moralische
Verwüstung, die immer noch und immer mehr von allen Medien, der
Musikindustrie und durch das Internet gefördert wird, hat gravierende Ausmaße
erreicht. Daraus resultiert auch die Kinderfeindlichkeit
unserer Gesellschaft, die die europäische, sagen wir einmal,
Ur-Bevölkerung zusammenschrumpfen
läßt.
Sie werden mir zustimmen, daß wir wirklich
in einer Krise stecken. Es ist die Krise
der Christenheit. Und sie ist eine weltweite Krise.
In dem Maße, in dem über die Jahrzehnte
die christlichen Werte und Prinzipien zurückgedrängt wurden, in dem Maße, wie
sich alle Organismen der Gesellschaft immer mehr von Gott entfernt haben, in
dem Maße nehmen die atheistischen, die freidenkerischen Programme, in dem Maße
machen sich Hochmut, Sinnlichkeit, Rohheit, Verdorbenheit, Hässlichkeit,
Banalität, Profanität breit. Der Widersacher nimmt den freigewordenen
Platz ein. Das Gegenteil der Tugenden wird gelebt, denn Gott gibt es nicht,
Gott ist deshalb kein Maßstab mehr.
Doch damit ist das Ende dieser
Gesellschaft eingeläutet. Dies lehrt uns die Geschichte. Und dies lehrt uns auch
die Botschaft von Fatima, in der, für den Fall einer fehlenden Bekehrung der
Menschen und Nationen, Strafen angekündigt werden.
Jetzt hat sogar Papst Benedikt XVI. in
einer beeindruckenden Predigt vor der Bischofssynode diese möglichen Strafen
genau in diesem Zusammenhang zur Sprache gebracht. Es geht um den Sohn des
Weinbergsbesitzers, der von den Winzern ermordet wird, da diese hoffen, damit
in den Besitz des Bergs zu kommen.
Zitat: „Was
in diesem Abschnitt aus dem Evangelium beklagt wird, stellt unsere Art zu
denken und zu handeln in Frage; es stellt vor allem eine Anfrage dar an die
Völker, denen das Evangelium verkündet worden ist. Wenn wir die Geschichte
betrachten, so werden wir nicht selten die Kälte und den Widerstand
inkonsequenter Christen feststellen müssen. Infolgedessen mußte Gott, ohne
jemals sein Heilsversprechen zurückzunehmen, oft auf Züchtigungen
zurückgreifen. Unwillkürlich denkt man in diesem Zusammenhang an die erste
Verkündigung des Evangeliums, aus der anfänglich blühende christliche Gemeinden
hervorgingen, die dann verschwanden und heute nur in den Geschichtsbüchern Erwähnung
finden. Könnte das nicht auch in unserem
Zeitalter geschehen? Nationen, die einst reich an Glauben und Berufungen waren,
verlieren mittlerweile unter dem Einfluß einer verderblichen und
zerstörerischen modernen Kultur zunehmend ihre Identität. Es gibt Menschen, die
beschlossen haben, daß »Gott tot ist«, und sich selbst zu »Gott« erklären und
glauben, die einzigen Schöpfer ihres Schicksals und die Herren der Welt zu sein.
Weiter fleht der Heilige Vater sogar die
Synodenväter an: Es darf nie geschehen,
liebe Brüder und Schwestern, was in der Bibel über den Weinberg gesagt wird: Er hoffte, daß der Weinberg süße Trauben
brächte, doch er brachte nur saure Beeren (vgl. Jes 5,2).
Doch offensichtlich sind heute die „sauren
Beeren“ in der großen Überzahl. Wir brauchen also eine Erneuerung des Glaubens.
Die Erneuerung
Wir brauchen also eine neue Durchdringung
der gesamten Gesellschaft mit den Werten und Prinzipien, auf denen unsere
Zivilisation aufgebaut wurde. Wir brauchen eine Re-Christianisierung Europas.
Lassen Sie mich aus der großartigen
Enzyklika von Papst Leo XIII. zitieren, der uns erinnert, wie das Ziel der Re-Christianisierung
auszusehen hat.
„Es
gab eine Zeit, in der die Philosophie des Evangeliums die Staaten regierte. In
dieser Epoche durchdrangen der Einfluß der christlichen Weisheit und ihre
göttliche Kraft die Gesetze, die Einrichtungen, die Sitten der Völker, alle
Kategorien und Beziehungen der bürgerlichen Gesellschaft. Dank der Gunst der
Fürsten und des legitimen Schutzes der Amtspersonen blühte damals überall die
von Christus gegründete Religion und erhielt die ihr zustehende Anerkennung.
Zwischen Priestertum und Kaisertum herrschte ein glückliches Einvernehmen im
Dienste freundschaftlicher Gegenseitigkeit. Auf diese Weise organisiert trug
die bürgerliche Gesellschaft unerwartet reiche Früchte und die Erinnerung an
sie lebt fort und wird in den zahllosen Zeugnissen weiterleben, die kein
Manöver ihrer Gegner jemals verderben
oder verdunkeln kann.“
Der Papst spricht hier vom Mittelalter. Das
muß unser Maßstab sein. Eine Gesellschaft durchdrungen von den christlichen
Werten und göttlichen Tugenden.
„Utopie“!
– wird man mir nun entgegen schleudern. „Das wird es nie mehr geben“ oder
„Diese Zeit ist unwiederbringlich vorbei.“
Ja natürlich. Das Mittelalter wird es nie
wieder geben. Wir leben heute und heute sind die Voraussetzungen andere. Es
geht auch nicht um das Zurückdrehen der Zeit. Sondern es geht um die Essenz,
das Grundsätzliche.
Eine Wiederherstellung
einer Gesellschaft, die Gott wieder in den Mittelpunkt setzt, Ihn als den
alleinigen Maßstab aller Dinge und Handlungen anerkennt, verehrt und preist.
Die Notwendigkeit der Eliten
Aber fragen wir uns doch erst einmal, wer
denn die von Papst Leo XIII. beschriebene Gesellschaft aufgebaut hat, wer hat
denn diese Staaten geleitet, wer hat zugunsten des Gemeinwohls darauf geachtet,
daß diese enge Verbindung von Kirche und Staat, diese gegenseitige Befruchtung
stattfinden konnte, wer hat sich immer dann schützend vor die Kirche gestellt,
wenn sie angegriffen wurde, wer hat die freie Verkündigung des Evangeliums
sichergestellt, wer hat dadurch ganze Völker erhoben, wer hat dadurch die so
reichen kulturellen Schätze in Architektur, Kunst und Musik hervorgebracht, vor
denen wir uns noch heute staunend verneigen?
Es sind natürlich die traditionellen
Eliten gewesen. Und damit sind es auch Ihre
Familien gewesen. Es sind die traditionellen Eliten gewesen, die in der
weltlichen Ordnung die Verantwortung für das Gemeinwohl übernommen haben. Die
Eliten also, eine kleine Gruppe von Menschen, die sich an die Spitze gestellt
hat, die geführt hat.
Papst Puis XII. lehrt uns nun in seinen
Ansprachen an den Adel und das Patriziat von Rom, daß diese Eliten diese Verantwortung immer
noch haben, auch heute, da wir in Demokratien leben und unsere Familien, mit
wenigen Ausnahmen, keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden.
Dies betont auch Papst Paul VI in einer Ansprache an das Patriziat und den Adel von
Rom 1964 in einem Rückblick:
„So
viel möchten wir euch sagen. Eure Gegenwart löst so viele Überlegungen aus. So
erging es auch unseren verehrten Vorgängern – vor allem Papst Pius XII. seligen Angedenkens –, die sich bei Gelegenheiten
wie dieser mit mustergültigen Reden an euch gewandt und euch eingeladen haben,
im Lichte ihrer bewundernswerten Lehren sowohl über die Umstände eurer eigenen
Lage als auch über die unserer Zeit nachzudenken. Wir nehmen an, daß das Echo ihrer Worte wie der Wind, der die Segel
bläht, .... noch heute euer Gemüt bewegt und es mit jenen strengen, großzügigen
Mahnrufen erfüllt, von denen sich die Berufung nährt, die euch die Vorsehung
für euer Leben gezeigt hat, und auf die sich der auch heute noch von der
Gesellschaft geforderte Auftrag stützt, der euch angeht.“ (2)
Ich möchte an dieser Stelle nicht so sehr
auf die Rechtfertigung der Eliten eingehen, die in aller Ausführlichkeit im
Buch nachzulesen ist.
Stattdessen lassen Sie mich eingehen auf
die höchste soziale Funktion des Adels, wie Pius XII. herausstellt. Sie ist „die Wahrung, Verteidigung und
Verbreitung der christlichen Lehre, die in den ihn auszeichnenden Traditionen
enthalten ist.“
Aufgaben des Adels:
Wahrung, Verteidigung und Verbreitung der christlichen Lehre, die in den
ihn auszeichnenden Traditionen enthalten ist.
Dazu ist es absolut notwendig, daß
insbesondere der Adel sich hüten muß vor den moralischen Verfall, der um sich
greift, so Pius XII.
„Was Euch betrifft, sorgt dafür und seid
wachsam, damit schädliche Theorien und perverse Beispiele niemals mit Eurer
Zustimmung oder Sympathie rechnen können und vor allem in Euch keine willigen
Träger oder die Gelegenheit, Infektionsherde zu bilden, finden.“
Diese Pflicht ist Bestandteil des „großen
Respekts vor den Traditionen, die Ihr besitzt und durch den Ihr Euch in der
Gesellschaft auszeichnet“. Diese Traditionen bilden einen „wertvollen Schatz“,
der der Adel „mitten unter dem Volke“ zu wahren
hat.
„Möglicherweise ist das heutigentags die
wichtigste, soziale Funktion des Adels; sicherlich ist es der größte Dienst,
den Ihr der Kirche und dem Vaterland erweisen könnt“.
Das ist also die erste Aufgabe des
Adels: sich nicht dem Zeitgeist
anzupassen.
Prof.
Corrêa de Oliveira kommentiert: „Der
Adel kann den Glanz vergangener Jahrhunderte, der noch heute von ihm ausgeht,
kaum besser verwenden als die in den ihn auszeichnenden Traditionen enthaltene
christlichen Lehre zu wahren, zu verteidigen und zu verbreiten.“
Ein schwieriges Unterfangen, wo wir doch
alle nur Menschen sind und so anfällig gegenüber einem Außenseitertum.
Doch der Papst sagt sogar, daß dies
möglicherweise der größte Dienst sei, den wir der Kirche und dem Vaterland
erweisen könnten. Er bekräftigt dies am Abschluß seiner Ansprache von 1958 mit
den Worten: „Damit der Allmächtige Eure Absichten bestärke und Unsere Gebete
erhöre, die Wir darum an Ihn gerichtet haben, möge auf Euch allen, auf Euren
Familien und besonders auf Euren Kindern, die Eure beste Tradition in die Zukunft
tragen, Unser Apostolischer Segen ruhen.“
Johannes XXIII. mahnt 1960, daß der Adel,
dem viel gegeben ist, auch viel zu leisten hat, insbesondere im Hinblick auf
ein tugendhaftes Leben. Er wird in besonderem Masse Gott gegenüber darüber
Rechenschaft abzulegen haben.
Doch reicht das? Einfach ein tugendhaftes
Leben führen und ansonsten sich in der wohligen Anonymität bewegen, in die die
meisten sich zurückgezogen haben?
Nein, sie dürfen sich nicht aus dem
konkreten, d.h. Öffentlichen Leben zurückziehen. Aus dem einfachen Grunde, da
die Wahrung der Tradition, die dem Adel und den traditionellen Eliten zukommt,
die Gesellschaften vor dem Stillstand bewahrt. Denn die wahre Tradition ist
zukunftszugewandt und fortschrittlich. Sie garantiert eine harmonische
Weiterentwicklung. Das wahre Traditionsbewusstsein bewahrt die Gesellschaft vor
plötzlichen Sprüngen, vor Brüchen, die gefährliche Auswirkungen haben könnten.
Dies zu verhindern ist Aufgabe des Adels und der traditionellen Eliten. Wenn er
sich aber aus der Öffentlichkeit zurückzieht, kann er diese Aufgabe nicht mehr
wahrnehmen.
Pius
XII. „Ihr laßt Eure Vorfahren neu
aufleben, indem Ihr sie ins Gedächtnis zurückruft. Und Eure Ahnen leben wieder
auf in Euren Namen und in den Euch hinterlassenen Titeln, den Zeugen ihrer
Verdienste und Wohltaten.“
„Jeder Mensch hat seine
Besteimmung, jeder muß dem Fortschritt der Gemeinschaft dienen, deren
Verbesserung er mit seinen ganzen Kräften und eigenen Talenten zu dienen hat.
So muß es sein, wenn jeder wirklich seinen Nächsten liebt und vernünftigerweise
das allgemeine Wohl anstrebt.“
Und der große Papst
vergleicht den Adel mit dem Regler an einer Maschine, der dafür sorgt, daß das
Ganze richtig und zweckentsprechend funktioniert. „Mit anderen Worten, so Pius
XII., Ihr seid die Tradition und setzt sie fort. „
Noch deutlicher an anderer Stelle: „Heute, mehr wie je zuvor, seid ihr berufen,
eine Elite zu sein, nicht nur durch das Blut und Abstammung, sondern mehr noch
auf Grund Eurer Werke und Eures Einsatzes, der schöpferischen Handlungen zum
Wohle der ganzen menschlichen Gemeinschaft. Dieser Verpflichtung kann sich
niemand ungestraft entziehen. Sie ist nicht nur eine menschliche und
staatsbürgerliche Pflicht, sondern ein heiliges Glaubensgebot, ererbt von Euren
Vätern und das Ihr, wie sie, vollständig und ungeschmälert, an Eure Nachfahren
weiterzugeben habt.“
Der Papst spricht von einem heiligen
Glaubensgebot. Es ist ein heiliges Glaubensgebot der Eliten, sich für das
Gemeinwohl einzusetzen.
Aber natürlich entsteht dann die Frage nach dem WIE. Wie können denn
der Adel und die traditionellen Eliten etwas bewirken.
Hier sind einige anwesend, von denen ich
weiß, wie sehr sie sich im Sinne von Papst Pius XII. vorbildlich engagieren durch
hervorragenden Einsatz im karitativen Bereich, Aufbau von
Glaubenserneuerungsgruppen, Aufbau von wirklich katholischen Kindergärten und
Schulen, Unterstützung von wirklich katholischen Priesterseminaren usw. . Doch
die Führungsrolle in der Gesellschaft schlechthin, die Pius XII dem Adel auch
noch heute zuspricht, haben andere.
Wie sieht aber diese Führungsrolle heute aus?
Dadurch, daß dem adeligen bestimmte
Qualitäten zu eigen sind, so der Papst, ist der zum Führer der Gesellschaft
bestimmt. Diese Eigenschaften sind seelische Stärke, Einsatzbereitschaft,
freudiger Mut, der eine Ohne-mich- Einstellung nicht zuläßt, großmütiger
Einsatz, Geistesstärke, die nicht, sich aufzugeben und zu fliehen,
Tatbereitschaft, Opferbereitschaft für das Gemeinwohl, Hingabe für andere. Die
die reichhaltigere Mittel besitzen, nicht materiell sondern hier Gaben des
Verstandes, der Kultur, der Erziehung , der Wissens, des Einflusses, müssen
diese auch einsetzen für das Ganze. Ritterlichkeit .
Es gibt vielfältige
Organisationen, die sich den brennenden Herausforderungen der Zeit zugewandt
haben, sei es zum Thema Abreibung, zur „Homoehe“, zur Euthanasie, zu Fragen der
Genmanipulation, des Klonens usw. Dort müssten die bekannten Namen erscheinen. Dort
müssten in großem Maße Vertreter des Adels ihre Stimme erheben, denn bei diesen
hemen handelt es sich um die vom Heiligen Vater so genannten nicht
verhandelbaren Prinzipien. Prinzipien, die den Kern der christlichen
Kultur ausmachen und an denen keiner rühren darf, sei er auch noch so
demokratisch legitimiert.
Treue zu Christus und der Kirche
Papst Pius XII. weiter sagt wörtlich: In
all dem, was Dienst ist für den Nächsten, für die Gesellschaft, für die Kirche
und für Gott, müßt Ihr immer die ersten sein.“
Und damit geht er über und verlangt vom
Adel die Führung der Gesellschaft, insbesondere heute, da wir feststellen, daß
aus dem Volk eine namenlose, leicht
manipulierbare Masse geworden ist, die „zum Spielzeug der Leidenschaften oder Interessen ihrer Aufwiegler
sowie der eigenen Illusion geworden ist. Hat die Geschichte vielleicht nicht
nicht schon grausam bewiesen, daß jede
menschliche Gesellschaft, ohne religiöse Grundlage unweigerlich ihrer Auflösung
entgegengeht oder im Terror endet?Euren Ahnen nacheifernd, müßt Ihr also vor
dem Volk leuchten durch das Licht Eures Frömmigkeitslebens, durch den Glanz
Euer unerschütterlichen Treue zu Christus und der Kirche.“
Und es folgen ein leidenschaftlicher
Aufruf zur Rettung der Familie und die Ermahnung zur Unerschütterlichkeit in
der Überzeugung, daß einzig die Lehre der Kirche den gegenwärtigen Übeln
wirksam abhelfen kann. Daraus folgt, daß der Adel alles daran setzen muß, der
Kirche den Weg freizumachen, damit diese die Lehre verkünden kann.
Spätestens hier müssen wir uns fragen: Stehen wir vor dem Volk? Geht von uns das
Leuchten eines Frömmigkeitslebens aus? Sind wir wie Leuchttürme der
Orientierung für unsere Völker, so wie der Heilige Vater es von uns verlangt?
Verteidigen wir die Kirche gegen die Angriffe, denen sie immer häufiger
ausgesetzt ist, in der Weise, daß sich auch andere ermutigt sehen, das gleiche
zu tun? Gehen wir aktiv und öffentlich vernehmbar gegen demokratisch
legitimierte Politik vor, die offen der Lehre der Kirche widerspricht?
Diese Fragen kann sich jeder selbst
beantworten. Doch wir müssen sie beantworten, in dem wir unserem Herrn dabei in
die Augen schauen, der selbst, zwar in bescheiden Verhältnissen aufgewachsen,
dennoch aus dem Hause David stammt. Er, und das mußte auch ich erst lernen, will
unseren Einsatz, auch wenn unserer Väter uns vielleicht resigniert bedeuten,
daß unsere Zeit vorbei sei.
Wir sollen und müssen uns wieder allen in
der Gesellschaft zuwenden, wir kennen unsere Wurzeln und in aller Demut müssen
wir die Bürde auf uns nehmen und den Kampf austragen gegen die Feinde der
Kirche, gegen die Feinde der Christlichen Kultur und Zivilisation, gegen die
Gleichheitsfanatiker, für eine Gesellschaft, die den wahren Eckstein annimmt
und auf ihm aufbaut.
Dieses Buch hat den Anspruch, diese
Verpflichtung den traditionellen Eliten nahezubringen und sie anzuspornen, sie
auch bereitwillig zu übernehmen, das Kreuz auf sich zu nehmen und sich gegen
den Zeitgeist für das Gemeinwohl einzusetzen. Das Volk kann sich nur durch die
Annahme und das Leben der Christlichen Tugenden, die Beachtung der katholischen
Lehre zu einer wahren Zivilisation, zu einer christlichen Zivilisation
entwickeln.
Schauen Sie bitte zum Schluß auf diese
Graphik, die belegt, daß auch von Seiten des Volkes das Interesse am Adel immer
noch hoch ist. Die Auswertung der Suche im Internet nach dem Begriff Habsburg
liegt gleichauf mit der nach den letzten beiden Kanzlern. Die Tendenz der Suche
nach den Begriffen Otto von Habsburg und Rudolf von Habsburg ist steigend.
Es
gibt also Hoffnung, doch sie erfordert unseren selbstlosen Einsatz.
Danke.
Anmerkungen
(1)www.spiegel.de ›international› world
“A Hundred Little Napoleons: Is Anyone in Charge in Today's...” 23. Okt.
2008
(2) Ansprache an das Patriziat
und den Adel von Rom, 1964, S. 73
Der Vortrag wurde entnommen aus der im Nachhinein veröffentlichten Broschüre:
Vorträge gehalten bei der Präsentation des Buches
Der Adel...
von Plinio Corrêa de Oliveira
am 30. Oktober 2008
im Palais Coburg in Wien
© TFP - Österreichische Gesellschaft zum Schutze von Tradition, Familie und Privateigentum, Wien
Nachdruck dieser deutschen
Fassung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.
Lesen Sie auch https://der-adel.info