Sonntag, 13. Oktober 2024

Das Königtum der Heiligen Maria:

Sie regiert das gesamte Universum, weil es Unserer Lieben Frau gegeben wurde, es zu regieren

 


       Letztendlich besteht eine enge Beziehung zwischen allen Überlegungen des Heiligen Ludwig Grignon von Mortfort und der Vorstellung des Königtums der Muttergottes.

       Schauen wir uns genauer an, was die Idee des Königtums Unserer Lieben Frau bedeutet, und beziehen wir es dann auf den Heiligen Ludwig Grignion von Montfort. Es gibt ein erstes Königtum Unserer Lieben Frau, nämlich das Königtum im Himmel. Dieses Königtum besteht darin, dass Unsere Liebe Frau über alle Engel im Himmel erhaben war und ein wahres Reich über alle Engel und Heiligen ausübt.

       Wir dürfen das Königtum Mariens nicht so verstehen: dass Unsere Liebe Frau im Himmel mehr oder weniger wie eine dieser Königinnen auf Erden ist, die wie eine Königinmutter wäre, die keinerlei Autorität hat, da sie aber die Mutter des Königs ist, genießt sie einen herausragenden Status am Hof und ist Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit ...

       Das Königtum Unserer Lieben Frau ist anders. Maria wurde eingesetzt als die Königin der gesamten Schöpfung und Gott gab ihr tatsächlich die Regierung des Universums, in der auch die Regierung der himmlischen Geister, die von der Natur her, ihr überlegen sind. Da Unsere Liebe Frau ist von der Natur her ein menschliches Geschöpf, sie ist geringer als die Engel, aber sie wird von der Kirche in der Litanei als Regina Angelorum angerufen. Sie ist die Königin der Engel, und die Engel gehorchen ihr, tun ihren Willen, denn sie regiert das Universum der Engel, denn das gesamte Universum wurde Unserer Lieben Frau zur Herrschaft übergeben.

       Jemand könnte fragen: Welchen Unterschied gibt es zwischen der Regierung Unserer Lieben Frau und der Regierung Gottes, da Unsere Liebe Frau den Willen Gottes tut? Es gibt einen kleinen Unterschied. Ich erinnere mich, dass ich am Ende einer Studienwoche den Unterschied anstellte und Bischof D. Sigaud mir kurz darauf sagte, dass es vollkommen theologisch sei.

       Stellen Sie sich einen Schulleiter vor, der die Schüler zurechtweist, weil sie undiszipliniert und rebellisch sind. Anschließend überwindet er den Aufstand der Schüler, doch um die Lage ein wenig zu beruhigen, zieht er sich für eine Weile zurück und überlässt die Leitung der Schule seiner Mutter. Damit die Mutter, mit weiblicher Sanftmut die Situation verbessern, wieder zurechtrücken, viele Wunden heilen usw. …

 

 

Aus dem Portugiesischen eines Vortrags am 29. Mai 1964 (Tagesheiligen)

Deutsch erstmals in diesem Blog

Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

 

 

 

 

 

Aus dem Portugiesischen eines Vortrags am 29. Mai 1964 (Tagesheiligen)

Deutsch erstmals in diesem Blog

Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestatattet.

 

Samstag, 12. Oktober 2024

Regina Pacis

       Es ist nicht ohne Absicht der Vorsehung, dass der Frieden (1945) genau im Monat Mai unterschrieben wird, der der Allerseligsten Jungfrau Maria von der allgemeinen Frömmigkeit geweiht ist, und zwar kurz nachdem der Heilige Vater die Fürsprache zur Verwirklichung des Friedens der glorreichen Gottesmutter empfohlen hat.

       Dieser Krieg war vor allem ein ideologischer Kampf, in dem man versuchte, die katholische Meinung zwischen den Widerhaken eines schrecklichen Dilemmas zu quetschen: entweder Nationalsozialismus oder Kommunismus. Unsere Liebe Frau, die „alle Häresien auf der ganzen Welt zerschlagen hat“, wollte, dass im Marienmonat ein Haken gebrochen wurde: Der Nationalsozialismus ist tot. Wir müssen sie jetzt bitten, den anderen Hake zu zerbrechen und den Kommunismus zu vernichten.

       Man denke nicht in dieser Hinsicht, dass der Frieden dieser glorreichen Königin der Frieden der Sümpfe und Moortümpel ist. Es ist der Frieden des Himmels, der in seiner ganzen Pracht erstrahlt, während in der Hölle das Böse, gezügelt und zerschlagen, ewige Qual erleidet. Aus diesem Grund ist die Königin des Friedens die Königin des Sieges schlechthin, die die Schafe Christi inmitten schrecklicher Kämpfe zum Triumph führt.

       Diese Kämpfe finden zwischen den Kindern Mariens und den Kindern der Schlange statt, die durch eine unauflösbare Feindschaft voneinander getrennt sind. Über diese Feindschaft schrieb der selige Grignion de Montfort:

* * *

       Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen illius; ipsa conteret caput tuum et insidiaberis calcaneo ejus (Gen 3,15), „ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft; sie wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihrer Ferse nachstellen.“

       Nur einmal hat Gott eine Feindschaft und zwar eine unversöhnliche Feindschaft gestiftet, welche fortdauern, ja sogar zunehmen soll bis ans Ende der Zeiten: die Feindschaft zwischen Maria, der Mutter Gottes, und dem Teufel und damit auch zwischen ihren beiderseitigen Anhängern. Die furchtbarste und stärkste Gegnerin, welche Gott dem Satan gegenüberstellen konnte, ist Maria, die gebenedeite Jungfrau und Mutter des Erlösers. Gott verlieh ihr schon vom Paradiese an, obgleich sie damals nur in seiner Idee existierte, einen solchen Hass gegen diesen verfluchten Feind Gottes, einen so großen Eifer, die Bosheit dieser alten Schlange aufzudecken, und so große Macht um diesen stolzen und ruchlosen Geist zu besiegen, niederzuwerfen und zu zertreten, dass dieser Maria mehr fürchtet als alle Engel und Menschen, ja in einem gewissen Sinn sogar mehr als Gott selbst. Damit soll gewiss nicht gesagt sein, dass die Feindschaft, der Hass und die Macht Gottes nicht unendlich größer wären, als die der heiligen Jungfrau, deren Vollkommenheiten begrenzt sind. Es soll vielmehr besagen: 1. dass Satan in seinem Hochmut unendlich mehr leidet, von einer geringen und demütigen Magd des Herrn als von diesem selbst besiegt und bestraft zu werden, und dass ihre Demut für in vernichtender wirkt, als die Allmacht Gottes; 2. Zudem hat Gott der allerseligsten Jungfrau eine solche Gewalt über die Teufel verliehen, dass diese einen ihrer Seufzer zugunsten einer Seele mehr fürchten als die Fürbitten aller übrigen Heiligen und durch eine einzige ihrer Drohungen mehr zu leiden haben als durch alle anderen Qualen, wie dies die Teufel selbst schon oft genug wider Willen durch den Mund der Besessenen bekennen mussten.

       Was Luzifer durch seinen Stolz verloren hat, das hat Maria durch ihre Demut zurückerobert. Was Eva durch ihren Ungehorsam verdorben und eingebüßt hat, das hat Maria durch ihren Gehorsam wieder gutgemacht. Indem Eva der Schlange folgte, hat sie alle ihre Kinder mit sich ins Verderben gerissen und sie der Schlange überliefert; indem Maria sich vollständig Gott unterwarf, hat sie alle Kinder und Diener gerettet und mit sich der göttliche Majestät geweiht.

* * *

       Gott hat aber nicht nur Feindschaft gestiftet zwischen Maria und dem Teufel. Gott hat auch Hass und Zwietracht gesät zwischen den wahren Kindern und Dienern Mariä und den Sklaven Satans. Wahre Liebe ist zwischen ihnen unmöglich, da sie keine inneren Beziehungen zu einander haben. Wie Kain einst seinen Bruder Abel und Esau seinen Bruder Jakob verfolgte, treffliche Vorbilder der Verworfenen und der Auserwählten, so haben auch die Kinder Belials, die Knechte Satans oder die Freunde dieser Welt bisher die Kinder und Anhänger der allerseligsten Jungfrau stets verfolgt und werden es in Zukunft noch mehr tun als je zuvor. Maria die demütige Jungfrau, wird aber über ihren stolzen Feind immer den Sieg behaupten und zwar so glänzend, dass sie ihm sogar das Haupt, den Sitz seines Stolzes, zertreten wird. Sie wird jederzeit seine Schlangenbosheit und seine höllischen Anschläge enthüllen, seine diabolischen Pläne zunichte machen, und bis zum Ende der Zeiten ihre treuen Diener vor seiner grausamen Kralle beschützen.

       Die Macht Mariä über alle Teufel wird besonders in den letzten Zeiten offenbar werden, wenn Satan ihrer Ferse nachstellen wird, womit ihre demütigen Diener und ihre bescheidenen Kinder gemeint sind, welche Maria aufrufen wird, um ihn zu bekämpfen. Es werden unscheinbare, arme Menschen sein in den Augen der Welt, von allen erniedrigt, getreten und gedrückt, wie die Ferse im Vergleich zu den übrigen Gliedern des Körpers. Aber dafür werden sie reich sein an Gnaden vor Gott, die ihnen Maria im Überfluss zuwenden wird. Infolge ihrer Heiligkeit werden sie groß dastehen in den Augen Gottes und durch ihren Feuereifer über alle Geschöpfe erhaben sein. Machtvoll wird Gott sie unterstützen, damit sie im Verein mit Maria durch ihre Demut der Schlange den Kopf zertreten und den Triumph Jesu Christi vervollständigen.


* * *

       Letztendlich will Gott, dass Maria jetzt mehr erkannt, geliebt und geehrt werde als jemals,

       Welche Bedeutung werden aber diese Sklaven und Kinder Mariä besitzen?

       Sie werden in ihrem brennenden Eifer für die Ehre Gottes überall das Feuer göttlicher Liebe entzünden.

       Sie werden sicut sagittae in manu potentis, wie scharfe Pfeile in der Hand der mächtigen Jungfrau sein, um ihre Feinde zu durchbohren.

       Als Söhne Levis, wohlgeläutert durch das Feuer großer Trübsale und fest vereint mit Gott, werden sie in ihrem Herzen das Gold der Liebe, in ihrem Geiste den Weihrauch des Gebetes, an ihrem Leib die Myrrhe der Abtötung tragen und überall den Armen und Geringen ein Wohlgeruch Christi sein, während sie bei den Großen, den Reichen und stolzen Weltkindern den Geruch des Todes hinterlassen werden.

       Gleich donnernden Wolken, die beim geringsten Hauche des Heiligen Geistes durch die Lüfte fliegen, sollen sie, ohne auf andere unzeitige Rücksicht zu nehmen und ohne sich selbst durch freudige oder schmerzliche Ereignisse beeinflussen zu lassen, den Regen des Wortes Gottes und des ewigen Lebens verbreiten. Sie sollen donnern gegen die Sünde und gegen die Welt, und dadurch den Teufel und seinen Anhang niederschlagen; alle diejenigen aber, zu welchen sie vom Allerhöchsten gesandt werden, sollen sie mit dem zweischneidigen Schwerte des Wortes Gottes durchbohren, sei es zum Leben, sei es zum Tode.

       Sie werden als die wahren Apostel der letzten Zeiten auftreten, die der Herr der Heerscharen mit der Gabe des Wortes und mit der Macht ausstatten wird, Wunder zu wirken und glorreiche Siege über seine Feinde davonzutragen. Ohne Gold und Silber aber, was noch wichtiger ist, auch ohne Sorgen werden sie inmitten der anderen Priester und Kleriker wirken, und mit den Silberschwingen der Taube überall hinfliegen, wohin der Heilige Geist sie rufen wird, um zur Förderung der Ehre Gottes und des Heiles der Seelen tätig zu sein. Dort, wo sie gepredigt haben, werden sie nichts zurücklassen als das Gold der Liebe, welche die Vollendung des ganzen Gesetzes ist.

       Endlich wissen wir, dass sie als wahre Schüler Jesu Christi in den Fußstapfen seiner Armut, Demut, Weltverachtung und Liebe wandeln und anderen den schmalen Weg zu Gott in reiner Wahrheit zeigen werden. Dabei werden sie sich nach dem heiligen Evangelium und nicht nach den Grundsätzen der Welt richten, ohne Ansehen der Person, ohne Schonung, ohne unangebrachte Rücksicht oder Furcht vor einem Sterblichen, mag er auch noch so mächtig sein.

       Sie werden in ihrem Munde das zweischneidige Schwert des Wortes Gottes führen, auf ihren Schultern die blutige Fahne des Kreuzes, das Kruzifix in der Rechten, den Rosenkranz in der Linken, die heiligsten Namen Jesu und Mariä in ihrem Herzen und die Bescheidenheit und Abtötung Jesu Christi in ihrem ganzen Wesen tragen.

* * *

       Das sind die großen Männer, die kommen werden, die Maria auf Befehl des Allerhöchsten ausrüsten wird, um sein Reich über die Gottlosen, Götzendiener und Mohammedaner auszudehnen. Wann und wie wird es geschehen? – Gott allein weiß es! An uns ist es, zu schweigen, zu beten, zu seufzen und abzuwarten: Exspectans expectavi (Ps 39,4)



Aus dem Portugiesischen „Regina pacis“, vom 13. Mai 1945

Diese deutsche Fassung erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.


Freitag, 11. Oktober 2024

Die drei Rosen:

Die Verehrung der Eucharistie, unserer Lieben Frau und des Papsttums


Gern beantworte ich die Frage, die gerade gestellt wurde. Schon öfters habe ich bemerkt, dass eine keineswegs geringe Anzahl von vortrefflichen Menschen sich in ihre Wohnungen zurückziehen, weil sie meinen, dass die moderne Welt unverbesserlich sei. Sie beschränken daher ihren Umgang auf die Familie und kümmern sich lediglich um ihre eigenes geistiges Leben, ohne sich einer Sache anzunehmen, die man allgemein gesprochen als die katholische Sache bezeichnen könnte, das heißt die Sache der römisch-katholischen apostolischen Kirche und die Sache der christlichen Zivilisation.

Ich hätte etwas zur Sache der christlichen Zivilisation zu sagen, denn was die katholische Sache bedeutet, ist leicht zu verstehen: Es ist das Anliegen, um das es geht, wenn man dafür kämpft, der Kirche die Voraussetzungen zu gewährleisten, die sie benötigt, um ihr Apostolat auszuüben, und wenn man der kirchlichen Hierarchie hilft, dieses Apostolat zum Heil der Seelen zu verwirklichen. Auf Erden wird dieses Ziel durch ein Leben der Tugend erreicht, deren wichtigste die Liebe ist.

Mit dieser Klarstellung lässt sich gut verstehen, was die katholische Sache ist. Was ist aber unter christlicher Zivilisation zu verstehen, und wie hängt sie mit der katholischen Sache zusammen?

Was ist eine Zivilisation?

Es geht mir hier nicht um die Analyse der verschiedenen Bedeutungen, die der Begriff „Zivilisation“ haben kann. Ich beschränke mich vielmehr auf einen Bestandteil, der allen Bedeutungen des des Wortes „Zivilisation“ gemeinsam ist, nämlich auf den Gedanken einer bestimmten Ordnung der Dinge in ihrer Gesamtheit, angefangen von ihren erhabeneren Aspekten auf religiöser Ebene bis hin zu ihren gewöhnlichen Aspekten auf rein materieller Ebene.

Fußt diese Ordnung der Dinge auf bestimmten Prinzipien, bildet sie eine charakteristische Zivilisation, die sich von anderen Zivilisationen unterscheidet, die von anderen Grundsätzen geleitet werden. Eine christliche Zivilisation wird von den großen Überzeugungen, den großen Eingebungen, den großen Erwartungen, das heißt den großen sittlichen Normen gestaltet wird, die unser Herr Jesus Christus auf die Erde gebracht hat und deren unfehlbare Interpretin, Mutter, Führerin die katholische Kirche ist die ihnen durch die Sakramentenspendung Leben verleiht.

Die christliche Zivilisation schafft die Voraussetzungen dafür, dass die Seelen die Kirche besser kennenlernen können. Die Kirche ist für die christliche Zivilisation mehr oder weniger das, was die Seele für den Körper ist (es handelt sich hier um eine Analogie, die selbstverständlich genauso unvollkommen ist wie alle Analogien). Ohne eine Zivilisation könnte man daher die Kirche in gewisser Hinsicht einer Seele ohne Körper vergleichen. Und eine Zivilisation ohne Kirche ist unbedingt einem seelenlosen Körper vergleichbar.

Die vollkommene Ordnung besteht darin, dass die Kirche eine Zivilisation bildet, die es ihr ermöglicht, den Menschen alles Gute zu tun – eine zeitliche Ordnung also, die ihr dabei hilft, das Gut des Menschen zu fördern. Andererseits muss es diese Zivilisation verdienen, christlich genannt zu werden. Das bedeutet, dass sie alle Voraussetzungen zu bieten hat, die unser Herr Jesus Christus für das menschliche Leben fordert und vorschreibt.

Nun ist es heute so, dass wir zwar die Kirche, aber keine christliche Zivilisation haben. Und die Kirche selbst hat sich in unseren Tagen mit der größten Krise in ihrem Innern auseinanderzusetzen, die sie in all den Jahrhunderten ihrer Existenz je erlebt hat. Und hinzu kommt noch die ungeheure äußere Krise. Viele meinen daher, dass sie sich in ihre vier Wände einschließen können, ja dies sogar tun müssen, ohne sich weiter um das zu kümmern, was draußen vorgeht. So erwarten sie für möglichst bald die in Fatima angekündigte Strafe, denn die Welt hat sich ja nicht geändert und die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens ist ja auch nicht genau unter den Bedingungen vorgenommen worden, die unsere Liebe Frau in Fatima gestellt hat. Also warten sie auf die Strafe. Bis es aber zu dieser Strafe kommt, bleibt man gelassen zu Hause und wartet.

Für die, die so handeln, ist der Eifer schwer zu verstehen, mit dem echt konservative Katholiken in Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen dagegen ankämpfen, dass noch gottlosere und pantheistischere Zivilisationsformen eingeführt werden, beziehungsweise sich für die Bewahrung der Überreste der christlichen Zivilisation einsetzen, die es auf der Welt noch gibt.

Wozu soll das nützen, wenn am Ende doch alles in der tragischen Sturzflut der Strafen untergehen wird, die nach ihrer Meinung wie eine neue Sintflut über die Erde kommen und alles hinwegspülen wird, um eine neue Ordnung der Dinge zu schaffen?

Ich meine, dass man vor allem bedenken sollte, dass sowohl für die Kirche als auch für die christliche Zivilisation jenes herrliche Wort der Heiligen Schrift aus dem Alten Testament gilt, denn wir schulden beiden die gleiche Liebe, die schon die Juden des Alten Testaments dem Tempel von Jerusalem weihten – sie liebten den Tempel von Jerusalem. Ein Psalmist bringt dies deutlich zum Ausdruck: Er liebt nicht nur den Tempel, denn sollte der Tempel einmal zerstört werden, wird er auch noch die Steine lieben, die von seinem Abbruch übrig bleiben. Und selbst wenn diese Steine einmal zu Staub zerfallen, wird er auch noch den Staub der zerfallenen Steine lieben.

Ich weiß sehr wohl, dass die Kirche nicht zerstört ist, denn sie ist schließlich unvergänglich. Und doch ist man fast versucht zu fragen, ob der geheimnisvolle Vorgang der Selbstzerstörung, in dem sie sich befindet und auf den Paul VI. so ausdrucksvoll hingewiesen hat, nicht doch schon abgeschlossen ist.

Er kann nie ganz zum Abschluss kommen, denn es heißt „portae inferi non praevalebunt“ – die Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überwältigen. Und doch möchte man dies fast infrage stellen.

Was aber die christliche Zivilisation angeht, wissen wir, dass sie zerstört wurde. Es sind weder ihr Gebäude noch die Steine übrig geblieben. Was bleibt, ist nur noch ihr Staub. Doch gilt uns dieser Staub nicht so viel, wie der Tempel den einstigen Juden? Lieben sie etwa nicht diesen Staub und erwarten sie nicht den Wiederaufbau des Tempels?

Ich spreche hier von den Juden, die vor unserem Herrn Jesus Christus gelebt haben und die den Tempel wiederaufbauen wollten, als dieser das wahre Haus Gottes und das Bindeglied zwischen den Menschen und dem Himmel war.

Auch wir denken so. Wir wollen die Staubkörner wieder zusammenfügen und Steine daraus machen und mit diesen Steinen das Gebäude errichten.

Da wird einer lachen: „Ihr seid wohl verrückt? Wie wenig könnt ihr doch erreichen!“ Und ich antworte darauf, dass ich das sehr gut wisse. Wenn wir aber ein paar Seelen zu retten vermögen, wenn wir Gesetze verhindern können, die gegen die christliche Zivilisation verstoßen und für viele Seelen Gelegenheit zur Sünde werden könnten, und auf diese Weise einige Seelen retten können, wenn wir es schaffen, dass am Tag des Strafgerichts die Zahl der Gläubigen ein bisschen größer ist, dann können wir auch sicher sein, dass eine größere Anzahl von Gläubigen das Strafgericht überstehen wird, um dann das Reich Mariens wiedererstehen zu lassen.

Nicht nur der Staub des Tempels, auch das Leid muss dazu beitragen, dass aus dem Staub etwas wiederersteht, auf dass daraus wieder Steine werden und dass diese Steine sich in lebendige Steine des Gotteshauses verwandeln.

Es will mir scheinen, dass sich in diesem Sinne gewiss viele Heiden und auch viele Juden bekehren werden. Aber wir müssen diese Bekehrung der Heiden, der Juden, der Muslime usw. herbeisehnen, müssen mit unserer ganzen Seelenkraft dafür arbeiten. Unsere Brüder im Glauben aber müssen wir lieben, jene Völker nämlich, die einst im Schoße der Kirche lebten, bevor es zu der großen Krise kam, die zum Ende des Mittelalters führte. Viele von ihnen sind aber auch im Schoße der Kirche verblieben. Wir wollen sie lieben und dafür Sorge tragen, dass sich eine möglichst große Zahl von ihnen ins Reich Mariens hinüberretten kann.

Damit dies geschehe, müssen wir stets Anregung in einer Haltung suchen, die Msgr. de Ségur als die drei Rosen der Seligen bezeichnete: In der Liebe zur heiligen Eucharistie, zu unserer Lieben Frau und zum Papst.

Liebe zur heiligen Eucharistie, der wir eine inständige, beharrliche Verehrung schulden. Wir setzen uns für den täglichen Kommunionempfang und für die Verehrung unseres Herrn unter seinen verschiedenen Anrufungen ein, und vor allem bringen wir viele Menschen in die kirchliche Gemeinschaft.

Liebe zu unserer Lieben Frau: Damit wir mit allem Eifer gegen den Kommunismus, den Sozialismus, gegen die großen Gegner der christlichen Zivilisation ankämpfen können, bedürfen wir des Rosenkranzgebets und weiterer Formen der Verehrung unserer Lieben Frau, gemäß dem Vorbild des heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort, des großen marianischen Apostels der Neuzeit, dessen Botschaft gerade in unseren Tagen einen besonders großen Widerhall findet.

Liebe zum Papst: Wenn ich dieses hehre Wort – der Papst – ausspreche, kommt es mir vor, als würde ich aus der Tiefe der Jahrhunderte die göttliche Stimme unseres Herrn Jesus Christus vernehmen, der da spricht: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“

Wenn ich hier vom Papst spreche, meine ich natürlich die Päpste aller Jahrhunderte, das Papsttum im Lauf der Geschichte, seine großartige Aufgabe, die wunderbare Abfolge der wahren Päpste seit dem heiligen Petrus, dem von unserem Herrn auserwählten Fundament.

So gesehen ist der Papst die Achse der Geschichte, die Achse der Kirchengeschichte. Da diese die Achse der Weltgeschichte ist, bildet der Papst auch die Achse der Weltgeschichte.

Die Verehrung des Papstes bedeutet im Grunde Verehrung des Papsttums, Verehrung des unfehlbaren Heiligen Stuhles der Wahrheit. Angesichts der Kontinuität der wahren Lehre, wie sie vom wahren Lehramt der Kirche gelehrt wird, schulden die Katholiken dieser Lehre eine Hingabe, einen Eifer, eine Anhänglichkeit, eine Unterwerfung ohne Grenzen.

Mit dem Fortschritt der Fertigkeiten des Menschen im Bereich der Mechanik wurde dieser schließlich in die Lage versetzt, mechanische Uhren zu bauen. Wie Sie wissen, geschah dies im Mittelalter. Von nun an begann die Kirche, ihre Kirchtürme mit Glocken zu versehen, denn sie sah darin ein Symbol voller Poesie: Die Kirche zeigt die richtige Zeit des menschlichen Denkens.

Alle wenden sich ihr zu, um ihre persönliche Uhr – ihren Geist – nach ihr zu richten. Wenn es darum geht, dem Menschengeschlecht eine Ordnung zu geben, eine christliche Zivilisation zu schaffen und die Menschen in den Himmel zu führen, kann es für das Menschengeschlecht nichts Kostbareres geben als die Unfehlbarkeit der Kirche, die vor allem in den Verlautbarungen der Päpste ihren Ausdruck findet, sofern in diesen unter Berufung auf die höchste Lehrautorität eine allgemein verpflichtende Lehrentscheidung gemäß dem Kirchenrecht getroffen wird.


Dies vorausgesetzt beziehe ich mich voller Ergriffenheit auch auf den Papst und die drei Rosen der Seligen, von denen bei Msgr. de Ségur die Rede war.

Indem ich das Augenmerk auf diese Trilogie richte, die unserem Geist so angenehm klingt, habe ich den Eindruck, dass uns diese Darstellung auf natürliche, harmonische Weise zu drei Themen führt, bei denen unser Verstand und unsere Herzen zusammenfinden werden.


Aus dem Portugiesischen übersetzt von „As três rosas: a devoção à Eucaristia, a Nossa Senhora e ao Papado“ in „O Legionário“ vom 10. November 1929.

Diese deutsche Fassung „Die drei Rosen: Die Verehrung der Eucharistie, unserer Lieben Frau“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.



Mittwoch, 9. Oktober 2024

Die Rolle der Eliten in der Gesellschaft

 Ein Vortrag gefördert von der argentinischen TFP

von Plino Corrêa de Oliveira

Meine Freunde. In diesem Vortrag, der von der Argentinischen Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Eigentum organisiert wurde, muss ich Ihnen als Präsident der Brasilianischen Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Eigentum etwas zu diesem Thema sagen, welches in dem vorgeführten audiovisuellen Dokument dargestellt wurde.


       Es gibt eine Lehre aus der Geschichte, die für alle, die über die Zukunft Lateinamerikas nachdenken, von größter Bedeutung ist. Diese Lehre besteht darin, dass Länder die über eine Elite verfügen, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist, Länder sind, die am Firmament der Geschichte aufsteigen und ihre Mission hervorragend erfüllen. Im Gegenteil: Nationen, deren Eliten sich ihrer Verantwortung und Mission nicht bewusst sind, scheitern unweigerlich und stürzen sich in die großen Katastrophen der Geschichte.

Dies zeigt sich an den verschiedenen Völkern, am Aufstieg und Niedergang der verschiedenen Nationen der Erde, und für uns stellt sich daher in dieser Zeit, in der wir mit so großer Eindringlichkeit über soziale Probleme sprechen, eine Frage der sozialen Ordnung, die von größter Bedeutung zu sein scheint:

Sind sich die Eliten unserer Länder ihrer Verantwortung bewusst? Sind Sie sich Ihrer Mission bewusst? Das Thema ist zu groß, als dass ich es in kurzen Worten behandeln könnte. Es gibt jedoch ein Prinzip, das das gesamte Bewusstsein über die Mission der Eliten voraussetzt und dieses Prinzip möchte ich zumindest mit folgenden Worten erläutern.

Das Prinzip ist folgendes: Jede Elite hat die Privilegien, die sie hat, die Vorteile, die sie hat, nicht hauptsächlich für das angenehme und reibungslose Leben derjenigen, die sie ausmachen, sondern für den gesamten Dienst an der Gesellschaft. Und dieser Dienst an der Gesellschaft setzt voraus, dass die Elite bereit ist, die notwendigen Opfer zu bringen, um ihre Mission zu erfüllen. Zur Erfüllung ihrer Mission gehört sicherlich in gewissem Umfang auch die Bereitstellung zeitlicher Güter, um den Bedürftigen zu helfen. Allerdings sind es nicht nur die zeitlichen Ressourcen, die den Eliten abverlangt werden. Ich möchte hinzufügen, dass dies nicht einmal die Hauptsache ist.

Die zur Elite gehörende Person – welcher Art auch immer diese Elite angehört – die zur Elite gehörende Person hat die Hauptverantwortung oder die Hauptmission, sich selbst für das Gemeinwohl einzusetzen. Dieser Einsatz seiner selbst für das Gemeinwohl besteht darin, dass sie eine klare Vorstellung davon hat, was die Elite tun soll. Was soll die Elite tun?

Die Elite muss ihre Mitglieder einladen, ihr Leben einem Prinzip des französischen Dichters Paul Claudel anzupassen. Claudel sagte über die Jugend, dass die Jugend nicht zum Vergnügen, sondern zum Heldentum geschaffen sei. Dasselbe kann und muss vor allem auch über die Elite gesagt werden. Glück und gesellschaftliches Prestige wurden den Mitgliedern der Elite nicht in erster Linie zu ihrem Vergnügen zuteil, sondern zum Heldentum, um ihnen zu der nötigen Seelenerhebung zu verhelfen, die sie zur völligen Selbstverleugnung ihres Lebens brauchen. Diese Selbstlosigkeit besteht hauptsächlich aus folgenden Elementen:

Ein Mitglied der Elite muss sich bewusst sein, dass Moral ein unverzichtbares Merkmal der wahren Elite ist und dass die Elite, wenn sie ihren Sinn für Moral verliert, ihre Mission aufgibt, Bremse für alle Formen der Unmoral zu sein. Wenn sie auf die Verantwortung verzichtet, die soziale Klasse zu sein, die der Gesellschaft einen Ton verleiht, aber einen christlichen und moralisierenden Ton, nicht einen entchristianisierenden und heidnischen Ton zu geben, wenn sie auf diese Verantwortung verzichtet, hört sie auf, eine echte Elite zu sein.

Daher muss es für die heutigen Eliten in Südamerika eine grundlegende Verpflichtung sein, gegen weltliche, heidnische Moden zu reagieren, gegen Moden, die zu Nacktheit, Korruption und zur Auflösung der Sitten führen; auch gegen Moden, die der Reinheit der Sitten nicht direkt zuwiderlaufen, die aber aufgrund ihrer Extravaganz, aufgrund ihrer Art und Weise einen Mangel an Ernsthaftigkeit, einen Mangel an innere Überzeugungskraft, einen Mangel an Würde hervorrufen, die die Bedeutung des Menschen als König der gesamten Schöpfung herabsetzen, und was daher eine Revolte darstellt, eine Revolution innerhalb der Pläne Gottes.

Andererseits muss die Elite die soziale Klasse sein, der die Verantwortung für den Kampf gegen diejenigen zukommt, die Unruhen und Aufstände stiften. Die Elite muss par excellence die Klasse sein, die gegen die größte Plage unserer Tage, den Kommunismus, kämpfen muss. Und jedes Mitglied der Elite hat die Verantwortung, ein Soldat im Kampf zu sein, aber in einem militanten Kampf, einem erklärten Kampf, nicht nur gegen den offenen Kommunismus, sondern gegen jene tausend Formen des heimtückischen und verschleierten Kommunismus, die zur Vorbereitung der Menschen für die Akzeptanz der kommunistischen Revolution führen.

Das bedeutet, dass ein Mitglied der Elite nicht seine gesamte Zeit nur der Unterhaltung, nur der Arbeit zur Vermehrung seines Reichtums, nur seinen privaten Aktivitäten widmen soll, sondern dass ein großer Teil seiner Zeit, seiner Aufmerksamkeit, seiner Hingabe gewidmet werden muss auf diese großen gesellschaftlichen Probleme und auf die Entwicklung methodischen Handelns, geordneten Handelns, freiwilligen und bewussten Handelns zur Verhinderung dieser Auflösungsfaktoren.

Deshalb verstehe ich das – und es lohnt sich, ein wenig darauf zu beharren, was die audiovisuellen Medien zu diesem Thema sagen – deshalb verstehe ich den Kampf, den die Eliten führen müssen, um die Grundprinzipien der christlichen Zivilisation zu ehren. Und unter diesen Grundsätzen muss hier an einen erinnert werden, der immer mehr in Vergessenheit gerät und deshalb besonders betont werden muss: Es ist der Grundsatz des Privateigentums.

Privateigentum kann nicht nur als Vorteil für den Eigentümer angesehen werden. Die Existenz des Prinzips des Privateigentums ist ein Gut [der Gesellschaft], selbst für diejenigen, die leider kein Eigentum besitzen, denn die Eigenschaft des Eigentümers ist die natürliche Verfassung des Menschen. Der Mensch, weil er Herr seiner selbst ist, ist er Herr seiner Arbeit; weil er Eigentümer seiner Arbeit ist, besitzt er auch die Früchte seiner Arbeit; weil ihm die Früchte seiner Arbeit gehören, gehören ihm auch die Ersparnisse, die er mit den Früchten seiner Arbeit machen kann. Und weil er diese Güter besitzt, hat er die Möglichkeit, für sich Existenzbedingungen zu schaffen, die die Vervollkommnung seiner gesamten Persönlichkeit ermöglichen.

Diese Verbesserung der Persönlichkeit einiger Menschen führt durch Osmose zu einer Erhebungsbewegung des gesamten sozialen Körpers. Es ist eine Bestätigung der Autonomie des Menschen, des Eigentums, das er über sich selbst hat, also der Würde, die ihm als rationalem Wesen zukommt, das über die nötige Intelligenz verfügt, um seine Lebenswege zu wählen und die Arbeit zu wählen, die zu ihm passt und die Art und Weise, wie Sie seine eigenen Bedürfnisse erfüllen sollten.

Eigentum ist das Ergebnis all dessen, und so wie, wenn den Ursachen widersprochen wird, erdrücken die Wirkungen die Ursachen, deshalb auch, wenn Privateigentum verstümmelt wird, wenn Privateigentum verfolgt wird, wenn Privateigentum beseitigt wird, wird dem Gefühl der Autonomie, dem Würdegefühl des Menschen als rationales Wesen, das mit einer unsterblichen Seele ausgestattet ist, und vor allem als getaufter Christ, tiefgreifender Schaden zugefügt.

Aus diesem Grund scheint es mir, dass wir, auch wenn uns allen die Erfüllung der gesellschaftlichen Funktion des Eigentums sehr am Herzen liegt, wir nicht zulassen dürfen, unter dem Vorwand, dass die gesellschaftliche Funktion des Eigentums nicht erfüllt wird, das Recht Eigentum aufgehoben wird. Die Funktion darf das Organ nicht erschöpfen: Es wäre etwas Ungeheuerliches. Und deshalb besteht in dieser Zeit, in der so viel über die soziale Funktion des Eigentums gesprochen wird, oft verdienstvoll, oft auch mit verdächtiger Übertreibung, für Mitglieder der Elite die Notwendigkeit, Privateigentum zu studieren und es zu einer großen Rechtfertigung zu machen.

Deshalb möchte ich jeden, der mir zuhört, insbesondere diejenigen, die zur argentinischen Elite gehören, einladen, ihre Aufmerksamkeit auf die Arbeit dieser würdigen Gesellschaft zu richten, der Argentinischen Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Eigentum.

 Drei große Werte, die auf so viele Arten bekämpft werden... Tradition, die das heutige Argentinien mit dem Argentinien von gestern verbindet; das Argentinien von gestern mit dem glorreichen Spanien mit seiner glorreichen Vergangenheit und bis zur gesamten Vergangenheit der Christenheit, das von Karl dem Großen gegründet wurde und die Wiege der westlichen Christenheit ist. Auf der anderen Seite die Familie, die die Zelle der Gesellschaft ist, die durch die Auflösung von Sitten, Scheidung und tausend andere Faktoren jederzeit mit völliger Zerstörung bedroht ist. Und schließlich das Privateigentum, von dem ich Ihnen gerade gesprochen habe.

Diese Gesellschaft verdient Aufmerksamkeit, sie verdient die volle Unterstützung aller, die mir zuhören, insbesondere die Unterstützung der jungen Menschen, die ich einlade, sich anzumelden, wie so viele andere junge Argentinier, die dies bereits getan haben – junge Chilenen, junge Uruguayer und andere -, ich lade junge Argentinier ein, der Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Eigentum beizutreten, denn jeder kann sicher sein, dass er seine Aktivitäten in eine Reihe von Werken, Studien und Aktionen einfügt, die den dringendsten Bedarf der christlichen und lateinischen Völker aus dem Süden Amerikas darstellen.

Meine Freunde, ich grüße euch herzlich und lade euch ein.

 

 

Übersetzung aus dem in Portugiesisch gehaltenen Vortrag „O papel das elites na sociedade“ am 6. Mai 1968.

Die deutsche Fassung „Die Rolle der Eliten in der Gesellschaft“ erschien zuerst in diesem Blog www.p-c-o.blogspot.com

Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Bild: Symbolbild

Freitag, 4. Oktober 2024

Joris-Karl Huysmans II

  En route - Unterwegs

Plinio Corrêa de Oliveira

In unserem letzten Artikel, der dem großartigen Werk von J. K. Huysmans gewidmet ist, haben wir sein Buch „Là-bas“ kommentiert, das erste in der Reihe, die er über seine schmerzhafte und interessante spirituelle Entwicklung schrieb, die ihn schließlich zum wahren Rettungshafen führte, nämlich zur katholischen Kirche.

Wie sich die Leser erinnern werden, erzählt Là-bas, wie Huysmans, als er im Satanismus, den Abscheulichkeiten der schwarzen Magie, sakrilegischen Messen und grausamen Entweihungen versank, die ersten religiösen Bedenken in seiner Seele erwachen sah.

Diese, die in einem elitären Geist einen günstigen Boden fanden, wirkten tief durch die Abscheu, die ihm die Zeit, in der er lebte (19. Jahrhundert), bereitete, und durch die Einsamkeit, die ihn im sentimentalen Bereich umgab, wuchsen allmählich an Intensität, bis sie entscheidend ihn aufforderten, sich ernsthaft mit dem religiösen Problem auseinanderzusetzen.

An diesem Punkt endet Là-bas und beginnt En Route (Auf dem Weg).

Durch die Ereignisse an einen intelligenten und tugendhaften französischen Priester herangeführt, begann Huysmans, an katholischen religiösen Zeremonien teilzunehmen, die unauslöschliche Eindrücke in ihm weckten, die er uns in meisterhaften Seiten hinterließ.

Seine Beschreibungen der dunklen Traurigkeit des De Profundis, der feurigen Verwünschungen des Miserere, der jubelnden Freude des Magnificat sind literarische Seiten, die die Sprache verherrlichen, in der sie geschrieben wurden.

Tatsächlich stellt Huysmans‘ Werk eine sehr interessante Anwendung des Naturalismus auf religiöse Themen dar, ein Aspekt, der ihm Originalität verleiht.

Aus streng religiöser Sicht war vor allem das neue Genre der Apologetik von Interesse, das Huysmans einzuführen versuchte.

Es geht ihm nicht um philosophische Argumente, wissenschaftliche Auseinandersetzungen, in denen Syllogismen für oder gegen den Glauben kämpfen. Das hatte der französische Dichter bereits gesagt, à force de raisonner, on perd la raison. (Kraft des vielen Nachdenkens verliert man die Vernunft)

Er macht von der Kirche eine objektive materielle Beschreibung, durch die er mit unnachahmlichem Geschick die Blitze des Übernatürlichen hervorheben möchte, die aus der großartigen Liturgie hervorgehen, bereichert durch die bewegende Symbolik, aus dem erstaunlichen Choral, in seinen vehementen Verwünschungen, im Tumult seiner Reuen, in der Explosion der Schüben seines Vertrauens in die göttliche Vorsehung, in den harmonischen Tränen seiner Stundengebete für die Armen Seelen.

Es beeindrucken in besonders die Ordensgemeinschaften, in der er zu Recht die Kristallisierung des evangelischen Geistes sieht.

Es faszinieren ihn Bußübungen der Karmeliter, die unerbittliche Strenge der Benediktiner und Sakramentiner und der klösterlichen Regeln im Allgemeinen.

Unter allen erregt jedoch ein Orden aufgrund der erstaunlichen Schönheit seiner Grundprinzipien seine Aufmerksamkeit: der Orden der Trappisten.

Da beschloss er, auf Anraten seines befreundeten Priesters, für ein paar Tage Exerzitien in einem entfernten Trappistenkloster zu machen.

Dann kommt der interessanteste Teil des Buches.

Es muss gesagt werden, dass wir, wie die alten Christen, den Heiden den Besuch der heiligen Mysterien verboten, wir den Wunsch verspüren den ungläubigen Geistern das Lesen des Folgenden zu verbieten, da sie angesichts der unvergleichlichen moralischen Schönheit des Trappistenlebens wahrscheinlich nur das dumme Lächeln oder das törichte Wortspiel übrig haben, mit dem ein Hottentotte die für ihn nutzlose Komplikation eines modernen Mechanismus kommentiert, dessen Funktionsweise außerhalb seines Verständnisses liegt.

Nach dem Dogma der Gemeinschaft der Heiligen, deren Anerkennung die Kirche allen Gläubigen auferlegt, können die Leiden einer Seele zur Sühne für die Sünden einer anderen Seele genutzt werden. Da so der göttlichen Gerechtigkeit Genugtuung geleistet wird, kann die Barmherzigkeit den Sünder zur Bekehrung anregen.

Daher die Bedeutung religiöser Orden, die in der Betrachtung Gottes und in unaufhörlicher Buße, Geschöpfe ein Leben lang in bescheidenen Klöstern einschließen (wir sollten sagen: begraben), um für die Schmach der sündigen Welt zu büßen, und dass sie daher an der gesamten moralischen Erhebung des Heiligen Opfers von Golgatha teilnehmen.

Es ist sicher, dass die im 20. Jahrhundert so verbreiteten Sybariten, die durch den Anblick so vieler Selbstverleugnung und so vielen Leides in ihren Genüssen gestört werden, versuchen, ein solches Vorgehen als unmenschliche Grausamkeit zu bezeichnen.

Es stimmt, dass für manche Menschen, für die Gold das einzige Ideal im Leben ist und die den Menschen ausschließlich nach dem betrachten, was er produziert, der Trappist nutzlos ist, da seine Tätigkeit „nichts einbringt“.

Ihre Einschätzungen profanieren solche Themen. Es wäre besser, wenn sie über Dinge, die außerhalb ihres Verständnisses liegen, schweigen würden!

Dies waren die Überlegungen, die Huysmans auf seiner Reise von Paris zum Trappistenkloster beschäftigten.

Sein Eindruck als er sich an das Leben im Kloster gewöhnt hatte, war der einer wahren Faszination.

Ruhige und strenge Mönche, stets in Weiß gekleidet, widmeten sich in ständiger Abgeschiedenheit der körperlichen Arbeit und insbesondere dem Gebet und der Buße, die ihr Leben in Anspruch nahmen. Als Bett ein Holzbrett. Die äußerst strenge Ernährung war genau das Richtige, um zu verhindern, dass die Mönche durch Hunger ernsthaft erkrankten. Überall Stille. Nur eine Stimme sprach: die der Reue und der Sühne, die sich in allen Einstellungen und allen Handlungen äußerte.

Die Trappistenklöster stellen die meisterhafteste Antwort auf diejenigen dar, die behaupten, die Kirche habe den Lebenssaft verloren, der die Märtyrer der ersten Jahrhunderte des Christentums ernährte. Wenn es wahr ist, dass jemand übermenschlichen Heldentum braucht, um sich den Qualen des Kolosseums aussetzen zu können, so ist es auch wahr, dass die Qual eines Lebens, das zwischen Zilizien und Demütigungen langsam dahinfließt, eine Qual darstellt, die alles übersteigt. Zumindest die Strenge und die Strapazen, die sie der Ausdauer auferlegen.

Eines nachts konnte Huysmans unruhig nicht schlafen. Dann stand er auf und ging zur Kapelle, die er für verlassen hielt. Als er eintrat, sah er im Halbdunkel, das durch das Oberlicht einer Kuppel drang, vage die weißen Gestalten der Trappisten, die ihren wenigen Stunden Schlaf die nötige Zeit raubten, um ihren Geist im Gebet zu nähren.

Einige lagen voller Demut auf den Boden. Andere erhoben sich wie Kerzenflammen, die nach oben ragten, ihre Büsten in einer Haltung leidenschaftlichen Drängens, leidenschaftliches Flehen, die nur Huysmans‘ Feder beschreiben kann. Andere schließlich, überwältigt von der Ungeheuerlichkeit der Sünden der Welt, für die sie büßen mussten, stöhnten in einer Haltung tiefer Reue ein Miserere.

Langsam dringt der Morgen durch das Oberlicht. Die weißen Formen verschärfen ihre Umrisse, immer noch in das sanfte Licht der Morgendämmerung getaucht. Endlich geht die Sonne auf. Alle Trappisten gehen in das Chorgestühl. Die Glocke ertönt und strahlend erklingt das Salve Regina.

Die Beobachtung solcher Szenen hatte eine tiefgreifende Wirkung auf Huysmans‘ Geist, und schließlich war er entschlossen, seine Sünden zu bekennen, und warf sich zu Füßen eines Trappisten nieder, dem er in tiefer Reue alle seine Verbrechen gegen Gott und die Menschen anvertraute. Am nächsten Tag empfängt er die Kommunion. Nachdem er so seine Einführung in den Katholizismus abgeschlossen hatte, verließ er die Trappe mit unvergänglichen Erinnerungen. Und „Auf dem Weg“ weicht dem „L`Oblat“.

 

 

Aus dem Portugiesischen in O „Legionário“   n.º 94, vom 21. Februar 1932.

Deutsche Übersetzung  „Huysmans II“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Joris-Karl Huysmans 1. Teil

Plinio Corrêa de Oliveira

Die heutige, an Sinnlichkeit gefesselte Literatur befindet sich eindeutig in einer Themenkrise. Diese Krise ist in der Tat das schwerwiegendste Problem, mit dem alle modernen Literaten zu kämpfen haben. Das Kino, die Romane, Seifenopern, die Dichtung, alles ist von einer gewaltigen Themenkrise geplagt.

Die Handlungen drehen sich ewig um Liebesbeziehungen. Nun können die liebevollen Aspekte des Lebens, egal wie sehr wir uns modernisieren, nur zu vier Kombinationen führen: entweder zwei verheiratete Menschen, die ihr jeweiliges Zuhause verlassen, um gemeinsam ein drittes zu gründen, auf den Trümmern des Glücks ihrer ersten Ehepartner; oder es ist eine verheiratete Person, die sich in eine alleinstehende Frau verliebt, wobei die Leidenschaft in einem Bruch der ehelichen Bindungen gipfelt; oder der Bruch kommt nicht zustande, aber der in Verlegenheit geratene Ehegatte stirbt rechtzeitig, so dass sich die Witwe oder der Witwer, sobald der Sarg des Verstorbenen geschlossen ist, in die drückenden Arme des geliebten Menschen werfen können; oder schließlich zwei alleinstehende Menschen, die eine Liebe teilen, die von einem unversöhnlichen Schwiegervater erbittert bekämpft wird.

Diese Fälle erlauben offensichtlich einige Varianten. Entweder durchschlägt das Verbrechen den gordischen Knoten eines überflüssigen Lebens, das zu lange zu dauern drohte; oder ein brutaler Ehebruch beendet eine unangenehme Situation; oder der überflüssige Ehegatte begeht diskret Selbstmord, um den Platz seinem glücklicheren Nachfolger zu überlassen.

Natürlich sind auch diese Kombinationen begrenzt und gehen nach einiger Zeit zur Neige. Und zwar so, dass, wer sich fünf Jahre lang eifrig der Lektüre von Romanen widmet, wird ein Kenner des gesamten Bestandes der Liebesliteratur in unseren Buchhandlungen. Und mit ein wenig Einfallsreichtum können er bereits beim Lesen der ersten Seiten erkennen, wie die Geschichte ausgehen wird, ein Ergebnis, das von den Neigungen des Autors und den Gefühlen und der Position abhängt, die er den Personen seines Romans zuschreibt.

Ein Autor, dem es gelingt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ein neues Feld zu betreten, ist offensichtlich ein Christoph Kolumbus des Geistes, der der Intelligenz neue Kontinente und unerforschte Welten eröffnet.

Genau das passiert mit Huysmans, einem der seltsamsten und bewundernswertesten Schriftsteller des letzten Jahrhunderts.

Sein Verdienst bestand darin, dass er es verstand, die erstaunlichsten literarischen Handlungen zu erschaffen, die man sich vorstellen kann, und dabei romantische Komplikationen völlig außer Acht zu lassen.

J. K. Huysmans, ein in Paris lebender Naturalist, befand sich an einem bestimmten Punkt seines Lebens in einer gewaltigen intellektuellen Krise. Huysmans hatte zur genüge ein klaren Geist, um sein Jahrhundert zu verabscheuen, aber ohne jeglichen sentimentalen Rückhalt in einer festen Freundschaft oder tiefen familiären Zuneigung. Gleichzeitig isolierte er sich immer mehr von allen und schuf ein enormes Vakuum in sich.

Nachdem er alle seine Freunde verlassen hatte, alle seine alten Illusionen zerstört und alle seine Verwandten verloren hatte, lebte er isoliert in Paris, in einem kleinen Zimmer, wo er endlose Tage in Gesellschaft einer Katze verbrachte und endlos das 19. Jahrhundert verfluchte.

Zu dieser Zeit traf er einen Pseudo-Arzt, namens Des Hermies, Adliger, gesellschaftlich deklassiert, der Kreisen von Spiritualisten, Magiern, Astrologen usw. im krebsartigen Bas-Fond von Paris angehörte.

Zunächst ließ er sich von der Originalität und dem Geheimnis des Lebens seines Freundes verführen. Diese Verführung verstärkte sich noch, im Umgang mit den Menschen, die Des Hermies am nächsten standen, die alle von einer ungesunden, akatholischen Mystik befallen waren, die die Miasmen absoluter spiritueller Verwesung ausstrahlte.

Angetrieben von seinen dilettanten Neigungen wich Huysmans beim Anblick einer solchen Umgebung nicht zurück.

Bei dieser Gelegenheit erhielt er unter mysteriösen Umständen eine Einladung, an einer „schwarzen Messe“ teilzunehmen, die zu Ehren des Teufels von einem katholischen Priester gefeiert wurde, dem die heiligen Weihen entzogen worden waren.

Stark erregt durch seine Neugier, nimmt er die Einladung an und wird an einen seltsamen Ort geführt, wo Frauen und Männer zusammengedrängt sind, beladen mit der Schwere aller Laster und Niederträchtigkeiten. Auf dem Altar ein lächelnder Christus mit einem unedlen, empörenden Rictus. Eine Glocke läutet, der Priester tritt ein. Unter den Verrenkungen der Anwesenden beginnt die Messe. Wenn der Moment der Wandlung kommt, spricht der Priester die sakramentalen Worte, schweißgebadet, mit einer Stimme voller Hass, der Blick von seltsamen teuflischen Ausdünstungen erfüllt. Er verteilt die Heilige Eucharistie an die Anwesenden, die sie auf abscheuliche Weise profaniseren. Satanisches Gelächter, gewaltige Gotteslästerungen, unerbittliche Beleidigungen – dem anbetungswürdigen Leib unseres Herrn bleibt nichts erspart.

Es kommt überall zu offensichtlichen teuflischen Äußerungen. Es ist der Triumph Satans, der von seinen Helfern in einem Delirium der Erniedrigung und Schande verherrlicht wird.

Angewidert und verletzt in den wenigen Gefühlen, die ihm geblieben sind, schleicht Huysmans durch die Tür und rennt entsetzt davon.

Seitdem wurde seine Intelligenz von einer großen Besorgnis heimgesucht, die ihn schließlich unterwürfig zu de Füßen der Kirche führte.

Er hat den Teufel gesehen, er hat den Geist der Finsternis gesehen, der die schrecklichsten Schandtaten gegen die Heilige Eucharistie ausheckten.

Nun, überlegte er, wenn der Teufel, an dessen Existenz ich nicht mehr zweifeln kann, die von katholischen Priestern konsekrierte Hostie hasst, dann deshalb, weil es sich tatsächlich um den Leib Christi handelt. Also ist die katholische Kirche wahr.

Daher eine schmerzliche, beschwerliche Bekehrung, die sich über zahllose Kämpfe und endlose Schlachten hinzieht, die gewaltige Durchsetzung des Willens gegen das widerspenstige Fleisch geführt werden, und gegen den Geist, der sich den Forderungen des Glaubens widersetzt.

Wenn er eine Kirche betritt, verzücken ihn die Schönheiten der katholischen Liturgie. Seine Seele erhebt sich zu den Füßen Gottes beim Klang der Orgel, beim ernsten und rhythmischen Entfalten geistlicher Musik.

Nur wenige Seelen wie seine haben die Schönheit des gregorianischen Chorgesangs gespürt. Die Beschreibung des De Profundis, des Miserere und der Totenmesse sind die schönsten Seiten, die ich in seinem Leben gelesen habe.

Er besucht regelmäßig die Kirchen von Paris und überrascht alle in ihren Momenten höchster Empfindsamkeit.

Mal ist es Notre Dame von Paris, das in seinen jahrhundertealten Süitzbögen noch Reste von Licht bewahrt, das durch die Buntglasfenster gefiltert wird, während eine Dämmerungssonne langsam und traurig am Himmel verschwindet. Mal ist sie eine Arbeiterkirche, in der sie die sehr armen Frauen, die Bettler, die erschöpften Arbeiter, die elenden Menschen am Stadtrand von Paris genau beobachtet, die nach einem Tag intensiver Arbeit kommen, und in endlosen Gebeten ich an Gott wenden, während der unsichtbare Herr sie aus dem Innern des Tabernakels tröstet und in aller Stille die Bergpredigt wiederholt: „Selig sind die Trauernden, die Leidenden, die nach Gerechtigkeit dürsten“...

Huysmans wagte jedoch immer noch nicht, sich den Sakramenten zu nähern. Er fällt wiederholt so leicht in die Sünde, dass er es nicht einmal wagt, sich dem gewaltigen Gericht der Buße zu nähern.

Er beschließt, einige Einkehrtage in einem Trapistenkloster zu machen.

Hier beginnt der krönende Teil seines zweiten Buches „En Route“ (Auf dem Weg), mit dem ich mich im nächsten Artikel befassen werde.



Aus dem Portugiesischen in O „Legionário“ n.º 93, vom 31. Januar 1932.

Deutsche Übersetzung „Huysmans I“ erschien erstmals in www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.


Bildnachweis: Von Dornac - Dieses Bild stammt aus der Digitalen Bibliothek Gallica und ist verfügbar unter der ID btv1b8432962q/f23, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=192173


 

Freitag, 27. September 2024

Nationalsozialismus und Kommunismus

 



Die sehr aktuellen Erklärungen Seiner Eminenz, des Kardinalerzbischofs von Rio de Janeiro, haben der Kontroverse über die Tätigkeit ausländischer Priester unter uns ein Ende gesetzt. Dadurch wurde jede Gefahr beseitigt, die patriotische Reaktion gegen die christlichen Aggressionen, denen Brasilien zum Opfer fiel, in eine chauvinistische Bewegung im schlimmsten Sinne des Wortes zu verwandeln, das heißt in einen dermaßen knauserigen und engstirnigen Jakobinismus, der sich gegen das typischste, was es in der Kirche gibt, wandte, das heißt ihr katholischer und universaler Charakter.

Man kann nie genügend betonen, dass Seine Eminenz, Kardinal Dom Sebastião Leme, obwohl er ausschließlich als Hirte und Fürst der Kirche fungierte, mit seiner sanften und festen Haltung dem Land einen unschätzbaren Dienst erwiesen hat, indem er mit Klugheit und Weisheit ein Problem beseitigte, das nutzlos eine schwere innere Krise unter uns hervorrufen würde.

Nachdem wir dieses Thema geklärt haben, müssen wir uns nun einer anderen Frage zuwenden, nämlich der Bedeutung des Krieges. (Anm. des Üb.:Es ging um den Sinn des Eintritts Brasiliens in den 2. Weltkrieg)

* * *

Es ist offensichtlich, dass der Hauptgrund, der unsere Regierung dazu veranlasste, den Achsenmächten den Krieg zu erklären, die Entschädigung des Nationalstolzes war, der durch den Untergang brasilianischer Schiffe in unseren eigenen Hoheitsgewässern hart getroffen wurde. Es ist jedoch erwähnenswert, dass dieser Krieg erhebliche ideologische Auswirkungen hat, die der katholischen Meinung gegenüber nicht gleichgültig sein können und dürfen. Diese Aussage setzt den Anschein offensichtlicher Beweise voraus, solange berücksichtigt wird, dass, wenn Deutschland den Krieg gewinnt, sich die Geißel des Nationalsozialismus über die ganze Erde ausbreiten wird, was implizit zu einer religiöser Verfolgung führen wird, die die schwerwiegendsten Verfolgungen, die die die Kirche hat in anderen Zeiten gelitten hat, unbedeutend erscheinen lassen. Jeder Katholik hat zwei Heimatländer, ein spirituelles, das die Kirche ist, und ein weltliches.

Die Interessen beider stimmen völlig überein. Nicht nur als Brasilianer, sondern auch als Katholiken müssen wir entschieden kämpfen.

* * *

Es kann nicht einfach gesagt werden, dass die Interessen der Kirche und denen des Vaterlandes „die gleichen sind“: sie durchdringen sich gegenseitig. Tatsächlich wird Brasilien nur dann mit sich selbst identisch sein und die Kontinuität seines Geistes bewahren - was im Wesentlichen das Überleben einer Nation bedeutet -, wenn es katholisch im vollsten und radikalsten Sinne dieses unbestreitbaren Wortes bleibt.

Das bedeutet, die Integrität Brasiliens, die Integrität seines Geistes, noch vor der Unverletzlichkeit seiner heiligen geografischen Grenzen zu verteidigen

Im Umkehrschluss ist die Verteidigung der brasilianischen Grenzen ein wichtiges Werk der Katholizität, nicht nur weil Patriotismus eine übernatürliche Tugend ist, die die Kirche immer gepredigt hat, sondern auch weil die Verteidigung Brasiliens die Verteidigung einer der größten katholischen Mächte der Welt bedeutet.

* * *

All dies erklärt, wenn wir den Nationalsozialismus bekämpfen gleichzeitig seine wesentliche Identität mit dem Kommunismus erkennen müssen. Es ist lächerlich und unpatriotisch zu wollen, dass der Zustand der Kriegsführung, in dem sich Brasilien befindet, uns innerhalb unserer Grenzen zu einer Haltung der Nachsicht verleiten sollten, mit Elementen, die direkt oder indirekt des Kommunismus verdächtigt sind. Es wäre ein bemerkenswerter Bärendienst für die Kirche und das Land. Das Problem der Bekämpfung des Kommunismus hat keinen Einfluss auf unsere Außenpolitik. Es handelt sich um eine innenpolitische Angelegenheit, in der wir absolut unnachgiebig sein müssen, denn die Lehre von Marx ist, genau wie sein Nazi-Pendant, der Hauptfeind Brasiliens und der katholischen Zivilisation und verdient daher, mit der einzigen Strategie behandelt zu werden, die im Kampf angemessen ist. gegen Kapitalfeinde: Unnachgiebigkeit.



Aus dem Portugiesischen „Nazismo e Comunismo“ in O Legionário Nr. 531, vom 11. Oktober 1942.

Diese deutsche Fassung „Nationalsozialismus und Kommunismus“ erschien erstmals in
www.p-c-o.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.